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Bielefeld und bat Syrische Waisenhaus in yeru« falem je eine Gabe von 20 Mark als Zeichen treuer Liebe über das Grab hinaus. Solche Stiftungen wirken um so wohltuender, da die hiesige Marien- stiftskirche durch die Geldentwertung um ihre wohl­tätigen Stiftungen gekommen ist, mit denen man­ches Liebeswerk getan werden konnte, und zu denen z. D. der weitbekannte Luziusfonds gehört hat, der zur Unterstützung von Studenten der Theo­logie diente.

:|: Bellersheim, 17. Marz. Nächsten Sonntag feiert der frühere Handelsmann 6a- muel Wetterhahn und feine Ehefrau Hann- chen, geb. Stern, das seltene Fest der diaman­tenen Hochzeit. Trotz des hohen Alters Wetterhahn ist 89, seine Gattin 83 Jahre alt erfreuen sich beide Subilare noch etter s:ltenen Rüstigkeit. An der Familienfeier w.rden Kinder, Enkel und LIrenkel teilnehmen.

- AtPhe, 17. März. Gestern wurde der älteste Einwohner unseres Dorfes, Konrad Dornmann, zu Grabe getragen. Der Verstorbene hätte im Mai Lin 8 9. Lebens­jahr vollendet. Sn den letzten Monaten war der alte Mann völlig erblindet und sehr gebrech­lich. Da der Berstorbene einer der Mitbe­gründer des Gesangvereinsfiort» l e y" war. sang der Verein ihm einige Trauer- c '5re, und der Präsident legte einen Kranz am Grabe nieder.

> Kreis Friedberg

WER. D ad -Rauheim, 17. 3. Die Er­ne u e r u n g s a r b e i t e n am und im hiesigen Kurhaus sind in vollem Gange. Vorge- schr tten sind die Arbeiten namentlich in der Vor­halle, im großen Speisesaal und in den Gesell­schaftsräumen des ersten Stockwerks. Man hofft, bis Ostern den Hauptteil der Arbeiten fertig­stellen zu können. Die Besuchsziffer läßt sich in diesem Jahre bis jetzt gut an. Angekommen waren bis zum 11. Marz rund 1200 Kurgäste (gegenüber dem Vorjahr etwa 50 weniger). An­wesend waren an diesem Tage 619 Kurgäste, das sind über 50 mehr als 1925.

. : Pohl-Göns, 17. März Gestern wurde wieder ein alter Veteran, Anton Stei­ger II., der den Feldzug 1870/71 in dem Hess. Sägerbataillon mitgemacht hatte, zu Grabe getragen. Der Kri gervere'.n, dessen Mitbegrün­der und Mitglied in 50 Jahren er gewesen war, erwies ihm nach der Grabrede des Geistlichen die, letzten militärischen Chrm. Sn unserer Gemeinde leben nun noch zwei Veteranen aus 70/71: Anton Slge I., der 79 Jahre, und Sohannes Zörb III., der 80 Jahre alt ist; beide erfreuen sich noch ein.r guten G sundh.L und Arbeitskraft. Sn diesem Sabre feiert der hiesige Krie- aerverein sein 50jäh iges Bestehen. Sn diesen 50 Sahren stand an seiner Spitze Wilhelm Göbel I., der also am 13. Suni sein goldenes Präs ident «.njubilä um f.iern kann.

*** (Samba d), 17. Mörz. Der Zweigverein Butzbach des hessischen Fechtvereins Wai­se n s ch u tz veranstaltete am Sonntagabend im Saale der Gastwirtschaft Mohr einen wohlgelunge­nen Theaterabend. Der Besuch war ein sehr guter. Hoffentlich kann das auch von dem finanziellen Er­folge gesagt werden. In unserem Dorfe bestand in früheren Jahren ebenfalls ein Zweigverein, der je­doch während der Kriegs- und Nachkriegszeit ein­gegangen ist. Der Vorsitzende des Zweigvereins Butzbach regte in seiner Ansprache die Neugrün­dung eines Zweigvereins an.

* Rockenberg, 17. März. Im vorigen Jahr wurde nach fast vierjahrzehntelangen Verhandlun­gen eine neue Orgel für die Kirche im hie­sigen Zuchthaus Marienschlotz bei der be­kannten hessischen Firma Förster & Nicolaus in Lich in Auftrag gegeben. Das Werk wird zur Zeil an seinem Bestimmungsort durch die Firma auf- wontiert. Es ist nach "den heutigen Neuerungen in diesem Fach ausgeführt.

