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Hreitag, 19. November 1926

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 2U Drittes Blatt

Turnen, Sport und Spiet.

DieAusrüjtungbesZchueeläusers.

Von Carl I. Luther, München.

Ein Sport, der so hoch gepriesen wird wie der Schneelaus, darf verlangen, daß man sich seiner würdig ausrüstel. 2a von der Ausrüstung Gesund­heit und Leben abhängig jein können, darf man an diese Frage nicht leichtfertig heramreten.

Gediegene und durch und durch widerstands­fähige Hilfsmittel sind erstes Erfordernis und aller- notwendigster Selbstschutz. Auf alle Fälle muh die Ausrüstung vollständig sein. Auf der Tour kann ein vergessener Gegenstand unendlich viel Verdruß und Unangenehmes v.rursachen. Zumeist erfolgt der Aufbruch zur Winterfahrt in die Berge auch eilig und überhastet. Deshalb tut jeder gut, sich eine voll« ständige Liste der Ausrüstung anzulegett, und an die Türe seines Ausrüstungsschrankes oder sonst irgend­wo sichtbar zu heften, um danach vor jedem Aus- marsch die Ausrüstung zu prüfen.

Solche Liste muh alles enthalten, wenn sie ihren Zweck erfüllen soll. Selbstverständlichkeiten, die man weglassen könnte, gibt es nicht. Die nachstehende Liste paßt für die Ausrüstung zum Skikurs und zu Skitouren in unseren Verhältnissen. Für hochalpine Taten muh man sich die Liste um eine Reihe wich­tiger Gegenstände noch ergänzen. Die aber kennt der Alpinist, von ihnen braucht hier nicht die Rede sein. Selbstverständlich soll man sich in solche Liste auch die ganz persönlichen und individuellen Be­dürfnisse notieren.

a) St l e i b u n q : 1. Anzug, 2. Kopfbedeckung, 3. Schneehaube, 4. Unterzeug (Leibwäsche, Socken, Strümpfe, auch solche, die im Rucksack mttzunehmen sind),^5. Schlüpfer (Leder-, Wöll- oder Segeltuch- westc), 6. Wadenbinden.

b) Ueberkleidung: 1. Windjacke, 2. Ueber- ziehfäustlinge, 3. Skistiefel, 4. Schneeschuhe, gut ver­paßte Bindung, Rejeroeteile, vor allem Schrauben­schlüssel für verstellbare Bindungen, 6. Traggurt oder Ziehlcine, 7. Seebundsfelle, 8. Reparaturzeug und Ersatzspitze, 9. Skiwachs für die verschiedenen Schneearten, 10. Lederfett, 11. Stöcke, 12. Rucksack, 13. Lawinenschnur, 14. Schneebrille, 15. Lichtschutz, salbe, 16. Kochapparat, 17. Brennmaterial dazu, 18. Laterne, Kerzen und Zündhölzer, 19. Messer und Touristenbesteck, 2Q. Bindfaden, Nähzeug, Sicher­heitsnadeln, 21, Signalinstrument, Karten, Kom­paß, Fernglas, 22. Taschenapotheke, 23. Hütten- schlüsiel, 24. Legitimationspapiere (Vereins- und Skiverbandsmilgliedskarte), 25. Rauchwaren, Pfeife, 26 Proviant und Feldflasche. Es ist angebracht, auch den Proviant noch listenweise zu gliedern.

Wer lacht da? Sie meinen, es wird nicht einer barfuß ausrücken, ober seine Schneeschuhe vergessen. Noch einmal: Selbstverständlichkeiten gibt es nicht, und bann ist biese Liste bie Skala, nach welcher man sich im Anfang feines Stiläuferbaseins ausrüsten soll, unb späterhin auch eine frühzeitige Erinnerung an Dinge, bie vorbereitet werden müssen, z. B. habe ich auch meine Skier gespannt, die Bindung ver­paßt, sind meine Schuhe genagelt, geschmiert ober beim Schuster? Oder hat mein Freund, dem ich kürzlich auf der Fahrt die Ersatzspitze leihen mußte, das Ding auch wieder zurückgebracht? Vorerst also wollen wir uns nach dieser Liste ausrüsten.

