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Berlin

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Datum:

19. H

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19. 11.

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Berlin, 20. Nov. Die Aktienmärkte konnten sich am Wochenschluß kräftig erholen, an­geregt durch zahlreiche günstig« Wir.jchastsmeldun- gen, die die während der letzten Tage stark Dermin« de ne Stauf neigung wieder förderten. Besondere Be­achtung sanden die günstigen Förderungsergebnisse im deutschen Kohlenbergbau im Oktober und die Mitteilung in der Hauptversammlung des Köln- Nca Essener Bergwerksoereins, daß der Kohlenabsaß auch nach der Beendigung des englischen Bergarbei­terstreiks anhalten dürfte, was u. a. auch mit der heileren Beschäftigung in der Eisenindustrie begrün­det wird. Ferner regte die Steigerung des Güter- vertehrs auf der Reichsbahn an, die auf eine gün­stigere Entwicklung der deutschen Wirtschaft schließen laßt. Die Stimmung war daher heute recht freundlich, und die Spekulation schritt zu Deckungskäusen. denen sich auch Publikumskäufe an- schlossen. Das Interesse erstreckte sich in der Haupt­sache aus Spezialwerte, für die besondere An-

regungen Vorlagen. So auf I.°G.«Farben in Er« Wartung der Mitteilungen über die Amerikaver­handlungen-, Ostwerke und Schultheiß aus die Nach­richt von der günstigen Geschäftslage dieser Gesell­schaften: Klöckner infolge der zuoerstchllichen Aus- führungen in der Generalversammlung, Dessauer Gas auf die angeblich bevorstehende Aussicht ^aus Freigabe des bedeutenden Warschauer Besitzes. Fer­ner wurden alle Kohlenaktien, die meisten Eis en werte, di« Aktien der Papier- und Zellstoffindustrie, Meiallbankaktien, Augsburg-Nürnberger Maschinen, Freigabe- werte, Aktien der Darmstädter Bank usw. in großen Beträgen aus dem Markte genommen. Auch das Interesse für Schuckert hielt an. Am Geld­markt zogen die Säge für Tagesgeld auf 3L bis 5 Prozent leicht an, doch blieb das Angebot weiter bestehen. Im Devisenverkehr nahm die Haussebewegung des französischen Frankens, deren sich die internationale Spekula­tion bemächtigt hat, ihren Fortgang. Paris konnte sich gegen das Pfund auf 130 befestigen. Der Dollar lag international weiter fest.

SelHlenmatU DerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

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Banknoten.

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Hranksurtrr Börse.

Frankfurt a. M., 20. Nov. Tendenz s e h r f «* ft. Die heutige Börse stand unter dem Zeichen einer ausgesprochenen Farben-Hausse. Das Papier konnte bereits vorbörslich einen Kurssprung von 331 auf 338 Prozent machen und stieg bei be­ginn des amtlichen Verkehrs auf 340 Prozent. An laß zu dieser neuen Hochbewegung fand die Börse in der nunmehr bekanntgewordenen aufsehenerregen­den Erfindung der zum Farben-Konzern gehörenden Badischen Anilin- und Sodafabrik, der es gelungen sein soll, auf chemischem Wege einen vorzüglichen Stahl herzustellen, wodurch Deutschland auch auf diesem Gebiete eine führende Rolle spielen würde. Die anderen Märkte, dadurch begünstigt, eröffneten gleichfalls in f e ft e r und angeregter Stim­mung bei allerdings ruhigerer Umsatztätigkeit. Das