Kreis Büdingen.

Echzell, 17. März. Das Fest der Goldenen Hochzeit begingen gestern die Eheleute Landwirt Heinrich Heller 1.

Kreis Schotten.

XIX Schotten, 17. März. Am Mittwoch nächster Woche findet im Rathaus zu Schotten eine Bürgermeisterversammlung statt» Es werden Referate über Schafhaltung, Förderung der Schweinezucht, Gründung von Ortsoiehkassen, Geld­beschaffung, Jagdoerpachtungen, Sparmaßnahmen und anderes gehalten.

wg. Gedern, 17. März. Der hiesige, im Jahre 1914 gegründete Evangelische Kirchen- gesangverein hielt am Sonntag seine diesjäh­rige Generalversammlung ab. Der Orts­geistliche als Präsident des Vereins erstattete den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, der im allgemeinen ein günstiges Bild von der Arbeit des Vereins gab. Der Rechner, Eisenbahnbetriebsassi­stent Stöhr, berichtete Über die Kassenverhält- nifier die ebenfalls günstig sind. Bei der darauf­folgenden Dorstandswahl wurden die meisten bisherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt; neu- fewählt wurden: für den Sopran Frl. Lina Mül- er, für den Baß Molkereibesitzer Gruner und als Vertreter der inaktiven Mitglieder Oberbau­inspektor Fink. Beschlossen wurde, im Sommer einen Vereinsausflug zu unternehmen und dabei in einer Gemeinde, die dabei berührt würde, im Gottesdienst mitzuwirken. An der hiesigen H o f - kaplaneischule unterzogen sich fünf Schüler der Untersekunda der unter dem Vorsitz des Kom­missars des Reichsverbandes Deutscher Privat­schulen, Dr. phil. Lucius, abgehaltenen Reichs­verbandsprüfung mit dem Erfolg, daß sämtliche Prüflinge bestanden und das Reichsoerbandszeug, nis erhalten konnten.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 17. März. (Stadtver -> ordnete nsihung.) Den ersten Punkt der umfangreichen Tagesordnung der jüngsten Sitzung bildete der Voranschlag des städtisches Schlachthofes für das Rj. 1 926. Dieser schließt in Einnahme und Ausgabe mit 19457,07 Mark ab gegen 14 278,48 Mk. im Voranschlag 1925. Der Voranschlag fand ohne Aussprache unveränderte Annahme. Festsetzung der Sagb- und Fischereipachten für 1926. Da sich die wirtschaftlichen Verhältnisse gegen­über dem vergangenen Sabre nicht geändert haben, wurde beschlossen, die für das Sabr 1924 festgesetzten Beträge auch für das Sabr 1926 gelten zu lassen. Der Vertrag zwischen der Stadt und der G e n o s s e n s ch a f t s - schäferei wurde um ein weiteres Sabr zu den seitherigen Bedingungen verlängert. Die Ab­gabe für die -Ueberlaffung der zu behütenden städtischen Triften wurde auf 300 Mk. festgesetzt.

