Einzelbild herunterladen

&es ^di v? >° gering tttlt Ärelsnnf'r

Strafe r wegen 6ti Dater nehf 3000 Mg

t>|. Lill Wahres wird gebäudes notMndig, d TchAer niä

bl -er bett, die < betriebe den Erfolg, Jrfeöorf bk Mrpreis fx pr^en -reis dürste.

Rit

SÄ,1

D-- fe?

Kreistag sterbuw riffii «Md® ML "U-'lur n er allen n

heroorzugehen, daß stark in jbm das (Gefühl des Schauspielers wirkte, der in vorzüglicher Maske vor das Publikum tritt. Und Villers war ein Virtuos. In feiner Maske sich bewegend, gefiel er sich, genoß er sich, erhöhte sich das Gefühl seines Daseins, wenn er mit empfangenen Wirkungen wirken konnte.

Seine Erscheinung verweist auf das Thema Dilettantismus. Ein weites Fejd.Weil der Dilet­tant" hören wir Goethes mahnende Worte,seinen Beruf zum Selbstprodnzieren erst aus den tffllrfnp gen der Kunstwerke auf sich empfängt, so verwechselt er diese Wirkungen mit den obiektivssn Ursachen und Methoden und meint nun den Empfindungszustand, in den er versetzt ist, auch produktiv praktisch zu machen; wie wenn man mit dem Geruch einer Bfume auch die Blume selbst hervorzubringen ge­dächte." Nach einigen Versuchen, die mißlangen, trachtete Vkllers nicht mehr nach der Blume, er freute sich an dem Glanz der Erscheinungen, die er vorfand. Das ist Resignation, aber es'ift das Sich- bescheiden des aristokratischen Lebensmeisters, der den Wettlauf der Menge nach Erfolg, Ruhm und Geld verachtet.Alle Produktion ist doch zuletzt An­rede, ein geistiges Tauschverhältnis," schreibt er, Ausgabe ohne Einnahme aber führt zur Erschöp­fung." Noch nie hat ein Künstler seine Mission als erschöpfendes Tauschverhältnis empfunden.

Wir wissen jetzt ein wenig mehr von diesem Visiä (tpie er sich manchmal unterschreibt) und wunhern uns nicht mehr, in ihm einen Virtuosen des Briefes zu finden- »Er hatte", urteilt einer seiner Freunde,ersebt, was sonst die Existenz von hundert Menschen ausfüllt." Einer schöpferischen Natur hätten diese Erlebnisse hundertfache Frucht getragen Villers war es genug, sich jn ihnen zu spiegeln. Dem Sprößling aus rpmanstchem Geschlecht lag die Empfindung für die Form tief im Blut; man weiß, wie stark die überwuchernde Ausbil­dung der Form zu verwirren, wie sie Gehalt und Stärke vorzutäuschen vermag: was die Position des Künstlers schwächt, stärkt die des Briefschreibers. Er muß ein Fanatiker her Mitteilung gerne en fein- »verehrte Gräfin, nun Sie fort sind, kann man doch endlich einmal ein vernünftiges Wort mit Ihnen reden". Die scherzhafte Anrede gewinnt im Zusam- menhqngr tiefe Bedeutung.

ähnelnder, aber dunkel gefärbter Schädling auf den mit Dickwurz ausgestellten Beeten, Grabgärten und Aeckern anrichtet. Noch vor kurzem prächtig stehende Pflänzchen sind nun, da die Wurzeln ab ge­fressen sind, der Vernichtung anheimgefallen. Es wird nicht nur in mancher Landwirtschaft Mangel an Setzpflanzen eintretssn, sondern auch der nun ausbleibende Erlös der sonst nach dem Vogelsberg gelieferten Setzlinge wird in unserer geldknappen Seit einen spürbaren Ausfall bedeuten.

Ib. 21 u 5 dem Niddatal, 17. Mai. Eine nicht besonders angenehme Überraschung wurde dieser Tage den Losholze mpfängern bereitet, die jetzt schon, nicht erst wie früher am 30. Juni, die Anforderungszettes über das Losholz - gelb erhielten. Die Preise schwanken je nach Zu­sammensetzung bes Loses, zwischen 30 unb 40 M. Da niemanb auf bie frühere Fälligkeit bes Geldes eingerichtet war, gingen am ersten Fälligkeitstage nur geringe Beträge ein.

