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6 t hat Gesellschaft bekommen, der übliche RedaktionS-Maikäfer. Gestern n>urbc uns ein zweiter dieser braunen Gesellen überreicht, ferner brachte man unS einen Schmetterling, der jetzt lustig um unieren Kops herumstattert und mit unverständiger Hart­näckigkeit die Fensterscheibe attackiert, schließlich schenkte man uns noch einen Marienkäfer, der langsam und bedächtig seine Spaziergänge auf unserem Schreibtisch macht. Mit diesen ver­frühten Gästen in dieser unwirtlichen Zeit ist unter Bedarf nun gedeckt. Wir glaubens allen Angehörigen unserer Lesergemeinde, dah es solche Kuriositäten gibt, und verzichten gern auf die weitere Zeugenvorführung.

** Entrichtung der Beiträge zur Invaliden- und Hinterbliebenen- Versicherung. Das Kreisversicherungsamt schreibt uns: Bor kurzem ging durch die Tages­zeitungen eine Rotiz, das) unter Ilmfl änDen Dom 1. Januar 1926 ab das Cinzugsverfähren wieder zur Einführung gelange. Da einzelne Arbeit­geber hiernach anzunehmen scheinen, dah von diesem Tage ab die Einziehung der Beträge zur Invalidenversicherung und das Kleben der Mar­ken in die Quittungskarten wieder durch die Krankenkassen erfolgt, muh zur Aufklärung der Allgemeinheit darauf hingewiesen werden, daß vorläufig daS Sntrichtungsverfähren nach 4pi c vor weiter b eP e ht. Dement­sprechend sind die Arbeitgeber auch weiterhin verpflichtet, für die bei ihnen beschäftigten Per­sonen die Beiträge zur Invalidenversicherung selbst zu entrichten, da sie sich andernfalls un­angenehmen Weiterungen aussehen.

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WER. DerWortmeldezettelist eine ilrfunDe. Das Unterschreiben eines in einer Versammlung abgegebenen Wortmeldezettels mit einem falschen Barnen ist eine Urkundenfälschung 267 StrGB.). So hat das Oberlandesgericht Dresden als Revisionsinstanz entschieden. Damit wurde in dem speziellen Fall eine Bestrafung rechtskräftig, die gegen einen Verbandssekretär von der Staatsanwaltschaft verfügt unD vom Amtsgericht und Landgericht Dresden durch ent­sprechende Urteile bestätigt worden war. Dieser Sekretär hatte sich unter Beilegung des Vamens und der Mitgliedsnummer eines Mitglieds eines Vereins in dessen Versammlung erngeschlichen und sich unter dem falschen Rainen schriftlich zur Rednerliste angemeldet. Er hatte barm die Leitung des Vereins heftig angegriffen und auf Befragen des Vorsitzenden wahrheitswidrige Auskünfte gegeben.

ADD. Rachlösen von Fahrkarten im Zuge. Wer im fahrenden Zuge eine Fahr­karte nachlöst, hat zu dem tarifmäßigen Preise einen Zuschlag von 50 Pf., jedoch nicht mehr als den doppelten Preis der Fahrkarte, zu entrichten. Voraussetzung ist, dah der Fahrgast sofort un­aufgefordert dem Schaffner meldet, er wolle über die Station, bis zu der seine Fahrkarte gilt, hinauSfahren, bzw. er wünsche eine höhere Wagenklasse als diejenige, die seiner Fahrkarte entspricht, bzw. er wünsche eine Zuggattung mit höheren Fahrpreisen zu benutzen. Von der Er­hebung des Zuschlages von 0,50 Mk. kann in bestimmten Fällen abgesehen werden, um etwa auftretende Härten auszugleichen: z. B. wenn die Reisenden mangels durchgehender Tarifsätze eine Fahrkarte bis zur Zielstation nicht erhalten konnten; in solchen Fällen wird Dem Reisenden auf Verlangen am Schotter ein roter Zettel ausgehändigt, Der zur Rachlösung ohne Zahlung eines Zuschlages berechtigt. Von der Erhebung des Zuschlages kann ebenfalls ab­gesehen werden, wenn infolge von Zugverspätun- gen oder Schalterandrang eine Fahrkarte zur Weiterfahrt nicht mehr gelöst werden konnte. Die Richterhebung des Zuschlages wird in sol­chen Fällen auf den Blankokarten oder Rachlöse­zetteln kurz vermerkt.

