6em ein Mädchen allein zu Haus« war. Einer der Männer warf dem Mädchen ein Tuch über den Kopf, worauf es die Besinnung verlor. Ms das Mädchen nach dreiviertel Stunden wieder zur Besinnung kam, fand es Betten und Kleiderschränke durchwühlt. Die Verfolgung der R ä über, denen nur eine Heine Summe in die Hände gefallen war. wurde sofort ausgenommen.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 18. Juli. Am 15. August findet in Frankfurt a. M. die Einweihung der neuen „Alten Brücke" statt. Der Weiheakt findet vormittags 11 illjr durch Zerschneiden des Bandes auf der Drücke durch den Reichspräsidenten statt. Ferner sind geladen die Regierungen des Reiches und der Länder sowie von Oesterreich. Rach." mittags ist Pferderennen in Riederrad. — Bei einer Razzia auf dem Mainwasen sind in der vergangenen Rächt unter den dort stehenden Möbelwagen 11 Männer und zwei Frauen verhaftet worden. Reun Männer und zwei Frauen wurden in das Polizeigefängnis eingeliefert. — Ein in der Waldschmidtstrahe wohnender Mann sollte, da er an einem Hals lei den litt, operiert werden. Anscheinend aus 21 n g ft vor dieser Operation schnitt er sich die Pulsader durch und verblutete. — Ein Arbeiter in der Klostergosse wurde am Freilagmittag in seiner Wohnung tobsüchtig. Er bedrohte seine Frau mit Erstechen, die sich nur durch Flucht über die Dächer retten konnte. Der Mann wurde im die Heilanstalt überführt — Heute morgen 8 älhr wurde auf dem Opernplatz eine etwa 60 Jahre alte Dame, als sie gerade in einen Wagen der Straßenbahnlinie 17 einsteigen wollte, von einem H i tz s ch l a g getroffen, an dessen Folgen sie sofort verstarb. Die Leiche wurde mit einem Rettungswagen nach dem Krankenhaus verbracht.
WER. Homburg v. d. H., 18. Juli. In der Luisenstraße hat sich gestern wiederum ein schwerer Straßenunfall c reignet, dem ein 17jähriger Bäckerlehrling z u m Opfer siel. Der im Radfahren noch ungeübte junge Mann verlor beim Einfahren einer Kurve den Halt und schlug gegen den Anhänger eines Lastautos der Bindcng-Brauerei. wobei ihm das Hinterrad des Lastautos über die Brust hinwegging. Kurz nach seiner Einlieferung im Krankenhaus ist er g e st o r b e n.
Kreis Fulda.
WSR. Fulda, 18. Juli. Die Fulda- quelle am Westhange der Wasserkuppe, unmittelbar an der Straße nach Gersfeld, ist in letzter Zeit neu gefaßt worden und tritt nunmehr als starker, kristallklarer Wasserstrahl zutage. Unter dem schattigen Gebüsch. von dem die Quelle eingerahmt ist, können die Wanderer ausruhen und sich an frischem Quellwasser erquicken. An dem Aufbau oberhalb der Quelle wird jetzt eine Metalltafel angebracht. Bis zum 50jährigen Jubiläum des R h ö n k I u b s , dem die ganze Anlage gehört, und auf dessen Kosten sie neu hergerichtet wird, also am 1. August, wird die Anlage fertiggestellt sein.
Wirtschaft.
Don den SchlachLviehmärkten.
An den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hat sich die Marktlage für alle Gattungen weiter verschlechtert; das Niveau des Marktoerlaufes an den unten angeführten Plätzen lag im großen und ganzen zwischen schlecht und langsam. Die Auftriebsziffern haben sich im Vergleich zur Vorwoche kaum eine Verschiebung erfahren. Die Preise waren im Einklang mit den ungünstigen Mnrktverhält- nissen bis aus Schweine, die besser gehalten waren, durchweg matt.
t.'luf dcn nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:
Rinder
Kälber
Schafe i
Schweine
Berlin
20-63
45-72
28-59
70-79
Bremen
30-56
35-65
20-60
55-74
Breslau
20-56
45-65
38-57
55-70
Chemnitz
20-56
40-64
—
64-82
Dorlmund
20-60
40-79
35-50
70-80
Dresden
24-59
42-70
28-62
60-77
Düsteldorf
20-62
30-60
—
60-82
Elberfeld
18-60
42-68
—
60-80
Esten
25-62
38-85
35-52
65-76
Frankfurt M.
