KrciS Ariedberg
»f. Friedberg, 18. Nov. Mir dem Bau des schon lange geplanten evangelischen ®e- meindehauses schein' es nunmehr ernst zu werden. Die Gemeinde hat schon vor einiger Zeit ein passendes Grundstück an der Kaiserstraße gekauft, dessen Hintergelände eine sehr schöne freie Lage ha: und einen prachtvollen Bauplatz bietet. Die Kirchen- gemeindevertretung hat nunmehr in ihrer legten Sltzung beschlossen, eine Anzahl der den milden Stiftungen gehörigen Grundstücke an die Landes- kirche zum Preise von 30000 Ml. mit dem Rück kaufsrechte zu veräußern, außerdem soll das der evangelischen Gemeinde gehörige, früher als .Her berge zur Heimat" benutzte Gebäude verkauft und wahrscheinlich seinem früheren Zwecke wieder dienstbar gemacht werden. Auch will man einen G e - meindehausverein gründen. Man hofft, durch die Bereinrbeiträae einen Teil der Verzinsung aufbringen zu können. In dem projektierten Neubau soll ein größerer Saal vorgesehen werden, der mindestens 800—1000 Personen aufnehmen kann, da sich die hier befindlichen Säle bei besonderen Veranstaltungen schon lange als nicht ausreichend er- wiesen haben.
Friedberg. 18. Roo. Ta» ursprünglich als Krieger ehrenmal zur Ausführung vorgesehene Projekt des Bildhauers Dam mann „Feldgrauer Soldat" findet keine Verwirklichung. Zur Ausführung dürfte ein Vorschlag des Hochbauamt- Friedberg kommen, der an die Errichtung eines Shren- turmce in Verbindung mit dem Ausbau des Wasserbezugsnehc» der Stadt Friedberg öentt. Gärtnerische Anlagen auf der Ober- wöllstädter Höhe werden den Shrenturm umfassen. In seiner Art wird die hiesige Krie- gercbrung vorbildlich für ganz Oberhessen fein.
Bad-Nauheim. 18. Nov. Vertreter von Behörden und Vereinen uersammelten sich hier unter dem Dorsitz von Kurdirektor v. B o e h m e r zu einer Besprechung zwecks Gründung einer Volksbühnen gemeinde im Anschluß an den ^Verband der Deutschen Dolksbühnenuereine. Direktor Meißner vom Frankfurter Künstlerlheater und Bezirkssekretär Neuburg verbreiteten sich eingehend über die Organisation und die künstlerischen Ausgaben des Verbandes. Da sich für die Wintermonate das Bedürfnis für gute Theater- Vorstellungen gezeigt Hal, schritt man nach längerer Aussprache zur Gründung eines D o l k s b ü h n e n o e r e I n s in unserer Stadt. Dem Vorstand sollen Vertreter der Bad- und Kurverwaltung. der Stadt, der Gewerkschaften, des Bildungsvereins, des Vortrags- und Musikvereins, der Schulen und der Verkehrskommission angehören. Als erste Veranstaltung wurde die Aufführung von „Nathan der Weise" durch das Frankfurter Künstlertheater beschlösse:,. Ausdrücklich wurde in der Aussprache hervorgehoben, daß die Volksbühne nur während der Wintermonate hier gastieren könne, da im Sommer ja durch da» Kurtheater ein abweckslungsreiches fünft- lerisches Programm geboten werde.
Kreis Büdingen.
4 Büdingen, 18. Nov. In Stockheim wurde eine Kreisgruppe des Kreises Büdingen der kameradschaftlichen Vereinigung ehemaliger hefsifcher Garde-Dragoner N r. 23 und des Bun des ehemaliger Leib- Dragoner Nr. 24 gegründet. Bei recht zahlreicher Beteiligung der Kameraden des Kreises Büdingen wurde für den Bau des Denktnals, das für die Gefallenen der beiden Regimenter und ihrer
Äriegeforntotionen in Darmstadt errichtet werden soll, die schöne Summe von 110 Mark gezeichnet. An der Spitze des Vorstandes stehen: 1. Vorsitzender Prinz Stolberg, Rittmeister a. D., Orlenberg, 2. Vorsitzender Inspektor Hans Stiller. Büdingen. Außer der Denkmalsfrage wurden noch Regimentskriegsgeschichte und andere wichtige Punkte besprochen.
th. Leidhecken, 18. Roo. Bei einer von den hiesigen Iagdpächlern abgehaltenen kleineren Treibjagd Im Waldrevier wurden 10 Hasen, 4 Rehe und ein Fuchs zur Strecke gebracht.
Kreis Schotten.
6 Schotten. 18. Nov. Der Bezirks- Lehreroerein Lchotten beabsichtigt, den 100jährigen Todestag des großen Pädci- goacn Pestalozzi, der auf den 17. Februar 1927 fallen wird, durch eine große Feier zu begehen. Die Feier soll nicht nur eine solche für die Lehrerschaft, sondern insbesondere auch für die Allgemeinheit Schottens und der Umgebung sein. Es ift geplant, nach einer die Vcrd'..nste Pestalozzis roürbigenben Ansprache ein Theatersnick aufführen zu lassen, welches die Wirksamkeit des bedeutenden Kinderfreundes zeigt. Einige Vereine Haden ihre Mitwirkung bereit» yigcfagti Es darf damit gerechnet werden, daß diese Erinnerungsieier sich zu einem ganz großen Ereignis für unser Städtchen gestalten wird.