** Keine Vermögens st euererklä- rung für Turn- und Sportvereine. Der Reichsminister der Finanzen hat auf Einga­ben verschiedener Spvrtverbände hin jetzt geant­wortet, daß gemäß Den geltenden Bestimmungen grundsätzlich auf Die Abgabe einer Erklärung über das gesamte Vermögen in den Fällen verzichtet werden kann, in Denen bisher schon eine Befreiung von der Vermögenssteuer Platz gegriffen hat, oder mit Sicherheit anzunehmen ist, das) die entsprechenden DefreiungsVorschriften Anwendung finden. Das ist bei Den Vereini­gungen der Falt, Die satzungsgemäß und tatsäch­lich der körperlichen Ertüchtigung Des Volkes dienen, wie Die Turn- und Sportvereine. Rur wenn Zweifel über die subjektive Steuerpflicht bestehen, ist immerhin vor Einforderung einer VermögenSerklärung eine Behebung dieser Zwei­fel anzustreben; erst wenn Die angestellten Er­mittelungen zu keinem Ergebnis führen, muß auf Abgabe einer Vermögenserllärung bestanden werden, ein Umstand, Der gegenüber Den Turn- und Sportvereinen jedoch nicht in Frage kommt.

Oberhessen.

Landkreis Gietzcn.

s. K l e i n - L i n d e n, 19. Jan. Auf vielfachen Wunsch fand am Sonntagabend im großen Saale der WirtschaftZur Deutschen Eiche" durch den GesangvereinEintracht" eine Wieder­holung des am zweiten Weihnachtsfeiertage mit großem Erfolge auf geführten Theaterstückss' Müllerlies'l zu Waldmichelbach", Dolksstück in Odenwälder Mundart, statt. Es wurde flott und sicher gespielt; der zweite und Dritte Akt brachten wunderbar farbige Trachtenbilder auf Die Bühne. Viel zum Gelingen trug Die gute Licht- und Bühnenausstattung des Saales bei. Gesangliche und musikalische Darbietungen füllten die Pausen aus. Da der Reinertrag zum Besten Der Kleinkinderschule und Der Kranken- ft a t i o n bestimmt ist, war es zu begrüßen, daß der Saal sehr gut besetzt war.

- - Watzenborn-Steinberg 19. Ian. Dieser Tage kam Die Jagd Der etwa 900 Mor­gen großen FelDgemarkung Obersteinberg ab 1. Februar 1926 auf weitere sechs Jahre zur Verpachtung. Es würbe eine Iahrespacht von 445 Mk. erzielt. Seither betrug sie 240 Mk. Pächter sind Die Herren Dentist FrieDrich und Heinrich Haas von Gießen.

Garbenteich, 18. Ian. Für gestern hatte Die Gefolgschaft Garbenteich des Iungdeutschen OrDens zu einem jung- deutschen Abend eingeladen. Dieser Ein­

ladung waren sehr zahlreiche Bewohner unseres Dorfes gefolgt. Auch aus Den Rachbardörfern hatten sich Besucher eingestellt. Der Abend wurde mit einer trefflichen Ansprache des Kom­turs Der Dalllei Oberhessen, Major Wichert- Büdingen, cingeleitet. In dieser Rede legte er die Grundgedanken und Ziele des Iungdeutschen Ordens in klarer Weise dar. Dann hielt der Gießener Gefolgsmeister, Obersteuerinspettor Metz, einen lehrreichen Vortrag überDas Salz und seine Gewinnung". An diesen Vortrag chlossen sich vaterländische Bilder. Ansprache, Vor­trag und Bilder waren von schönen Musikstücken der Gesolgschaftskapelle Garbenteich und von Ge- dichtoorträgen einzelner Ordensbrüder sinn- und wirkungsvoll umrahmt. Den Höhepunkt erreichte Der Abend in der feierlichen Aufnahme mehrerer Ordensbrüder.

t Treis a. Lda., 18. Jan. Einen gemüt­vollen Familien- und Voltsunterhal­tungsabend veranstaltete gestern abend in Wills Saal dahier, der seit 21 Jahren bestehende TurnvereinGutHei l". Rach eingehenden, die turnerischen und voltserzieherischen Ziele Der deutschen Turnerschaft hervor heb enden Begrü- ßungsworlen des 1 Sprechers. Lehrers Walter dahier, wurde ein flott gespielter Einakter,Das Versprechen hinterm Herdvon Alexander Bau­mann vorgeführt. Cs folgten turnerische Hebun­gen am Darren, Pferd und Reck von den Zög­lingen, Turner- und Samentiegen, die allgemei­nen Beifall fanden, sowie mehrere Reigen, die von der in den Turnstunden geleisteten Ver­einsarbeit zeugten. Tanz hielt die Anwesenden noch eine Zeitlang zusammen.

