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* Eichelsdorf. 19. März. In der Nach­kriegszeit entstanden hier ein Turnverein und ein Fußballklub. Da beide Vereine volkstümliches Tur­nen pflegen, kam es oft zu Reibereien, und bald zeigte es sich, daß fein Verein recht lebensfähig war und das Vorhandensein zweier Vereine mit teilweise gleichen Aufgaben nur zur Kräftezersplitte­rung führt. In den letzten Wochen lösten sich beide Vereine auf, ein neuer Turnverein wurde gegrün­det, der nun nach geschlossenem Eintritt aller Mit­glieder des ehemaligen Fußballklubs zum Ium» und Sportverein erweitert wurde. Der Ver­ein zerfällt in eine Turn- und Sportabteilung. Fuß­ballspiel ist nur außerhalb der für gemeinsame Hebungen festgesetzten Zeit gestattet. Der neugegrün­dete Verein, zu dessen Vorsitzenden Bürgermeister Knodt einstimmig gewählt wurde, gedenkt sich der Deutschen Turnerschaft anzuschließen.

: ! Ulrichstein, 19. März. Die hiesige Jagd pachteten die Herren Georg M e i ski, Otto M e i s k i und Karl Dörr dahier zum Preise von 540 Mark.

XlX Ulfa, 19. März. Die Iagdver-- Pachtung unserer Gemeinde brachte folgendes Ergebnis: 1. Bezirk R. Gall, Langd, 710 Mk., 2. Bezirk Ludwig Fleck, Frankfurt, 840 Mk., 3. Bezirk derselbe 800 Mk., 4. Bezirk Richard Merton 550 Mk.

Id. Aus dem Vogelsberg, 19. März. Das blühende Rapsfeld, das in der Kriegs- und Nachkriegszeit Farbe und Abwechslung ins Einerlei ber" Feldflur brachte, verschwindet von Jahr zu Jahr mehr. Im höheren Vogelsberg gehört der Rapsanbau seit alters, selbst in der kleinsten Land­wirtschaft, als Vorfrucht für Dickwurz ins Brach­feld. An den Hängen des Gebirges besann man sich in der Notzeit wieder auf diese wichtige Oelpflanze, gab aber mit dem Beginn einer etwas besseren Zeit ihren Anbau bald wieder auf, nicht zuletzt wegen der etwas merkwürdigen Erfahrung, daß in dem rauheren höheren Vogelsberg der Raps weit besser gedeiht, als an den sonnigen Süd- und Südwest­hängen des Gebirges. Während hier an schneefreien Tagen die Sonne den Ackerboden auftaut und bei Nachtfrost der Raps hochfriert, kommt er dort, von der Wintersonne unbehelligt, fast stets gut durch den Winter. Und auch jetzt kann sich der Vogelsberger Dauer, der imWinterfeld" manche Lücke feftfteUen muß, am prächtig überwinterten Rapsfeld erfreuen, und findet, wie immer, auf derWinterseite" der tzeldflnr den am besten überwinterten Raps.

Kreis Alsfeld.

Niedergemünden, 19. März. Die zweite Verpachtung der Pfarräcker, Die gestern statfand, nachdem die erste Verpachtung nicht genehmigt worden war, erbrachte nur ein ge­ringes Mehrerträgnis. Die Pachtpreise sind im Durchschnitt 30 Proz. geringer als 19111920. So kam der Morgen besseres Ackerland für 9 Jahre nicht höher als 12 Mk. Auch ein Zeichen der Zeit!

Starkenburg.

