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Anschließend himn trafen ebneten mit ben Merbem ause zu einem Keinen N'tn. Bet bie Besetzung der Stelle vche zu erwarten. Sine Der >n bie der neue Herr zu be- te wird die Beseitigung rsgesahr der Lahn sem. Jahren einen Wt W angenommen fot am Wasserlauf der °bem -benfWe in der letzten Zest i das Hochwasser w dieftw r X inWten Men atz ZW

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unteren Stadtteile und Vorstädte. Die Regulie­rung dürfte in erster Linie durch eine Tiefer- legung deS Flußbettes und durch bie Anbringung von betoe glichen Wehren an Stellt der jetzigen festen zu erreichen sein, die oberhalb und unterhalb der Stadl angebracht werden müssen. Dabei ist auch eine teilweise AerablegunH des Fluß lauf es nicht zu umgehen. Bei der Erbauung der Radelwehre wird auch die Errichtung eines städti­schen Kraftwerkes möglich lein. Be> der Lösung der Aufgabe spielt die D e rle g u n g des unteren LaufesberDill eine große Rolle, weil nur mit dieser Verlegung eine wirkliche Ein­dämmung der Hochwas'ersgefahr erreicht werden tann. An der evangelischen Volks­schule sollen zwei weitere Stellen für Kon­rektoren eingerichtet werden, für die die Lehrer S ch ne i d c r und Balz in Vorschlag ge­bracht worden sind. Für die Schule am S ch i l l e r p l a 1) ist eine neue Rektor st elle beantragt worden. Der evangelischen

Gemeinde wurde bekanntlich seitens derRhein- prvvinz ein Zuschuß von 6000 Mark zu den Renovierungskosten für die untere Stadtkirche bewilligt. 3n einer Besprechung der Kirchenvertretung mit Mitgliedern der preu­ßischen Regierung zu Koblenz ist nunmehr ver­einbart worden, daß mit diesen Mitteln die voll­kommen zerfallenen Fenster und der äußere Ver­putz erneuert werden sollen. Damit dürste den vielen Klagen über den trostlosen Anblick, den die Kirche jetzt äußerlich bietet, abgeholfen sein. Wie^wir hören, will nunmehr auch die Stadt­verwaltung die sogen. FranziSkaner- schule. die mit der Kirche baulich zusammen­hängt, in ihrem Aeußeren erneuern lassen, so daß auch hier eine wesentliche Verbesserung des Strahenbildes erreicht würde. Leider sind die Finanzen der Ktrchengemeinde zur Zeit so schlecht, daß an einen inneren Ausbau der Kirche auf absehbare Zeit nicht gedacht werden kann.

V Wetzlar. 16.Juni. Das Waldfest des Svang. Bundes, das am Sonntag ursprüng­lich im Finsterloh stattfinden sollte, fand in­folge deS schlechten Wetters einen Ersatz in zwer Evang. Dunbesfeiern, die amSonn- tagnachmittag und -abend imSchützengarten" stattfanden. Stimmungsvolle Chöre und gemein­sam gesüNgene Lieder verliehen den Feiern eine besondere Rote, die durch bie Rebe deS Pfarrers Haupt noch eindringlicher wurde. Im Mittel­punkt der Veranstaltungen stand die Auffüh­rung des SchauspielsAndreas Hofer" von Felix Xenier. Die Hauptrollen des Hofer und des Rafft lagen in den Händen der Schauspieler B e ch st e t n und Bandis Die übrigen Rollen wurden durch jüngere Mitglieder des Evang. Bundes dargestellt. Tiefe Stille und gespannte Aufmerksamkeit zeugten von der Ergriffenheit der Zuschauer. Die sehr zahlreichen Besucher gingen mit dem Bewußtsein nach Hause, eine ge­nußreiche, künstlerisch wertvolle Feierstunde ver­lebt zu haben.

