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Neue Krastpost-Fahrten.

Seit gestern, 17. Oktober, wird die K r a f t p o st Alsfeld Kirtorf wieder bis Ehrings­hausen Bahnhof durchgeführt. Sie verkehrt täglich einmal zwischen Alsfeld und Kirtorf (Kirtorf ab 7.25, Alsfeld an 8.10 oorm.; Alsfeld ab 2.45 Uhr, Kirtorf an 3.30 nachm.), und zweimal zwischen Kir­torf und Ehringshausen Bahnhof (Kirtorf ab 5.50, Ehringshausen an 6.25 früh; Ehringshausen ab 6.50, Kirtorf an 7.15 vorrn.; Kirtorf ab 5.20, Ehrings­hausen an 5.55 nachm.); Ehringshausen ab 9.25, Kir­torf an 10 Uhr abends).

Auf der Strecke Gießen Hochelheim Niederkleen verkehren die Fahrten ab Groszen- Linden Bahnhof 12 50. an Niederkleen 1.23, ab Nie­derkleen 1.30, an Gießen 2.35 Uhr; auch zwischen Hochelheim und Niederkleen täglich.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem Wxhenmarlt am Sams­tag: Butter 140 bis 170, Matte 3d. Wir­sing 5 bis 12, Weißkraut 3 bis 10, Rot­kraut 7 bis 15. gelbe Rüben 10 brs 15 rote Rüben 10, Spinat 15 bts 20. Romstchkohl 8 bis 10, Unter-Kohlrabi 5 bis 10, Feldsalat 100, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 7 b'.s 8, Meerrettich 35 big loo, Rhabarber 20 bis 25, Kürbis 8, Kar­toffeln 5, Falläpfel 10, Aepfel 12 bis 30, Birnen 10 bis 20, Zwischen 20 bis 25, Preiselbeeren 30, Nüsse 80, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 80 bis 100 Pf. das Pfund; Käse 10 Stück 60 bis 150 Pf.; Eier 15 bis 17, Blumen­kohl 20 bis 150, Salat 10, Endivien 5 bis 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 60 Pf. das Stück.

Ermäßigungen bei der Sondergebäudesteuer.

Die Sondergebäude st euer ist für 1926 durch (Verordnung des Hess. Gesamtministe­riums vom 11. Oktober 1926 für folgende Fälle ermäßigt worden:

1. Die vor dem 1. Juli 1918 nicht höher als mit 20 Prozent des Friedenswertes hypo­thekarisch belastet gewesenen Einfamilienhäuser mit einem Friedenswert von weniger als 4000 Mark werden den Gebäuden mit nicht mehr als 70 Quadratmetern Wohnfläche gleichgestellt, dH. sie sind von der Sondergebäudesteuer befreit.

2. Für die sogen. Siedlungshäuser (2lrt. 9 der Verordnung) wird die Steuer vom 1. April 1926 ab auf die Hälfte herab­gesetzt.

3. Ebenfalls auf öle Hälf te herab­gesetzt wird auf Antrag vom 1. Oktober 1926 ab die Steuer von Wohn gebauten, von we­niger als 4000 Mark Friedenswert, soweit sie nicht schon unter Ziffer 1 fallen, wenn der Be­sitzer keine höheren Einnahmen hat als das nach § 50 des Einkommensteuergesetzes steuer­frei zu lassende Existenzminimum (1300 Mari plus Frauen» und Kinderzuschläge). Gewerb- treibende werden auf Antrag auch nur mit der Hälfte der festgesetzten Steuer herangezogen wenn das Wohnhaus einen Frnedenswert von 4000 Mark nicht erreicht und im übrigen die Voraussetzungen im vorhergehenden Satze gegeben sind. Für die Gemeindesteuer hat die Vorschrift unter dieser Ziffer keine Gültig­keit bei den Gemeinden und Gemeindeverbän- den, deren Steucrausschlagsätze am 11. Oktober

bereits genehmigt waren oder zur Genehmigung vorlagen.