18-60
35-66
25-50
58-80
Hamburg
13-55
28-68
23-56
58-79
Hannover
15-60
30-68
28-60
65-77
Husum
—
—
—
—
Karlsruhe
21-58
60-68
—
74-80
Kastel
25-65
48-82
—
70-79
Kiel
17-49
29-63
28-57
42-72
Köln
20-61
35-60
—
65-81
Leipzig
20-58
40-62
22-62
62-78
Magdeburg
17-58
30-70
25-49
63-76
Mannheim
12-60
42-72
36-44
64-80
München
20-57
50-77
—
56-80
Stettin
10-55
30-65
20-52
65-75
Stuttgart
13-56
48-72
—
54-78
Zwickau
15-56
40-65
30-56
70-81
Die deutsche Reichsbahn int Juni.
Der Güterverkehr im Juni wurde durch starke Kohlenbeförderung gekennzeichnet. Auf den arbeitstäglichen Durchschnitt entfielen bei 26 Arbeitstagen gegen 24 im Mai 125 000 gegen 126 000 Wagen im Vormonat. Die Gesamtwagengestellung überstieg die Vormonate um 200 000. Der starte Kohlenverkehr erklärt sich aus der Steigerung des Absatzes wegen des englischen Dergarbeiterstreiks und der zum 1. Juli bevorstehenden Kohlenpreissteigerung. Auch das Hochwasser verursachte eine Verkehrsabwanderung auf die Eisenbahn. Eine erhebliche Ver- kehrszu.no hme wiesen auch die künstlichen Düngemittel auf, da die niedrigeren Sommerpreise Anreiz zum frühzeitigen Bezug ausübten. Die Bautätigkeit war auch im Juni recht schwach. Der Versand an Baustoffen hielt sich ungefähr auf der Höhe des Vormonats. 21 n Zement wurden z. B. 31 000 Wagen befördert.
Die ollgemeine Wirtschaftslage und daS schlechte Welter haben den Personenverkehr ungünstig beeinflußt. Es wurden im ganzen 2563 gegen 5548 Züge :m Vormonat, in den das Pfingstfest fiel, über Plan gefahren.
Die Betriebsergebnisse im M a i zeigen folgendes Bild: Gesamteinnahmen 371 900 000 (417 643 000) RM. Gesamtausgaben 378 314 000 (351 728 000) RM. Die Deckung der Mehrons- gaben erfolgte durch Inanspruchnahme des Vortrages ans 1925. Die Aufwendungen für werbende Anlagen im Betrage von 17 515 000 wurden dem Erlös aus der Begebung
von Vorzugsaktien entnommen. Für den Dienst der Reparationsschuldenverfchrei-' b u n g e n wurde eine monatliche Zahlung geleistet. Daneben ist das Steuererträgnis aus den Beförderungen im April 1926 in der vorgeschriebenen Höhe am Fälligkeitstage an den Generalagenten für Reparationszahlungen abgeführt worden. Gegenüber der Gesamtecnnah.ne des ersten Vierteljahres 1925 mit 1048 353 000 bleibt die des gleichen Zeitabschnittes des Jahres 1926 mit 919 022 000 um 129 331 000 zurück, d. h. 1926 brachte gegenüber 1925 eine Einbuße von 12.3 v. H. Die arbeitstägliche Einnahme im gleichen Zeitraum ermäßigte sich von 13 794 000 in 1925 auf 12 092 000 in 1926, das ist ein durchschnittlicher Ausfall von 1 702 000 RM.
Börsenkurse.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluh- Kur»
l-Uhr. flur»
Schluh-lAnfang Kur» | Rur«;
Datum:
17.7. | 19. 7.
17. 7. | 19. 7,
5% Deutsche RcichSaulekhe . 4% Deutsche RcichSanleihe . 8Vi% Deutsche RcichSanleihe 3% Deutsche RcichSanleihe . Deutsche Svarprämicnanleih« 4°/0 Preußische KoniolS • . . 4° o Hetzen .........
3'/?/° Hetzen..........
3% Heilen...........
Deutsche Wertd. Dollar-An l. dto. Doll-Schav-Ankreimg.')
0.4625
0,48
0,24
0,41
0.41
96.5
0.45
o o
1 | I **.*»00*. CD io
1 *4 • 1 H» Q« vi—* Ql C,1
i i i i i S i LtrS'ä
4°/o Bolllürken.........
