Ausgabe 
19.3.1926
 
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tc

I

Nr. 66 Dritter Blatt . Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejfen)Freitag, 19. März 1926

Der Sturz Bratianus.

6 Von unserem Dr. ^-Berichterstatter, f Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Bukarest, 17. März 1926.

Das politische Leben Rumäniens und besonders seiner Hauptstadt gleicht in den letzten Wochen und Tagöli einem Wespennest, in das ein Stein gefallen ist. In stetem Wechsel bewegen sich ungezählte Fol­gerungen darüber, wem die Regierung nach dem Rücktritt des Kabinetts Bratianu zufallen werde. Wirklichkeit ist in all dem Wechsel nur die Erkennt­nis, daß die Lage noch nicht soweit ausgereift ist, um sichere Schlüsse auf die kommende Entscheidung ziehen zu können. Und die Vermutung, daß die Liberalen weiter verbleiben könnten, steht ziem­lich an letzter Stelle. Vor Monaten war selbst in unpolitischen Kreisen, die gegen die Liberalen durch­aus nicht voreingenommen waren, die Meinung all­gemein, daß deren Rücktritt alsbald erfolgen müsse, da die allgemeine Stimmung des Landes gegen sie sei. Es gibt eben eine Regierungsmüdigkeit nicht nur bei den Regierenden, sondern auch bei den Regierten. Man ist in Rumänien der Männer müoe, die die liberale Partei in der Regierung her­ausstellt, man ist der Methoden überdrüssig, die sic im politischen Leben zur Anwendung bringen. Das ist, wie gesagt, die Stimmung in der milden Form, wo keine politische Gegnerschaft gegen die jetzige Regierung Bratianus besteht. Viel schärfer und ge­radezu leidenschaftlich fällt natürlich dort die Ver­urteilung aus, wo sich zu den rein sachlichen Er­wägungen noch die politische Gegnerschaft gesellt.

Bezüglich der Partei aber, die die Nachfolge übernehmen soll, wechseln die Meinungen fast von einer Stunde zur anderen. Die Verhandlungen zwi­schen Nationalpartei und Zaranisten haben, soviel der Oeffentlichkeit bekannt ist, keine weiteren Fortschritte gemacht, und man nimmt nun an, daß die vorgestern erfolgte Rückkehr Dr. L u - pus in die Hauptstadt die Entwicklung vorwärts führen werde. Lebhaftes Interesse verdienen die Be­ziehungen, die sich in der vergangenen Woche zwi­schen der Averescu-Partei und den Zara­nisten angebahnt haben. Averescu wird noch immer in weiten Kreisen als der Mann bezeichnet, der als künftiger Regierungschef der Dy­nastie am erwünschtesten wäre. Aber die geringe Kopfstärkc seiner Partei würde es notwendig machen, daß ihm namentlich in der Wahlzeit Unter­stützung von anderen Parteien zugesührt würde. Die Liberalen wären zu solcher Unterstützung vielleicht bereit, doch würden sie selbst in solchem Falle ihre Mitglieder an Averescu höchstens verleihen und nicht abtreten, öo suchen die Averescuaner nach einer Möglichkeit der dauerhaften Kräftigung. Ave- rescu war im Kriege und in der ersten Nachkriegs­zeit der Abgott der Bauern und hak selbst eine rumänische Bauernpartei ins Leben gerufen, die wohl mit der heutigen Zaranistenpartei in Ru­mänien nicht identisch war, doch sind Verbindungen aus dieser Zeit jedenfalls noch da. Es soll der frühere Ackerbauminister G a r o f l i d gewesen sein, der eine Fühlungnahme zwischen der Averescu- partei und den Zaranisten in die Wege leitete. Die Wertung dieser neuen Kombination war so erheblich, daß in Bukarest vor einigen Tagen sogar eine Liste der künftigen Regierung verbreitet wurde, auf Grund deren General Averescu als Minister­präsident, Dr. L u p u als Innenminister und Oc- tavian G o g a als Minister des Aeußeren genannt wurden.

