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80 biS 100, Lauch 5 bis 15, Rettich Sellerie 30 bis 40; das Bund:
15 biS 20, gelbe Rüben 35 bis
Bornotizen.
Die Besserung der deutschen Handelsbilanz.
WSR. Die grundlegende Besserung der deutschen Handelsbilanz zeigt sich vor allem in der Steigerung der AuSsuhr- überschuhposten. Eine Gegenüberstellung für das erste Vierteljahr 1926 und 1925 läßt am besten erkennen, auf kvtldjcn Warengebieten Deutschland den Weltmarkt wieder erobern konnte. Den größten Aktivsaldo stellt die Ausfahr an Eisen und Eisenwaren mit 306,9 (1925: 183,6) Mill. Bei Maschinen ergab sich ein Lleberschuh von 175 (120,1) Mill. Für chemi » sche Erzeugnisse von 161,2 (125,8) Mill. Einen sehr starken Aufschwung nahm die AuS-
Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 210 Pfennig. Matte 35 bis 40, Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 35, Weißkraut 35, Rotkraut 40. Rote Rüben 20, Spinat 40 biS 45, Römischkohl 30. Spargel 70 bis 130. Tomaten 150. Zwiebeln 20 bis 25. Meerrettich 30 bis 80. Schwarzwurzeln 50 bis 60, Rhabarber 20 bis 25. Kartoffeln 4. Aepfel 20 bis 40, Kirschen 80 bis 100, Erdbeeren 200 bis 320. junge Hahnen 100 bis 120, Suppenhühner 120, Tauben 90; das Stück: Eier 11, Blumenkohl 120 bis 150, Salat 15 biS 20, Salatgurken 20 bis 30. Radieschen 40 Pfennig.
zählte der Führer dieser Wandcrfchar, Oelber« mann, und oft spontan einsetzender Beifall zeigte, daß die Zuhörer mit ganzem Herzen bei seiner Fahrt waren, ym Wo
eingeleitet mit Beethovens Rondo in 6-Dur (op. 51 Rr. 2), gespielt von Julius Habn. der weiterhin Mozarts leidenschaftliche (.-Moll- Fantasie, als virtuose und schwierige Kabinettstücke Pa l orale und Capriccio (ScarlaUi-Tausig) und Rondo capriccioso (Mendelssohn-Bartholdi) vortrug und mit der wuchtigen Senta-Ballade aus dem »Fliegenden Hollander" und Chopin- ^s-Dur-Polonaise die Dortragfvlge abfchloh. Frau Müller-Bangert brachte zunächst drei Schubert-Lieder, darunter die entzückende, oft und immer toieter gern gehörte »Forelle", und brillierte im zweiten Teil mit der groben Aga- thenarie aus dem .Freischütz" und McyerbeerS reichgeschmückler Pagenarie (»Hugenotten"), während Privatdozcnt Laun zunächst drei Lieder von Brahms, darunter das berühmte, beseelt instrumentierte .Wiegenlied" zu Gehör brachte, und «pater mit Arien aus .Troubadour" und .Freischütz" seinen sympathischen Tenor zu voller Entfaltung bringen konnte. Reichen Beifall fanden die Duette (Frau Müller-Bongert, Prnvat- dozent Laun): im ersten Teil zwei Lieder von Cornelius, von denen ganz besonders da- neugriechische Schifserliedchen .Verratene Liebe" sehr gefiel während die .Sternennacht" durch den unzulänglichen Text (Heyses) leider verliert Den Abschluß des gesanglichen Teils bildete cm Duett aus Haydns .Jahreszeiten", da- ebenfalls stürmische. Anklang fand. - Der Besuch, obwohl nicht gerade gering, hätte im Interesse deS wohltätigen Zwecke- der Veranstaltung besser sein können
Gicftener Wochcnmarktpreise.
