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Turnen, Sport und Spiel.

Turngau Hessen D. T.

Wilhe!m-Mll-S1asfel und Tagung der Vereinsvorsitzenden o Gießen, 17. Oft. Das innere Leben Les Gaues Hessen wurde am heutigen Sonntag von der Harmonie ein-es erhebenden Dreiklangs beherrscht: Die Turnerjugend mit über 2000 an Ler Zahl übte ihre Körperkräfte in einem Eil- boten-Sternlauf, der zugleich der Pflege echt turnerischen Geisteslebens diente insofern, als er der Dankbarkeit gegen ihren Oberturnwart Wilhelm Will (Gießen) Ausdruck verlieh, und der Rachmittag sah die Alten in vertrau­licher Aussprache zusammen, um Rats zu pflegen über die Entwickelung der Turnsache im Gaugebiet.

Der erste Endläuser gab um 12.50 Uhr seinen Köcher im Saalbau Sauer in die Hand des Gauoberturnwarts: dieser Streckenlauf kam von L a u b a 6) aus dem zweiten Bezirk (Giehen- Wehlar-Grünberg), dessen zweiter Lauf von Burgsolms um 1.15 Uhr ankam. Inzwischen hatte der Hoherodskopf im dritten Bezirk (Schotten) 12.58 seinen Gruß entboten, der fünfte Bezirk (Friedberg -- Dad-Rauheim) folgte 1.19 Uhr von Riederwöll st adt her, der erste Bezirk (Marburg-Kirchhain) hakte je einen Lauf von Biedenkopf und R e u st a d t mit dem sechsten Bezirk (Frankenberg a. d. Eder) in Cölbe vereinigt und gab seine Urkunden um 1.24 Uhr ab, während der vierte Bezirk (Alsfeld- Lauterbach) von Pfordt an der Fulda aus um 1.25 Uhr den Schluß machte.