Prämienmarkt. Mit dem am 5. Juki stattfindenden Prämienmarkt werden wieder größere sportliche Deranftaltungen, Pferderennen und Fahrkonkurrenzen, verbunden sein. Der Vor­anschlag wurde genehmigt Bezüglich der von den landwirtschaftlichen Organisationen angeregten Er­bauung einer Llnterftlnftshalle für Vieh und einer Reithalle wurde beschlossen, eine Orts- besichtigung vorzunehmen, da man sich über die Plahfrage nicht einig werden konnte. Ein­sprüche gegen die Heranziehung z u den Fuhsteigkosten. Die Anlieger der Schiller- straße und der Straße am Lieden haben gegen die Heranziehung zu den Kosten der gepflasterten Bürgersteige, die auf Grund der Bestimmungen des Ortsbaustatuts erfolgt ist, Einwendungen er­hoben und Aushebung der Bestimmung des OrtS- baustatuts über die Anliegerbeiträge beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt und die Reklama­tionen als unbegründet zurückgewiesen, jedoch soll den Anliegern in Anbetracht der gegen­wärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse die raten­weise Bezahlung der Beiträge nach näherer Ver­einbarung mit der Bürgermeisterei gegen 9 Proz. Zinsen gestattet werden. Erhebung eines Schulgeldes von den ortsfremden Fortbildungsschülern. Hierzu wurde be- schlossen, gemäß Art 67 des Hess. Dolksschul- gesetzes von den Heimatgemeinden der orts­fremden Fortbildungsschüler ein Schulgeld von 15 Mk. pro Kopf und Sabr vom Schuljahr 1926 ab zur Erhebung zu bringen. Ein Vertrag zwischen der Stadt und dem Verein für Körperkultur to:gen lieber- laffung der Festhalle zu Aebungszwecken wurde genehmigt. Ehrung für Geh. Sustizrat Pros. Dr. Stammler: Anläßlich des 70. Ge­burtstages des bedeutenden Rechtsgelehrten, der in Alsfeld geboren ist und seiner Vaterstadt große Anhänglichkeit bewahrt hat, wurde beschlossen, ihm ein Bild von Alsfeld mit einer entsprechen­den Widmung zu überreichen. Mitteilun­gen: Hierunter gab d:r Vorsitzende die wesent­lichsten Bestimmungen d:r neuen hessischen Ver­ordnung über die Erhebung der Sonder- gebäudesteuer für das Rj. 1923 bekannt, die eine wesentlich stärkere Steuerbelastung bringt. Ferner wurde mitgeteilt, daß den Erwerbs­losen als letzte Rate der Winterbeihille wieder ein Betrag von 10 Mark nebst Zuschlägen von je 1 Mark für die Kinder gegen Gutscheine auf Lebensrnittel und Bekleidungsstücke betollligt wor­den sei. Auf Antrag eines sozialdemokratischen Vertreters wurde beschlossen, die noch nicht er­ledigten weiteren Anträge, der Erwerbslosen auf Gewährung von verbilligtem Brennholz u.tb Zu­schlägen zur Pflichtarbett der Finanzkommission zur Beschlußfassung zu überweisen. Zum Schlüsse gab der Vor,itzende das Ergebnis der (Brenn- Holzversteigerung aus d m Stad.wald be­kannt, das als sehr befriedig :nj zu bezeichnen sei, während die erzielten Prei.e aus der Submission des Rutzholzrs zu wünschen übrig liehen.

Ober-Ohmen, 17. März. Der ä I - teste Einwohner und zugleich der letzte A11 v e t e r a n unseres Dor,es ist der 82 Sahre alte Sohannes Strittet. Er hat als hessi­scher Säger 1866 bei Laufach und 1870/71 bei Gravelotte mitgekämpft.

Starkenburg.

MSN. D a r m st a d t, 17. März. Der kürzlich von der hiesigen Strafkammer wegen Abtreibung zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilte Arzt Dr. Mack hat gegen das Urteil keine Berufung eingelegt, so daß es jetzt rechtskräftig ist. Wie verlautet, will der Verurteilte aber den Gnaden- weg beschreiten. Dagegen hat der wegen Beihilfe nach früherer Freisprechung in zweiter Instanz mit 44 Johren Gefängnis bestrafte Dr. Blum Re­vision beim Reichsgericht eingelegt.

WSR. Worms, lc. M^rz. Gestern nach­mittag gegen 5 Uhr ereignete sich im Bezirk des hiesigen Bahnhofs untrhalb des Tunnels Reuhaufen ein Unglücksfall, der einen töd­lichen Ausgang nahm. Der Bttriebsinge- r.ieur Rübsam geriet zwisch en die Puf­fer zweier Wagen und wurde dabei so stark gedrückt, daß der b er beigerufene Arzt nur den Tod feststellen konnte.

WSR. Groß-Gerau, 17. Marz. Sm nahen Bürstadt (Ried) gerieten einige junge Burschen nach einem Wirtshausbesuch, wobei sie dem Alkohol übereifrig zugesprochen hatten, in eine toüfte Messerstecherei. Einer der Burschen wurde mit dem Messer derart bear­beitet, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Der Täter wurde verhaftet.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Z Groß-Rechtenbach, 18. März. Die Einzeichnungslisten für das Volksbegehren betr. Fürsten-Enteignung wurden gestern abend geschlossen. Eingeschrieben haben sich in Groh-Rechtenbach 24, Weidenhausen 4, Ebers- Göns 6, Dornholzhausen 3 Personen.

