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Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
Verantwortlich für Feuilleton i. 23.: Dr. Fr. W. Lang e.
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Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Sonntag, 18. Juli.
8—9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Evangelischen Verein Rordost, Frankfurt a. M. 11—12 Uhr: Vortragsstunde Joseph Bunzl (Berlin): „Das Paradies der Tiere". 12—1 Uhr: Chorkonzert. 3—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4—5 Uhr: Übertragung von der Gerbermühle: Konzert des Harmonie-Orchesters des Frankfurter Orchestervereins. 5—6 Uhr. Konzert des Hausorchesters: Quer durch Europa. 8.30—9.30 Uhr: Schubert-Abend. 9.30—10.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Liederabend moderner Operetten. Anschließend bis 12 Uhr. Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkiape'lle.
Montag, 19. Juli.
4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Carl Zeller. 5.45—6.05 Uhr: Die Leiestunde, 6.45—7.15 Uhr: „Der Aberglaube in Medizin und Kriminalistik , Vortrag von Otto Schwerin. 7.15 bis 7.45 Uhr: „Von deutscher Arbeit in den Vereinigten Staaten von Amerika", Vortrag von dB. Mashack, Stuttgart. 7.45—8.15 Uhr: Funk- Hochschule Frankfurt: „Walther von der Vogelweide", Vortrag von Prof. Raumann. 8.15 Uhr: „Clavigo", ein Trauerspiel von Goethe.
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Bochumer Guß ..... Buderus . ......
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Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. .
Larven« Bergbau
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. . . . . Laurnhükte ..... Oberbedars .......... 'Bbönir Bergbau . Rheiintahl ...... Nicbeck Montan .......
TelluS Bergbau
Hamourg-Äiuerika Pake». . . Norddeutscher Llovd . . , ychcramische Werke «kbln . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Hos,mann . . . .
Anglo-Cont.-Guano Chemische Mäher Alapin . . I- G ^arbenindnstrie, A-G. Goldschmidt . . ...... Holzverkohlung MitgerSwerkc Scheideanstalt Mg. Clektrtzitäts-Gesellschaft Bergmann . ...... Mamkraftwerke ....... Schlickert . ......
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futter Armaturen . , ervenfabril Braun . . . MetaNgelell^chakt ffrankfutt. Pet. Union A.-G. ....
Schuhlabttk Herz . . .... Sichel . . Zellstoff Waldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Wirtschaft.
Börse und Geldmarkt.
Vach der wochenlangen Hausse-Stimmung ist an der Börse nunmehr Ruhe eingetreten, die allerdings von einer recht beträchtlichen Kurserschütteruna eingeleitel worden ist. Es ist vielleicht kein Zufall, daß diese Erschütterung gerade an dem Tage eingetreten ist, an dem die Auflegung der deutschen Tranche der Stahl» werk-Anleihe einen so glanzenden Erfolg gehabt hat. Es ist während der Hausse vielfach, u. a. auch an dieser Stelle, die Ansicht ausgesprochen worden, daß sie von einem Teil der Großbanken stark geschürt werde, um der Stahlwerk-Anleihe einen guten Boden zu bereiten. Rach Unterbringung der Anleihe hat für die Banken die Hausse an Interesse verloren, und vielleicht sehen sie es nicht ungern, ihre geleerten Portefeuille zu niedrigeren Kursen wieder aufzu- füllen. Auch für das große Publikum, das sich bekanntlich in erheblichem Maße an den Termin- Spekulationen beteiligt hatte, galt der Kurssturz als ein Warnungssignal, seine Gewinne glattzu-- stellen. Hinzukommt, daß in der vergangenen Woche eine Reihe von erwarteten Finanz-Transaktionen mit ihren genauen Modalitäten bekannt geworden sind und damit der Dörsenphantasie der Wind aus den Segeln genommen worden ist. Und wie immer in solchen Fallen, hat sich heraus-