Bad Sqlzhausen. 17. Mai. lR e - form-Wettfingen des Sängerbunds ,.M ittleres Biddata l".) Ein kühler Mai- sonntag. von regenfeuchten Winden beherrscht, führte gestern die Vereine des ..Mittleren Niddatalsängerbunds" in den Konzert­saal unseres idyllisch gelegenen Badeortes, im friedlichen Wettstreit ihr gesangliches Können zu messen. Als Preisrichter waren zugezogen die Musiklehper B l a ß - Gr.-Linden und Samper ° Darmstadt. Jeder der 10 Bundesvereine fang den Pflichtchox ..Wie war so süß der Linden­duft". von Pauli, und einen Wahlchor', der dem Schatz unserer Volkslieder entnommen war. Die vorgetragensn Chöre verrieten fleißige und ziel-- bewußte Arbeit, und selbst kleine und kleinste Bereine, die in gesanglicher Hinsicht mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, zeigten be­achtenswerte Leistungen. Abgesehen von einigen schwierigen Stellen des aufgehenenen Chores, die zu einer Trübung der Tonreinheit führten, klangen die Chöre im allgemeinen ansprechend und tonrein und wurden musikalisch und text­lich gut wiedergegeben. Immer wieder seien aber die Vereine zu größter Vorsicht bei der Auswahl ihrer Chöre angehalten, damit endlich der schlechte, sentimentale Liedertafel st il dem Chore ferngehalten wird. Wenn dies er­reicht wird, ist unsagbar viel gewonnen. Die Wertung der Gesänge geschah nach den Zen­suren: sehr gut, gut, im ganzen gut und befrie­digend- Auf die letzte Note konnte aber verzich­tet werden. Die Chöre wurde mit sehr gut. gut unb im ganzen gut gewertet. Das Ergebnis wurde auf künstlerisch ausgeführten Ehrenürkun-- den den Vereinen überreicht. Bach eingelegter Mittagspause schloß sich ein Gesangs-Kpn- Sert an. bei dem jeder Dundesverein nochmals zwei Lied-er zum Vortrag brachte. Die beiden MassenchöreBrüder, reicht die Hand zum Bunde" vpn Mozart undEs blies ein Jäger wohl in fein Horn" von Pohlenz, hinter dem Konzertsaal unter dem Taktstock des Bundes­dirigenten L e n tz - Geiß-Nidda im Freien ge­sungen, fanden begeisterte Ausnahme. Es war schade, daß die Maisonne fehlte. Die Zuhörer wären zahlreicher gewesen, und auch das Auge wäre mehr auf seine Rechnung gekommen. Denn die Pracht der rot- und weißblühenden Kasta­nien. die fast alle Straßen, Wege und Pfade unseres Badeorts beschatten, muß bei Himmels­bläue ausgekostet werden.

Kreis Schotten.

Ib. Schotten, 17. Mai Das kalte Wetter der letzten Tage zwingt bie Vogelsberger Bienen­züchter in einer Zeit, in der sonst bie Schwärme fielen unb aus guten Völkern bereits geschleubert werben konnte, zu füttern, um nicht noch mitten in der Maienblüte Völker zu verlieren. Die ungün­stige Witterung dieses Jahres wird wieder viele Imker zur Verkleinerung ihrer Stände zwingen, denn die Zeitläufte gestatten kaum noch eine so kostspielige Liebhaberei wie es die Bienenzucht un­serer Gegend mit ihrem rauhen Klima unb ihren schlechten Absatzmöglichkeiten für Honig ist.

Eichelsborf, 16. Mai. In ber Nacht auf Samstag wurden einem hiesigen Eisenbahner seine 10 Legehühner gestohlen. Ein am Samstag nachmittag herdeigehofter Polizeihund folgte einer Spur, bie hoffentlich halb zur völligen Aufklärung bes Diebstahls führt.