5% Goldmerikaner.....
l3.s
13.5
45,5
12.75 |
46,5 ! -
Berliner HandelSacsellschast. Commerz- und Prival-Äank. Darmst. und Naironalbaok . Deutsche Bank.........
Deutsche DereinSbank .... Disconto Commandit . . .
174 126'
173
162'
89 150'
113
120,5*
7,5
127' 172,1* 161,7*
150,2*
175,4* 1175,4*
126,5* 1 127*
174,5* | 172*
162* 161,5*
149,5- 149,2*
Mitteldeutsche Crcditbank. . Ocsterreichischc Creditanstalt. Westbank - ..........
7,55
121,5* 122.5'
7,6 1 7,5
Bochumer Gutz • * . BuderuS .. . . Caro > Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpcner Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Laurahütte .. . . Oberbedarf
Phönix Bergbau ...... Nycinstahl .......... Riebcck Montan ....... TclluS Bergbau.......
Hamburg-Amerika Pakei. . . Norddeutscher Llobd Lheromische Werke Albtll . . 'semc.umcrk Heidelberg . . . Philivv Holzmann......
Slnglo-Cont.-Guauo.....
Chemische Mäher Alapin . . I. G. Jarbenindustric, Sl.-G- Goldschmidt..........
Holzverkohlung Rütgerswerkc Scheidcanstalt Allg. ElekkrtzilätS-Gesellfchaft Bergmann ..........
Mainkraftwerke .......
Schlickert
Siemens k Halske .....
Adlcrwerke Kicher ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt Megntn......... . . ,
Motorenwerke Mannheim .
Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Brann . . .
Schuhfabrik Herz ....... Sichel Zellstoff Waldhos . Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
132.5
134,5
81.75
87
73.5
—
136'
137*
158'
157.5'
136'
137*
138
147
—
51
—
64
—
108.2-
107,5*
130'
129,5*
138
138
70
—
146'
144'
143,5
141,2*
50
—
108,1
—
80,5
243.2'
244,2*
92.9
89
54
—
97
—
133
138
137.5*
138*
122,5
—
93.5
—
119'
120,5*
160,5
159*
78
76
83,5
84.5
24.5
—
44
—-
—
36 —
126 -
83 -
3 1
IM -
65,5 65.5
77i 76,25
134.2*
133'
86.5
86.75
74
74'
135,9'
136,5*
156,5*
157.2'
136'
136,5*
135’
137*
144.5
145.7'
50
50
61
65*
108'
108,2*
128'
129,7*
137.4
142,7'
—
—
145,5*
144,7*
142*
140,1*
-
—
81,12
79
79
241,2*
243,6'
90,62
90,75
97,25
98,25
—
—
138*
138*
122
122,5'
118*
119*
—
160,5'
75,62
74,5
85,75
84.5
—
—
——
30
—
—-
—
—
—
82,5
—
38
—
—
154
153,5
66,25
—
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Banknoten.
17 Juli.
19. Juli.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Bner
Geld
Brief
Amst.-Roti.
168,61
169,03
168.67
169.09
Buen-AircS
1,706 |
1.710
1,706
1,710
Brtz.-Antw
10,33 ;
10,37
9,61
9,65
Christiania.
92,03 1
92,77
91,98
92,22
Kopenhagen
111,24 I
111,52
111,21
111,49
Stockholm . HeltzngforS
112,33
112.61
112,34
112,62
10,552
10,597
10,55
10,59
Italien. .
14,25 1
14,35
20.454
14,04
14,08
London. .
20.402
20,403
20.455
Ncuvork . .
4.195
4,205
4,195
4,205
Paris. . .
10,30
10,34
8,975
9,015
Schwei,; .
*•1,19
81,39
81,19 ‘
81,39
Spanien .
66.27
66,43
65,92
66.08
Japan . . .
1.974 1
1,978 U.660
1,978
1,982
Rio de Jan. Wien in D -
9.658 |
0,657
0.659
Oest. obgest
59,29 |
59,43
59,33
59,47
Prag ....
Belgrad . .
12,422
12,462
12,423
12.472
7.41
7,43
7.41
7.4:i
Budapest. .
5,865
5,875
5.865
5,885
Bulgarien
u,04 1
3,05
3,04
3,05
U'tzabon
21.405 1
21,455
21,405
21.455
Danzig. . .
81,37
81,57
81,37
Konstantin.
