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Nr. 244 Erstes Blatt

176. Jahrgang

Montag, 18. Gttober 1926

(Er|d)etnt lag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen:

Gießener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monats.Bezvgrpretr:

2 Reichsmark und 20 Retchspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter« sche nen einzelnerRummem infolge höherer Gewalt. Fernfprechanf chlüsse: 51, 54 und 112.

Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Lietzen. poftschclNonto:

Frankfurt am Main 11686.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

vrut? und Verlag: Brühl'fche Universttälr-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange in Siegel. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe Z.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt, 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u, mehr.

Chefredakteur

Dr Fnedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ted Ernst Dlumfchein; für den 2In« zeigenteil i.Dcrtr. H.Bcck, fämtlich in (Biegen.

(Em europäisches Wirtfcha ftsmanifest.

Ern neuer Bank»crp!au für die finanzielle (Befunduni Europas. London. 18. Oft (MTB.-Funkspruch.)2Hor- nlng Post" schreibt, im Zusammenhang mit der Pa­riser Sitzung der internationalen Han­delskammer werde davon gesprochen, dah mög­licherweife eine Art Manifest führender in­ternationaler Bankiers veröffentlicht wer­den wird. Das Manifest werde als eines der wich­tigsten Dokumente feit dem Versailler Vertrag be­zeichnet. Es verlaute, dah das Manifest gleichzeitig in London und in den Hauptstählen des Konti­nents am Mittwochmorgen veröffentlicht wer­den wird. Ls verlange die Annahme eines end­gültigen Planes zur Heilung der wirtschaft­lichen Nebel Europas. Ls fei im Laufe der letzten 6 Monate abgesaht worden und stelle die wohler­wogene Abficht der besten und klügsten Köpfe der Finanzwelk dar Man erwartet einen tiefgehenden Einfluß auf die günstige Gestaltung der finanziellen und politischen Lage der wett. Line hohe Finanz- autoriläl habe gestern einem Vertreter derDaily News" erklärt, es müsse ein sofortiger Aus­weg aus der sehr schwierigen Lage Europas ge­sunden werden. Die bisher von den Nationen be­folgte Politik habe die Schwierigkeiten nickt ver­mindert, sondern vermehrt, ein vollständiger wechsel der Politik fei notwendig, um den Kredit wieder herzuslcllen und den handel und die Einnahmen zu vergrößern. Die ganze Bedeutung des Manifestes werde begriffen werden, wenn die Namen und der Stand der Unterzeichner bekannt fein werden.

3n einem Aufsatz derFinancial Times" führt der frühere Fimnnfekrelar des Schatzamtes, William Graham, aus, die wirtschaftliche Erholung Euro­pas würde wesentlich beschleunigt werden durch Bildung eines internationalen F i - nanztrusles unter Fulirung der Bank von Eng­land und der Federal Reserve Bank von Neuyork, die verschiedenen europäischen Staats und offi­ziellen Banken mühten dem Trust als Mitglieder an- gchören. Gegenwärtig bestehe zwischen Großbri­tannien und Amerika in der Frage der Kreditbe­schaffung für Europa ein beträchtlicher Wettbewerb, welcher die Gefahr herausbe­schwöre. datz im Anschluß an finan'ielle Verein­barungen Abkommen geschlossen würden, die den handel hemmten. 3m 3nleresse Amerikas und Eng­lands liege es, datz Kredite auf Grund von Vereinbarungen und nickt von Konkurrenz gewährt würden und dah zugleich mit der Kredit­gewährung soweit wie möglich eine endgültige Garantie für das Höchstmaß von Freiheit im Handelsverkehr gegeben werde.

Die Lage im besetzten Rheinland.

ReichsminifterDr. Bell über feitteNeise.

