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LichWerteilungsKrper und Verwendung von Filtern möglich ist. unter günstigen Lichwerhäll- nissen kurze Momentaufnahmen bis zu 1/100 Sek. zu machen. Hierdurch ist es möglich, von bewegten Objekten farbige Aufnahmen herzustellen. Durch ein neues Posltivverfahren werden dann farbige Papierkopien von den Negativen hergestellt. So schöne Bilder diese beiden Verfahren auch liefern, so haben sie doch den Nachteil, daß die benötigten Apparate usw. nicht billig sind, ihre Handhabung auch nicht so einfach ist und eine recht beträchtliche Sorgfalt und Sachkenntnis erfordert. Immerhin. daS muß betont werden, haben sie sich durchaus bewährt und werden von vielen Photographen heute gebraucht.

Das größte Interesse in Fach- und Amateur­kreisen finden nun die von E. Lage. G.m.b.H., Hamburg-Vöandsbeck herausgebrachten und erstmalig auf der Frankfurter Ausstellung gezeigten Platten, Papiere und Zubehörteile für Naturfarbenphotographie, die das Problem wirklich resllos zu lösen scheinen. Mit ihnen kann man Naturfarbenaufirahmen in jeder gewöhnlichen photographischen Kamera Her­stellen, und es ist nur eins Platte dazu erforder­lich. Jedes besondere Farbfilter usw. fällt weg Ein Versagen, resp. Fehlbilder sind bei richtiger Belichtung, Kopierung und Beachtung der ganz einfachen Vorschriften infolge des rein auto­matischen Verfahrens ausgeschlossen. Die Bilder sind färb- und lichtecht uni) in jeder beliebigen Anzahl von Kopien herzustellen. Eine Vergröße­rung ist wie bei den Schwarz-Weiß-Dildern möglich. Wir sind der Ansicht, daß die Lage- Fabrikate eine Umwälzung auf dem Gebiete der Farbenphotographie hervorbringen und dem Amateur ohne Aufwendung erheblicher Mittel in den Stand setzen werden, farbige Aufnahmen herzustellen. Lage hat dies nach ungefähr 15jäh- rigen Versuchen erreicht. Seine Plcrttey sind so wunderbar hergestellt, daß sie die drei Einzel- platten bei der Dreifarbenphotographie durch eine ersetzen und jedes Farbfilter bei der Auf­nahme überflüssig machen. Wir dürfen stolz auf diese neue Leistung deutscher Wissenschaft sein.

In der Gruppe der Fachschulen ist der Stand der Staatl. Höheren Fachschule für Photo­technik in München hervorzuheben. Neben allen modernen technischen Einrichtungen für das photographische Laboratorium wird hier auch bas Photo-System Fiedler (Max Fiedler, Freuden­stadt) gezeigt, das besonders für Photohändler von großem Nutzen für die Entwicklung der Plat­ten usw. sein dürfte. Es räumt mit den ver­alteten und zeitraubenden Arbeitsmethoden auf und setzt an deren Stelle ein zeitgemäßes Ar­beiten. DemSystem Fiedler" liegt eine ver­kürzte Standentwicklung zu Grunde, die jedoch die gleiche individuelle Behandlung der Negattve zuläht wie bei der Schalenbehandlung, ohne aber die Nachteile dieser Behandlungsart aulzuweisen. Dies wird durch die Eigenart der Geräte (Tröge statt Schalen und Behandlung der Negative in Rahmen) ermöglicht.

Es ist natürlich, daß auf einer solchen Aus­stellung die wissenschaftliche und histo­rische Photographie nicht fehlen darf. Vielfach aus Privathäirden stammende Samm­lungen zeigen die Entwicklung des Lichtbildes von seinen Anfängen vor noch nicht 90 Jahren bis heute. Ausnahmen von All-Frankfurt dürften hauptsächlich örtlich interessieren. In der wis­senschaftlichen Abteilung nimmt die Anwendung des einfachen Licht - undRöntgenblildes in Krankenhäusern und sonst in der Medizin einen weiten Raum ein. Alle Hilfsmittel der Röntgen- Photographie sind zu finden. Auch im Opera­tionssaal findet heute die Photographie und Kino- tschnik Anwendung, um wichtige Operationen im Bild und Film für Unterrichtszwecke festzu- ti)alten. Dadurch wird endlich das Operieren im Lörsaal der Klinik überflüssig, da diese Auf- ^nahmen ein weit besseres Bild des Verlaufes , geben. Die älnterrichtsfilm-Gesell- 'schaft in Berlin stellt einen derarttgen Auf­nahmeapparat nach Dr. v. Rothe aus, der in jeder Weise den Anforderungen genügt (siehe Bild). Photochemie und Photophysik zeigen, was auf meteorologischem Gebiete heute ge­leistet wird. Die Universitäts-Sternwarte Frank- furt a. M. zeigt, wie die astronomischen Bilder ausgenommen und dann vergrößert werden. Aus den Sammlungen des Frankfurter Polizeiprä-