irer mit ganzem Herzen bei feiner ftahrt ....... .... Wunderland Aegypten, an den Ufern des heiligen Nil, vor den Prachtbauten der Pharaonen, am Grabe Tutanchamons haben die Nerother gestanden und deutsche Landknechtslieder gesungen, im brennenden Wüstensand bei 60 bis 70 Grad Hitze haben sie Beweis erbracht, was deutsche Jugend zu leisten imstande ist. Von allen Sehenswürdigkeiten des Landes haben diese Nerother tiefe und bleibende Eindrücke gewonnen und darüber hinaus auch die Bewohner aller Schichten und Arten kennengerlernt. Der Vortrag, begleitet von Volks- und Landknechtsliedern zur Laute einer Nerother- gruppe, ließ zu keiner Minute die Zuhörer aus dem Banne schönen Erlebens. Es war ein selten schöner Abend, den die wackeren Burschen geboten haben. Mögen sie aus dem ehrlichen Beifall von alt und jung die Gewißheit entnehmen, daß immer weitere Streife Anteil nehmen an der Fortentwicklung des
Ein deutsch-französisches W ss nschastSabkommen.
Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung gibt den zuständigen Stellen ein zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich ge- troffene» Abkommen über die Wiederauf', nähme de» Austausches von Doktorarbeiten und akademischen Druckschriften, von amtlichen Veröffentlichungen des französischen Un- lerttchtsministeriums und deutschen Vcröf'cntlichun. gen gelehrter Gesellschaften bekannt. Im Reichsmim- sterium des Innern ist eine „Reichs tausch- stelle' errietet; der Verkehr mit dieser stelle hat zunächst durch Vermittlung des Kultusministers zu erfolgen, an den die für den Austausch in Frage kommenden Publikationen gesammelt cinzufendcn sind Jedes Jahr werden zu einem zwischen den beiden beteiligten Dienststellen noch zu vereinbaren- den Zeitpunkt an das französische Unterrichtsministerium sechs Exemplare im einzelnen näher bezeichneter akademischer Druckschriften (Universitäts- Programme, Rektoratsreden usw.) sechs Exemplare aller deutschen Inaugural-Disiertationen, ebenso aller Habilitationsschriften übersandt. Entsprechende Uebersendungen erfolgen vom franzöfifchen Unter- richtsminifterium an die Taufchstelle im Reichsinnen. Ministerium. —Eine ähnliche Regelung ist für den Austausch amtlicher Drucksachen vorgesehen, wobei betont wird, daß die Vorschriften über die einzu- reichenden Publikationen nicht starr bindend sind.
Festspiele In Heidelberg.
3n Heidelberg ist von Vertretern der Behörden uqb Persönlichkeiten der Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft ein Festspielverein gegründet worden, der alljährlich unter Heranziehung der ersten Kräfte des Reiche- Festspiele veranstalten will. AIS Leiter ist Gustav Hartung gewählt worden. Die diesjährigen Festspiele finben im August im Schloß und im Stadtthealer statt.
ßll. Don der LandeS-ülniversität. Rach vorläufiger Feststellung sind im laufenden ©ommerfcmefter an unserer Landesuniversität ohne Gasthörer immatrikuliert: 1360 Studierende, 31 ordentliche Hörer und zwei Hospitantinnen. 3m Sommersemester 1925 gehörten ihr nach endgültigem Abschluß an 1388 Studierende, 23 ordentliche Hörer, 6 Hospitantinnen und 218 Gasthörer; im Wintersemester 1925'26 1332 Studierende. 23 ordentliche Hörer, 3 Hospitanttnnen und 212 Gasthörer.
** Der Postamtmann Rechnungsrat Ludwig Weiß feiert heule, 20. Mai, fein 40jähriges Amtsjubiläum.
Zum Rotkreuztag in Gießen am 13. Juni ist ein Kinderfest in der Vollshalle geplant, mit dessen Vorbereitung der Alice- Frauenverein in Verbindung mit den hiesigen Frauenvereinen bereit- beschäftigt ist. Die,Freiwillige Sanitätskolonne wird eine Schauübung veranstalten.