:: Beuern, 18. Jan. Am Samstagabend fand im alten Schulsaal dahier die erste öffent­liche Gemeinderatssitzung statt, nachdem die Verpflichtung der neugewählten Mitglieder be­reits in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgenom­men worden war. Die Gemeindevertretung, die vollzählig war, erledigte als ersten Punkt die Wahl des Kontrolleurs. In geheimer Wahl wurden abgegeben auf Den seitherigen Kon­trolleur Daniel Ludwig SommerlaD 5 Stim­men, auf Johann Heinrich Funk ebenfalls 5 Stim­men. Da Der Vorsitzende, Bürgermeister Lin­de n ft t u t h, auf das Recht verzichtete, seine Stimme entscheiden zu lassen, so mußte das Los entscheiden, das auf Den seitherigen Kontrolleur Daniel LuDwig SommerlaD fiel. SoDann wurde zur Ergänzung bzw. Neuwahl Der Kommissionen geschritten. In Die Er­werbslosenkommission wurde gewählt als Arbeitnehmer Johann Heinrich Kehr und Kari August SommerlaD II., als Arbeitgeber Karl Kaspar SommerlaD II. unD Karl Damm; letzterer ist zugleich Der Vertreter Der (ScmeinDe. Als Wohnungskommission mirD Der ge­samte GemeinDerat angesehen. In geheimer Wahl wurDen als MitglieDer Der Baukommission bestimmt Konrad Wilhelm W i ß n e r nut) Johann Karl Bellosf. Die Fürsorgekommission liegt in Händen Des gesamten GemeinDerats. Die Aufsicht über Das Faselvieh wurDe Karl B e l l o f f übertragen. In Die Rechnungs- ptüfungskommission wurDen Joh. Heinr. Funk und Heinrich Krämer gewählt. SoDann fand eine eingehende Aussprache statt über Den Antrag einiger Bürger, Die wünschen, Daß ihnen beim Bau von Scheunen auf Das verwendete Bau­holz ein Nachlaß gewährt wird. Da nämlich in­folge eines früheren Gemeinderatsbeschlusses allen Denen, Die eine Wohnung beschaffen, 30 Prozent Nachlaß auf Das Bauholz genehmigt mirD, so glau­ben Die Antragsteller, auch ein Recht Darauf zu haben, ihr Bauholz zu einem billigeren Preis von der Gemeinde zu erhalten. Nach langer ergebnis­loser Beratung wurde die Beschlußfassung über diesen Antrag vertagt. An Dem nach Ostern ein­zurichtenden K o ch k u r u s für die hiesige Mäd- chensortbilDungsschule beteiligen sich 7 Schülerinnen von Beuern und 5 von Bersrod. Die Unkosten des Kursus werden getragen von beiden Gemeinden entsprechend Der Kopfzahl. Der Kursus soll das ganze Jahr hindurch an einem Tag Der Woche ftattfinDen. Der Besuch kann auch älteren Mäd­chen genehmigt werden. Die Verhandlungen über diesen Punkt wurden abgebrochen und Die Wahl der Schulvorstands mitglieDer vorge­nommen. Zu diesem Amt sollen vor allem Leute genommen werDen, Die auch tatsächlich an der Schule interessiert sind, insbesondere solche, die schulpflichtige Kinder haben. Diesem Vorschlag eines Gemeinderatsmitgliedes wurde zugestimmt. Es wurden deshalb wiedergewählt Daniel LuDwig SommerlaD und Philipp Wilhelm Sommer- l a D. Für Die beiDen ausgeschieDenen MitglieDer wurden Ludwig Stein II. und Johann Karl B e l l o f s neugewählt. Zum Schlüsse wurde noch die uns allen am Herzen liegende A u t o v e r - bindung mit Gießen besprochen. Von Der NotwenDigkeit eines Verkehrsmittels nach Gießen find alle Mitglieder überzeugt. Fahren Doch heute trotz der großen Arbeitslosigkeit immer noch täglich 70 Personen nach Gießen an Die Arbeit. Diese Leute müssen jeden Morgen und Abend Den recht beschwerlichen Fußweg von je einer Stunde an Die Bahnstation Großen-Buseck zurücklegen und finD bei meist neunftünDiger Arbeitszeit 14, einige sogar 15 Stunden von zu Hause fort. Damit nun bald etwas geschehen soll, will Der Gemeinde- r a t eine Kommission ernennen. Die sich mit Der ebenfalls interessierten GemeinDe Alten - Bu - seck in Verbindung setzen soll. Gemeinderatsmit­glied Philipp Wilhelm SommerlaD schlug Des­halb vor. Diesen Punkt in Der nächsten Sitzung auf Die Tagesordnung zu setzen und erneut darüber zu beraten. Anschließend an Die öffentliche Sitzung, Die übrigens von Zuhörern gut besucht war, fanb noch eine nichtöffentliche Sitzung statt, in Der persön­liche Fragen unD Dgl. beraten wurden.