Gauvertreter Arthur Pfeiffer (Wetzlar) eröffnete nunmehr die Tagung dec zahlreich er- sch'enenen Derein^leiter und brachte die Eilboten- arüße zum 62. Geburtstag Wich. Wills zur Verlegung: neben dankbarer Verehrung bl Uzte auch der Humor schalkhaft auf, und insbesondere hatte der zweite Bezirk (Gießen-Wetzlar) als Heimat des Gefeierten in einem längeren ^Gedicht auch manche schöne Erinnerung aus der Jugend­zeit wieder aufgefri'cht. Wtth. Wills kurzer, inniger Dank gipfelte in dem Versprechen weiterer restloser Pflichterfüllung. Auch der Toten wurde in ehrender Weise gedacht. In warmen Worten erinnerte der Gauv'rtreter an das arbeitsfreudige und erfolgreiche Wirken von Emmanuel Schmuck, der über 25 Jahre dem Mi telrheinkreis Vorstand: es wird dem außer­ordentlichen Kreistt-rntag zu Wiesbaden am 5. Dezember l. I. nicht leicht werden, hier vollen Ersatz zu finden. Der Gau Hessen beklagt weiter den Tod seines Gaurechners Herman.: Post iAlsfeld), der bis jetzt die längste Amtszeit in der Geschichte des Gaues auf diesem Posten hatte, und während dieser Zeit von 25 I-zreni die Finanzen des Gaues auch in der schweren Kriegs- und Inilationszeit mustergü^ig verwaltet hat. Ferner berichtete der Gauvertreter über den Deutschen Turntag zu Bremen, den er und Wilh. W:ll als Abgeordnete des Gaues Hessen besucht haben. Die Zeitungsberichte durch lebensvolle Darstellung persönlicher Eindrücke er­gänzend stellte er befriedigt heraus, daß d:eses größte Parlament für die Pflege der Leibes­übungen in Deutschland in den Mauern der alten Hansestadt eine würdige Aufnahme gefunden habe, bei der erhebende, ja feierliche Augenblicke sich mit den Freuden geselligen Zusammenseins in schöner Harmonie paarten. Die Steuer- p o l i't i- der D. T. soll und mutz in dem Rahmen gehalten werden, daß Jahns Vermächtnis vom deutschen Turnen als einer allgemeinen Volks­sache damit vereinbar bleibt, und die D. T. darf und soll nicht mehr unternehmen, als sie aus eigner Krajt vermag, jedenfalls sich nicht auf Llnterstützunacn von dritter Seite verlassen. Der Kampf um die Jugend dauert in unverminderter * Kraft an: die Parteien, Konfessionen, Sonder- verbände für Leibesübungen werben um die kom- 1 mende Generation, und in diesem läuternden Kampfe gilt es, die deutsche Turnsache zu ein­wandfreier Ausgestaltung zu entwickeln. Von sach­kundiger Seite wurde auf die sportärztliche Bewegung hingewiesen, die je länger je mehr zu dem Gedanken neigt, dah das beste Training für ein Sondergrbret der Leibes­übungen doch letzten Endes durch eine vorauf­gehende, bzw. begleitende Gesamtausbildung des Körpers auf der breiten Grundlage des deut­schen Turnens erfolgreich wird. Der nächste " Deutsche Turntag wird in Stuttgart stattfinden. Unter den größeren Gauveranstaltungen war das 5 3. Gauturnfest zu Ridda ausgezeichnet vorbereitet und formte trotz der Tücken des Wet­ters dank der arbeits- und opferfreudigen Unter­stützung durch den Turnverein R.dda mustergültig durchgeführt werden: die noch ausstehende Ver­losung findet nunmehr am 31. Oktober statt. Zum 5 4. Gauturnfest rüstet sich der Turnverein Heuchelheim bei Gießen auf den 10. und 11. Juli nächsten Jahres. Die Beteiligung an dem Wettkampf der Altersriegen hat erfreulich zuge­nommen: deshalb soll der Gau-Turnausschuß dar­über entscheiden, ob statt seither zwei (35 bis 45 Jahre bzw. 45 Jahre und mehr) nunmehr drei Stufen geblldet werden sollen (ab 35, 45 und 55 Jahre), oder ob ein Ausgleich durch Gewäh­rung von Vorpunkten an die Aeiteren geschaffen werden soll, wie es bei dem Feldbergturnen! geübt wird. Zur Ausbildung von Turn­warten und Vorturnern wird im Laufe des Rovembers in Gießen durch den Gauober­turnwart ein Lehrgang (Samstagnachm'ttags und Sonntags) abgehalten, zu dem noch Plätze mit Gewährung von Unterstützungen bei baldiger An­meldung frei sind. Im Gegensatz zu Ridda hatte das Gaujugendtreffen, verbunden mit einer Gauwanderung . auf dem Gleiberg eine schlechte Beteiligung: die Iugendgruppen von Gießen und Friedberg werden vereint im Laufe des Winters in die sechs Bezirke gehen, Mm d'rrch turnerische, theatralische und gesang­liche Darbiettlngen neue Anregungen im Geiste Jahns besonders auch jn die Landvereine des Gaues zu tragen. Bei Heranziehung von gau­fremden Kräften zu Veranstaltungen müssen die Vereine die Genehmigung der Gauleitung ein­holen, die übrigens auch über gute gaueigene Werbekräfte verfügt. Zur Derminder-ng von Un­fällen bei den Leibesübungen aller Art soll jeder Beteiligte nach besten Kräften beitragen: warm empfohlen wird die Versicherung der Schüler, Schülerinnen und Iugendturner im Anschluß an den Iugendpflegeverband in Preußen, zumal der Gau triele preußische Vereine in sich schließt.

Erst spät am Rachmittag konnte der Gauver­treter die Versammlung schließen, die viel An­regung mit in den Gau hinausgab, wie sie vor­mittags viel Freude aus dem Gau hereingenom­men halte.

Handball im Gau Hessen der D. T.

Meisterklasse To. 1846 Gießen Mio. Gießen 3:2 (1:1).

o Zum ersten Male waren am Sonntag zu einem Handballspiel mehr Zuschauer erschienen, als man sonst gewohnt ist zu sehen. Die überaus stattliche Zahl kam in jeder Weis« auf ihre Rech­nung, denn es wurde «in schönes Spiel gezeigt.

Tv. 1846 errang einen glücklichen Sieg, die Mtv.-Mannschast mußte eine unverdiente Rieder­lage hinnehmen. Der Sieger gefiel durch sicheres Fangen und flotte Durchbrüche. Mtv. spielte stets überlegen, shstemvoller, besonders das Stel­lungsspiel war ausgeprägter: der Verlust dürste auf die mangelnde Schuhfreudigkeit des Sturmes zurückzusühren fein. Ergebnis 1:1 in der ersten Spielhälfte, alsdann Führung der Mtver 2:1 bis kurz vor Schluß, hierauf noch zwei Tore der 1846er, von denen das eine eine sehr hübsche und ansprechende Leistung darsteltte.