•• Flugplatz-Cafe. Auf beip Gießener Flugplatz wird heute unter dem Ramen „Flugplatz-Cafe" eine neue Erholungsstätte in der näheren Hingebung unserer Stadt dem Verkehr übergeben. Wer "das idyllische Plätzchen am Woldesrand kennt, an dem die Bauten des Flugplatzes stehen, und sich dabei der prächttgen Aussicht auf den Gleiberg, Dünsberg usw. erinnert, der wird es begrüßen, daß man dort künftig auch Gelegenheit zum erquickenden Riederlassen haben wird. Die neue Ausflugsstätte soll mit ihren Leistungen auch dem verwöhnten Geschmack genügen können. Interessant ist übrigens, daß der 500. Gast, der sich in das aufliegende Gästebuch einschreibt, einen Freiflug mit dem Gießener Verkehrsflugzeug entweder nach Frankfurt oder nach Kassel erhalten soll. Man beachte die heittige Anzeige.
** Sommer-Abonnementskonzerte kündigt unsere Militärkapelle im heutigen Anzeigenteil an. Die Konzerte sollen abwechselnd auf der Liebigshöhe und im Philosophenwald ftattfin» den. Das erste Konzert ist auf den 10. Juni an» gesetzt. Näheres siehe in der Anzeige.
** Zur Bekämpfung der Schnakenplage fordert die Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil auf. Man beachte die Bekanntmachung.
*• Aus dem Gießener Standesamt s r c g i ft c r. Es verstürben in der Zeit vom 1. bis 15. Mai: 1. Emma Kenner. Dienstmädchen. 20 Zähre alt, Klinikstraße 37. 3. Margarete Gernand, geb. Braun, Witwe, 78 Jahre alt. Stephanstraße 28. 4. Maria Margareta
Treiber, geb. Mohr 57 Jahre alt. Weserstr. 25. Heinrich Georg Dahmer, 1 Mon. alt. Reustadt 78. 5. Karl Hoos. Oberstleutnant a. D.. 64 Jahre alt. Alicestrahe 16. Johann Heinrich Gerhard Klamp, 64 Zähre alt, Friedrichstraße 14. Wilhelm Gustav Kochs. Amtsgerichtssekretär i. R.. 78 Jahre alt, Bahnhofstraße 26. 6. Klara Marth, geb. Riemann. 75 Jahre alt, Steinstraße 33. 8. August Wilhelm Huthmann, Schneider. 72 Zähre alt, Bahnhofstraße 22. 9. Walter Hofmann, 1 Tag alt, Gr. Steinweg 12. Philipv Kehr, Lokomotivführer t R., 78 Jahre alt, Schühenstraße 8.
— Tageskalender für Donnerstag. Goethe-Bund: 8 Uhr, Kaufmännisches Vereinshaus, Roberi-Schneider-Abend. — Gießener Ge- angvereine: 8.15 Uhr, Katholisches Vereinshaus, (Defamtprobe. — Akademischer Gesangverein: 8 Uhr, Besprechung im Großen Hörsaal. — Licht- pielhaus, Bahnhofstraße; „Die Wacht am Rhein*. — Astoria-Licytspiele: „Teufel — Tempo, Tom".
— Der Zirkus Geschw. Birkeneder kommt hierher und gibt am Samstag, 22. Mai, abends 8 Uhr, fein erstes Gastspiel. Gegenwärtig gastiett das Unternehmen mit Erfolg in Mainz. An beiden Pfingstfeiertagen sollen nachmittags gleich- wertige Vorstellungen stattfinden. (Siehe Anzeige.)
Bundes.
** Die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Kolonialfreunde e. V. hielt am Samstag im Restaurant Dippel ihre erste Monats- Versammlung ab, die sehr gut besucht war. Nach einem Bericht des ersten Vorsitzenden Kam. Ferd. Joh. Mohr über den Bundestag in Hagen begrüßte der 1. Vorsitzende die neueingetretenen Mit- glieder, insbesondere die der neuerrichteten Jugendgruppe. Als Jugendleiter wurde Kam. Oberzollin- fpektor Georg Heß berufen. Nach Aussprache über verschiedene interne Fragen hielt Kam. Mohr einen sehr interessanten und recht beifällig aufgenommenen Vortrag über feine Patrouillen in Südweft gegen Hendrik Widbon. Eine allgemeine Aussprache über den Vortrag schloß die sehr harmonisch verlaufene Versammlung.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Dießen, den 20. Mai 1926.
