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Kunst und Wissenschaft.
Lin neuer Darmstädter Museumsdirektor.
Die britische Reichskonferenz.
London, 16. Oft. (Wolfs.) Auf der bevorstehenden Aeichskonferenz wird Großbritannien durch Baldwin, Vorsitzender der Konferenz, Lord Balfour, Sir Austen Chamberlain und Amerh vertreten sein. Andere Minister, wie z. D. der erste Lord der Admiralität, der
Tür gehängt.
Phantasten glauben, daß Deutschland einem Konflikt im Osten dieses oder jenes Winnen tonnte, aber vermutlich würde es
delsamts werden an den Sitzungen teilnehmen, wenn die Fragen, an denen ihre Aemter inter= essiert seien, zur Erörterung kommen. Es wird erwartet, daß eine der ersten Fragen, der sich die Konferenz widmen werde, die auswärtige Politik betrifft Chamberlain wird wahrscheinlich im Laufe der nächsten Woche eine Erklärung über die internationale Lage im allgemeinen abgeben, worauf eine wichtige Debatte über das gesamte Gebiet der Lttrßenpolitik des britischen
Wettervoraussage.
Leichter Nachtfrost, tagsüber geringer Temperaturanstieg, nur zeitweise stärker bewölkt, durchweg trocken.
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Die < 1926 durch ettnäW,
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2. In (Art. Sie 1. April geletzt.
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ruhe erzeugt. Die menschlichen Leidenschaften erloschen nicht wie das Licht, wenn man einen Kasten darüber deckt. Es ist wahr, dah Sowjetruhland sich selbst eingeriegelt hat, aber man hat auch von außen em Vorlegeschloß an dir
sechzehn in sich trägt. Indem Deutschland erklärte, daß es sich den Forderungen dieses Artikels nicht unterwerfen könne, wahrte es sein Recht auf Neutralität. Aber niemand täuscht sich darüber, daß Erklärungen und Rechtsansprüche keine Stahlwände sind. Es kann auch nicht vergessen werden, daß wir uns noch eines regen Landsknechtlebens erfreuen, Abenteurer, romantische Raturen und Katttinar:er voll Tatendrang bei passender Gelegenheit ein Heldenschauspiel inszenieren und der Meinung sein würden, man müsse marschieren — ohne klare Vorstellung von Ziel und Richtung, aber irgendwohin. Die deutsche Politik darf sich nie toieber von einem Wirbelsturm überraschen lassen, und darum müssen ihre verantwortlichen Dirigenten anders als die Landsknechte, wissen, wohin sie zu gehen hat. Ihre Aufgabe muß es sein zu vermitteln und dafür zu arbeiten, daß Rußland zum Völkerbunde und der Völkerbund zu Rußland kommt."
Zum stets aktuellen Thema »Die gefährdete Republik" finden wir in der DeutschenTages- Zeitung" unter dem Titel „Eine Rettung des Kapitols" folgende Glosse:
„Die demokratische Republik ist in perpetueller Gefahr, küchenlateinisch ein Perpetuum mobile periculosum. Willst du die Gründe dafür erfahren, so frage nur bei holden Frauen an, als da z. D. ist — Tante Voß. Die spinöse alternde Dame schläft keine Rächt ob der Gefahr, in der sich ihr sozialdemokratisch empfangenes Adoptivkindlein befindet, denn eigene Kinder blleben thr versagt. Fruchtbar war sie nie, wie man sich heute noch jeden Tag durch einen harzen Blick in chre Spalten überzeugen kann. Fast sollte man glauben, fte halte ihr Adoptivkind kaum für recht lebensfähig. denn sie zittert, wenn auch nur ein Schatten aud der Vergangenheit drauf fällt. Und wenn der Schatten auch nur so groß ist, daß er gerade eine Briefmarke deckt.
