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Nr. 66 Dritter Blatt . Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejfen)Freitag, 19. März 1926
Der Sturz Bratianus.
6 Von unserem Dr. ^-Berichterstatter, f Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.
Bukarest, 17. März 1926.
Das politische Leben Rumäniens und besonders seiner Hauptstadt gleicht in den letzten Wochen und Tagöli einem Wespennest, in das ein Stein gefallen ist. In stetem Wechsel bewegen sich ungezählte Folgerungen darüber, wem die Regierung nach dem Rücktritt des Kabinetts Bratianu zufallen werde. Wirklichkeit ist in all dem Wechsel nur die Erkenntnis, daß die Lage noch nicht soweit ausgereift ist, um sichere Schlüsse auf die kommende Entscheidung ziehen zu können. Und die Vermutung, daß die Liberalen weiter verbleiben könnten, steht ziemlich an letzter Stelle. Vor Monaten war selbst in unpolitischen Kreisen, die gegen die Liberalen durchaus nicht voreingenommen waren, die Meinung allgemein, daß deren Rücktritt alsbald erfolgen müsse, da die allgemeine Stimmung des Landes gegen sie sei. Es gibt eben eine Regierungsmüdigkeit nicht nur bei den Regierenden, sondern auch bei den Regierten. Man ist in Rumänien der Männer müoe, die die liberale Partei in der Regierung herausstellt, man ist der Methoden überdrüssig, die sic im politischen Leben zur Anwendung bringen. Das ist, wie gesagt, die Stimmung in der milden Form, wo keine politische Gegnerschaft gegen die jetzige Regierung Bratianus besteht. Viel schärfer und geradezu leidenschaftlich fällt natürlich dort die Verurteilung aus, wo sich zu den rein sachlichen Erwägungen noch die politische Gegnerschaft gesellt.
Bezüglich der Partei aber, die die Nachfolge übernehmen soll, wechseln die Meinungen fast von einer Stunde zur anderen. Die Verhandlungen zwischen Nationalpartei und Zaranisten haben, soviel der Oeffentlichkeit bekannt ist, keine weiteren Fortschritte gemacht, und man nimmt nun an, daß die vorgestern erfolgte Rückkehr Dr. L u - pus in die Hauptstadt die Entwicklung vorwärts führen werde. Lebhaftes Interesse verdienen die Beziehungen, die sich in der vergangenen Woche zwischen der Averescu-Partei und den Zaranisten angebahnt haben. Averescu wird noch immer in weiten Kreisen als der Mann bezeichnet, der als künftiger Regierungschef der Dynastie am erwünschtesten wäre. Aber die geringe Kopfstärkc seiner Partei würde es notwendig machen, daß ihm namentlich in der Wahlzeit Unterstützung von anderen Parteien zugesührt würde. Die Liberalen wären zu solcher Unterstützung vielleicht bereit, doch würden sie selbst in solchem Falle ihre Mitglieder an Averescu höchstens verleihen und nicht abtreten, öo suchen die Averescuaner nach einer Möglichkeit der dauerhaften Kräftigung. Ave- rescu war im Kriege und in der ersten Nachkriegszeit der Abgott der Bauern und hak selbst eine rumänische Bauernpartei ins Leben gerufen, die wohl mit der heutigen Zaranistenpartei in Rumänien nicht identisch war, doch sind Verbindungen aus dieser Zeit jedenfalls noch da. Es soll der frühere Ackerbauminister G a r o f l i d gewesen sein, der eine Fühlungnahme zwischen der Averescu- partei und den Zaranisten in die Wege leitete. Die Wertung dieser neuen Kombination war so erheblich, daß in Bukarest vor einigen Tagen sogar eine Liste der künftigen Regierung verbreitet wurde, auf Grund deren General Averescu als Ministerpräsident, Dr. L u p u als Innenminister und Oc- tavian G o g a als Minister des Aeußeren genannt wurden.