2,31 1
2,32
2,315
2,325
Athen. .
5,09 1
5,11
5,09
5,11
Uanado. . .
4,198 !
4,208
4,198
4,208
Uruguay
4.21 !
4,22
4.225
4,235
Berlin, 17 Juli
Geld
Bries
Amerikanische Roten.....
Belgische Noten..... ,
Dänische Roten . .......
Englische Noten........ Französische Noteu......
Holländische Noten......
Italienische Noten......
Norwegische Noten......
Deutsch Oestcrr., 2100 Kronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten.....
4,181
10,47 111,95 20.374
10,32 168,30
14,76
91,87 59,45
1,95
112,07
81,22 66.08
12.39
5.825
4.201 10,53 112,51 20,471
10,38 169,11
14,81
92,33 59,75
1,99 112,61
81,62 66.4?
12,45
5.865
Berliner Börse.
Berlin, 19. 3ult. Die Frankenbefserung, die Ende der letzten Woche eingetrcten war, hatte nur einen kurzen Bestand. Durch den Sturz des französischen Kabinetts ist die Ansicherheit außerordentlich gestiegen. Allgemein wurde der Eindruck yervorgerufen, daß in der Währungsfrage Frankreich ohne Führung dasteht, so daß das Mißtrauen des Auslandes gegenüber der französi- schen Valuta nach dem Scheitern sämtlicher Stabilisierungsversuche stark gewachsen ist. Der f r a n- Sdsische Franken ging von seinem Sams- tagsstande von 188 heute sprunghaft b i s über 2 3 0 gegen das Pftmd zurück und stellte sich dann gegen Mittag etwas erholt auf 225 gegen 'London. Der belgische Franken ging auf 214 gegen das Pfund zurück. In Dörsenkreisen herrschte infolge dieser neuen Ereignisse am Devisenmärkte, die das Tagesgespräch bildeten, große Spannung Die Lbistcherhett bezüglich der weiteren Gestaltung des Frankenkurses ließ die Llnternehmungslust vollrg erlahmen. Sogenannte Frankensluchtläule lagen nicht vor. Die schwere Belastung der deutschen Wirtschaft durch das französische
Dumping verstimmte erheblich, desgleichen boten die Warnungen der Großbanken in ihren Monatsberichten vor einer Ücbertreibung der Kurssteigerungen bei den gegenwärtigen Rentabilitätsverhältnissen der deutschen Wirtschaft Anregung zu Realisationen. Die Kurse lagen daher heute allgemein schwächer. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert. Tagesgeld 4 bis 5,5 Prozent, Monatsgeld 5 bis 6 Prozent.
frankfurter Börse.
Frankfurt, 19. Juli. Tendenz: Anfangs leicht befestigt, später abgeschwächt. — Die Börse stand zu Beginn der neuen Woche unter dem Einfluß des Sturzes des französischen Ka- binetts, wodurch eine ganz erhebliche Entwertung des französischen Frankens hervorgerufen wurde. Dieses Moment drohte eine allgemeine Abgabeneigung auszulösen, doch war die Stimmung bei Eröffnung des Verkehrs etwas zuversichtlicher, und der Markt zeigte eine gewisse Widerstandskraft. Die führenden Aktienwerte lagen überwiegend befestigt. Die allgemeine Stimmung war aber uneinheitlich, da auch K urs r ü d= gängc zu verzeichnen waren. Das Geschäft nahm einen lustlosen Verlauf, da die S p e t u - lation wieder starke Zurückhaltung beobachtete und der Orderseingang nur sehr gering war. Am Montanmarkt waren gebessert: Deutsch-Lux und Harpener je plusl Proz., Bochumer plus 2 Prozent, Buderus plus 2,25 Prozent. Für Farbenwerte bestand etwas Rachfrage; der Kurs zog um 1,25 Prozent an. Goldschmidt plus 3,9 Prozent. Elektröaktien wiesen durchweg leichte Besserungen auf. AEG. plus 0,5 Prozent, Schuckert plus 1,5 Prozent. Bankaktien bröckelten dagegen überwiegend ab. Darmstädter minus 0,9 Prozent, Deutsche minus 0,5 Prozent, Dresdner minus 1 Prozent. Schiffahrtsaktien blieben stark vernachlässigt und waren im Kurse weiter rückgängig (minus 2 Prozent). Don Auto-Aktien zogen Daimler 1 Prozent an, während Kleher 2 Proz. nachgaben. Zuckeraktien bröckelten weiter ab. Von Baustoff-Aktien