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ipcrden öiMxih Sann hier mcht im einzeln«»! w'.e-ergeacben Werden. TB-. öle Reform er- rcichen uriU, irt kürzlich durch eine AtMafsrrng . es französischen Kriegsniinifters klar zum 2Iu5- ruck gebracht worden. (Ybren Gedankcngangen >U in den nachstehenden AWÄh«mgen gefotzt werden.

Die Einsührmlg' i'-er einjährigen Dienstzeit wir- von bestimmten, unumgänglichen Voraus- etznngen abhängig gemach:. Die Gesetze for­dern frier für die Schaffung von 106 000 Be­rufssoldaten (ilnterofttiiere und Gefreiten), außerdem aber etwa 30 000 Offiziere. Rur an ter diesen ilmftihtben hält man die Ausbil­dung der Rekruten in einem Fahre für gewähr­leistet. glaubt man auch im Kriegsfall genügend Führerpersonal zu haben, um die Aufstellung zahlreicher Kriegsformationen sicherzuslcllen. Für diese stehen außerdem noch über 50 OCO R e serveofsiziere. ferner auch Reservisten als Unlerstihrer .zur Verfügung. Die Schwierigkeit, 106 000 Berufssoldaten zu finden. liegt nur in den erheblichen Kosten. Die Berufssoldaten müssen etwa fo gestellt werden, wie ihre OUter« - genossen im bürgerlichen Leben, sonst meldet sich niemand freiwillig. Es kommt also darauf hin­aus, daß Frantreich allein für sein Führer- versonal (30 000 Offiziere, 106 000 Anteroffiziere und Gefreite) mehr ausgeben muh als Deutschland >ür das ganze ihm .zustehende Personal von 4000 Offizieren und 96 000 Unter­offizieren und Mannschaften. 3ft diese Voraus - fetzung erfüllt und kommt die einjährige Dienst­zeit tatsächlich zur Durchführung, fo bleibt der Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht 'elbftverständlich unangetastet. Aber jeder fron- asische Bürger bleibt nicht allein wehrpflichtig, er wird auch tatsächlich im dienstpflichtigen Alter einberufen. Gerade in diesem Punkt kommt das Fehlen jedes Abrüstungsgedankens am sinn­fälligsten zum AuSdruck. Von Abrüstung liehe sich doch nur sprechen, wenn ein Teil des Re­krutenjahrganges nicht ausgebildet, sondern wie in Deutschland vor dem Kriege einer Art ($ v = satzrese rve überwiesen würde. Rur dann würden sich die füfc den Kriegsfall vorhandenen ausgebildeten Reserven allmählich verringern, wurde auf einem der zahlreichen Rusdangs- gebiete der Beginn einer Abrüstung zu spü­ren sein.

Reben der Erhöhung der Zahl der Berufs-' soldaten bedingt die einjährige Dienstzeit eine weitere grundsätzliche Abkehr von der bisher üb­lichen Heeresorganisation: Die Abtrennung aller Mobilma chu ngs vo r b ereitu n- gen die selbstredend bestehen bleiben -- von der aktiven Truppe. Während bisher die aktive Truppe im wesentlichen auch alle Arbeiten für die Mobilmachung versah, dient sie jetzt nur aus­schließlich der Ausbildung. All die zahlreichen Arbeiten, die zur Vorbereitung der Mobil­machung gehören, werden eigene zu diesem Zweck einzurichtenden Organen .uzgewiel'en. Sie ver­fügen zu diesem Behuf über Zivil-Angestellte und -Arbeiter. Damit wird die Truppe auch von allen Abstellungen befreit, die bisher zahl­reiche Kräfte dem eigentlichen Dienst mit der Waffe entzogen und die Ausbildung störten. Diese Maßnahmen hält der Kriegsminister für leesonders wichtig, denndas für Mobilmachungs­zwecke bereitzus'. (lende Material ist, den Cr- sahrungen des Krieges entsprechend, heute im« vrrgleichlich viel umfangreicher als im Juli 1914. Abrüstung?! Roch weitere Maßnahmen zur Entlastung der Truppe sind geplant: Zivilkräfte auf Schreibstuben, in TruppenküchM. Handwerks- stuben, kurz überall dort, wo aktive Soldaten der Ausbildung eirtzr^eir würden. Rimmt man hinan, datz die ständig steigende Schulbild'ang das Auffassungsvermögen des modernen Rekruten hebt, das) die gHehlich eingeführte militärische Zugendvorbereitung zum mindesten die körperliche Durchbildung vorwegnimmt. schliestlich . der Krieg auch wertvolle Erfahrungen in der kür­zeren Ausbildung gebracht hat. so ist es ein- leuchtend, daß durch all die aufgeführten Matz- ^hrnen die Herabsetzung der Dienstzeit mili­tärisch u ns ch ä d l i ch geworden ist.

