scheinen. Die Kämpfe versprechen in allen Klassen recht spannend zu werden. Besonders starke Begehung haben die Konkurrenzen der Klaffse A (08 09) gesunden.
Der 100-Meter-Lauf weist eine Teilnehmcr- zahl von 35 Mann auf. In der Entscheidung sind zu erwarten die beiden Eintrachtler Schmid und Kreß, Hubert (Siegen), F. Heuser (Butzbach) und die beiden 1900er Bölker und Lohnes.
Im 1500-Metcr-Lauf sollten auf den ersten Plätzen L e u n i g« 2. und F t o r s ch ü tz, beide Eintracht, vor Peters, 1900, enden, wenn auch andere gute Kräfte des starken Feldes eine Heber- raschung bringen könnten.
In den Wurf- und Sprungkonkurrenzen sind die Kämpfe durchaus , offen, vielleicht ist mit Stille 2. Offenbach der Sieger im Hochsprung gegeben.
Im Dreikampf dagegen dürfte er einen schweren Stand gegen die beiden Siegener Plessow und Hubert und Bölker 1900 haben.
Ein äusserst spannendes Rennen verspricht die 4xl00-Meter-Staffel zu werden. Favorit ist ..Eintracht" F r a n t für t. Der Sieger sollte eine sehr gute Zeit laufen.
In der 2. Iugendklafse (10/11) sind die' Meldungen nicht minder stark ausgefallen. Das beste Material entsenden hier „Eintracht" Frankfurt und Siegen.
Der 100-Meter-Lauf wird wohl Glöckner. „Eintracht", als Sieger sehen, der erst letzten Sonntag im Frankfurter Stadion die gute Zeit von 11,9 Sekunden tief. Seine Mannschaft wird auch vor Siegen und 1900 in der 4xl00-Meter- Staffel Sieger bleiben.
In der 3. und 4. Iugendklafse werden die Wettbewerbe zu einem scharfen Zweikampf zwischen Siegen und Gießen I 9 00 führen. Hier Boraussagen zu treffen, ist zwecklos.
Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine 1200-Meter-Staffel um einen wertvollen Wanderpreis. Reben zwei Mannschaften des Veranstalters wird Siegen mit feiner hervorragenden Mannschaft teilnehmen.
Wetzlarer Sport.
tz. Mit dem Handballspiel und -sieg der Wetzlarer Stadtelf gegen di« Charlottenburger Studenten fand die Wetzlarer Spielzeit einen würdigen Abschluss.
Für die nunmehr beginnende Sperrzeit sind seitens der Vereine zahlreiche Vorbereitungen für die Leichtathletik getroffen. Zunächst beteiligt sich F. C. mit seinen Jugendlichen an den Iugendkärnpfen von Giessen 1 9 0 0. Die F. C. haben in den Wurf- und Sprungkonkurrenzen sicher Chaneen. Sehr bedauert wird von den Iungen das Fehlen einer Hiirdenkonkurrenz, in der sich Sportlehrer Paulus. Wetzlar, einen guten Nachwuchs grossgezogen hat. Paulus selbst startet am Samstag und Sonntag. 19. und 20. Iuni, in Berlin in der Kampfspielvorveranstaltung „Rheinland" gegen „Brandenburg" in der Rheinlandmannschaft zusammen mit den Turnervertretern des Kreises 8b und 9 im 110-Meter-Hürdenlaufen und im Diskuswerfen.
Weitere Veranstaltungen während des Sommers plant der F. C. mit seinen KlubMeisterschaften, die in diesem Iahre in besonderem Umfange durchgeführt werden sollen. Zunächst steigt aber vorher noch ein K l u b k a m p f F. C. P. — D. C., der durch die Gleichwertigkeit der auf beiden Seiten vorhandenen Kräfte sicher grosse Zugkraft haben wird.
Motorsport.
Die StreMe der Süddeutschen Tourenfahrt.
Die erste Etappe der Süddeutschen Tourensahrt, am nächsten Sonntag, beginnt in Frankfurt am M a in. Durch die Tau- nusberge führt die Strecke über Friedberg, Giessen, Homberg, Alsfeld, Lauterbach, Fulda, Gersfeld, Bad Brückenau. Lohr Aschaffenburg, Dabenhaufen, Langen, Gross-Gerau und dann zum Endziel der Etappe nach Mannheim.