Kreis Alsfeld.

fest Alsfelb, 17. Mai. Am gestrigen Sonn­tag veranstaltete ber Jungbeutsche Orden, Ballei Oberhessen, eine öffentliche Ver­sammlung im kleinen Saale des HotelsDeut­

Tiere gilt als ausgeschlossen, Aebrigens wer­den alle Bestände, in denen die Krankheit durch Blutuntersuchungen festgestellt wird, sofort ab­geschlachtet, und es werden sehr gründliche Des­infektionen durchgeführt, um die Seuche im Keim zu ersticken. Es besteht also für die markt- besuchenden Landwirte keinerlei Gefahr fstr ihre Viehbestände. Der Stadtvorstand hat in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, daß alle Felddieb st ähle unter Be­nennung des Täters in den Aushänge­kästen zur öffentlichen Kenntnis ge­bracht werden. Durch diese Maßnahme erhofft man für das lausende Jahr die Stelle eines Hilfsfeldschützen einzusparen.

Kreis Friedberg.

00 Aus ber südlichen 9B e 11 e r a u, 17. Mai. Der Frost vom 9. auf 10. Mai hat bie Aus­sichten auf bie O b st - unb Beerenob st ernte stark verringert. Hauptsächlich bie späteren Obstsorten, bie noch teilweise in Blüte stan­den ober noch kein schützenbes Blätterbach haften, haben gelitten. Beim Beerenobst würben hauptsäch­lich Stachelbeeren geschäbigt, währenb bie Johannis­beeren, wohl infolge ber stärkeren Belaubung, we­niger Frostschäben zeigen. Die Erbbeeren stanben ge- rabe in vollster Blüte, haben aber nur strichweise stark gelitten, wie überhaupt bie Wirkung bes Fro­stes selbst in einzelnen Geknarkungsteilen ganz ver­schieben ist. Das (Betreibe, besonbers ber Weizen, leibet stark unter bem G e t r e i b e r o st. Dabei ist besonbers bie Frühscft im Herbst stark be­fallen woxben. Die Krankheit greift aber nun auch auf spät gesäte Weizenäcker über. Bis jetzt sind noch bie Weizenäcker, bie voriges Jahr Klee hatten, von bem schciblichen Pilz verschont. Die schönen Tage im Vorfrühling hatten viele Lanbwirte zu allzu früher Bestellung ber Aecker verleitet. Die zuerst ausgestellten Kartoffeläcker mußten nun zum Teil umgeackert unb neu gesteckt werben, ba bie Kar­toffeln nicht tarnen. Wo sie gut aufgegangen waren, hat sie ber Frost in ber Entwicklung sehr zurückge­halten, benn bie Blätter finb erfroren. Ebenso finb alle frühen Bohnen vernichtet. Die jungen Pflänz­chen in ben (Bärten werben burch bie falte Witte­rung im Wachstum behindert unb von Würmern unb Schnecken, bie massenhaft auftreten, so stark vereinzelt", baß neu eingesät werben muß.

Kreis Büdingen.

N idba ,. Mai. Der seit einigen Jahren in unserem Kirchspiel bestehenben schönen Sitte ent- prechenb, feierten heute bie vor 36 Jahren in unserer Kirche konfirmierten jetzigen Fünfziger ihre Zusammenkunft, zu ber fast alle noch Lebenden, teilweise aus weiter Ferne, erschienen waren. Die Feier würbe durch einen gemeinsamen Besuch bes Gottesbienstes eröffnet, in bem Pfarrer Laut in feiner Predigt auf bie Gäste Bezug nahm und herzliche Worte über bie Pflege echt christlicher Kameradschaft und Freundschaft an bie Versammel­ten richtete. Zu Beginn unb Schluß des Gottes­dienstes fang der Madchenchor des Niddaer Frauen­vereins den Fünfzigern zu Ehren ein paffendes Lied. Nach der kirchlichen Feier fand im GasthausZur alten Post" ein gemeinsames Mittagessen statt, dem ich ein fröhliches Zusammensein der Feiernden, die zum Teil ihre Männer bzw. Frauen mitgebracht hatten, anschloß. Dabei kürzten ernste und heitere Reden unb Gesänge die Zeit. Auch die Sechziger wollen demnächst hier eine ähnliche Feier begehen, zu ber schon ein Teilnehmer aus Amerika in ben ersten Tagen erwartet wirb. Der Verkauf des auf dem Marktplatze stehenden Wohnhauses der Lehrer Uhl Erben an Bäckermeister Hermann Rullmann, worüber wir berichteten, konnte nicht zum Abschluß kommen, weil keine Einigung über bie Verzinsung des Restkaufschillings zu erzielen war. Jetzt hat nun Bäckermeister Adolf Rp t schlag hier das Anwesen für ben gleichen Kaufpreis, wie bei bem ersten Verkauf, nämlich für 14 000 Mark, endgültig erworben.