Zahlenmästig wirrt sich die Herabsetzung der Dienstzeit naturgemäß in einer geringeren 1 Friedensstärke aus. Uno mit diesem Ar- gument werden die Franzosen besonders zu wir­ken versuchen, äkotgedramgen must auch die Zahl der Divisionen, Regimenter, Abteilungen usw. geringer sein. Das ist ein völlig zwangsläufiger Vorgang, der aber aus die Kriegsstärke des

Vücherkriss?

Die Klage darüber, dah in Deutschland nicht mehr gelesen würde, angestimmt in der Haupt­sache vom deutschen Buchhändler, ist geradezu zu einem Schlagwort mit unheilvoller Suggestions- kraft geworden. Derlei Schlagworte tauchen quar- lalwetse auf, aber niemand nimmt sich eigentliche die Mühe, sie ans ihre Richtigkeit hin zu prüfen. Dast der Deutsche verlernt habe, zu lesen, ist in Wahrheit Llnsinn. Richt zu leugnen ist aller­dings, dast tu allerletzter Zeit wohl weniger Bücher gekauft worden find, als in den Ofnfln« UonSjahrsn. Aus allen Gebieten, auch beim Duch- bandel, brachten die Inflationsjahre eine un­geheure Absatzsteigerung. Diese Absatzsteigerung, durch die Entwertung der Mark beständig an­getrieben, hat bei vielen Produzenten zu einer gewissen Trägheit und Bequemlichkeit geführt: Im Gegensatz zu früher war der Produzent nicht mehr gehalten, sich Gedanken über Absatzmöglich­keiten zu machen. Am unerfreulichsten waren die Verhältnisse vielleicht doch auf dem Gebiete des Buchhandels, weil durch den ausgebrochenen Kaufwahn das Buch als Lese-Buch seinen Sinn vollkommen einbühte. Die Aufnahmefreu- digkeit deS Publikums schien der Dücherproduktion überhaupt keine Grenzen mehr zu stellen, na­mentlich wurde das teure Buch, der Luxusdruck, ii er Ein blind ein Anlagewert , das Buch fiel unter die berühmte Kategorie der . Sach­werte". nach denen damals atteti jagte, und schliestlich wurde eine Angelegenheit der Dichtung zu einer Angelegenheit derKapiialSanlage".

Ls folgte die Stabilisierung der Mark. Es folgte der natürliche Rückschlag: Das Buch ver° lor al«Kapitalsanlage" zu allererst seine Be­deutung. Die massenhaften, von Kmijunktnrver- legem dem Publikum angehängten Lurussüstig- 1 eiten hatten den Käufern den Magen gründlich .'crborben, einem Publikum, das überdies er- tonnen mutzte, datz weder Maroquin noch Per- ;ament wie SchiftSaktien wertbeständig notieren. ?a« Schlimmste war, daß, al« die Stabilisierung über Rächt da war. die LuxuSbücherfontäne noch eine ganze Weile lustig weiter sprudelte, ircit vor Monaten begonnene Werke fertig wur­