Mannheim bildet Ausgangs- und Endpunkt der zweiten Etappe. Von Mannheim aus führt die Strecke über Schwetzingen, Heilbronn, Neckarsulm, Wertheim nach Miltenberg und Amorbach am Main. Heber Mudau, Eberbach am Neckar und Weinheim geht es dem Rhein zu, der bei Worms überschritten wird. Heber Langheim, Kaiserslautern und Neustadt am Hardt geht es nach Mannheim zurück.
Landschaftlich am schönsten ist die dritte TageSetappe. Von Mannheim aus wird über Schwetzingen, Bruchsal und Bretten Pforzheim erreicht. Heber Wildbad geht es nach Desenfeld und Baden-Baden, Bühl, Bad Aschern, Renchen und Oppenau, am Fuss des Kniebis nach dem Luftkurort Freudenstadt. Heber Sulgau, Rottweil erreicht man Oberndorf. Auf dem Weg durch den Württembergischen Schwarzwald berührt man die Städte Nagold, Calw und Siebenen, dann gebt es wieder nach Pforzheim und über Mühlacker nach Stuttgart.
Die vierte Etappe führt zum Ziel der Tourenfahrt nach München. Von Stuttgart aus über Waiblingen. Sulzbach. Hall nach Dret- tenheim. Hier überschreiten die Fahrtteilnehmer die württemdergisch-bayerische Grenze und gelangen darauf nach Rothenburg ob der Tauber. Durch das Frankenland geht es dann über Ansbach nach Nürnberg, über Neumarkt nach Beilngries, nach Kelheim und Regensburg und bon hier über Landshut und Freising nach München, das Ziel der Strecke an diesem Sage und zugleich das Endziel der Tourenfahrt.
Der SöiiEitagsfport im Mche.
Rasensport.
Das Fussballänderspiel Deutschland-Schweden findet in Nürnberg statt. Ein zweites Repräsentativsviel steigt zwischen Westdeutschland und Ostholland in Deventer. Schluss-Spiel um den Berliner Verbandspokal. Der ungarische Fuhball-Meister spielt auf einer Deutschlandreise am Samstag gegen Tennis- Borussia Berlin, am Sonntag ist der F. T. C. Budapest Gegner der Arminia Hannover. Fuh- ballänberspiel Frankreich-Belgien in Brüssel.
Im Handball ist ein Treffen des süddeutschen Meisters S. V. D a r m st a d t 9 8 und des mitteldeutschen Meisters P. S. V. Halle (der Sportler) in Darmstadt zu erwähnen.
Tennis- Turniere finden in Berlin, Bad Ems, Bad Harzburg, Stuttgart, Hamburg und Chemnitz statt.
Leichtathletik und Turnen.
Ein Sportfest, an dem Turner und Sportler teilnehmen, findet als Rheinland-Brandenburg- Turn- und Sportfest im Grunewald-Stadion statt. Leichtathletische Veranstaltungen finden ferner in Dortmund (Westfälische Kampfspiele), Münster, Düsseldorf, Wiesbaden. Kreuznach, Erfurt, Cöthen statt. Ein leichtathletischer Dreiverbands-Kampf Westdeutscher Spielverband-Turnerschaft-Hoch-
schule kommt in Aachen zum Austrag. Ein Wettkampf in den volkstümlichen Hebungen ist der Städtekampf Berlin-Kiel-Hannover in Hannover (der D. SA Leichtathletik-Vereins-Reunkampf des Südbayerischen Landesverbandes f. L. in München. Hochschul-Wettkamps Danzig-Königsberg in Sandig. Turner-Staffellauf „Quer durch Stettin". Reichsoffene volkstümliche Wettkämpfe der Surngemcinbc Heidelberg 78.
Schwimmen.