Ib. Nidda, 17. Mgi. Das Jahr 1926 sollte durch eine gute Ernte ber Lanbwirtschaft aus ihren Nöten heraushelfen. Mit größtem Bebauern muß nun festgestellt werben, daß bereits allerlei Pflanzenschädlinge an ber Arbeit sind, manche Hoffnung zu zerstören. So sind viele Wei­zenfelder, besonders bie früh ausgestellten, vom Rost befallen. Die jungen Weizenpflänzchen sind gelbbraun gefärbt unb versprechen in ihrem küm- lichen Aussehen eine schlechte Ernte. Neben ben Nachtfrösten der vergangenen Woche hat der Apfelblütenstecher viele Apfelblüten zer­stört unb so bie Aussichten auf bie Erträgnisse ber Obstbaumzucht sehr geminbert. Dazu kommen nun noch bie Verheerungen, bie ein bem Engerling

Fluch und einem stattlichen Wechsel nach Paris, unb hier schien ber Ungeratene, in Cafes nächti- genb, gänzlich zu versinken. Inmitten biefes Zi­geunerlebens blieb bennoch ber Zauder seiner un­gewöhnlichen Persönlichkeit immer ungebrochen, sein Wesen hielt sich blank, sein Geist rein unb ge­schliffen. Er fand Gönner, bie ihn halb wider feinen Willen in eine geregelte Bahn schoben. Mit dreißig Jahien beginnt er alle Lücken seiner Bildung aufzu­füllen, besteht Examina, rückt in diplomatische Stel­lungen unb kommt 1853 zur Wiener sächsischen Ge­sandtschaft.

Gewiß, dieser Legationssekretär hätte ein leiten­der Diplomat werben können, diese gelenkige, bieg­same Natur hätte sich auch in bas Erlernbare man­cher Künste geschmiegt, sein scharfer schneller Ver- |tanb manches Wissensgebiet rasch beherrscht unb er­neuert. Er wollte nicht. Wie hätte ber Vater mteber über diese dämonische Natur geseufzt, hätte er noch die lebhafte Abneigung Alexanders gegen alles er­lebt, was mit Laufbahn und Ehrgeiz zusammen- hangt. Zwang, Vorgesetzte, Würbe, solche Dinge preßten zusammen, was er mit wachsenbem Alter immer leibenschaftlicher liebte: bas Bewußtsein sei­ner Unabhängigkeit; sie hinberten ihn, seiner höch­sten Sehnsucht nachzuleben: ber freien Gestaltung seines Daseips.

In seiner Wiener Stadtwohnung waren bie er­lesensten Dinge versammelt:Ebenso Bücher wie Porzellangeschirr, frische Blumen und alte Mobi­lien, seltene Mineralien, orientalische Teppiche unb altbeutsche ßegepbenbilber, golbleudjtenbe Messing- schüsseln, Unzählbares, Unübersehbares, aus allen Weltteilen und von allen Völkern Zusammenge­tragenes ... es erzählte und stellte in lebenden Bildern ben barin febenben Menschen bar." In diesem erwählten Milieu mag man sich nun Villers denken, wie er im Sessel am Kamin dem Freunde seine Ansichten entwickelt worüber? Er hat sich als Dichter unb Musiker versucht, er sprach über alte unb neue Literatur, Sprachwissenschaften, über alle Gebiete ber Naturwissenschaft, auch über entlegenere Dinge wie über Photographie und Büchereinb'inben; das alles, und noch manches andere, hatte er gelernt und betrieben. Vor Bekannten heiter wie Komiker der Bühne, bie er trefflich kopierte, not dem Freunde wehmütig und niedergeschlagen. Aus allem scheint

