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fch lt>ffen toerben muhte, während im Innern eine drangvoll fürchterliche Enge herrschte. Die Besucherzahl der DolkShalle allein am gestrigen Tage wird auf 8 bis 9000 Personen geschäht. Dieser rege Besuch unserer Stadt tarn natürlich auch unserer Geschäftswelt, die die Geschäfte geöffnet hatte, zugute.

Eine große Woche Der Straßen­bahn.

liniere elektrische Straßenbahn hat durch die Gart en bau - und Elektrizitäts-Aus­stellung eine ungewöhnlich starkeStei- gerung ihrer Frequenz erfahren, die der Betriebsrechnung der Elektrischen sehr zustatten kommen wird. Die Straßenbahn beförderte wäh- rend der Ausstellungswoche bis einschließlich ge- stern abend insgesamt rund 73 000 Per­sonen. Davon entfallen, in runden Ziffern, aus Samstag, 11. September, 6000, Sonntag, 12. Sept., 12 000, Montag, 13. Sept., 5800, Diens­tag, 14. Sept., 5800, Mittwoch, 15. Sept., 8000, Donnerstag, 16. Sept., 8300, Freitag, 17. Sept., 5200, Samstag, 18. Sept., 7300 und Sonntag, 19. Sept., 15 000 Personen.

OberheMsches Trachten- und Volksfest

Der Freund gesunden, obrrhrssischrn Volks­lebens kam voll und ganz auf feine Kosten, wenn er gestern nachmittag das in der Garten­bau- und Elektrizitäts-Ausstellung stattgehabte vberhessisch.e Trachten- und Volks- f e st besuchte. Schon lange vor Beginn der Ver­anstaltung war die Volkshalle bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Punkt 4 Lkhr zogen unter den flotten Klängen einer Musikkapelle die schmucken Mädchen und Burschen vom Hutten- bergcr-, Schützer- und Schwälmerland in die Volkshallc ein und begaben sich sofort aus die Bühne, die sehr stiimnungsvoll dekoriert war. Sie stellte den mit Maien und Lannengrün prächtig geschmückten Tonzplah eines oberhessi­schen Dorfes dar. Zuerst erfolgte ein kleiner ül.n- zug, bei dem die Farbeirpracht ter malerischen Trachten doll zur Geltung kam. llnfer ober- hessischer Heimatdichter Georg Heß aus Leih­gestern, der das Fest sehr geschickt leitete, hielt zuerst in Leihgesterner Mundart eine launige Ansprache an das Publikum. Trotzdem oder weil er ein mächtiges Sprachrohr benutzte, war er leider nicht immer verständlich. Er wünschte, die Bewohner von Stadt und Land möchten sich besser verstehen lernen, keiner solle sich über i den ankern erhaben, keiner den andern für we­niger wichtig halten. Seine mit viel Humor gewürzten Ausführungen lösten starken Beifall aus. Dann begann das Volksfest. Eine ober- hessische Kirmes mit ihrer urwüchsigen Fröhlichkeit und beschaulichen Gemütlichkeit wurde den Zuschauernvorgefiert". Zuerst tanzten alle Mädchen und Burschen Hüttenberger. Schützer und Schwälmer einen hübschen Aundtanz, der den Frohsinn des jungen Volkes aufs höchste steigerte. Die Burschen jauchzten, die Mädchen lachten, es war ein erquickendes Bild heiterer, sonniger Iugendfreude. Dann tanzten Kinder in prächtiger Weise einen Reifentanz, der vom Pu­blikum sehr beifällig ausgenommen wurde. Der GesangvereinGemütlichkeit" sang mehrmals flotte Lieder. Auch zwei Schuhplattlerpaare hatte man sich verschrieben, die ihre originellen Tänze mit viel Geschick und Ausdauer vorführten. Ganz besonders reizvoll war ein Schnittertanz, bet dem die Burschen bunte und mit bunten Bändern geschmückte Rechen und die Mädchen Girlanden trugen. Von den vielen Tänzen, die vorgeführt wurden, mögen ein flotter Galopp der Schützer, ein wunderschöner Walzer der Schwälmer und ein reizvoller Rundtanz der Hüttenberger be­sonders erwähnt fein. In den Tanzpausen ent­faltete fid) auf der Bühne ein lebenswahres Bild urwüchsiger Kirmesfröhlichkeit. Die Kinder tummelten sich mit den kleinen Luftballons und anderen Spielsachen auf dem Platze. Das junge Volk fang ein fröhliches Volkslied nach dem andern. Der Polizeidiener, der selbstverständlich auch nicht fehlte, sorgte für Ordnung. Dem Bier wurde kräftig zugesprochen, selbst die übliche Kirmesschlägerei fehlte nicht. Es wurde alles geboten, was zu einer echten ooerhessischen Kir­mes gehört. Jedem war es leid, als gegen 6 älhr das fröhliche Treiben ein Ende fand.