Wenn eine Dame Skilaufen lernen will, geht sie zur Schneiderin. So hat man früher einmal ge­spottet. Wer gut und richtig gerüstet sein will, muß sulchen Gang zum Sportausrüster auch als Herr machen. Früher, als man die winterlichen Verhält- uisse noch nicht so kannte wie heute, zog man sich, unter dem Einfluß der von einem Polarforscher zu uns gekommenen Kunde vom Schneelauf, gerade­zu polarmäßig an. Jahrelang blieb es io, bis lang- i sam sich die Erkenntnis Bahn brach, daß der Win- I

rer bei uns gar nicht so schrecklich kalt ist und daß die eifrige sportliche Betätigung reichlich Wärme er­zeugt. Und man lernte: nicht dick und rauh und schwer, sondern leicht und glatt, aber wind- und wasserdicht muß die Skiläuserauhenkleidung iein. Deshalb ziehen heute die Skiläufer kaum schwerer bekleidet aus als die Touristen zur Sommerzeit, wenn sie mit schlechtem Welter rechnen müssen

Es ist nicht meine Aufgabe, nun auch bestimmte Schnitte vorzuscklagen ober vorzuschreiben, nur die allgemeinen Erfahrungen und Grundsätze können erwähnt werden, und die bestimmen ferner, daß der Anzug des Skiläufers und der Skiläuferin an allen Stellen, wo Schnee und Kälte eindringen können, gut zu verschließen ist. Entschieden von großem Vor­teil ist der Schneeabwehr halber unb wegen der größeren Bewegungsfreiheit das lange Beinkleid, das auch schlank gewachsene Damen tragen können. Damen, die nicht auf große Touren gehen, haben es im übrigen gar nicht notwendig, als Herren durch die Welt zu stolzieren, sie sind im kurzem Rock viel eleganter.

Man kann die merkwürdige Beobachtung machen, daß sich zumeist Anfänger, die fallend unb purzclnb am meisten mit dem Schnee in Berührung kommen, in rauhe, jchneefangenbe unb schneefesthal- tenbe unb somit schließlich näh'enbe Wolle fleiben. Diese Wollsachen sinb ganz nett unb fleibfam unb ganz praktische Kleidungsstücke fürs Herumstehen und Herumsitzen, für bie Bahnfahrt oder für die Gasthausbiele, aber als Außenkleibung zum Heben unb Wandern kann sie kein erfahrener Skiläufer empfehlen. Dasselbe gilt von Lederjacken. Solche Kleidung nehme man sich für genannte Verwendung und als wärmende Zwischenkleidung mit.

Was der Skiläufer aber dringend braucht, Herr wie Dame, das ist die Windjacke aus wasser- und winddichiem Segeltuch.

Die Kopfbedeckung soll so sein, daß sie bei Be­darf auch Ohren und Nacken schützen kann. Fäust­linge sind besser als Fingerhandschuhe. Die Leib­wäsche bestimmt jeder nach Erfahrung, Gewohnheit und Geschmack.

Nun etwas vom Ski! Der Rat, Skier zu kaufen, deren Spitze man mit ausgestrecktem Arme gerade noch erreichen kann, wenn sie neben einem stehen, ist doch wohl zu allgemein. Für Mittelgebirge und Sportgebrauch kann man etwas längere Hölzer nehmen, für alpine Touristik werden kürzere vorge­zogen. Man achte vor allem auf gutes Holz. Schnee­schuhe, die an der Spitzenaufbiegung Holzfehler auf- weisen, ober winbschief und krumm sind, sind un­brauchbar. Nicht immer sind die Hölzer von An­fang an genügend imprägniert, das heißt, mit fett­haltigen Stoffen durchtränkt. Wie man seine neuen Bretter behandeln soll, lasse man sich von seinen Freunden oder feinem Lehrer zeigen. Auch über den Gebrauch des Skiwachses höre man solchen Rat. Um ihn schriftlich auch noch einigermaßen erschöpfend geben zu können, müßte man Bücher schreiben und sich darin als Chemiker gebärden und auch vom Leser chemisches Wissen voraussetzen. Hier gilt es, Erfahrung zu sammeln.

Die Verbindung des Fußes mit dem Ski besorgt die Bindung. Wenn ich erwähne, daß es Zeiten gab, wo das ThemaBindung" anzuschneidcn in den Klubs scherzhafterweise bei Geldstrafe verboten war, wirb man leicht v-rstehen, daß es sich hier um eine heikle Sache handelt. Die Könner und Heber» legenen, die da sagen, Bindung sei Nebensache, haben nicht ganz unrecht. Wer den Ski beherrscht, der fährt ihn auch mit schlechter Bindung. Eines steht fest: man kann sich bei jedem Mißerfolg unb bei jedem Sturz auf die Bindung hiuausredcn. Es ist auch so üblich geworden. Eine gute Bindung aber, um wieder ernsthaft zu werden, erleichtert vor allem das Lernen ganz bedeutend.