gingen Heidelberger Zement um 1,25 Prozent höher. Der deutsche Anleihemarkt lag fast ohne Geschäft. Von A u s l a n d r e n t e n waren Türken etwas gebessert. Der Freiverkehr war umsatzlos bei unveränderten Kursen. Der weitere Verlauf litt unter allgemeiner Geschäfts stille, so daß die Kurse, besonders der führenden Werte, Einbußen bis zu 1 Proz. zu verzeichnen hatten. Geld war wieder etwas mehr gesucht infolge des heutigen Zahltages für die Medio-Liquidationen. Tagesgeld 4* 2 Proz.. Monatsgeld 5 bis 6'/z Proz. je Adresse. Industrie-Akzepte 5, Privatdiskonten 4,5 Proz. Jrn Devisenverkehr war, wie schon eingangs erwähnt, eine erhebliche Baisse des französischen Frankens zu verzeichnen. Paris ging gegen London von 197,50 am Samstag heute vormittag bis auf 229 zurück. Das englische Pfund liegt gegen Kabel mit 4,8645 unverändert. Mailand gegen London stellte sich auf 144 behauptet.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 17. Juli. Die gestern im Zeitverkehr eingetretene festere Tendenz machte heute für Brotgetreide keine Fortschritte. Lediglich int Zeithandel setzten sich für Herbstmonate kleine Kursbesserungen durch, und zwar der Weizen um 2 Mk.. der Roggen um 1 Mk. Das Angebot in altem Roggen wird Heiner, aber auch die Rach- frage zieht sich zurück. Die Rachfrage in neuer Wintergerste findet durch reichhaltiges Angebot einen Ausgleich. Hafer hat kleine Umsätze und keine beachtenswerte Preisverändcrungen. Mehl ruhig, Roggenmehl ,etwas stetiger. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Roggen, mark., alt und neu 182 bis 188, Sommergerste 203 bis 210, Gerste, inländ. 190 bis 204, neue Wintergerste 150 bis 159, Hafer, märt 197 bis 206. Mais, loko Berlin 174 bis 178, Raps 360 bis 370; für 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 40, Roggenmehl 27 bis 28,50. Weizenkleie 10,25 bis 10,50. Roggen- fiele 11,30 bis 11,50, Viktoriaerbsen 34 bis 43, kleine Speiseerbsen 29 bis 33, Futtererbsen 22 bis 27, Peluschken 26 bis 28,50.
Aranksnrtcr Schlachtvichmarkt.
Frankfurt a. M., 19. Juli. Auftrieb: 1090 Rinder, darunter 228 Ochsen, 33 Bullen, 829 Färsen unb Kühe, 431 Kälber, 64 Schafe, 3178 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischiqe ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 55 bis 60 Mark; junge, fleischige, nicht ausgemäftete und ältere ausgemäftete 48 bis 54; mäßig genährte junge und gut genährte ältere 37 bis 47. Bullen: vollfleischige ausgemäftete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 53; vollsleischige jüngere 36 bis 43. Färsen und Kühe: vollsleischige ausgemäftete Färsen höchsten Schlachtwerts 55 bis 60; vollfleischige ausgemäftete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 48 bis 54; wenig gut entwickelte Färsen 43 bis 54; ältere ausgemäftete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 38 bis 47; mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 37; gering genährte Kühe und Färsen 18 bis 28. — Kälber: feinste Mast- kälber 60 bis 66; mittlere Mast- und beste Saugkälber 55 bis 59; geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 54; geringe Saugkälber 40 bis 46. — Schafe: Maftlämmer und Mafthämmel 45 bis 50; geringere Mafthämmel und Schafe 35 bis 44. — Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 75 bis 78; unter 80 Kilogramm 70 bis 74; von 100 bis 120 Kilogramm 75 bis 78; von 120 bis 150 Kilogramm 74 bis 77; Fettschweine über 150 Kilogramm 74 bis 77; unreine Sauen und geschnittene (Eber 60 bis 80. Marktverlauf: In allen Tüebgahungen langsamer Handel, bei Schweinen Ueberftanb.
Buntes Allerlei.
Wie heiß kann es in Deutschland werden?