In den schon durch diese Fragen aufgeworfenen Wirbel der politischen Stimmung kam nun der neue Wahlrechtsentwurf ber Regierung. Nach einem kurzen Zuwarten nahmen die Oppositions­parteien in leidenschaftlicher Weise dagegen Stellung. Ihre Presse bezeichnete die geplante Wahlreform als das Zeichen einer unumschränkten Diktatur, das ZaranistenblattAnrora" nannte sie die Ermordung des politischen Lebens. Die Gegnerschaft gegen diesen Wahlrechtsentwurf brachte die Nationalpartei und die Bauernpartei wieder näher zusammen, als es vor­her der Fall gewesen war, und dieses Gefühl glei­cher Einstellung verstärkte sich noch, als General Averescu sich an die Seite der neuen Wahl­reformpläne der Regierung stellte. Nicht nur in oppositionellen Kreisen machte sich die Bewegung gegen die geplante Wahlreform geltend, sondern auch in der liberalen Partei selbst erhoben sich starke Widerstände dagegen, so daß die Regierung sich veranlaßt gesehen hat, wesentliche Aenderungen an dem ursprünglichen Entwürfe vorzunehmen. Aus den bisher bekannten Tatsachen läßt sich über das Wesen dieser- Aenderungen noch recht wenig entnehmen. Das Wesentlichste aber besteht darin, daß die sinnlose Uebertreibung des Majorsystems (Bevorzugung der Mehrheitslistc gegenüber den Minderheitslisten) nun doch wesentlich gemildert er­scheint. Nach der neuen Fassung hat auf Mandate über die proportionale Beteiligung hinaus nur die­jenige Liste Anspruch, die mindestens 35 Prozent aller abgegebenen Stimmen erhält, und auch diese Liste erhält nur 50 Prozent der Mandate und nicht 65, 80 oder 90 Prozent, wie es in der früheren Fassung vorgesehen war.

Um die Stellungnahme zu dieser Wahlreform scheint sich nun die weitere politische Entwicklung zu gruppieren. Die Regierung hat an die Führer der Oppositionsparteien die Anfrage gerichtet, wie sie sich dem neuen Entwürfe gegenüber stellen werden. Averescu ist sicher für den Entwurf und hat höchstens die eine Einwendung, daß er die jetzt ein- gctretenen Milderungen bedauert. Wenig wahr­scheinlich. aber ist es, daß die Nationalpartei und die Zaranisten mit dem Entwürfe sich einverstanden erklären werden. Behalten sie die Kampfstellung bei, die sie der früheren Fassung gegenüber bezogen hatten, dann wird sie für die Frage des Wahl­rechtes vielleicht noch weitgehende Folgen haben. In diesem Falle würden Nationalpartei und Zara­nisten aller Wahrscheinlichkeit nach doch zu der Ein­heitsfront gelangen, die einen Wahlsieg der Libe­ralen auf Grund des geplanten Wahlrechtes un­möglich machen soll.

Von dem Standpunkte aus, den die Minder­heiten in Rumänien den neuen Wahlreformplänen der Regierung entgegenbringen, bleibt der Wesens­zug des Entwurfes bestehen, daß er die ganze poli tische Entwicklung in das Zeichen des Kampfes der großen Parteien stellt und alle anderen poli­tischen Gruppen zu völliger Bedeutungslosigkeit herunterdrücken will. Dieser Zug der neuen rumäni­schen Wahlreform bedeutet zweifelsohne eine Ver- truftu rrg des politischen Lebens in Rumänien, die in ihren Folgen heute noch unabsehbar ist. Auf alle Fälle können die Minderheiten dieser Tendenz der Vertrustung nicht zustimmen und die Durchfüh­rung der Wahl nach dem Grundsatz der allgemeinen Landeslisten nicht billigen. Bestand doch bisher ein gewisser mildernder Einfluß auf die rein partei­