Im Mittelpunkt des Schwimmsports steht vor allem der Start der Amerikaner, des Weltrekordmannes Walter L a u f f e r und seines Klubkameraden Webb- Cincinnati, beim internationalen Schwimmfest des Poseidon-Berlin, das eine ganz vorzügliche Besetzung erhalten hat. Neben den besten deutschen Schwimmern startet auch der Nemzety Budapest mit seinen Meistern Iung. Bartha und Gaborffy bei diesem doppelten Iubiläumsfeste. dem 40- jährigen Bestehen des S. C. Poseidon Berlin und dem 25jährigen Iubiläum des Kreises I des D. S. V. Sämtliche übrigen Veranstaltungen im Reiche treten naturgemäss hiergegen zurück. Ein Verbandsoffenes veranstaltet der ö. C. Wiesbaden, wie auch der S. C. Möwe. Ebersbach in Sachsen. Kreisoffene Veranstaltungen sehen der S. V. Poseidon, Recklinghausen, der Leipziger S. C. Neptun 03, der S. und R. V. Schmalkalden und der S. V. Schwerin vor. Einen kreisoffenen Wasserballtag hält der S. V. Wetter- Ruhr ab. Ein Gaujugendfest zieht der Gau l des Kreises 3 in Peine und der D. S. V. Bremen, sowie der Gau I des Kreises 8 durch die Merseburger Schwimmerschaft auf.
Wassersport.
Unter den Ruder-Regatten ist die Grosse Grünauer bei weitem die bedeutungsvollste. weitere Regatta-Veranstaltungen in Bremen, Rostock, Dromberg. Calbe a. S.. Kassel, Godesberg a. Rh., Karlsruhe und Schwein- furth a. M.
Kanu-Regatten finden in Leipzig lKreismeisterschaften des Ober-Clbekreises), in Breslau (Kreis-Regatta des Schlesierkreises) statt. Langstrecksn-Wettfahrt des Meder-Elbekreises in Travemünde. Langstrecken-Kreismeisterschaft des Lausitzer Kreises. Internationale Kanu- uitd Kajak-Regatta in Prag.
Motorsport.
Mit der 24-Stunden-Fahrt im Taunus beginnt die Süddeutsche Tourenfahrt mit dem Start in Frankfurt a. M. Der Gau Xa Nordbayern des A. D. A. C. bringt die Würgauer Bergprüfung zum Austrag. Die Brandenburgische Dauerprüfungsfahrt ist verschoben. Bei Hannover kommt die Klubmeisterschaft der Landesgruppe Nordweft- deutschland des D. M. V. zur Entscheidung. In Wien beginnt eine internationale Alpenfahrt der Motorräder. Weitere Zuvsrlässigkeitsfayrten werden in Schleswig-Holstein und in Sachsen-Anhalt „Rund um Bernburg" abgehalten. Der Herzogliche A. C. von Braunschweig sieht einen Wettbewerb in Schierke vor.
Radsport.
Bahnrennen veranstalten Berlin, Leipzig, Mainz, Dortmund, Hannover, Moers und Düsseldorf. Radfernfahrten sind: der Große Sachsenpreis, der Große Industriepreis der Stadt Barmen, Bielefeld— Hannover—Bielefeld, Peine—Magdeburg—Peine, der Große Opelpreis von Bayern, ein 50-Kilometer- Vereins-Mannschafts-Fahren des Brandenburgischen R. B. „Rund durch Frankreich" und die Drei-Kreise- Fahrt bei Regensburg.
Schöffengericht Giessen.
* Giessen, 17. Iuni. Eine Witwe aus D. hatte nach dem Sode ihres Mannes dem Nachlassgericht ein mit ihrem Namen und dem des Mannes unterzeichnetes gemeinschaftliches Testa- mvent übergeben, durch das sie vor den anderes Hinterbliebenen stark bevorzugt wurde. Im Eröffnungstermin wurde von einem ihrer Kinder, mit dem sie uneinig ist. geltend gemacht, dcrss das Testament weder von dem verstorbenen Vater noch von der Mutter, sondern von der bei der Mutter lebenden Tochter geschrieben und unter* schrieben fei. Obwohl ihnen der Richter eingehenden Vorhalt machte, blieben beide Frauen dabei, das Testament sei echt: in dem darauf ein- geleiteten Strafverfahren bequemten sie sich zu dem Geständnis, es sei auf Wunsch des totkranken Vaters am Sag vor dessen Tod von der Tochter geschrieben. Dies war nicht zu widerlegen, so dass Bestrafung wegen Urkundenfälschung nicht eintreten konnte, da die Angeklagten aber di« falsche Behauptung von der Echtheit des Testaments gemacht hatten, um es trotz seiner Ungültigkeit aufrecht zu erhalten, erhielten sie wegen Betrugsversuchs Geldstrafen von je sechzigMark. * -7
Wegen Verführung eines noch nicht sechzehnjährigen Mädchens erhielt ein junger Bursche aus Alsfeld an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 25 Sagen eine Geld st rase von hundert Mark. Die Verhandlung fand hinter verschlossenen Suren statt.