Vom Leben ausruhn ist erst Leben", heißt einer der im Jnselverlagsbanbe angefügten Aphorismen. Gegen bas Ende seines Lebens erwirbt er feine Einfiebelei am Wiener Walbe ber Aesthet, ber Mensch ber Palais, Hotels unb großen Stäbte sieht sich über Nacht in ein kleines eigenes Gemeinwesen versetzt, daß er ausgestalten unb bewirtschaften will. Auch hier wird er glücklich. Je ferner ihm jetzt bie Freunbe rücken, um so reicher, schöner, voller strömt die schriftliche Mitteilung- Er lebt in diesem Wiesen­hause nichtzurückgezogen", sein Geist weitet sich immer inniger in alle Erscheinungen unb Gestalten bes Lebens aus. Nicht will er sie kritisch werten, es genügt, ben Freunben hohe Gefühle unb Gipfel­punkte mitzuteilen unb in diesen Mitteilungen sich selbst zu entdecken. Es jst eine kennzeichnende Be­merkung Villers', daß Briefe nicht von bem stamm­ten, ber sie schreibt, sondern von bem, an ben sie gerichtet sind: es strömte nicht hinreißend aus ihm; er wußte es unb versuchte nicht, zu einer vagen Menge zu reben; er bedurfte bes Anreizes ber ent­fernten unb boch vertrauten Persönlichkeit.

-vo tritt Villers heute wieder vor uns. Sollen wir ihm bes Dichters Lorbeerkranz auf bie Stirne drücken? Einmal in seiner Jugenb hat er vielleicht davon geträumt; er erwartete, reif unb weise ge- roorben, einen Nachruf ganz anberer Art:Ja, ber gute alte Dille," schreibt er einige Tage vor seinem "de,bas war ein Kerl! Könnt' er schön tanzen, unb was er für gute Zigarren geraucht hat: er ritt nicht im Prater, ging in kein Theater, war unver­heiratet und hatte nicht einmal Kinder, kurz ggr fein Laster- Wo kriegen wir wieder einen Ville her, ich will einen Vills haben, und sollt er mich tausend Gulden kosten!"

Das wollen wir nun weniger festhalten. Aber dieses: er war einer ber sehr wenigen, die sich das kantenreine Dasein in Wahrheit zu einer schönen freundlichen Gewohnheit ausgeweitet haben. Er überwölbte es mit einem schillernden Regenbogen das sind seine Briefe. Und jetzt kann ein Schimmer dieser Erscheinung auch wieder in uns sinken, wenn wir's wollen- Die Briese des Wiener Unbekannten, der ims jetzt nicht mehr ganz unbekannt sein mag, sind wieder da.

sches Hans" dahier, der bis auf ben letzten Platz gefüllt war. Nach einleitenben Worten bes Studien­rats Schmidt- Butzbach sprach ber Komtur ber Ballei Oberhessen, Major a. D. Wichert, über Jungbeutsches Wollen unb Zweck unb Ziele bes Ordens". Die Ausführungen bes Rebners gipfel­ten barin, baß ber Orden unter Ausschaltung jeg­licher Parteipolitik unb unter Ablehnung aller Putschgedanken die Wiebererneuerung bes bentschen Volkes auf sittlich-religiöser Grundlage erstrebe. Zu der Versammlung, die ohne jede Störung verlief, unb bie als Werbeveranstaftung gedacht war, waren die Alsfelder Vereine eingeladen worden

