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S' In,3; ^ftrieb- 6 Uhc, '» 5 Sch°e>ne. Ls wurden lnste Mnslkälber 65 bis 70 Mk - «ste Saugkälber 66 bis 64 Mk ' 6 flute Saugkälber 48 bis 55 Uflkälber 49 bis 45 Mk. - ner und Masthämmel 45 bis !ias>hänimel und Schafe 36 bis me: vollsleifchige von 80 bis 15 81 Mk.; unter 80 Kilogramm 100 bis 120 Kilogramm 75 bis 150 Kilogramm 77 bis 80 Mk/. 50 Kilogramm 75 bis 79 Mk., geschnittene Eber 60 bis 70 Mk. vt und Echase bei regem, und nem handel ausverkaust.

Produktenbörse.

Juni. Äach-em vormittags n "Bureau zu Iureau fki« Weizen und Roggen vor- i Tbeginn die schm Hui* iMMchen Wnzm. Rvg- ächrr, da man vielfache Klage an der neuen Ernte bei dem Setter nicht mehr voll aner- ir ein Verzögern aber nicht wartet. Diese Stimmung »crs am Lerminhandel aus. Sichten für Roggen leicht be- äterliegende Sichten bei ganz ihren letzten Kursstand nicht unten. Weizen unverändert. Ochen Früchten ist Hafer ruhig merhin preishaltend, .ebenso >n zeigen sich wenig verändert, len pro 1000 Kilo. W j; Sommergerste

5 bis 183; §afer marl 19 e;i0' Weizenmehl 37,23 die «75 bis 27,25; M* i« biß 1140; Viktonaerbsen

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M. HO (Elftes Blatt

176. Jahrgang

Sreitag, 18. Juni 1926

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

Vrvck und Verlag . vrühl'sche UniverfilLtr-Such- mrd Steht&rnrferei L Lange in Sieben. Schnftleltimg und Seschäftrstelle: Zchulstrahe 7.

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preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlnmschein; für den An­zeigenteil § ans Füstel, sämtlich in Dietzen.

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Die englisch-russischen Beziehungen.

Eine Rede Balfours im Oberhaus.

London, 17. 3unt (WTD.) 3m Ober­haus« fand heute die Erörterung der russi­schen Geldsendungen für die briti­schen Bergarbeiter statt. Lord Rewton erklärte, es sei seltsam, daß die englischen Berg­arbeiter sich bereit erklärten, Geld von ihren unglücklichen und schlechtbezahlten Kollegen in einem anderen Lande abzunehmen. Lord Rewton nannte die russischen Geldsendungen eine offenkundige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Englands. Er fragte, welche Vorteile man von der Aner­kennung der Sowjetregierung gewon­nen habe. Die amerikanische Regierung habe nie­mals die Sowjetregierung anerkamtt, trotzdem sei die Lage der Amerikaner in Ruhland besser, als die der Engländer. Es sei nicht erstaunlich, dah viele Leute das Vertrauen verlieren und einen Abbruch der Beziehungen verlangen. Lord Balfour, der für die Re­gierung erwiderte, sagte, er stimme mit dem positiven Inhalt der Erklärungen Rewtons im aUgmenten überein.

Lord Balfour fuhr fort, die russische Re­gierung wünsche die Weltrevolution. Der Zweck der Geldsendungen sei der ganz klar zuge­gebene Wunsch, diese Revolution hervorzurufen. Was jedoch die Frage des Abbruches der Beziehungen betreffe, so sei es zweierlei: Keine Beziehungen haben oder sie abzubrechen, wenn man sie habe. Der Abbruch der Beziehun­gen bringe deutliche Gefahren mit sich. Bringe er aber irgendwelche deutlichen Vor­teile mit sich? Er könne solche nicht sehen. Rach seiner Ansicht mühte man, bis die Lage sich gut entwickele, (und er habe die ernste Hoffnung, dah sie dies tun werde), diplo­matisch wie bisher verfahren. Die Lage in der Welt erfordere im gegenwärtigen Augen­blick Vorsicht in allen diesen inter­nationalen Fragen, und daher sei er, bis dies bewiesen werden könne, dah ein klarer Vorteil durch eine Aenderung der brittschen formellen Beziehungen mit Ruhland erzielt wer­den könne, dafür, die Dinge so zu lassen, wie sie sind. Lord P a r m o o r stimmte Bal­four in seiner Weigerung, den Anregungen Rew­tons stattzugeben, vollkommen zu. Auch Lord Emott begrüßte warm die Erllärung Balfours.