Deutsch die Saar, immerdar!
Unter dieser Parole lebt im Saarlande jeder deutsche Maim, jede deutsche Frau. Getteu dieser Losung ertragen sie für das ganze deutsche Volk geduldig die Last und Schikanen, die au- der aufgezwungenen fremden Besetzung und landfremden Regierung erwachsen. Die Saarländer verlangen von uns keinen Dank für dieses treue Ausharren, weil sie als gute Deutsche das als selbstverständliche vaterländische Pflicht ansehen. Aber sie wünschen, daß wir ihnen den Mut zum Ausharren stärken, ihre Kraft stählen durch die Bekundung unserer Verbundenheit mit ihnen, damit sie immer da- Bewußtsein haben können, der fest gestützte, nie im Stich gelassene Vorposten des Deutschtum- zu sein.
Zweihundert deutsche Brüder aus dem Saar, lande werden am ersten Pfingstfeiertage unsere Stadt Dießen besuchen. SS sind die Sänger des Männergesangvereins „Liederkranz" au- Saarbrücken. Sie wollen nach der langen Kampf- und LeidenSzeit unter fremder Herrschaft in unserer Mitte wieder einmal alS Deutsche auf leben, sie wollen, wenn auch nur für wenige Stunden, wieder freie Deutsche sein, um daraus Kraft zu schöpfen für das weitere Ringen um den Verbleib des Saarlandes beim deutschen Daterlande. Sie tommen zu UNS aus einem Gebiet, da« unter den verheerenden Wirkungen deS zwangsmäßig ein- gebührten und jetzt unheimlich entwerteten französischen Frankens furchtbar zu leiden hat. Die Brüder von der Saar verlangen von uns keine mitleidige Hilfsaktion. Aber sie erwarten von den Bewohnern Gießens und der Umgegend, daß diese am Pfingstsonntag-Rachmittag das Konzert der Saarsänger in der D o l k S h a l l e, von dessen Erlös sie ihre großen Reisekosten befreiten, vollzählig besuchen. Sie wollen alS Gegenleistung mit ihrer vielfach anerkannten hervorragenden Sange« kun st den Besuchern einen Feiertags- genufj bereiten, der sicherlich eine wertvolle Verschönerung des Pfingstfestes sein toirb. _
Wir möchten wünschen, daß alle Mitbürger in Stadt und Land sich bewußt sind, wie sehr wir Deutsche im unbesetzten Gebiet gerade bei den Saarländern in der San- kesschuld stehen, welche Hoffnungen wir noch auf sie sehen müssen, und daß wir die Pflicht haben, bei Gelegenheit dieses Besuches durch unsere Anwesenheit in der Vollshalle zu bekunden, daß wir uns eins fühlen mit den Brüdern von der Saar und bah es unS eine Freude ist. mit ihnen gemeinsam einige Stunden zu verleben. Don dieser Erwägung ausgehend bitten auch wir unsere Mitbürger, das Konzert der Saarsänger am Pfingstsonntag-Rach- mittag in der Dolkshalle und ebenso den Begrüßungsabend am ersten Feiertag in der Voll-Halle zu besuchen. Unteren Brüdern von der Saar wollen wir — auch bei schönem Wetter — den Rachmittag und den Abend des ersten Feiertag- widmen, den gewohnten Feier- tags-Au-flug machen wir dann am zweiten Festtag, wenn unsere Gäste mit dem Bewußtsein, hier eine freundliche Ausnahme und gute Rückenstärkung für die weiteren LeidenSjahre gefunden zu haben, wieder abgereist sind.
Der Karlenvorverkauf ist bei E h a 11 i e r. Reuenweg: Busch. Lindenplatz: und Lang & Wicderstein. Markistrahe. Räheres über die Vortragsfolge ist aus unserem gestrigen Anzeigenteil ersichtlich.
Wohltätigkeits-Konzert.