Mit diesem Sieg« steht 1846 Gießen mit 2 Siegen und einer Riederlage gleich 4 Punk­ten an der Spitze der Meisterschaftstabelle. Punktgleich folgen mit je einem Siege und einer Riederlage Männer-Turnvercin Gießen und Tv. 1860 Bad-Rauheim. Ohne Punkte ist bis jetzt noch Turn- und Sportverein 1860 Marburg. Der Gaumeister von 1925 26, Turn- und Sport­verein Butzbach, spielt in diesem Jahre in der Verbanüsrunde des I. Verbandes ,.Main- Lahn" des Mittelrheinkreises: jedoch befrem­det, daß nicht die A-Mannschaft der Butzbacher in der Meisterklasse teilnimnrt.

A-ftlafie dec Gauspiele Tv. 1846 II Mtv. II 2:0 (1:0).

Auch die zweiten Mannschatten der hie­sigen Turnveine trugen ihr Verbandsspiel am letzten Sonntage aus. T. V. 1846 war leicht überlegen und konnte 2:0 siegen. Schiedsrichter auch in diesem Treffen Turner Langsdorf vom Tv. 1860 Dad-Rauheim, der nicht nur spiel­technisch, sondern auch körperlich durch die Lei­tung dieser zwei Spiele, die ohne Pause durch­geführt wurden, eine ansehnliche Leistung voll­brachte.

Handball der UrbLitsrsporNer.

£ Zum ersten Pflichtspiel trafen sich am Sonn­tag die Mannschaften Gießens und Kinzen­bachs auf dem Trieb, wo mit dem Anwurf Kin­zenbachs ein forsches, aber völlig systemloses Spiel begann. Alles lief nach dem Ball und bildete so einen wirren Haul'm. In einem solchen Gedränge gelang es dem Ha^, linken Gießens in der 15. Mi­nute, für seine Farben den ersten Treffer zu er­zielen. Zehn Minuten später verwandelte der Mit­telstürmer nach guter Vorlage mit einem Wurf zum zweiten Tor. Nach dem Wiederanwurf zeigte das Spiel schon schönere und besser durchdachte Mo­mente: es zeigte sich der Einfluß eines durchaus kundigen Schiedsrichters. Nach einigem Hin und Her kam Kinzenbach durch seinen Rechtsaußen zum ersten Tor. Das Tempo ließ nun merklich nach, die Verteidigung Gießens rückte weit vor. Diesen Um- | stand konnte der Mittelstürmer Kinzenbachs aus­nutzen, zum zweiten Tor einsenden und damit den Ausgleich Herstellen. Im weiteren Verlauf des Spiels bekam der Gießener Tormann reichlich Ar­beit, die Anstrengungen beider Mannschaften waren aber ohne Erfolg, so daß die Punkte zu gleichen Teilen gingen. Bei Schluß trennten sich zwei Mann­schaften, die noch viel lernen müssen, aber zu noch besseren Erfolgen Hoffnung geben.

Futzbaü,

D. s. B.

Liga Vereinigte Marburg 5: 3.

Ligareferve Herborn Ligareserve 4:0.

3. Mannsch. 2. Mannsch. Daubringen 10: 0.

4. Mannsch. 1. Mannsch. Daubringen 3:1.

1. Iugendmannschaft 1. Iugendmannschaft B. C. Wetzlar 3: 0.

2. Jugendmannschaft 1. Iugendmannschaft Butzbach 0:1.

1. Schülermannsckast Schüler Lollar 1:2.

2. Schülermanwchaft Schiller Ste nbach 3:0.

(-) Den vorgestrigen Sonntag kann der Ver­ein in seinem Gesamtergebnis als vollen Erfolg für seine Farben buchen. In acht Wettspielen wurden sechs Siege mit einem Gesamttorergebnis von 29:7 Toren errungen.