Die nach den ungewöhnlich kühl verlaufenen Vormonaten gegen Mitte Juli über uns hereingebrochene erste ausgeprägte Hitzeperiode dieses Sommers ruft auch die Frage nach ähnlichen früheren Hitzeperioden wach und damit die Frage, wie hoch wohl die Temperatur in Deutschland steigen kann. Hitzeperioden treten immer nur bann ein, wenn sich hoher Luftdruck, eine Antizyklone, über Mitteleuropa ausbrcitcl und einigermaßen beständig bleibt, wie es auch jetzt wieder der Fall ist. Viele Wochen lang hatte die Antizyklone im Westen des Kontinents, auf dem Meere, gelegen und uns, da die Winde um einen Hochdruckwirbel rechts herum (im Sinne des Uhrzeigers) wehen, auf ihrer östlichen (rechten) Seite andauernd kalte Luft polarer Herkunft gebracht. Im ersten Jiilidrittel wanderte sie nun ostwärts und bedeckt seit dem 12. d. M. ganz Mitteleuropa, ihr Kern lagerte in diesen Tagen über
. Norddeutschland, Dänemark und der Ostsee. Dadurch aber haben sich in Deutschland östliche Winde eingc stellt, die uns, als echte Kontinentalwinde aus Rußland stammend, trockene, warme Luftmassen zufüh- ren und vorwiegend heiteres Wetter bringen. Die gegenwärtig noch sehr hochstehende Sonne kann infolgedessen eine durch Wolken fast gar nicht bc- einträchtigte nahzu volle Wirkung durch Einstrahlung (Insolation) entfalten, und das bedeutet für uns eine Hitzeperiode. So stieg die Temperatur auch jetzt von Tag zu Tag und erreichte schon am 14. Juli an einigen Orten 30 Grad Celsius.
Die letzte außerordentlich heiße Witterung erlebten mir im Juli 1925, und auch der in seinem ganzen übrigen Verlaufe ungemein kühle Sommer von 1923 hatte ein paar ausgeprägte Hitzezeiten zu verzeichnen. Vom 17. bis 23. Juli 1925 stieg dic Temperatur besonders im Binnenlande und in Westdeutschland zu großer Höhe; nach den Wetterberich, len der Deutschen Seewarte beobachtete man in Magdeburg am 18. und 19. Juli schon 32 Grad, vom 20. bis 22. 34 Grad, in Hamburg vom 21. bis 23. ebenfalls 33 Grad und in Frankfurt a. M. am 22. Juli fogar 35 Grad Celsius. Noch etwas höhere Wärmegrade zeichneten den Juni 1917 aus, in dem vom 18. an der Hamburger Sternwarte bei Bergedorf 35,4 Grad gemessen wurden, ebenso den Juni 1915, in dem am 9. ebenfalls bei Bergedorf 36,2 Grad erreicht wurden. Als den h cä fj.c ft e n u n d zugleich trocke n st en Sommer feit Bestehen einer systematischen Witterungsbeobachtung in Deutschland hat man den von 1911 zu betrachten Während einer vorn 22. Juli bis zum 15. August ununterbrochen andauernden Hitze- und Dürrperiode überstieg die Temperatur im größten Teile bcs Landes täglich 25 Grad. Die heißesten Tage waren der 23. und 25. Juli: am ersteren beobachtete man in Magdeburg und Frankfurt a. M., am letzteren in Karlsruhe 38 Grad Celsius; in Jena soll die Hitze sogar nahe an 40 Grad herangekommen sein, und auch in Norddcutschland verzeichnete man noch 37 Grad. Damals übte auch die anhaltende Trockenheit eine ungemein verderbliche Wirkung aus; der Wasserstand aller deutschen Flüsse ging sehr zurück, einige kleinere Flüsse trockneten sogar ganz aus, andere wieder legten die sog. Hun- gerfteine mit ihren alten Inschriften aus früheren Dürreperioden frei. Sehr hohe Temperaturen brachten ferner die ersten Julitage von 1905, besonder ater Mitte Juli 1904; damals stieg die Hitze am 15. (1904) in Breslau auf 34 Grad, in Münster au fast 35 Grad, in Hamburg auf 35,3 Grad und in Berlin auf 36,4 Grad Celsius. Aehnliche Verhältnisse herrschten endlich noch am 4. Juli 1883. Wir können daher sagen, daß die höchsten in Deutschland vorkommenden, aber äußerst seltenen Temperaturen zwischen 38 und 40 Grad Celsius liegen. Das aber find schon Wärmegrade, wie sie selbst in den Tropen nicht zu den alltäglichen Erscheinungen gehören.