Es sollen bei uns löblicherweise neue Briefmarken emgeführt werden mit den Bildnissen großer deutscher Männer, Und auf der Zehnpfennigmarke soll Friedrich der Große, den der Engländer Carlyle als Friedrich den Einzigen bezeichnete, zu sehen sein. Da kräuselt 5"ante Voß ihre demokratischen Altjungferlippen ironisch, wie sie denkt: packt ihre ganze deutsche Geschich^s- unkenMnis dabei aus. Erstmal sei Friedrich gar nicht groß; Beweis zwei Gänsefüßchen Bismarcks. Dann war er, was das stets gut deutsche, stets chauvinistisch antiftanzöfische Herz der Vosstn besonders auswallen läßt, ein Franzosling. Well er französisch schrieb und parlierte? Das taten damals fast alle Souveräne, ober allein der große Friedrich schlug die Franzosen bet Roßbach. Und, sagt Tantchen, wenn schon Friedrich, dann doch auch Maria Theresia,! So denkt s.e über das Werk Bismarcks, von dem sie Wetter nichts zu kennen scheint, als jene zwei Gänsefüßchen, die sie vielleicht schon rein lautlich sehr
Ieitungsschau.
Zu dem eben im Preußischen Landtage angenommenen »Hohenzollernver gleich" schreibt Heinrich Rippler, der Herausgeber der „T ä g l. R u n d s ch a u" in seiner letzten Wochenschau u. a.:
„Die eigentliche Trägerin des Volksentschei- des auf entlchädigungslose Enteignung der Für- sten war die Sozialdemokratie, und nunmehr ist unter einem sozialdemokratischen Minister.um und mit schweigender Zustimmung der Sozialdemokraten ein Vergleich geschlossen worden, der den Fürsten mehr zubilligt, als Urnen seinerzeit der Rechtsausschuß des Reichstags zugestehen wollte. Die Sozialdemokraten möchten zwar die Verantwortung für den Vergleich, der in so schrof'em Gegensätze zu ihrer monatelangen volksaufwühlenden Agitation gegen das Eigentum der dürften steht, ablehnen: aber die Kommunisten werden schon dafür sorgen, daß ihre auf sehr brüchigem Boden stehende Verteidigung tn den Arbeitermassen die schärfste Nachprüfung erfährt. Daran wird auch die heute einsetzende Werbewoche der Sozialdemokratie kaum etwas ändern: eher schon die außerhalb jeder Politik und außerhalb jedes auf Anstand haltenden gefellschaftlichen Verkehrs stehende Haltung der Kommunisten selbst, die bei jedem vernünftigen Arbeiter Ekel erregen muß. Der Kaschemmenunfug, den die Kommunisten in dieser Woche im Preußischen Landtage anrichteten, richtet sich selbst. Das war nicht Obstruktion im Paria- mentarischen Rahmen, sondern das Toben einer Dubokratie, die zu ihrer Opposition weder Geist noch Gesinnung noch Kenntnisse mitbrachte. sondern nur den Willen, durch Lärm und Skandal von sich reden zu machen. Mit dieser Budo- fratie aber ist die deutsche Sozialdemokratie monatelang Arm in Arm marschiert und hat sich von ihr das Gesetz des Handels, die Zeit des Aufmarsches, die Methode des Kampfes und sogar das von der Partei als falsch erkannte Ziel d.ttieren lassen. Selbst der „Vorwärts" „darf und muß heute sagen, daß der von der Sozialdemokratie in Verbindung und auf Geheiß der Kommunisten gewünschte Volksentscheid „fein pra.tisches Mittel war, um eine wirkliche Lösung heroeizuführen". Auch die Kommunisten hätten das ebenso gut gewußt, wie die Sozialdenrokraten. „Sie stellten die Forderung der entschädigungsttsen Enteignung ja nur auf," so schreibt der „Vorwärts", „weil sie glaubten, der Sc^ialdemokratie ein Bein zu stellen und jahrelang Agitation gegen sie treiben zu können." älnd well nun die Sozialdemokraten wieder ihrerseits den Kommunisten ein Bein stellen und ihrer Agitation entfliehen wellten, mußte das deutsche Volk Monate lang bis tn feine Tiefen ausgewühlt, der Staat erschüttert, der Sinn für Recht und Glauben unterwühlt und die deutsche Geschichte besudelt werden. Das ist die gerühmte „staatserhaltende Politik zur Festigung der Republik", wie die Sozialdemokraten sie in der Praxis auffassen. Der Agitation der Kommunisten, der sie auf Kosten des Staates zum Nutzen ihrer Partei entrinnen wollten, können ste aber doch nicht entfliehen. Sie wird im Gegenteil jetzt starker denn je einsehen, und der Bruderkrieg zwischen Sozialdemokraten und Komma- nitzen heftiger denn je entbrennen. Aus der Betrachtung des „Vorwärts" geht hervor, daß man auch in sozialdemokratischen Kreisen das wechselvolle Verhalten der Partei zur Fürstenabfin- dungsfrage, das nicht nur jeder Logik, sondern auch jedes Verantwortungsgefühles gegenüber der Gesamtheit entbehrte, als eine Kette von Fehlern ansieht. Wird man aus dieser Erkenntnis die Lehre ziehen, daß auch die sozialdemokratische Partei nicht auf die Dauer kommunistische Kon- kurrenzpolitik und Koal.tionspolitik mit den bürgerlichen Parteien nebeneinander und durchem- anber machen kann?