französischen Heeres ohne jeden Einfluß bleibt, da jeder Franzose milltärifch ausgebil­det wird und da- erforderliche Fschrerperional 'chon im Frieden bereitgehalten wird. Zum Ueberftutz bleiben aber trotz einjähriger Dienst­zeit 20 weihe und 4 farbige, zusammen allo 24 Divisionen tm europäischen Frankreich beftetjen, wäbrend bei dreijähriger Dienstzeir vor dem Kriege 42 Divisionen bestanden, das iranzösiiche Heer dermmch, wie ein kleines Rechenerempel ergibt, nur noch 14 Divisionen haben sollte. Die Wehr- keaft des Landes ist also tatsächlich noch schär- f c r angespannt als vor dem Kriegei Dies wird erreicht durch erhöhte Einstellung von Farbigen, Erhöhung der Zahl der Berufs!oldatew Beirei- ung von den. Mobilmachungsarbeiten und ver­schiedene andere organisatorische Aenderungen.

Abichliestend sagt der französische Kriegs­minister:Das Wesentliche der R.-lorm ist. dah die mllikärische Organisation start genug ist. um die g ef amten Kräfte der Ration im Kriege zum Tragen zu bringen. Sie muh ferner biegsam und handlich genug fein, um den ver­schiedensten Möglichkeit-m Rechnung zu tragen." Die u ns in Versailles ausgezwungene militärische Organisation soll es uns unmöglich machen, auch nur einen Bruchteil der Kräfte der Ration im Kriege zum Tragen zu bringen. Danach möge man bemessen, inwieweit die Franzosen mit ihrer kommenden Heeresreform abrüsten!

S« Persönlichkeit

-er KeichrgerichtsprSsi-enten.

Im Zeitspiegel der Deutschen Richterzeitung findet sich eine Ausle'e aus zahlreichen Zei­tungen, deren Aeußernngen über die derzeitige Krisis der Justiz" wiedergegeben werden. Ver- trauenskrisis Genesungstrisis. so lautet die Parole in diesem Kampfe, in dem es sich in letzter Linie um die Unabhängigkeit des deutschen Richters und der Rechtspflege überhaupt handelt. Im Rahmen der Vertrauensfrage wird auch der Reichsgerichtspräsident Dr. Simons gewürdigt. In einem AufiahDer deutsche Richter und die deutsche Rechtspflege" schreibt der vormalige Staatspräsident von Baden Dr. Hellpach: Der Reichsgerichtspräsident Dr. Simons ist selber die reale Idealgestalt eines deutschen Richters. Eine Ration, die das seltene Glück hat, an der Spitze ihrer Rechtspflege den Mann zu wissen, der den Richter darstelll, wie er in höchster 'Vollkommen­heit sein soll, aus den jeder -angehende Richter mit dem 'Vorsatz schauen darf: so mutz ich und so will ich werden! eine solche Ration darf ehrlich darauf bauen, dah sie auch die Ver­trauenskrise ihrer Rechtspflege überwinden und den deutschen Richter hervorbringen wird, den das in Freiheit sich selbst regierende Deutschland von heute und morgen braucht und verdient. Änd unter der Ueberschrist:Justiz und Politik" schreibt Rudolf Olden imBerliner Tageblatt": Der Reichsgerichtspräsident Simons hat, ent­gegen der bisher nie durchbrochenen Tradition, den Vorsitz in einem Strafsenat über­nommen und hat diesen Vorgang öffentlich in einem aufsehenerregenden Schreiben damit be­gründet, dah er die Justiz in Strafsachen für wichtiger, bedeutungsvoller als die zivilistische halte. Hier haben wir das Zeugnis des höchsten richterlichen Funktionärs dafür, dah es erhebliche Gradunterschiede in der Beschäftigung der Richster gibt, was den Zusammenhang ihrer amtlichen Tätigkeit mit dem öffentlichen Leben angeht.

