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Hl 66 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Zrettag, 19. März 1926

Turnen, Sport und Spiel.

Fußball.

Um die deutsche Meisterschaft.

Die Ereignisse im Bereiche des Fuhball- sports in

Süddeutschland

überstürzen sich. Außer den angesehten Der- bandstreffen spielen sich überall große Privat- kämpfe ab, sodaß man selten einen derart regen Spielbetrieb erlebt hat wie zur Zeit. Natürlich hatten die süddeutschen Endspiele die größte An­ziehungskraft, insbesondere zog diesmal das Tref­fen Bayern München gegen K. F. D. die alte Hochburg Karlsruhe in ihren Dann. Der kata­strophale 8:0-Sieg der Bayern im Borspiel gegen den Karlsruher F. B. steht noch in aller Erinnerung. Diesmal sollte es denl voraussicht­lichen Meister schwerer fallen, die Punkte mit nach Hause zu nehmen. Karlsruhe leistete auf eigenem Platze trotz Ersatzes einen unerwartet hartnäckigen Widerstand, den i>ie Bayern schwe­rer, Lls es das Resultat mit 6:3 für sie sagt, brachen. Der vorjährige Meister V. f. R. Mann­heim besiegte den F. B. Saarbrücken mit 2:1. Mannheim war wohl besser, zeigte aber doch einen merklichen Rückgang gegenüber dem Vor­jahre in seinen Leistungen. Trotz der Verworren­heit der Affäre Linnighäuser griff der F. Sp. V. Frankfurt in den Kampf um die Meisterschaft ein. Fürths S. Vg. stellte sich in Frankfurt erst nach langen! Sträuben gegen diesen Verbands- beschluh. Dadurch, daß sich die ordentlichen Gerichte z. Z. noch mit dem Fall befassen, steht der endgültige Entscheid noch aus. Aus allem bisher vorgegangenen ist bedauerlicherweise nur tzu entnehmen, daß die Affäre um die Mit­wirkung eines zweitklassigen Spielers der Fuh- ballbewegung nur geschadet hat. An der Pla­zierung der Spitze hat sich also, nachdem Fürth trotz allem auch in Frankfurt,, wenn auch sehr knapp und nur mit großer Mühe 2:1, gewon­nen hat, nichts geändert. Jetzt erfahrt man nun den Ausschuß des Hanauer F. C. 93, mit dem aber die Frankfurter Differenzen noch nicht be­endigt sein dürften, denn eine so eigenartige Wendung der Geschehnisse werden sich die Ha­nauer ebensowenig gefallen lassen, wie das bis­her der F. Sp. V. duldete.

Daß in

Westdeutschland

der B. V. Altenessen dem Altmeister Duisburger Spielv. derart sicher mit 3:2 die Spitze ab­nehmen würde, hätte so leicht niemand gedacht. Aber der Altenessener Sturm spielte mit einem derartigen Feuereifer, daß selbst die standsichere, robuste Duisburger Hintermannschaft dagegen machtlos war. Mit dem Ausgang des Treffens Turu Düsseldorf gegen V. f. R. Köln mit 3:3 hat Köln relativ noch die meisten Chancen auf den 2. oder 3. Platz, während Altenessen aus­gesprochener Anwärter auf den Meistertitel ist. Siegen und Sport Cassel feierten am (Sonntag. Die Runde der Zweiten läßt Schwarz-Weih Essen mit seinem hohen 6:1 Sieg über den V. f. L. Osnabrück auch in den Vordergrund kommen unter stärkster Konkurrenz mit dem Rhehdter Spielv. Kurhessen Cassel landete seinen ersten Sieg. Hagen 1911 war in Hagen der Gegner und verlor mit 4:3. Damit rückt Kurhessen sogar auf den drittletzten Platz.

Rorddeulfchland

trug am Sonntag infolge schlechten Wetters und unbespielbarer Plätze keine Endspiele aus. Die Lage ist demzufolge dort unverändert.

Mitteldeutschland

hatte wieder seine Ueberraschungen, von denen die des Spieles S. C. Erfurt gegen Preußen Langensalza mit dem 1:4 Siege der letzteren die größte ist. Trotzdem dürfte Langensalza die Frage nach dem Meister kaum entscheidend beeinflussen. S. C. Dresden gegen Concordia Plauen 4:1 und Fortuna Leipzig gegen Chemnitzer B. C. 3:0 entsprechen ungefähr den Erwartungen. Sport­freunde Halle gewannen mit dem ungewöhnlichen Ergebnis von 8:4 gegen Gerinania Halberstadt. In der Runde der Zweiten sind Olympia Ger­mania Leipzig und die Chemnitzer Preußen Fa­vorit.