4. Die im Reichsgesetz zugelassenen weiteren Ermäßigungen für Gebäude, die Ende 1918 nicht oder nur gering hypothekarisch belastet waren, sind vom 1. Oktober 1926 ab für solche Ge­bäude zugestanden, die im Eigentum der hessi­schen Gemeinden und Gemeinde verbände, der Kir­chen sowie öffentlich rechtlicher kirchlicher Körper­schaften oder von solchen Personen sind, die keine höheren Einnahmen haben als das unter Ziffer 3 erwähnte Existenzminimum, d. h. die Steuer beträgt für unbelastete Gebäude Vi Pro­zent, bei Belastungen bis 10 Prozent 0,75 Prozent, bis 20 Prozent 1 Prozent, bis 30 Prozent 1 25 Prozent des Friedenswertes.

Hornotizen.

Tageskalender für Montag: Deutschnationale Volkspartei: 8,15 Tlhr. Post- keller, Vortragsabend. Raturheilverein: 8 Tlhr, Gewerbehaus, Vortrag von Dr. Malech- Frankfurt. Lichtspielhaus: Bahnhofstraße: »Das Spielzeug von Paris". Astoria-Licht- spi-ele:Um den großen Preis."

Der Naturheilverein beginnt seine Winterarbeit heute abend mit einem Vortrag über das wichtige ThemaVorbeugung und Behandlung von Typhus". Redner ist Dr. M a l e ch (Frankfurt am Main). (Siehe Anzeige am Samstag.)

Der Goethe-Bund hat so schreibt man uns für seinen ersten dieswinterlichen Vor­tragsabend Ernst Zahn aus Meggen in der Schweiz eingeladen und damit einen der beliebtesten Schriftsteller aewonnen, dessen Romane von einer begeisterten Lesergemeinde vielfach den Werken Gottfried Kellers gleichgestellt werden. Ernst Zahn besitzt ein starkes Schriftstellertalent und eine große dichterische Begabung. Seine Romane sind von reinem Ethos getragen und halten sich bei tiefen Gefühlswerten jeher Sentimentalität fern. Der Dich­ter, menschlich eine äußerst sympathische Erschei­nung, ist ein sehr guter Interpret seiner Werke. Es ist ein genußreicher Abend zu erwarten. (Siehe heu­tige Anzeige.)

** Sie Einschreibung f ü r das Win­tersemester an unserer Landesuni­versität hat heute begonnen. Die erste feierliche Immatrikulation findet am Samstag, 30. Oktober, mittags 12 Uhr, im Unioersitätsgebäude statt.

Verkehrsbund Oberhessen. Am Freitag nachmittag trat der in eurer vorberei­tenden Versammlung gewählte Organisationsaus- schuh zur Gründung ernes Verkehrsbundes Ober­hessen im hiesigen Stadthaus unter dem Vorfth des Beigeordneten Dr. Hamm zu einer Sitzung zusammen, die der Beratung und Beschlußfassung über die Satzungen des Bundes diente. 3n rnehr- ftünbiger Arbeit wurde der vorgelegte Sahungs^ enttDurf eingehend besprochen und so gestaltet, daß er die einstimmige Genehmigung der Aus- schnßmitglieder sand. Die Versammlung zur end­gültigen Gründung des Bundes soll auf Mitte Rvvember nach Gießen einberufen werden. Es wird erwartet, daß sämtliche öffentlichen Körper­schaften in Oberhessen und die an der Hebung des Verkehrs interessierten Vereine, sowie zahl­reiche Privatpersonen dem Bunde beitreten, da­mit dessen Arbeit zum Wohle der ganzen Pro­vinz auf breitester Grundlage entfaltet werden kann.