Das große Würfelspiel.

(Martina IBilemar.)

Roman von Franz lauer Kappus.

45 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Unb jetzt da hinten: was bezweckte bie Komö­die? War die Frau verrückt geworden? Tiefer beugte sich Kreuth auf das Lenkrad. Beißende Glut saß im Nacken. Durch alle Adern jagte die Hitze. Natürlich ihr Atem, dachte Kreuth. Sie atmete ja do rückwärts. Ihre braunen Augen lagen auf ihm. Wie er das spürte, wie das durch Mark und Bein ging! Warum floppte er nicht? Warum riß er die Sabukowa nicht aus dem Wagen? Hallyh, was soll das?

Aber das Auto fuhr und fuhr.

Plötzlich lächelte Kreuth. Haha! Er hatte sie ja in der Gewalt. Was er wollte, mußte geschehen. Mas vermochte sie da hinten, wenn er ewig so weiter­raste? Vorsichtig lugte er nach rückwärts. Weiß und starr schaukelte die Sabukowa auf und nieder. Hatte sie die Hand nicht gehoben? Haha, sie konnte die Hand heben, solange sie wollte.

Schmal gewinkelt leuchtete der Griebnitzsee und versank. Die Häuser von Nowawes rauschten vor­über. Der Bahnhof von Potsdam sprang auf und blieb zurück. Schon war die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Sicht. Aber Kreuch riß den Wagen in schleudern­dem Bogen herum. Was hatte er in Potsdam ver­loren? Rechts blieb die Stadt liegen. Der Brau- hausberg und der Telegraphenberg stiegen links­seitig an. Weiter ratterte das Auto in den ebenen Wald. Wieder griff Kreuth nach dem Schalthebel. Im selben Moment waren die Föhren beiderseits schon graugrüne, wehende Wände. Wie mit Nadeln stieß die Lust.

Da fühlte Kreuth sich gepackt.

Halt!" rief die Sabukowa.

Kreuch bremste jäh und lenkte den Wagen auf bas Bankette. In der Mulde des seichten Straßen­grabens hielten die auswärtigen Räder.

Die Sabukowa stieg aus. Ihr Leib in dem grauen Seidenmantel straffte sich. Kurz schritt sie auf dem federnden Grund hin und her. Dann trat sie an den Führerschlag. Ihre Lippen lächelten leise.

Da wären wir nun."

Sekundenlang taute Kreuch an einem Wort. Gleich hinterher richtete er sich auf.

Was soll das Theater?' fragte er rauh. Sein Untertiefer sprang vor.

Die Sabutowa legte den Kops zurück.

Ich wundere mich über dich, mein Lieber! Ich wundere mich sehr."

,Es gibt nichts zu wundern."

Die Art, wie du dich davongemacht hast: nicht nett war das."

Ach was", murmelte Kreuth und fühlte einen Knebel im Munde. Aus weiten Augen starrte er die Frau an. Immer näher tarn ihr Antlitz.

Und auch hier: warum hast du dich um mich nicht bekümmert?" fragte die Sabukowa tief und schwer.Ein Leichtes wäre es gewesen, mich zu finden."

Kreuth duckte sich. Dann wuchs er wieder in die Höhe.

Der andere hängt ja an dir." Die Worte gur­gelten.

Das hat dich abgehalten?"

Das und überhaupt"

Tiefer beugte sich die Sabukowa in den Wagen. Ein kurzes, gurrendes Lachen klang.

Du hättest dem anderen doch an die Gurgel springen können! Etwas Aehnliches hast du ja ein­mal versprochen. Oder ist das schon vergessen?" Die Sabukowa begann, ihre Stulphandschuhe abzustrei­fen. Langsam tarnen die weißen Finger zum Vor­schein. Dicht vor den Augen Kreuths dehnten und streckten sich die feinneroigen Hände. Ein Duft nach blühenden Orangendolden stieg aus der mattschim- mernben Haut.

