Ausgabe 
20.1.1926
 
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Nr. (6 Zweites Blatt

Mittwoch, 20. Januar 1926

Sohn,

Aus Natur und Technik

Die Herstellung des Tabaipaletes geneigte Gestalt an und drehen sich alsdann gegen-

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einander, bis sie mit den übrigen Wänden eine rechtwinkelige Form bilden. Der erwähnte hohle Formkern har nun zweierlei Sicherten auszuführen.

Ein Leimstempel entnimmt selbsttätig einen Pa­pierausschnitt (f in Bild 3), welcher bereits auf einer besonderen Maschine mit dem erforderlichen

nehmen.

Durch den Wedfall von mindestens einer, viel­teicht sogar zwei Arbeiterinnen tritt dann eine wei­tere Verbilligung der Produktionskosten ein.

Gefrierpunkt des Walsers liegt, und bei bom wir uns das Aufhören jeder Wärmebewegung vorzu- stellen haben, so nahe wie irgend möglich zu kommen.

An und für sich ist cs sehr viel leichter, eine große Hitze als eine große Kälte zu er­zielen. Alle Raturkräfte verwandeln sich näm­lich garrz von selbst in Wärme und bieten unS so leicht zugängliche Wärmequellen: am belann- testen ist dies ja von der chemischen Energie, die meist in der Form der Berbrennungswärme der Kohle oder der Kohlenstofsverbindungen zur künstlichen Erzeugung von Wärme verwendet wird. Die Verwandlung des elektrischen Stromes in Wärme durch einen Widerstand bietenden Leiter ist eine zwar nicht so häufig benutzte, aber immerhin auch insbesondere für die Wissen­schaft höchst wichtige Wärmequelle. Die Erzeu­gung von Wärme aus der Strahlung ist die Form, in der uns die Sonnenwärme zuströmt,

des Formkerns gefaltet und zusammengeklebt (f in Bild 7b und 7c). Der dazu notwendige Klebstofs- streifen wird dem Papierzuschnitt durch den Leim stempel bei der Entnahme vom Papierstapel gleichzeitig aufgetragen.

Der im Füllraum sich befindende Tabak wird nun nur noch von drei Wänden umgeben, da der die vierte Wand bildende Formkern in seinem oberen Teil eine Oeffnung besitzt, welche sich durch seine Tiefstellung vor den Tabak gelegt hat. Da­durch kann der die dritte gegenüberliegende Wand bildende Schieber (d in Bild 5 und 6) in Tätigkeit treten und den Tabak in die ihneren Hohlräume des Formkernes bringen. Ein im Formkern auf- und abgehender Stampfer (h in Bild 5 und 6) nimmt beim Hinuntergehen den Tabak mit und drückt ihn soweit zusammen, als er für die Paket- Höhe erforderlich ist (Bild 5 und 6). Der hohle Formkern hat nun seine Schuldigkeit getan und kann in seine Anfangsstellung zuruckgehen, um die folgende Tabaksendung zu bearbeiten. Der Stamp­fer bleibt noch zurück, um das Abstreifen des Ta­bakpaketes zu gewährleisten, als er für die Paket- Das gefüllte, aber oben noch offene Tabakpaket läuft nun durch weitere Stationen, wo die Ver­schlußfaltung vorgenommen und durch einen ge­eigneten Stempel der Verschluß noch einmal be­sonders eingedrückt wird (Bild 7d und 7c). Das ausgestoßene Paket geht darauf auf das anschlie­ßende Trockenrad (in Bild 2) über, wo es bis zum völligen Trocknen der Klebsiellen in einer Zelle liegt. Alle Vorgänge schalten sich automatisch ab­satzweise weiter, so daß ein fließender Herstellungs­prozeß vorhanden ist. Nach Umlauf des Trocken­rades könnte das auf dem Transportrad (k in Bild 2 abgelegte Tabakpaket nun unmittelbar zum Versand verpackt werden, wenn es nicht erst noch die gesetzlich vorgeschriebene Steuerbanderole erhal­ten müßte. Es durchläuft deshalb eine ebenfalls automatisch arbeitende Banderolen-Aufklebe-Ma- schine, welche unmitelbar an das Transportband anschließt.