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Gestrige lagestemperaturen: Maximum: 10,4 . Grad Celsius, Minimum: 0,4 Grad Celsius. Nieder- Staatssekretär für den Krieg, der Staatssekretär schlage: 1,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: für Luftfahrtwesen und der Präsident des Han- I 1,5 Grad Celsius.
lieber den berüchtigten § 16 der Völkerbunds satzung. der vom Durchmarschrecht handelt, schreibt Theodor Wolff im „B e r I i n e r Tageblatt" im Zusammenhang m.t den augenblicklich aktuellen Problemen des Ostens: russischlitauischer Vertrag und Rußlands Politik im Fernen Osten u. a.: „Es zeigt sich doch, daß eine Politik, die Rußland möglichst isolieren will, ebenso wie die russische Politik, die sich eine Ausnahmestellung wahren möchte, in eine sehr ungewisse Zukunft führt. Bei soviel Mißtrauen, einer solchen Absonderung, kann die Wohlfahrt nicht gedeihen. Ob die ru: fische Politik nicht zu sehr und zu lange in unpraktischem Doktrmaris- mus, bombastischen Agitationsphrasen und herausfordernden Weltrevolutionsmanieren steckengeblieben ist, erscheint zum mindesten zweifelhaft. Es war ja sehr eindrucksvoll — und wir alle haben es amüsant gefunden — wenn Tschitscherin in Genua mit geistvollem Hohn die Gewaltigen ärgerte, und all die nach Genf geschleuderten Noten waren Meisterstücke einer aggressiven Stilkunst, aber was ist eigentlich dabei herausgekom- nien? Es scheint, daß auch die oppositionelle Führergruppe in Moskau sich diese Frage vorlegt und nach realistischen Methoden strebt, lllnd hat England an der antirussischen Strategie des Kabinetts Baldwin schon sehr viel Freude erlebt? Der russisch-litauische Vertrag, der gegen den Willen Englands den Zusammenhang der Randstaaten hindert, ist vielleicht nur eine kleine, nicht sehr wesentliche Enttäuschung, eine Unannehmlichkeit. Schlimmer ist, daß man durch die Absperrung die notwendige Entwicklung, die Auflösung der wirtschaftlichen Starrheit, den ilebergang vom allein selig machenden Monopoldogma zur allein satt machenden Handelsfreiheit verzögert und eine Atmosphäre dumpfer äln-
Aus der Provinzialhauptstadt.
G i e ß en , den 18. Oktober 1926,
Die Schnake.
Aus Kurts Aufsatzheft.
Der lleine Kurt kommt mit leuchtenden Augen aus der Schule nach Hause. „Heute haben wir unfern Klassenaussatz zurückbekommen und ich habe eine glatte Eins," berichtet er strahlend den angenehm berührten Eltern. „Worüber habt ihr denn geschrieben," erkundigte sich der Vater interessiert. „Die Heber schri t hieß „Die Schnake", und ich habe zwei Seiten voll geschrieben!" — „Ja, Kurtchen, weißt du denn so viel von diesem lästigen Insekt, das hat man doch mit einem Sah erledigt!" — „Möglich, aber nicht mit einem Schlag!" entgegnete Kurtchen anzüglich, während ein spitzbübisches Lächeln über sein Gesicht huscht, „lind übrigens, wißt ihr, sollten wir ja auch keinen Personalausweis für die Schnake anfertigen, sondern wir sollten ganz einfach Erlebnisse mit Schnaken schildern, und ich hab' was Feines gewußt!" — „Kurt!" ruft der Vater entsetzt, dem es jetzt sehr heftig dämmert, „gib das Heft her!!" Und dann liest er seiner Frau vor:
Die Schnake.