mäßige Einstellung der rumänischen Landespolitik, daß der Abgeordnete der Wählerschaft seines Kreises sich direkt verantwortlich fühlte und Stimmungen Rechnung tragen mußte, die in dieser Wählerschaft sich geltend machten. Die Wahl nach den Landes­listen schwächt diese unmittelbaren Beziehungen zwischen dem Abgeordneten und jeinem Wahlkreis ganz erheblich und verlegt den Schwerpunkt aller parteimäßigen Entscheidungen ganz nach Bukarest, wo die Interessen der allgemeinen Landesliste maß­gebend fein werden und nicht die besonderen Inter­essen des einzelnen Wahlkreises oder Komitates. Das Eigenleben des Wahlkreises, das bisher gerade in Rumänien soviel Gutes gestiftet hat, wird in seiner bisherigen Bedeutung vollkommen herab- gedrückt und die großen Parteirücksichten werden unumschränkt in Bukarest diktieren.

Wirtschaft.

* D ie amtliche Großhandels­index z i f f e r. Die auf den Stichtag des 17. März berechnete Grobhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 10. März (117.6) um 0,2 ü. Sy auf 117.8 gestiegen.

* Für Herabsetzung der Zinssätze. Der «sparkassenverband für Hessen-Nassau und Wal­deck, dessen Umgestaltung z. Z. im Gang ist, hat in seiner Vorstandssitzung vom 12. d. M. auf Antrag seines Verbandso'orstehers, Oberbürgermeister Dr. B l a u m , Hanau, beschlossen, um dem Wirtschafts­leben der Provinz, soweit die öffentlichen Kredit­institute hierzu in der Lage sind, einen Anlauf zu geben, den Sparkassen zu empfehlen, die Zinssätze für ausgegebene Kredite wesentlich herabzusetzen. Der Vorstand des Sparkassenverbandes hält für an­gemessen einen Zinssatz von 11' Prozent, einschließ­lich der festen Provisionen. Für die Einlagen bei den Spar- und Girokassen empsiehlt er als Zins­sätze in den Städten 5 Prozent für tägliches abruf­bares, 6 Prozent für vierzehntägiges, 7 Prozent für Monatsgeld; in den ländlichen Kreisen sollen diese Zinssätze um nicht mehr als 1 Prozent erhöht werden dürfen. Oesfentliche Sparkassen am gleichen Ort sollen den gleichen Zinssatz in Anrechnung bringen.

* Eine Auslandanleihe der Stadt Kassel. Oberbürgermeister Stadler und Bürgermeister Brunner haben für die Stadt Kassel die Amerika-Anleihe, d. h. die Anleihe der Deutschen Girozentrale, an der über 40 Städte beteiligt waren, unterzeichnet.' Zuerst hatte die Stadt Kassel sich für 7 Millionen inter­essiert, aber da die Gesamtsumme eben nicht der Höhe entsprach, die die Deutsche Giro-Zentrale beantragt halte, so wurden die Wünsche jeder Stadt reduziert. Kassel erhielt 2.5 Millionen angeboten.. Die Bedingungen wurden von der Stadtverwaltung angenommen.

Neckarsulmer Fahrzeugwerke A.-G-, Neckarsulm. Bon gut unterrichteter Seite wird dem DHD. mitgeteilt, daß eine Dividenbenverteilung bei den Neckarsulmer Fahr­zeugwerken nicht in Betracht kommen werde. Etwaige Ueberschüsse aus dem ersten Teil des Geschäftsjahres dürften durch den Ausbau der Werke sowie durch die Beschäftigungskrise im Herbst wieder aufgebraucht worden sein.

0 D ie Entlassungen beim Harpe- ner Bergbau. Die bereits angekündigten Ent­lassungen auf ZechePreußen 1". die nunmehr, wie der DHD. erfährt, beschleunigt durchgeführt werden sollen, erstrecken sich auf die gesamte Belegschaft mit Ausnahme der Neben­gewinnungsanlagen, und sind zum 1. April aus­gesprochen. Die besonderen Absatzschwierigkeiten gerade in der letzten Zeit haben die Verwal­tung veranlaßt, diesen Abbau beschleunigt vor­zunehmen. Die Verhandlungen zwischen Ver­waltung und Negierung finden augenblicklich in Berlin statt. Auch von Belegschaftsseite ist eine Abordnung nach Berlin gesandt worden, da diese bedeutenden Stillegungen sowohl in Arbeiter- wie in Gemeindeverwaltungskreisen großen Ein­druck gemacht haben.