Der Leiter der ausgezeichneten Aufführung, Georg Heß, wurde in dankbarer Anerkennung feiner Verdienste von der Ausstellungsleitung durch die äleberreichung eines wertvollen Bildes geehrt.

Der oberhesfischeHan-dwerkertag am gestrigen Sonntag in unserer Stadt ber­einigte eine sehr große Anzahl Handwerksmeister und Meisterinnen mit ihren Angehörigen auf der Liebigshöhe. Man greift wohl nicht zu hoch, wenn man den Besuch ter Tagung auf über 1200 Menschen beziffert. Vormittags fand zu­nächst die Ehrung von über 200 Jung- meiste rinnen und Iungmei stern statt, die nach bestandener Meisterprüfung durch Heber- reichung der Meisterbriefe ausgezeichnet wurden. Hierbei hatte Gewerbeschulrat Dr. Bünnings (Gießen) die Leitung der Feier, bei der Regie­rungsrat Dr, Krüger namens der Provinzial- direktion und des Kreisamtes Gießen, Beigeord­neter Dr. Frey im Ramen der Stadt Gießen, Bauunternehmer Becker (Gießen) im Auftrag der Handelskammer, Professor Dr. Kraus- müller für den Gießener Ortsgewerbeverein und Ehrenobermeister Schmuck (Worms) An­sprachen an die Iungmeister und Iungmeifterin- nen und die Festversammlung richteten. Daran anschließend begann der H a nd w e r k e r ta g unter der Leitung des Gießener Ortsgewerbe- vere'nSvorsitzenden Professor Dr. Kraus- m ü l l e r. Heber die aktuellen wirtschaftspoliti­schen Handwerkerfragen in Reich und Staat sprachen Reichstagsabgeordneter Malermeister Havemann (Hildesheim) und der hessische Landtagsabgeordnete Schreinermeister Lauten­bacher (Dieburg), ferner noch der Direktor der hefsifchen Handwerkskammer Schüttler (Darm­stadt). Sänitlichen Rednern wurde lebhafter Bei­fall gezollt. In einer anschließenden Aussprache tarnen noch einige weitere Handwerksmeister zu Wort. Der Rachmittaq war der Besichtigung der Ausstellung und geselligen Veranstaltung gewid­met. lieber die Verhandlungen des Handwerker­tags werden wir morgen berichten.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Rund um die Ehe". Astoria-Lichtspiele:Der unbekannte Soldat".

** D i e Gartenbau- und Elektrizi­täts-Ausstellung hat einen außerordentlich starken Besuch gehabt. Nach den abschließenden Zif­fern wurden bis einschließlich gestern abend ver­kauft: 1532 Dauer- und Beikarten, 26 425 einmalige Eintrittskarten für Erwachsene, 5071 Eintrittskarten für Kinder und Schüler, insgesamt alfo 33 028 Ein­trittskarten. Am gestrigen Sonntag wurden allein 7640 Eintrittskarten verabfolgt, die in der vor­stehenden Gesamtrechnung jedoch mitenthalten sind. Wenn man berücksichtigt, daß die Dauerkarten sehr rege benutzt wurden, so kann man wohl sagen, daß die Ausstellung insgesamt etwa 50 000 Besuche zu verzeichnen hatte.

Erne lobenswerte Spende hat die hiesige Bäckerinnung für unsere Schulen gemacht. Sie stellte von den in der Volkshalle gelegentlich der Ausstellung gebackenen Brödchrn 500 Stück für kräftigungsbedürftige Schüler und Schüle­rinnen unserer Stadt zur Verfügung. Die freund-' liehe Spende darf der öffentlichen Anerkennung gewiß sein.