Ein noch nicht bestrafter Dienstknecht hat sich durch eine Reihe von Urkundenfälschungen verbunden mit Betrügereien kleinere Geldbeträge erschwindelt. Strafe sieben Monate Gefängnis.
Vier Monate Gefängnis wegen Hehlerei erhielt ein oft bestrafter Fuhrmann, weil er ein paar gestohlene Strümpfe im Auftrag des bekannten „Unbekannten" an den Mann zu bringen versucht hat.
Das erste
Lusäpolizei-Ztrafmandat.
WSN. Frankfurt a. M., 17. 3uni. Die Flugpolizei hatte dem bekannten Flugzeugführer Dau m a a r t kürzlich wegen eines anged* Heben Vergehens in der Luft einen Straf« befehl zugeschickt. Baumgart, der Führer einer ^-Maschine ist, behauptet, dass er als solcher auf einer ö-Maschine berechtigt gewesen sei, einen Prüfungsflug für diesen Typ zu machen. Er erhob sich dabei 5000 Meter in die Höhe: als er landen wollte, kam ihm aber ein Wetter dazwischen, das sich einmischte, ohne vorher die Genehmigung des Reichsluftamtes einzuziehen. Er umflog die Regenböe und fuhr bireft, ohne Zwischenlandung in Frankfurt, nach dem Darmstädter Flugplatz, wo er glatt landete. Die dortige Flugpolizei kabelte sofort nach 'Frankfurt. um zu erfahren, wess Name und Art der Ankömmling sei. Von der Luftpolizei wurde ihm daraufhin ein Strafbefehl zudiktiert. gegen den er ankämpfte. Das Gericht erklärte sich ausserstande, die Frage zu klären und ersuchte das Reichsflugamt in Berlin um ein G u t achten. **
Sprechstunden der Redaktion.
Besuche können nur in der Zeit von 1 2 b i 5 1 Ahr mittags und 5 bis 7 Ahr nachmittags auf
Annahme rechnen.
Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen.
Nachdruck verboten.
15. Fortsetzung.
prachtvollen
5188a
0.58 1.50
Der dritte Schutz
Kriminalroman von Ole S t e f a n i.
Sandberg kreuzte die Arme auf der Brust und sah den Polen durchdringend an. Auf einmal sagte er scharf:
„Sie Dummkopf!"
Empört zuckte Molinski zusammen. Aber scharf akzuentiert fuhr der andere fort:
„Danken Sie Gott, daß Kramer die Kugel noch nicht untersucht hat, die im Brustkorb des Alten sitzt!"
„Was geht das mich an!
„Sollten Sie wirklich nicht wissen, wie sehr es gerade Sie angebt?"
„Nein!" Molmski stampfte wütend mit dem Fuß auf.
„Sollten Sie wirklich nicht ahnen, aus welcher Waffe die Kugel stammt?"
Bleich, fassungslos starrte Molinski den spöttisch Lächelnden an ...
Wortlos drehte sich Sandberg um und ging zu den anderen zurück, um sich zu verabschieden.
„Aber warum bleiben Sie denn nicht?" bat der Weinhändler.
„Ich habe es sehr eilig, Esser, es geht beim besten Willen nicht!"
„Dann bring' ich Sie noch ein Stück!"
,Lch auch!" sagte Schulz, liebenswürdig und unermüdlich.
Sandberg dankte ihm mit einer, wie es dem Beamten scheinen wollte, ironischen Verneigung. Sie gingen alle drei stumm miteinander.
Dann trennten sie sich. Als Esser sich zum Gehen gewandt hatte, reichte der Architekt zur Verabschiedung Schulz die Hand.
Auf einmal fühlte der, wie Sandberg seine Hand festhielt, während er leise und eindringlich sagte: „Ich habe den Kommissar jedenfalls nicht erschossen, Herr Ingenieur Beyer aus Berlin!"
III.
Schulz sah dem mit schnellen Schritten sich Entfernenden in sprachloser Verwirrung nach.
ÄJjj T E $ 8 Ml zuKleidern,in nur neuen
modernen Dessins, M.