Gegenüber der eingangs erwähnten englischen Maschine ist von Vorteil, daß der dort übliche Bo- denver chluß weqgefallen ist und dasur der Boden aus einem Stück besteht, also nicht auffprtngen kann. Hierdurch ist es nicht mehr möglich, daß beim Herausnehmen des Tabaks bzw. beim Stopfen der Pfeife der Boden des Pakets durchgedrückt wird.

Hansa Handelsschule I-Kunzeimann O~Ctn, Bahnteßlr 60 vorn. Haats

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Firmenaufdruck usw. versehen worden ist, und schiebt ihn unter den Formkern. Dieser' setzt sich nunmehr mit seiner unteren offnen Seite auf den Papierzuschniu und drückt ihn beim Hinunter­gehen in einen darunter befindlichen, aus zwei festen Seitenwänden bestehenden Schacht (g in Bild 3), wobei das Papier eine v-förmige Gestalt (Bild 7a) annimmt. Darauf werden die über den dem Querschnitt des Paketes angepaßten Formkern hinaüsragenden Seitenteile des Papierblattes (k in Bild 4) durch Faltorgane an die beiden sich gegen­überliegenden vom Papier noch freien Seitenwände

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Die Erforschung der Kälte.

Don Professor Dr. Weilburg.

Wem große Zahlen Eindruck machen, der wird cs weit erstaunlicher finden, daß man Hitzegrade von 3000, 4000, 5000 Grad Herstellen kann, als etwa Kältegrade von 270 oder 272 Grad unter Aull. Run kann uns aber schon einiges Rachdenlen selbst noch ohne genauere Kenntnis der Tatsachen davon überzeugen, daß gerade im Gegenteil durch die Beobachtung außerordent­licher Kältegrade Ergebnisse zu erwarten und, dre hinter denen der Beobachtung außergewöhnlicher Hitzegrade an Wichtigkeit zunächst für die rem betrachtende Raturforschung. dann aber aller-voi.-- aussicht nach auch für die Technik zum rnrndesten nicht zurückstehen. Die kürzlich erfolgte Gründung eines besonderen Kältelaboratoriums in der PHY- sikalisch-Technischen Reichsanstalt zu Derlin laßt die Erörterung dieser Fragen besonders zeitgemäß

Wärme ist Bewegung der kleinsten Teile. Run ist gewiß manche Veränderung 'M Ver­halten der Stoffe und demnach mancher wichtige Ausschluß über die Ratur des Stoffes zu erwar­ten. wenn diese Wärmebewegung eme ungewöhn­liche Steigerung erfährt. Daneben aber erhebt sich die entgegengesetzte Frage, ob wir mcht die e sonst stets vorhandene, fast allgegenwärtig zu nennende Warmebewegung zum Stillstand brm- aen können: denn es ist doch zum mmdesten nicht unwahrscheinlich, daß sie manche Raturerschei- nungen stört, deren Beobachtung also nur ge­lingen lann, wenn man hc .Storungsursache nämlich eben die Wärme, besertigt. Es erhellt hieraus, wie wichtig es ist. dem sogenannten! absoluten Rullpunkb der 273 Grad unter dem

regelmäßigen Abständen wiegen, so geben wir der Vermutung Raum, daß es vielleicht 'möglich ist, unter ihrer Zuhilfenahme in Verbindung mit einem über ihr aufgestellten siloartigen Vorratsbehälter auch das Abwiegen und Einfüllen in das Füllend automatisch vorzu-

Da mit Bedacht darauf geachtet wurde, daß der Vollfullrauin die ungefähre Gestali des zukünftigen Tabakpaketes enthält und dadurch die übereinander­liegenden Schichten des Tabaks genau so durch den Füllraum gelangten, so kann auch langfaseriger Tabak jederzeit genau in der benötigten Pienge dem Pake! entnommen werden. Der sonst häufig auftretende und von, Raucher unangenehm emp­fundene Mißstand, daß mehr Tabak als nötig her­ausgezogen wird oder er infolge des falschen Ein- schichtcns*beim Herausziehen zerrissen wird, kommt bei der eben beschriebenen Paketiermaschine nicht mehr vor.

Die Ausführungen haben gezeiat, in welch sinnreicher Weise die automatisch arbeitenbe Ma­schine die Leistung vieler menschlicher Hände ersetz,. Zu ihrer Bedienung sind nur noch drei Arbeite­rinnen nötig (zwei für das Abwiegen des Tabaks, und eine zum Verpacken der gefüllten Pakete). Da es heute automatische Wagen gibt, welche ein be­

ll nd auch von der Entstehung der Wärme durch Reibung machen wir beim Anzünden unserer Streichhölzer einen immerhin nicht ganz un­wichtigen Gebrauch.