Farbenwirkung.

Von Architekt A. Wanner.

Von der Eigenart der Schrift aus versucht man Schlüsse auf den Charakter eines Menschen zu ziehen. Aehnlich verhält es sich bei der Farbe, sie ist für die Beurteilung der Wesensart eines Menschen ein so starker Faktor, daß kein Ge­ringerer als Goethe sich eingehend damit be­faßt hat. Seine Schrift:Sinnlich sittliche Wir­kung der Farbe" ist auch heute noch besonderer Beachtung wert, zumal wir in einer Zeit größter Farbenfreudigkeit leben. Wenn auch kein Gesetz der Farbenpshchologie konstruiert werden kann, so wirkt die Farbe, ähnlich wie Musck, unmittel­bar auf unser Gemüt. Während aber Musik vor­übergehender Art ist, können wir die Farbe, die unserem Empfinden entspricht, dauernd bannen und unsere Kleider, sowie die Wohn- und Jnnen- räume geben daher oft ein getreues Spiegel­bild der Wesensart des Trägers bzw. Bewohners. Je nachdem welche Gefühle und Stimmungen nun ein Farbton in uns auslöst, wirkt die Farbe anziehend oder abstoßend auf den einzelnen, ganz seinem Wesen, seinem Grundton entsprechend. Weiß, als Farbe gewertet, wirkt in großen Flächen weit und erhaben. In seiner ganzen Gröhe nimmt man dies wahr beim Anblick ver­schneiter Felder, der Gletscher in den Zonen des ewigen Schnees, man vergißt die Erde und die Gedanken steigen zu dem ewig Göttlichen empor.

Weiß erweckt religiösen Sinn, in Verbin­dung mit Gold schmückt man damit die Kirchen der Papst als Vertreter Gottes hüllt sich in ein weißes Gewand. Weih ist die Reinheit, die jungfräuliche Priesterin der Vesta, die Vestalin, trug Weih. Als Symbol der Reinheit gilt die weihe Lilie, in Weih kleidet sich auch die Braut. /Weih schasst uns Erleichterung, die weiße Zimmerdecke nimmt das Bedrückende des Raumes, Schlafzimmer mit weißen Möbeln und Hellen lichten Farben läßt uns die Crdenschwere ver­gessen sanft wandert man hinüber ins Reich des Schlummers und Schlafes. Losgelöst von allen Dingen schasst es aber auch reinste Festes­freude und Räume, die dieser Freude dienen, erglänzen in strahlendem Weih. Weih, mehr und mehr dem Gelb hinstrebend, besitzt eine heitere, muntere, belebende Eigenschaft und wird auf

sidiums sehen wir kriminalistische Tatortauf­nahmen und Bilder aus der Untersuchungspraxis. Auch Luftbildaufnahmen aus dem Flugzeug und Zeppelin-Luftschiff sind vertreten. Große Beach­tung finden die Zeitlupen-Aufnahmen, die wir ja auch manchmal im Kino sehen können. Mit ihnen kann man bekanntlich schnelle Beivegungen, die im gewöhnlichen Film nur im Ganzen be­trachtet werden können, in ihre einzelnen Teile zerlegen. Was das für das Studium der Be­wegungen unserer Sportgröhen usw. bedeutet,

braucht wohl nicht gesagt zu werden. Die Erklä- rung der Möglichkeit der Auslösung einer schnellen Bewegung liegt darin, daß man die ein­zelnen Momentaufnahmen ganz langsam abrollen läßt. So können wir heute auch die schnellste Be­wegung mit Hilfe der Zeitlupe in jedem einzelnen Teil verfolgen. Zum Schluß soll nicht uner­wähnt bleiben, daß jeder hundertste Besucher von der Ausstellungsleitung einen photographischen Apparat geschenkt bekommt.