Bedin-Branbenburg

meldet immer noch dieselbe Lage im Kampf um die Meisterschaft. Immer noch ist in Abteilung A. die führende Stellung Herthas gefährdet,' wenn es auch durch eine Niederlage derVor- wärts"-Leute am letzten Sonntag diesen einen

Die Gesährdung und Sicherung der Mainzer Domes.

Am Mittwochnachmittag fand auf Einladung des Landtagspräsidenten Adelung eine Zu­sammenkunft im Landtagsgebäude statt, der die Mitglieder des Ministeriums, zahlreiche Regie­rungsvertreter, viele Gäste sowie die Landtags­abgeordneten beiwohnten. Man versammelte sich im Sitzungssaale. Die vorderste Reihe der Sitz­plätze wurde von dem Staatspräsidenten Air ich und den Spitzen der katholischen und evangeli­schen Kirchenbehörden, dem Bischof von Mainz Dr. Hugo und dem Prälaten D. Dr. Diehl eingenommen. Nach einer Begrüßungsansprache des Landtagspräsidenten Adelung hielt Prof. Dipl.-2ng. Ruth einen Vortrag über .Die Ge­fährdung und Sicherung des Mainzer Domes".

In Verbindung mit einem kurzen Lieber­blick über die Baugeschichte wurde an Hand, von Lichtbildern nachgewiesen, daß die alten Fundamentnerhältnisse des gesamten Dombau­werkes vor Inangriffnahme der Sicherungs­arbeiten sehr ungünstig waren, da das Bauwerk zum Teil auf den Fundamenten der ersten Dom­anlage (Willigis-Dom), zum Teil auf Holz­pfählen und zum Teil auf aufgefülltem Boden gegründet war. Durch die allmähliche Absenkung des Grundwasserstandes infolge Rheinregulie­rung und Kanalisation der Stadt Mainz sind die früher bei der Ausführung im Grundwasser gelegenen Holzpfähle allmählich verfault und Durch das schwankende Grundwasser solche Zu­sammensackungen des Hintergrundes verursacht worden, daß ganz verschiedenartige Setzungen der einzelnen Bauteile, ja sogar Hohlräume auf große Strecken unter den Fundamenten ent­standen sind. Die alten Gründungsverhältnisse

gefährlichen Gegner abgeschüttelt hat, so ist Tennis-Borussia immer noch auf den Fersen. Letzteren wird der große Wurf nur gelingen, wenn ihm andere Vereine, gegen die Hertha noch anzutreten hat, durch Siege über Hertha dazu verhelfen, also nicht mehr aus eigener Kraft. In Abteilung B. ist Norden-Nordwest nicht mehr einzuholen und sicherer Meister.

Die übrigen verbände des D. $. B.

der Baltenverband und Südvstdeutschland, haben eine weitere Klärung der Lage zu verzeichnen. Im Baltenland hat sich eine Spitzengruppe her­ausgeschält, in der als erster V. f. B. Königsberg, ferner Titania ujid S. c. Stettin vertreten sind. Im Südosten ist eine Punktgleichheit zwischen den drei führenden Vereinen: Breslau 08, Viktoria Forst und V. f. B. Gleiwih ein getreten.

3m allgemeinen

zeigen die diesjährigen Kämpfe eine größere Ausgeglichenheit innerhalb der einzelnen Ver­bände als je. Als Folge davon natürlich auch einen so starken Kampfcharakter, wie wir chn selten erlebt haben. Das berechtigte zu dem Schluß, das wir in diesem Jahre nur einen Meister haben werden, der über alle Eigen­schaften des Fußballspiels im ausgeglichendsten Maß verfügt, einem Meister, der mehr können muß. als alle die Jahre vorher. Der Weg zur höchsten Würde des Bundes ist weit und schwer, mit Glück und Zufall wird sie dieses Jahr keiner erreichen können, sondern nur mit Können und überragender Leistung.