Die Mittel, bestehende Wärme zu vernichten, al'o Kälte zu erzeugen, sind von vornherein viel spärlicher. Da haben wir zunächst die Derdun- stungslälte, die beim Verdunsten von Flüssig- teiten entsteht, und die in der Regelung der menschlichen und tierischen Körpertemperaturen eine so ungemein bedeutungsvolle Rolle spielt. Wir haben ferner die Kälte, die durch Aus­dehnung zusaminengevreßter Gase unter Ar­beitsleistung erzielt wird. Oeffnet man z. B. den Verschluß einer Selterswafserflasche und läßt die in ihr zusarninengeprestie Luft die Ar­beit verrichten, das Verschlußstück zurückschleu- dern, io tritt eine so starte Abkühlung ein. daß sich der in der Flasche vorhandene Wasser- dampf Niederschläge, was man an dem entstehen­den Dunst leicht erkennen kann. Ein ähnlicher Vorgang ist die Abkühlung, die entsteht, wenn Sa'c, toic etwa schweflige Säure oder Qlmmo- niat aus einer Flüssigkeit entweichen, in der sie aufgelöst waren, woraus die mc'iftcn Kälte­maschinen beruhen.

Eine demgegenüber zunächst unscheinbare Rolle spielt die Abkühlung, die bei der Aus­dehnung von Gasen ohne Arbeitsleistung ent­steht. Rach den sogenannten idealen Gasgesetzen sollte bei Ausdehnung eines Gases ohne Ar­beitsleistung feine Temperaturänderung eintreten, aber da die Gase so wenig wie die Menschen ideal sind, so erfolgt doch bald eine geringfügige Erwärmung, bald auch eine Abkühlung; und gerade diese Erscheinung ist es, die in den Hän­den geschickter Raturforscher in den letzten Fahren ganz unerwartete Ergebnisse gezeitigt hat. Das «Aufsehen, daß bte. fabrifmäfoige Herstellung flüs­siger Lust durch Linde vor etwa zwei Jahr- zchnten erregt hat, dürste noch nicht vergessen sein. 3n der Tat beobachten wir schon bei der Temperatur der flüssigen Lust, die etwa *.)0 Grad über dem sogenanntenabsoluten Rullpunkt" liegt, manche wunderbare Erscheinungen, z. D. das beinahe völlige Aufhören aller chemischen Vorgänge. Ratrium und Salzsäure z. B. liegen bei dieser Temperatur friedlich beieinander, als ob die Ratur von der Kochsalzbildung nichts wüßte. Aber diese Ergebnisse sind längst hundertfach überholt.

Cs ist überwiegend das Verdienst des nieder­ländischen Physikers Komerlingh Onnes in seinem berühmten Kältelaboratorium zu Leyden die Wege zu Tiefen gebahnt zu Haden, die sich vor­her kaum ahnen ließen. Rur schrittweise gelangt man noch öu tieferen Temperature flüssigen Lust. Rock) zwei andere Erscheinungen außer der schon erwähnten Abkühlung durch Aus-, dehnung der Gase, der die Hauptaufgabe bei der Erreichung, tiefer Temperaturen zufällt, find hierbei wichtig, einmal das sogenannte Gegen- stromverfähren, das darin besteht, daß man das bereits abgekühlte Gas zur Vorkühlung des näch­st röinerrden, nun abzukühlenden Hases benutzt, und ferner die Derdunstungskälte. Pumpt man nämlich die aus einer siedenden Flüssigkeit, wie cs ja beispielsweise die flüssige Luft ist, ent­stehenden Gase ab, sodaß ein verminderter Druck entsteht, so bilden sich immer neue Gase aus der Flüssigkeit und infolge der Verdunstungskälte sinkt zugleich mit dem Druck auch die Temperatur.