Am gestrigen Mittwochabend fand in der Reuen Aula der ilniberfltät ein Wohltätig« keitskonzert zugunsten des Mädchen- Heims „Zuflucht" statt Es hatten ich zu dem guten Zweck als Mttwrrkende zur Verfügung gestellt die Konzertsängerin Hedwig Muller- Bangert (Sopran). Privatdozeitt Justus Ferdinand Laun (Tenor) und der Pianist Julius Hahn. Das umfangreiche Programm das ausschließlich gute klassische Vlusck umfaßte, wurde
Der Landesverband hessischer Schmiedeinnungen hielt seinen 6. Verbandstag am Samstag und Sonntag auf der Liebigshöhe ab. Aus allen Teilen des Hessenlandes waren die Vertreter der einzelnen Innungen sehr zahlreich erschienen; so u. a. aus Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen, Friedberg, Alzey, Worms, Oppenheim, Bingen, Darmstadt, Erbach, Offenbach, Bensheim, Worms, Dieburg und Groß-Gerau.
Am Samstag fanden die Verhandlungen statt. Sonntag vormittag wurden die Chirurgische Veteri- närklinik und die Lehrfchmiede besichtigt, wobei Geheimrat Pros. Dr. Pfeiffer eine Hufopera- tion an einem Pferde vornahm, die mit regem Interesse von den Versammelten verfolgt wurde.
Um 11 Uhr am Sonntagoormittag begann auf der Liebigshöhe die H a u p 11 a g u n g. Der 1. Ver- bandsvorsitzende Glaser begrüßte die Versammlung. Unter den Vertretern der Behörden und Korporationen befanden sich Beig. Dr. Hamm von der Stadt Gießen, Direktor Schüttler und Direktor Becker von der Hessischen Handeskammer Darmstadt, Prof. Dr. Kraus Müller vom Gießener Gewerbeverein, sowie die Landesvertreter Dietrich (Württemberg), Stark (Baden), E m i ch (Pfalz) und K r a m p (Hessen-Nassau). Beig. Dr. Hamm überbrachte im Namen der Gesamt- bevolkcrung Gießens der Versammlung ein herz- liches Willkommen. Er wies in kurzen Worten auf den schweren Stand des Handwerks in der gegenwärtigen schlechten Wirtschaftslage hin. Qualitätsarbeit fei immer der Stolz des Handwerks gewesen, deshalb müsse es vornehmste Pflicht der Innungen fein, auch ferner Qualitätsarbeit zu leisten. Namens her Hessischen Handwerkskammer begrüßte Direktor Schüttler die Versammelten. Er ermahnte die der Organisation Fernstehenden zum Beitritt, denn nur eine starke Handwerkerorganisation sei ein Schutzwall gegen den Untergang. Prof. Dr. Kraus- müller entbot der Versammlung die Grüße des Gewerbevereins Gießen. Im Namen des Reichs- verbandes Deutscher Schmiedeinnungen sprach Springer (Berlin). Gewerberat E m i ch (Kaiserslautern) überbrachte Grüße der Landesverbände Pfalz, Baden, Hessen-Nassau und Wütttcrnberg.
Hierauf verlas der 1. Verbandsschriftführer Baitz (Offenbach) den Jahresbericht 1925, nach dem das Wirken des Verbandes sehr unter der ungünstigen wirtschaftlichen Lage zu leiden hatte. Den Kassenbericht erstattete Verbandsrechner Z e l - l e r. Nach Prüfung durch zwei Kassenprüser erteilte ihm die Versammlung einstimmig Enttastung. Der Kassenbericht 1925 schließt in Einnahme und Aus- gäbe mit 8312,55 Mk.
Bei dem Punkt Dorstandswahl entstand eine lebhafte Aussprache. Nach längerer Erörterung wurde Herr Glaser, der seitherige Derbandsleiter, zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum ersten Vorsitzenden wurde gewählt Mohrmann (Darmstadt), 2. Vorsitzenden Dürkheims r (Bechtheim bei Worms). Derbandsschriftführer B a i tz (Offen-
bad?) wurde wiedergewähtt. Derbandsrechner wurde Heß (Gießen).