Die Schnake ist ein Insekt, von dem man nicht weiß, wozu es geschaffen wurde. Hm den Hunger ber Vögel zu stillen, gibt es noch genug andere Insekten, und außerdem ist doch nichts an einem solchen Tier. Und Dlutsaugen kann ein Blutegel viel besser, und er tut es beim Menschen nur auf Wunsch und nicht so gemein Totf die Schnake, die gar kein Anstandsge ühl hat. Das einzig Angenehme ist, daß die Schnake surrt, und daß sie sich dadurch anmeldet. Aber der Ton ist so leise, daß man ihn nur hört, wenn es ganz still im Zimmer ist. Wenn eine lustige Gesellschaft zusammenfitzt, wie vorgestern bei uns an Vaters Geburtstag, kann man durch das Lachen und Reden die Warnung der Schnake nicht Hörem Nach dem Abendeffen durfte ich noch aufbleiben, und ich habe mich still in eine Ecke gesetzt, damit ich nicht so bald ins Bett geschickt wurde. Vater wollte gerade eine Flasche Sekt öffnen, als Tante Meta schrie: „Au! Was hat mich eben eine Schnake am Arm gestochen, und ich habe sie noch nicht mal erwischt!" — „Da kommt sie, Vorsicht!" rief Onkel Max und schlug nach der Schnake, die aber schneller eine Wendung aussührie als Onkel Maxens Hand, denn sie landete auf seinem Glase, daß es vom Stengel fiel. „Max, bist du ungeschickt," tadelte Tante Lisa, „das Glas ist zerbrochen und die Schnake lebt noch! Da, schwupps, schwupps!!" Tante Lisa schlug kräftig zu, auf Vaters Backe, der verdutzt dreinschaute, während wir alle laut lachten und die Schnake schnell fortge: logen war und nun um die Glühbirne flog. „So ein elendes Tier," seufzte Vater, indem er sich die rote Backe noch röter rieb, „wenn man an seinem Geburtstag Schläge bekommt, bekommt man sie angeblich ein Jahr lang jeden Tag. Das sind ja nette Aussichten für einen geplagten Familienvater! Warte, du infames Geschöpf" — er meinte damit aber nicht Tante Lisa, sondern die Schnake — „das sollst du mir büßen!" Vater wurde jetzt vom Iagdfieber ergriffen und sah immer nach der um die Dirne kreisenden Schnake. Daher sah er eine zweite Schnake nicht eher, als bis sie chn kräftig in die Hand gestochen hatte. Aber Tante Meta hatte sie beobachtet und schlug Vater in dem Augenblick kräftig auf die Hand, • als er infolge des Stiches zusarnrnenzuckte. Dadurch flog der Glasteller mit dem Früchtedessert um und die Früchte lagen nun auf dem weißen Tischtuch, während die Sauce Tante Meta und Vater ins Gesicht gespritzt war. Beide sahen so ulkig aus, daß unser Lachen nicht enden wollte. Die zwei Schnaken flogen aber weiter um die Glühbirne herum. Als Vater ohne Dessert im Gesicht das Zimmer wieder betrat, hatte er eine brennende Kerze in der Hand: „Jetzt paßt mal auf,“ sagte er, „wir drehen das Licht aus und stellen die Kerze in die Tischmitte, dann müssen sich doch die Biester die Flügel dran verbrennen!" Das wurde gemacht. Erwartungsvoll sahen wir alle dem Augenblick entgegen, der sich erst gar nicht einstellen wollte. Endlich kamen sie näher und näher, blieben aber immer in einiger Entfernung. Da riß Onkel Max und Tante Meta gleichzeitig der Geduldsfaden, und sie griffen so heftig nach den Schnaken, daß die Kerze umfiel und wir im Dunkeln faßen. Unmittelbar daraus folgten mehrere Schreie: Vater war aufgesprungen, um das Licht anzudrehen, wobei er Tante Lisa auf den Fuß trat, so daß sie vor Schmerzen schrie. Gleichzeitig hatte sich Onkel Max mit derselben Schnelligkeit erhoben und hat!« dabei seinen Kopf in so enge Berührung mit Vaters Kops gebracht, daß beide dicke Beulen bekamen und nun in Tante Lisas Geschrei einstimmten. Jetzt hörte man noch das Geräusch von zerbrechendem Glas, und als Vater endlich das Licht eingeschaltet hatte, stellte es sich heraus, daß Mutter und Tante Meta gleichzeitig nach der Kerze gegriffen hatten: Tante Meta hatte dabei ihr Glas umgeworfen und zerbrochen, während Mutter mit der Hand in die danebenstehende Deffertfchüfsel geraten war. Außerdem entdeckte Vater die eine Schnake in feinem Glase und sagte schadenfroh: „Das Infekt im Sekt!" llnb dann sagte er, sich die Beule drückend: „Für den Rest deS Abends lassen wir uns von den Schnaken zerstechen, denn eine weitere Schnakenjagd hält weder Mutters Gläservorrat noch mein Gesicht auf die Dauer aus!" Wiev.ele Stiche jedes noch bekam, habe ich aber nicht zählen lönnen, weil ich mich durch mein Lachen über Vaters Worte verriet und nun umgehend ins Bett geschickt wurde."