Mit aller Kraft drehte Kreuch den Kopf auf die andere Seite. Teilnahmslos standen drüben die Föhren. Zerschunden und armselig sahen die vor­deren Reihen aus. Bis auf den Boden sickerte die Nachmittagssonne durch das Geäst. Dahinter wob gleichmäßige Dämmerung. Für eine Viertelsekunde schob sich ein knallgelbes Auto vor das Bild; flie­gende Striche waren die Gesichter der Insassen. Gleich darauf war alles wie früher: stumm ragten die Bäume, hell leuchteten die Lichtflecke, wieder piepste ein Grünfink sein kurzesTiuii"

,Hch will dir sagen, was dich abgehalten hat", sprach die Sabukowa.Dein Mädel hat dich ad-

Der Läufer bedienk sich ferner der Doppelstöcke. Dies sind zwei gleiche, etwa brusthohe Stöcke, die oben eine breite Schlaufe und unten einen Schnee­teller haben. Sie sollen leicht'und doch fest fein.

Die erste Ausrüstung vervollständigt ein guter Rucksack, und darin soll der Anfänger Fausthand- schuhe, Schneebrille, Reseroeriemen unb Ekirepara-

turzeug mit sich führen. Das genügt im großen ganzen für den Skikurs, weist auch für Fahrten im harmlosen Gelände.

Nun sind wir skikursfertig. Mieaus dem Ei gepellt", würde der Berliner jaaen,wiea ausn Schachten", der Münchner undfesch beinanb" der Wiener.

Was der Sonntag bringt.

Die Kreismeister,cd afisspiele im Arbeiler-Turn- und Sportbund.

£ Die erste Mannschaft der Freien Sumer- schäft Gießen geht am Sonntag einen sehr schweren Gang, sic hat auf den Frankfurter Riederwaldwiesen dem Q3. f. ß. 19 13 Dorn- Heim entgegenzutreten. EL ist dies die Mann­schaft, die neben den Mörselder Turnern bis jetzt die meisten Aussichten aus den Titel ÄreUmeifter hat, uni) ohne Minuspunkte bei einem Tor­verhältnis von 10:5 die Führung besitzt. Die Mannschaft stellt ein geschlossenes Ganzes Dar, in der die E.ürmerreihe überragt. Die Aussichten der Gießener sind recht schwach, ihr Haupt­bestreben wird sein müssen, das Resultat niedrig zu halten. Spielt die Mannschaft dagegen ein so technisch hochstehendes Spiel wie gegen Fried­berg nach dem Seitenwechsel (natürlich in diesem Fall eineinhalb Stunden lang), so kann ihr unter älmstanden ein Unentschieden gelingen. Dor- Her messen die Zugendmannschasten bei­der Vereine ihre Kräfte. Dei dem guten Stand der Jugendklasse im oberhessischen Dezirk werden die Gießener Jungen dies Tressen voraussichtlich für sich entscheiden.

Mörfelden und Hanau treffen sich in Mörfelden. Dieses Spiel hat insofern Dedeu» tung, als abgewartet werden muß, wie Hanau gegen diesen Gegner auskommt. Nachdem die Mannschajt gegen Gießen 1:1 und gegen Dorn­heim 5:6 spielte, ist kaum mit einer hohen Niederlage Der Hanauer, die erwartungsgemäß erfolgen wird, zu rechnen.

Ein interessantes, aber scharfes Spiel werden sich Friedberg und Wiesbaden (V. f. R.) in Wiesbaden liefern. Velden Mannschaften wa­ren seither die Punkte versagt. Hier wird es darum gehen, wer das Ende der Tabelle ziert, und hiergegen werden sich beide Mannschaften kräftig wehren. Friedberg hat nach den -seither gezeigten Leistungen die meisten Aussichten auf den Sieg.

Dom sonstigen Spislbetrieb.

3n Praunheim bei Frankfurt treffen sich die Dortige Erste mit Der ersten Mannschaft Der Freien Turnerschaft Heuchelheim. Heuchel­heim geht mit schlechten Aussichten in den Kamps, zählt doch Praunheim mit seinem ganz vorzüg­lichen Sturm mit zu den besten Mannschaften des 9. Kreises. Die Jugend Heuchel­heims unternimmt ebenfalls einen Ausflug ins Preußische, Dodheimll soll den Gegner am Sonntag abgeben. Rodheiml hat sich Naunheimll zu einem Spiel verpflichtet, dessen Ausgang völlig offen bleiben muh.