: Offenbach a. M., 19. März. Run find schon rund 10 Jahre verflossen, daß mit der Höherlegung des Eisenbahndammes der Bahnstrecke FrankfurtBebra innerhalb un­seres Stadtbezirkes begonnen wurde. Die Eisen- bahn st recke bildete ein großes Verkehrs­hindernis, denn sie zog sich bald 5 Kilo­meter durch unser Stadtbild hindurch, dabei diele Verkehrsstraßen kreuzend. Zuerst wurde derDahn- damm an der Landesgrenze höher gelegt, damit die Elektrische Straßenbahn ungehindert durch­fahren konnte und das lästige llmfteigen von der Frankfurter in die Offenbacher Linie verhindert wurde. Dann begann man mit den Arbeiten inner­halb der Stadt. Seit Spätsommer vorigen Jahres

läuft nun die Eisenbahn auf dem neuen Damm, zirka 5 bis 7 Meter über der Straßenhöhe. Innerhalb 40 Minuten (zwischen zwei Zugzeiten) war die Umlegung vorgenommen worden. Gegen­wärtig werden die Straßendurchfahrten hergestellt. Es gibt im ganzen 7 Haupt durch- sährten, davon sind 6 Eisenbetonbauten und eine besonders starke Eiscnkonstruktivn an der Dieberer Straße. Außerdem befinden sich noch 2 kleinere Durchgänge im Damm, die nur für Fußgänger be­stimmt sind. Die Stadt hat bereits am ersten Durchgang im westlichen Stadtteil mit der Tieferlegung der Stratzenzüge be­gonnen, und in den ersten Tagen wird dieser Durchlaß für Fuhrwerlsverkchr jeglicher Art frei gegeben werden können. Die Durchführung der Arbeiten an den übrigen Durchlässen ist in letzter Zeit in der Stadtverordnetensihung besprochen worden. F e r t i g g c st e l l t ist schon der neue Eil- und Expreßgutbahnhof an der Sprendlinger Landstraße. An den alten, seither viel zu kleinen H a u p t b a h n h o f ist ein neuer Teil angebaut worden, der schon dem Verkehr übergeben ist. Hier halten gegenwärtig alle Züge der Eisenbahnstrecke Frankfurt-Debra. In Zu­kunft, wenn der neue Hauptbahnhof beendet sein wird, werden hier die Züge der Rodgaubahn einmünden. Die Arbeiten am Hauptbahnhof schrei­ten rüstig weiter, die neuen Wartesäle sind bereits fertig. Der im Osten der Stadt liegende Ost- b a h n h o s bleibt auch in Zukunft Haltestelle der Rodgaubahn. Der neue Güterbahn Hof zieht sich weit nach Osten hinaus, bis bild zur Bahnstation Mühlheim am Main, und ist voraussichtlich groß genug, den riesigen Güter­verkehr einer Industriestadt wie Offenbach zu bewältigen. Roch sind viele Arbeiten zu erledigen, doch hofft man, bis zum Herbst das großartige Werk der Reuerstehung der gesamten Offenbacher Bahnhossanlagen dem Verkehr übergeben zu können. Sind erst die Arbeiten an den Durch­lässen beendigt, so wird der Verkehr zwischen Rord- und Südteil der Stadt bedeutend erleich­tert, so daß die vielen tausend Arbeiter nicht mehr die großen Umwege machen müssen und viel schneller an ihre Arbeitsstätte gelangen können als in früheren Zeiten.

WSR. Rüsselsheim. 19. März. Der Gemeinderat beschäftigt sich mit einem Brücken­bauprojekt über den M a i n , das einen Kostenaufwand von 700 bis 800 000 Mark ver­ursacht. Die Kosten sollen von Rüsselsheim und den angrenzenden Landgemeinden auf der hessi­schen Seite und dem Landkreis Wiesbaden ge­tragen werden. Eine Kommission wurde mit der Ausarbeitung einer Denkschrift beauftragt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