Tacho.
Die Bahnverbindung Frankfurt - Stockheim - Gedern
Der Hessische Verkehrsverband teilt uns mit: Der beschleunigte Personenzug 76? ab Fra n k- f u r t a. M. 7.36 älhr abends erreicht, wie die Reichsbahndireltion Frank, urt auf An, rage mitteilt, in Vilbel den um 8.03 Ußr abends abgehenden Zug in der Richtung Heldenberg— Windecken und Stockheim, der an Sonn» und Feiertagen bis Gedern w.itergesührt wird und Anschluß nach Büdingen hat. Es ergibt sich bei Benützung des genannten BP- Zuges die Möglichkeit, die Abfahrt aus Frankfurt a. M. von 7.10 lllhr bis 7.36 Hfjr abends, also um fast eine halbe Stunde hinauszuschiebew Diese erfreuliche Ablürzung der Reifezeit von Frankfurt a. M. nach der Wetterau und dem Vogelsberg wird namentlich auch von den zahlreichen Sonntagsausflüglern lebhaft be» 1 grüßt werden.
Um die Mandschurei. Rußland und Tschang Tso SSin. Moskau, 16. Ott. (Täl.) Wie aus Peking berichtet wird, find die Versuche der Sowjetregierung, den Konflikt mit Tschang Tso Lin beizulegen, endgültig gescheitert, da es nicht möglich war, in den Fragen der chinesischen Ostbahn und der Südmandschurischrn Dayn eine liebere infthnmung zu erreichen. Die j a« panische Regierung, die im Namen der Südmandschurischen Bahn an den Verhandlungen beteiligt war, verlangte, daß der Süden. und der ferne Osten für die japanis cheSied - lung freigegeben werden müßten. Außerdem müßte die Sowjetregierung ihre Politik in Korea und China ändern. Weiter wird berichtet, daß Tschang Tso Lin beabsichtigt, eine Kriegsflotte aus dem Sungarisluß zum Schutz gegen die Sowjetunion bauen zu lassen. Der Sungari ist der Grenzfluß zwischen der Mongolei, und der Mandschurei.
Neue Lage in China.
London, 18. Oft. (TU.) Aus Peking wird gemeldet: Der Zivilgouverneur der Provinz Tschekiang hat ftine Unabhängigkeit vom General Suntschuangsang erflärt und ist mit feiner Armee von 20000 Mann auf S cha n g - h a i marschiert. Die Drücken der Schanghai- Hankai-Eisenbahnen sind in die Luft gesprengt wprden. General Suntschuangfangs Truppen haben nach dem Abfall des Gouverneurs eine neue Stellung eingenommen, um den Vormarsch der Truppen aufzuhalten. Die Brücken in der Umgebung von Schanghai sind unterminiert, da man mit Kampshandlungen in Schanghai rechnet. Man vermutet, daß der Abfall des Befehlshabers zu einer entscheidenden Aenderung der Lage des Generals Suntschuang- sang führen wird. Der Fall von Schanghai wird unvermeidlich fein, wenn Suntfchuangfang nicht rechtzeitig Verstärkungen von Nanking erhalten sollte.