Ueber „Organisationswesen und In« nungs wesen" sprach Syndikus Röhr von der Handwerkskammer-Nebenftelle Gießen. Nur durch den Zufainmenschluß des Handwerks zu Innungen tonne für die Zukunft die mißliche Wirtschaftslage überwunden werden. Die Organisationsiatigkeit müsse durch anhaltende Werbearbeit ein Machtfaktor für die Handwerker werden. Die Schaffung eine# Handwerkerregisters fei anzustreben, damit man sehe, wer hinter dem Handwerk stehe und damit der Handwerkerstand als Machtfaktor auftreten und seine Bestrebungen durchsetzen könne. Die Buchführung der Schmiede auf dem Lande — fo erklärte Redner — lasse viel zu wünschen übrig, eine gute Buchführung sei gerade in den jetzigen Zeiten nötig, um die Rentabilität des Betriebes feftftellen zu können. Er verwarf die Kreditgewährung, die infolge des hohen Zinsfußes das Geschäft erschwere, |a vernichte. Das Lehrlingswesen bedürfe größerer Aufmerksamkeit. Gemeinsames Vorgehen könne nur durch die Innung erfolgen.
Gswerberat Emich aus Kaiserslautern sprach über Berufsgenossenschaften, die trotz hoher Beiträge dringendes Ersordeniis seien. Eine lebhafte Aussprache schloß sich an.
Als Ort der nächstjährigen Derbandstagung wurde Offenbach in Vorschlag gebracht.
10. Alfred Zsoh. 7 Monate alt, Dannnstraße 29. Anna Kehler, geb. Vogt, 42 Jahre alt, Schiffen- derger Weg 120. 12. Heinz Ludwig Mühlhoff.
3 Monate alt. Licher Straße 74. 13. Ernst Schröter. 2 Stunden all, Bahnhofstraße 33. 14. Adam Reinig, Messerschmiedemeislcr. 82 Jahre alt, SelterSwcg 30. Wilhelm Aachtigoll. E.lendahn- Wagenaufseher t R.. 69 Jahre alt, Steinstr. 65. Berta Gottlieb, ohne Beruf, 46 Jahre alt, Licher Straße 74.
WSR. Handtücher in den D-ßügcn. Die Aborte der l)-Zug-Wagen werden jetzt wieder mit Stofshandtüchern ausgerüstet. Ilm einer Entwendung möglichst vvrzubeugen, hat da- Zugbegleitpersonal die Anweisung erhal.en. während der Fahrt auf die Bestände an Handtüchern zu achten.
" Goldregen ist giftig! Zur Zeit blüht der bei den Ausslüglern und Spaziergängern beliebte Goldregen. Es sei daran erinnert, daß die Blüten des Goldregens sehr giftig sind und keinesfalls in den Mund genommen, auch nicht mit Händen angefaßt werden dürfen, an denen sich eine Wunde befindet. Kindern sollte man diese gefährliche Blume niemals in die Hand geben. Deshalb größte Vorsicht!
—Der Aegypten-Vortrag der Ne- rother. Was die Nerotber-Wandervögel, die hier schon früher durch vortrefstiche Dotträge sich beliebt machten, mit diesem Dorttag ihren Besuchern schenkten, war ein Erlebnis. Schlicht und fesselnd er
beren lleberschuh sich von 70.9 Mill. i. 3. 1925 auf 110,2 Mill, steigerte, während der Viertel- jahrsburchschnitt für 1913 nur 59.8 Mill, gewesen war. Häute, Felle, Pelze usw., von benen 1925 noch für 100 Mill, mehr ein- al- ausgesührt worben waren, erzielten einen Ausfuhrüberschuß von 68,6 Mill. Vor dem Kriege war dies ein Passivposten der Handelsbilanz mit vierteljährlich 28,2 Mill., ebenso Kupfer mit 34.2 Mill., bet sich 1925 auf 55.7 Mill, erhöhte, 1926 aber in einen Ausfuhrüberschuß von 25,6 Mill, verwandelte. Besonder- erfreulich ist der steigende Absatz der Erzeugnisse deutscher Feinmechanik (Uhren), berauf 26,5 Mill, gegen 19,1 Mill. 1925 und 8,9 Mitt. 1913 anwuchs. Sonstige bedeutende Posten finb elektrotechnische Erzeugnisse mit 66.4 (60,3) Mill., Glas und Glaswaten mit 46,3 (36,8) Mill., Ton- und Porzellan- Waren mit 31,3 (26,6) Mill.