In den schon durch diese Fragen aufgeworfenen Wirbel der politischen Stimmung kam nun der neue Wahlrechtsentwurf ber Regierung. Nach einem kurzen Zuwarten nahmen die Oppositionsparteien in leidenschaftlicher Weise dagegen Stellung. Ihre Presse bezeichnete die geplante Wahlreform als das Zeichen einer unumschränkten Diktatur, das Zaranistenblatt „Anrora" nannte sie die Ermordung des politischen Lebens. Die Gegnerschaft gegen diesen Wahlrechtsentwurf brachte die Nationalpartei und die Bauernpartei wieder näher zusammen, als es vorher der Fall gewesen war, und dieses Gefühl gleicher Einstellung verstärkte sich noch, als General Averescu sich an die Seite der neuen Wahlreformpläne der Regierung stellte. Nicht nur in oppositionellen Kreisen machte sich die Bewegung gegen die geplante Wahlreform geltend, sondern auch in der liberalen Partei selbst erhoben sich starke Widerstände dagegen, so daß die Regierung sich veranlaßt gesehen hat, wesentliche Aenderungen an dem ursprünglichen Entwürfe vorzunehmen. Aus den bisher bekannten Tatsachen läßt sich über das Wesen dieser- Aenderungen noch recht wenig entnehmen. Das Wesentlichste aber besteht darin, daß die sinnlose Uebertreibung des Majorsystems (Bevorzugung der Mehrheitslistc gegenüber den Minderheitslisten) nun doch wesentlich gemildert erscheint. Nach der neuen Fassung hat auf Mandate über die proportionale Beteiligung hinaus nur diejenige Liste Anspruch, die mindestens 35 Prozent aller abgegebenen Stimmen erhält, und auch diese Liste erhält nur 50 Prozent der Mandate und nicht 65, 80 oder 90 Prozent, wie es in der früheren Fassung vorgesehen war.
Um die Stellungnahme zu dieser Wahlreform scheint sich nun die weitere politische Entwicklung zu gruppieren. Die Regierung hat an die Führer der Oppositionsparteien die Anfrage gerichtet, wie sie sich dem neuen Entwürfe gegenüber stellen werden. Averescu ist sicher für den Entwurf und hat höchstens die eine Einwendung, daß er die jetzt ein- gctretenen Milderungen bedauert. Wenig wahrscheinlich. aber ist es, daß die Nationalpartei und die Zaranisten mit dem Entwürfe sich einverstanden erklären werden. Behalten sie die Kampfstellung bei, die sie der früheren Fassung gegenüber bezogen hatten, dann wird sie für die Frage des Wahlrechtes vielleicht noch weitgehende Folgen haben. In diesem Falle würden Nationalpartei und Zaranisten aller Wahrscheinlichkeit nach doch zu der Einheitsfront gelangen, die einen Wahlsieg der Liberalen auf Grund des geplanten Wahlrechtes unmöglich machen soll.
Von dem Standpunkte aus, den die Minderheiten in Rumänien den neuen Wahlreformplänen der Regierung entgegenbringen, bleibt der Wesenszug des Entwurfes bestehen, daß er die ganze poli tische Entwicklung in das Zeichen des Kampfes der großen Parteien stellt und alle anderen politischen Gruppen zu völliger Bedeutungslosigkeit herunterdrücken will. Dieser Zug der neuen rumänischen Wahlreform bedeutet zweifelsohne eine Ver- truftu rrg des politischen Lebens in Rumänien, die in ihren Folgen heute noch unabsehbar ist. Auf alle Fälle können die Minderheiten dieser Tendenz der Vertrustung nicht zustimmen und die Durchführung der Wahl nach dem Grundsatz der allgemeinen Landeslisten nicht billigen. Bestand doch bisher ein gewisser mildernder Einfluß auf die rein partei
mäßige Einstellung der rumänischen Landespolitik, daß der Abgeordnete der Wählerschaft seines Kreises sich direkt verantwortlich fühlte und Stimmungen Rechnung tragen mußte, die in dieser Wählerschaft sich geltend machten. Die Wahl nach den Landeslisten schwächt diese unmittelbaren Beziehungen zwischen dem Abgeordneten und jeinem Wahlkreis ganz erheblich und verlegt den Schwerpunkt aller parteimäßigen Entscheidungen ganz nach Bukarest, wo die Interessen der allgemeinen Landesliste maßgebend fein werden und nicht die besonderen Interessen des einzelnen Wahlkreises oder Komitates. Das Eigenleben des Wahlkreises, das bisher gerade in Rumänien soviel Gutes gestiftet hat, wird in seiner bisherigen Bedeutung vollkommen herab- gedrückt und die großen Parteirücksichten werden unumschränkt in Bukarest diktieren.