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frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbertchl des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 17. Juli. Tendenz: leicht
erholt. — Die Börsenveranlagung ließ am Wochenschluß eine leichte Besserung insofern erken-
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 17. Juli. Am letzten Wochentage machte sich an der Börse eine freundlichere Stimmung bemerkbar. Die ersten Kurse bröckelten Aroar noch leicht ab, doch setzte sich schon nach Feststellung der ersten amtlichen Notierungen eine Erholungum 1,5 bis 2 Prozent durch. Namentlich Montanwerte waren etwas mehr gefragt, da hier die Reichsbahnberichte über lebhaften Kohlentransport im Juni und der vorläufige Abbruch der Verhandlungen im englischen Bergarbeiterstreik stimulierten. Auch die leichte Besserung
fTnden Sie in unserem 1
Aumrlca
* Deutsche Luftschiffahrts-Ak t.» Ges. in Friedrichshafen. Die H. V. genehmigte den Abschluß 1925. der einen Verlust von 27 376 Rrn. ausweist. Rach dem Geschäftsbericht soll das neue Luftschiff in erster Linie Propagandafahrten dienen, die die Verwendbarkeit der Zeppeline im Fernverkehr zu erweisen hätten. Die Delag-Besahung, die unter großen Opfern zusammengehalten werden konnte, wird bei diesen Fahrten wieder Verwendung finden.
* Tleberzeichnung der Bayerischen Dollar-Anleihe. Die von dem Bankhaus Harris Forbes 8- Co. und der Equitable Trust Co. gestern in Reuhork aufgelegte 6'^vrozentige 10 Mill. Dollar-Anleihe des Bayerischen Staates, die bekänntlich den zweiten Teil der im vorigen Jahre genehmigten Bayerischen Auslandanleihe in Höhe von 25 Mill. Dollar darstellt, ist überzeichnet worden.
* D ieGründe für den neuen Franke n st u r z. Die neue Abwärtsbewegung des Franken dürfte auf den Ausweis der Dank von Frankreich zurückzuführen sein, nach dem der Staat neue Vorschüsse in Höhe von hundert Millionen Franken erhalten hat. Auch die Handelsbilanz, die ein Defizit von 2V,'Milliarden auf- weist, dürfte zur Wwärtsbewegung beigetragen haben.
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f>en, alb die Aogaoencigung weniger stark zum Ausdruck kam. Der Markt zeigte sich etwas widerstandsfähiger als an den Vortagen, so daß die Al'tienwerte zum Teil auf dem g e st r i g e n Niveau eröffneten. Teilweise kam es auch zu leichten Befestigungen, die sich aber im Rahmen von 1 bis 2 Prozent hielten. Das Kürsbild gestaltete sich im allgemeinen unregelmäßig, da auch neue Abschwächungen zu verzeichnen waren. Die Spekulation, die sich wieder etwas zuversichtlicher zeigte, betätigte sich in einigen Rückkäufen, die aber im großen und ganzen unbedeutend blieben und nicht ausreichten, der Umsatztätigkeit einen lebhaften Charakter zu geben. Nach Erledigung der ersten Kaufaufträge wurde es im Börsensaal wieder sehr ruhig, und nur vereinzelt kam es zu einem Aufflackern des Geschäfts. Montanaktien eröffneten unregelmäßig und eher weiter abgefchwächt. Gegenüber den gestrigen Abendnotierungen wurden niedriger. Deutsch-Lux minus 1, Mannesmann minus 0,5, Gelsenkirchen minus 0,25, Riedeck