Kreis Marburg.

Warburg, 17. März. (WSR.) Die Pläne und Vorbereitungen für das aus Anlaß der 400-Sabrfeier der Marburger Uni­versität bewilligte Subiläums-Kunst- i n st i t u t sind soweit gefördert, daß mit den Erdarbeiten bereits begonnen werden konnte. Die feierliche Grundsteinlegung soll am 2. Mai stattfinden. Sn dem Gebäude sollen be­kanntlich nicht nur die Marburger Kunstsamm­lungen, sondern auch die dazu gehörigen wissen­schaftlichen Snstitute der Universität unterge­bracht werden.

Maingau.

WER. Hanau, 17. März. Auf der Land­straße zwischen Dietesheim und Klein-Steinheim verunglückte gestern abend gegen 8 Uhr ein mit zwei Herren aus Offenbach besetztes Motor­rad dadurch, daß das Fahrzeug in der Dun­kelheit gegen einen auf der Straße zu­sammengebrochenen, aber nicht be­seitigten Wagen mit Sand auf­rannte. Beide Motorradfahrer wurden in schwer verletztem Zustande im Offen­bacher Krankenhaus eingeliefert. Die Schuld an dem Unglück trifft den Fuhrwerksbesitzer, der den Wagen unbeleuchtet stehen ließ und sich nach Hause begab.

Homburg v. d. H., 13. März. (WSR.) Sn der Rähe des Herzbergweges gegenüber der Saalburg wurde gestern die Leiche eines älteren Mannes aufgesunden. Gegen Mit­tag wurde die gerichtliche Lokalbesichtigung vor­genommen. Der Tote wurde als Soh. Fried- r i ch aus Zeitlofs (Unterfr.) festgestellt. Zuletzt

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Dchachredattion des .Gießener A'eigerS".

Problem Nr. 53.

Don Frank Melville Teed.

8

6

7

5

3

4

2

3

s

7

6

5

4

3

Schwarz.

2____h

Weiß deck

Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt.

W eih: 4 Steine Kcl, Df7, Lgl, Se8.

Schwarz: 1 Stein Ke4.

Ein weitblickender Einleitungszug muh für die Verbrauchtheit der Mattwendungen entschä­digen.

Endspiel Nr. 14.

Don A. Trotzki.

Schwarz.

2

a

b

g

h

h

d t

Writz.

b c d e ' g

Weiß zieht und gewinnt.

Weiß: 3 Steine Ka3, Dg2, Lb8.

Schwarz: 5 Steine Kc3, Dh4, Ba6, Ba7, Bh7.

Lösung des Endspiels Ar. 14.

Don A. Troihki.

1. Lb8-e5+, Kc3-c4 2. Dg2-c64-, Kc4-d3 3 Dc6-f3+, Kd3-c4!4 Le5-f6, Dh4-el 5 Df3- c6+, Kc4-d3 6. Dc6xa6+, Kd3-c2! 7. Daö- a4+. Kc2-d3 8. Da4-b54-, Kd3-c29 Db5-b3+ etc. 4. .... Dh4-h2 5. Df3-c6+. Kc4xd3 6. Dc6-d5+, Kd3-ei 7. Lf6-d4-H etc 4 . . . ., Dn4-h6 5. Df3- c3(e4)-H Kbel 6. D-e5+, K-c6,

b6 7. De5-e6+, K-b5 ober b7 8. De6-d5 ober d7+ u. erz. Matt. 6. K-c4 7. De5-d4+, Kc4- b5 8. Dd4-d5+, Kb5-b6 9. Lf6-d8+4-. 3.....

Kd3-c2 4. De2+ etc. 3. Kd3-d2 4. Lf4-f- etc.

Lösung deS Problems Ar. 52. Don §. Schindler.

1. Ld8-a5, Kd3 2. Db3+, Kd4 oder e2 3. Dc3 oder f3+ + . 1 , Kd4 2. Df4, Kc5 oder d3 3. Db4 oder e4 + + . 1 , Kf2 2. Dh2+, Kfl oder e3 3. Dg2 ober d2++, 1 , Ke2 2. Db4, Kfl, f? 3. Del++. 2 Kdl, e3 3. Dd2 + +. 2 Kd3 3 De4-i-+. Leider führt nach 1 Kd4 auch 2. Dd6+, und nach 1 , Ke2 auch De4 zum Ziel.