* Grund st ücksverpachtungen der Stadt Gießen finden im Laufe dieser Woche statt. Die Grundstücke sollen öffenllich meistbietend an Ort und Stelle auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Näheres ift aus der Anzeige in unserer Samstagausgabe ersichtlich.

C D i e Rotwohnungen aus Eisen- bahn-Waggons. Seit Freitag ist die von der jüngsten Stadtverordnelen-Dersammmlung be­schlossene Rotwohnungs-Kolonie aus Eisenbahn- Waggons in dem ehern. Trommschen Garten an der Margaretenhütte im Entstehen begriffen. Die Wagen werden sofort ausgebaut, so daß in nächster Zeit mit dem Dez g begonnen werden kann.

y. Oberhessischer Misfionsverein für Bafel. 3n Verbindung mit der bere is angekund'.gten, völkarkund' chen Ausstellung wird die Jahresversammlung des Oberbeff. Missions- Vereins für Bafel morgen hier abgehalten wer­den. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen steht ein Vortrag von Miss', onsinspektor Dr. D. Oehler- (Äisel:Das Christentum in den chi- nefifchen Wirren", der gerade jetzt aktuelle Be­deutung und Interesse haben dürfte.

Schlimme Folgen leichtferti­gen Hantierens mit dem Desching. Gestern vormittag gegen 10 Uhr entstand zwi­schen dem 18 Jahre alten Bäckergesellen Karl Kronberg aus Mainz und dem 25 Jahre alten Fahrburschen Hans Henß von hier, die beide b:i einen hiesigen Bäck'rmeister beschäftigt sind, «eine harmlose Reckerer. Dabei griff Kronberg zu einem Tesching, das er sich erst vor wenigen Tagen gelaust hatte, und gab auf Henß aus nächster Enfemung einen Kugel schuh ab, der den Mann in die Brust traf. Die Verletzung des Angeschossenen erwieS sich als so schwer, daß er mit dem städt. Sa- nitätsauto in die chirurgische Klinik überführt werden mußte. Wie man hört, ist der Ver­letzte bis jetzt noch nicht außer Lebensgefahr. Der Täter wurde verhaftet. Henß wird als ein rikiger, braver Mensch geschildert, während der Täter Kronberg ein leichtfertig veranlagter Jüngling sein soll, der sich nicht gerade des besten Rufes erfreut. Immerhin ist zu sagen, daß eine Absicht bei dieser Tat nicht vorliegt, sondern wohl nur Leichtsinn in Betracht kommt.

** E i n Zusammenstoß, der zu schlimmen Folgen hätte führen können, ereignete sich, wie uns berichtet wird, am Samstagnachmittag kurz vor 3 Uhr auf der Schiffenberger Straße, nahe dem Straßenwärterhaus. Das Auto, das täglich von Gießen nach Holzheim den Personenverkehr ver­mittelt, wollte einem Bauernfuhrwerk auswuchen, tonnte aber nicht weiter nach links fahren, da das Fuhrwerk nicht genügend rechts fuhr, und stieß auf das Fuhrwerk. Die hintere Ach e des Autos brach, und nur einem glücklichen Zu all ist es zu ver­danken, daß keiner der Insas en verletzt wurde. Nach Aussage eines Mitfahrenden ist der Name des Fuhrwerksführers ermittelt. Jedenfalls trägt der Lenker des Fuhrwerks die Schuld.

Die Maul- und Klauenseuche ist setzt in Reisk rchen und Steinbach (Kreis Gießen). Mendorf, Biskirchen und Holzhaufen (Kreis Wetzlar) amtlich festgestellt worden. In Füedel- hausen (Kreis Gießen), Rieder-Wöllstadt (Kreis Friedberg), Wetterseld (Kreis Schotten), Wenk­bach und Wehrda (Kreis OKarburg) ist die Seuche erloschen.