„kranke" Kunstwerke.
Man weiß, daß Kunstwerk wie Menschen mit der Zeit alt und grau werden Altkostbare Bronzen vor allem bekommen mi; den Jahren zum Schmerz aller Kunstfreunde häßliche Flecken und Krusten, die ihre Schönheit erheblich beeinträchtigen. Bisher gab es kein zuverlässiges Mittel, die Formenreinheit derartig verdorbener Werke wieder herzustellen, bis jetzt an der Columbia llniöcrfität in Reuhork ein neues Verfahren entdeckt wurde, das überraschende Erfolge z ergab. Ein interessanter Artikel von Dr. Alfred . Gradenwitz mit Bildern im neuen Heft der „ Ko- * ralle" macht diese wichtige Erfindung auch dem Laien verständlich. Aus der Fülle anderer Artikel sei noch hervorgehoben: Radioaktive Stoffe im Körper, Vom Knüppelsteg zur Riefenbrücke, Gelenklokomotiven und Moderne Ruhkraftwagen.
Büchertisch.
— Alfred Polgar: Stücke und Spieler. (Ja und Rein. Schriften des Kritikers, Band II) 339 Seiten 8°. Berlin, Ernst Rowohlt, Verlag, 1926. — Der zweite Band, von Heinrich Mann bis Egon Friedell. Dazwischen finden sich bedeutendere Namen an, z. D. Kaiser, Werfel, Unruh, von den Aelteren Eulenberg und Schönherr. Lieber Bücher dieser Art sich kritisch zu äußern, wird stets verfänglich und unzulänglich bleiben. Zumal, wenn man selber im Glashause sitzt. Dennoch möchte uns scheinen, daß diesmal das „Rein" überwiegt. Vielleicht verlieren solche Sammlungen überhaupt, wenn man sie systematisch fortseht, statt sie einmalig als Augenblicks- Auslese (Auslese!) zu verarbeiten. Ratürlich findet sich auch hier mancherlei Gutes und Feines, manches, was Buchwert verdient. Oester aber lehnt man innerlich ab. Schon bei Schönherr stimmt vieles bedenklich. Und Anruh's herrlichem „Louis Ferdinand" wird dieser Kritiker kaum gerecht. Unb solche Punkte scheinen wesentlich, da es sich um Werte handelt. Am Intermezzo der kleineren und kleinen Theatergeister ist nicht viel gelegen. Sehr hübsch und stimmungsreich ist dagegen die Einleitung „Zum Beginn". Die ist erfreulich — für die hat man ein fröhliches und entschiedenes „3a!“. 357
— „Duell am L i d o". Komödien in drei Akten von Hans I. Rehfisch. 70 Seiten 8". 2. Auflage. Oesterheld & Co., Verlag. Berlin 1926. — Rehfisch zählt zu den interessantesten (auch umstrittensten) Erscheinungen neudeutscher Dramatik. Dieses Stück wurde, zum mindesten von außen her gesehen, ein starker Erfolg des Berliner Staatstheaters. Jessner inszenierte selbst, Kostner und Forster in den Hauptrollen verbürgten fast schon die andere Hälfte des Sieges. In der Einleitung — als Dankbrief an Jessner formuliert — gibt der Dichter selbst die Grundidee seines Stückes kund: die phantastische... Sehnsucht... nach irgendeinem... im entwertbaren Gut, das Begehren nach einer klaren und starken ... Beziehung von Mensch zu Mensch ... Das ist es, darum geht dies unblutige Gefecht in Venedig, dies Duell in Worten zwischen Männern um eine Frau, zwischen Menschen unserer Zeit, ganzen, halben und nc^h geringeren, um ein Ziel, um eine Sehnsucht, um „Erhöhung des Lebensgefühls". Im Degleitrhythmus der Szenengespräche, int schillernden, glitzernden musizierenden und tanzenden Drum und Dran einer umgebenden großen Welt gibt sich noch deutlicher zu erf ernten, wohin dieses Stück steuert: Rehfisch, was oft schwer verständlich wird, ist Romantiker unter den Jungen; ein paarmal denkt man beim Lesen mit Freuden an die „Improvisationen im Juni" von Mohr, die eine gleiche Jnnenmelodie zu bewegen scheint. 281
Verantwortlich für Feuilleton i. V.: Dr. Fr. W. Lange.
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