minus 1 Prozent. Unverändert blieben Phönix und Rheinstahl. Höher wurden: Harpener plus 0,3, Rheinische Braunkohlen plus 2, Romdacher Hütte plus 3 Proz. Bon Elektrowerten, die stilles Geschäft hatten, konnten AEG. etwa 0,75 Prozent gewinnen, während Schlickert eher nachgaben. Farben- aktien wurden etwas reger gehandelt und konnten 2 Prozent anztehen. Holzverkohlung plusj) Prozent. Der Bankenmarkt hatte durchweg ansehnliche Aufbesserungen zu verzeichnen. Schiffahrts- aftten lagen weiter schwach. Hapag minus 1,5, Norddeutscher Hloyd minus 0,5 Prozent. Von Autoaktien lagen Kleyer 3 Prozent höher. Bauaktien wiesen leichte Erholungen auf. Zellstoffaktien bröckelten dagegen weiter ab, desgleichen Zuckerakkien. Deutsche Anleihen lagen bei lustlosem Geschäft unverändert. Von ausIändi - scheu Renten lagen Türken gebessert. Der Freiverkehr blieb umsatzlos. Becker Stahl 20,5, Brown Boveri 115, Benz 86, Entreprise 7, Growag 60, Krügershall 110, Ufa 40,5, Ufra 80 Prozent. Der weitere Verlaus war unsicher, die Kurse schwankten hin und her. J.-G.-Farben gingen auf 241 Prozent zurück, um dann wieder 0,5 Prozent anzuziehen. Die Tendenz war im allgemeinen eher zum Nach- geben geneigt. Der' Geldmarkt war etwas angespannt. Tagesgeld 5 Prozent, Monatsgeld 5,25 bis 6,75 Prozent. Jndustrieakzepte 5.25, Privatdiskonten 4,5 "Prozent. Im . Devifenverkehr waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Paris stellte sich gegen London auf 204, Brüssel auf 206, Mailand notierte 144 gegen das Pfund.
des französischen Franken bot der Börse eine Anregung. Nachdem sich die sog. Frankenfluchtkäufe mehr als Hausseanregung bestimmter Kreise erwiesen haben und von neuen Auslandkäufen nicht mehr die Rede ist, sieht man die Frankenverschlechterung wieder als das an, was sie in Wirklichkeit ist: eine ungeheure Erschwerung der deutschen Ausfuhr- arbeit durch Förderung des französischen und belgischen Dumping. Das Geschäft am Devisenmarkt war ebenfalls eng bearenzt. Paris stellte sich anfangs gegen London auf 202,75, erholte sich dann später bis auf 199. Brüssel notierte 200 nach 205 gegen das Pfund. Mailand lag unverändert. Am Geldmarkt ist die Lage weiter leicht. Tagesgeld 4 bis 5 Prozent, Monatsgeld 5 bis 6 Prozent.
Dörlenkrmc.
(Ohne Gewähr.)
gestellt, daß die Phantasie der Wirtlichkeit weil vorausgeeilt ist. Man hatte bei den I. G. - F a r - ben eine große Kapitalerhöhung erwartet, die mit einem recht beträchtlichen Dezugsrecht verbunden sein sollte. Herausgekommen ist lediglich die Fusion mit Köln-Rottweil, wobei das Ämtauschverhältnis bereits durch die Börse vorweg reguliert worden ist. Bewahrheitet haben sich trotz der verschiedensten Dementi die Kapitalerhöhungen der großen Schifffahrtsgesellschaften. Hier enttäuschte das Bezugsrecht, obwohl man sich hätte sagen müssen, daß die Gesellschaften keinerlei Veranlassung haben, bei dem derzeitigen Kursstände mit der Reu-Emission noch näher an den Paristand heranzugehen, als sie dies tun. In erheblichem Maße hat auf die Kursgestaltung die Maßnahme der Reichskreditgesellschaft e’n» gewirkt, und insbesondere auch die Form, in der diese Maßnahme bekanntgegeben worden ist. Es handelt sich darum, daß die Reichskreditgesellschaft an der Börse bekanntgab, daß sie für den Medio Juli nur noch etwa die Hälfte der Reportgelder, die fie zu Ultimo Juni zur Cß rfugung gestellt hat, zur Verfügung zu stellen beabsichtige. Die