Eine WetzlarerSportgemeinde?

tz. Am heutigen Freitag treffen sich die Vorstände der Wetzlarer Rasensport- und Schwimmvereine zu einer zunächst unverbindlichen Einigungsverhondlung. uni die Grundlagen für eine neuzugründende große Wetzlarer Sport gemeinde zu besprechen. Beteiligt sind: F. C., B. C., S. C. Niedergirmes, Schwimmverein und Polizeisportverein. Nach den guten Vorbildern, die die Vereinigungen im Be­zirk in letzter Zeit mit Erfolg gegeben haben, ist zu erwarten, und im Interesse der Ge­schlossenheit der Sportbewegung zu wünschen, daß die Vereinigung recht bald zustandekvmmt.

Vereinigung

im Kasseler Rasensport.

tz. Der altbekannte Kasseler Sportverein K u r h e s s e n" hat sich mit dem ca. 300 Mit­glieder starken Kasseler Polizei-Turn- und Sportverein vereinigt. Sie Versamm­lungen der beiden Vereine bekannten sich ein­mütig und einstimmig zu den Vorteilen dieses Zusammenschlusses, der sich besonders im Kasseler Handball- und Leichtathletikbetrieb auswirken wird. Der Name des Sportvereins Kur- Hessen bleibt bestehen. Die Handball- und Leichtathletik-Abteilung desselben nennt sich je­dochK u r h e s s e n p o l i z e i". Man geht wohl nicht fehl, anzunehmen, daß sich diese Maßnahme aus den seinerzeit geplanten Zusammenschluß zwi­schen dem S. C. 03 Kassel und denHessen- Preußen" in ähnlichem Sinne auswirken wird.

Radsport.

Quer durch Ohm- und Lahnlar.

Der Landesverband Hessen im Bund Deutscher Radfahrer eröffnet seine diesjährige Straßen-Renn- Saison mit dem nunmehr klassischen Straßenrennen Quer durch Ohm- und Lahntal". Der glanzvolle Verlauf des im Vorjahr als Großer Komet-Preis gelaufenen Straßenrennens ist noch in aller Er­innerung. Wie so oft, haben auch diesmal wieder die Opelwerke den Deutschen Amateursport geför­dert, denn sämtliche Ehrenpreise wurden von Opel (Rüsselsheim) gestiftet. Das Rennen findet wiederum am 2. Osterfeiertag ab Kirchhain statt und ge­langt auf der Strecke Kirchhain Neustadt Treysa Ziegenhain Alsfeld Grünberg Lich Butzbach Wetzlar Gießen Mar­burg Kirchhain zur Austragung. Start und Ziel befinden sich in Kirchhain. Die Oberleitung hat wiederum das Vorstandsmitglied des Bundes Deut­scher Radfahrer Carl Noll (Kirchhain).

Die Deutschen

Radsport-Meisterschaften

werden gelegentlich des D. D. R.-Dundesfestes in Dresden vom 7. bis 9. August, offen für alle

haben sich als so schwerwiegend herausgestellt, daß die Gefahr eines Einsturzes größerer Teile des Bauwerkes außerordentlich groß war. An Hand von Lichtbildern wurden dann die sehr umfangreichen im unterirdischen Stollenbetrieb ausgesührten Llnterfangungsarbeiten besprochen und gezeigt, wie durch Verwendung von hoch­wertigem Zement hierbei außerordentliche Lei­stungen erzielt werden konnten.

Neben den durch die mangelhaften Funda­mente entstandenen Schäden wurden an Hand von Lichtbildern auch die durch statische Alt» fachen des Aufbaues bedingten Schäden gezeigt. Besonders interessant sind die statischen Verhält­nisse des Domquerschnittes, die zeigen, wie in gotischer Zeit durch Anbau der gotischen Seiten­schiffe mit starken Strebepfeilern die Stand­sicherheit des Hochschiffes und der romanischen Seitenschiffe verbessert wurde, und daß diese Maßnahme auch wirkungsvoll gewesen ist, so­lange die Fundamente der Außenwände noch tragfähig waren, daß aber diese Standsicher­heit in starkem Maße gefährdet war, nachdem die Fundamente der Außenwände nachgaben.

Der Ostturm, der erst vor etwa 50 Jahren in seinem oberen Teil abgetragen und damals leider in sehr nüchternen, zum Gesamtbild schlecht passenden Bauformen wieder ausgebaut worden ist, hatte in seinem oberen Geschoß bereits wieder sehr beträchtliche Schäden, deren Llrsache durch die statischen Untersuchungen in der Wirkung des Kuppelschubes und der Dachträste gefunden wur­den. Durch Ausführung von Ring- und Ver­teilungsankern wurden diese Tlrsachen einwand­frei beseitigt, so daß auch dieser Bauteil, nach­dem er bereits früher unterfangen war, als endgültig gesichert gelten kann.

