Ausgabe 
20.2.1926
 
Einzelbild herunterladen

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Der Haushalt der Volksschule.

Darmstadt. 19. Febr. Die heutigen Ar- handlnngen des Finanzausschusses des Hessischen Landtags zogen sich sehr in die Länge: es wurden mehr als ein Duhend Abstimmungen zu Kapi- tel 57 (Volksschule) vorgenommen. Ein Antrag des Abgeordneten Dr. Werner, die Volksschullasten wieder den Gemeinden zu übertragen unter Belassung der Lehrer in der Kategorie der Staatsbeamten, wurde mit Mehr­heit abgelehnt. Ebenso wurde ein Antrag Dr. LeuchtgensGlaser, die K reis f ch u l r ä 1 e «Stadtschulräte) von 27 auf 18 zu vermindern und die Stellen von 9 Kreisschulräten nur auf den Inhaber zu bewilligen, mit 9 gegen 5 Stim­men abgelehnt. Ein Antrag Heinstadt, der drei dieser Stellen auf den Inhaber be­willigt haben will, wurde mit 10 gegen 4 Stim­men angenommen. Ein Antrag Dr. Lencht- gensGmser. 800 Lehrerstellen z u streichen, wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. (Hessen hat im ganzen etwa 3600 Lehrerstellen.) Gin Antrag Heinstadt -Blank will, daß den Lehrern 300 Stellen offen bleiben: er wurde mit Stimmcn- rlüchheit abgelehnt. Ein Antrag ReiberKaul, wonach die Regierung ermächtigt werden soll, bis "ko. 200 Stellen für Lehrer. Lehrerinnen, Schulo^rwalter und Schulverwalterinnen unbe- seht zu lassen, wurde gegen 2 Stimmen ange­nommen, und zwar mit dem Zusatz, das) bei der Auswahl der auszuschcidendcn Lehrkräfte nach sozialen G e s i ch 1 s p un k te n , ver­sa h r e n werden soll. In erster Linie sollen unverheiratete Lehrkräfte, soweit sie nicht Er­nährer ihrer Familie sind, außer Dienst gesellt werden. Der Iusahantrag wurde einstimmig an- genommen. Ein Antrag HeinstadtBlank will, daß in Gemeinden, welche weniger alö 12 Fort­bildungsschulpflichtige haben, der Un­terricht von April bis Oktober ausgeseht wer­den kann. In den Wintermonaten soll dann der .Unterricht in der Fortbildungsschule mit ver­stärkter Stundenzahl erteilt werden. Für die in der Landwirtschaft Beschäftigten soll die gleiche Regelung Platz greifen. Gesuchen um Befreiung vom Bezirks-Fortbildungsschulunterricht soll weit­gehend entsprochen werden. Der Antrag wurde mit 12 gegen 2 Stimmen und 2 Stimmenthaltun­gen angenommen.

Ein weiterer Antrag Dr. Leuchtgens will, das; die bei Titel 8 (Kosten für nebenamtliche Leitung und Unterrichtserteilung in der Fort­bildungsschule) durch Streichung gesparten Summen in Titel 2 einzustellen sind. Dos wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. In gleicher Weise wurde ein Antrag HeinstadtBlank, 100 000 Mark bei Titel 8 zu streichen, abgelehnt. Ein An­trag derselben Abgeordneten zu Ziffer 10 (Zu­schüsse an private Volksschulen). 20 000 Mark für Ausbildungskurse zu streichen, wurde mit Stimmengleichheit ab gelehnt. Ebenso wurde ein weiterer Antrag desselben Abgeordneten, an Tagegeldern usw. für Kreislehrerratstagungen 40 000 Mark zu streichen, mit Stimmengleichheit abgelehnt. Ferner wurde ein Antrag Dr. Leuchtgens, die Stelle des Leiters der staat­lichen Beratungsstelle für Werkunterricht zu streichen, mit 7 gegen 5 Stimmen bei 2 Stimm­enthaltungen abgelehnt. Ein ähnlicher An­trag HeinstadtBlank wurde damit für erledigt erklärt. Ein Antrag Heinstadt, den Handarbeits-, Haushalts- und technischen Lehrerinnen das Tagegeld zu gewähren, wurde gegen 3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Ein Antrag Reiber, den entlassenen Schulamtsan­wärtern und -anwärterinnen eine laufende Unter* stühung in Höhe der Hälfte der seitherigen Be­züge zu gewähren, wurde mit 10 gegen 3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Für den Fall der Ablehnung hat der Abgeordnete Reiber den Antrag gestellt, den Entlassenen eine laufende Unterstützung in Höhe der Erwerbs­losenunterstützung zu geben. Auch dieser Antrag wurde a b g e l e h n t. und zwar mit 9 Stimmen gegen 4 bei einer Stimmenthaltung. Ein Antrag Birnbaum will, daß von Ostern 1926 ab der Handarbeits-Unterricht in allen Mädchenschulen im zweiten Schuljahr be­ginnt: dies wurde vom Ausschuß gegen 4 Stim­men abgelehnt.