e. Aus dem Kreise 'Alsfeld, 17. Mai. Vor kurzem lasen wir imGieß. Anz." von ber interessanten Ortschronik, die gegenwärtig in dem Dörfchen Unter-Seibertenrod " im Kreise Schotten angelegt wird. 'Nicht minder inter­essant sind aber auch die Familienchroniken, wie sie besonders nach dem .Kriege in vielen Häusern begonnen wurden. Cir.e solche kam dein Schreiber dieser Zeilen unlängst in die Hand, und die Art ihrer Anlage scheint nachah.iiingswert. Sie beginnt mit einer Stammtafel der Eheleute, die sich bis zu den Urgroßeltern derselben erstreckt und in verschie­dene Kreise unserer Provinz hineinragt. Hierdurch wird es ermöglicht, Freundschaften mit Personen anderer Ortschaften anzuknüpfen, pon denen man ein verwandtschaftliches Verhältnis seither nicht kannte. Was die Chronik weiter iTfterefsant macht, waren die eingeklebten Geburts- Verlobupgs- und Todesanzeigen von Bekannten unb Verwandten, ferner eine Reihe von Photographien, vor allen Diitgen der Kinder ig verschiedenen Altersstufen, aber auch von Geburtshäusern, besuchten Schulen u.dgk. mehr. Auch fehlten bie vielen Bescheinigun­gen unb Karten ber .Kriegs- unb Nachkriegszeit nicht, bie Brot-, Fleisch-, Milch-, Kartoffel-, Butter- unb anbere Karten, bie ben Nachkommen einmal in spä­teren Zeiten zeigen können, welch schweren Kampf ums Dasein ihre Vorfahren ip ber Zeit bes Welt­krieges führen mußten. Die vielen Geldscheine, vom Mark- bis zum Billionenschein, geben Zeugnis von der furchtbaren Geldentwertung in der Inflations­zeit unb zeigen ben späteren Geschlechtern, wie ihre Väter um ihr sauer erworbenes Gilt gekommen sind.

Starkenburg.

* Darmstabt, 17. Mai. Im November b. I. besteht hie hiesige Oberrealschule hunbert Jahre. Gegenwärtig werden schon Vorbereitungen für bie Feier getroffen. In einer Versammlung ber ehemaligen Schüler, die in den nächsten Tagen statt- fipbet, wirb über bie Art ber Feier beraten. Die Darmstädter Bücher- und Lesehalle wurde vor 25 Jahren von ber Stabtoerwaltung ins Leben gerufen- Aus biesem Anlaß fgnb am Samstagabenb eine schlichte Feser statt, bei ber Stadtbibliothekar Dr. Waas einen Vortrag hielt, in bem er bie Bebeutung bes Pitches in bem Kultur­leben ber Gegenwart behapbefte.

Rheinkesfen.

WSN. Mainz, 17. Mai. Der Kolorado­käfer, ein sehr gefürchteter Kartoffelschäbking, ist in ber Gemarkung Mainz - Kaste 1 auf einem Grunbstück eines Lanbwirks aus Erbenheim fest- gestellt worben. Maßnahmen zur Bekämpfung, bes Schädlings sind eingeleitet worden.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 17. Mai. Die jüngste Kreis- t q g s s i tz u n g ist hinsichtlich der E t a t - B e r a b - schiedung ohne das erhoffte A b s ch l u ß er­geb n i s verlausen, weil die Höhe bes zu becken- ben Fehlbetrags bei allen Fraktionen B e - denken auslöfte. Die SPD- hätte zwar gerne ben Etat sogleich verabschiebej, aber auch hier war man stch nicht einig, wie ber Fehlbetrag auf Stabt und Land umgelegt werden solle. Die 47 Proz., mit denen die Stadt Wetzlar bisher anteilmäßig belastet war, hätten für diese eine Umlage von rund 320 000 Mk- ausgemacht, gegen deren Höhe sich die Wetzlarer Vertreter mit aller Macht wehrten. Es soll nunmehr im verstärkten Haushalt­ausschuß versucht werben, zu einer Einigung zu ge­langen bzw. noch Ersparnisse ausfindig zu machen. Ob dies gelingt, ist eine andere Frage. Es ist jedoch damit zu rechnen, daß der Prozentsatz für die Stadt bei gegenseitigem Entgegenkommen etwas ermäßigt wird, was allerdings auch erforderlich ist, weil die Mehraiifwenbungep im lausenden Rechnungsjahr in erster Lime durch die Arbeitslosigkeit auf dem Lande verursacht sind. Der Ausgleich des

Der Wiener Unbekannte.

Von Gerhard Bvhlrnann.