Wirtschaft.
* D ie amtliche Großhandelsindex z i f f e r. Die auf den Stichtag des 17. März berechnete Grobhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 10. März (117.6) um 0,2 ü. Sy auf 117.8 gestiegen.
* Für Herabsetzung der Zinssätze. Der «sparkassenverband für Hessen-Nassau und Waldeck, dessen Umgestaltung z. Z. im Gang ist, hat in seiner Vorstandssitzung vom 12. d. M. auf Antrag seines Verbandso'orstehers, Oberbürgermeister Dr. B l a u m , Hanau, beschlossen, um dem Wirtschaftsleben der Provinz, soweit die öffentlichen Kreditinstitute hierzu in der Lage sind, einen Anlauf zu geben, den Sparkassen zu empfehlen, die Zinssätze für ausgegebene Kredite wesentlich herabzusetzen. Der Vorstand des Sparkassenverbandes hält für angemessen einen Zinssatz von 11' Prozent, einschließlich der festen Provisionen. Für die Einlagen bei den Spar- und Girokassen empsiehlt er als Zinssätze in den Städten 5 Prozent für tägliches abrufbares, 6 Prozent für vierzehntägiges, 7 Prozent für Monatsgeld; in den ländlichen Kreisen sollen diese Zinssätze um nicht mehr als 1 Prozent erhöht werden dürfen. Oesfentliche Sparkassen am gleichen Ort sollen den gleichen Zinssatz in Anrechnung bringen.
* Eine Auslandanleihe der Stadt Kassel. Oberbürgermeister Stadler und Bürgermeister Brunner haben für die Stadt Kassel die Amerika-Anleihe, d. h. die Anleihe der Deutschen Girozentrale, an der über 40 Städte beteiligt waren, unterzeichnet.' Zuerst hatte die Stadt Kassel sich für 7 Millionen interessiert, aber da die Gesamtsumme eben nicht der Höhe entsprach, die die Deutsche Giro-Zentrale beantragt halte, so wurden die Wünsche jeder Stadt reduziert. Kassel erhielt 2.5 Millionen angeboten.. Die Bedingungen wurden von der Stadtverwaltung angenommen.
Neckarsulmer Fahrzeugwerke A.-G-, Neckarsulm. Bon gut unterrichteter Seite wird dem DHD. mitgeteilt, daß eine Dividenbenverteilung bei den Neckarsulmer Fahrzeugwerken nicht in Betracht kommen werde. Etwaige Ueberschüsse aus dem ersten Teil des Geschäftsjahres dürften durch den Ausbau der Werke sowie durch die Beschäftigungskrise im Herbst wieder aufgebraucht worden sein.
