Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
Der Haushalt der Volksschule.
Darmstadt. 19. Febr. Die heutigen Ar- handlnngen des Finanzausschusses des Hessischen Landtags zogen sich sehr in die Länge: es wurden mehr als ein Duhend Abstimmungen zu Kapi- tel 57 (Volksschule) vorgenommen. Ein Antrag des Abgeordneten Dr. Werner, die Volksschullasten wieder den Gemeinden zu übertragen unter Belassung der Lehrer in der Kategorie der Staatsbeamten, wurde mit Mehrheit abgelehnt. Ebenso wurde ein Antrag Dr. Leuchtgens—Glaser, die K reis f ch u l r ä 1 e «Stadtschulräte) von 27 auf 18 zu vermindern und die Stellen von 9 Kreisschulräten nur auf den Inhaber zu bewilligen, mit 9 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Heinstadt, der drei dieser Stellen auf den Inhaber bewilligt haben will, wurde mit 10 gegen 4 Stimmen angenommen. Ein Antrag Dr. Lencht- gens—Gmser. 800 Lehrerstellen z u streichen, wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. (Hessen hat im ganzen etwa 3600 Lehrerstellen.) Gin Antrag Heinstadt -Blank will, daß den Lehrern 300 Stellen offen bleiben: er wurde mit Stimmcn- rlüchheit abgelehnt. Ein Antrag Reiber—Kaul, wonach die Regierung ermächtigt werden soll, bis "ko. 200 Stellen für Lehrer. Lehrerinnen, Schulo^rwalter und Schulverwalterinnen unbe- seht zu lassen, wurde gegen 2 Stimmen angenommen, und zwar mit dem Zusatz, das) bei der Auswahl der auszuschcidendcn Lehrkräfte nach sozialen G e s i ch 1 s p un k te n , versa h r e n werden soll. In erster Linie sollen unverheiratete Lehrkräfte, soweit sie nicht Ernährer ihrer Familie sind, außer Dienst gesellt werden. Der Iusahantrag wurde einstimmig an- genommen. Ein Antrag Heinstadt—Blank will, daß in Gemeinden, welche weniger alö 12 Fortbildungsschulpflichtige haben, der Unterricht von April bis Oktober ausgeseht werden kann. In den Wintermonaten soll dann der .Unterricht in der Fortbildungsschule mit verstärkter Stundenzahl erteilt werden. Für die in der Landwirtschaft Beschäftigten soll die gleiche Regelung Platz greifen. Gesuchen um Befreiung vom Bezirks-Fortbildungsschulunterricht soll weitgehend entsprochen werden. Der Antrag wurde mit 12 gegen 2 Stimmen und 2 Stimmenthaltungen angenommen.
Ein weiterer Antrag Dr. Leuchtgens will, das; die bei Titel 8 (Kosten für nebenamtliche Leitung und Unterrichtserteilung in der Fortbildungsschule) durch Streichung gesparten Summen in Titel 2 einzustellen sind. Dos wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. In gleicher Weise wurde ein Antrag Heinstadt—Blank, 100 000 Mark bei Titel 8 zu streichen, abgelehnt. Ein Antrag derselben Abgeordneten zu Ziffer 10 (Zuschüsse an private Volksschulen). 20 000 Mark für Ausbildungskurse zu streichen, wurde mit Stimmengleichheit ab gelehnt. Ebenso wurde ein weiterer Antrag desselben Abgeordneten, an Tagegeldern usw. für Kreislehrerratstagungen 40 000 Mark zu streichen, mit Stimmengleichheit abgelehnt. Ferner wurde ein Antrag Dr. Leuchtgens, die Stelle des Leiters der staatlichen Beratungsstelle für Werkunterricht zu streichen, mit 7 gegen 5 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen abgelehnt. Ein ähnlicher Antrag Heinstadt—Blank wurde damit für erledigt erklärt. Ein Antrag Heinstadt, den Handarbeits-, Haushalts- und technischen Lehrerinnen das Tagegeld zu gewähren, wurde gegen 3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Ein Antrag Reiber, den entlassenen Schulamtsanwärtern und -anwärterinnen eine laufende Unter* stühung in Höhe der Hälfte der seitherigen Bezüge zu gewähren, wurde mit 10 gegen 3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Für den Fall der Ablehnung hat der Abgeordnete Reiber den Antrag gestellt, den Entlassenen eine laufende Unterstützung in Höhe der Erwerbslosenunterstützung zu geben. Auch dieser Antrag wurde a b g e l e h n t. und zwar mit 9 Stimmen gegen 4 bei einer Stimmenthaltung. Ein Antrag Birnbaum will, daß von Ostern 1926 ab der Handarbeits-Unterricht in allen Mädchenschulen im zweiten Schuljahr beginnt: dies wurde vom Ausschuß gegen 4 Stimmen abgelehnt.