" Wegen Urkundenfälschungen und Unterschlagungen verhaftet wurden die auf der Bürgermeisterei in Klein- Linden beschäftigten Schreibgehilfen W. aus Gie­ßen und F. von Klein-Linden. Beide benutzten die amtlich vorgeschriebenen Ausweisungsformu­lare und Dirnststempel zu ihren unlauteren Mani­pulationen, ferner fälschten sie die Unterschrift des Bürgermeisters und erleichterten auf diese Weise in verschiedenen Fällen die Gemeindekasse um mehrere hundert Mark. Die Täter wurden von der Gießener Kriminalpolizei verhaftet und dem hiesigen Untersuchungsgefängnis zugeführt. Ein Teil der Beute konnte ihnen noch abgenom­men werden.

** Ein schwerer Unglücksfall ereig­nete sich am Samstag in der Wohnung eines Eisenbahners in Klein-Linden. Dort stürzte die schulpflichtige Tochter des Mannes so unglücklich in den Keller, daß sie eine schwere Gehirn­erschütterung davontrug.

** Der Gabelsberger Sten ogra- Phen-Vereinvon 1861 beging, wie man uns schreibt, seine 65-Iahrseier in der Turnhalle. Ein von dem 1. Vorsitzenden verfaßter Vorspruch, der von Frl. Hofmann schwungvoll vorge­tragen wurde, leitete die Feier ein. In seiner An­sprache warf der 1. Vorsitzende, staatl. gepr. Lehrer der Kurzschrift Franz Han ft ein, einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Vereins und gedachte dabei vor allem des eigent­lichen Gründers des Vereins, Lehrer Müller, der nachmalig Kreisschulinspektor in Oppenheim

und Alsseld war. Dieser Mann hatte damals einen Anfängerlehrgang in der in Gießen noch ziemlich unbekannten Gabelsbergerschen Kurz­schrift abgehalten und am 13. August 1861 mit seinen Schülern den Verein ins Leben gerufen. Aus dem Verein sind Männer mit Ramen von gutem Klang hervorgegangen, die sowohl im stenographischen, als auch im öffentlichen Leben eine Rolle fielen; der Redner nannte Ramen wie Direktor O. Bergen, Direktor M a y, Reg.-Rat Oppermann, Geh. Schulrat Dr. Pitz. Ober­studiendirektor Pfaff, Rechnungsrat Sch iffnie, Sekr. Wilhelm Loh, R. Hasenkrug u. a., sowie die Schriftsteller Ernst Eckstein und Dr. Alfred Dock. Redner lieh seine Worte aus­klingen, indem er ein Gedicht von Iohs. Trojan Ach hätt' ich doch stenographieren gelernt" zur Beherzigung aller, besonders aber der Jugend, zu Gehör brachte. Den Festvortrag hielt das Ehrenmitglied des Vereins, Oberstudiendirektor Pfaff- Darmstadt ein geborener Gießener üher das ThemaEine Sprache eine Schrift". Seine Ausführungen gipfelten darin, daß wir jetzt nach den jahrzehntelangen Syftemkämpfen endlich neben der deutschen Sprache mit ihrer einheitlichen Rechtschreibung auch eine deutsche EinheitskurzsOrift besitzen und die Steno­graphenvereine dazu berufen seien, dieses wich­tige Volksgut zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes, zu hegen und zu pflegen. Reicher Beifall wurde dem Redner am Schlüsse seiner Ausführungen zuteil. Der 1. Vorsitzende des hess.- nassauischen KurzschrifwerbandesGabels­berger", Lehrer Schopp- Mainz, überbrachte die Glückwünsche des Verbandes und feierte den Festredner als den Vater und Urheber der deut­schen Cinheitskurzschrift. Ferner sprach noch der 1. Vorsitzende der hiesigen 1. Reichskurzschrift- GesellschastGabelsberger", staatl. gepr. Lehrer der Kurzschrift A. Karnbach, indem er be­sonders auf die guten Beziehungen zwischen beiden Vereinen hinwies. Die 1. Vorsitzende des DamenvereinsGabelsberger" hier, Frau Aug. Peter, feierte den Verein als den Vater des Damenvereins, während ein Vertreter des Ver­eins Marburg in beredten Worten die Glück­wünsche seines Vereins übermittelte. Die übrigen Vereine der näheren Umgebung Heuchel­heim, Lollar, Wetzlar und Wieseck hatten durch Entsendung zahlreicher Vertreter ihre Anteil­nahme kundgetan. Auch ein Vertreter der Kr.eis- schulbehörde wohnte der Veranstaltung bei.. Rach dem Vortrag setzte der unterhaltende Teil des Abends ein. Ein von Mitgliedern des Vereins und des DamenvereinsGabelsberger" flott ge­spielter EinakterEs spukt" trug zu gehobener Stimmung bei, nicht minder auch das vorzüg­liche Konzert der Kapelle Topp. Ein Dlumen- spiel, getanzt von 4 Damen des Damenvereins Gabelsberger", leitete zu dem Festball über, der die Teilnehmer noch recht lange zusammenhielt. Alles in allem eine schön verlaufene Feier, auf die der Verein stolz sein kann.

Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 374 Ochsen, 85 Dullen, 622 Kühe, 287 Färsen, 302 Kälber, 135 Schafe, 3758 Schweine.

Kirche und Schule.

X Gladenbach, 17. Sept. -Untere alte, ehr­würdige St. Martinskirche erhält gegen- wärtig im Aeußeren einige Ausbesserungen. Die Dächer des Chors sowie des südlichen Seiten­schiffs werden frisch mit Schiefer gedeckt und die südlichen Außenmauern neu verputzt. Leider ist in den vergangenen Jahrzehnten nur wenig: zur Instandhaltung des Gotteshauses geschehen. Vor vier Jahren wurde nun eine durchgreifende Renovierung des Innern vorgenommen. Damals wurde der Chor, der durch Empore und Orgel verunstaltet wurde, in seiner gotischen Schlichtheit wiederhergesteltt. Es ist zur hoffen, daß trotz der Geldarmut nun alle noch notwendigen Aus­besserungsarbeiten bald vorgenommen werden können.

Dckariatstag in Vilbcl.

B Vilbel, 17. Sept. Am Mittwoch sand hier unter Leitung von Dekan H e u ß e l - Alten­stadt und im Beisein des Superintendenten der Provinz Oberhessen. Oberlirchenrat Wagner- Gießen, der D e k a n a t s t a g des evangelischen Dekauats Rodheim statt, zu dem die zwanzig Dekanatsgemeinden ihre geistlichen und weltlichen Vertreter entsandt hatten. Die Tagung wurde durch einen Gottesdienst im Betsaal eröffnet, in dem Pfarrer Duchhold, Rieder-Eschbach, die Predigt übernommen hatte. Cs wurden vor­gelegt der Rechenschaftsbericht des Dekanatsaus- schustes über die Jahre 1924 und 1925. Ferner stand der Voranschlag des Dekanats für die

Jahre 1926 bis 1928 zur Besprechung. 2m Mittelpunkt der Verhandlungen stand der Vor­trag des Pfarrers Job, Rodheim v. d, H., über das Thema:Die sittliche Gefährdung der Ju­gend unter den gegenwärtigen Zeitverhältnissen und die Rotwendigkeit und Ausgestaltung der Jugendarbeit, insbesondere in dem Gebiete un­seres Dekanats". Die an das Referat anschlie- ßende Aussprache bewegte sich um die beiden Hauptgebtete evangelischer Jugendarbeit: Ju­gendfürsorge und Jugendpflege, und brachte die Erkenntnis von der Rotwendigkeit und den Willen zur Jugendarbeit bei den Tagungsteilnehmern zum Ausdruck.

Explosion

in einer Sprengstoffsabrik.

WSN. S) a i g c r , 19. Sept. Am Samstagnach­mittag flog aus bisher noch unbekannter Ursache das M i f ch h a u s der Spreng ft offabrif in Würgendorf in d i e Luft. Ein Arbeiter wurde sofort getötet, einer weiter schwer verletzt, während ein dritter durch den ausgeftanbenen Schrecken Sprache und Gehör verlor. Die beiden Verletzten wurden im Haiger Krankenhaus eingelie­fert. Die Detonation war so gewaltig, daß sie stun­denweit gehört wurde.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die Wirtschaftlichkeit von Gas und Elektrizität.

Von fachmännischer Seite wird uns mitge­teilt: Der im Gießener Anzeiger Rr. 217 vom 16. September 1926 enthaltene Aufsatz über Elektrische Heißwasserspeicher" von Herrn Dipl.-Jng. Malkomesius enthält in seinem letzten Absatz Zahlen über den Vergleich der Wirtschaftlichkeit von Gas und Elektrizität als Wärmequellen, die durch nachfolgende Berechnung berichtigt werden müssen.