Aus flüssiger Luft gewinnt man zunächst flüssigen Wasserstoff, dessen Temperatur bei ge­wöhnlichem Luftdruck etwa 70 Grad unter Her­der flüssigen Lust liegt und durch Druckver­minderung noch weiter erniedrigt wird, und wei­ter aus dem flüssigen Wasserstoff das fluffige He­lium. das von alten uns bekannten Stoffen den niedrigsten Siedepunkt hat: er liegt nämlich bei gewöhnlichem Druck 4 Grad über dem absoluten Rullpunkt und kann diesem durch Druckemtedri- gung noch ganz beträchtlich genähert werden. Freilich ist dies nicht so einfach, tote es ich weder- schreiben oder gar lesen läßt. Zunächst ist das Helium, das in den etwa zwei Jahrzehnten seit seiner Entdeckung ein so ungemein wichtiger Stoff acworden ist und seinen Ramen nach der Sonne führt auf dieser Erde leider ein ziemlich spär­lich^' Gast. Zwar ist man in Amerika tu ge­wohnter Großzügigkeit dabei, mit dem nicht brennbaren Helium, das man dort aus Erd­quellen gewinnen kann, Luftschiffe zu füllen: denn obwohl dies Gas doppelt so schwer ist wie Wasserstoss. braucht man nicht etwa doppelt so grobe, sondern nur um etwa ein Zwölftel

Freibank.

Tonuerötag und Freitag von 8 bik 11 Uhr uornt toD MM mm mit Mur, die sicher zu iieüen sind, an bestehendem, gnieu Geschäft gesucht, schr. Anlr.io. um. 0409 an den Um. Verleibt ernenne amten gegen «tv.c

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Von Dipl.-Jng. Mangold.

(Nachdruck verboten.)

Tabak, Zigarren und Zigaretten werden heute in ungeheuren Mengen hergestellt. Es ist klar, daß ihre Herstellung im Laufe der Zeiten manche Wandlung erfahren hat und heute mit allen Hilfs­mitteln einer modernen Technik vorgenommen wird. Der Rauchtabak ist das billigste der drei Rauchwaren. Zu seiner Herstellung und insbeson­dere zu seiner Verpackung muß weitestgehend die teure Handarbeit ausgeschaltet und durch die billige Maschinenarbeit ersetzt werden.

Jedermann weiß, daß der Rauchtabak in vielen Qualitäten für kurze oder lange Pfeife, sowie auch jur Herstellung von Zigaretten dem Raucher seit je her in abgemessenen Paketen von 50, 100, 125 ober 250 Gramm von den in Betracht kommenden Tabakfabriken herausgebracht und durch die Klein­händler-an die Verbraucher wertergeleitet wird.

Zeder einzelne Fabrikant legt natürlich Wert darauf, daß sich seine Erzeugnisse außer durch den Firmenaufdruck, noch durch eine besonders in die Augen springende Abbildung oder durch eine typische Form des Tabakpaketes von denen der Konkurrenz sofort unterscheiden und hervorheben, um dem Raucher die ihm zusagende Tabakmarke sofort und leicht kenntlich zu machen.

Auch hier besteht wie bei so vielen anderen Gegenständen des täglichen Gebrauches die Tat­sache, daß die meisten Raucher entweder gar keine ober nur eine sehr unklare Vorstellung haben, w,e nun eigentlich das von ihnen täglich benutzte Ta­bakpaket entsteht. Bei vielen besteht sogar noch die Vorstellung, daß man eine viereckige Dule mit der Hand formt, in diese alsdann den Tabak ein­füllt und schließlich den Verschluß herstellt. Ein solches Verfahren würde natürlich die Ware viel zu sehr verteuern und die in Frage kommende Tabak­fabrik wäre in keiner Weise konkurrenzfähig. Es kommt deshalb schon seit langem praktisch nicht mehr in Frage. Es mag vielleicht noch ab und zu in einer kleinen Tabakfabrik die Paketherstel­lung unter Anwendung ganz einfacher Hilfsmit­tel durch Handarbeit getätigt werden, wobei sich der Arbeiter durch die jahrelange Hebung eine geroi e Fertigkeit und damit eine verhältnismäßig schnelle Fertigstellung des Paketes angeeignet hat. Wir denken dabei an das Hilfsmittel eines viereckigen Holzklotzes, der eine der ungefähren Große und dem Querschnitt des Tabakpaketes angepaßte Oeffnung hat. Der Boden dieser Oessnung wird durch einen beweglichen Stempel gebildet. In diese Oef nung steckt man die vorher auf einer besonderen Maschine hergestellte Tüte, wobei die obere Oütenteil über ihren Rand hinaus ragt, fallt die­selbe mit Tabak und drückt letzteren durch einen Stampfer fest. Darauf wird die Tüte in der dem Paket eigentümlichen Form geschlossen und die Ver­schlußzipfel verklebt. Vielfach wird auch der Ver° Ichlnß ohne Klebung dadurch hergestellt, daß die Verschlußzipfel durch einen Stempel etwas m das Paket hineingedruckt werden. Mittels des beweg­lichen Bodenstempels wird das Paket aus der Form heraus gestoßen und ist oersandfertig, nach- öem vorher nodi die gesetzlich vorgeschriebenen Banderolen aufgeklebt sind.