W2R. Köln. 16. Oft. Reichsminister Dr. Dell erklärte einem Mitarbeiter des WTD. über seine Eindrücke int besetzten Gebiete u. a.:Es ist eine bittere Tatsache, dah das besetzte Ge­biet, das seit 1914 ununterbrochen die schwersten materiellen und seelischen Opfer für das ganze deutsche Vaterland gebracht hat, auch heute noch am schwersten an diesen Opfern zu tragen hat. Trotz der bisweilen fast unerträglich schwie­rigen Lage, hat jedoch niemand im ^setzten Ge­biet den Optimismus verloren, der Vor­bedingung ist für den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wiederaufbau unseres schwer­geprüften Vaterlandes. D.e Rheinlands wollen lieber a u ch weiterhin Op'er auf sich nehmen, trenn es im Interesse des ganten deutschen Vaterlandes fiept. Das Zusammenleben mit der Besatzung hat für die Rheinländer zu bitteren Klagen leider allzu oft Anlaß gegeben. Ich bin nicht ein einziges Mal bei den Rheinländern auf Empfindungen gestoßen, die sich nicht vereinbaren ließen mit dem Geiste und dem Willen zur Ver­ständigung mit den ehemaligen Gegnern. Wenn auch die Bewohner der besetzten Gebiete nichts sehnlicher wünschen, als die baldige restlose Befreiung von fremder Besatzung, so ist dieser Wunsch doch frei von Nationali­st i s ch er Leidenschaft. Gerade im besetzten Gebiet hat man Verständnis für die Politik der Verständigung mit Frankreich und billigt sie. UnD noch eins: Einen Separatismus gibt es im besetzten Gebiet nicht. Es ist für die treuen Rheinländer eine schwere Be­leidigung, wenn immer wieder von dersepara­tistischen Gefahr" geredet wird. Meinen gesamten Eindruck fasse ich dahin zusammen, daß ich mich eins fühle mtt dem Rheinland' in dem Bestreben, dem rheinischen Volke zu seinem Rechte und zu seiner Freiheit zu verhelfen, und dadurch die Grundlage zu schaffen für die praktische Verwirk­lichung des Gedankens der Völkerverständigung und wirklichen Befriedung Europas.

Der Wirtschaftsausschuß für die besetzten Gebiete.

Wiesbaden, 18. Oft. (Wolff.) Der Wirt­schaftsausschuß für die besetzten Gebiete halt am Mittwoch, den 20. Oktober, unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Kalle (Biebrich) in Wiesbaden eine Sitzung ab, an der vom Reichsministerium für die besetzten Gebiete Staatssekretär Schmid und Ministerialrat Dr. Müller teilnehmen. Ob der Reichskommissar für die besetzten Gebiete Freiherr Langwerth von Simmern gleichfalls in der Sitzung erscheinen wird, ist noch nicht bestimntt. Auf der Tagesordnung steht eine Reihe von Fragen, die sich auf die Durch-

die Politik der französischen Radikalen.

Paris, 16. Oft (DB.) Der Kongreß der radikalen Partei nahm f.lgenden Antrag deö Berichterstatters für die auswärtige Politik an: Der radikale Kongreß beglückwünscht sich zu dem Ergebnis der im Juli 1924 von Herriot einge­leiteten und in Genf, Locarno und Thoiry fortgesetzten Politik, die aus die Reor- ganifation Europas und die Befestigung des Friedens abzielt. Der Kongreß tritt vollkommen dem Abkommen von Locarno mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bei und wünscht, datz Brasilien und Spanien baldigst wieder ihre Sitze im Völkerbund einnehmen. Er bringt ferner den Wunsch zum Ausdruck, daß Rußland und die Vereinigten Staaten an dem gemeinsamen in Genf vom Völkerbund versuchten Werk mit teilnehmen, der zum allgemeinen Frie­den führen müsse, besonders durch die inter­alliierten Konferenzen betreffend die Wirtschaft und die Abrüstung.