: Inheiden, 19. Jan. Am Samstagnach-- mittag sanden Passanten auf der Kreisstraße zwi­schen hier und Dltphe im tiefen Schnee am Straßenrand einen Mann in mittleren Jahren. Er erwachte erst nach längeren Bemühungen aus tiefer Bewußtlosigkeit. Rachdem er sich nur ganz langsam etwas erholt hatte, fonnte er erklären, daß er auf der Suche nach Arbeit eine lange Wanderung von Friedberg her hinter sich habe. Da er den ganzen Tag kaum etwas genossen habe, sei er plötzlich ganz entkräftet zu­sammengebrochen. Allen Anzeichen nach war auch ein Krampfanfall hinzugekommen. Ein später zufällig vorbeikvmmendes Fuhrwerk des Hofgutes Lltphe konnte den Bedauernswerten mit an Die Bahn nach Hungen nehmen. Wenn ihm dies Mißgeschick abends zugestoßen wäre, hätte dies bei dem zur Zeit geringen Verkehr wohl seinen sicheren Tod bedeutet. Auch in unserem Ort mußte in den letzten Jahren eine ganze An­zahl von Wasserleitungsanschlüsfen erneuert werden, da infolge der Zusammen­setzung des Bodens die Zuleitungsrohre zer-

Preußen.

Rreitf Marburg.

Marburg 19. Ian. (WSR.) Zur Pflege des Wintersports beschloß der Magistrat Die Anlage einer 1800 Meter langen Rodelbahn und einer Skisportschanze. Ferner sollen zur Verminderung der Arbeit«» losigteit umfangreiche RotstanDsarbeiten in Angriff genommen werden. - - Gestern nach- mittag ist Der Steinbruchpachter Schöne weiß aus Viermünden in seinem Sleinbruch an Der Straße zwischen Viermünden und Franken berg beim Anlegen eines Sprengschusses durch eine herab stürz ende Eteinwand auf der Stelle getötet worden.

Maingan.