Dann faßte er sich und begann zu überlegen. Es mar klar, daß Sandberg ihn durchschaut hatte und über seine wirkliche Funktion und den Zweck seines Aufenthaltes nicht im Zweifel war. Und daß Sandberg sich ferner — aus irgendeinem Grunde — nicht gescheut hatte, ihn das wissen zu lassen ... und zwar — wie Schulz fand — in einer verblüffend eindeutigen Weise.
Er beschloß, Sandberg nachzugehen. Aber auf einem Umwege.
Wofür er zwei Gründe hatte: Erstens, um nicht gesehen zu werden, zweitens einer kleinen Besorgung halber. Wo das Holzhaus lag, welches Sandberg bewohnte, und wie es eingerichtet war, hatte er inzwischen in Erfahrung gebracht. Jetzt lief er eilig nach dem Postamt des Ortes, wo er sich dem Telegraphisten gegenüber legitimierte und mit ihm eine kurze Unterredung hatte. Als er wieder heraustrat, trug er sorgsam ein flaches, längliches Lederkästchen in der Hand. —
Inzwischen hatte sich Molinski von der Beftür- zung, die ihn bei Sandbergs Worten befallen hatte, erholt. Er strich sich über die Stirn und sah mit gequältem Ausdruck nach der Villa hin. Dann ging er langsam durch den Garten. An der Tür ballte er die Faust nach der Seite hin, wo Sandberg fortgegangen war, und murmelte einen Fluch durch die fest zusammengebissenen Zähne.
Wie um nicht gesehen zu werden, ging er leise und hastig um das Haus herum und durch den Hmtereingang hinein — mit einer gespannten und angstvollen Miene: als suche er etwas, was zu finden er sich fürchtete. —
Das Holzhaus lag ein gutes Stück Weges oberhalb des Ortes — durch eine Telephonleitung mit ihm verbunden. Dort, wo der Draht durch ein kleines Birkenwäldchen lief, verborgen vor menschlichen Blicken, saß Schulz. Er hatte einen Mikrophonapparat parallel an die Leitung angeschlossen und an jedes Ohr einen Hörer gedrückt. Schon eine Stunde lang saß er bewegungslos.
Die Nachmittagssonne schien, die Bienen summten um ihn, und Schmetterlinge flatterten über das hohe Gras. Kein Laut unterbrach die friedliche Stille, nur ganz in der Ferne, vom Strom her, hörte er das langgezogene Tuten eines Rheindampfers.
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Endlich wurde seine Geduld belohnt. Er preßte die Hörer fester an und lauschte.
Ein starkes Summen war im Apparat vernehmbar, das sich wiederholte und mit scharfem Knacken schloß. Dann sagte eine Stimme:
„Hier Sandberg."
„Guten Tag. Hier ist Stübner."
„Endlich! Ich warte seit einer Stunde auf Sie. Die Luft ist hier dick geworden, Sie können heute nacht nicht Herkommen!"
„Ach du lieber Gott ... Ja, was machen wir denn da?"
„Seien Sie um zwei Uhr auf der Insel. Paul ei wartet Sie mit einem Boot am Ufer."
„Gemacht. — Wieviel soll ich mitbringen?"
„Bleibt wie verabredet. Also zwei Uhr Gr^fen- werth!"
„Ich habe verstanden. — Was ist denn bei Ihnen passiert?"
Es erfolgte keine Antwort. Schulz lauschte gespannt.
„Hallo — sind Sie noch da — Sandberg?"
Es summte im Draht, ohne daß er den Ton einer menschlichen Stimme wiedergab.
Der Mann, der sich Stübner genannt hatte, rief noch ein paarmal den Namen des Architekten.
Plötzlich ertönte in scharfem Ton das Wort: „Besetzt!"
Es knackte im Apparat, als wenn einer der Teilnehmer den Hörer eingehängt hätte. — Schulz machte ein verwundertes Gesicht und blieb noch eine Viertelstunde sitzen, obwohl es ihn drängte, die erfahrenen Dinge dem Rechtsanwalt Kramer mitzu- teilen. —
Er sah währenddessen den Mann nicht, der unweit des Holzhauses hinter einem Steinblock kauerte und mit einem Feldstecher den Telephondraht bis zum Birkenwäldchen verfolgte. Da legte er den Kopf auf die Seite und beobachtete lange.