Eine zweite Tagesordnung betrifft die Schuldenfrage

und hat folgenden Inhalt: Der Kongreß ist der Ansicht, datz durch die Ratifizierung der Ab­kommen von Washington Vorbehalte ge­macht werden müssen, sich dagegen zu sichern, daß Frankreich aus keinen Fall und in keiner Weise an die Vereinigten Staaten und England mehr zu zahlen habe, als es selbst von feinen europäischen Schuldnern erhalten werde, oder für den Fall, daß Unstimmigkeiten zwischen den Regierungen entständen, durch ein Schiedsgerichtsverfahren für eine bestimmte Zeit durchzusilhrende Transferierungen festzulegen, ohne daß dadurch die Währungspolitik ge ährdct werde. Der Kongreß ist der Ansicht, dah Re­serven gemacht werden müssen, derart, daß keine älnzweideutigkeiten weder in Washington noch in der öffentlichen Meinung Amerikas ent­stehen könnten.

Auf der Schlußsitzung der Partei verlas der Vorsitzende Sarraut eine Erklärung, die sich sehr eingehend mit allen schwebenden_ Fragen beschäftigte. Wenn die Partei auch über die allgemeine Orientierung der Außenpolitik voll­kommen befriedigt sei, so sei sie doch, was die innere Lage anbelange, hinsichtlich der mög­lichen Entwicklung in Sorge. Dies fei hervor- gerufen durch die Umstände, die dem am 11. Mai errungenen Siege gefolgt seien. Der Wahl- körper habe in der deutlichsten Weise seinen Willen kundgegeben, durch das Kartell der Linken regiert zu werden. Es hätten sich jedoch Hindernisse gezeigt. Wenn auch zahl­reiche Sozialisten die Zusammenarbeit ge- wünscht hätten, so habe man, als es zur Ent­scheidung kam, auf das Angebot der direkten

Zusammenarbeit eine verneinende Ant­wort durch die Sozialisten erhalten.

Die sozialist sche Partei habe g gfaubt, sich offiziell nur für eine Politik, die jede Ver­antwortung ausschliehe, a_'sspr:chen ?u sollen.

Seit diesem Tage sei Der große Plan der fran­zösischen Demokratie, wenn nicht gebrochen, so doch verlangsamt worden. Die Mitar­beit im Kabinett Poincare habe man angesichts der Finanz -und Wahrungs>rage nicht ablehnen dürfen. Von der Haltung der Re­gierung angesichts dieser ernsten Probleme werde die Haltung der Radikalen Partei abhängen. 3n Zukunft könne die Partei nicht ihre Rolle darin finden, ins Schlepptau ministerieller Kom­binationen genommen zu werden, ohne eine führende Rolle zu spielen. Hinsichtlich des Finanzproblem es heißt es in der _ Er­klärung Sarrauts. die Partei bleibe davon über­zeugt. dah die wirkliche und endgültige Wieder­herstellung d-es Franken untrennbar sei von zwei beherrschen'en Bedingungen: den Appell an das erworbene Vermögen und an den erworbenen Reichtum, und der tiefgehenden Erneuerung des französischen Produktionssystems. Man müsse aber auch versuchen, zu einer internationalen Kontrolle der Steuerhinterziehung und der Ka­pitalflucht zu gefangen. Alsdann bekennt sich das Schriftstück zur Fortentwicklung dw sozialen Gesetzgebung und zur Einheitsschule. Schließlich wird erklärt, daß man gewillt sei,

Vrland in seiner Politik von Locarno und Thoiry zu unterstützen.

Mit einem Appell an die Einigkeit innerhalb der Partei endigt die Erklärung.

Auf dem Schlußpankett gab Präsident Sarraut noch folgende bemerkenswerte Erklärung ab: Zu der Stunde, wo die französische Krise eine stabile Wäh­rung und eine starke Regierung verlangt, können wir weder das eine noch das andere durchsetzen. Hier ist der Grund, warum wir das Wohl der gan­zen Rationen über alles setzen und e i i e in Waf­fe n st i l l st a n d zustimmen, der in der ge­gebenen Stunde dem Wunsche des Landes ent­spricht. Aber die Partei darf nicht den Willen, die Leitung der Angeletzenheiten in ihre Hand zu nehmen, aufgeben. Sie muß daher entschlossen sein, s i ch eine'Mehrheit zu schaffen im Se­nat und ein energisches Dorgehen bei den kommen­den Wahlen im Januar und in der Kammer durch die Rückkehr zum Kreiswahlrecht. Senator Sarraut brachte sodann den Wunsch der Radikalen zum Aus­druck, daß in der Zukunft Radikale und S o - 3 i a I i ft e n , ohne auf die Parteinteressen zu ver­zichten, die von der Demokratie angeftrebten Re­formen gemeinsam durchsetzen.