Ein Antrag Dr. Greiner verlangt die Offenhaltung von Lehrerstellen für solche Lehrer, die die Erteilung von Religionsunter­richt abgelehnt hoben. Der Antrag wurde ab­gelehnt. In einem Anträge des Abg. Dr. Greiner und in einer Vorstellung der Gemeinden Egels' bach und Erzhausen wird die Regierung ersucht, in den genannten Gemeinden Lehrkräfte, die ihrer Weltanschauung entsprechen, anzustellen. Der Antrag wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abge- lehnt und die Vorstellung für erledigt erklärt. Gbens-o wurde eine Vorstellung der Gemeinde Gonsenheim gegen die Ausbürdung von Schul- lasten auf die Gemeinde für erledigt erklärt, da die Regierung ihren Antrag, einen Teil der persönlichen Lasten der Gemeinde zu übertragen, zurückgezogen hat. Ein Antrag Roth, der die Bereitstellung von Mitteln für die aus der Schule zu entlassenden Kinder will (je 50 Mark), wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Dr. Greiner, der eine Reihe von Maßnahmen für die proletarische schulpflichtige Jugend verlangt, u. a. Schulspeisungen, wurde, soweit diese Maßnahmen nicht schon von der Re­gierung durchgeführt werden, abgelehnt, dagegen

wurde die in demselben Antrag gestellte Forde­rung, den Unterricht, soweit dies möglich ist, im Sommer im Freien zu erteilen, einstimmig gebilligt. Das Kapitel 57 selbst wurde gegen 3 Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen angenommen.

Zu Kapitel 65 (Volksbildung) lag ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, die Stelle des Leiters der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung zu st r e i ch e n und den Inhaber einer seiner Bildung entsprechenden Stelle zuzuführen. Dieser Antrag wurde mit 7 gegen 7 Stimmen abge­lehnt. Das Kapital selbst wurde mit 7 gegen 7 Stimmen angenommen. (Zu bemerken ist zu dem Abstimmungsergebnis, daß Regierungsvorlagen, nach der Geschäftsordnung, bei Stimmengleichheit als angenommen gelten, Anträge dagegen bei Stimmengleichheit als abgelehnt.)

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 20. Februar 1926.

Kurzarbeiter

und Hochwassergeschädigte.

Der Steuerabzug vom Arbeitslohn.

0 Wie wir hören, hat das Reichsfinanzmini­sterium wegen des Steuerabzuges oom Arbeitslohn bei Kurzarbeitern und Hochwassergeschädigten ein Rundschrei­ben an die Landesfinanzämter gerichtet, dem u. a. folgendes entnommen ist:

In letzter Zeit ist verschiedentlich Klage geführt worden, daß seitens der Arbeitgeber den Arbeit­nehmern, die Kurzarbeiter sind, beim Steuerabzug nicht die vollen, ihnen für den betreffenden Lohn­zahlungszeitraum zustehcnden Ermäßigungen gutge­bracht, sondern daß nur die Ermäßigungen berück- sichtigt worden sind, die auf die tatsächliche Beschäf­tigungsdauer entfallen, beispielsweise also bei einem Arbeitnehmer, der nur Montags, Mittwochs und Freitags in einer Fabrik arbeitet, nur die Ermäßi­gung für 3 Tage. Eine solche Handhabung ist alsch. Sie widerspricht auch dem 8 8 der Durch- uhrungsbestlmmungen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn. Darnach sind im Falle der Kurzarbeit die im Gesetz für den betreffenden Lohnzahlungs­zeitraum vorgesehenen steuerfreien Beträge auch bann als steuerfrei außer Ansatz zu lassen, wenn der Arbeitnehmer für einen Teil des Lohnzahlungs­zeitraums ohne fein Verschulden keitien Lohn be­zogen hat. Es sind deshalb z. B. bei einem Ar­beitnehmer, der im Wochenlohn steht, ober in einem Betriebe tätig ist, in dem wegen Betriebseinschrän­kung nur 3 Tage in der Woche gearbeitet wird, die Wochen betröge des steuerfreien Lohnbetrags und der Familienermäßigungen gutzubringen und nicht etwa nur 3 Tages Ermäßigungen zu bcrück- fichtigen. Ebenso sind bei einem Arbeitnehmer, der im Wochenlohn steht und der zwar täglich, aber wegen Betriebseinschränkung nur 4 Stunden am Tage arbeitet, die vollen Wochen betröge, nicht etwa nur die Stunden betröge gutzubringen.

In dem Runderlaß vom 20. Januar 1926 sind Richtlinien für die steuerliche Behandlung der durch Hochwasser Geschädigten aufgestellt. Ergän­zend wirb darauf hingewiesen, daß die Anwendung des § 56 EStG, auch bei L o h n st e u e r p f l i ch- t i g e n in Frage kommen kann. Liegen die Dor- aussetzungen des §56 vor, so ist diesem Gesichts­punkt bei Anträgen auf Erstattung der Lohnsteuer für 1925 Rechnung zu tragen ober der steuerfreie Lohnbetrag auf Antrag nach § 75 Nr. 1 EStG, an­gemessen zu erhöhen. Das gilt besonders für Lohnsteuerpflichtige, die Grund st ücks- eigentümer sind und deren Grundstück durch Hochwasser erheblich beschä­digt worden ist, sowie für Lohnsteuerpflichtige, bei denen die Wohnungseinrichtung in erheblichem Umfange beschädigt worden ist.

Ium Umtausch der Mbesitzanleihen. Verlängerung der Anmeldepflicht.

Der Reichsfinanzminister hat die Frist für die Anmeldung der Reichsanleihen des Altbesitzes bis zum 31. März 1926 verlängert. Wenn auch der weitaus größte Teil des Anleihebesitzes be­reits zur Anmeldung gekommen ist, so scheint doch mit Rücksicht auf einige belastende Umstände (Kriegs- anleiheoersicherung, Sparkassenpolitik, hinterlegte Anleihen u. a.) eine Fristverlängerung unvermeid­lich. Mit dem 31. März dieses Jahres läuft die Anmeldefrist endgültig ab. Eine weitere Ver­längerung ist ausgeschlosien. Auch die Anleihegläu- biger, die ihre Anleihen bei Banken ober Sparkassen im Depot Haden, müssen für die rechtzeitige Anmel­dung Sorge tragen, da die Banken und Sparkassen häufig die Altbesitzeigenschaft der Anleihen nicht kennen oder nicht die nötigen Belege für die Alt- besitzbegründung haben.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kostet« auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170 Pfennig. Matte 25 bis 35, Käse 65 bis 140, Wirsing. 25. Weiß­kraut 15 bis 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 25, rote Rüben 20, Spinat 40, älnterkohlrabi 15, Grünkohl 30 bis 35, Rosenkohl 70, Feldsalat 150. Endivien 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 70. Schwarzwurzeln 60 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Achsel 15 bis 25, Rüsse 60, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120; pro Stück: Gier 10 bis 12, Blumenkohl 60 bis 180, Salat 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 15 bis 20, Sellerie 20 bis 60.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag: Volkshochschule: 8 Uhr, Großer Hörsaal der Uni­versität, Vortrag von- Studenrat Dr. König. Wandervogel Höhenflug: 8 Uhr, Saalbau Sauer, Familienabend. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Puppenkönigin". Astoria-Lichtspiele:Die Texasreiter".

Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: 6.30 UhrGräfin Mariza" (Ende gegen U) Uhr). Gießener Konzertverein: 5 Uhr nachmittags, Reue Aula der Universität, 8. Abonne­mentskonzert. Goethedund: 8.30 Uhr, Kaufm. Vereinshaus, Literarischer Abend. Wartburg- verein: 8 Uhr, Vereinshaus (Diezstraße), General­versammlung. Geflügel- und Vogelzuchtverein für Gießen und Umgegend: 3 Uhr nachmittags, Pfälzer Hof", Generalversammlung. Lichtspiel­häuser wie Samstag. Palast-Lichtspiele, Kirchen­platz:Der kleine Herzog".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns mitgeteilt: Rochmals sei darauf hin­gewiesen, daß die Erstaufführung der Operette Gräfin Mariza" am morgigen Sonnntag bereits um 6.30 älhr beginnt, da nach den Er­fahrungen an anderen Bühnen mit dem Ver­langen nach zahlreichen Wiederholungen zu rech­nen ist und das Ende der Vorstellung wegen der auswärtigen Besucher nicht zu spät erfolgen soll. Es wird gebeten, Bestellungen für die Schülervorstellung vonM inna von Darn­helm" baldigst zu machen, damit beim Vorliegen größerer Bestellungen die Verteilung der Plätze rechtzeitig vorgenommen werden kann.

Vom Konzert-Verein wird uns geschrieben: Zu dem Programm des morgen stattfindenden Konzerts sei noch folgendes be­merkt: Frau Iekelius-Lihmann singt außer einer Gruppe von Schubert« und Wolf- Liedern auch solche von Gretschaninow und Mussorgski, den beiden originellsten russischen Kom­ponisten der letzten Jahrzehnte. Modest Petro­witsch Mussorgski (geb. 1839, gest. 1881 zu Petersburg) teilt das Schicksal vieler großer Künstler: er ist erst nach seinem Tode gewürdigt und in Deutschland überhaupt erst durch seine OperBoris Godunoff" eigentlich bekannt ge­worden. Auch auf dem Gebiete des Liedes hat Mussorgski ganz Eigenartiges geschaffen, so in seinen Bauernliedern und derKinderstube". Einige seiner Kompositionen hat übrigens der Baritonist Lindberg vor mehreren Jahren hier sehr eindrucksvoll gesungen. Alexander Gretschaninow (geb. 1864 zu Moskau) ist vor­zugsweise VokaUomponist und durch fein emp­fundene Lieder auch außerhalb seines Vater­landes bekannt. - Die Cellosonate, die Herr Hindemith spielt, gilt noch heute als Muster ihrer Gattung. Ihr Komponist, der altitalienifd)e Weister Doccherini (geb. 1743, gest. 1805), hat den größten Teil seines Lebens in Madrid als Kammervirtuos der Infantin Luiz gewirkt und ist später Hofkompositeur des Königs Fried­rich Wilhelm II. geworden, für den er dann aus­schließlich geschrieben hat. Rach den neuesten Forschungen ist Boccherini von dem deutschen Meister Stamitz wesentlich beeinflußt worden. D a v i d o f f (geb. 1838 zu Goldingen in Kur­land, gest. 1889 in Moskau), lange Zeit als Solo­cellist am Leipziger Gewandhaus, später in Petersburg als Direktor des Konservatoriums tätig, hat mehrere sehr gute und mit Vorliebe in die Programme aufgenommene Konzerte für Cello geschrieben.

Im Goethcbund wirb am Sonntag- abend der Bunbeswart einen Literarischen Abend geben, an dem er Proben ber jüngsten deutschen Dichtung vortragen wird. (Siehe heutige Anzeige.)