Die größte Bedeutung hat naturgemäß der Sieg der Ligamannschaft über V. f. B. Kur Hessen Marburg, durch den sie ihre Stellung in der Tabelle außerordentlich verbessert hat. Man kann fast sagen, daß dieses Spiel ent­scheidend war für den Verbleib des Gießener Vertreters in der Bezirksligaklasse. Daß V. f. B. trotz Ersah für die verletzten SpielerSingel und Dickhardt, sowie für den gesperrten Kreß! antreten mußte und trotzdem verdient gewann, kann als moralischer Erfolg bezeichnet werden: dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dah derErsatz" eigentlich kein Ersah war und durch fein hervorragendes Spiel an der Er­ringung des Sieges großen Anteil hatte. Der Verlauf des Spiels war fpannend vom ersten bis zum letzten Augenblick. Schon in der 5. Minute führte die Platzmannschaft durch einen durch Flachskamp verwandelten Handelfmeter, muhte sich aber schon zwei Minuten später den Ausgleich gefallen lassen. Böckler hätte dieses Tor verhüten können. Das ohnehin schon sehr flotte Tempo wurde nun von beiden Mannschaften noch stark gesteigert. In fortgesetzt wechselnden Angriffen wurde um die Führung gekämpft. Man kann sagen, daß seit langer Zett ein Spiel mit so spannenden Momenten und sich blitzschnell ändernden Situationen in Gießen nicht mehr vor­geführt worden ist. B. f. B. schälte dank seines besseren Zusammenspiels die größere Anzahl Tor­gelegenheiten heraus, von denen Henrich II. eine durch Bombenschuß verwertete. Kurz darauf muhte Köhler wegen einer Verletzung seinen Läuserposten, den er bis dahin sehr gut aus­gefüllt hatte, mit Rechtsaußen vertauschen, wo er dann kaum mehr als Statist wirkte. Während Gießen bei leichter Feldüberlegenheit die Tor­zahl zu erhöhen suchte, gelang «s Marburg durch zu weites Aufrücken der einheimischen Verteidi­gung den Ausgleich zum zweitenmal zu erzielen.

Beim Stand von 2:2 wurden die Seiten ge- wechselt. Mit Anstoh entwickelte sich sofort wieder ein äußerst forsches Spiel, in dem beiderseits oft reichlich hart, jedoch ohne ausgesprochen unfair zu sein, um die Führung gekämpft wurde. Der V. f. B.-Sturm, von seiner Läuferreihe glänzend unterstützt und mit präzisen Vorlagen bedient, stattete dem Heiligtum des Gegners gefährliche Besuche ab, während die Hintermannschaft den Marburger Sturm kaum au,kommen ließ. Sie­ger konnte dann auch eine Vorlage Möllers durch Plazierten Schuh verwerten und das Resul­tat auf 3:2 stellen. Jetzt übernahm Marburg das Kommando und drängte beängstigend. Richt lange danach konnte der äußerst gefährliche Fischer, der auch die beuöen ersten Tore für Marburg geschossen hatte, durch eine feine Lei­stung zum drittenmal den Ausgleich erzielen. Rach kurzem Rachlassen kam V. f. B. wieder auf und rih durch K l e i n f e erneut die Führung an sich. Wiederum kämpfte Marburg mit dem Einsatz der ganzen Kraft und schuf beängstigende Mo­mente vor dem D. f. B.-Tor. So ohne weiteres wollte es sich doch nicht geschlagen bekennen. Als jedoch S t e g e r zum fünften Tor einschoß, stand der Sieg seiner Mannschaft fest. Rach einem selten abwechslungsreichen und spannenden Treffen verließ die V. f. B.-Mannschaft, die ein unein­geschränktes Gesamtlob verdient, mit einem wohl­verdienten Sieg den Platz.