Zunächst berechnet Herr OK. die Wärme­menge für die Erwärmung von Wasser von 0 Grad auf 85 Grad Celsius: schon Darin liegt ein Fehler, denn das Wasser kommt im allgemeinen aus keiner Leitung mit weniger als 10 Grad Celsius zur Verwendung. Um die Temperatur von 1 Liier Wasser (1 Kilogramm) um 1 Grad Celsius zu erhöhen, ist bekanntlich 1 Calorie (Wärme­einheit, WE.) erforderlich, also um 1 Liter Wasser von 10 Grad auf 85 Grad Celsius zu erwärmen: 85 10 = 75 Wärmeeinheiten. Herr M. be­rechnet die Kosten für die Erwärmung von 90 Liter Wasser. Rach Der oben angeführten Rech­nung sind hierfür erforderlich:

90 X 75 = 6750 WE.

1 Kubikmeter Gas hat in Gießen im Durchschnitt einen Heizwert von 5000 WE. Für Heißwasser­speicher mit Gasheizung werden 80 Proz. Der Wärmeeinheiten des Gases nutzbar gemacht, das sind 4000 WE. Der Gaspreis beträgt zur Zeit 0,20 Mk. pro Kubikmeter, so daß für Die Er­wärmung von 90 Liter Wasser von 10 Grad auf 85 GraD Celsius ein Kostenaufwand von

6750 = 1,7 Kubikmeter Gas oder 34 Pfennig 4000

erforderlich ist.

'Bei Der Elektrizität als TDarmequelle errech­net sich Der Kostenaufwand wie folgt:

1 Kilowattstunde hat 8641/> WS.

Wirkungsgrad der elektrischen Heißwasser­speicher: 95 Proz. 822 WE.

Preis der Kilowattstunde (m der sperrfreien Zeit): 0,10 Mk.

Somit sind erforderlich:

6750 8,2 Kilowattstunde oder 8 2 P f e n n i g.

"822

Diese Gegenüberstellung ergibt ein Verhältnis von Gas zur Elektrizität wie 3 4:82 und nicht wie Herr M. angibt, wie 72:94. Es sei noch erwähnt, daß Herr M. mit einem äußerst günsti­gen Preis für Die Kilowattstunde gerechnet hat, während er Die Rabatte, Die für Gas zu Heiz­zwecken in weitem Maße gegeben werden, nicht berücksichtigt, wodurch sich aber das Verhältnis wesentlich zugunsten deS Gases verschieben würde.

Dieselben Ausführungen gelten auch für die Raumheizung, und somit ist ohne weiteres auch hierfür Der Beweis erbracht, daß die Wirtschaft­lichkeit Der Elektrizität selbst bei einer größt­möglichsten Senkung des Strompreises um ein Vielfaches hinter Der Wirtschaftlichkeit Des Gases zurückbleibt.

Die von Herrn M. angelegenen Annehmlich­keiten (Reinlichkeit usw.) Der Elektroheizung Dürf­ten Die Wirtschaftlichkeit für Die Elektrizität in keiner Weise erhöhen, da sie ja der Gasheizung in Demselben Maße zur Verfügung stehen. -r-

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Flur 38 Rr. 161 --- 3006 qm Acker hinter der Pulvermühle, versteigert.

Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 7677c

Gießen, den 30. August 1926.

, Hessisches Amtsgericht.

3. 21.: Leo, Ortsgerichtsvorsteher.

Arbeitsvergebung.

Die bei Der Einrichtung von Woh­nungen im Seitenbau des Schlosses zu Grünberg vorkommenden Maurer-, Zimmer- und Dachdeckerarbeiten sollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden.

Die Bedingungen und Zeichnungen liegen vom 29. September 1926 ab bei uns zur Einsicht offen. Daselbst werden auch die Angebotsvordrucke, soweit der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis ab­gegeben.

Die Angebote stnd verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, post­frei, bis Mittwoch, Den 29. September 1926, vormittags 11 Ahr, hierher ein­zureichen. 7890C

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 17. September 1926.

Hess. Hochbauamt.

Verth.

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Die amtsgerichtliche Verfügung ist an Der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht angeschlagen. 64-976

Gießen, Den 4. August 1926.

I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen:

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