Lahnkreisvorschau.

h. Mit nur drei Begegnungen am kommenden Sonntag ist die Paarung äußerst ungleich. Zu­nächst hat Der D. C. Wetzlar auf eigenem Platz Die Butzbacher als Gegner. So sehr Diese in letzter Zeit gute und bessere Leistungen zeigten, glauben wir Doch nicht an einen Sieg Der Gäste, weil Deren Hintermannschaft zu schwach ist. Mit ihrem guten Sturm Dürften Die Butzbacher allerdings auch nicht leer ausgehen. Ockers­

Hausen gegen Gladenbach könnte nur in Form einer Äeberraschung anders als mit einem Siege Der Ockershäuser, zumal aus deren unbe­rechenbaren Platz, ausgehen. Aehnliches gilt für das Tressen F. C. We hlar gegen Dille n- b u r g. Hier wird Wetzlar gewinnen und sich end­gültig vom Tabellenende freimachen.

Bezirksligavorschau für Hessen-Hannover.

tz. S. C. 03 gegen Spielv. Kassel heißt das Hauptereignis des Sonntags in Der Nord­gruppe des Bezirks. Nachdem Spielv. am ver­gangenen Sonntag einen so schweren Gegner wie Die S. Dg. Göttingen nur durch einen glück­lichen Sieg überwand, kann sie im Falle eines Sieges Die Führung vor Dem Altmeister ..Sport" Kassel übernehmen. Bei Der derzeitigen guten Form Der 03er ist diese Möglichkeit nicht gerade gegeben. Tura Kassel gegen Einbeck heißt Die zweite in Kassel stattsindende Begeg­nung. Hier kann man in Tura nicht ohne weiteres Den Sieger sehen. Denn Einbeck wußte sich bisher stets in achtunggebietender We se zu wehren, und wird nicht versäumen, am Sonntag das gleiche zu tun. Das Göttinger Lokaltressen zwischen 05 und S.D g. vervollständigt das spannende Nordprogramm.

Gießener Schwimmverein.

Arn kommenden Sonntag findet in Offen» bad) das zweite Hallenschwimmfest in diesem Herbst in Gestalt von gauoffenen Wettlämpfen des Offenbacher Schwimmvereins von 1 89 6 statt. Das Meloeergebnis ist gut. Der Gießener S. D. ist auch diesmal wieder an einer Reihe von Wettkämpfen be eiligt. Als erste gehen vom G. S. D. die Knaben in Der Lagenstaffel 3x4 Bahnen (Dahnlän e vier­zehn Meter) an Den Start. Sie werden gegen Offenbach 96 einen schweren S and haben. In Damenjuniorbru st schwimmen, 8 Dah neu, Das sieben MelDungen aufweist, wird FrI Hinrichs, Darmstadt, schwer zu schlagen sein Frl. Jäger, G. S. D.. sollte sich in diesen Rennen einen Platz sichern. Das Herren- j u n i o r b r u st s ch w i m m e n, 8 Dahnen, ist Den Osfenbacher Moenanen Fuhr nicht zu nehmen Rolf Kraft vom G. S. D. hat, wenn er tüchtig ins Zeug geht, Aussichten auf Den 2. Platz vor Den beiden Frank ur ern Deppner (E. F. S. E.> und Fechner (F. S. 2.). Die Entscheidung in Der Darauf folgenden Knabensreistil» ft a f f e I, 3x4 Dahnen, wird wiederum zwischen dem G. S. D. und den Osfenbad)er 96em liegen Einen äußerst harten und spannenden Kamps wird zum Schluß noch die Herrenlagen- staffel für 3. Senioren bringen. Hier sind außer Moenus, Offenbach, alle Gauvereine von Namen vertreten: Frankfurter Schwimmverein, I. Frankfurter Schwimmklub, Iungdeutschlank Darmstadt, Offenbach 96 und (Siebener S. D. Letzterer tritt in Der Aufstellung Rolf Kraft Pascoe, Dr. <3 cf an und wird mit dieser Mannschaft keine schlechte Rolle spielen. Die gute Ausgeglichenheit Der Mgnnscha t sollte ihr, toenr nicht alles trügt, zum Siege verhelfen.

gehalten, dein kleines, blondes Mädel." Die wei­hen Finger streckten sich aus. Langsam faßten sie Kreuth beim Kinn und wandten sein Antlitz herüber. Sieh mich doch an." Die braunen Augen der Sa­bukowa wurden schmal.So ist es doch?"

Kreuth keuchte unter ihrem Blick.

Unb wenn es so ist?"