Auch die sehr guten Resultate der übrigen Mannschaften verdienen nicht nur angedeutet zu werden. Die Ligareserve schlug die gleiche Herborn mit 4: 0 und gewann damit ihr vietlls Verbandsspiel. Wenn sie so weitermacht, ist ihr auch die diesjährige Meisterschaft der A-Klasse nicht zu nehmen. Die Dritte überfuhr die Zweite Daubringe ns mit nicht weniger als 10:0 und hat dadurch bewiesen, daß sie wieder stark im Kommen ist. Auch sie steht bis jetzt sehr gut in der Tabelle und kann u. a. den einzigen Sp'.elverlust noch aufholen. Die durch einige kamvferp.obie A. H. verstärkte 4. Mann­sch a f t hatte sich ein höheres Ziel als die eigene Dritte gesteckt und sich Saubringend Erste zu einem Gefellschaftsspiel eingeladen. Ihr 3:1- Sieg über diese zeugt von einem guten Geist. Die 1. Jugend inannschaft schiug im Diplom- spiel die spielstarke 1. I u g e n d vom B. C. W e tz- lar mit 3:0 und machte damit die Schlappe vom Vorsonntag zum guten Teil wieder wett. Die 2. Iugendmannschaft hielt sich gegen die 1.1 u g e n ö Butzbachs auf dessen Platz sehr gut. Bei der körperlichen itebenegen^eit und größeren Spielerfahrung des Gegners ist ihre knappe 0: 1--Riedellage als sehr gutes Resultat zu bezeichnen. Die 1. und 2. S ch ü le r mann­sch a s t e n spielten in Lollar bzw. auf eigenem Platz gegen Steinbach. Erstere verlor noch in der letzten Minute durch Elfmeter, durch die begin­nende Dunkelheit stark benachteiligt, knapp 1:2. Letztere gewann überlegen mit 3: 0.

SpMöereimgung 1900 Grehen.

ö. Die Ligamannschaft trug in Marburg das Meisterschaftsspiel gegen den derzeitigen Ta­bellenersten im Lahnkreis, den Rasensportoer- einGermania" 0 8, aus und unterlag 7:11 Es ist eigentlich kaum denkbar, wie eine Mann­schaft, die bis 25 Minuten vor Schluß in weit über­legenem Feldspiel mit nur 2:1 im Nachteil war, in den letzten Minuten eine so gewaltige Niederlage heraufbeschwören kann. Die Spieloereinigung war in der 1. Spielhälfte ständig die tonangebende Mannschaft. DieGermanen^ gelangten in dieser Zeit noch nicht fünfmal in den Gießener Straf­raum. Gießens Verteidigung stand saft immer bis zur Mitte aufgerückt. Bei Marburg verteidigte alles, nur die beiden Außenstürmer standen vorn. Selbst der hervorragende Halblinke Adorf mußte an­dauernd in der Verteidigung und in der Läufer­reihe mithelfen. Das Glück war mit Marburg. Bei einem schnellen Durchbruch der linken Gennanen- slanke siel auf weiten Schuß das erste Tor Mar­burgs, aus einem von der Mittelfeldlinie vom lin­ken Gießener Verteidiger dem Torwart zurückge- spielten Ball der zweite Treffer. 1900 holle direkt im Gegenstoß ein Tor auf, sonst scheiterten jedoch alle Angriffe an der oielbeinigen Marburger Ab­wehr. Bei den Gießenern fehlte immer noch der schußsichere Mittelstürmer, der gegenwärtig pausierte, und bei den anderen mangelte es an Geistesgegen­wart und Treffsicherheit. Auch nach dem Wechsel lag 1900 sofort erneut im Angriff. Die Gießener Läufer­reihe war überragend, sie beherrschte vollständig das Spielfeld. L o tz in der Marburger Verteidigung hatte ungeheure Arbeit zu bewältigen. Er kam gar nicht aus dem eigenen Tor- und Strafraum heraus, und trotzdem errang 1900 den Ausgleich, der um verftändlicherweife vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde. Eine weitere krasse Entscheidung traf er, als der Marburger Merlau nach Ab­pfiff durch Treten und Schlagen den Gießener Rechtsaußen anging. Er verwies beide vom Platz, obwohl der Gießener keine Regelverletzung beging. Diese Maßnahmen des Schiedsrichters machten die Gießener Mannschaft so mißmutig, daß die Ger­manen in den letzten 25 Minuten leichtes Spiel hatten, insbesondere da die Hintermannschaft über­haupt nichts mehr aufs Spiel hielt. 1900 verschoß auch noch einen Handelfmeter, dann endete das so schön begonnene Spiel mit einem Mißton.

Die Ligareserve kehrte von Dillen­burg 4:2 siegreich zurück. Zwei weitere von Gie­ßen regelrecht erzielte Tore gab der Schiedsrichter nicht.

Die Lehrmannschaft war in geschwächter Aufstellung als East bei dem Fußballverein 1 9 2 0 Ockertshausen und spielte 3:3 gegen dessen Ligareserve, verstärkt durch Ligaspieler.