Interesse konzentrierte sich hauptsächlich auf Koh­len- und E i s e n w e r 1 e. Anregung bot vor allem die geradezu stürmische Nachfrage nach Ruhrkohlen. Das Nuhrkohlensiindikai soll dir Ende April 1927 vollständig ausverkaust sein. Am M o n t a n m a r k 1 wurden höher: Bochumer plus 5, Riedeck plus 4,5, Harpener plus 3,75, Gelsenkirchen plus 3,5, Rhein­stahl plus 3,25, Mansselder plus 3,5, Mannesmann plus 3, Phönix plus 1,37, Stahloerein plus 2, Deutfch-Lux plus 2, Buderus plus 0,5, Kali- Desteregeln plus 3 Prozent. Chemieaktien waren außer 3. G. Farben kaum verändert. Elek° t r o a 11 i c n lagen ruhig, abef überwiegend be­festigt. AEG. plus 1,75, Lahmeyer plus 2,75, Schuckert plus 1,25, aber Siemens minus 0,5 Proz., Kräftige Besserungen erzielten Bankaktien. Darmstädter plus 5, Disconto plus 1,25, Metall­bank plus 1,5, Commerz plus 1, Deutsche plus 0,5, dagegen Reichsbank minus 0L Prozent. Schiff­fahrtsaktien oernad)läffigt. aber gut gehalten. Schantung sehr fest, plus 0,75 Prozent. Bon M o - l o r e n a 11 i e n gewannen Kleyer emeut_ 2 Pro­zent, während NSU. um 2 Prozent zurückgingen. Zellstosfaktien strebten scharf nach oben. Aschaffenburg plus 5,5, Waldhos plus 5 Prozent. Bauaktien ruhig. Don Maschinen gewannen Frankfurter 1 Prozent. Bon sonstigen Industrie- werten lagen MeiaUgesellschaft um 4,5 Prozent fcster. Delattien ansehnlich gebesierü Deutsche Erdöl plus 3,75, Rütgerswcrke plus 1 Prozent. Zucker a f1 i e n unsicher. Badischer plus 0,9 Prozent, Fran kenthal unverändert. Heilbronn minus 0,5 Prozent. Deutsche Anleihen zeigten bei ruhigem Ge­schäft nach oben gerichtete Tendenz. Am auslänöi- scheu Rentenmarkt konzentrierle sich das In- tereffe wieder auf Anatolier, die gut befestigt waren. Anatolier I 36,5, Anatolier II 35,12. Im weiteren Verlaufe kam es zu den üblichen Gewinnsicherungen. Farbenaktien gingen auf 338 Prozent zurück, konn­ten sich aber in der Nachbörse wieder auf 340 Pro­zent befestigen. Am Geldmarkt ist die Lage un­verändert. Geld ist weiter angeboten. Tagesgeld 4 Prozent, Monatsgeld 5z bis 7 Prozent. Industrie- Akzepte 47/s Prozent, Privatdiskonten 4i Prozent. Im Devisenoerkehr konnte Paris in der Be­festigung weitere Fortschritte machen und zog gegen London auf 134,90 an. Mailand dagegen etwas ab- geschwächt mit 116 gegen das Pfund. Die Reichs­mark stellte sich gegen den Dollar auf 4,2140. Lon- don-Kabel 4,8430.

Berliner Provuktenbörsc.

Berlin, 19. Aov. Die Tendenz im Berliner Getreidehandel kehrte sich heute nach den schwä­cheren Bortagskursen in das Gegenteil, als von den Weltmärkten auf Grund der ermäßigten amerikanischen Frachten und stärkeren Regenfälle und argentinischen befestigten Getreidepreisen ein­trafen. Die Forderungen waren daher auch für Weizen und Roggen am hiesigen Platze gleich­falls erhöht. Das Änlandsangebot war in Weizrm teilweise etwas größer gehalten, doch sind die Forderungen zu hoch, teilweise handelt es sich auch um geringere Ware, so daß eine Geschäfts­belebung sich nur in beschränktem Maße durch­setzte. Die Lieferungskurse waren durchweg um eine Mark höher. Dis zu ähnlichem Timsange be­wegten sich die Steigerungen für Roggen, in­dem heimi ches Mrt:rial immer noch spärlich offe­riert wird Gerste behält ruhiges Geschäft und leidet nach wie vor unter übermäßigem An­gebot. Ha'erzu hoch gefordert, aber trotzdem etwas fester. Mehl ruhig, nur Roggenmehl mehr be­gehrt. Bon Futtermittel zeigte sich etwas Rach- frage für Kleie-Artikel. Es notierten (1000 Kilo­gramm): Weizen, märkischer, 274 bis 277 Mk,, Rogtzen, märkischer, 225 bis 231; Sommergerste 220 bis 252; Wintergerste 195 bis 208; Hafer, märkischer, 185 bis 193; Mais, loco Berlin, 196 bis 201; (100 Kilogramm): Weizenmehl 35,75 bis 38,75; Roggenmehl 32,75 bis 34,50; Weizen­kleie 12,25; Roggenkleie 12; Biktoriaerbsen 59 bis 62; kleine Speiseerbsen 36 bis 40; Futtererbsen