Ein Antrag Dr. Greiner verlangt die Offenhaltung von Lehrerstellen für solche Lehrer, die die Erteilung von Religionsunterricht abgelehnt hoben. Der Antrag wurde abgelehnt. In einem Anträge des Abg. Dr. Greiner und in einer Vorstellung der Gemeinden Egels' bach und Erzhausen wird die Regierung ersucht, in den genannten Gemeinden Lehrkräfte, die ihrer Weltanschauung entsprechen, anzustellen. Der Antrag wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abge- lehnt und die Vorstellung für erledigt erklärt. Gbens-o wurde eine Vorstellung der Gemeinde Gonsenheim gegen die Ausbürdung von Schul- lasten auf die Gemeinde für erledigt erklärt, da die Regierung ihren Antrag, einen Teil der persönlichen Lasten der Gemeinde zu übertragen, zurückgezogen hat. Ein Antrag Roth, der die Bereitstellung von Mitteln für die aus der Schule zu entlassenden Kinder will (je 50 Mark), wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Dr. Greiner, der eine Reihe von Maßnahmen für die proletarische schulpflichtige Jugend verlangt, u. a. Schulspeisungen, wurde, soweit diese Maßnahmen nicht schon von der Regierung durchgeführt werden, abgelehnt, dagegen
wurde die in demselben Antrag gestellte Forderung, den Unterricht, soweit dies möglich ist, im Sommer im Freien zu erteilen, einstimmig gebilligt. Das Kapitel 57 selbst wurde gegen 3 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen angenommen.
Zu Kapitel 65 (Volksbildung) lag ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, die Stelle des Leiters der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung zu st r e i ch e n und den Inhaber einer seiner Bildung entsprechenden Stelle zuzuführen. Dieser Antrag wurde mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Das Kapital selbst wurde mit 7 gegen 7 Stimmen angenommen. (Zu bemerken ist zu dem Abstimmungsergebnis, daß Regierungsvorlagen, nach der Geschäftsordnung, bei Stimmengleichheit als angenommen gelten, Anträge dagegen bei Stimmengleichheit als abgelehnt.)
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 20. Februar 1926.
Kurzarbeiter
und Hochwassergeschädigte.
Der Steuerabzug vom Arbeitslohn.