Frankfurt a. M., 19. Ian. (WSR.) Die Ermittelungen im F a l l e H o s, bei dem bekannt­lich Frau Hof in ihrer Wohnung in Der Savigny- ftraße erschossen aufgefunDen wurde, nehmen immer noch ihren Fortgang. Jüngst hat sich auch die Münchener Kriminalpolizei mit dem Fall be­faßt, da Frau Hof in erster Ehe in München verheiratet war. Ein in München verhafteter Mann hatte sich der Tat bezichtigt und solche Einzelheiten über die Vorgänge angegeben, daß man kaum noch Zweifel in Die Wahrheit seiner Angaben zu setzen vermochte. Er beschrieb Die Oertlichkeit so genau, Daß man glauben konnte. Den Täter vor sich zu haben. Er habe in Die Wohnung Hofs einen Einbruch versucht. Dabei sei er von Frau Hof überrascht worben. Er sei Dann mit ihr ins Ringen gekommen, nachdem Die Frau auf ihn geschossen hätte; hierbei habe, sich Frau Hof versehentlich erschossen. Bei Rach- prüsung Der Angelegenheit ergab sich aber, Daß Der Häftling als Täter gar nicht in Frage kommen kann. Da er an Dem fraglichen August­tage in München eine Haftstrafe abbüßte. Was Den Mann zu Der Selbstbezichtigung veranlaßt hat. ist nicht bekannt. Bis jetzt haben Die ®r- Mittelungen im Falle Hof nichts ergeben, was gegen einen Selbstmord spricht. Gegen einen im Vorort RieDerrad ansässigen R a t u r - heilkundigen wurde Anzeige wegen fahr - lässiger Tötung erstattet. In Riederrad verstarb kürzlich eine 54jährige Ehefrau, die sich wegen eines Abzesses in Die BehanDlung Des Raturheilkundigen begeben hatte. Die Frau er­lag einer Blutvergiftung. Dem Ratur- heilkunDigen wird zum Vorwurf gemacht, Daß er es versäumte, rechtzeitig einen Arzt zu Rate zu ziehen. Der Magistrat hat beschlossen, bei Der nächsten Ablösung Der RotstanDsarbeiten ein Drittel ausgesteuerter Erwerbslo­ser ein^u ft eilen, Die aus Den für Rot- standsmaßnahmLN zur Verfügung stehenden Mit­teln bezahlt werden sollen. Hier wurde ein aus Der Straußberger Fürsorgeanstalt ent­sprungener Zögling namens Otto Ried- r i g fest genommen. Der allerlei auf Dem Kerbholz hat, ebenso wurde der Karl Mandler aus Wetzlar verhaftet, Der hier in Den Kaffeehäusern Paletotdiebstähle im gro­ßen verübt hat. In einer Fabrik in Der Ha­nauer LanDstraße wurde ein Block T o g o z i n n im Gewicht von 34x/s Kilo gestohlen. Heute nachmittag wurden in Dem Gleis 8 des hiesigen Hauptbahnhofs bei Der Einfahrt eines Eilzuges einer Frau aus. der ©aalburg­flraße beide Beine unterhalb Des Knies abgefahren. Die Ursache Des ihr« glückssalles ist noch nicht feftgeftcllt worden.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 15. Ian. Die Eheleute Wilhelm Sch. von Friedberg und Deren Tochter Minna waren durch das Amtsgericht Friedberg wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, die Minna Sch. außerdem wegen Deamtenbeleidigung zu mehrwöchigen Gefängnisstrafen verurteilt wor­den. Auf ihre gegen dieses Urteil eingelegte Berufung hin wurde, heute die Sache nochmals verhandelt. Dabei tarn das Berufungsgericht, was den Ehemann Sch. und dessen Tochter an­langt, zu den gleichen tatsächlichen Feststellungen wie das Amtsgericht Friedberg. Hiernach hat Der Angeklagte Sch., gegen Den wegen einer Reihe nicht bezahlter Schulslrafen eine entspre­chende Haftstrafe erkannt worden war, welche er nunmehr verbüßen sollte, Dem mit seiner Fest­nahme beauftragten Polizeiwachtmeister erheb­lichen Wierdstand entgegengesetzt, wobei er durch seine Tochter tatkräftig unterstützt wurde, indem diese sogar Den Polizeiwachtmeister tätlich an­griff und außerdem nach Der Festnahme ihres Vaters Den Polizeibeamten durch nicht wieder- zugebende Worte schwer beleidigte. Unter Be­rücksichtigung Der Umftänbe, die Die Angeklagte zu Der Tat veranlaßt hatten, hielt das Gericht gegen Den Ehemann Sch eine Gefängnis strafe von 1 Woche und gegen die Minna Sch. eine solche von 3 Wochen für angemessen und erkannte dementsprechend, während Die Ehe­frau Sch. mangels Beweises von Strafe und Kosten freigesprochen wurde.

Weil der Kaufmann Heinrich Wilhelm wch. von Nidda seinen vom KreiSamt Büdingeir noch nicht zugelassenen Kraftlvagen fortgesetzt auf öffentlichen Wegen, ungeachtet der wiederholt seitens der Verwaltungsbehörde erlassenen Er­mahnungen, geführt und in anderen Fällen in rechtswidriger Absicht den Kraftwagen mit einem anderen als Dem polizeilich für das Fahrzeug zugelassenen Kennzeichen versehen hatte, war er durch das Amtsgericht Ridda zu einer Ge­samtstrafe von 10 Tagen Gefängnis verurteilt worden, wogegen er zum Zwecke Der Abänderung des Strafmaßes, bezw. Freisprechung Berufung verfolgt. Die heutige Verhandlung mußte nach längerer Beweisaufnahme nochmals zwecks An- stelttmg weiterer Ermittelungen vertagt werden.