Durch Benutzung halbautomatischer Apparate hat man dann versucht, die Schnelligkeit zu steigern. Bei ihnen werden auf verschiedenen, im Kreise an einem horizontalen Rad angebrachten Stationen die einzelnen Arbeitsvorgänge von Hand teilweise durch inechanische Betätigung ausgeführt. Beide Arbeitsweisen sind durch die vollständig selbsttätig arbeitende Paketiermaschine, welche zuerst in Eng­land aufkam, überholt und sollten nicht mehr ange­wendet werden.

Da der Engländer schon seit jeher bedeutend mehr Pfeifentabak als der Deutsche raucht, so war dort einerseits das Bedürfnis nach einer vollauto­matischen Herstellung eher vorhanden, andererseits auch leichter möglich, weil die englischen Tabake im feuchten Zustande eine kompakte Masse barboten, im Gegensatz zu dem bei uns üblichen trocknen Tabake.

Bei der englischen Maschine wird ein Blatt Papier über eine Form gelegt, welche dem flach- liegenden Tabakvaket entspricht und in diese hin- eingedrückt, wobei Kopf- und Bodenseite offen bleiben, um später die Boden und Derschlußfaltung vornehmen zu können. Das Einfüllen und Fest- stampfen des Tabaks von oben und von den Seiten erfolgt nun selbsttätig, darauf werden die seitwärts überstehenden Papierlappen nach oben hin mecha­nisch umgelegt und mittels eines auf dem einen Lappen vorhandenen Klebestoffstreifens überein­ander geklebt. Weitere mechanische Faltorgane be­sorgen alsdann die Boden- und obere Verschluß- faltung. Das Paket wandert bei diesen Vorgängen durch die verschiedenen Stationen der Maschine.

Heute stellt auch die deutsche Industrie, welche durch die bei uns übliche Verarbeitung des trocke­nen und losen Tabaks anfangs erhebliche Schwierig feiten zu überwinden hatte, vollständig automatnd) arbeitende Tabak-Paketier-Maschinen nach dem Stopsfystem her. Der Verkauf einer guten und bil­ligen Tabakpaketherstellung ist mittels einer von den Zagenberg-Werken in Düsseldorf gebauter? Maschine nun kurz folgender:

Die jeweils einem Paket entsprechende Ge- nudjtsmenge Tabak wird durch zwei Arbeite­rinnen auf gecigten Tafelwagen abgewogen und in die Tabakfüllräder der Maschine eingefchüttet. Jedes Füllrad (a auf Bild 2) weist eine Anzahl kreis­förmig angeordneter Zellen auf. Die beiden FüU- räber greifen derart ineinander, daß jedesmal eine Füllung durch eine im Boden angebrachte Oeffnung in ein darunter angeordnetes, umlaufendes und zur eigentlichen Paketiermaschine führendes Becher­werk (b auf Bild 2) entleert wird. Die Leistungs­fähigkeit der Maschine erfordert, daß das Abwiegen des Tabaks von zwei Personen vorgenommen wird. Die gefüllten Becher befördern den Tabak in den Vorfüllraum der Maschine, welcher aus zwei beweglich angeordneten Seitenwänden (c in Bild 3) besteht, die ihren Drehpunkt um eine am Boden des Füllraumes angeordnete Horizontalachfe haben..Als die dritte Wand ist ein wagrechk hin und hei gehender Schieber anzusehen (d in Bild 5), während der Abschluß dieses kastenförmigen Raumes durch die eine Sertenwand eines auf- und abgehenden hohlen, dem Querschnitt des Tabak­paketes entsprechenden Formkernes (e in Bild 3 bis 6) gebildet wird. Beim Einfüllen des Tabaks

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