Nachdem ferner bis Herbst vorigen Jahres die gesamten Hochschiff- und Seitenschiffpfeiler,

deutschen Amateure, ohne Unterschied ihrer Ver­bandsangehörigkeit, ausgetragen. Am 7./9. Aug. die Vierer-Dereins-Mannschaftsmeisterschast über 100 Kilometer und die Meisterschaft im (Siner- streckenfahren. Am 8. August die Dahnmeister- schaften über 1 und 25 Kilometer. Am 9. August die Deutschen Meisterschaften im Saalwettfahren.

Schwimmen.

Neuer deutscher Rückenrekord.

vo. Am Dienstagabend gelang es dem deut­schen Rekordhalter Günther, Göppingen, im Rückenschwimmen über 200 Meter einen neuen deutschen Rekord aufzustellen. Der Start erfolgte in dem Müllerschen Volksbade in München an­

läßlich ehre# ItebungÄabtnM des ®. D. München 99. Mit 2:50 verbesserte er seine letzte Leistung um 1,8 Sekunden.

Anerkannte deutsche Rekorde.

vo. Nicht weniger als drei neue Rekorde hat jetzt der Deutsche Schwimmverband an­erkannt. Alle drei wurden von den Damen erzielt. Es sind dies: 400-Meter-Drustschwimmen: 7:18,1 Käthe Büns, Damen S.V. Bille, Ham­burg: ausgestellt am 27. Februar 1926 in Altona. 200 Meter Rücken: erstmalig 3:30,3 W. Simon, Damen S. V. Bille. Hamburg, ausgestellt am 27. Februar 1926 in Altona. 200 Meter Rücken: 3:18 Hanna Wunram, Damen S. V., Hildesheim: aufgestellt am 8, März 1926 in Magdeburg.

Was der Sonntag bringt

GauLurntag des Turngaues Hessen der D. T.

-I- Eine bedeutsame Tagung der Turner findet am kommenden Sonntag in Gieße n statt. Der Gauvorstand hat alle Gauvereine zum 9 4. or­dentlichen Gautag eingeladen. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist mit einem außerordentlich starken Besuch zu rechnen, zumal sehr wichtige Punkte zur Beratung stehen. Neben den Berichten des Gauvertreters und sämtlicher Gauwarte stehen einzelne Neuwahlen auf der Tagesordnung. Die Festsetzung der Höhe der ®aufteuer und die Anträge einzelner Vereine, die durch Abbau und Zusammenlegung von Gau- veranstaltungen Ersparnisse zeitigen sollen, wer­den eine lebhafte Erörterung Hervorrufen. Ebenso wird u. a. die Genehmigung und besonders die Bestimmung von Festorten für das Gausest 1927 Gegenstand reger Aussprache werden, insbe­sondere, da verschiedene Meldungen eingegangen sind. Ferner wird die Wahl der Abgeordneten für den Kreistag des Mittelrheinkreises auf der Marksburg bei Braubach und für den Deutschen Turntag in Bremen erfolgen. Wir werden übet den Verlauf der Tagung berichten.

D. s. B.

(-) Für kommenden Sonntag hat sich die Ligamannschaft nach Wetzlar ver­pflichtet. um gegen den dortigen D. C. das fällige Rückspiel auszutragen. Das Vorspiel auf hiesigem Platz endete 4:0 zugunsten D. f. D.'s. Vergleicht man bei der Frage nach dem Ausgang des nächsten Treffens die beiderseitigen Chancen, so kann man wohl D. f. D. ein gewisses Plus zu­sprechen, trotzdem Wetzlar den Vorteil des eigenen Platzes für sich hat. Auch der bekannte Kampf­geist der D. C.er wird das systemvollere Spiel der aller Voraussicht nach komplett stechenden D. f. D.-Mannschaft Baum aufwiegen können. Unter Voraussetzung normaler Verhältnisse dürste Gießen ein knappet Sieg nicht zu nehmen fein. Auf keinen Fall aber sollte sich der 5Zahnkteis- meiftcr in allzu großem Gefühl der Ueberlegen- heit dazu verleiten lassen, den Sieg im voraus in der Tasche wähnend, nicht von Anfang an schon das Letzte aus sich herauszugeben. Der nicht zu unterschätzende Gegner könnte ihn sonst leicht eines Besseren belehren und ihn jäh aus seinem Siegestraum fallen lassen. Eine Niederlage nach dem großen Sieg des Vorsonntags wäre deshalb unentschuldbar.