0 Wie wir hören, hat das Reichsfinanzministerium wegen des Steuerabzuges oom Arbeitslohn bei Kurzarbeitern und Hochwassergeschädigten ein Rundschreiben an die Landesfinanzämter gerichtet, dem u. a. folgendes entnommen ist:
„In letzter Zeit ist verschiedentlich Klage geführt worden, daß seitens der Arbeitgeber den Arbeitnehmern, die Kurzarbeiter sind, beim Steuerabzug nicht die vollen, ihnen für den betreffenden Lohnzahlungszeitraum zustehcnden Ermäßigungen gutgebracht, sondern daß nur die Ermäßigungen berück- sichtigt worden sind, die auf die tatsächliche Beschäftigungsdauer entfallen, beispielsweise also bei einem Arbeitnehmer, der nur Montags, Mittwochs und Freitags in einer Fabrik arbeitet, nur die Ermäßigung für 3 Tage. Eine solche Handhabung ist alsch. Sie widerspricht auch dem 8 8 der Durch- uhrungsbestlmmungen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn. Darnach sind im Falle der Kurzarbeit die im Gesetz für den betreffenden Lohnzahlungszeitraum vorgesehenen steuerfreien Beträge auch bann als steuerfrei außer Ansatz zu lassen, wenn der Arbeitnehmer für einen Teil des Lohnzahlungszeitraums ohne fein Verschulden keitien Lohn bezogen hat. Es sind deshalb z. B. bei einem Arbeitnehmer, der im Wochenlohn steht, ober in einem Betriebe tätig ist, in dem wegen Betriebseinschränkung nur 3 Tage in der Woche gearbeitet wird, die Wochen betröge des steuerfreien Lohnbetrags und der Familienermäßigungen gutzubringen und nicht etwa nur 3 Tages Ermäßigungen zu bcrück- fichtigen. Ebenso sind bei einem Arbeitnehmer, der im Wochenlohn steht und der zwar täglich, aber wegen Betriebseinschränkung nur 4 Stunden am Tage arbeitet, die vollen Wochen betröge, nicht etwa nur die Stunden betröge gutzubringen.
In dem Runderlaß vom 20. Januar 1926 sind Richtlinien für die steuerliche Behandlung der durch Hochwasser Geschädigten aufgestellt. Ergänzend wirb darauf hingewiesen, daß die Anwendung des § 56 EStG, auch bei L o h n st e u e r p f l i ch- t i g e n in Frage kommen kann. Liegen die Dor- aussetzungen des §56 vor, so ist diesem Gesichtspunkt bei Anträgen auf Erstattung der Lohnsteuer für 1925 Rechnung zu tragen ober der steuerfreie Lohnbetrag auf Antrag nach § 75 Nr. 1 EStG, angemessen zu erhöhen. Das gilt besonders für Lohnsteuerpflichtige, die Grund st ücks- eigentümer sind und deren Grundstück durch Hochwasser erheblich beschädigt worden ist, sowie für Lohnsteuerpflichtige, bei denen die Wohnungseinrichtung in erheblichem Umfange beschädigt worden ist.
Ium Umtausch der Mbesitzanleihen. Verlängerung der Anmeldepflicht.
Der Reichsfinanzminister hat die Frist für die Anmeldung der Reichsanleihen des Altbesitzes bis zum 31. März 1926 verlängert. Wenn auch der weitaus größte Teil des Anleihebesitzes bereits zur Anmeldung gekommen ist, so scheint doch mit Rücksicht auf einige belastende Umstände (Kriegs- anleiheoersicherung, Sparkassenpolitik, hinterlegte Anleihen u. a.) eine Fristverlängerung unvermeidlich. Mit dem 31. März dieses Jahres läuft die Anmeldefrist endgültig ab. Eine weitere Verlängerung ist ausgeschlosien. Auch die Anleihegläu- biger, die ihre Anleihen bei Banken ober Sparkassen im Depot Haden, müssen für die rechtzeitige Anmeldung Sorge tragen, da die Banken und Sparkassen häufig die Altbesitzeigenschaft der Anleihen nicht kennen oder nicht die nötigen Belege für die Alt- besitzbegründung haben.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kostet« auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170 Pfennig. Matte 25 bis 35, Käse 65 bis 140, Wirsing. 25. Weißkraut 15 bis 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 25, rote Rüben 20, Spinat 40, älnterkohlrabi 15, Grünkohl 30 bis 35, Rosenkohl 70, Feldsalat 150. Endivien 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 70. Schwarzwurzeln 60 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Achsel 15 bis 25, Rüsse 60, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120; pro Stück: Gier 10 bis 12, Blumenkohl 60 bis 180, Salat 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 15 bis 20, Sellerie 20 bis 60.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag: Volkshochschule: 8 Uhr, Großer Hörsaal der Universität, Vortrag von- Studenrat Dr. König. — Wandervogel Höhenflug: 8 Uhr, Saalbau Sauer, Familienabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Puppenkönigin". — Astoria-Lichtspiele: „Die Texasreiter".
— Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: 6.30 Uhr „Gräfin Mariza" (Ende gegen U) Uhr). — Gießener Konzertverein: 5 Uhr nachmittags, Reue Aula der Universität, 8. Abonnementskonzert. — Goethedund: 8.30 Uhr, Kaufm. Vereinshaus, Literarischer Abend. — Wartburg- verein: 8 Uhr, Vereinshaus (Diezstraße), Generalversammlung. — Geflügel- und Vogelzuchtverein für Gießen und Umgegend: 3 Uhr nachmittags, „Pfälzer Hof", Generalversammlung. — Lichtspielhäuser wie Samstag. — Palast-Lichtspiele, Kirchenplatz: „Der kleine Herzog".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns mitgeteilt: Rochmals sei darauf hingewiesen, daß die Erstaufführung der Operette „Gräfin Mariza" am morgigen Sonnntag bereits um 6.30 älhr beginnt, da nach den Erfahrungen an anderen Bühnen mit dem Verlangen nach zahlreichen Wiederholungen zu rechnen ist und das Ende der Vorstellung wegen der auswärtigen Besucher nicht zu spät erfolgen soll. — Es wird gebeten, Bestellungen für die Schülervorstellung von „M inna von Darnhelm" baldigst zu machen, damit beim Vorliegen größerer Bestellungen die Verteilung der Plätze rechtzeitig vorgenommen werden kann.
— Vom Konzert-Verein wird uns geschrieben: Zu dem Programm des morgen stattfindenden Konzerts sei noch folgendes bemerkt: Frau Iekelius-Lihmann singt außer einer Gruppe von Schubert« und Wolf- Liedern auch solche von Gretschaninow und Mussorgski, den beiden originellsten russischen Komponisten der letzten Jahrzehnte. Modest Petrowitsch Mussorgski (geb. 1839, gest. 1881 zu Petersburg) teilt das Schicksal vieler großer Künstler: er ist erst nach seinem Tode gewürdigt und in Deutschland überhaupt erst durch seine Oper „Boris Godunoff" eigentlich bekannt geworden. Auch auf dem Gebiete des Liedes hat Mussorgski ganz Eigenartiges geschaffen, so in seinen Bauernliedern und der „Kinderstube". Einige seiner Kompositionen hat übrigens der Baritonist Lindberg vor mehreren Jahren hier sehr eindrucksvoll gesungen. Alexander Gretschaninow (geb. 1864 zu Moskau) ist vorzugsweise VokaUomponist und durch fein empfundene Lieder auch außerhalb seines Vaterlandes bekannt. - Die Cellosonate, die Herr Hindemith spielt, gilt noch heute als Muster ihrer Gattung. Ihr Komponist, der altitalienifd)e Weister Doccherini (geb. 1743, gest. 1805), hat den größten Teil seines Lebens in Madrid als Kammervirtuos der Infantin Luiz gewirkt und ist später Hofkompositeur des Königs Friedrich Wilhelm II. geworden, für den er dann ausschließlich geschrieben hat. Rach den neuesten Forschungen ist Boccherini von dem deutschen Meister Stamitz wesentlich beeinflußt worden. D a v i d o f f (geb. 1838 zu Goldingen in Kurland, gest. 1889 in Moskau), lange Zeit als Solocellist am Leipziger Gewandhaus, später in Petersburg als Direktor des Konservatoriums tätig, hat mehrere sehr gute und mit Vorliebe in die Programme aufgenommene Konzerte für Cello geschrieben.
— Im Goethcbund wirb am Sonntag- abend der Bunbeswart einen Literarischen Abend geben, an dem er Proben ber jüngsten deutschen Dichtung vortragen wird. (Siehe heutige Anzeige.)