<> Dornholzhausen, 19. März. Die Ar­beiten an der wirtschaftlichen Umlegung der Grund st ücke in der hiesigen Gemarkung sind schon soweit fortgeschritten, daß dieser Tage den Grundstücksbesitzern die Auszüge aus den Ver- rnessungs- und Einschätzungsregistern zugestellt wer­den konnten. Termin zur Entgegennahme von Be­schwerden über die Einschätzung steht auf Mittwoch nächster Woche an. In Verbindung mit der Um­legung sind folgende größere Arbeiten ge­plant: 1. Ausbau des Weges von hier nach Langgöns als V e r b i n d u n g s ft r a ß e mit Chaussierung, 2. Bau je einer Brücke über den Kleebach und über den Schäferschen Mühlgraben, 3. zwei Durchstiche durch den Kleebach. Die Schaffung einer chausseemaßig ausgebauten Verbindungsstraße von hier nach Langgöns, unserer nächsten Eisenbahnstation, ist schon lange angestrebt

worden, weil der bisherige Weg, ein Feldweg, bei schlechten: Wetter für Fußgänger kaum passierbar war. vom Fährverkehr ganz zu schweigen. Die «traße wird etwa 100 Meter vom füblidjen Dorf­ausgange von der Straße DornholzhausenNie­derkleen abzweigen und dann in fast gerader Linie auf Langgöns verlaufen. Da die Gemeinde Lang­göns sich verpflichtet hat, den durch ihre Gemarkung führenden Feldweg ebenfalls ftraßenmäßig auszu­bauen, kann damit gerechnet werden, daß bald nach Beendigung der Zusammenlegung eine regelrechte und der neuzeitlichen Bauweise entsprechende Ver- bindiingsstraße zwischen hier und Langgöns ge­schaffen ist. Die Notwendigkeit der Erbauung zweier Brücken ergibt sich deshalb, weil die neue Straße über ben Kleebach sowie über den Mühlgraben des Müllers Schäfer führt und dort im Zuge der für die Straßenführung in Aussicht genommenen Linie noch keine Brücken vorhanden sind. Durch die beiden Bachdurchstiche wird eine Geradelegung und Ver­kürzung des Kleebachbettes erreicht und eine an­sehnliche Fläche Landes für landwirtschaftliche Nut­zung geschaffen werden. Es steht zu erwarten, daß das ganze Projekt, dessen Kosten sich zwischen 20- und 30 000 Mark belaufen werden, als Not- standsarbeit anerkannt wird. In diesem Falle wäre für die Arbeitslosen der hiesigen Gemeinde, deren Zahl sich auf über 20 beläuft, auf lange Zeit hinaus die Möglichkeit der Beschäftigung gegeben.

Kreis Marburg.

]| Marburg, 18. März. Auf dem heute hier abgehaltenen Frühjahrs - Pferdemarkt standen 286 Pferde und Fohlen zum Verkauf. Der Handel war flau, die Preise hoch. Zugleich wurde auch ein Schweinemarkt abgehalten. Bei einer Zufuhr von 550 Ferkeln und Läufern wurden für 46 Wochen alte Ferkel 3040 Mk., für ältere 5060 Mk., und für Läufer je nach Größe und Qualität 80110 Mk. das Stück be­zahlt. Weil wegen der Maul- und Klauenseuche manche Märkte in der Umgegend ausgefallen waren, entwickelte sich ein lebhaftes Geschäft.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M., 19. März. Die in der Vorwoche beobachtete Zunahme der Ar - b e i t s l o s i g k e i t hat in der vergangenen Woche keine weiteren Fortschritte gemacht. Zu Beginn der Berichtswoche standen noch 24 718 Arbeitsuchende zur QSerfügung. Dazu haben sich im Laufe der Berichtswoche 1549 Leute neu arbeitslos gemeldet, so daß die Gesamtzahl der beim Arbeitsamt vorgemerkten Stellensuchenden 26 267 betrug. Rach Beendigung der Vermitt- lungg tätigfett verblieben hiervon noch 24 590 Mann. Von den Unterstützungsempfängern wur­den 825 mit Rotstandsarbeiten besänftigt. Die weiteren Feststellungen der Krimiuaft»olizei in Sachen der Gebrüder P o s e r n führten zu dem Ergebnis, daß zu dem Einbrecherkleeblatt auch der 22jährige Alfons W. aus der Falfstraße gehörte, der nun bereits ebenfalls fe ft genom­men wurde. Die Einbrecher Posern hatten bei der Mutter des W. ihren Unterschlupf und haben ihre Diebesbeute zum größten Teil dort unter­gebracht. Die drei Festgenommenen kommen auch als Täter in Betracht, die in letzter Zeit in den Cafes und Schairkwirtschaften die dort ausgestell­ten Bajazzoautomaten, sowie automattsche Per­sonenwagen erbrochen und ihres Inhaltes beraubt haben.