Im Jahre 1891 erschienenB riefe eines Unbekannten mit einem Porträt und einer bio­graphischen Skizze"; das war eine vom österreichi­schen Grafen Hoyos besorgte Auswahl von Briesen, die Alexander v. Villers an Freunde geschrieben hatte. Dieses Buch war ein Erfolg und machte den Verfasser plötzlich in weiten Kreisen bekannt für wenige Jahre nur, bann waren zwei Auflagen ver­griffen, unb bamit schwank) bie Teilnahme an ihrem Schreiber. Heute lieft man in einigen Literatur­geschichten wohl einen kurzen nachbxücklichen Hin­weis aus Alexanber von Villers,'auf ben virtuosesten Meister ber Epistel in der nachgoetheschen Zeit, unb bamit hat es bann sein Bewenden. Bis jetzt die Briefe eines Unbekannten" von Wilh. Weigand im Jnseloerlag neu herausgegeben wurden.

Ein altes lothringisches Geschlecht, bie Villers. Ehärles, Alexanbers Onkel, muß immer genannt werden, wenn man sich mit ber Geschichte ber beutsch-französischen Beziehungen beschäftigt; sein Bruber Friedrich, Alexanders Vater, französischer Emigrant, wurde als französischer Lehrer nach Moskau verschlagen hier wurde Alexander 1812 geboren verlor nach dem Feldzug Napoleons Stellung und Vermögen, kam als Professor nach Dresden und stellt hier durch eine zweite Heirat ben früheren Wohlstcmb wieder her. So kam Alexan­der nach Deutschland.

,,Cet Alexandre est un demon, jagte der Bgter von bem störrischen Knaben. Aver nichts eigentlich Dämonisches ist in seinem Wesen spür­bar, nichts von einer Verlorenheit in ber Welt -Nüsts von jener zutiefst im Blute schwelenbep Un­rast, bie ben Menschen aus sich selbst heraus ins UnenSto jagt, nichts Promethidisches, Schöpfe­ndes. Wie begannen benn seine Jünglingsjahre? Der Vater hatte sich in den Kopf gesetzt, den Sohn als Leiter eines großen Verlagsunternehmens zu !cyen, er schickte ihn zu Weltfirmen in die Lehre, aber dieser Alexander war störrisch, toll und unfüm |am- In Leipzig und Dresden beging er, pour epater le bourgeois, viel gerügte und bemerkte Engenspiegeleien, der Vater schickte ihn mit einem

»Xi SH Leidende ten Ol Der E nodj.^V jtellunfl v ai?« qreislaS &.S yon 301 lehellS! ben W Lerklv qlied.b sicht M erlaßen J »s» VSl D pfrein pirden I Sie Fahrt quartier SM Wirt' Metresen jtft vor mannsl uni «üt beten cäni ifn Mrk lipb von K r f|d) infplgfj niart M Ziffer" IMS temy nerous W Ich in die $0 War u üuchlales fiel pachlW- 2i gn uni ijnbel fichbe! pich bunte Der Mich aewefen.

gebende Stellen für bie Beseitigung dieser Unge­rechtigkeit sorgen werden.

f. Klein-Linden, 17. Mai. Bei einer am Samstag hierfelbst stattgehabten f r e i m i H i g en Grundstücksversteigerung ber Ehefrau M. Lang, geb. Abolph, wurde für Ackerland ein Durchschnittspreis von 33, für W i e f e n l a n b ein solcher von 57 Ps. geboten. Der Kreis der Kauf­lustigen war nicht sehr groß und hielt auch stark mit ben Preisbietungen zurück. Der Umftanb, daß Bargelb bei ben Landwirten wenig vorhanden ist unb bie Zahlungen auf brei Raten, davon zwei noch in diesem Jahre, die.dritte Rate am 1. Februar 1927, verteilt waren, mag zu dem knappen Preisangebot geführt haben. Im allgemeinen ist festzustellen, daß der Landhunger auch in unserer Gemeinde g e - stillt ist, soweit die Einwohner in Frage kommen, welche den Ackerbau als Nebenerwerb betreiben. Eine weitere Verschönerung unseres Straßenbildes wird dadurch herbeigeführt, daß Entwässerungsgräben längs der Wetz­larer Straße bei berBurg" mit Rohren versehen unb eingeeonet werben. Damit verschwinbet ein Miß- stanb, ber besonbers im Sommer für die Anlieger des betr. Straßenteils in gefunbheitlicher Beziehung eine Plage war. Der Verschlammung burch stehenbes Wasser erzeugte einen fürchterlichen Geruch unb för­derte auch bie Ansammlung von großen Mücken­schwärmen. Die Kreisstraßenbauperwaltung trägt einen Teil zu den Kosten bei.