Sehr anständig." Die Sabukowa lächelte müb. Unzählige haben viel verloen, weil sie jo anstän­dig waren. Und haben sich nicht genützt und nicht dem anderen Teil. Die Anständigkeit hat plumpe Beine. Ehe man sich's versieht, sind ein paar Her­zen zerstampft." Weit offen standen die Augen der Sabukowa wieder.Und das Glück? Wie selten geht das Glück mit der bürgerlichen Moral Hand in Hand!" Ganz leise fügte sie hinzu:Unb doch könnte ich mir so einen Fall denken." Noch leiser seufzte sie:Vielleicht."

Mit einem Satz war Kreuth aus dem Wagen.

Was will das bedeuten?" Ungestüm drängte er an die Sabukowa heran. Aber seine Schultern begegneten ihren ausgestreckten Armen.Du und ich am Ende?"

Die Sabukowa riß den kleinen Lederhut vom Kopf.

Was weißt denn du von mir! Wie könntest du ahnen, was das heißt: seit Monaten hinter dir her, seit Monaten dir nach! In Italien, in der Schweiz, bis nach Berlin: immer du, du!" Die Sabukowa schüttelte sich, als ob sie vor sich selbst erschräke.Ein Weib wie ich!"

Welchen Fall könntest du dir denken?" fragte Kreuth und spürte das Drängen einer Liebe, von der nicht einmal ein Traum gewußt hatte. Ver­langend warf er die Hände vor. Aber seine Hände griffen Luft.

Mitten unter den Föhren hielt bie Sabukowa schon.

Mein Guter," sprach sie gezogen,so einfach ist bas nichi." Ginnenb schaute sie ins Leere.So ein Rausch ist ein schlechter Begleiter. Nur solange der Rausch anhält, hat man den Mut, über den schmalen Steg zu gehen, darunter das Leden wirbelt und braust. Vielleicht taumelt man auch bis zur Hälfte: aber bann stürzt man rettungslos in bie Tiefe. Unb in ber Tiefe zieht Geröll unb Schlamm unb Schmutz."

Ich liebe bich ja, Maria", sagte Kreuth einfad und still.

Die Sabukowa spannte den Leib.

Wieder ober noch immer?"

Immer mehr, Maria." Nie burfte man von bie= ser Frau gehen, fühlte Kreuth sein Mut rufen.

Unb in einem Jahr, in zehn Jahren?" Nur einen Augenblick ftanb bie Sabukowa noch still. Dann lachte sie kurz, baß es wie ein heißer, bunfler Schrei war.Ein Jahr, zehn Jahre: was schert bas mich!" Schritt für Schritt ging sie auf Kreuth zu. Zwischen beibe Hänbe nahm sie sein Antlitz. Du," rieselte es von ihren Lippen,bu, bu." Ihr Atem brannte.Ich töte bich, wenn bu jemals er« wachst! Nie barfft bu erwachen, verstehst bu mich: nie!"

Wie toll küßte Kreuch ihren Munb. Doch schon im nächsten Moment entglitt ihm bie Sabukowa.

Ihre Stimme hatte bie gewohnte Farbe, als sie sagte:Um bein kleines Mäbel soll bir nicht bange lein. Sie wirb sich wieberfinben. So sieht keine aus, Die verzweifelt."

Kreuth lallte etwas. Die Wirklichkeit war ba.

Du kennst Martina?" fragte er nach einer Pause.

Die Sabukowa bejahte.

Noch hält sie an bir fest. Aber damit belügt si< sich selbst. Eitelkeit unb Trotz spielen ihr ben Streich. Immer sinb Eitelkeit unb Trotz bie letzten Posten, die das Feld räumen. Längst sind Vertrauen unb Liebe abgezogen, längst ist bie Schlacht verloren: aber bie zwei Posten tun immer noch, als wollten sie eine Schlacht gewinnen." Weit schwenkte bie Sa­bukowa ihren Hut burch bie Luft.Es soll bir nicht leib fein, mein Lieber. Kein gutes Paar hättet ihr beibe abgegeben." <

Mit langen Schritten marschierte Kreuch auf unb ab.

Warum sprichst bu geringschätzig von Mar­tina?"

Die Sabukowa wunberte sich.

Wahrhaftig nicht geringschätzig", versicherte sie. Gerabe im Gegenteil. Vielleicht ist sie sogar eine kleine Heilige, bein blonbes Mäbel. Aber bas ist er ja: eine Heilige unb bu gestatte, baß ich lacfje!*

Mit einem Ruck ftanb Kreuch still.

(Fortsetzung folgt.)

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♦uh allein

Hama butterem

k- I lHixUMn- - - -----