Frankfurt als Messe- und Industriestadt.

WSR. Frankfurt a. M., 16. Dez. Auf eine Anfrage in der heutigen Stadtverordneten- sihung, welche Vorkehrungen der Magistrat zur weiteren Abhaltung von Messen in Frank­furt a.M. getroffen habe, angesichts dessen, dah hiergegen infolge des dürftigen Ausfalls 'er letzten Herbstmesse in weiten Kreisen 'Be­denken bestünden, führte Oberbürgermeister Dr. Land mann u. a. aus: Man sei bei den Der- 6<ni6Iungen über die Umgestaltung des deutschen Messenwesens mit dem Reichsverband der beut- scheu Industrie zu der Ansicht gekommen, daß Frankfurt a. M. als M e s s e st a d t w ei- ter auggebaut werden müsse. Aufgabe der Stadt Frankfurt würde es fein, eine ausge­dehnte Konzentrationspolitik zu betreiben und

Ansiedlungsmoglichkeiren für die Industrie zu schaffen. In diesem Sinne feien auch besondere die Eingemeindungen für Frankfurt wichtig, um hierdurch Ansied - lungsgeländc für die Industrie zu schaffen. Frankfurt muffe bemüht fein, die In­dustrien, die für Frankfurt von öffentlicher ?Se- deutung feien an Frankfurt zu hallen und ui binden. In dieser Richtung feien auch Verhand­lungen mit dem Fuld-Telephonlonzern geführt worden. Einen Hauvifchlager habe ja Frankfurt durch die 'Verlegung der I.-G.-Farlrimiichustrie nach Frankfurt gewonnen. Durch den Ausbau seiner Schiffahrtswege werde Frankfurt dank dem Entgegenkommen des Reichs Verkehrs- Ministers bessere Verkehrsmittel schaffen können. In der augenblicklichen Umgestaltung des deui- scheu Wirtschaftslebens werde Frankfurt bestrebt fein. Handel und Industrie, die für Frankfurt Bedeutung haben, zu erhalten und Mt konzen­trieren.

O Herhessen.

Landkreis Gießen.

u. Heuchelheim, 16. Dez. Die Tief er­leg u n g des Bieber baches und dessen Fassung in ein Betonbett in der Brauhausstrahe ist nun soweit beendet. Gegenwärtig worden noch die beiden Betonbrücken ausgesührt. Eine Menge Erwerbsloser hat durch die Ausführung dieser- 'Arbeiten wochenlang lohnende Beschäf­tigung gesunden. Die Äoften für die Gemeinde sind nicht besonders hock), da eine beträchtliche Summe aus der produktiven Erwervslosenfür- fovgc vom Staate bezahlt wird. Die Chaus­sierung der verlängerten Heine- st r a h e bi- zum Sportplatz soll ebensalls noch in diesem Winter ausgeführt werden, da auch hierfür Mittel vom Staat zur Verfügung gcftelll sind. Gleichzeitig soll dann der Sportplatz bis an die neue Straße vergrößert werden. Da der Sportplatz zugleich als Festplah dient, ist der richtige Ausbau der Heiuestrahc zu diesem eine unbedingte Rotwendigteit. Bei den jetzigen Zuständen ist der Platz, besonders bei nassem Wetter, mit einem Fuhrwerk kaum zu erreichen. Wenn der Sportplatz mit umliegendem Gelände, wie man hört, bei dem im nächsten Jahre hier stattfindenden Gauturnfest als Festplatz dienen soll, dann muß so bald wie möglich mit der Aus­führung dieser Arbeiten begonnen werden. Die Schaffung der Wasserleitung scheint nun auch mehr in den Vordergrund zu kommen. Dem Gemeinderat lag ein von der FirmaBa- mag" 'Berlin auggearbeiteter Plan mit genauer Berechnung und Kostenvoranschlag vor, der die Aussührung der Leitung im Anschluß an das Retz der Stadt Gießen vorsah. Die­sem Plan steht man hier etwas skeptisch gegen­über. Man hat hier mit dem elektrischen Licht, das ja bekanntlich von dem Elektri­zitätswerk Gießen bezogen wird, Erfah­rungen gemacht, die zu einer neuerlichen Bin­dung mit der Stadt Gießen nicht gerade ermuti­gen. Jedenfalls ist die Rotwendigteit der An­lage einer Wasserleitung und gleichzeitiger Kanalisierung erkannt worden, und auf dem einen oder anderen Wege wird die Aus­führung des Projektes in naher Zukunft auch vor sich gehen muffen.