0 D ie Entlassungen beim Harpe- ner Bergbau. Die bereits angekündigten Entlassungen auf Zeche „Preußen 1". die nunmehr, wie der DHD. erfährt, beschleunigt durchgeführt werden sollen, erstrecken sich auf die gesamte Belegschaft mit Ausnahme der Nebengewinnungsanlagen, und sind zum 1. April ausgesprochen. Die besonderen Absatzschwierigkeiten gerade in der letzten Zeit haben die Verwaltung veranlaßt, diesen Abbau beschleunigt vorzunehmen. Die Verhandlungen zwischen Verwaltung und Negierung finden augenblicklich in Berlin statt. Auch von Belegschaftsseite ist eine Abordnung nach Berlin gesandt worden, da diese bedeutenden Stillegungen sowohl in Arbeiter- wie in Gemeindeverwaltungskreisen großen Eindruck gemacht haben.
* D i e Lage des Phönix. Die Phönix A.-G., Abteilung Hörder Verein, hat bekanntlich zum Ende dieses Monats die endgültige Entlassung von 1740 Arbeitern beim Demobilmachungskommissar beantragt. Sie will damit diesen zur Zeit ohne Lohn beurlaubten Arbeitern wenigstens den Bezug der Erwerbslosenunterstützung sichern. Generaldirektor Fahrenhorst machte über die wirtschaftliche Lage des Werkes in einer Sitzung in Hörde interessante Mittei- ungen. Das Werk arbeitet augenblicklich bei der Stahlproduktion mit 8 Reichsmark Defizit pro Tonne gegenüber einem Defizit von 4 Reichsmark vor dem Kriege und bezeichnete die Lage des Werkes als außerordentlich kritisch. Er betonte ferner, daß, wenn Überhaupt eine gesamte Stillegung des Phönix vermieden würde, in Zukunft nur noch 2000 bis 3000 Arbeiter in Hörde beschäftigt werden könnten, gegenüber einer Belegschaft von 10 000 Mann vor dem Kriege.
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtberichi des „Gtehener Anzeigers"., Frankfurt, 19. März. Tendenz sehr fest und lebhaft. — Da die außenpolitische Situation als gesichert betrachtet wird und die im Hinblick auf die Genfer Konferenz drohenden Kabinettskrisen zum größten Teil als beseitigt angesehen werden, konnte sich das Börsengeschäft, unterstützt durch die anhaltende Geldflüssigkeit, recht lebhaft entfalten. Infolge der zuversichtlichen Stimmung konnte sich allenthalben die Unternehmungslust regen, und die Spekulation betätigte sich in größeren Deckungs - und Rückkäufen, so daß bereits die Ansangskurse Erhöhungen bis zu 3 Proz. aufwiesen. Die feste Strömung erstreckte sich auf alle Märkte, die Führung hatten jedoch Elektro- und S ch i s f a h r t s a k t i e n. Auch am Montan markte ging es lebhafter zu. Rheinstahl plus 1,5 Proz., Gelsenkirchen plus 1,25 Proz. Starte Steigerungen wiesen Kali-Aktien auf, die weiter stark begehrt blieben. Aschersleben plus 3 Proz., Westeregeln plus 2 Proz. Interesse bestand ferner auch für Chemiewerte, die in den letzten Tagen in der Kursentwicklung etwas zurückgeblieben find, I. G. Farben plus 2,5 Proz. Für Elektro-Aktien zeigte sich große Kauflust. Hier stimulierte vor allem der gute Geschäftsgang in der Elektroindustrie. AEG. zogen auf 96,75 Proz. an, Schuckert auf 88,75 Proz. Der Santen marft lag fest, doch hielten sich die Kursgewinne in engen Grenzen. Brau-Bank waren stärker erhöht, plus 3 Proz. Schiffahrts- Aktien setzten ihre Aufwärtsbewegung um