21 biS 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 23 dis 25; Lupinen, gelb. 14,50 biS 15 50; Serradelle, neu. 22 bis 23; Rapskuchen 16.20 dis 16,40; Leinkuchen 20,50 dis 20.80; Trvckenschnitzel 9.50 bis 9.80; Vopaschrot 19 biS 19,50; Äattoff elfloden 25 bis 2550 Mark.

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Die Heimsuchung. Roman von Oskar Maria Graf. (Verlag der Buchgemrinde Bonn). Gras fesselt in diesem Buche de Leser durch seine seingeschl.ssene Erzählerkunst, die starkes Interesse und anhaltende Spannung auSlost. Prächtig sind de wurzelechten Personen gleich- nct, voll Lebendigkeit ist die Handlung. Man darf dem Werke eine gute Emvfehlung ange- dcihen lalfen. Die Buchgemrinde hat sich mit dieser Ausgabe verdient g?macht. 2o0

- Dr. Je knll und Mr. Hy de. Don Robert Louis Stevenson. (Derlag Philipp Reclam jun, Leipzig). 3n ,Dr. 3ep)ll und Mr. Hbde' vermutet man zunächst eine De­tektivgeschichte. die alle Reize einer solchen in sich vereinigt, bis Iber Schluß die Entdeckung bringt, daß beide Personen die Hälften des­selben Menschen sind, seine gute und seine böse. Die Kühnheit des Ein'alls und dessen logische Durchführung erregt Erstaunen. 361

Lpiclplan der frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag. 21. Aov.. 3(, bis bis 6 Uhr: Der Waffenschmied; 7»/« bis 10' ? U6t: Der Golem. Montag. 22., 7 bis gegen 101 - Uhr: Die Zauberflöte. Dienstag. 23.. 71', bis bis'gegen 10 Uhr: Tosco. Mittwrch. 24.. 7 bis 10 Uhr: Der Golem. Donnerstag. 25., 7 bis 10 iih* Don Juan. Samstag. 27.. 7 bis gegen 10 Ahr: Fidelio. Sonntag, 28.. 7 biS nach 10 Uhr: Manon. ,

Schauspielhaus. Sonntag. 21. Rovbr.. Zik bis 10 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Montag 22.. 7' - biS nach 10 Uhr: Äilian oder die gelbe Rose. Dienstag, 23 . 7 bis 10-. Uhr: Ribelungen 1 Teil. M.ttwoch, 24.. 7Vs bis 10 Uhr: Gastspiel des LandestheaterS Darmstadt: Mann ist Mann. Donnerstag. 25.. 71/2 bis sihr Die zwei Abenteurer. Freitag, 26., 7-/° biS nach 10 Uhr: Kilian oder d e gelbe R^fe. Sams­tag 27, 7i; biS 9» 4 Uhr: Die zwei Abenteurer. Sonntag. 28. 7>, bis nach 10 Uhr: Kilian oder die gelbe Rose.

Aus Der.. AmtsverkündiftirngS-latt.

Das Amtsoerkündigungsblatt 91 r. 93 vom 19. November enthält: Bolksabstim mung über die Auslösung des 3. Hessischen Landtags. Geschäftsgang bei Dem Kreisamt Gießen. Maul- und Klauenseuche in Röthges, Annerod. Jungoiehweidc Warthof bei Grünberg, Hattenrod und Steinbach. Wandergewerbcfcheine. Ge­werbelegitimationskarten. Staatliche Stenogra­phielehrerprüfung. Tierschutzkalender 1927. Schwimmunterricht in den Schulen. Marktord­nung in Grünberg. Friedhossordnung der eo. Kirchengemeinde Steinbach. Straßensperren. Dienstnachrichten.

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