Die Nation«lisierrmg der technischen Bauweise für den Kleinwohnungsbau.

Von Dr. Ernst Hamm, Beigeordnetem der Stadt Gießen.

Eines der wichttgsten Probleme, die uns der Krieg mit seinen Folgeerscheinungen gestellt hat, ist die Behebung der Wohnungsnot. Die Wohnungsnot kann nur behoben werden, darin dürften sich wohl alle Kreise einig fein, durch Bauen. Die Wohnungsproduktion hat sich ins­besondere dem Kleinwohnungsbau zuzuwenden,' denn wir müssen uns darüber vollkommen klar sein, daß etwa 85 Prozent aller städtischen Be­wohner ein Einkommen haben, das ihnen nur ermöglicht, die Miete für eine kleine Wohnung aufzubringen. Der Kleinwohnungsbau liegt z. Zt. hauptsächlich in der Hand der Städte, weil nur die Städte in der Läge sind, den Mietern solcher Neubauwohnungen eine tragbare Miete anzu- setzen und den Verlust zwischen der Sollmiete und der tragbaren Miete zu übernehmen. Das Vorgehen der Städte ist mit Rücksicht auf die Wohnungsnot notwendig, aber als Dauerzustand nicht erwünscht. Wie vor dem Kriege müßte die Wohnungsproduktivn Sache des Unterneh- mertums und der Baugenossenschaften sein, Unferc Neubauten sind aber durch hohe Zinsen des Daukapitals und durch teure Baustoffe noch so belastet, daß für den Durchschnitt der Bevöl­kerung die Mieten in einem von privaten Unter- nehmern oder von Baugenossenschaften errich­teten Neubau nicht zu erschwingen sind. Die Miete in einer solchen Neubauwohnung müßte etwa das 3,2 bis 3.5fache der Friedensmiete be­tragen. Wir müssen bestrebt fein, die Baukosten eines Neubaues so zu senken', daß die Miele in einem Neubau sich dem l.öfachen Betrag der Friedensmiete nähert. Auf diese Miete müssen wir aus folgenden Gründen zusteuern. Privat­unternehmer und Baugenossenschaften werden nur bann zum Bauen angereizt, wenn sie erwarten können, daß ihre Neubauten auch wirk­lich bezogen und Mieten einbringen werden, die den Hausbau rentabel gestalten. Das. kann aber nur bann geschehen, wenn die Miete einer Neu­bauwohnung durch Senken der Baukosten und des Baukapitalzinses erschwinglich wird und ein Mieter in einem alten Haus nicht wesentlich billiger wohnt als in einem neuen. Die Mieten in den Altwohnungen müssen also auch steigen, sie haben sich noch nicht der allgemeinen Welt­marktpreislage angeglichen. Die Mieten der Alt­wohnungen werden etwa auf das 1,3 bis 1,5fache der Friedensmieten steigen und die Miete in den Neubauwohnungen werden etwa auf das Idfache fallen müssen, um den gewünschten Aus­gleich zu schaffen. Dieser Ausgleich kann natür­lich nur schrittweise erfolgen, denn die große Masse der Bevölkerung ist z. Zt. nicht in der Lage eine l.öfache Friedensmiete zu tragen. Das Bauen muß dadurch verbilligt werden, daß die Daustoffpreise und die Zinsen für das Baukapital herabgesetzt werden und auch der rein tech­nische Vorgang des Bauens verbilligt wird. Es handelt sich also um einen finanztechnischen und einen bautechnischen Vorgang, wobei und hier nur der bautechnische interessiert. Die Verbilli­gung des bautechnischen Vorgangs gilt in erster Linie dem Kleinwohnungsbau, weil wir wie oben schon gesagt in Zukunft mit etwa 85 Pro­zent Kleinwohnungen in der gesamten Wohnungs- Produktion zu rechnen haben. Infolgedessen ist auch die Frage, wie man die Wohnungsnot behebt und wie man billiger bauen kann, gleich­bedeutend mit der Frage, wie man Kleinwoh­nungen am rationellsten errichtet. Man beschäf­tigt sich deshalb heute in weitesten Fachkreisen

frohsinnige Naturen stets eine angenehme Wir­kung ausüben.