Dann setzte er das Glas ab und lacht ironisch: „Aha — das hab' ich mir gedacht."
Worauf er ins Holzhaus zurückging. —
Schulz kam hastig in das Zimmer des Telegraphisten gestürzt. „Dank für den Nebenhörer!" sagte er atemlos, den Lederkasten auf den Tisch legend.
„Bitte setzen Sie sofort einen Mann an die Leitung Sandberg. Er soll jedes Wort stenographieren, das gesprochen wird. Im Auftrage der Kriminalpolizei!" Und stürzte wieder fort.
Bei seiner Rückkehr fand er Kramer im Garten. Ihn beiseite ziehen und ihm überfprubelnb das Gehörte mitteilen, war eins.
Kramer geriet in freudige Erregung. „Endlich etwas zu tun!" rief er aus. „Gott sei Dank! Zwei Uhr Grafenwerth. Sehr schön. — Ich fürchte, das Rendezvous Sandberg-Stübner wird nicht ganz ungestört bleiben. Lassen Sie sofort die Gendarmerie verständigen." —
Nach einer halben Stunde beugten sich drei Männer über eine Karte des Rheines von Köln bis Mainz: der Rechtsanwalt, Schulz und der ©enbar- meriewachtmeifter Dietzenschmidt.
„Also abgemacht!" sagte Kramer. „Um elf Uhr hält der Motorkutter vor Rheinblick. Dort erwarte ich Sie mit Schulz. — Schicken Sie uns um neun Uhr pünktlich das Boot und gleichzeitig auf dem andern Rheinufer das Auto. Jetzt ist es halb sieben, lassen Sie uns etwas Tüchtiges essen, nachher kommen wir nicht dazu."
Vor der Tür stieß er auf Molinski, der auf ihn gewartet hatte.
„Sie haben heute etwas Großes vor! Lassen Sie mich dabei fein, ich bitte Sie herzlich!"
„Schön!" sagte Kramer etwas nervös. „Sagen Sie dem Wachtmeister, er darf Sie mitnehmen. Lassen Sie sich aber eine Waffe geben. Können Sie zur Not ein Auto lenken?"
„Ich habe oft gefahren!"
„Gut."
Um neun Uhr, Kramer und Schulz waren im Begriff, aufzubrechen, brachte ein Mann vom Go- desberger Postamt die Nachricht: Sandberg hätte wiederholt die Nummer Aachen 395 verlangt, ohne daß sich der dortige Teilnehmer gemeldet habe. Nach dem Telephonbuch sei das die Nummer eines Aachener Kaufmanns Joseph Stübner.
„Stübner? ... Stübner?" sagte der Wachtmesster Dietzenschmidt. „Zum Donnerwetter — ja, das ist ein * berüchtigter Schieber. Hat ein Jahr wegen Schmuggelns in großem Sttl gesessen."
(Fortsetzung folgt.)
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* e f.nr. Sein vernuns Sf» DeraW MchgüM mem stellen mag. mnm gegenüber jenen gc Zuständen bedeutet Deutschland gE Nach meiner AW führung der Dm-n vollkommen reifes aus. das auch m- Desugniffen. die, a! keinem anderen ~ sind, den Gebrauch ftaatspolitischem De und wohlverstanden. Der Dvlksentso erstenmal aus ®ru' sich gehen soll. M dafür zu fern, dÄ die Verfassung ch richtig anzuwende
Der zunächst brachte Antrag a Enteignung d stenhäuser, der rid Konfiskation des Klasse von Staats der Antragsteller eben die jetzige stac lehnen, ebenso wie tums. Die Dermöj Teils der Bevöller lich den Anfan Entwicklung. Die: tisch ehrlich genuc geben. Dafür liege von denen ich nu Abgeordnete Dr. E munistenpartei in Landtag, also ganz Enteignung erst dur 'Beg vssm, das g tum zu enteign dm ackern-, boä e
Leider hat au< Deutschlands, die glaubt, sich aus - den Kommunisten fallen. Ihr anfän bei einer, wie de hin demokratischen ^ar. hat sie mit Wahlermasse bei sc Gefangene ihrer tvirtschaftlich falsch wr gezwungen, @i pueren, die natur Mg nicht standha geradezu ungeheuc
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