* D i e Lage des Phönix. Die Phönix A.-G., Abteilung Hörder Verein, hat bekannt­lich zum Ende dieses Monats die endgültige Entlassung von 1740 Arbeitern beim Demobil­machungskommissar beantragt. Sie will damit diesen zur Zeit ohne Lohn beurlaubten Arbeitern wenigstens den Bezug der Erwerbslosenunter­stützung sichern. Generaldirektor Fahrenhorst machte über die wirtschaftliche Lage des Werkes in einer Sitzung in Hörde interessante Mittei- ungen. Das Werk arbeitet augenblicklich bei der Stahlproduktion mit 8 Reichsmark Defizit pro Tonne gegenüber einem Defizit von 4 Reichs­mark vor dem Kriege und bezeichnete die Lage des Werkes als außerordentlich kritisch. Er be­tonte ferner, daß, wenn Überhaupt eine gesamte Stillegung des Phönix vermieden würde, in Zukunft nur noch 2000 bis 3000 Arbeiter in Hörde beschäftigt werden könnten, gegenüber einer Belegschaft von 10 000 Mann vor dem Kriege.

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtberichi desGtehener Anzeigers"., Frankfurt, 19. März. Tendenz sehr fest und lebhaft. Da die außenpolitische Situation als ge­sichert betrachtet wird und die im Hinblick auf die Genfer Konferenz drohenden Kabinettskri­sen zum größten Teil als beseitigt angesehen werden, konnte sich das Börsengeschäft, un­terstützt durch die anhaltende Geldflüssigkeit, recht lebhaft entfalten. Infolge der zuversichtlichen Stimmung konnte sich allenthalben die Unterneh­mungslust regen, und die Spekulation betätigte sich in größeren Deckungs - und Rückkäu­fen, so daß bereits die Ansangskurse Erhöhun­gen bis zu 3 Proz. aufwiesen. Die feste Strömung erstreckte sich auf alle Märkte, die Führung hatten jedoch Elektro- und S ch i s f a h r t s a k t i e n. Auch am Montan markte ging es lebhafter zu. Rheinstahl plus 1,5 Proz., Gelsenkirchen plus 1,25 Proz. Starte Steigerungen wiesen Kali-Aktien auf, die weiter stark begehrt blieben. Aschersleben plus 3 Proz., Westeregeln plus 2 Proz. Interesse bestand ferner auch für Chemiewerte, die in den letzten Tagen in der Kursentwicklung etwas zu­rückgeblieben find, I. G. Farben plus 2,5 Proz. Für Elektro-Aktien zeigte sich große Kauf­lust. Hier stimulierte vor allem der gute Geschäfts­gang in der Elektroindustrie. AEG. zogen auf 96,75 Proz. an, Schuckert auf 88,75 Proz. Der Santen marft lag fest, doch hielten sich die Kursgewinne in engen Grenzen. Brau-Bank waren stärker erhöht, plus 3 Proz. Schiffahrts- Aktien setzten ihre Aufwärtsbewegung um

2 bis 3 Prozent fort. Auch die anderen Freigabewerte, so Berliner Handel und Baltimore, lagen begünstigt. Der Kassamarkt der Jndustriepapiere verkehrt überwiegend in fester Tendenz. Autoaktien plus 1 Prozent. M a - schi Neuwerte lagen mäßig höher. Zellstoff­aktien konnten kräftig anziehen. Aschaffenburger plus 1 Prozent, Waldhof plus 2 Prozent. Auch Bauaktien strebten weiter nach oben. Zucker­aktien waren durchschnittlich um 1 Prozent ge­bessert, nur Frankenthal büßten 1 Prozent ein. Der heimische Rentenmarkt schloß sich der Auf­wärtsbewegung an. Ausländische Renten lagen fest. Pfandbriefe zogen weiter an. Der Freiverkehr lag still. Becker Stahl 45, Becker Kohle 53, Benz 50, Brown Boveri 70, Entreprise 10, Growag 55, Krügershall 100, Ufa 50, Ufra 70 Prozent. Der weitere Verlauf brachte bei unver­ändert lebhaftem Geschäft neue Steigerungen, die an der Börse damit begründet wurden, daß sich in der deutschen Wirtschaft eine Wendung zum Besse­ren anzubahnen beginnt. Am G e l d m a r k t ist das Angebot weiter sehr reichlich. Tagesgeld und Privat­diskonten 5 Prozent, Jndustrieakzepte stark gedrückt bis 6 Prozent, Monatsgeld 6 bis 7,5 Prozent. Das Devisengeschäft war infolge des neuen Sturzes des belgischen Fran- k e n sehr lebhaft. Brüssel senkte sich gegen London auf 121. Paris lag mit 135,30 gegen London mäßig befestigt. Mark und Pfund liegen unverändert fest.