Reichskred tgesellschaft begründet" diesen Schritt mit der Ueberlaftung ihres Personals, eine Begründung, der man wenig Stichhaltigkeit beimaß, da hierin das Eingeständnis technischer Unzulänglichkeit liegt. Man nimmt vielmehr an, daß das Ergebnis dieses Schrittes, Einengung der Spekulation, auch in der Hauptsache beabsichtigt war. Daneben dürft» man richtig vermuten, wenn man in diesem Schritt einen Druck auf den Dörsenvorstand sieht, den Medio abzuschaffen. Der Wunsch auf Abschaffung des Medio ist bekanntlich an der Börse sehr verbreitet. Der Widerstand soll im wesentlichen bei den Danken liegen, die auf die mit der Medio-Prolongat'.vn verbundenen Provisions-Einnahmen nicht verzichten wollen. Auch die Bereitwilligkeit, die verschiedene Banken zum Ausdruck gebracht haben, bei der Prolongation zum Medio besonderes Entgegenkommen zu Egen, vermochte nicht, einen Umschwung her beizuführen. Unter Berücksichtigung unserer gesamten Wirtschaftslage haben ja schließlich auch die Börsenkurse eine Höhe erreicht, die ein» Stetigkeit der Besserung schon vorwegnimmt. Man wird daher, zumal wir jetzt mitten in den Ferien stecken, mit einigen ruhigen Wochen an der Börse zu rechnen haben. Eine unbekannte Größe bildet noch die bevorstehende Einführung der Aktien der Bereinigten Stahlwerke an der Börse. Man ist sich nicht klar darüber, ob neben den Aktien der Muttergesellschaft nun auch noch daS gesamte Aktienkapital der Tochtergesellschaften der Verein'gten Stahlwerk? an der Börse eingeführt werden soll, da alsdann für einen und denselben Sachwert zwei Arten von Aktien im Umlauf wären. Hierüber werden wohl die nächsten Tage Klarheit bringen.
Wie zu erwarten, war die Anspannung am Geldmarkt zum Halbjahres-Ultimo nur von geringer Dauer. Schon die Diskont-Ermäßigung der Reichsbank ließ daraus schließen, daß die alte Flüssigkeit recht bald wieder eintreten werde, und bereits eine Woche nach dem Ultimo war der alte Sah von 3 bis 5 Proz. für tägliches Geld wieder erreicht. Der Medio hat überhaupt keine Einwirkung auf die Geldfätze gehabt. Es erscheint aber zweifelhaft, ob sich dieser Geldüberfluß bis zum Herbst hält. Es stehen zur Zeit dem Markt kurzfristiger Gelder große Geldmengen zur Verfügung, die in Bälde ihrem endgültigen Zwecke zugeführt werden. Die starke Beanspruchung des inneren Kapitalmarktes, sowohl von kommunaler Seite wie auch für die Durchführung des Arbeitslosenprogramms, und schließlich die im Herbst zu erwartende 200-Millionen-Reichsanleihe dürste doch dem jetzigen Geldüberfluß auf längere Zeit ein Ende machen.
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mit einer Hingabe, ja Verliebtheit, die über feine malerische Sachlichkeit weit hinausging.
Wir lagen wohlig im Gras am Waldrand, plaui'ericn heiter, rauchten mit Genuß unsere Zigaretten, sahen über der paradiesischen Landschaft ein paar silberne Möwen leichtbeschwingt in der Sonne fliegen — und verträumten eine jener glückhaften, über das Irdische fast schon h nausgehovenen Viertelstunden, wie sie nicht allzu häufig sind im Wirbel dieses flüchtigen Daseins.
Dann schwangen wir uns wiedex auf die Räder, rollten auf den menschenleeren Landstraßen durch Wiese, Wald und Feld, und nicht lange, bei Seebruck, da sahen wir wieder über die mächtige, blinkende Fläche des Chiemsee, des geliebten Wassers, an dessen lieblichem Ufer wir wohnten.
Wanderfahrten.
3m Vogelsberg.