führung des von Der Reichsregierung Ende vori­gen Sommers ausgestellten und inzwischen in Angriff genommenen Programms für Die be­setzten Gebiete beziehen. 3n Berlin hat eine Vorbesprechung mit Den zustänDigen Ressorts über Die Vorbereitung Der Tagung stattgefunDen. Pressefreiheit im besetzen Gebiet.

WSN. Landau, 17. Okt. Der Verlag und die Redaktion der hier erscheinenden TageszeitungD e r Rheinpfälzer" waren gestern vormittag nach Ncdaktionsschluß der Schauplatz einer Untersuchung durch eine Abteilung der französischen Gendarmerie. Die Untersuchung stand im Zusammenhang mit dem französischen Kriegsgerichtsrat Tropet. DerRhein­pfälzer" hatte damals den Text dieses Interviews im einem Extrablatt bei einem hiesigen Zi­garrenhändler anschlagen lassen. Das Extrablatt wurde in der Nacht zum Samstag von unbekann­ter Hand abgerissen. Die Abordnung hatte den Zweck, das unauffindbare Extrablatt wieder ans Tageslicht zu bringen. Die Personalien sämtlicher verantwortlichen Redakteure wurden ausgenommen. Gleichzeitig wurde der technische Betrieb etwa drei Stunden lang untersucht. Später sollten die Re­dakteure ein in französischer Sprache abgefaßtes Protokoll unterschreiben, was sie strikte ver­weigerten. Landtagsabgeördneter Bernzott, der Chefredakteur desRheinpfälzer", wird am Montagvormittag vernommen werden.

Sttverberg und der Reichs­verband der deutschen Industrie

Wie wir bereits am Freitag melDeten, hat sich Der VorstanD Des ReichsverbanDes Der Deut­schen SnDuftrie auf feiner letzten Berliner Sitzung auch mit Der bekannten Rebe Des Braunkohlen- inDustriellen Dr. Silver berg beschäftigt. Wenn Dabei Der Vorstand alle Bestrebungen be­grüßt, Die geeignet sinD, Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmern unD Arbeitern zu fördern, so lehnte er es Doch, wie wir von gut unterrich­teter Seite erfahren, entschieden ab, Die von Dr. Silverberg empfohlene Parole zur DilDung Der Großen Koalition sich zu eigen zu machen, Da es nicht Aufgabe Des ReichsverbanDes ist, Parteipolitik zu treiben

Der preußische Finanzminister zum Zohenzollernverg'eich.

Dortmund, 18. Oft. (WD.) Sn einer öffentlichen Versammlung Der Demokratischen Partei behandelte Der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff u. a. Die Frage Der Aus­einandersetzung mit Den Hohenzollern. Dem Dem

ehemaligen König eingeräumten Wohnrecht sei feine praktisch-politische Bedeu­tung beizumessen. Snnen- und außenpolitische Gründe ließen eine sofortige Rückkehr des ehe­maligen Königs nicht zu. Sede preußische Re­gierung werde Mittel und Wege finden, jeden Versuch der Hohenzollern, das an sie gezahlte Geld zum Kampf gegen die Republik zu verwen­den, zu verhindern. Das Entscheidende des jetzt zustande gekommenen Vergleichs sei, daß nun endlich alle Hohenzollern in Die Reihe Der Staatsbürger mit allen Rechten und Pflich­ten, aiZ) Der steuerzahlenden, eingereiht seien.