Börsenkurse.

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlug, fiurs

1-Ubr« Kurs

Schluß. Kur»

Anfang Qitr-

Datum:

18. 3. !

19.3.

18 3

19 3.

5% Deutsche Reichsanleihe

4°/0 Deutsche Michsanlcihe

0,375

0,3862

0,375

0,3925

0,3675

0,3725

372°/n Deutsche Reichsanleitze

0,340

0,37

0,3775

S'/n Deutsche Neichöanleibe . Deutsche Svarprämicnanleihe 4<V0 Preußische ökonsols . .

0,4.50

0.47

0,215

0,380

0,365

0,375

4% Hessen .....

0,350

3*/% Hessen..........

0.330

_

3% Hen'en...........

Deutsche Dertb. Dollar-Aul.

0,380

0,355

100

96,1

___

dto. Doll-Schav-Anweiing.')

99,5

99,7

4% BoIIttirfcn 5% Goldmexikaner ....

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank Deutsche Bank.........

Deutsche Bereinsbank .... Discomo Couunandii Metallbank.........

Mitteldeutsche Kreditbank. . lDesterreichiiche Kreditanstalt Westbank .........

Bochumer Sah . .....

BuderuS Caro ...

Deutsch-Luxemburg .

Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben...» Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte........

Oberbedarf ......... Phönir Bergbau ...... Rbeinstahl...........

Ntebcck Montan LclluS Bergbau . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd.....

Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G, Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt..........

Holzverkohlung Rütgcrswerke Scheideanstalt SHg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkraftwerke Schuckert....... . .

Siemens 4 Halske Adlerwerke Klcyer ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt. . ..... Megmtt............

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselllchast Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Her; Sichel. . Zellston Waldhos......

Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

38,5

39

152,75

111.75

IIP

127,5

126,25

77,5

122,4

122,5'

84,12

103,5'

103,5*

6

6.75

0,041

0,011

-

__

49

53

40,5

86

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102,5

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127,25

130,5

135

138,5

35

42,5

_

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78,5'

78,25

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_

0.3

149

150'

146,5

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-

90,75

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127,62

131,5*

74

75

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66

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48,5

50

28,25

33,5

24

43

95,25

165

75

75,5

30,75

30,5

5,75

6

110,12

112,5

49

48,5

55,12

57,5

11,62

121,5

103,25

6,75

148,5

145,5

151.62

111

128

127

81,4

67,9

40,5

84

86

101,25

127 135,5

34,5

41,5

76.9

77,75

84

72,5

88

128

74

72,25

92,25

87

83,9 108,75

49,75

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30

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1 79'

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149,4

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113

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114'

51

50,7

131,2*

74

Devisenmarkt BerlinJrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung

18 Mär;.

19. Märj.

Amtliche Noti run .

Amtliche Notierung

Geld

Briei

Geld 1 Briei

Amft--Roli

168,08

168,50

168.12

168,.54

Buen-Airee

1,651

1,655

1,654

1,658

Brff.-Antw.

16,68

17,02

16,87

16,91

Chrlstiania.

89,39

89,61

89,94

90,16

Kopenhagen

109,84

110,12

109,96

110,24

Stockholm

112,38

112,66

112,43

112,71

HelsingtorS

10,55

10,69

10,552

10,592

Alalicu .