Gerichtssaal.

Strenge Strafe für «inen fahrlässigen Kraftwagenführer.

Frankfurt a. M., 19. März. (WSR.) Die Strafkammer verurteilte heute in der Be­

rufungsinstanz, dem Anträge des Staatsanwalts entsprechend, den Kraftwagenführer Gustav Hartmann, der im Rovember vorigen Jahres in der Taunusanlage eine junge Frau, die nach der Taunusstrabe fahren toolLe, angefahren hatte, wodurch diese stürzte und einen schweren Schädelbruch erlitt, an dessen Folgen sie bald darauf verstarb, wegen fahrlässiger Tö­tung zu einem Jahre Gefängnis.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 23 vom 19. März enthält: Förderung des Woh­nungsbaues. Gesuch des Sally ©rünebaum zu Lang-Göns um Erlaubnis zur Erbauung eines neuen Schlachthauses. Maßnahmen zur Unter­drückung der Maul- und Klauenseuche. Bekämp­fung der Schnakenplage. Das Vertilgen der Blutlaus. Maul- und Klauenseuche im Heiberts- häuser Hof, Stangenrod, Reinhardshaiu, Londorf. Rüddingshaufen und Röthges. Feldbereini­gungen Großen Lindcn und Watzenborn-Steinberg. Dienstnachrichten.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Gießen. Sonntag, den 21. März. Judika. Stadt- ktrche. 9' 'u: Psr. Mahr. Konfirmation der Kinder aus der Matthäusgemeinde. Feier des heiligen Abendmahls. 6: Psarrasi. Hertel. Johannes- kirche. 9'/,: Psr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche f. die Lukasgemeinde. Pfr. Bechtolsheimer. 2. Pfr. Ausfeld. Vorstellung und Prüfung der Konftrmanden ausderJohannesgemeinde.6: Psarrasstst.Schultheis. Mittwoch, 24. März, abends 6 Uhr: 6. Passions­andacht in der Johanneslirche. Pfarrer Ausfeld. Kirchberg. 10; nachmittags 1",: Vorstellung der Konfirmanden. (Kollekte f. d. hessische Epileptischen­anstalt Rieder-Ramstadt. - Wieseck. 9%. Vor­stellung der Konfirmanden. Opfer für das hessische Krüppelheim. - Watzenborn-Garbenteich. Watzen­born-Steinberg : 10: Konfirmandenprüfung. 71/,: Passionsandacht. Garbenteich: 1: Konfirmanden-- prüsung.

Katholische Gemeinden.

Gießen. Samstag, 20. Marz. 4'und 7 Beichte. Von 4-8 hört ein fremder Priester Beichte. Sonntag, 21.März. Passionssonntag. Großes Gebet.6'/.Beichte. 1 Aussetzung deß Allerheiligsten. Beginn der Gebet­stunden. HI. Meße. Kom. des Kaufmännischen Vereins, des Gefellenvereins, der Jungftauen-Kon­gregation und des Hausangestellten-Vereins, L Meße, 11 Messe. Von 7 vormittags bis 5 nach­mittags Betstunden, letzte Stunde 5, darauf Schluß mit Te Deum. Dienstag und Freitag, abends 61/, Fastenandacht. Grünberg. 91/, Meße mit Predigt Hungen. 8 Messe mit Predigt. Lich. 10 Hpcham! mit Predigt. Laubach. 10 Meße mit Predigt

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zwangsweise gegen Barzahlung.

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Laubach, den 18. März 1926.

vanse, Gerichtsvollzieher.

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