Die 3 b - M a n n s ch a f t fertigte stark geschwächt Heuchelheims 2. 2:1 ab.

Die 1. Juyend setzte, wie vorauszusehen war, in Niedergirmes ihren Siegeszug fort. Resul­tat 5H für Gießen.

Die 2. Jugend unterlag in Leun gegen den körperlich weit stärkeren Gegner, ßeuns 1. Jugend, 3:4 und auch die 3.Jugend der Spielvereinigung 1900 mußte auf eigenem Platze gegen Daubrin - gen$ 1. Jugend eine 1:0-Niederlage hinnehmen.

D. f. R. Cid) I - Hessen"-G etzen I 0:8.

h. Mit diesem Spiel hatHessen" fein zweites Verbandssviel siegreich aeftaltet Es war ein Kampf, reich an spannenden Momenten, in dem dieHessen" technisch besser und bedeutend durch- schlagkräftiger waren. Lich hat diese hohe Riedrr- tage nicht verdient, denn sie verstanden es, das Spiel dauernd offen zu gestalten. Lediglich der

Sturm versagte im Schießen, sonst hätten auch sie 2 bis 3 Tore erzielen müssen. Schon in der ersten Viertelstunde erzlllten de ..Hessen" 3Tore, und damit war das Spiel schon entschieden. Lich konnte mitunter ganz gefährlich aussehende An­griffe einletten, doch die Gießener Hintermann­schaft war auf dem Damm und lieh keinen Erfolg zu. Gießen ging sogar mit 4 Toren in die Halb­zeit. Rach Wiederbeginn erzielteHessen" zwei weitere Tore und konnte gegen Schluß das Resul­tat auf 8:0 erhöhen.

23. C. 20 Gießen IIHessen" II 1:10.

ö. Auf dem B. E.-Platz trafen sich diese Mannschaften zum Derbandsspiel.Heis-n" konnte das Spiel dauernd überlegen gestalten und dem­entsprechend auch einen hohen Si:g herausholen.

Heuchelheim.

Sportverein 1920 Heuchelheim I Dallspielklub 1920 Gießen I 7:0.

ck. Diesem Spiel sah man in Heuchelheim mit großer Spannung entgegen, da man in B. C. 20 den schärfsten Gegner in der A-Klasse vermüllte. Auch der Tlmstand, daß B. C. 20 durch nachträg­liche Zusprechung einiger Puntte in der vergan­genen Serie zum Tabellen-Ersten d.r 8-Klasse ernannt worden war, gab dem Spiel einen be­sonderen Reiz. Man war neug'erig, wer am meisten Berechtig mg hatte, den Titel 8-M:ister zu tragen. Jetzt kann man sageill, -daß Heuchsl- heim der Bessere ist, denn ein Toruitterfchied von 7:0 bedeutet Klassenunterschied.

In der ersten Halbzett herrschte ziemlich ausgeglichenes Spiel, bei dem Heuch lheim etwas mehr drückte. D. C. verteidigte jedoch mit Erfolg und setzte sich dem forschen Spiel Heuchelheims energisch zur Wehr. In der 35. Minute kam Heuchelheim nach schöner Kombination zum ersten Tor, dem bald daraus die Rummern 2 und 3 folgten. Mit 3:0 ging es in die Halbzeit. In der zweiten Hälfte klappte B. E. vollständig zusam- men, so daß Heuchelheim noch viermal erfolgreich sein konnte.

Die Derbandsspiele der II. Klasse im Arbeiler-Turn- u. Sportbund

Wetzlar II Fronhausen I 5:2 (3:1).