Gelb ist gleich Gold dem Sonnenschein ver­wandt, schafft Behaglichkeit und Wärme. Treten wir an einem trüben Tage in ein gelb gehaltenes Zim­mer, weicht die Schwermut, und der Zauber eines Sonnentags zieht in unser Gemüt. Gelb spielt bei der farbigen Ausschmückung von Heilstätten für Ge­mütskranke eine Rolle, durch Schaffung von Gelb- licht und Ruhehallen. Auf die Arbeitskraft wirkt es anregend und belebend, Versuche ergaben, daß gelb gehaltene Arbeitsräume in Fabriken bessere Arbeits­resultate erzielen als andersfarbige. Auch dort, wo sich frohe Menschen zu geselligem Beisammensein treffen, wie Gesellschaftszimmer, Teezimmer, gedeck­ten Beranden, wird man Gelb erfolgreich anwenden können.

Setzt man dem Gelb Zinnoberrot hinzu, so wird es seine Wirkung nicht auf Menschen verfehlen, deren Lebensdrang gesteigerter Art ist.

Wiegt Zinnober über, wird es von Charakteren mit stark ausgeprägter Genußsucht und großer Sinnlichkeit begehrt werden, und es entspricht daher einem gewissen Raffinement, wenn moderne Vergnü­gungsstätten, wie Tanzdielen und Paläste, mit Vor­liebe dieses Kleid wählen. Reines Zinnoberrot wirkt direkt gewaltsam und wird von äußerst energischen, gesunden, auch roh-brutalen, jedoch kulturell an­spruchsvollen Menschen bevorzugt werden. Ein Be­weis dafür sind uns die gewalttätigen Herrenmen­schen der Römer gewesen, bei denen Zinnober zur Ausschmückung eine große Nolle spielte. Die Aus- grabungen in Pompeji schafften wertvolles Mate­rial zutage: die Ucberrefte des Hauses von Caeci- lius Iucundus und andere legen beredtes Zeugnis davon ab. Die reizbare Wirkung auf Tiere ist all­gemein bekannt.

R o t (Purpur. Karinin) in satter Tönung, eint Wärme und Kälte und stellt Ernst und Würde dar. Könige und Fürsten kleiden sich in Purpur, und der hohe kirchliche Würdenträger, der Kardinal, trägt den roten Rock. Sattes Rot ist der gegebene Ton für Repräsentationsräume, in der eine bestimmte Autorität zum Ausdruck kommen soll, die Duldung verlangt und feinen Widerspruch will. Menschen, denen eine gewisse Feierlichkeit innewohnt, werden gern auf diese Farve reagieren, ebenso jene mit tiefem Emst, Ruhe. Würde und Unnahbarkeit. Allgemein bildet Rot ein gutes Milieu für Empfangszimmer. Mit Ruhe und Würde soll der Mensch aber auch

mit der Rationalisierung der technischen Bau­weise für den Kleinwohnungsbau.

Unter Rationalisierung versteht mandie Anwendung von Mitteln zur Erhöhung des wirtschaftlichen Nutzeffekts", oder anders aus- gedrückt,das Bestreben, den Bedarf mit mög­lichst geringem Aufwand möglichst vollkommen zu befriedigen".