Freunde des Vogelsbergs und solche, die es werden wollen, werden es zu schätzen wissen, wenn fie von Zeit zu Zeit auf Stellen dieses lange mit Unrecht so verschrieenen Gebirges aufmerksam gemacht werden, deren Schönheiten in Touristenkreisen noch nicht gewürdigt werden, weil sie ihnen unbekannt sind, und die daher eine unverdiente Aschenbrödelei spielen. Der Touristenverkehr geht an ihnen vorüber. Eine knappe Stunde östlich der Station Nösberts liegt im Lüdertale das freundliche Dörfchen Heisters. Wir durchschreiten es und schlagen den Weg nach dem benachbarten, noch reizvoller gelegenen Dörfchen Zahmen ein. Kaum haben wir dos letzte Haus des erstgenannten Dorfes passiert, so eröffnet sich uns ein wunderbarer Blick in das Tal der Lüder, hier „Steigertal" genannt. Die Natur hat hier ein Landschaftsbild geschaffen, das geradezu voralpinen Charakter hat, zumindest aber an Harz und Schwarzwald erinnert. Wir wissen nicht, sollen wir unsere Aufmerksamkeit zuerst dem zwischen felsenbedeckten Talwänden dahinplätschernden, über Sieingeröll hinwegeilenden Flüßchen zuwenden ober die idyllisch am Waldrande im Hintergründe liegende „Kohlenmühle" mit ihrem roten Dache, die dem ganzen Gemälde einen besonderen Reiz und einen gewissen Abschluß verleiht. Weithin schweift der Blick über den „Steigerwald" hinweg und läßt weitere Schönheiten ahnen. Ein nicht minder anziehendes Bild bietet das etwa eine Viertelstunde entfernte Dörfchen Zahmen mit feinem terrassenförmigen Aufbau am Bergesabhang. Seine freundlichen Fachwerkhäuser laben den Wanderer zum Verweilen ein. Besonders in der Richtung nach dem benachbarten preußischen Dorfe Blankenau bieten sich wundervolle Ausblicke. Alte Grenzsteine (zwischen preußischem und hessischem Gebiete) tragen ab und zu noch eingemeißelt die Buchstaben G. H. (Großherzogtum Hessen) und K. P. (Königreich Preußen). Der Volkswitz überseht dies mit „Großer Hunger" und „Kleine Portionen", was in diesem Zusammenhänge erwähnt sei. Möge der eine ober andere wanderlustige Leser, dem diese Zeilen zu Gesicht kommen, den Versuch machen und seine Schritte in diese unberührte Vogelsbergnatur lenken. Er wird cs nicht bereuen. L. G.
Herborn—Forsthaus Reuhaus—Donsbach- tal—Dillenburg.
Wir fahren mit dem Frühzug 6.33 älhr nach Herborn, durchwandern daS interessante Städtchen, um in der Rahe der Dillbrücke auf ein blaues H zu stoßen, dem wir nunmehr folgen. Sn mäßiger Steigung, ziemliche Windungen machend, gelangen wir zu einer Schuhhütte, Schöne Aussicht genannt, von wo wir einen hübschen Blick auf Herborn, das Dilltal und u. a. auch auf Ruine Greifenstein haben. Die weitere Wanderstrecke gestaltet sich immer mehr zu einer genußreichen Wanderfahrt. Von einem Hochplateau, 'der sog. Platte, genießt man prächtige Ausblicke auf die Berae des Hohen Westerwalds, auf - Schluchten und Täler, auf Wälder und friedliche Dörfchen, namentlich auf das malerisch gelegene 9 Llckersdorf, das wir spÄer auch durchschreiten. Durch Wald und Feld gelangt man in etwa 3stündigem Marsche nach dem herrlich auf steiler Waldeshöhe gelegenen Forsthaus Reuhaus, wo gute Unterkunft ist. Der Weitermarsch führt durch das liebliche Donsbachtal, dann durch Donsbach nnd hierauf über einen Höhenrücken mit wiederum entzückenden Ausblicken in H/j Stunden nach dem Endziel Dillenburg, dessen hochragender Wilhelmsturm schon von weitem grüßt.
Berlin, 16 Juli
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Frankfurt a.M.
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14.25
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4,208
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Banknoten.
(Ohne Gewähr.)