16,83

16,87

16,86

16,90

London

20,395

-0,447

20,389

20,441

Ncuyork

4,195

4,205

4,195

4,205

Paris - .

15,045

15,085

11,99

15,03

Schwei; .

80,735

80,935

80,76

80,96

Spanien .

59,07

59,21

59,13

59,27

Japan . .

1.899

1.903

1,902

1,906

Rio de Jan

0,603

0.605

0,599

0,601

Wien in D -

Ceft. abgcst

59,16

59,30

59,17

59,31

Prag ...

12.407

12,457

12,421

12,461

Belgrad . .

7.38

7,40

7,38

7,40

Budapest. .

5,875

5,895

5,875

5,89'.

Bulgarien .

3,03

3,04

3,047

3,057

Lissabon

21.275

21.325

21,275

21,325

Danzig. .

80,88

81,08

80,88

81,08

Konstantin.

2,17

2.18

2,18

2,19

Athen.

5,85

5,87-

'>,82

5,84

Canada. .

4,18

1.19

4,18

4.19

Uruguav

4,255

4,265

4.255

4,265

B a n in o te n.

Berlin, 18. März

Geld

Briei

Amerikanische Note» .....

4,186

4,206

Belgische Noten ......

16,94

17,02

Dänische Noten .......

109,58

110,12

Englische Noten........

20,36

20,46

Fran;oinche 'j;oten......

15,20

15,28

Holländische Noten.....

167,75

168,59

Malicnische Noten......

16,89

16,97

Norwegische Noten......

89,43

89,87

Deutsch - elterr, 2100 Kronen

59,07

59,37

Numan nchc Noten ... .

1,77

1.81

schwedische Noten . ...

112,09

112,65

schweizer Noten . . ...

80,60

81,00

Spanische Noten ......

."9,10

59,40

Tschechoslowakische Noten . .

12,38

12.44

Ungarische Noten ...

5,84

5,88

Berliner Börse.

lEigener Drahtberichi desGießener Anzeigers".) Berlin, 19. März. Das Interesse für Spezialwerte unter Vernachlässigung aller sonstigen Aktienmärkte hielt an. Der Handel in den bevorzugten Papieren war schon bei Beginn der Börse lebhaft. Im Mittelpunkte des Interesses standen vor allem Elektroaktien,