L Lang-Göus, 16. Dez. Bürgermeister Müller von hier hat sein Hl m t niederge­legt. Die Gemeinde wird also bald mit der Reuwahl eines Bürgermeisters zu rechnen haben.

ED Lollar, 16. Dez. Nachdem feit etwa acht Tagen in dem benachbarten Staufenberg die Maul- und Klauenseuche herrscht, ist sie jetzt auch bei dem Faselvieh der hiesigen Ge­rn ei nde im Gemeindestall seftgeftellt worden.

* Daubringen, 17. Dez. In unserem gestri­gen Bericht über das ungewöhnlich schwere Schwein des Weißbindermeisters Emil Schäfer ist ein Setzfehler enthalten, den der aufmerksame Leser wohl selbst schon erkannt hat. Das Schwein ist natürlich nicht 401 Zentner, sondern 401 Pfund schwer.

) Lich, 16. Tez. Zu einer Sehenswürdigkeit sind die in unserer Stadt aus Eisenbahn­wagen geschaffenen R v t w o-hn u n ge n ge­worden, die in der Butzbacher Straße ausgestellt sind und .vuevnb die Aufmerksamkeit der Passan­ten erregen. Vor einigen Tagen waren eine An­zahl Bürgermeister aus den Kreisen Gießen und Büdingen hier zur Besichtigung, die sich über

den, als das Buch als ..Kapitalsanlage" längst entlarvt war. Der deutsche Verlagsbuchhandel befand ''ich zunächst ziemlich ratlos vor der Tatfache, daß große Kreise dem Buche geradezu feindlich gccnübcrftanbcn. Psychologisch eine voll­kommen klare Sache. Drei Jahre Inflation, hat­ten den Charakter des Buches so total ver­ändert, zum Teil durch Schuld der Verleger, daß der deutsche Leser in der Tat das Lesen nahezu verlernt hatte. Er hatte seine. Bücher jahrelang nicht mehr zum Lesen, sondern als Sachwert", als Kapitalsanlage gekauft.

Cs hat lange gebraucht, bis der deutsche Buchhandel zur Einsicht tarn und umlernte. Erst ganz allmählich erfolgte in letzter Zeit die Um­stellung zum billigen Buch, zum vrirklichen L e s e - Buch. Reben anderen hat der 'Verlag Georg Müller in München es zweifellos gut ver­standen. aus der wirtschaftlichen Lage und aus der Psychologie der Lesewelt heraus die richtige Folge zu ziehen, indem er feinen TvpuS des G evrg - M ü l l e r-Z w ei-M arl-Buches" schuf, einen 'Buchtypus, glückliches Endergebnis aller her vielfältigen buchkünstlerifchen und bib­liophilen Experimente der Inflationsjahre. Von den Zwei-Mark-Düchcrn des Verlags Georg Müller liegen bereits 60 Bände vor. 30 neue sind soeben erschienen. Die Ausivahl, weder banal "noch etclufib, ist geschickt getroffen worden. Die Sammlung enthält 'Rainen ioie Frank Wede­kind, Wilhelm Schäfer, Otto Julius Bierbaum und Benno Rütteiw ner, Hans Friedr. Blunck und Franz Blei, Claude Farrere uni) Wilh. Weigand, um nur einige der zeitgenössischen Autoren zu nennen.