Großen-Linden, 18. Mai. Der bei der hiesigen Firma Krause & Co. aushilfsweise beschäftigte Kraftwagensührer Wilhelm Wei­nandt von hier kam beim Einbringen eines Fasses in ben Keller eines Gastwirtes in Niederkleen bei Kirchhain der elektri­schen Lichtleitung von 223 Volk, die wahr­scheinlich nicht sachgemäß isoliert toar, zu nahe und erhielt einen Schlag, der tödlich verlief. Der 41 Jahre alte Mann hinterläßt eine Frau und fünf Kinder. Die Leiche wird hierher über­führt. ®er traurige Vorgang beweist, wie sehr man auf eine einwandfreie Isolierung der elek­trischen Leitungen achten muß.

£ 2B i e f e rf, 17. Mai. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr wurde auf der Marburger Straße ber sechzig Jahre alte Weißbinberrneister Dech von hier, als er, auf seinem Fahrrab sitzenb, von ber Marburger Straße in die Möserstraße nach Wieseck einbiegen wollte, von einem Automobil übersah- r en. Der bedauernswerte Mann wurde am Kopfe verletzt. Die Insassen des Autos brachten den Verunglückten nach Wieseck. Das Fahrrad ging bei dem Zusammenstoß in Trümmer, lieber die Schuldsrago wird die behördliche Untersuchung Klarheit bringen müssen.

s. Trohe, 17. Mai. Die Wieseck, von der ein Stück zwischen hier und ber Wiesecker Mühle bereits gerabe gelegt worben ist, soll nun noch wei­ter gestreckt werben, und zwar unterhalb der Bälzer- mühle in einer Länge von etwa 1 Kilometer. Es iapd bereits eine Besprechung der Gemeinbevor­stände von Alten-Buseck, Rödgen unb Trohe mit Herren von der Behörde statt. Gewiß wird durch diese Bachstreckungen Land gewonnen, aber man vergißt dabei, daß bas Lanbschaftsbilb eines Schmuckes unb bie Vögel ihrer Zufluchtsstätten und Nistgelegenheiten beraubt werden.

t Grünberg, 17. Mai. An Stelle des am 6. Mai wegen der Maul- und Klauenseuche ausge­fallenen Viehmarktes findet am Donnerstag dieser Woche Schweine- und Rindermarkt statt, statt.

H Lich, 17. Mai. Der Licher Pfingst- markt. einer der beliebtesten und bestbesuch- testen Märkte unserer Stadt, der alljährlich am 3. Pfingstfeiertag stattfindet, wird in diesem Jahre wieder in hergebrachter Weise begangen. Außer dem üblichen Ferkelmarkt wird Ziegen - und Lämmer markt veranstaltet, verbunden mit einer Schau des Kreis- ziegenznchtvereins und mit Prämi­ierung. Zum Auftrieb zugelassen sind Tiere 1 von oberhessischen Züchtern, soweit sie nicht im Sperr- oder Bevbachtungsgebiet wohnen. Lich * ist bis auf einen Umkreis von mehr als 15 Kilo­meter frei von Maul- und Klauen­seuche. Das in verschiedenen Gehöften fest- gestellte Auftreten von Lungenseuche hat auf die Veranstaltung des Marktes keinen Einfluß, da von dieser Krankheit nur das Rindvieh befallen wird, und die Ansteckungs­gefahr gering ist. Ansteckungen an dieser Krank- vert erfolgen nach wissenschaftlichen Feststellungen nur von Tier zu Tier, wenn ein Tier von dem Hauch des anderen aufnimmt; die Aebextragung durch Zwischenträger Menschen oder andere

'Wett desSreft sthrstogung des Innen; lellnilg v einer TM 'Neofbneter bAer davon Westerbv! Mg irgenba nadigleit ba= 'M AufNun

MrWch » Shkkig, luhrzehntelar en9 Zufonim würde wedi ffreißbeoölfei

Mnfnot WB von Kr