2 bis 3 Prozent fort. Auch die anderen Freigabewerte, so Berliner Handel und Baltimore, lagen begünstigt. Der Kassamarkt der Jndustriepapiere verkehrt überwiegend in fester Tendenz. Autoaktien plus 1 Prozent. M a - schi Neuwerte lagen mäßig höher. Zellstoffaktien konnten kräftig anziehen. Aschaffenburger plus 1 Prozent, Waldhof plus 2 Prozent. Auch Bauaktien strebten weiter nach oben. Zuckeraktien waren durchschnittlich um 1 Prozent gebessert, nur Frankenthal büßten 1 Prozent ein. Der heimische Rentenmarkt schloß sich der Aufwärtsbewegung an. Ausländische Renten lagen fest. Pfandbriefe zogen weiter an. Der Freiverkehr lag still. Becker Stahl 45, Becker Kohle 53, Benz 50, Brown Boveri 70, Entreprise 10, Growag 55, Krügershall 100, Ufa 50, Ufra 70 Prozent. Der weitere Verlauf brachte bei unverändert lebhaftem Geschäft neue Steigerungen, die an der Börse damit begründet wurden, daß sich in der deutschen Wirtschaft eine Wendung zum Besseren anzubahnen beginnt. Am G e l d m a r k t ist das Angebot weiter sehr reichlich. Tagesgeld und Privatdiskonten 5 Prozent, Jndustrieakzepte stark gedrückt 5ü bis 6 Prozent, Monatsgeld 6 bis 7,5 Prozent. Das Devisengeschäft war infolge des neuen Sturzes des belgischen Fran- k e n sehr lebhaft. Brüssel senkte sich gegen London auf 121. Paris lag mit 135,30 gegen London mäßig befestigt. Mark und Pfund liegen unverändert fest.
Börsenkurse.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlug, fiurs
1-Ubr« Kurs
Schluß. Kur»
Anfang Qitr-
Datum:
18. 3. !
19.3.
18 3
19 3.
5% Deutsche Reichsanleihe
4°/0 Deutsche Michsanlcihe ■
0,375
0,3862
0,375
0,3925
—
—
0,3675
0,3725
372°/n Deutsche Reichsanleitze
0,340
—
0,37
0,3775
S'/n Deutsche Neichöanleibe . Deutsche Svarprämicnanleihe 4<V0 Preußische ökonsols • . .
0,4.50
—
0.47
0,215
0,380
—
0,365
0,375
4% Hessen • • • .....
0,350
—
—
—
3*/•% Hessen..........
0.330
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3% Hen'en...........
Deutsche Dertb. Dollar-Aul.
0,380
—
0,355
100
—
96,1
___
dto. Doll-Schav-Anweiing.')
99,5
99,7
—
4% BoIIttirfcn 5% Goldmexikaner ....
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank ■ Deutsche Bank.........
Deutsche Bereinsbank .... Discomo Couunandii Metallbank.........
Mitteldeutsche Kreditbank. . lDesterreichiiche Kreditanstalt Westbank .........
Bochumer Sah . .....
BuderuS Caro ...
Deutsch-Luxemburg .
Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben...» Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte........
Oberbedarf ......... Phönir Bergbau ...... Rbeinstahl...........
Ntebcck Montan LclluS Bergbau . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd.....
Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Anglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G, Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt..........
Holzverkohlung Rütgcrswerke Scheideanstalt SHg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkraftwerke Schuckert....... . .
Siemens 4 Halske Adlerwerke Klcyer ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt. . ..... Megmtt............
Motorenwerke Mannheim
Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselllchast Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Her; Sichel. . Zellston Waldhos......
Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
38,5
39
152,75
—
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51
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74
Devisenmarkt Berlin—Jrankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung
18 Mär;.
19. Märj.
Amtliche Noti run .
Amtliche Notierung
Geld
Briei
Geld 1 Briei
Amft--Roli
168,08
168,50
168.12
168,.54
Buen-Airee
1,651
1,655
1,654
1,658
Brff.-Antw.
16,68
17,02
16,87
16,91
Chrlstiania.
89,39
89,61
89,94
90,16
Kopenhagen
109,84
110,12
109,96
110,24
Stockholm
112,38
112,66
112,43
112,71
HelsingtorS
10,55
10,69
10,552
10,592
Alalicu .