bester Quelle erfaßten haben will, soll der Sechser-Ausschuß des Landtags die Auftei­lung des KreisamtSbezirkS Die- b u r g planen. Das Blatt betont, Daß daS für die Stadt Dieburg und weite Kreise Der Kreis­bevölkerung eine schwere Schädigung bedeute. Eine sofortige Tagung deS Kreis­tages werde beantragt werden

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 19.3an. Die ursprünglich für die Zeit oom 31. Januar bis 6. Februar geplante Rundfunkausstellung mußte infolge räum ließet Schwierigkeiten auf Anfang Marz verscho- b en werden. Wie wir erfahren, hat auch die Ncichspost ihre Mitwirkung an der Ausstellung zu- gesagt.

reffen waren. Jedoch sind wir in Der glücklichen Lage, daß weder Der einzelne noch Die Gemeinde irgendwelche Aufwendungen Dafür zu machen laben, da seinerzeit bei der Anlage des hiesigen Wasserwerkes Die Provinz kostenlose Anlage und Unterhaltung des ganzen Ortsnetzes bis in Die Keller, sowie freie Belieferung mit Wasser aus Dem Werte zugesichert hat.

; Utphe, 19. Jan. Durch Mädchen Der oberen Schuljahrgange wurden in unserem Dorfe die diesjährigen Rothilfe märten verkauft und Dabei ein Betrag von 15 Mark erzielt. Eine für das C l i s a be t he n st i f t, daS be- kannte Diakonissenhaus in Darmstadt, vorgenom­mene Haussammlung hatte das Ergebnis von 2 5,20 M ark. Vor einigen Monaten waren bereits zwei schwere Wagenladungen Kartoffeln für dasselbe Haus gesammelt worden.

Kreis Aricdbcrg.

Bad-Rauheim, 19. Januar. Der Krieger- und MilitärvereinHas- s ia" veranstaltete im Hotel Bupk nach langer Zeit wieder einen Familie nabend, Dem Ernst der Zeit entsprechend in einfachem Rah­men. Stadtv. Ehr. Schäfer, der langjährige Vorsitzende der ..Hassia", begrüßt: Die Kame­raden mit herzlichen Worten und gedachte an­schließend Der Denkwürdigkeit des 18. Januars als des Reichsgründungstages Der unterhal­tende Teil des Abends wurde fast ausschließlich von Georg Heß (Leihgestern), dem hier so be­liebten oberhestischrn Heimat- und Dialektdichter, bestritten. Aus Dem reichen Schatze seiner von Heimatttebe getragenen Dichtungen bot ec eine treffliche Auswahl und fand Dann den ungeteil­ten Beifall aller Anwesenden. In feieulscher Handlung toufoen im Verlauf des Abends fünf Mitglieder für- 40jährige und 6 Mitglieder für 25jährige Mitgliedschaft geehrt.

Kreis Schotten.

Laubach, 19. Jan. Die Frage der Er­richtung eines Denkmals für die im Weltkriege gefallenen Söhne unserer Stadt ist immer noch un­gelöst. Wie wir mitteilten, hat Bildhauer Scholl, Darmstadt, zwei Modelle eingesandt, die allgemein gefielen. Der Entwurf des Bildhauers Arnold Beuern, der ebenfalls zum Wettbewerb eingeladen war, steht wegen Krankheit des Künstlers noch aus. Nun hat sich aber unter der hiesigen Bevölkerung eine starke Strömung gegen die Errichtung des Denkmals überhaupt gebildet, hauptsächlich wegen der drückenden allgemeinen Geldknappheit. Dies kam auch auf der letzten Versammlnug des Bür­gervereins zum Ausdruck, über dessen Grün­dung wir berichtet haben. (Die Vereinigung hat sich unter Dem Vorsitz von Fabrikanten Hoh­mann mittlerweile gedeihlich entwickelt und zählt schon gegen 150 Mitglieder.) Die Mehrheit sprach sich entschieden gegen das Denkmal aus. Auch im Gemeindera t besteht wenig Neigung für die Errichtung. Es wird auch betont, daß wir bereits an würdigster Stätte, in unserer Stadtkirche, präch­tige, künstlerisch vollendete Ehrentafeln haben, die das Andenken unserer Heldensöhne der spätesten Nachwelt überliefern. So wird wohl eine Zurück­stellung des Planes auf bessere Zeiten ftattfinDen.

lg. Gedern, 19. Jan. In unseren Waldun­gen sind durch Windfall zahlreiche S t u r m s ch ä ° den zu verzeichnen. Besonders stark ist der Hoch­wald in Mitleidenschaft gezogen worden. Ganze Schläge wurden umgelegt. Auch im Niederwald ist beträchtlicher Schaden dadurch entstanden, daß zahl­reiche Bäume in halber Höhe geknickt wurden.