Die technische Bauweise im Wohnungsbau Deutschlands war bis vor kurzem ein Gebiet, das im Gegensatz z. B. von Amerika, von einer Rationalisierung noch wenig eriennen ließ. Un­sere Baumethoden waren nur unwesentlich von denen früherer Jahrhunderte zu unterscheiden. Wie weit uns Amerika dabei überlegen ist. mag die Gegenüberstellung des Kostenaufwandes für den Kubikmeter umbauten Raumes in Amerika und in Deutschland für den Kleinwohnungsbau beweisen. Eine brauchbare Vergleichsunterlage bietet die Anzahl der Stundenlöhne, die ein Kubik­meter umbauten Raumes in Amerika und in Deutschland kostet. In Amerika beträgt der Lohn für einen Maurer-Arbeitstag von 8 Stun­den etwa 10 Dollar. Gin Kubikmeter umbauten Raumes kostet für den Kleinwohnungsbau eben­falls 10 Dollar. D. h. also: In Amerika braucht man den Arbeitslohn von 8 Maurerstunden, um einen Kubikmeter umbauten Raumes eines Kleinwohnungshauses Herstellen zu können. Da in Deutschland der Maurerlohn rund 1 Mark je Stunde, der Kubikmeter umbauten Raumes aber etwa 28 Mark kostet, so braucht man in Deutschland den Arbeitslohn von 28 Stunden, um einen Kubikmeter umbauten Raumes her­zustellen. Wie ist dieser Unterschied zu erklären? Wohl mögen in Deutschland die Baustoffe etwas teurer fein als in Amerika, demgegenüber zahlt der Amerikaner, an der Jnlandskauf kraft ge­messen, wesentlich höhere Löhne. Jeder Baustoff ist aber mit den hohen Arbeitslöhnen doch vor­belastet: es wächst kein Ziegel auf dem Dach und es wachsen keine Bretter und Latten, sondern Bäume im Wald, die verarbeitet werden müs­sen. Daß man trotzdem den Kubikmeter um­bauten Raumes in Amerika um den dritten Teil der Lohnstunden Herstellen kann, liegt an der Rationalisierung der amerikanischen Be­triebsmethode: ferner verzichtet der Amerikaner offen auf den Schei nindividualismus und wohnt in Typenhäusern, die nach vorrätig gehaltenen Zeichnungen als MassenerKeugnisse hergestellt werden. Diese Thpenpläne werden von guten Privatarchitekten ausgearbeitet und in der für ein Haus notwendigen Anzahl zum Gesamtpreis von durchschnittlich 25 Dollar abgegeben (nach Paulsen-Berlin). Da man die Wohnungsnot nur beheben kann durch Bauen, und zwar durch billiges Bauen, um eine tragbare Miete zu er­zielen, so müssen wir also auch in Deutschland den Wohnungsbau rationalisieren. Die Ratio­nalisierung hat sich auf folgende Gebiete zu erstrecken:

1. Baustofferzeugung, 2. Baumethvde, 3. Nor­mierung und Typisierung.

Bei der Baustofferzeugung ist man vor allem bestrebt, die Zeitspanne, die ein Bau­stoff zu seiner Erzeugung bedarf, zu verlleinern, was dadurch erreicht wird, daß man den Hand­betrieb möglichst ausschaltet. Nach dieser Rich­tung ist die Kalk- und Zementfabrikation schon außerordentlich weit vorgeschritten. Die Fa­brikation der Ziegel wird heute in Deutschland fast allgemein maschinell betrieben. Mit einer

seine Mahlzeiten einnehmen, daher bildet Rot einen guten Hintergrund für das Speisezimmer. Eine zu liefe Tönung in Rot hingegen wirkt äußerst schwül, tot und düster, sowie erdrückend schwermütig, und ist unerträglich fast für alle Menschen. In leichter Tönung (Hellrot, Rosa) vertritt es Anmut und Jugend. Junge Mädchen und Backfische schwärmen dafür, in stolzer Freude putzt die Mutter mit rosa seidenen Schleifen das kleine Mädchen schon als Säugling. In allen seinen Abstufungen, je nach Alter der Kinder und Naturell, bildet es in Kinder- und Jungmädchenzimmern den beston Farbton.

Je mehr man dem Purpur und Karmin Gelb zusetzt, wird es in zunehmenden Maßen ein wonniges Gefühl der Wärme wachrufen, welche zuletzt im Orange seinen Höhepunkt findet, aber immerhin durch das ihm innewohnende Rot noch einen Niederschlag von Ernst und Würde besitzt. Es übt auf Menschen Anziehungskraft aus gleich dem Gelb, deren Lebenslust groß, die aber vom Ernst reifer Jahre durchdrungen sind.

Dein Karmin Blau zugegeben, ergibt Violett, die Farbe der Sehnsüchtig-Sentimentalen, die mit ihren Gedanken gern außerhalb des wirklichen Le­bens weilen und die Zeit mit romantischen Träume­reien zubringen. In der Biedermeierzeit, einer Zeit, da sich die Menschen gern in weicher Schwärmerei verloren, spielte Violett eine große Rolle, allerdings nur in Verbindung mit anderen Farben. In dieser Art ist das weiche Gemüt der Frau besonders emp­fänglich dafür und für Damenzimmer gut verwend­bar. Allein verwandt wirkt Violett süßlich und ist auch die Farbe schwächlicher Naturen, aber auch solcyer, die sich in Abgeschmacktheiten verlieren. Vio­lett ist in der Verwendung eine der gefährlichsten Farben, und so schön wie sie bei treffender Verwen­dung ist, so unerträglich wirkt sie auf die Dauer auf reine Verstandsmenschen.