Verein für das Deutschtum im Ausland. Die hessen-darmstädtischen Orts­gruppen des Vereins für das Deutschtum im Ausland haben sich zu einem Landesverband des V.D.A. zusammengeschlvssen, dem eine be­sondere kulturpolitische Betreuungsaufgabe zu- gefallen ist. Dein Vorsitzender. Studienrat W e ck e r l i n a aus Friedberg, hat vor kurzem die Verhältnisse der ca. 9000 deutschen Dauern in der rumänischen Dobrudsch-a an Ort iinb Stelle studiert und bei dieser Gelegenheit eine große Zahl von Lichtbildenr auf genommen. Die Ortsgruppe Gießen des V. D. A. hat nunmehr Herrn Weckerling zu einem Vortrag über die kulturelle und politische Lage dieser Deutschen gewonnen. Der Vortrag wird am nächsten Diens­tag abend stattfinden. (Siehe heutige Anzeige.)

L. A. Von der Landes-älniversi- tät Gießen. Der ordentliche Professor ber Hygiene an der Technischen Hochschule Dresden Dr. meb. Philalethcs Kuhn hat den an ihn ergangenen Ruf als Rachfolger des Prof. Got- schlich, der zum 1. April an unserer älniversi- tät aus scheidet, angenommen. Die venia le- genbt bei der theologischen Fakultät unserer Lan­des Universität wurde dem Repetenten bei der­selben Fakultät Lic. theol. Ferdinand Laun für das Fach ber Kirchengeschichte erteilt. Der ordentliche Professor für Geologie und Paläonto­logie an unserer ilnüxrfität Dr. Hermann Harrassvwih wurde von der Kaiserlich deutschen Akademie der Raturforscher zu Halle zum Mitglied ernannt. Gerichtsassessor Dr. Ziffer, der sich für bürgerliches und römisches Recht zu habilitieren wünscht, wird am Montag, 22. Februar, nachmittags 5 Ahr, in der Kleinen Aula eine Probevorlesung über:Die Gefahr­tragung bei Kaufverträgen nach internationalem Privatrecht" halten.

2. il. älniversitätSgotteSdienst Am morgigen Sonntag, 21. Februar, vormittags ll1/, Ahr, findet in der Reuen Aula ein Uni- versitätsgvttesdienst statt, zu dem die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständ­lich hat auch jeder andere Zutritt. Die Predigt hält Prof. Dr. Riebergall aus Marburg.

'l Friedensmiete erst am 1. Juli? DieVoss. Ztg." hört, daß bei der Reichsregie­rung die Absicht bestehe, den Termin für die Einführung der Friedensmiete, der auf den 1. April festgesetzt war, hinauszuschieben, und zwar voraussichtlich bis zum 1. Juli.

* Die Postkraftwagenlinie Gie­ßen-Krofdorf-Fellingshausen wird andauernd sehr stark in Anspruch genommen. Der Zudrang der Passagiere ist so rege, daß die Postverwaltung sich jetzt sogar genötigt gesehen hat, neben den sahrplanmäßigen Touren noch Sonderfahrten einzurichten. Die Fahrplane geben hierüber Ausschluß.

d. Städtische Drennholzverstei- gcrung. Trotz des schlechten Wetters war die 'Beteiligung an der gestrigen Drennhvlzversteige- rung im Stadtwald groß. Es wurden folgende Preise gezahlt: Duchenknüppel 16 Mk., Eichen­knüppel 11 Mk., Birkenknüppel 14 Mk., Eichen­knüppel 16 Mk.. Fichtenknüppel 6 Mk. je Rm.. Duchenwellen 40 Mk., Eichenwellen 26 Rkk., Dirkenwellen 23 Mk.. Eichen wellen 26 'Mk., Erlenwellen 28 Mk.. Aspenwellen 13 Mk., Fich­tenwellen 16 Mk. je 100 Stück.

Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des fünften Abschnitts der Abonne­ments muß am nächsten Donnerstag erfolgen.

** Personalien. Ernannt wurden: der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Rtdda, Karl Muhl, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth i. O. mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts bei diesem Gericht: der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Schlitz. Ludwig Schneider, zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Groß-Gerau mit Wirkung vom 1. Mai 1926.