Aber das Programm, vas die Sammlung sich zu stellen scheint, greift noch viel weiter aus. Wir finden vertreten Stevenson mit fünf Bänden, Stifter, Arndt, E. Th. A. Hoffmann, Storm. Otto Ludwig und den amüsanten Hoshistorikcr Eduard Dehsc, vertreten sind von den Russen Tolstoi, Dostojewski. Ljeßkow, Turgenjefi. Puschkin, Gar» schiu, Kuprin: von Franzosen die Brief« der Pompadour, ein Bändchen Villiers, Stendhal mit einer vorzüglichen Auswahl, Bvutet. Pierre Loti, Pierre Mille, Alfred de Müsset, übersetzt rro Alfred Reumann, Balzac. Baudeloire. Chi­

nesische Rovellen werden geboten, wie Klassisches der Lvngus und Apulejus, Liebesnovellen der italienischen Renaissance undDeutsche Volks­bücher". Kurz, cs ist eigentlich alles da. Mit großem Geschick ist die bei solchen Sammlungen oft übliche Wiederholung von 'Rachdrucken un° geschuhter Autoren vermieden. Geboten wird wirklich Originales, und zwar zu einem Preise, der etwas pinwahrscheinliches hat, wenn man die materielle Qualität der wirklich reizenden Bänd­chen zum ideellen Wert der gebotenen Literatur addiert. Hier scheint endlich ein verniiaftiges kaufmännisches Prinzip Gestalt aewonnen zu haben: Großer älmsatz mufj bei kleinem Ruhen das plnternehmen rentabel zu machen. Der große plinsah ist ihm von Herzen zu gönnen.

Kind unter Wölfen.

In einem Dorf im Westen der englischen Provinz Bengal lebt ein eingeborenes Kind, das halb Mensch und halb Wolf ist. Wie englifche Blätter kürzlich berichteten, wurde der Mifstonar des Gebietes Darauf aufmerksam gemacht, daß im WaldeDämonen" leben sollten, die bisweilen aus einem Loch am Fuß eines Ameisenhügels hervorkröchen. Der beherzte Misfionar begab sich mit 16 Eingeborenen an die Stelle, und nachdem man den Eingang Der Höhle erweitert hatte, muhte men mehrere Wölfe heraus­treiben, und fand dann darin zwei Wolssjunge und zwei Mädchen, das eine von 2, das andere von 8 Jahren. Die Kinder waren kaum noch als Menschen anzusprechen: sie liefen auf allen Bieren, stießen bellende Schreie aus, die an das Geheul der Wölfe erinnerten, und zeigten ihre Zahne. Man brachte diese unter Wölfen aufgcwachsenen Kinder in ein WeifenhanS, wo das jüngere Mädchen an Ruhr starb. DaS ältere lebt noch und hat gelernt, aufrecht zu stehen und zu gehen, ein paar Worte zu sprechen, mit den Händen zu elfen und Kleider zu tragen. Aber wenn eS sich fürchtet oder erregt wird, fällt daS Mädchen in die Wolfshaltung zu­rück, kriecht auf allen Bieren, ißt mit dem Munde direkt aus der Schüssel und reiht sich die Kleider vom Leibe. Diese gut verbürgte Geschichte von Kin­dern, die unter Wölfen aufwuchsen, steht nicht ver­einzelt da, und eS zeigt sich, dah die Schilderung deSWollSkindes" in Kiplings DschungeLPuch der