Das Unterhaus über die russischen Gelder. London, 18. 3uni (TTl.) Der Innen­minister bestritt am Donnerstag im Unter« Haus die Rlchtigkeitdervonderrussi- schen Regierung aufge st eilten Be­hauptung, dah sie sür den Export von Kapital aus Rußland zur Unterstützung desGeneralstreiks und desBergarbei- terauS st andeskeineVeran't Wortung trage. Die erste Summe in Höhe von 26 400 Pfund sei direkt an ein Londoner Bankhaus ge­sandt worden, indessen wurde die Annahme von der englischen Gewerkschaft ver­weigert. Zwei weitere Beträge in Höhe von 175 000 und 25 000 Pfund seien auf dem Wege über die Deutsche Bank in Berlin bzw. eine amerikanische Dank in London angewiesen wor­den. Von diesen beiden Beträgen seien 100 000 Pfund dem englischen Gewertschaftskongreß von Moskau aus zur Verfügung gestellt woü>en.

Nach dem englisch-russischen Notenwechsel.

London, 17. Juni. (TU.) WieDaily E x - preß" berichtet, ist das englische Kabinett her Ansicht, daß ein diplomatischer Bruch mit Rußland sich unter den gegenwärtigen Um« tänden nicht rechtfertigen ließe. Man sei aber entschlossen, zwischen diplomatischen Vertretern und Vertretern russischer Handelsorganisationen in Zukunft sorg- iältig zu unterscheiden. Die bisher den Ver­tretern russischer Handelsdelegationen gewährten diplomatischen Privilegien würden in Zukunft sehr eingeschränkt werden. Die Behörden würden sich alle Rechte für eine sorgfältige Prüfung der Anträge auf Gewährung von diplomatischen Vössen und Privilegien Vorbehalten.

Moskauer Kundgebungen gegen die britische Note.

Moskau, 17. Juni. (WB.) lieber 300 000 Ge­werkschaftsmitglieder nahmen an einer Kundge­bung gegen die britische Noto teil, die beute nachmittag mit den Losungen stattfand: .Hände weg von den Sowjctgewerkschasten!",Wir werden auf Solidarität mit den Arbeitern anderer Länder nicht verzichten!",Wir weisen eine Ein« nischung in die inneren Angelegenheiten der So­wjetunion zurück!" usw. In Betriebs' und Straßen- ursammlungen wurden nach Ansprachen der Ge­werkschaftsführer Entschließungen in obigem Sinne gefaßt.

Vie Folgen des Streiks.

London, 18. 3unt (WTB.-Funkspruch.) Den Blättern zufolge sind gestern Mitteilungen iber eine weitere Verminderung der Belieferung mit Kohlen und eine wei­tere Verminderung der Gasbeliefe- a u n g für den Hausgebrauch bekanntgegeben Druden, Die Bestellung der schwedischen Staats-

Die französische Regierungsbildung.

Um das Kabinett der nationalen Einigung.

Die Stellung der Sozialifteu.