Die Unterwerfung der Oppo­sition in Rußland.

Berlin, 18. Oft. (TA.) Die MelDung über eine Verständigung zwischen Den Führern Der Opposition und Der Durch Stalin vertretenen Leitung Der kommunistischen Partei wird Durch eine Meldung Der Agentur Der Sowjetregierung bestätigt. Es heißt Darin: Die Oppositionsführer Sinowjew, Trotzki, Kamenew, Pjata - ko w, Sokolnikow unD IewDokimow ha­ben eine Erklärung über ihre vorbehalt­lose Unterwerfung unter sämtliche Ent­schließungen des 14. Parteikongresses unD unter die Beschlüsse Des Zentralkomitees unD der Zcn- tralkontrolllommission abgegeben. Sie verpflich­ten sich, Diese Durchzusühren und alle ihre An­hänger Dazu au zusordern, sämtliche um Die Oppo­sition gebildeten fraktionellen Gruppen so'ort auf» zulösen. Sie erkennen an, daß sie Durch ihr jüngstes Vorgehen in Moskau unD CeningraD Die Entschließungen Des Zentralkomitees über Die Unzulässigkeit Der Diskussion verletzt haben unD verpflichteten sich, sich von Der rechten Schljapnikow-Gruppe aufs entschiedenste loszu­sagen unD jegliche Unterstützung fraktioneller Gruppen Der einzelnen Komiteesektionen, sei es Ruth Fischer, Maslow (Deutschland), Souvarine (Frankreich), HorDiga (Italien) aufzugeben. Die Unterzeichneten übernehmen Die politische Ver­antwortung für Die Handlungen ihrer Anhänger unD sprechen Die Hoffnung aus, Dah tatsächlich Durch Einstellung Der fraktionellen Kämpfe seitens Der Opposition Die Möglichkeit geschaffen wirD, alle reuigen Opposrtionsanhänger in Die Dartei wieder aufzunehmen. Sie erklären zum Schluß, daß sie sich verpflichten, Den Kampf gegen erneute Vorstöße gegen Die ParteiDisziplin in jeDer Weise zu unterstützen.

3.

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die Anstrengungen Zurückfluten der Ar­

ber kommenden Woche das beiter vermindern werden.

eines Lrgänzungsclals für 1. Oktober 1926 bis zum und die Festsetzung eines für die haushallungsaus- Rechnungsjahren 1927 und

der Aufstellung die Zeit vom 31. März 1927 Höchstbetrages gaben in den 1928;

(en Besteuerung oder des Monopols;

zur Erhebung eines Zuschlages z ur Einkommensteuer, der 3 Prozent der zu entrichtenden Steuer nicht überschreiten darf und zur Aenderung der Llnkommen- befteuerung der ledigen Personen:

zur Vereinfachung der Verwal­tung und 3uftiz mit dem Ziel, Ersparnisse zu machen, insbesondere die Zahl der Staatsbediensielen herabzusehen;

zu Verhandlungen über eine Anleihe bis zum Betrage von 30 Millionen Gulden.

eine außerordentliche moralische Schädigung für die Bergarbeitergewerkschaften mit sich bringen mäste. Man hält es für möglich, daß die Anstrengungen

Sie Bildung der neuen Danziger tteüerunq.

Danzig, 16. Ott. (TU.) 3n dem offiziellen Kommunique über die Bildung der neuen Danziger Regierung heißt es u. a.: Die bevollmächtigten Ver­treter der Deutschnationalen, des Zentrums, der deutschen Liberalen und der Deamtengruppe sind unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. S a h nt einig geworden, sich an der Neubildung der Regie­rung zu beteiligen. Die Parteien einigten sich grundsätzlich auf folgende Programmpunkte: Haupt- aufgabe der Regierung ist die endgültige Herbeifüh­rung der Gesundung der Staatsfinan­zen. Diesem Zwecke soll ein Ermächtigungs­gesetz dienen, das dem Senat die Ermümtigung gibt, Verordnungen mit Gesetzeskraft zu erlassen:

1. zur Regelung des Zollverteilungs- schlussels;

2. zur Regelung der Einnahmen aus Dem Tabakverbrauch im Ivege der ind'.rek-

Das Ermächtigungsgesetz soll am 31. März 1927 außer Kraft treten. Darüber hinaus sollen Maß­nahmen für eine Kürzung der Beamtenge- hälter im Einvernehmen mit der Beamtenschaft getroffen werden. Die notwendige Regelung auf dem Gebiete Der Erwerbslosensürsorge soll außerhalb des Rahmens des Ermächtigungsgesetzes durch ein besonderes vom Volkstag zu beschließen­des Gesetz erfolgen. Es ist zu erwarten, daß der Dolkstag im Laufe der nächsten Woche zur Wahl der Senatoren zusammentreten wird.

Danzig hat nun also wieder eine bürgerliche Re­gierung. Kein Wunder, daß man die Deutschnatio­nalen wieder herangeholt und auf bie weitere Mitwirkung der Sozialdemokraten verzichtet hat, nachdem die sozialistische Miß­wirtschaft den Freistaat Danzig oeinahe um jeden Kredit gebracht und in eine tiefe Verschul­dung hineinmanöveriert hat. Anläßlich der letzten Genfer Beratungen des Völkerbundes und Des Kampfes mit Polen um die Zollverteilung -zeigte sich mit erschreckender Deutlichkeit, wohin es mit Danzig unter dem maßgebenden Einfluß der So­zialdemokratie gekommen war, die wohl Schulden über Schulden machen und zurückgelegte Reserven verbrauchen konnte, dann aber mit ihrem Latein am Ende war, als es nun galt, das völlig zerrüttete Finanzwesen wieder in Ordnung zu bringen. Die nach Genf entsandte Danziger Delegation dürfte bittere Wahrheiten zu hören bekommen haben, sicher­lich in der Richtung, daß man sich wohl überlegen mäste, ob es nicht bester fei, Danzigs finanzielle Selbständigkeit den Polen ausaufiefern, die auch mit einer derartigen Entwicklung stark gerechnet haben. Nun find die Sozialdemokraten wieder aus der Re­gierung hinauskomplimentiert und unter bie Mißwirtschaft ift ein Schlußstrich ge­zogen worben, hoffentlich ein enbgültiger. Es geht lebenfalls unter keinen Umftänben, baß Danzig, besten Position an sich schon überaus gefährdet ift, in finanzielle Schwierigkeiten gerät, bie, wie bie jüngste Vergangenheit zeigte, sehr leicht unange­nehme Folgen haben können. Sache ber bür­gerlichen Parteien, auch ber linksstehenben, wirb es fein, in Zukunft für ein georbnetes Finanzwesen zu sorgen.

Letzte Anstrengungen der englischen Bergarbeiter.

London, 18. Okt. (TU.) Die Exekutive ber Bergarbeitervereinigung in Nottinghamshire be» schloß bie Entscheidung ber Delegiertenkonserenz auf Verlegung ber Streikleitung nach Not- tinghamshire zu bestätigen. Der Beschluß kam ba- durch zustanbe, daß alle Delegierten, die für bie Wiederaufnahme ber Arbeit waren, bei ber Abstimmung ben Saal verlassen mußten, so baß 25 Delegierte den Saal verließen und nur 19 zuräckblieben. Der Grundgedanke für die Ver­legung des Bergarbeiterhauptguartiers von London nach Nottingham ist auf den Antrag der Manfielder Arbeitervereinigung zuräckzuführen, wo eine linksradikale Organisation bie Ober- tjanb hat. Die Blätter bezeichnen den Feldzugs­plan, ber von ber Exekutive ber Brgarbeitergewerk- schasten in ber fommenben Woche veranstaltet wird, als letzte verzweifelte Aktion. Don einer direkten Aufforderung an die Notstandsarbeiter, die Gruben zu verlassen, hat man abgesehen, weil die Nichtbeachtung einer solchen Aufforderung