Ist Gelb Licht, so ist Blau der Schatten und gibt Kühle, tiefstes Blau bedeutet Nacht. Kobaltblau ist kältestes Blau. Kühle, berech­nende Menschen, werden immer Gefallen an dieser Farbe finden. In hellen Tönen ist Blau die Ferne und die Ferne zieht an, erweckt Stürme der Sehnsucht und des Tatendranges, gibt aber auch durch das Gefühl der Unerretd)- barfeit, Verlassen und Verlorensein, sowie Ein­samkeit. Blaue Flächen weichen zurück, ein Zim­mer erscheint großer, die Bilder schweben schein­

Maschine werden viele Tausende von Ziegeln an einem Tage hergestellt. In der gleichen Weiß» sind alle mobernen Konstruktionsmethoden, die den Backsteinbau ersehen wollen, darauf ein­gerichtet, die Handprodultion zugunsten der Ma- schinenproduktion auszuschalten. Hiermit berüh­ren wir ein Gebiet, das schon zur Rationali­sierung der Baumethoden gehört. Immer zahlreicher werden nämlich die Versuche, beim Wohnungsbau die Backsteinbauweise durch an­dere Daumethoden zu ersehen. Man empfindet es als einen Mangel von Wirtschaftlichkeit, daß der Backstein, unter Umständen von recht weit her. aus der Fabrik durch die Bahn antrans­portiert, bann an die Baustelle geschafft und von dort wieder auf dem Baugerüst befördert wer­den muß. Bei diesem mehrfachen Umschichten des Materials ergibt sich ein großer Verlust an Zeit und an Baumaterial. Ferner bedarf es eines verhältnismäßig großen Aufwandes an Zeit, das Mauerwerk durch den Maurer aus den einzelnen Backsteinen mühsam zusammenzu­sehen. Die Natur des Backsteins bringt es mit sich, daß er nicht maschinell zur Errichtung eines Gebäudes verwendet werden kann, sondern von Hand Stück um Stück gesetzt werden muß. Man ist deshalb dazu übergegangen, ganze Haus­wände aus Betonmasse zu gießen obVt sogen. Betonsprihverfahren herzustellen. (Amerika.) Das Material (die Detonmasse) wird an Ort und Stelle in Maschinen gemischt und auf schmiede­eiserne Dauerwandverschalung unter hohem Druck aufgespriht. Eine andere Methode besteht darin, große einheitliche Detonwandtafeln in eisernen Rahmen an Ort und Stelle herzustellen und sie durch Kranen als Teile der Hauswand ein­zusehen. In England werden Versuche mit Stahl- Häusern gemacht. Gewöhnlich handelt es sich um ein Gerüst aus Stahlpfosten, das außen mit Stahl^locken. innen mit leichtem Jsvliermaterial verkleidet wird. Bei einem andern Typ werden gefalzte starke Stahlbleche miteinander verschraubt und die Ecken des Hauses durch Winkeleisen ge­bildet. Auf der Innenseite erhalten diese WärÄe einen Asbestbelag. Es würde zu weit führen, auf die vielen einzelnen technischen Neuerungen hier einzugehen. Das wesentliche Ziel, das sich diese Versuche gesteckt haben, liegt in einer Zerlegung des gefam- t en Bauvorganges, in die Zuberei­tung der Baustoffe und Bauteile einerseits und die Baumvntage andererseits. Zum Teil stecken diese Systeme noch zu sehr in den Kinder­schuhen: sie müssen, um -eine gewisse Vollkommenheit zu erreichen, erst noch weiter durchdacht werden. Es fehlt uns auch noch die Erfahrung, wie sich diese Häuser im Lause der Jahre gegenüber den Witterungsverhältnissen ver­halten werden, ob sie in hygienischer Beziehung auf die Dauer einwandfrei sind u. dgl. mehr. Jedenfalls ist es aber dringend nötig, diesen Dingern sein Augenmerk zu widmen. In Deutschland unterzieht sich dieser Aufgabe vornehmlichder Ausschuß für wirtschaftliches Bauen", der mit bedeutenden Fachmännern theoretisch und prak­tisch zusammenarbeitet.