Paris, 17. Juni. (TU.) Der Versuch Sri« ands, eine neue Regierung zu bilden, ist durch die Entschließung des Kongresses der Radikalsozialisten stark gefährdet worden. Er nahm mit großer Mehrheit folgende von Chautemps eingebrachte Tagesordnung an:

»Der ftongrefj der Radikalfozlalisti- schen Partei erklärt sich bereit, unter den schwie­rigen gegenwärtigen Verhältnissen seine pflich­ten gegenüber der Republik zu erfüllen. Er verwirft alle den Gefühlen des republikanischen Landes widersprechenden Bestrebungen, jeden politischen versuch, der unter dem Deck­mantel der nationalen Einigung zum Ziele hat, die Macht einer Minorität auszu­liefern. Dagegen ist der Kongreß entschlossen, eine demokratische Regierung zu unterstützen, die die Einigung der Parteien auf em starkes Programm des finanziellen Wieder­aufbaues herstellt."

Die Entschließung der Radikalsozialisten hat zur Folge, daß Herriot unter Berufung auf den Beschluß des Kongresses ein« Berufung in das Kabinett Briand ablehnen wird. Dagegen wird sich Herr io t wahrscheinlich, falls er vom Präsidenten dazu berufen wird, bereit erklären, selb st ein Kabinett zu bil­den. Staatssekretär Danielou, der sich aus­führlich über die Absichten Briands bei der Ka­binettsbildung äußerte, erllärte gestern, Briand werde versuchen, unter formeller Zustim­mung aller republikanischen Par­teien der Kammer und des Senats, von den Sozialisten bis zu den Rechtsrepublikanern «in Kabinett der nationalen Einigung zu bilden. Er habe die feste Hoffnung, daß ihm dies gelingen werd«. Wenn jedoch dieser Plan nicht durchzuführen sei, dann werde Briand ein Kabinett bilden, in das die repräsentativsten Persönlich keilen der verschiedenen Parteien eintreten. Unter seinen Mitarbeitern wären P a i n l e v 6 und L e h g u e s zu rrennen, ferner politische Persönlichkeiten wie T a r d i e u. Auf alle Fälle aber habe Briand die Absicht, von der Kammer volles Ver­trauen und alle Vollmachten zu fordern. Vermutlich werde er von der Kammer eine Frist von sechs Monaten fKr die Durchführung der Franken sch la ch t verlangen.

Ebenso wie die Radikalsozialisten haben die republikanischen Sozialisten gestern abend eine Entscheidung gefällt, die sich ge­gen die Bildung eines Kabinetts un­ter Einschluß der Rechtsparteien wendet. Die Derwaltungskommission hat eine Entschließung angenommen, in der die Abgeord­neten aufgefordert werden, dafür zu sorgen, daß bei der Abstimmung im Parlament die Partei- Parole befolgt wird. Die Abgeordneten werden weiter aufgefordert, ihre Mitwirkung an jeder Regierung zu verweigern, die nicht eine Politik auf Grund der Links­mehrheit vom 11. Mai 1924 betreibt.

Noch keine Lösung.

Paris, 17. Juni. (TL1.) Briand hat heute nachmittag um drei Llhr die Beratun­gen über die Regierungsbildung wieder ausgenommen und zunächst den Senator 6arr aut, den Botschafter in Angora, emp­fangen. Vorher erllärte Briand Pressevertretern, er werde er st gegen Abend klar sehen, wenn

er seine Beratungen abgeschlossen habe und werde sich nur dann zum Präsidenten der Republik begeben, wenn er etwas Wich­tiges mitzuteilen habe. Briand betonte nochmals ausdrücklich, daß es sich nicht um eine Parteifrage, sondern um eine Programmfrage handele. Für das Pro­gramm müßten die richtigen Männer gefunden werden. Er weigere sich ein Kabin ett ^usammenzu st eilen, das nur eine Täu­schung bedeute. Wie in der Kammer verlautet, hat Briand bei seinen Besprechungen heute morgen mit Herriot und Poincar6 , sowie mit den Sozialisten die Personenfrage und die Frag« der Besetzung der einzelnen Ministerposten er st in zweiter Linie berührt. Alle Persönlichkeiten, die sich mit Briand unterhielten, hatten darauf hingewiesen, daß man zunächst ein Finanzprogramm Herstellen müsse, das die Zustimmung der ver­schiedenen Parteien sinden könne. Briand dürfe nicht vor morgen den Präsidenten der Republik von dem Ergebnis seiner Bemühungen unterrichten. Wie verlautet, soll Herriot die akttve Mitarbeit an dem Kabinett Briand end- aültig abgelehnt, dafür aber die wohlwol­lende Tlnterstühung Briands bei der Kabinettsbildung zugesichert haben.