Schweres Explosionsunglück. 1200 chinesische Soldaten getötet.
Aus dem mit 1550 Soldaten der Armee Sun- fchuangfangs besetzten chinesischen Dampfer mohm I "Äuanfung“ explodierten Taufende von
^rihPririiQbilbnis auf der roten Zehn- Granaten und große Mengen anderer Muni- °l,° ausgerechnet auf der am meisten Hon. 12W Mann wurden durch dl- S$plofion ge- Wuchlich-n! schreit di- D°,sm. Aber st- weist. «Stet. Eine graste An;aht Ium in den Flammen wie die demokratische Republik auch da noch zu | um oder wurde ein Opfer der Fluten, retten ist. Sie erläßt etwas, was sie sicher für einen flammenden demokratischen Aufruf hält. Ungefähr io: „Die .Vaterländischen Verbände' wollen mit Hilfe der roten Zehn-Pfennig-Fridericus-Dries- marke die demokratische Republik unterhohlen. Aber , nr
wir echten Demokraten werden das zu verhindern . Der Kustos Professor Dr August 5eigel wissen. Demokraten! Erinnert euch in dieser Stunde ^ Darmstadt wurde mit Wirkung vom l. Okt. höchster Gefahr für die demokratische Republik, daß 1926 an zum Erektor der Kunst-und historischen zweimal fünf gleich zehn ist. Rettet die demokratische Sammlungen des Landesmuseums Darmstadt er- Republik! Beklebt euch und eure Briefe nicht mit nannt.
ber republiktötenden roten Fridericus-Zehnpfen- Ein TNammutzahn im Rhein gefunden, nigmarfe, sondern erinnert euch daran, daß zwei Anläßlich des niedrigen Wasserstandes des Fünfpfennigmarken dasselbe bedeuten wie Rheins fand ein junger Mann bei Speyer eine Zehnpfennigmarke. So sehr ihr sonst auch ge= einen Mammutzahn im Rhein, der 1,70 Meter rabe das Rot verschämt lieben mögt, bekennt euch mißt. Die vordere Hälfte fehlt jedoch. Nach in diesem Falle zum Grün. Es kann in Zukunft in ! seinem Durchmesser am Grunde mit 20 Zenti- den echt demokratischen Korrespondenz gar nicht Yetern ist zu schließen, daß der ganze Zahn grün genug hergehen. Und vergeßt vor allem nicht, ^ine Länge von 2,50 bis 3 Meter gehabt hat. was es demokratisch zu bedeuten hatte, wenn etwa Der Fund ist dem Historischen Museum der Pfalz gar eure echt demokratischen Zungen das Bildnis überlassen worden.
eines Tyrannen, wenn auch nur auf ber Rückseite ___________
berühren würden. Das wäre Speichelleckerei einem
Souverän gegenüber!"
Und so wurde die demokratische Republik noch einmal gerettet! Dank Tante Vossens kapitolinischer Der wirtschaftliche Erfolq der Gesolei. Wachsamkeit, zu der sie sich be onders prädestiniert ' . ' 1 1 ’
f J- Gelegentlich des letzten Rundganges durch
1 ' * die „Gesolei" hielt Oberbürgermeister Dr. Lehr
Zu dem neuesten sozialdempkratischen Gesetzes- «inen Dortrag in dein er u. a. ausführte, die antrag schreibt Schutze-Pfaelzer im „Sag": ^ftellung ßabe einen ©trom Don Oebendfreube, „Kaum sind die Sozialdemokraten die Hauptsorge Willenskraft unv Glauben an Deutschlands Zu- wegen ihres demagogischen Schuldkontos los, da kunft ausgelost, chre Besucher mit Zuversicht schwilll chnen auch schon wieder der Kamm, unb Schassenslust beseelt und auch die Hoch- Sie tun wenigstens so, als ob sie tem Reichstag achtung vor deutschem Geist u^^tscher Leistung ein Antihohen-.ollernge'etz abringen mochten. Da- ™ Glaube wied^h^rgestellü Die Aussiellungs- nach soll die Reichsregierung den Mitgliedern leitungreq-E damit, daßdieDesucherzahlsieben. ehemals regierender Familien das Heimatrecht emhalb Milllonen erreicht. Aus der Ausitellung versagen, „falls die Besorgnis gerechtfertigt ist, 1902 