Die Ligaersah Mannschaft fährt eben­falls nach Wetzlar und trägt ihr Rückspiel gegen die gleiche des B. C. vor dem Ligaspiel aus. Auch sie kann wie im Vorspiel gewinnen, aber auch nur, wenn sie dieselben Leistungen zeigt, die ihr in letzter Zeit eine ganze Reihe beachtenswerter Erfolge einbrachten. Das für die Liga Gesagte gilt auch für sie.

Die dritteMannschaftist beim Poli­zei-Sportverein Friedberg zu Gast. Ob ihr dort eine Wiederholung des Sieges auf hiesigem Platz gelingt, kann erst mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters gesagt werden.

Die 3a-Mannschaft hat sich die Erste von L a u b a ch zu einem Gesellschaftsspiel auf dem Waldsportplatz verpflichtet. Wer hier der Sieget sein wird, kann nicht vorausgesagt werden, da über die Spielstärfe der Gäste noch nichts bekannt ist.

Zwecks UmfteHung der beiden Jugend­mannschaften bzw. evtl. Neuaufstellung einer

dritten Jugendmannschast sind sämtliche Jugend- sußballer am Svnntagvormittag auf dem Wald» spvrtplatz zu einem Trainingspiel verpftichtet. Außerdem findet anschließend an dieses gemein­sam mit der neugegrünbetesn Schülerabteilung! eine kurze Waldlauf Übung statt.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

£ Die Zeit der Frühjahr «Waldläufe beginnt! Den Anfang hiermit macht der 3. Bezirk am kommenden Sonntag, wozu sich eine größere Anzahl Langstreckenläufer gemeldet haben. Diese sportlichen Veranstaltungen, die immer einem beson­deren Interesse begegnen, werden wohl auch dies­mal ihre Anziehungskraft auf das sportliebende Pu­blikum ausüben, zumal äußerst hartnäckige und spannende Schlußkämpfe bei den einzelnen Läufen zu erwarten sind. Start und Ziel ist der Sportplatz Trieb der Freien Turnerschaft Gießen.

Nach dem Waldlauf sindet auf dem gleichen Platz ein Prvpagandaspiel zusammen­gestellter Jugendmannschasten statt, und zwar spielt die Gruppe Oft gegen die Gruppe West, Da es sich hier um ausgewählte Spieler handelt, dürfte ein interessantes Treffen zu erwarten sein.

Diesem Spiel schließt sich etn Auswahl­spiel an, das von einer Bezirksmannschaft, aus Spielern der 1. Klasse zusammengestellt, und dem diesjährigen Dezirksmeister, der Freien Turner- schaft Gießen, bestritten wird. Dieses Spiel gilt als Rückspiel für das gelegentlich des vorjährigen Reichsarbeitersporttages ausgetragenen Spiels der gleichen Mannschaften, das Gießen damals 4:0 verlor. Diese Mannschaft dürfte wohl ver­suchen, die vorjährige Niederlage sich nicht wieder­holen zu lassen, während andererseits die Dezirks­mannschaft eine Aufstellung aufweist, die «in äußerst interessantes Tressen verspricht.

Im übrigen besteht für die Mannschaften der 1. Klasse und die Jugend au8 Anlaß des Früh­jahrswaldlaufs Spielverbvt. Nur in der 2. Klasse werden, um die Termftmot nicht zu groß werden zu lassen, einige Spiele ausaetra- gen, und zwar in BlaSbach (gegen Rodhelm). in Fronhausen (gegen Alsfeld II) und in Marburg (II. gegen Leun).

Die Turnerinnen des Bezirks vereinigen sich am Sonntag vormittag zu einer Hebung»- stunde in Wieseck, um die Proben für die Massenvorführungen zum diesjährigen Bezirks- fest in Wieseck fortzusetzen.

Handball in (Dießen.

Am nächsten Sonntag finden aus dem Wald- spvrtplah des V.f. D. zwei Handballspiele von Bedeutung statt. Zunächst spielt Babenhausen gegen Sport-Verein ,Hessen" Gießen, anschließend die A-Mannschaft des Hessenmeisters »Tum- und Sportverein" Butzbach gegen Turn-Verein v. 1846 Gießern SportvereinHessen" hat in Baben­hausen einen Gegner, dem ein unbedingtes Plus zuzuschreiben ist. Bei Babenhausen spielen einige Leute, die an den Endspielen um, die Polizei - Meisterschaft teilgenvmmen haben. Sportverein Hessen" tritt in stärkster Aufstellung an. Das Spiel T. V. 1846Butzbach dürfte auch zugunsten Butzbachs ausgehen, da Butzbach über eine aus­gezeichnete Spielstärke verfügt.