4-om Iuviläumsdau der Universität Marburg.

sch. Marburg, 16. Olt. Dieser Tage beschäf­tigte sich dec A r b e i t sa u » schuß für dieIu - biläum sausaabe an d i e Universität mit dem Stand der Arbeiten am Jub iläums- bau und seiner Finanzierung. Der Ausschuß ge­nehmigte das seit der Grundsteinlegung am 9. Mai erweiterte Bauprogramm da es für die Zweckbestimmung des Jubitäumsbaues von wesent­licher Bedeutung sein wird. Durch die Erweiterun­gen wird es möglich sein, für die wertvollen Kunst­schätze der hessischen Geschichts- und Altertumsver­eine anstatt 700 Quadratmeter rund 1000 Quadrat­meter Ausstellungsraum zu schaffen. Ebenso wer­den durch den Bau des Dachgeschoßes beträchtliche Raummengen gewonnen, die der Entwicklung des Museums und Lehrbetriebes weiteren Spielraum gewähren. Auch wird in das so geschaffene Ober­geschoß ein größerer Uebungssaal für das Colle« gium musicum eingebaut werden. Schließlich war der neuerdings erfolgten staatlichen Bewilligung eines photographischen Lektorats an der Universität Rechnung zu tragen, indem ein Teil der Funda­mentzone zu photographischen Lehr, und Betriebs- Zwecken ausgenutzt wird. Durch dieses Lekto­rat erfahren die geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Disziplinen der Universität eine bedeutende Ergänzung. Der Neubau ist schon so weit gediehen, daß innerhalb der nächsten 14 Tage das Dach über dem Museums­hauptteil gerichtet "werden kann und das Museum selbst bis zum Jubeltag der Universität im Juli 1927 fertig eingerichtet zur Einweihung dastehen wird. Der finanzielle Stand der Spendenzusagen und Eingänge darf als günstig bezeichnet werden.

Kirche und Schule.

)( Bübingen, 15. Oft. Gestern vormittag fand Im hiesigen evgl. Gemeindesaal unter Lei­tung von Dekan Schäfer eine Pfarrkon- serenz des Dekanats Büdingen statt. Sie wurde mit Gebet und Schriftle^ung von Psalm 73 durch Pfarrer Freitag (Bleichen­bach) eröffnet. Im Mittelpunkt der Verhand­lungen stand ein Referat von Pfarrer Freitag über den Prediger Salomo. Den übrigen Teil ter Verhandlungen füllten wichtige geschäftliche Beratungen aus.

_L Ridda, 15. Oft. Im GasthofZur Traube" tagte die Geistlichkeit des evan­gelischen Dekanats Ridda anläßlich einer Pfarrkonferenz unter dem Vorsitz von Dekan Scriba (Eichelsdorf). Rach Eröff­nung her Kon erenz mit Schriftlesung und Gebet wurde zunächst das Geschäftliche der Tagesord­nung erledigt. Darnach hielt Pfarrer A n t h e S iGeiß-Ridda) ein ausführliches Referat über Bibelnot". Eine anschließende kurze Aussprache beschloß die Tagung.

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen

Für unverlangt eingefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wirb keine Gewähr übernommen

Anzeigenaufträge sind lediglich an die ! Geschäfts st eile zu richten

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Zigarette raucht, hat toer/tolzzurtäglichenVerbrauchsfignrette j erwählt, denn erfihätzt an ihr den reinen Gefchmack^ edler ma ' zedomfeher und hleinafiatifcher Qäbake, den er jbnft nur in teuren Zigaretten findet.

§)ie große fiaucherfchicht, derenZldittel es nicht erlaubens, mehr als fff für eine Zigarette auszugeben, empfindet mit ffreude, wiefehrfich das ffiuüitätsffJiveau diefer (Preislage gehoben ha.tr~

Ts fall uns eine befonders angenehmeZlufgabe fein, durch) wertereVerbefferungen unferer Ovefiolz,jedermann /TUERVVÖHhljEbP <0jMJCHER£)ay. machen.

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