t Rach den in der letzten Zeit erzielten Resul­taten der Wetzlarer Zweiten au urteilen, konnte man wohl mit einem Sieg der Mannscka't Fronhausens rechnen, zumal diese Mannschaft in den letzten Spielen recht befriedigende Seiftuncen zeigte. Auf eigenem Platz tritt aber Wetzlar immer in ziem­lich starker Aufstellung an, so auch am Sonntag, wodurch wieder einmal alle Vermutungen und Berechnungen über den Hausen geworfen wurden. Rach flottem Spiel legte Wetzlar zwei Tore vor, Fronhausen erzielte in Auswirkung feiner An­strengungen ebenfalls ein Tor, dem Wetzlar kurz vor Halbzeit ein drittes folgen lassen konnte. Mit 3:1 für Wetzlar ging es in die Pause, nach­dem für beide Mannschaften je ein Abseitstor nicht gegeben worden war. Rach dem Wechsel zeigten beide Mannschaften wieder ein ausge­glichenes Spiel, bei dem Wetzlar die gebetenen Torgelegenheiten besser auszunutz^n verstand. Halblinks schoß das vierte Tor, dem der Mittel­stürmer durch einen verwände.ten Elfmeter das fünfte folgen lieh. Die Anstrengungen Fron­hausens wurden bald darauf durch einen Treffer belohnt. Das Resultat hätte für Fronhaufen bei besserem Ausnutzen der gebotenen Chancen leicht günstiger lauten können. Bei dem Stande 5:2 für Wetzlar wurde das Spiel von dem gerecht am­tierenden Schiedsrichter abgepfiffen.

ßeunl Wieseck II 7:1.

Mit wenig Auss.icht auf Erfolg trat die Wiesecker Zweite die Reise nach Leun an. Unb vermutet wurde, so kam es auch. In der ersten Halbzeit ginge noch einigermaßen, der Mann im Wiesecker Tor hielt das Resultat niedrig, der Sturm war aber zu schwach. Rach dem Wechsel toollte man dem Mangel abhelfen und nahm den Tormann in den Sturm mit dem Er­folg, daß wenigstens das Ehrentor erzielt werden konnte. Dafür zeigte aber der neu eingestellte Tormann eine solche Tlnbeholsenheit, daß obiges Resultat zustande kam.

Marburg II Daubringen 1 2: 3.

Zum fälligen Verbandsfpiel stelllen sich beide Mannschaften in Marburg. In der Marburger Mannschaft sah man e.ne Anzahl neuer Gesichter, sie gab dem Spiel sofort ein lebhaftes Tempo und erzielte in der 20. Minute den ersten Treffer. Daubringen raffte sich nun zusammen und erzie.te kurz vor Schluß i'er ersten HaV eit ten Ausstich. Marburg erzielte noch eine Ecke, die jedoch nichts einbrachte, so daß es mtt 1:1 in die Pause ging. Rach dem Wechsel sah man Marburg wieder stark im Angriff, die Verteidigung Saubringend wußte aber jeden Erfolg zu verhindern. Der Sturm sand sich jetzt besser zusammen, und die Angriffe dräng­ten Marburg immer mehr in seine Hälfte zurück. Eine schöne Vorlage des Rechtsaußen Saubrin- gens konnte der Halbrechte unhaltbar einsenden. Marburg, hierdurch angespornt, sachte nun zum Ausgleich zu gelangen, was auch 10 Minuten vor Schluß gelang. Daubringen seinerseits gab jetzt alles aus sich heraus, um den Sieg an sich zu bringen. Zahlreiche Schüsse hielt der gute Tor­mann Marburgs, eine Reihe weiterer ging neben dem Pfosten oder über die Latte ins Aus. Kurz vor Schluß gelang es Saubringen, das fieg- bringenbe Tor zu erzie.en. Trotzdem Saubringen mit Ersatz spielen muhte, konnte es einen wohl­verdienten 3: 2-Sieg mit nach Hau e nehmen und dadurch seinen zweiten Tabellenplatz behaupten. Ser Schiedsrichter leitete sehr korrekt.

Raunheim II Gießen Ha 1: 3.

Erwartungsgemäß holten sich die Gießener die Punkte in Raunheim, allerdings hat.e man ein höheres Resultat vorausgesehen. Ser ein­gestellte Ersatz und der nasse schlüpfrige Platz sollen die Ursache dieses bescheidenen Sieges ge­wesen sein. Bei Halbheit waren die Raunheimer sogar 1:0 im Vorteil.

Die Jugend.

In Wetzlar trafen die Iugendmannschaften Wetzlars und Heuchelheims zusammen. Die von Spiel zu Sp el heiler werdenden Heuchel­heimer lie,er:en den Wetzlarern e n gleichwertiges Spiel. Der Anstoh sah zunächst Wetzlar im An­riff, bald löste Heuchelheim ab und erzielte nach 10 Minuten das erste Tor. Kurz darauf folgte das zweite Tor. Ein für Wetzlar gegebener Elf­meter wurde verschossen. Einige Minuten vor