Wetzlarer Sport.

h. Der D. C. bat sich den V.s.D. Gießen, wohl die z. Zt. spielstärkste Elf des LahnkreiseS,

die nördliche und südliche Außenwand und die östlichen Flankentürme durch vollständige Unter­fangung gesichert waren, wurde die Westgruppe, bestehend aus den westlichen Querschiffen, West- turm und Westchor in Angriff genommen. Bei dieser Westgruppe, die auf aufgesülltem Mnter- grund aufruht, sind besonders bei Westturm und Westchor sehr schwere Schäden im Ausbau vor­handen, die zum Teil auf die Anter grundverhält- nisse, in der Hauptsache aber auf die statischen und konstruktiven Verhältnisse des Aufbaues zu- rückzuführen sind, und deren Amfang und Ge­fahr erst im Oktober vorigen Jahres festgestellt wurden, nachdem durch Schließung des west­lichen Teiles und innere Einrüstung des West- turmes diese Schäden näher untersucht werden konnten. An Hand von Lichtbildern wurden diese außerordentlich schweren Schäden nach photographischen Aufnahmen vorgeführt und deren Tragweite durch statische und technische Bilder erläutert. Diese schwierigsten Sicherungs- arbeiten am Westturm und Westchor sind bereits im vollen Gange. Zu ihrer Durchführung muhte das Innere des Domes ganz geschlossen werden, um die Arbeiten möglichst beschleunigen zu können und jede Gefahr für die Besucher zu vermeiden.

'Die baupraktische Durchführung der gesamten Cicherungsarbeiten erfolgte im engsten Zusam­menhang mit den statischen und konstruktiven Fragen, wobei oft die Reihenfolge der Durch­führung von weitestgehender Bedeutung ist. Neben den sehr umfangreichen Betonarbeiten für die Unterfangungen werden zahlreiche Verankerun­gen aus Eisen und Eisenbeton durchgeführt und ferner im großen Umfang zerstörtes und be­schädigtes Mauerwerk durch Einpressung von Zementmörtel unter atmosphärischem Druck (In­jektion) sowie durch Aufspritzen von Zement­

mörtel (Torkretierung) wieder in trag- und widerstandsfähigen Zustand versetzt. Zu all die­sen Arbeiten kommt hochwertiger Portlandzement zur Verwendung. Nur unter weitestgehender Anwendung all dieser modernen Hilfsmittel war eS möglich, die Arbeiten mit der erforderlichen Sicherheit und Beschleunigung durchzufuhren.

Am Schluß des Vortrages wurde noch ein Gesamtüberblick über die bis Ende deS JahreS 1925 durchgeführten Leistungen gegeben und die Hoffnung ausgesprochen, daß durch rechtzeittge Beschaffung der Mittel die Durchführung der restlichen Dicherungsarbeiten ohne Unterbrechung möglich ist. um einen der bedeutendsten deut­schen Dome als hervorragendes Denkmal deut­scher Kunst und deutscher Kultur am schönen deutschen Rhein im Hessenlande zu erhalten.

Die Schlußworte des Vortrages wurden von lebhaftem Beifall begleitet, ©er Bischof von Mainz schilderte in bewegten Worten, welche Sorgen ihm feit Jahren der Dom bereitet hat, da ihm der Dombaumeister erklärt hatte, daß er für nichts mehr hafte. Gr erzählte daim von seinen Bemühungen in Berlin, die Geldmittel für die Erhaltungsarbeiten zu erlangen, die schließ­lich von Erfolg gekrönt waren: das Reich, der hessische Staat, die Provinz Rheinhessen und die Stadt Mainz hätten die beträchtlichen Geld­mittel aufgebracht: der Referent nahm Gelegen­heit, ihnen dafür zu danken. Der Bischof wies ferner auf die kunsthistorische Bedeutung des Domes hin. pries die Ausgeglichenheit des Bau­werkes, das uns noch lange viel zu sagen haben werde.

Landtagspräsident Adelung gab der Hoffnuiig Ausdruck, daß die Worte des Bischofs und des Professors Ruth wie ein Aufruf in das Land hinausgetragen würden.