Ober-Schmitten. 18. Nov. Die mr die Kirche in Eichelsdorf bestimmte neue Glocke wurde gestern am hiesigen Bahnhof ausgeladen, um in feierlichen Zug durch die Ortsstraßen der hiesigen Filialgemeinde geleitet zu werden. Schuljugend. Orts- und Kirchenoorstand. sowie zahlreiche sonstige Etnwohner begleiteten den grün geschmückten Klockenwagen. Bürgermeister Mantel begrüßte am Bahnhof die Erschienenen. Vor dem Geburtshaus des Stifters der Glocke, des Deutsch-Amerikaners Karl Braun, gedachte Dekan Scriba- Elrbclsdorf in dankbarem Erinnern des im Vorjahre verstorbenen Spenders der Geldmittel. Die Glocke wurde sodann nach Eichelsdors geleitet, wo Schuljugend und zahlreiche Gemeindeglieder von da sich dem Zug anschlossen. Man brachte die Glocke zur Kirche, wo sie zunächst bis zur Weihe am 1. Advent Aufstellung findet. Sie ist aus Bronze von der Firma Schilling in Apolda gegossen, wiegt etwa !• Zentner und trägt neben den sonst üblichen Inschriften des Stifters Namen, den sie auch fortan führen soll.
ftreift Alsfeld.
f—Ober-Ohmen, 18. Nov. Zur Zeit werden in die hiesige Orgel durch die Orgelbaufirma Nikolaus & Förster in Lich ein elektrisches Gebläse und neue Prospektpfeifen eingebaut, und das ganze Werk wird dabei einer gründlichen Reparatur unterzogen. Beim Beseitigen des alten Blasebalges, der wohl den zehnfachen Raum emnahm als der neue, entdeckte man ein auf die Innenseite geklebtes Papier, das folgende In jchrisi trug. „Diehe Orgel und die Orgel zu Koedin gen sind mit einander gemacht worden vom Drgel- und Instrumentenmacher Hartmann Bernhard von Romrod, meine Frau wahr eine gebohrene Schlößer von Elpenroth, mein ältester Sohn war 44 Jahr alt, der zweite 3 Jahr und der dritte 1 Jahr. — Rom- , rod, 12ten Oktober 1808." Unsere Orgel hat also das ft ältliche Alter von 118 Jahren. Sie war für damalige Verhältnisse mit ihren 2 Manualen und ca. 25 klingenden Registern ein Prachtwerk. Auch heute macht sie in dem stattlichen Ge Hause und den neuen Prospektpfeifen einen recht guten Eindruck, trotz ihres hohen Alters. Leider macht sich aber das Zerstörungswerk der Holzwür-
nter immer mehr bemerkbar, jo dog in einigen Jahren mit einem Oraelneubau gtrtdinei werden muß. Die Prospektpfeifen und das elektrische Ge- bläse im Werte von 2500 Mk. können beim Neubau miiverwendet werden und sind also der erste Anfang zu einem neuen Werk, das außerdem noch —9000 Mk. erfordern wird. Die Kirche fteili für diesen Zweck jährlich einige hundert Mark in den Voranschlag. Das Orgelgehäuse steht unter Denkmalschutz und muh deshalb erhalten bleiben. Ueber die alteingesessene hessische Orgelbaufirma Bernhard ist iolgendes zu sagen: Der Erbauer der Orgel, Hartmann Bernhard in Romrod, war jedenfalls der Großvater des jetzt noch in G a m b a ch lebenden Orgelbauers Bernhard, der wegen seines hohen Alters feinen Beruf kaum mehr ausübt. Ein Sohn de» Romroder ’S. führte das väterliche Geschäft weiter, ein anderer gründete eine neue Orgelbausirma in Gambach. Zahlreiche Orgeln in unserer näheren und weiteren Umgebung wurden von den Gambacher Bernharde erbaut. Leider hat der jetzt noch lebende Orgelbauer Bernhard keine Nachkommen, io daß diese bekannte und geschätzte Familie ausstirbt. Die obenerwähnte Orgel in Köddingen, Kreis Schotten, ist das genaue Ebenbild unserer Orgel. Sie wurde im Dort- gen Jahre von der Firma Nikolaus & Förster rejia viert und mit neuen Profpektpfeifen versehen, eie befindet sich aber noch in bedeutend besserem Zustande als die hiesige Orgel. — Die hiesige Schule hat ein Har m o n i u m zum Preise von 370 Mk. angeschafft. Die von den Schülern auf dem Felde gelesenen Aehren ergaben einen Ertrag von 40 Mk.. eine Hansfaminlung 100 Mk. Die Gemeinde wird sich ebenfalls mit einem Zuschüsse beteiligen, außerdem stehen noch einige kleinere Stiftungen in Aussicht.