diese Wohnungen sehr anettenneni) au-gesprochen haben. Die Wagen ruhen auf einem etwa 80 Zentimeter hohen, sauber hergestellten Funda- ment, sie sind vollständig unterteile« und haben durch Aufsetzung eines geschmackvoll ausgesühr- ten, glockenförmigen Daches das Aussehen von Ganenhäufem erhalten. Die Waggonfenster haben einflügeligen Klappfenstern Platz machen müssen: jedes Fenster ist mit einem Laden nerfeben. Ein geschmackvoller Anstrich gibt den Häuschen ein 'auberes, nettes Aussehen. Es sind insgesamt vier Wobiiungen. die zusammen ^einc Häufer- gNippe bilden, in deren Mitte fich^ein Spielplatz für Kinder befindet. Jeder Famllie wird anschlie­ßend an die Wohnung ein Heine» Hausgärt- ch e ii zugeteili. Die Bauten sind in der vorigen Woche sämtlich bezogen worden, und die Be­wohner sind mit ihrem neuen Heim fehr zu­frieden. Die Stadt Lich hat durch Erwerb von drei Wiesen sich die Möglichkeit ge­schaffen, den Marktplatz an der Laubacher- strahe bedeutend zu erweitern. Der Platz soll für die Folge auch als S p o r i p l a h dienen. Damit ist einem dringenden Bedürfnis Rechnung getragen und ein jahrelanger Wunsch der Bewc- gungsspieler dank der plnterstützung durch die Stadtverwaltung endlich in Erfüllung gegangen. Bei der diesjährigen Viehzählung wur­den gezählt in der Gemarkung Lich 149 (144) Pferde, 493 '531) Stück Rindvieh. 330 <362) Schafe, 465 < 488) Schweine, 274 (275) Ziegen und 3596 < 3301) Stück Federvieh und in der: Gemarkungen Ko Inhausen, Hof Aldach und Mühl- fachfen 30 134) Pferde. 87 <94< 5K& Rindvieh. 115 (137) Schafe, 116 (128) Schweine. 283 < 280) Stück Federvieh. Die eingeklammerten e^ihlen geben das Ergebnis der .^hlung im Jahre 1925 wieder.

Hungen, 16. Dez. Gestern tagte hier ünSolmser Hof" der BezirkSlehrer- verein Hungen unter dem Vorsitz des Ob­manns. Lehrer Welter- Ronnenroth. Gleich­zeitig war eine größere Anzahl von Lehrern aus den umliegenden Bezirks!ehrervereinen erschie­nen. Auch der Kreisobmann, ßebrer Sommer- Großeii-Linden, war bei dieser Tagung zugegen. Der Obmann des Landeslehrervereins, Rektor Reiber-Dannstadt. war der Einladung des hiesigen Bezirksvereins gefolgt und behandelte in einem längeren Dortrage die geplante D i r t- s ch a f t s b e i h i l f e. iowie weitere wirtschaft­liche und imierpolitische Fragen. Der Vortrag wurde von den Erschienenen mit gemischten Ge­fühlen ausg.nommen. zumal der Redner darlegte, daß für Schule und Lehrerschaft eine trübe Zu­kunft vvrlicge. die jedoch jedes Mttglied zur vollen Pslichtcrsüllung und Dereinstreile anfpornen müsse. Der Kreisobmann, Sehrel Sommer, sprach gegen die Arbeitsgenieinschaften innerhalb des Landeslehrervereins, die eine Zersplitterung des Vereins hervorriefen. Obmann Reiber be­tonte jedoch, daß von einer Zersplitterung, im besonderen durch d'.e Arbeitsgemeinschaft der Rek­toren, nicht die Rede sein könne. Rach einer kurzen Aussprache schloß der Versammlungsleiter die Tagung mit herzlichen Dankeswvrten an den Obmann des Landeslehrervereins.

* Ebe r st a dt. 16. Dez. Unser Rad­fahrerverein veranstaltete am vorigen Sonntag einen Theaterabend, dessenHaupk- ftück die Ailfführung eines DramasZwei Brüder" oderDas Jubiläum in. der Miihle" bildete. Anschließend wurden noch »Wei Lilstspiele gegeben. Die Darbietungen fanden den lebhaften Beifall der zahlreichen Besucher.