Eine große Rolle in der Rationalisierung des Wohnungsbaues spielt die Normierung und die Typisierung. Es soll zunächst der Unterschied zwischen Norm und Type und bann ihr Grundgedanke für den Wohnungsbau erläu­tert werden.

Unter der No rmierung eines Bauteiles versteht man, daß er mathematisch physikalisch genau und starr festgelegt ist. Mit der Normie­rung der Bauteile beschäftigt sich der deutsche Normenausschuß. Auf Grund langjähriger Er­fahrung und wissenschaftlicher Besuche werden bestimmte Bauteile auf den Millimeter genau genormt. Während man vor dem Kriege im all­gemeinen als Bauteil nur den Ziegelstein nach deutschem Reichsformat genormt hatte, erstreckt sich heute die Normierung auf Türen. Fenster, Beschläge. Balken, Treppen, Fensterscheiben, Dach­hölzer usw., d. h., auf die Massenbedarfsartikel des Wohnungsbaues. Der Zweck, der durch die Normierung erreicht werden soll, ist ein doppelter: einmal soll durch diese Normierung der Rohbau­stoff (z. D. die Bretter, aus denen Fenster und Türen gemacht werden, oder die Glastafeln, aus denen das Fensterglas geschaffen wird), so wirtschaftlich als möglich ausgenutzt werden.

bar in der Luft, das Auge erstarkt. Kleine und beengte Zimmer wirken in Blau vorteilhaft. Dem Blau in geringem Maße Gelb zugeseht ergibt Dlaugrün, bringt Ruhe und auch wieder die Wärme und wirkt wohltätig auf ermüdete und abgespannte Menschen. Wohnzimmer mag man gern damit schmücken, aber auch im Schlafzimmer, in lichten Tönen schafft es Vergessen und Schlaf.

Bei gleicher Mischung von Geld und Blau bildet zuletzt Grün die Farbe realer Befrie­digung. In dem Gelb besitzt Grün bas Sonnen­licht, das sich mit des Himmels Blau vermählt und in grünenden Feldern und Wiesen unsere Sinne gefangen hält. Der Macht einer solchen Farbe, die die Natur zum Hauptschmuck ihrer selbst erkoren, können wir, ihre Kinder, uns nicht entziehen. Sie ist der wirklich wahre Unter­grund, auf dem die bunten Blumen des Lebens ihr loses Spiel treiben. Grün ist der Grundton unserer Empfindungen, zu ihm werden wir immer und immer wieder hingezogen werden, alle, ohne Ausnahme. Grün bedeutet rms Heimat, ein Zu­hausesein. Arbeitszimmer, die uns frei machen sollen von allem Störenden und Irritierenden, bieten in Grün Willen und Frieden zur täglichen Arbeit.

Dies wäre das Wesentlichste, Farbe wirkt auf die Seele, mit ihr kann man Leidenschaften dämpfen und traurige, schwermütige Wesen zur Heiterkeit erziehen, wenn man es' versteht, das Heilmittel zu kredenzen. Ein in Schwermut Ver- strikter kann nicht sofort mit hellem Gelb behan­delt werden, man wird ihm in weiser Voraus­sicht diese Farbe in kleinen Dosen oder satt ge­tönt reichen. Einem unglücklich Verliebten ist letzten Endes auch nicht gleich mit reinen Ver­nunftsgründen beizukommen. Ein heißblütiges, leidenschaftliches Temperament hingegen wird zu seiner Lieblingsfarbe eine Portion Blau als Dämpfer schon vertragen können. Für das Far­benempfinden des anderen werden wir aber doch etwas mehr Verstehen zeigen müssen, und ihn nicht nur deshalb als geschmacklos bezeichnen dürfen, weil sein Empfinden sich nicht mit dem unsrigen deckt, sondern dies mehr psychologisch zu werten haben. Der Mensch, der sich unab­lässig bemüht, sein Wesen zu veredeln, zu kri­stallisieren, bas Gleichgewicht in seinem Innern herzustellen vermag, wird ganz von selbst unwill­kürlich zur Farbe in ein fein empfundenes Ver­hältnis treten.