— Verein für das Deutschtum im Ausland. Die hessen-darmstädtischen Ortsgruppen des Vereins für das Deutschtum im Ausland haben sich zu einem Landesverband des V.D.A. zusammengeschlvssen, dem eine besondere kulturpolitische Betreuungsaufgabe zu- gefallen ist. Dein Vorsitzender. Studienrat W e ck e r l i n a aus Friedberg, hat vor kurzem die Verhältnisse der ca. 9000 deutschen Dauern in der rumänischen Dobrudsch-a an Ort iinb Stelle studiert und bei dieser Gelegenheit eine große Zahl von Lichtbildenr auf genommen. Die Ortsgruppe Gießen des V. D. A. hat nunmehr Herrn Weckerling zu einem Vortrag über die kulturelle und politische Lage dieser Deutschen gewonnen. Der Vortrag wird am nächsten Dienstag abend stattfinden. (Siehe heutige Anzeige.)
L. A. Von der Landes-älniversi- tät Gießen. Der ordentliche Professor ber Hygiene an der Technischen Hochschule Dresden Dr. meb. Philalethcs Kuhn hat den an ihn ergangenen Ruf als Rachfolger des Prof. Got- schlich, der zum 1. April an unserer älniversi- tät aus scheidet, angenommen. — Die venia le- genbt bei der theologischen Fakultät unserer Landes Universität wurde dem Repetenten bei derselben Fakultät Lic. theol. Ferdinand Laun für das Fach ber Kirchengeschichte erteilt. — Der ordentliche Professor für Geologie und Paläontologie an unserer ilnüxrfität Dr. Hermann Harrassvwih wurde von der Kaiserlich deutschen Akademie der Raturforscher zu Halle zum Mitglied ernannt. — Gerichtsassessor Dr. Ziffer, der sich für bürgerliches und römisches Recht zu habilitieren wünscht, wird am Montag, 22. Februar, nachmittags 5 Ahr, in der Kleinen Aula eine Probevorlesung über: „Die Gefahrtragung bei Kaufverträgen nach internationalem Privatrecht" halten.
2. il. älniversitätSgotteSdienst Am morgigen Sonntag, 21. Februar, vormittags ll1/, Ahr, findet in der Reuen Aula ein Uni- versitätsgvttesdienst statt, zu dem die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Prof. Dr. Riebergall aus Marburg.
'l Friedensmiete erst am 1. Juli? Die „Voss. Ztg." hört, daß bei der Reichsregierung die Absicht bestehe, den Termin für die Einführung der Friedensmiete, der auf den 1. April festgesetzt war, hinauszuschieben, und zwar voraussichtlich bis zum 1. Juli.
* Die Postkraftwagenlinie Gießen-Krofdorf-Fellingshausen wird andauernd sehr stark in Anspruch genommen. Der Zudrang der Passagiere ist so rege, daß die Postverwaltung sich jetzt sogar genötigt gesehen hat, neben den sahrplanmäßigen Touren noch Sonderfahrten einzurichten. Die Fahrplane geben hierüber Ausschluß.
—d. Städtische Drennholzverstei- gcrung. Trotz des schlechten Wetters war die 'Beteiligung an der gestrigen Drennhvlzversteige- rung im Stadtwald groß. Es wurden folgende Preise gezahlt: Duchenknüppel 16 Mk., Eichenknüppel 11 Mk., Birkenknüppel 14 Mk., Eichenknüppel 16 Mk.. Fichtenknüppel 6 Mk. je Rm.. Duchenwellen 40 Mk., Eichenwellen 26 Rkk., Dirkenwellen 23 Mk.. Eichen wellen 26 'Mk., Erlenwellen 28 Mk.. Aspenwellen 13 Mk., Fichtenwellen 16 Mk. je 100 Stück.
Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des fünften Abschnitts der Abonnements muß am nächsten Donnerstag erfolgen.
** Personalien. Ernannt wurden: der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Rtdda, Karl Muhl, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth i. O. mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts bei diesem Gericht: der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Schlitz. Ludwig Schneider, zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Groß-Gerau mit Wirkung vom 1. Mai 1926.