Kreis Lauterbach.

$ Crainfeld, 19. Jan. Der Gemein­Derat hat Die hiesige GemeinDerechner- stelle an Den Wenigstnehmenden vergeben unD keinen Der Kriegsbeschädigten, Die sich um Die Stellung beworben hatten, berücksichtigt. Diese haben gegen Den GemeinDerat Beschwerde er­hoben unD unter Berufung auf die bezüglich Der ilcbertragung von GemeinDeämtern erlassenen Bestimmungen Die HngüItigteitderHärung Des fraglichen Beschlusses beantragt.

Starkenburg.

D a r m st a D t 19. Jan. Die Fraktion Der Deutschen Volkspartei Der StaDtverorD- netenversammlung hat bei Der S t a D t v e r w a l - tun g Den nachstehenden Antrag eingereicht: Die Lehrpläne für Die höheren Schu­len im Dolksstaate Hessen, Die bereits Ostern 1926 probeweise eingeführt werden sollen, geben in pädagogischer, schultechnischer unD wirtschaft­licher Hinsicht Anlaß zu Bedenken. Sie grei­fen auch in die finanziellen Verhältnisse Der Städte ein Dadurch, Daß Die Zahl Der Typen höherer Schulen vermehrt toirD, Daß in Der Ver­wendung vorhandener Lehrmittel Aenderungen herbeigeführt werden unD Dergleichen. Wir be­antragen Deshalb, Daß Die Stadt Darmstadt im allgemeinen und im eigenen Interesse zu den neuen Lehrplänen Stellung nimmt. Angesichts des nahe bevorstehenden Cinsührungstermines ist eine beschleunigte Behandlung unseres Antrages notwendig." Die Stadt Darmstadt, die bereits eine Reihe von Regiebetrieben unterhält, wird diese noch weiter ausdehnen. Es sollen demnächst in den Straßen Verkaufs- Häuschen in großer Zahl errichtet werden (einige stehen bereits), in Denen außer Zei­tungen auch noch Zigarren verkauft wer­den sollen. (Wir meinen, Die DarmstäDter Stadt- verwaltung habe anDere Aufgaben zu erfüllen, als ihren Steuerzahlern auch noch auf diesem Ge­biete Konkurrenz zu machen. Oder soll Das eine neue Art ..Schutz der Wissenschaft" fein? Hoffent­lich werden Die StaDtverordneten Der Verwaltung Das Deutlich zu Gemüte führen. D. Red.) Ein Zeichen Der Zeit ist es, Daß auf Der Aus­stellung derDarmstädierGruppe Die vor kurzem im stäDtischen Ausstellungshause statt­fand, fast nichts verkauft worden ist. Bon dem dadurch entstandenen Fehlbetrag hat Der hessische Staat 500 Mark gedeckt; auch Die Stadt Darmstadt hak jetzt 400 Mark bewilligt. Die Darmstädter Männer gesangvereine, Die zu einer losen Vereinigung zusammenge- schlossen sind, geben alljährlich ein Konzert, auf Dem Die einzelnen Gesangvereine Chorvor- träge bieten. Zu Dem jetzt veranstalteten Konzert waren nicht weniger als 7 4 0 Sänger auf- geboten. ,

Dieburg, 19. Jan. (WSR.) Emen sehr anerkennenswerten Beschluß hat Der Kreistag Dieburg in seiner letzten Sitzung gefaßt. Er hat beschlossen. Den MitglieDern nur noch Tage­gelder von je 10 Mk. auszuzahlen, statt bisher (nach Dem Vorbild des Landtages) 18 Mk. Der Unterschied des Betrages wird Der Kriegsblinden-Fürsorge des Kreises überwiesen. Wie die ,^eff, LandeSztg." aus