Der heutige Tag hat, wie vorauszusehen war, nochkeine Lösung der Kabinetts­krise gebracht. Die parlamentarische Lage ist noch nicht so weit gellärt, daß man mit Gewiß­heit sagen kann, ob die Bemühungen Briands scheitern oder Erfolg haben werden. Poincare weigerte sich, den Journalisten irgendwelche An­gaben über den Stand der Verhandlungen mit Briand zu machen. Es scheint festzustehen, daß Briand nicht nur für den Fall, daß Poincare und Herriot ablehnen, sondern auch für den Fall, daß einer von beiden ablehnt, seinen Auftrag an den Präsidenten der Republikzurückgeben wird. Gegen 6Tlhr traf Darthou in Begleitung von Franklin Bouillon am Quai d'Orsay ein. Die soziali­stisch« Gruppe hat noch keine endgültige Ent­schließung gefaßt. Man war sich lediglich darüber einig, erst das finanzielle Programm der kommenden Regierung abzu­warten, bevor man irgendwelche weittragen­den Beschlüsse faßt. Auch die Radikalen kamen Iu einem ähnlichen Ergebnis, indem sie das inanzielle Programm der Regierung ür ausschlaggebend erklärten. Ein Mit- glied der radikalen Linken erllärte heute, daß seine Freunde, falls das Ministerium der nationalen Einigung nicht möglich sei, eine Regierung der republikanischen Konzentration von Herriot bis Dokanowski unter Ausschluß der Gruppe Marin ins Auge faßten. Infolge der unge­klärten Lage ist der Franken heute wieder gefallen.

Poincars Finanzminister?

Paris, 17. Juni. (TU.) Briand hat heute früh eine längere Besprechung mit Herriot ge­habt, über deren Ergebnis noch keine zuverlässigen Angaben oorliegen. Die Bewegungsfreiheit H e r r i o t s ist durch die gestrige Resolution des radikal-sozialistischen Kongresses beträchtlich eingeschränkt Es liegt die Frage nahe, wie weit die Grupe Marin eine ausreichende Mehrheit erreichen könne, ohne daß die Sozialisten zur Unterstützung des Kabinetts herangezogen wer­den. Die aktive Mitarbeit Poincarös an dem neuen Kabinett kann als gesichert be« trachtet werden. Darin liegt das erste greifbare Ergebnis der Bemühungen Briands. PoincarS hat im Laufe des Dormitatgs eine längere Aussprache

mit dem Ministerpräsidenten und im Anschluß daran im Finanzministerium eine dreioiertelstündige U n terredung mit P6 r e t gehabt. An seinen Ein­tritt in das Kabinett hat PoincarL weitgehende Forderungen geknüpft, so u. a., daß ihm zur Durchführung seines Finanzprogrammes absolute Vollmacht durch das Parlament übertragen werde. Briand hat diese Forderungen angenom­men. Poincars und Herriot werden heute nachmittag noch einmal mit Briand zusammen« kommen. Im Laufe des Bormittags waren auch Marin und Leo Blum beim Ministerpräsidenten. Französische Blätterstimmen

zur Regierungsbildung.

Paris, 17. Juni. (Wolff.) DasOeuvre" wendet sich dagegen, daß man jetzt Männer des nationalen Blocks durch Berufung in die neu zu bildende Regierung damit beauftrage, die von ihnen früher begangenen Fehler einer zu weit­gehenden Zentralisierung wieder jjut zu machen und schreibt: Hinsichtlich der äußeren Politik wird man eines Tages Porncarä den Prozeß machen müssen. Wie kann man dann ibn oder andere Männer des nationalen Blocks jetjt als Rationalgarden verkleiden, um sie zusammen mit Republikanern unter dem Befehl ein- und des­selben TlnteroffizierS manövrieren zu lassen? Das wäre eine Posse.