Steuerfreie Spareinlagen. Zu dieser Rvttz in Rr. 41 wird unS von unterrich­teter Seite mitgeteilt, daß nicht etwa nur Ein­lagen bei den Kreditgenossenschaften unter ge­wissen Voraussetzungensteuerfrei"' sind, son­dern ebenso auch Spareinlagen bei sämt­lichen öffentlichen Sparkassen des Deutschen Reiches. Soweit also Spareinleger von ben De- freiungsbestimmungen des Einkommensteuergeset­zes vom 10. 8. 1925 Gebrauch machen und Ein­lagen unwiderruflich auf 20 Jahre oder für den Todesfall unter Mitteilung an das Finanzamt festlegen wollen, können sie derartige steuer- treie Einlagen auch bei den öffentlichen Spar- lassen machen und den ersparten Detrag von jährlich bis zu 480 RM. als Werbungskosten von dem steuerpflichtigen Einkommen in Abzug brin­gen.

Zum Schutze der Weidenkätzchen hat das Kreisamt Gießen die Polizei und Gen­darmerie des Kreises jetzt erneut auf die strenge Durchführung der früher erlassenen Schutzbestim­mungen hingewiesen. Gleichzeitig empfiehlt das Kreisamt den Dürgermeistereien, in geeignet er­scheinender Weise darauf hinzuwirken, daß die Blütenstaub spendenden Sträucher, Weide- und Haselstrauch, die zur Förderung der Bienenzucht wichtig sind, geschont werden. Es Tarnt dies unter anderem auch durch Delehrung in den Schulen und durch das Forst- und Feldschutz­personal geschehen.

* Die Maul- und Klauenseuche in Hessen. Rach einer amtlichen Veröffent­lichung hat die Maul- und Klauenseuche in allen drei hessischen Provinzen im vorigen Mo­nat einy starke Zunahme erfahren. Insgesamt waren zur Derichtszeit von der Seuche 123 Ge­meinden (davon 53 neu) mit 327 Gehöften (davon 147 neu) befallen. Besonders stark verbreitet sich die Seuche in den Kreisen Gießen, Friedberg. Oppenheim, Groß-Gerau, Worms und Mainz. - Reuerdings ist die Seuche in Rieder-Erlenbach und Ober-Mörlen (Kreis Friedberg) und in Vordeck (Kreis Marburg» ausgebrochen. In Schwalbach (Kreis Wetzlar) ist sie erloschen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 21 Februar. Invokavit. Stadt- kirche. 9",: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für die Maithäusgemeinde- Pfarrer Mahr. 6: Pfr. Becker. IohanneSkirche. 91;,: Pfarrer Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pfr. Bechtols­heimer. 6: Pfarrasstst. Schultheis. - Mittwoch, den 24. Februar, abends 6 Uhr: 2. Passionsgvttesöienst in d. Stadtlirche. Pfarrasstst. Hertel. Kirchberg. 10. Lollar: 1' .... Dienstag, den 23. Februar, abends 8", Bibelstunde in Lollar. Donnerstag, 25. Febr., abends 8' . Bibelstunde in Saubringen. Wieseck. 8/410; 11 Kinderkirche. - Wahenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 7'. Garbenteich: 10.

Katholische Gemeinden.

Gießen. Samstag, 20. Februar. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, 21 Februar. 1. Fastenfonntag, 6'/, Beichte, 7 Messe, Korn. d. Jungfrauen u. Hausangestellten. 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 4,. Versammlung der Jungfrauen-Kon­gregation und Hausangestellten, 5/3 Christenlehre und Andacht. Dienstag und Freitag abds. 6' , Fastenandacht. Grünberg. 91/, Messe mit Predigt. Hungen 8 Messe mit Predigt. Laubach. 10 Messe mit Predigt. Lich. 10 Hochamt mit Predigt. LouutagSdiensf d. Merzte u.'Apotheken am 21.2.2c, Krau Dr. Mar». Dr. Schöner. Engelauotheke.