Gerichtssaal.
tBerurtdlter Totschläger.
WSR. Kaisers lautern, 19. Mai. DaS Schwurgericht verurteilte gestern den 23jährigen Adalbert Stark aus Lubwigshasen wegen Totschlags und Wiberstande- gegen die Staatsgewalt zu sechs Jahren drei Monaten Zuchthaus und fünf 3ahren Ehrverlust. Stark, der anläßlich einer Tanzmusik in St. Alban am Glan, weil et verschiedene Mädchen belästigte, mit mehreren Burschen in Streit geraten wat, wurde vom Wirt Zuckweiler des Lokales verwiesen. Gr widersetzte sich jedoch der Ausweisung und erstach dabei den Wirt, während er dem herbeigeeilten Ortspolizisten zwei Messerstiche in Hand und Arm beibtachte, durch die der Knochen verletzt wurde.
Ein oerurteilfer konzertschwindler.
WSN. Frankfurt a. M., 19. Mai. Vor dem hiesigen Großen Schöffengericht hatte sich der in Köln wohnende 40jährige Kaufmann Atthur R i f • sert unter der Anklage des Betruges zu Der« antworten. Der Angeklagte verkaufte für ein am 20. Januar angesetztes Blindenkonzert Karten, indem er sich vetfönlich mit Erfolg an bessere Kreise wandte. Als das Konzett ftattfmben sollte, erschienen wohl 80 Kartenbesitzer, aber konzertier wurde nicht. Riffert hatte das Saalbaudirektion von Alwna aus geschrieben, daß das Konzert abgesagt werden müßte. Das Schönste war, daß die Künstler in Hannover keine Ahnung besaßen, daß sie hier spielen sollten. Der Angeklagte, der bereits in München und Freiburg unter dem Verdacht, solche Schwindeleien begangen zu haben, in Haft gewesen ist, wurde zu 7 Monaten Ge- f ä n g n i s verurteilt, von denen ihm drei Monate bei guter Führung bedingt erlassen werden, da er noch unbestraft war.
Rundfunk-Programm
des frankfurter SenderS.
(Aus ber »Rabfo-Umschau-.)
Freitag, 21. Mai:
3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend: „Nach- denkliche Geschichten von Johann Peter Hebel (für Kinder vorn 10. Jahre ab). 4.30—5.45 Uhr: Haus- frauen-Nachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenoereiv. Programm u. a.: „Spiel und Beschäftigung des Kindes^, Dorttag von Lehrer Karl Stricker. 5.45—6.05 Uhr: Die Lefeftunde (Briefliteratur): Aus den Briefen der Günderode. 6.15—6.30 Uhr: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 6.30—7 Uhr: Stunde des Südweftdeut- schen Radioclubs. Dr. P. ßertes: „Steuerung und Modulation von Telephonie-Sendern (2. Teil: Maschinenfender". 7—7.20 Uhr: „Ueber Hundezucht", Vortrag von Dr. K. Stroh, 1. Vorsitzender des Vereins der Hundefreunde Frankfurt a. M. 7.20 bis 7.30 Uhr: Film-Wochenschau. 7JO—9.30 Uhr: Erste Uebertragung aus dem Staatstheater Kassel: „Die Entführung aus dem Serail", Oper in drei Auszügen von W. A. Mozart.
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Gegen Gicht» Stein- und Stoffwechselleiden! - Auskunft audi über Hauskuren durch die Badeverwaltung»
Ermäßigte Mittelstandskuren 3 W ochen: Pauschalpreis Mk. 189.-. Erste» Haus; Der neue Badehof. Sol- und Moorbäder hn Hause.