Kreis Schotten.

Oe der«. 16. Dez. Zum Leiter der hiesigen höheren Schule (ehemals Pri vat-Hofkaplaneischule) wurde vom Landesamt für das Bildungswesen der Studienafseftor Schuch­mann ernannt. In den letzten Jahren war die Bautätigkeit in unserer Stadt recht stark. Eine neue Straße mit freundlichen Ein­familienhäusern. sowie einer Gendarmerie- und Eisenbahnerwohnung und einem Gemeindehaus der Bapt. Gemeinde ist entstanden, die den Hamen Am Brühl" trägt. Die Straße ist in ihrem oberen, weitaus größten Teile ausgebaut und mit Fußsteig versehen. Rach ihrem völligen Ausbau wirb sie die Verbindung zwischen demHerrn- toeg und" der Wennigser Straße Herstellen. Zur Zeit laßt die Gemeinde einen Reu bau als sog. Gemeindehaus errichten, der mehrere Wohnung­suchende aufnchmen soll. Auch im kommenden Jahre dürfte die Bautätigkeit hier recht lebhaft

Wirklichkeit abgelauscht ist. In Indien, wo die Wölfe-ganz nahe an die Dörfer herankommen, wer­den nicht selten Kinder von diesen Raubtieren ge­stohlen. Manchmal fteffen die Wölfe ihre Deute, manchmal aber ziehen sie auch die Kinder mit ihren eigenen Jungen auf. In allen den Fällen, Denen man nachgehen konnte, stellte man fest, daß DieseKinberunter Wolfen gar keine menschliche Intelligenz zeigten, nut eine tierische Liebe zu denen hatten, die freund­lich mit ihnen waren, und eine tierische Abneigung gegen die, die fie flickt gut behandelten. Ein eng­lisches Ehepaar, das in Lucknow lebt, adoptierte einen kleinen indischen Jungen, den man gefunden hatte, wie er mit zwei Wölfen zusammen Waller aus einem e^tuß trank. Als man ihn von den Wölfen trennte, biß und kratzte er wütend um sich. Et konnte kein Wort sprechen und handelte ganz nach seinem Instinkt. Allmählich aber hat sich Das Kind menschlich entwickelt. In den meisten Fällen werden Diese Kinder von weiblichen Wölfen fort- getragen und aufgezogen: wenn sie Dann zu groß find, um noch in Die Höhle der tierischen Stiefeltern hineinkriechen zu können, werden sie häufig gerettet. Ein solches männlichesWolfSkind" entdeckte man vor einigen Jahren vor dem Eingang einer Wolfs- Höhle in dem indischen Agra-Gebiet. Das Kind wurde, nach dem MifsionarS-Ashl von SccugDra gebracht und blieb dort 30 Jahre lang, bis es starb. Aber in dieser ganzen Zeit tonnte cs nicht dazu gebracht werden, auftecht zu stehen, lernte auch nicht sprechen und nur rohes Fleisch. Dor einiger Zeit jagte eine Gesellschaft von Engländern in dem Raini-Tal-Bczirk in Indien. Man stieß auf eine Affenherde, die grunzend und schnatternd entfloh, und war überrascht, unter den Affen ein Wesen erblicken, das viel inenschlicher aussah als die übrigen. Man glaubte zuerst, daSmissing link" ent­deckt zu haben. Aber als man das Geschöpf fing, fand man, daß es sich um ein geraubtes Kind handelte. Denn man konnte Die Impfzeichen an Den Armen feststellen. Es war ein kleines Mädchen, das in früher Kindheit unter die Affen geraten war: war mit dichtem Haar bedeckt, 'chnatterte und flelfchte die Zähne wie die Affen, wollte nur Rüste und rohe Früchte esten und glich in allen seinen Bewegungen den Tieren, unter denen es äugen» scheinnch lange gelebt hatte.