Zahnarzt: Dr Buchinger. yD

[Vermietungen |

KiWn Etanöl

Renen Baue 22 Tel. 1085 für Pan an len und Dniiermieter

Wohnnns mit guter Verpflegung Mk. 3.50,4.n. höher pro Tag mc«D

Hübt. Zimmer evrl. m. Verpflegung zu vermieten 01196 (ZbelftraKe 39 v.

An ig. Mädchen, das sich beruft anSbildef, ist von Avril ab L". Zimmer in guter Aamilie zu vermieten. Schriftl. Angeb. unter 01203 an den Gieß. Anz.

2 sehr gut möblierte Wohn- und Schlafzimmer m.Telephon z.verm. ,nmGoctbestr.23II. Anzits. v. 2-3 ll. mili.

HIÖQL MM

z. 1.3. z. verm.

Moltkettr. 20III.

Mädchen jeden Sliter», die Kiesige Schulen besuchen, finden liebevolle Ausnahme

in gutem Haufe.

Schristl. Angebote unter 01216 an den Gieß. Anz. erbeten.

6»taöliL3iiiimtr mit cleltr. Licht -und sev. Eing.zuvm. 0,2)0 Ederstraße 11 p.

«^Zimmer zu vermieten (01228 Marktplatz IS 1.

8l.mbl.ZWM ab 1. 3. an ein Mäd­chen zit oerin. [.I3S8 Krcuzplatz 6 111.

j Mietgesuchs

Studentin sucht für das Sommer-Sem. einfütij möbL Zimmer eocntL mit etwas Küchenbennyung bei netter Dame Da «Z auch fürs Winter­semester in Betracht kommen durste, fo wird gut heizbares Zimmer ertn. Schr. Angeb. m. Breis unt. 01186 a. d. Gieß Anz.

w

NWsK

WOLLGARNE

Sportwelten Ä

Altona - Bahrenfeld

Überall erhlltllchl Au* Wunsch Bezugeguellen-Nechwel SternwoH - Spinnerei Bahrenfeld G. m. b. A.

12 leere

Zimmer oder beschlagnalnne- frete Mansarde ge­sucht. Schriftl. An­gebote unter 01185 an den Gieß. Anz.

Zwei leere 3 i in ni e r zu mieten gejuckt. Sckr. Angeb. unter 01205 a. d. Gieß. Anz.

BSSSBiaSE Laden für sofort ob. später gesucht. Selteröweg ausgeschlossen.

Lchriltl. Angebote unter 01201 an den Vie st Anz. erbeten.

Ick btete für 1 Jahr mietfrei schöne 4-3immet-®o8ng. mit Küche, 3. Stock: billige FriedenS- miete. Ich suche

5-.6-3lm -Wohn, mit Küche. Schriftl. Angeb. unter 01199 an oen Viest Anz.

»icn3e Fabrik

sucht zu Ostern 1926 kaufmännischen

Lehrling

mit höherer Schulbildung. Selbstge­schriebene Bewerbungsbriek mit Lebens­lauf und Zeugnisabschriften unter 1594D an den Gießener Anzeiger erbeten.

Ihnen paßt wohl kein Schuh ?

Dös sehr», aber zwengdöHüeh- naauga muß i barfüaß laafa!

Lächerlich! Ha­ben Sie noch nie etwasvon,, Lebe­wohl gehört ?

Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Acrr.ten empfohlene Hühneraugen-Lebewohl für die Zehen und Lebewohl-Ballen scheiben für die Fußsohle, Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl- Fußbad ctcgen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf. erhältlich in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben bei: H. Noll, Ludwigspiatz-Drogerie und Neustadt- Drogerie, O. Winterhoff, Drogerie, Kreuzplatz 9/10. 1001A

HmJiM gegen gleichgroße au tauschen gesucht. Näheres bei!

H. Sckmitt, Fried­richstraße 5 ll. ic-D

Junges Eben, sucht IkerksZimliikr m. Küche. Frau über­nimmt auch Hank- arbeit. 101232 Dammstr. 11 ll.