Starkenburg
D a r m st a d t, 18. Nov Gestern abend wurde zwischen König und Etzen-Gesäß auf den 49jährigen Tagelöhner Georg S ch l a n d e r von zwei unbekannten Männern ein Raubüberfall ausgeführt. Schlander wurde seiner Barsck)aft im Betrage von 23 Mark beraubt; außerdem erhielt er einen M esierstich in die rechte Brustseite. Da der Stich zunächst die Brieftasche traf, so wurde feine Gewalt abgeschwächt, und die Verlegung de» UeberfaQencn ist nur leichter Natur. Die Täter sind bis jetzt noch nicht ermittelt.
QB6QL Offenbach u. M., lö. Aov. Am Bußtage, abends gegen 9 Xlljt. ereignete sich hier infolge des dichten, an Hamburger Verhältnisse erinnernden Nebels ein schwerer Anglücksfall. Das aus Hameln stammende, bei einem hiesigen FabrUaiUen in Stellung befindliche 21 Jahre alte Dienstmädchen Auguste Mönkeberg fuhr mit den, Fahrrad vom Vorort Bürgel nach Offenbach. Infolge des starken Nebels faj> das Mädchen anscheinend nicht die Lichter eines ihm entgegenfommenben Straßenbahnwagens, trotzdem der Wagenführer anbau» ernb schellte, um die Radlerin zum Ausweichen ’i bewegen. Sie fuhr direkt auf den Straßen- 1 ahnwagen los, stieß dabei mit ihrem Rade gegen i ic Stirnwand des Wagens und flog mit dem .topfe gegen den Reflektor. wobei sie sich den Schädel völlig zertrümmerte. Der Tod trat auf der Stelle ein. Gin bet beigerufener Arzt konnte nur noch feststellen, daß das Mädchen nicht überfahren wurde, fonbern nur infolge des heftigen Anpralls umS Leben igelomgien ist. Die Leiche wurde nach dem Friedhöfe gebracht. Den Wagenführer trifft keine Schuld.
Rheinhesien.
WSN. Mainz, 18. Nov. Da die Interalliierte Rheinlandkorninission ihren Einspruch gegen dn Aushebung der hiesigen Eisenbahn- werkstäite fallen gelassen hat dürste in absehbarer Zeit mit dieser Aufhebung zu rechnen sein. Die Entscheidung über den Zeilpunkl der endgültigen Auflösung liegt bei der Rcichsbahndirekiion Safld. Beschlüsse sind jedoch bis jetzt noch nicht gefaßt.
Kirche und Schule.
wg. Schotten, 18. Non Unter dem Vorsitz von Dekan D o I p - Laubach sand gestern die 6. und letzte diesjährige Konferenz der Gei st sich en des evangelischen Dekanats Scholten statt, die von Pfarrer B r i e g I e b > Bobenhaufen II mit Schriftlefung und (Bebet eröffnet wurde. Pfarrer Hochdahl ».Dexheim, der ;ur Zeit im Auftrag des Evangelischen Bundes als Wanderredner das Dekanat Schotten bereist, hielt sodann einen Vortrag über das „Konkordat'. Der Appell des Redners, angesicht.- der drohenden Gefahr, die ein Reichs- fonforbat bringen tonnte, sich feft zufamincnzu- schließen zur energischen Wahrung bir deutsch-prv teslannjchen Interessen, fand lebendigen Widerhall. Beim gemeinsamen Mittagsmahl widmete der Vor sitzende dem am 1. Oktober nach 45jähriger Amtszeit in den Ruhestand getretenen Psarrer Nebel»Lau- bad;, der 32 Jahre lang ein vorbildlich treues und tätiges Mitglied der Dekanatskonserenz gewesen war, ehrende und anerkennende Abschiedsworte, auf die Pfarrer Nebel erwiderte und die Versicherung gab, er werde auch im Ruhestand noch gerne Zeit und Kraft öcm Dekanat und den Amtsbrüdern zur Verfügung steilen. — Nach Schluß der Konferenz tagte noch unter Leitung von Pfarrer Römer Schotten der Vorstand der Dekanats-Krankenpflege.
)( Ortenberg, 17. Nov. „Christus im Film", mit diesem Gedanken und dieser Tatsache wird sich gewiß mancher noch nicht abfinden können, vielleicht auch nad) der gestern abend in unserer Kirche stattgehablen Vorführung nod) nicht. Manches an diesem Film mar sicher noch unbefriedigend, aber vieles auch gut gelungen. Die Hauptbilder waren nach den Werken berühmter Meister gestellt, die Landschaftsbilder waren z. T. alänzend, die Dar- stellungen der Zeitgenossen Jesu sehr lehrreich, ein zelne Personen, wie Joseph, Maria, Herodes, Pilatus, Judas u.a. hatten treffliche Darsteller gefunden. Manche Szenen, z. B. die Gethsemane- und Streu- zigunasszene, waren von tiefergreifender Wirkung. Die Vorführung wurde von Gemeindeliedern stimmungsvoll unterbrochen uni) umrahmt.
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