Aus der Schachwelt.

1. Internationales Panhans-Schachturnier.

Der Beginn des Semmering-Schachturniers brachte eine große Ueberraschung, nämlich das völlige Versagen des Weltmeisterschaftskandida- ten Alexander Aljechin aus Paris. Aljechin ver­lor in der ersten Runde eine wilde Kombinations- Partie als Rachziehender gegen Riemzowitsch, nachdem er das Remisangebot seines Gegners abgelehnt hatte. Hierauf wurde er nervös. Sn der zweiten Runde entging er dem Verluste durch das zu frühe Remisangebot Vaidas und in bet dritten Runde mußte er sich sogar eine Rieber­lage durch den Hauptturnierspieler Gilg ge­fallen lassen. An der Spitze stehen Dr. Tarta- kower und Riemzowitsch.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom Aedakttonlttsch.

Bosheit.

Der berühmte Kanzler Francis Bacon war seiner witzigen Antworten wegen allgemein bekannt. Als einst der Gesandte eines fremden Hofes bei der ersten Audienz mehr Lebhaftig­keit und Hitze als Verstand und UrtcilSfraft bewies, fragte Sakob I. den Kanzler, was er von ihm dächte.Er ist ein großer, wohlgebildeter Mann", antwortete Bacon.Das meine ich nicht." erwiderte der König,ich will wissen, was Sie von seinem Kopfe halten."Sirel" war die Antwort,die großen Leute haben oft viel Ähn­lichkeit mit Häusern von vier ober fünf Stock­werken: da ist das oberste gewöhnlich am schlech­testen möbliert.

Lheateranekdote.

Bei dem Schauspieldirektor Samuel Foote (17201777), den man den englischen Aristo- phanes nannte, machte einmal eine Schauspielerin, die wegen ihres starken Körpers ebenso merk­würdig war wie wegen ihrer Launen, ihre Auf­wartung. Als sie fragte, auf welche Bedingung sie für den Sommer angenommen werden sollte, bekam sie zur Antwort, daß, well sie früher verschiedene Sahre bei seiner Gesellschaft gewe­sen, er ihre Besoldung nicht verringern wollte, obgleich sie am Körper so sehr zugenommen hätte und nicht mehr so brauchbar tote sonst wäre. Die Dame, die voll von ihrer Wichtig­keit gekommen toar, erstaunte nicht wenig, als sie dies hörte, und fagte, sie erwarte eine Ver­mehrung der Gage.Madame," sagte der witzige Foote,ich engagiere Schauspielerinnen niemals nach Pfunden."

Offenherzigkeit.

Der berühmte rattonalistische Pädagog Gust. Friedrich Dinter hatte seinemLeben, von ihm selbst beschrieben" (1829) statt eines Porträts die folgende launige Erklärung im Faksimile der Handschrift vorangestellt:Ein Künstler, der mich abbilden wollte, mühte sich entweder an der Wahrheit oder an der Aesthetik versündigen. Deydes soll mit meinem Willen nie geschehen."

ist er bettelnd in Oberhainstedten beobachtet worden. Er scheint auf dem Wege zur Saal­burg einem Herzf chlag erlegen zu sein. Die Leiche wurde nach Dornholzhausen gebracht, wo sie beigeseht wird.

lurnen, Sport und Spiel. Die Deutsche Turnerschast eine Spitzenorgani ation.

do. Dem Preußischen Minister für Volkswoht- sahrt haben verschiedene Nachrichten, nach denen die Deutsche Turnerschast nicht als eine dem D. R. A. und der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege gleich geordnete Spitzenorganisation für Leibesübungen und Jugendpflege anerkannt wurde, Veranlassung 31t einem Erlaß gegeben, in dem der Minister ausführt:Dieser Auffassung ver­mag ick) nicht beizutreten. Ich weise darauf hin, daß die Deutsche Turnerschast der älteste und größte (rund 1,6 Millionen Mitglieder) Verband für Lei­besübungen ist. Zudem widmet er sich seit langer Zeit mit großem Erfolge der Jugendpflege in seinen überall bestehenden Jugendabteilungen, wäh­rend die oben genannten Organisationen auch Ver­bände in sich schließen, die mit Jugendpflege nichts zu tun haben (z. B. Automobilklub, Keglerbund u. a. m. im D. R- 21.). Bei dieser Sachlage erscheint die Nichtanerkennung der D. T. als Spitzenorgani­sation als nicht verständlich. Ich bitte daher, auf Die genannten Stellen im Sinne meiner Ausfüh­rungen einzuwirten. Ich bemerke noch dazu, daß für die staatlichen Behörden nur die Bezirks, Kreis- (Stadt-) und Ortsausschüsse für Jugend­pflege mit ihren Sonderausschüssen für Leibes­übungen als Vertretung für Jugendpflege und Leibesübungen in Frage kommen."