DerQuvtidien" wendet sich gegen die Absicht Briands, Pviucares und Herriots Mit­arbeit zu gewinnen. Herriots Stärke liege nicht nur in seiner Person, fonbern auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der stärksten Partei in der Kammer. Poincare würde mit einem eigenen Programm in das Ministerium Briand eintreten und nicht zulassen, daß auch nur ein Artikel davon abgeänüert werd«. DeHalb wäre es falsch wenn Briand Poinccrrs in fein Kabinett Äe, denn dieser würde sich des Steuers be­igen. Drimch könne nicht das Wunder voll­bringen, den nationalen Block und das Kartell zu versöhnen. Er könne aber ein eigenes Mini- ftelnrm bilden, wenn er ein Programm habe. Die Zukunft gehöre dem Mann, der sich mit einem fertigen Plan vorstelle und bereit sei, ihn zwar ohne Brutalität, aber auch ohne Schwäche durchzuführen.

DerRadical?' schveibt: Die radikale Par­tei muß daS wesentliche Element der Mehrheit fein, auf das di« neue Regierung sich stützt.

Zur Aufnahme der französischen Regierungs­krise in Deutschland schreibt derTemps", man hatte erwarten könnSn, daß die deutsche Presse die ftanzösische Kriset in einem Geiste ausbeutete, der besonders Zeugnis ablegen würde für Deutschlands, aus den augenblicklichen ihn Rauben em Urteil zu ziehen. Man müsse der Wahrheit gemäß anerkennen, so erklärt das Blatt, daß, ab­gesehen von den Organen der Rech­ten, die deutsche Presse bis jetzt Mäßigung und Takt bewiesen habe. Ihre Hauptsorge scheine zu sein, sich darüber Rechenschaft abzulegeu, ob der Wechsel des Ministeriums in Paris und die Orientierung der französischen Politik hinsicht­lich der Durchführung des Locarno-Der- träges einen Antrieb ausüben werde oder nicht. Briand, der das Werk von Locarno ge­schaffen habe, fei stets zur Stelle, um es zu verteidigen. Frankreich achte seine Unterschriften, die die ganze Ration verpflichtete. Wie auch die kommende Regierung aussehen werde, sie werde sich stets von den eingegangenen Verpflichtungen leiten lassen, um fn aller Loyalität eine Ent- spannungs- und Annäherungspolitik auf inter­nationalem Gebiete zu beweisen.

eisenbahnen von 250 000 Tonnen für Juli-Oktober sollen laut Blättermeldungen an westfälische undschlesische Gruben gegeben worden sein. DerDaily Mail" zufolge haben die Bergleute bisher eine Einbuße von 24 Mil­lionen Pfund Sterling erlitten, während der Ausfall an Kohlen 3 7,5 Millionen Tonnen beträgt. Bisher seien aus dem Aus­lande etwa 2 5 0 000 Tonnen Kohlen nach Eng­land eingeführt worden.

Die Bedingungen der Verg- werksbesitzer.

London, 17. Juni. (TU.) Das Zentral­komitee der B e r g w e r k s b e s i tz e r - Ver­einigung hielt heute in London seine Jahres­versammlung ab. Die Grubenbesitzer bereiten die Wiederaufnahme de.r Arbeit in den Bergwerken vor. Sie wollen alle Grubenbezirke in dre i K a t e- gorien einteilen: 1. in Bezirke, in denen keine Lohnherabsetzung ftattfinben soll, 2. in Be­zirke, in denen die Löhne um fünf bis zehn Prozent herabgesetzt werden sollen, und 3. in Bezirke, in denen alle Löhne um rund zehn Prozent herabgesetzt werden sollen. Die Grubenbesitzer werden, wie es heißt, alles tun, um möglichft viele Bergwerke in die erste Kategorie einzureihen und den Bergarbeitern die W i ed e r a u f n a h m e d e r A r« beit so leicht wie möglich zu machen. Auf die Kategorien zwei und drei sollen j e d i e H ä l f t e der übrigen Gruben entfallen. In der Haupt­sache handelt es sich um die A u s f u h r b e z i r k e, die infolge ihrer großen Unrentabilität in Gruppe 3 emgerelht werden sollen. Hier erachtet