16,83
16,87
16,86
16,90
London
20,395
-0,447
20,389
20,441
Ncuyork ■
4,195
4,205
4,195
4,205
Paris - .
15,045
15,085
11,99
15,03
Schwei; .
80,735
80,935
80,76
80,96
Spanien .
59,07
59,21
59,13
59,27
Japan . .
1.899
1.903
1,902
1,906
Rio de Jan
0,603
0.605
0,599
0,601
Wien in D -
Ceft. abgcst
59,16
59,30
59,17
59,31
Prag ...
12.407
12,457
12,421
12,461
Belgrad . .
7.38
7,40
7,38
7,40
Budapest. .
5,875
5,895
5,875
5,89'.
Bulgarien .
3,03
3,04
3,047
3,057
Lissabon
21.275
21.325
21,275
21,325
Danzig. .
80,88
81,08
80,88
81,08
Konstantin.
2,17
2.18
2,18
2,19
Athen.
5,85
5,87-
'>,82
5,84
Canada. .
4,18
1.19
4,18
4.19
Uruguav
4,255
4,265
4.255
4,265
B a n in o te n.
Berlin, 18. März
Geld
Briei
Amerikanische Note» .....
4,186
4,206
Belgische Noten ......
16,94
17,02
Dänische Noten .......
109,58
110,12
Englische Noten........
20,36
20,46
Fran;oinche 'j;oten......
15,20
15,28
Holländische Noten.....
167,75
168,59
Malicnische Noten......
16,89
16,97
Norwegische Noten......
89,43
89,87
Deutsch - elterr, 2100 Kronen
59,07
59,37
Numan nchc Noten ... .
1,77
1.81
schwedische Noten . ...
112,09
112,65
schweizer Noten . . ...
80,60
81,00
Spanische Noten ......
."•9,10
59,40
Tschechoslowakische Noten . .
12,38
12.44
Ungarische Noten ...
5,84
5,88
Berliner Börse.
lEigener Drahtberichi des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 19. März. Das Interesse für Spezialwerte unter Vernachlässigung aller sonstigen Aktienmärkte hielt an. Der Handel in den bevorzugten Papieren war schon bei Beginn der Börse lebhaft. Im Mittelpunkte des Interesses standen vor allem Elektroaktien,
die im Zusammenhang mit den Bestrebungen zur Bildung eines Elektrotrustes stark gefragt waren. Von dieser Gruppe waren besonders bie Werte des Siemenskonzerns begehrt und wesentlich höher. Das Ausland beteiligte sich ebenfalls am Geschäft, namentlich die Schweiz. Ferner übertrug sich das Interesse für Schiffahrtsaktien auch auf die heutige Börse. Die Kurssteigerungen setzten sich zwar nicht in dem gestrigen Umfange fort, dock konnten die Werte um weitere 1 bis 2 Prozent anziehen. Weiter bestand etwas Interesse für Farbe n w e r t e und die unnotierten Kaliaktien. Die amtlich notierten Kaliwerte lagen zwar auch fest, aber ruhig. Die Geschäftstätigkeit an den sonstigen Märkten war gering, die Kursoeränderungen hielten sich daher in engen Grenzen. Die Gesam11en - d e n z kann somit als behauptet, für die Spezi a l w e r t e als fest bezeichnet werden. Am Geldmarkt hält die Flüssigkeit an und nimmt eher noch zu. Die offiziellen Sätze für Tagesgeld waren 5 bis 6 Prozent. Im Deoifenverkehr lag Paris gegen London eher etwas abgeschwächt. Nordische Valuten waren erholt.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 19. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26,75 Mk.; Roggen, inländischer, 17,50 bis 17,70; Sommergerste für Brau zwecke 20 bis 24; Hafer, inländischer, 19,25 bis 21,50; Mais, gelb, 17,50 bis 18; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 40,25 bis 40,75; Roggenmehl 26 bis 26,25; Weizenkleie 9,35 bis 9,50; Roggen fiele 10 bis 10,25 Mk. Tendenz: befestigt.