die im Zusammenhang mit den Bestrebungen zur Bildung eines Elektrotrustes stark gefragt waren. Von dieser Gruppe waren besonders bie Werte des Siemenskonzerns begehrt und wesentlich höher. Das Ausland beteiligte sich ebenfalls am Ge­schäft, namentlich die Schweiz. Ferner übertrug sich das Interesse für Schiffahrtsaktien auch auf die heutige Börse. Die Kurssteigerungen setzten sich zwar nicht in dem gestrigen Umfange fort, dock konnten die Werte um weitere 1 bis 2 Prozent an­ziehen. Weiter bestand etwas Interesse für Far­be n w e r t e und die unnotierten Kaliaktien. Die amtlich notierten Kaliwerte lagen zwar auch fest, aber ruhig. Die Geschäftstätigkeit an den sonstigen Märkten war gering, die Kursoeränderungen hielten sich daher in engen Grenzen. Die Gesam11en - d e n z kann somit als behauptet, für die Spe­zi a l w e r t e als fest bezeichnet werden. Am Geldmarkt hält die Flüssigkeit an und nimmt eher noch zu. Die offiziellen Sätze für Tagesgeld waren 5 bis 6 Prozent. Im Deoifenverkehr lag Paris gegen London eher etwas abgeschwächt. Nordische Valuten waren erholt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 19. März. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 26,75 Mk.; Roggen, in­ländischer, 17,50 bis 17,70; Sommergerste für Brau zwecke 20 bis 24; Hafer, inländischer, 19,25 bis 21,50; Mais, gelb, 17,50 bis 18; Weizenmehl, in­ländisches (Spezial 0) 40,25 bis 40,75; Roggenmehl 26 bis 26,25; Weizenkleie 9,35 bis 9,50; Roggen fiele 10 bis 10,25 Mk. Tendenz: befestigt.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 18. März. Nachdem gestern in den späten Abendstunden überraschenderweise für Roggen eine Aufwärtsbewegung einsehte hin­sichtlich der für Freitag endgültigen Schlußver- handlungen über die Roggen-Valorisation, sowie der wahrscheinlichen Schaffung eines Einfuhr­monopols, machte diese Entwicklung heute wei­tere Fortschritte. Auch Weizen hinsichtlich der merklich gesteigerten argentinischen Forderungen,, der weiteren höheren Liverpooler Anfangsmel­dungen und auch wegen der Monopolerwar­tungen ziemlich beträchtlich befestigt. Diese Stim­mung übertrug sich auch auf den Terminhandel, für Weizen um 4 Mark höhere Dortagskurse bewilligt wurden. Roggen erzielte ein Aufgeld von 4,50 Mark. Im übrigen waren auch Gerste und Hafer von dieser Bewegung begünstigt, wäh­rend Mehl noch nicht allzugrohe Umsätze hatte. Futtermittel ohne beachtenswerte Veränderungen.. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, märf, 254 bis 258; Roggen, märf., 156 bis 160; Gerste, märf., 166 bis 190; Futtergerste 138 bis 152; Hafer, märf., 163 bis 173; per 100 Kilo: Weizen­mehl 32,75 bis 36,50; Roggenmehl 22,50 bis 24,50; Weizenkleie 10,20 bis 10,30; Roggenkleie 9 bis 9,30; Viktoriaerbsen 25 bis 31; kleine Speiseerbsen 23 bis 25; Futtererbsen 19 bis 21; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohnen 20 bis 21; Wicken 23 bis 25,50; Lupinen, blau, 11,50 bis 12,50; Lupinen, gelb, 14 bis 14,50; Serradelle (alt) 16 bis 21; Serradelle (neu) 26 bis 29; Rapskuchen 14,50 bis 14,70; Leinkuchen 18,20 bis 18,50; Trockenschnitzel 8,40 bis 8,60; Kar­toffelflocken 13,70 bis 14; Sohaschrot 18,50 bis 18,60 Mark.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 17. März. Ein Drogist, ein Kaufmann, ein Handlungsgehilfe, alle von hier, die beiden elfteren wegen Diebstahls bereits bestraft, hatten sich wegen Betrugs, Urkunden­fälschung und schweren Diebstahls zu verant­worten. Sie waren im wesentlichen geständig. Ilm sich Lebensmittel zu verschaffen, die sie ebensogut rechtmäßig hätten erwerben können, hatten sie Urkunden gefälscht und hiesige Ge­schäftsleute beschwindelt; ferner hatten sie mit­tels Einbruchs Gegenstände von nicht erheb­lichem Wert gestohlen. Wegen der verhältnis­mäßigen Jugend der Täter wurden mildernde Umstände angenommen. Strafen: sieben Mo­nate zwei Wochen, neun und fünf Mo­nate Gefängnis.

Gegen einen Unteroffizier des hiesigen Re­giments wurde wegen Fahnenflucht auf zehn Monate Gefängnis und Dienstent­lassung erkannt.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Arbeiter aus Hartmannshain wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Mangels aus­reichenden Beweises erfolgte, dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß, Freisprechung.

Ein Jahr neun Monate Gefäng- n i s wegen Untreue erhielt ein Bevollmächtigter landwirtschaftlicher Genossenschaften aus Büdin­gen Unter grobem Dertrauensmißbrauch hatte er feine Stellung dazu benutzt, die von ihm vertretenen Genossenschaften um erhebliche Summen zu schädigen. Wegen der Ehrlosigkeit seiner Handlungsweise wurden ihm die bürger­lichen Ehrenrechte auf zwei Jahre ab­erkannt.

Vüchertisch.

Verzeichnis der Wissenschaftlichen Arbeiten der Dozenten der Technischen Hoch­schule Darmstadt. Von Januar 1922 bis Oktober 1924. Heft 2 der Schriften der Hessischen Hoch­schulen (Technische Hochschule Darmstadt), Jahr­gang 1925.

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