man außer der Rückkehr zum Acht stunden« t a g auch eine Reduzierung der Löhne um mindestens zehn Prozent für unvermeid­lich. In Kreisen der Grubenbesitzer glaubt man, daß die neuen Bedingungen eine große Anzahl von Bergarbeitern zur Wiederaufnahme der Arbeit bewegen werden.

Neue5chWierigkeiien in Aegypten

L 0 n d o n, 17. Juni. (IU.) Im ägyptischen Senat kam es gestern, wie aus Kairo berichtet wird, wegen eines Antrages zu erregten Sze­nen, nach dem die unter dem Kabinett Sir - war Pascha entlassenen Bürgermeister wieder in ihr Amt eingestellt werden sollten. Der Brief Lord Lloyds an den bisherigen Ministerpräsidenten Sirwar Pascha, in dem der Dank der englischen Regierung für die wertvollen Dienste, die Sirwar Pascha während seiner Amtszeit im Interesse der englisch-ägyptischen Beziehungen geleistet hat, ausgesprochen wurde, ist in der ägyp- rischen Presse sehr ungnädig aufgenom- men worden. Die Zeitungen der Liberalen und der Wafdpattei veröffentlichen heftige Attikel, in denen Sirwar Pascha als Verräter bezeichnet wird. Auch die englische Regierung und der eng« lische Oberkommandierende werden scharf angegriffen.

In englischen Kreisen in Kairo ist man der Auf­fassung, daß sich diese Haltung der Regie« rungsorgane mit den vor einigen Wochen ab­gegebenen Erklärungen amtlicherfeits, dag die neue Regierung gute Beziehungen zu England herzustellen wünsche, nicht verein­baren laste. Lord Lloyd ist gestern abend von Palästina nach Kairo zurückgekehtt. Rach dem I

Daily Exp r e ß" hat König Fuad wegen bet unsicheren politischen Lage seine Reise nach England bis zum Oktober verschoben.

Die Konferenz der Kleinen (Entente.

Ratifizierung der Dcfensivverträge.

B l e d (VeldeS), 17. Juni. ($11.) Der ru­mänische Auhemnynister Mitilineu und der tschechische Auhenpllnister Dr. D e n e s ch trafen heute vormittag in Bled ein und wurden von Ä i n t s ch i t s ch alif dem Bahnhof begrüßt. Die erste Besprechung der Minister begann um 11 Uhr vormittags. Behandelt wurden Fragen der allgemeinen Polittk. In der Rachmittagssitzung standen die Berichte über die Arbeiten der Q^er- sassungskoinmission des Völkerbundes zur Er­örterung. Wi» aus bester Quelle mitgeteitt wird, hat D e n e s ch geäußert, dah er am Samstag bereits nach Prag abreifen werde. Seine Erklärung habe großes Aufsehen bei sei­nen Kollegen hervorgerusen, und man befürchtet, dah die Konferenz damit zur Ergebnis­losigkeit Deazrteilt sei.

Die Tschechoslowakei, Rumänien und Jugo­slawien haben am 14. d. Mts. in Bukarest einen Grundvertrag zur sog. Kleinen En­tente bzw. das Defensivbündnts zwi­schen den drei Staaten auf drei Jahr« verlängert. Die beftebenden M i 1 i t ä r Ver­träge zwischen Jugoslawien und der Tschecho­slowakei, die schon abgelausen sind, und zwischen Jugoslawien und Rumänien, die mit dem 1. Ok­tober ablaufen, die keinesV5egs gleichbe-