Kunstturnstädtekampf in Augsburg.

Zu einem Kunstturnstädtekampf in Augsburg trafen sich Tv. Göggingen, Augsburg und Ber­liner Turnerschast. Der Tv. Göggingen konnte einen überlegenen Sieg mit 1274 Punkten davon­tragen vor Augsburg mit 1190 und Berliner Turnerschaft mit 1058 Punkten.

Kunftlurn-Wettkämpse.

vo. Der Kunstturn-Städtekamps WürzburgKasselMainz zwischen der Turngemeinde Würzburg von 48, der Kasseler Tumgemeinde v. 44 und dem Mainzer T. V. v. 1817 in der Stadlhalle zu Mainz endete mit dem Siege der Würzburger mit 632 vor denn Mainzer T. V. 539 und der Kasseler Turnge- meinde 566 Punkte.

vo. Der Kunstturn-Städtekamps Zerbst Rohlau Dessau im Großen

Kristallpalast-Saal in Dessau sah Dessau mit 1032 vor Zerbst 998 und Roßlau 910 Punkte siegreich.

Gießener Wochenmarktpreise.

Cs kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 40, Käse 65 bis 140, Wirsing 30, Weiß­kraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 25, rote Rüben 20, Spinat 30 bis 40, Unterkohlrabi 10, Rosenkohl 60, Feldsalat 100 bis 120, Endivien 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 80, Schwarz­wurzeln 50 bis 60, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25, Honig 50, Rüsse 60, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120; das Stück: Eier 11 bis 12, Blumenkohl 60 bis 150 Salat 40 bis 45, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 60.

Kirche und Schule.

Tagung der Dorfkirchenvorsteher in Langsdorf.

Die am Sonntag und Montag in L a n g s- dorf stattgefundene Tagung der Dorf­kirchenvorsteher unterschied sich in ihrem Aufriß und Thema nicht wesentlich von denen zu Grohen-Linden und Altenstadt. Wie dort, predigte am Vortag ein Vertreter der Dorf­kirche in Langsdorf und dem Filialdvrf Bettenhausen. Der fe stgebenden Gemeinde wurde ein Familienabend über den Sonn­tag gehalten. Als Vortragenden hatte man den ehemaligen Langsdorfer Pfarrer Mahr- Gie­ßen gewonnen. Sein Vortrag über den Sonntag in Familie und Dorf wurde von Pfarrer G ö ck e 1 ° Hungen durch Lichtbilder erläutert. Einheimische Kräfte vervollkommneten den Abend.

Am Haupttag sammelten sich über 200 Kir­chenvorsteher zum Gottesdienst, der vom Oberkirchenrat Wagner zelebriert wurde. Er stellte das Kreuz Christt in den Mittelpunkt des Tages. Die Rachmittagsversammlung mußte in der Kirche stattfinden, da kein Saal die Menge der Erschienenen gefaßt hätte. Wie ander­wärts wurde die Dorftirche von Oberkirchen­rat Wagner. Schulrat Fischer und Bürger­meister Kneipp begrüßt. Den Vortrag über den Sonntag hielt Dekan ©criba-Eichelsdorf. Die Besprechung litt darunter, daß sie in der Kirche stattfinden muhte, in der mancher aus berechtigter Ehrfurcht sich scheut, das Wort zu ergreifen. Die Geistlichkeit Langsdorfs hielt sich auf bemerkenswerter Höhe.

Zurückblickend auf die Dorfkirchenvorsteher- taaungen dieses Winters darf man sagen: Wohl läßt der Erfolg geistiger Bewegungen sich nicht mit der Elle abmessen. Aber die Dorfkirchen­freunde haben durch ihre Tagungen fast alle Kirchenvorsteher Oberhessens wenigstens zum Rachdenken über die Verantwortung ihres ernsten