Steuerfreie Spareinlagen. Zu dieser Rvttz in Rr. 41 wird unS von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß nicht etwa nur Einlagen bei den Kreditgenossenschaften unter gewissen Voraussetzungen „steuerfrei"' sind, sondern ebenso auch Spareinlagen bei sämtlichen öffentlichen Sparkassen des Deutschen Reiches. Soweit also Spareinleger von ben De- freiungsbestimmungen des Einkommensteuergesetzes vom 10. 8. 1925 Gebrauch machen und Einlagen unwiderruflich auf 20 Jahre oder für den Todesfall unter Mitteilung an das Finanzamt festlegen wollen, können sie derartige steuer- treie Einlagen auch bei den öffentlichen Spar- lassen machen und den ersparten Detrag von jährlich bis zu 480 RM. als Werbungskosten von dem steuerpflichtigen Einkommen in Abzug bringen.
Zum Schutze der Weidenkätzchen hat das Kreisamt Gießen die Polizei und Gendarmerie des Kreises jetzt erneut auf die strenge Durchführung der früher erlassenen Schutzbestimmungen hingewiesen. Gleichzeitig empfiehlt das Kreisamt den Dürgermeistereien, in geeignet erscheinender Weise darauf hinzuwirken, daß die Blütenstaub spendenden Sträucher, Weide- und Haselstrauch, die zur Förderung der Bienenzucht wichtig sind, geschont werden. Es Tarnt dies unter anderem auch durch Delehrung in den Schulen und durch das Forst- und Feldschutzpersonal geschehen.
*• Die Maul- und Klauenseuche in Hessen. Rach einer amtlichen Veröffentlichung hat die Maul- und Klauenseuche in allen drei hessischen Provinzen im vorigen Monat einy starke Zunahme erfahren. Insgesamt waren zur Derichtszeit von der Seuche 123 Gemeinden (davon 53 neu) mit 327 Gehöften (davon 147 neu) befallen. Besonders stark verbreitet sich die Seuche in den Kreisen Gießen, Friedberg. Oppenheim, Groß-Gerau, Worms und Mainz. - Reuerdings ist die Seuche in Rieder-Erlenbach und Ober-Mörlen (Kreis Friedberg) und in Vordeck (Kreis Marburg» ausgebrochen. In Schwalbach (Kreis Wetzlar) ist sie erloschen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, den 21 Februar. Invokavit. Stadt- kirche. 9",: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für die Maithäusgemeinde- Pfarrer Mahr. 6: Pfr. Becker. IohanneSkirche. 91;,: Pfarrer Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. 6: Pfarrasstst. Schultheis. - Mittwoch, den 24. Februar, abends 6 Uhr: 2. Passionsgvttesöienst in d. Stadtlirche. Pfarrasstst. Hertel. — Kirchberg. 10. Lollar: 1' .... Dienstag, den 23. Februar, abends 8", Bibelstunde in Lollar. Donnerstag, 25. Febr., abends 8' . Bibelstunde in Saubringen. — Wieseck. 8/410; 11 Kinderkirche. - Wahenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 7'„. Garbenteich: 10.
Katholische Gemeinden.
Gießen. Samstag, 20. Februar. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, 21 Februar. 1. Fastenfonntag, 6'/, Beichte, 7 Messe, Korn. d. Jungfrauen u. Hausangestellten. 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 4‘,. Versammlung der Jungfrauen-Kongregation und Hausangestellten, 5‘/3 Christenlehre und Andacht. Dienstag und Freitag abds. 6' , Fastenandacht. — Grünberg. 91/, Messe mit Predigt. Hungen 8 Messe mit Predigt. — Laubach. 10 Messe mit Predigt. — Lich. 10 Hochamt mit Predigt. LouutagSdiensf d. Merzte u.'Apotheken am 21.2.2c, Krau Dr. Mar». Dr. Schöner. Engelauotheke.
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