wurden fünf Millionen Besucher gezahlll daß andernfalls das Wohl der Republik ge° Dre Zahl der^ auswärtigen Besucher allein wird sährdet wird". Das erbärmliche Deutsch ist noch aus dreieinhalb QEiUtonen gcichatzt. Wahrend verlangst nicht das Schllmmsie. Wann ist die Repu- Ausstellung fanden 443 Tagungen und Kongresse blik gefährdet? Etwa, wenn Herr Scheidemann m Düsseldorf statt. Unter den Ausländern, die wieder einmal seinen Kotter bekommt. Der bei Düsseldorf besuchten, stehen an Zahl die Holder Linken alfbeliebte Vergleich mit dem fran- lande r an erster Stelle Ihnen folgen die zosischen Gesetz der letzten Republik gegen die Amerikaner. Die Handelskammer berichtet, Prätendenten ist völlig abwegig. Denn dort daß besonders vorteilhafte Abschlüsse nach hatten die Thronbewerber ofsizielle Ansprüche dem Aus la nde dre Folge dieser Besuche angemeldet und kämpften mit allen verfügbaren au$ dem Auslande sind. Heber die AZ.rtschaft- Mitteln gegen die gesetzliche Staatsform. Unsere lichkett der Ausitellung komren beweiskräftige Fürsten haben lediglich ihr Privateigentum zu- Zahlen erst m einiger Zeit beschafft werden. Er rückgefordert, das man ihnen auch nach der repu- d£lSte aber an einzelnen Beisp-telAi, wie das blikanischen Verfassung nicht vorenthalten durfte. Verkehrsgewerbe unzwerselhaft große Ge- Die Redensart von der Gefährdung der Republik Winne zu verzeichnen hatte. Die Auöstellungs- ist ja überhaupt das geistloseste Schlagwort, das lertung hat das Ziel, die erforderlichen Vor- dieses geistverlassene Zeitalter erdenken konnte. I sthusse aus den Einnahmen zu decken, erreicht. Würde man auf dieser phraseologischen Mischung Anfang Oktober hat sie den^Rest der Vorschulse von Dummheit und Heuchelei ein Ausnahme- ^uruckgezahlt. Sie steht völlig schulde n- geseh gegen bestimmte Gruppen von Staatsbür- f r e i da und yat toeber Steuer- noch Spar- gern aufbauen, so wäre der Rechtsbruch nicht faffengelber in Anspruch genommen. Die Aus- weniger arg als der Wunsch der Fürstenenteig- Stellung, die zwölf Millionen Mark kostete, hat nung. S e lb st verständlich weiß die Sozialdemokra- Illch selbst getragen. Dor allem haben tie gut genug, daß sie diesen Gesetzentwurf nie- 6500 Arbeiter fa st zwei Jahre lang mals zur Annahme bringen wird. Sie will also beschäftigt werden können. Auch die Kunst nur ihrer verhetzten und setzt enttäuschten Gefolg- und das Kunsthandwerk, die in anderen Städten schäft wieder etwas Sand in die Augen streuen. Aot litten, haben ansehnliche Aufträge erhalten, Gin politischer Schwindel muß fortzeugend immer Auch die im Rahmen der Ausstellung veran- wieder neuen Schwindel gebären." stattete Kunstausstellung hat wertvolle
Verkäufe und gute Einnahmen buchen können. ,
Verlierer sein. Nach einer Niederlage Rußlands würde die politische Position Deutschlands sich sehr ungünstig verändern, und da die Westmächte schwerlich geneigt sein würden, militärische Erfolge der roten Armee als Schicksalsfügung hinzunehmen, würde schnell wieder die Durchmarsch frage auftauchen und der Wunsch sich äußern, uns in die üble Geschichte hineinzuziehen. Den Theoretikern des Pazifismus und denjenigen, die in ihrer Ungeduld nicht einen Augenblick lang auf der Völkerbundsschwelle warten wollten, erschien eS überflüssig, und fast als eine Beleidigung der Gottheit, daß hier immer wieder, zuerst und dann unablässig, auf die Gefahr hingewiesen Wurde, die der Arttkel j