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 18. März. Nachdem gestern in den späten Abendstunden überraschenderweise für Roggen eine Aufwärtsbewegung einsehte hinsichtlich der für Freitag endgültigen Schlußver- handlungen über die Roggen-Valorisation, sowie der wahrscheinlichen Schaffung eines Einfuhrmonopols, machte diese Entwicklung heute weitere Fortschritte. Auch Weizen hinsichtlich der merklich gesteigerten argentinischen Forderungen,, der weiteren höheren Liverpooler Anfangsmeldungen und auch wegen der Monopolerwartungen ziemlich beträchtlich befestigt. Diese Stimmung übertrug sich auch auf den Terminhandel, für Weizen um 4 Mark höhere Dortagskurse bewilligt wurden. Roggen erzielte ein Aufgeld von 4,50 Mark. Im übrigen waren auch Gerste und Hafer von dieser Bewegung begünstigt, während Mehl noch nicht allzugrohe Umsätze hatte. Futtermittel ohne beachtenswerte Veränderungen.. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, märf, 254 bis 258; Roggen, märf., 156 bis 160; Gerste, märf., 166 bis 190; Futtergerste 138 bis 152; Hafer, märf., 163 bis 173; per 100 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 36,50; Roggenmehl 22,50 bis 24,50; Weizenkleie 10,20 bis 10,30; Roggenkleie 9 bis 9,30; Viktoriaerbsen 25 bis 31; kleine Speiseerbsen 23 bis 25; Futtererbsen 19 bis 21; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohnen 20 bis 21; Wicken 23 bis 25,50; Lupinen, blau, 11,50 bis 12,50; Lupinen, gelb, 14 bis 14,50; Serradelle (alt) 16 bis 21; Serradelle (neu) 26 bis 29; Rapskuchen 14,50 bis 14,70; Leinkuchen 18,20 bis 18,50; Trockenschnitzel 8,40 bis 8,60; Kartoffelflocken 13,70 bis 14; Sohaschrot 18,50 bis 18,60 Mark.
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 17. März. Ein Drogist, ein Kaufmann, ein Handlungsgehilfe, alle von hier, die beiden elfteren wegen Diebstahls bereits bestraft, hatten sich wegen Betrugs, Urkundenfälschung und schweren Diebstahls zu verantworten. Sie waren im wesentlichen geständig. Ilm sich Lebensmittel zu verschaffen, die sie ebensogut rechtmäßig hätten erwerben können, hatten sie Urkunden gefälscht und hiesige Geschäftsleute beschwindelt; ferner hatten sie mittels Einbruchs Gegenstände von nicht erheblichem Wert gestohlen. Wegen der verhältnismäßigen Jugend der Täter wurden mildernde Umstände angenommen. Strafen: sieben Monate zwei Wochen, neun und fünf Monate Gefängnis.
Gegen einen Unteroffizier des hiesigen Regiments wurde wegen Fahnenflucht auf zehn Monate Gefängnis und Dienstentlassung erkannt.
Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Arbeiter aus Hartmannshain wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Mangels ausreichenden Beweises erfolgte, dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß, Freisprechung.
Ein Jahr neun Monate Gefäng- n i s wegen Untreue erhielt ein Bevollmächtigter landwirtschaftlicher Genossenschaften aus Büdingen Unter grobem Dertrauensmißbrauch hatte er feine Stellung dazu benutzt, die von ihm vertretenen Genossenschaften um erhebliche Summen zu schädigen. Wegen der Ehrlosigkeit seiner Handlungsweise wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf zwei Jahre aberkannt.
Vüchertisch.
— Verzeichnis der Wissenschaftlichen Arbeiten der Dozenten der Technischen Hochschule Darmstadt. Von Januar 1922 bis Oktober 1924. Heft 2 der Schriften der Hessischen Hochschulen (Technische Hochschule Darmstadt), Jahrgang 1925.
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