XX Kinzenbach, 16. Juni. Das 50- jährige Bestehen eines bewährten Vereins festlich zu begehen, hat wohl auch in einer Zeit wie der jetzigen, seine Berechtigung. Unser Dorf rüstet zur Jubelfeier des Gesangvereins Eintracht" für den letzten Junisonntag. Richt in Gestalt eines Gesangwettstreites, sondern durch ein altgewohntes Volksfest, an dem sich die ganze Gemeinde beteiligt, will man diesen Tag würdig begehen. Eingeleitct am Morgen durch eine Ehrung für die Gefallenen an der Kirche, gilt es am Rachmittag vor allem die noch leben­den Gründer des Vereins zu ehren. Insgesamt 20 auswärtige Ga st vereine werden durch ihre Chöre erfreuen. Der rührige Diri­gent wird mit einem Massenchor hervor­treten, der aus 3 Vereinen gebildet ist. Die Festmusik wird von der Kapelle Topp ge­stellt. Der Festplah ist am Dorfeingang gewählt und bietet eine herrliche Fernsicht in das breite Lahntal.

Kraftsolms, 16. Juni. Die Postverwal­tung hat auf mehrfache Anregung aus den Kreisen der beteiligten. Gemeinden zugesagt, daß am 1. Juli in Kraftsolms eine Postagentur errichtet wird. Der neuen Postageniur werden auch mehrere Orte zur Bestellung zugeteilt, wie Kröffelbach, Nie­derquembach, Neukirchen und einige Gehöfte.

Oberlahnkrcis.

* Weilburg, 16. Juni. Hier wurden vier Fürsorgezöglinge. die aus der Erziehungs­anstalt Herborn ausgerückt waren, von der Polizei auf gegriffen und in die Anstalt zur besseren Verwahrung zurücktransportiert. Eine Schlä - g_e r e i unterZigeunern, die am Hastelbacher Stock stattfand, wird ein gerichtliches Nach­spiel haben. Mehrere der Beteiligten wurden ver­haftet und dem Gericht zugeführt. Unter den Fest­genommenen befindet sich auch ein Zigeuner, der vor einigen Tagen in Aumenau mehrere junge Leute angefallen hatte.

Kreis Biedenkopf.

Aus dem Kreise Biedenkopf, 16.6. Aus den Gemeinden des südlichen Teils des Kreises Diederrkopf kommt die Rachricht. daß es nun gelungen ist, eine Einigung der Postverwal­tung mit den interessierten Gemeinden wegen der neuen Autopostlinie Wehla rR a un- heim Waldgirmes H of Haina Rodheim a. d. Bieber zu erzielen. In Rod­heim erhält die neue Linie Anschluß nach Gla­denbach und Biedenkopf. Die Eröffnung dürfte im Laufe der nächsten Wochen zu erwarten sein. Besonders die Orte Raunheim und Waldgirmes begrüßen die Eröffnung bpr neuen Linie auf das freudigste.

Tberwefterwaldkreis.

WSN. Hachenburg, 16.Juni. In der Nähe von Hillscheid wurde gestern von einem unbe­kannten Täter auf die Frau eines Müllers ein Raubüberfall verübt. Nachdem er die Frau ausgeplündert hatte, brachte er ihr noch zahllose M e s s e r st i ch e bei. Ob auch ein Silk- lichkeitsverbrechen verübt wurde, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Frau fiegt lebensge­fährlich verletzt darnieder.

A Höhn, 16. Juni. Das > Wohlfahrtsamt hat damit begonnen, amStauweiherderUeber- landzentrale eine Badeanstalt zu eröff­nen. Die Arbeiten sind in vollem Gange. Im In-

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen, Lösungen nsw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

; Problem Nr. ««.

Don Carlo Saldivli.

Schwarz.

ab c ti e J e h

a b c d e r g h Weiß.

Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine Kh6; Da8; Lhl; Bä2.

Schwarz: 2 Steine Kh2; BH3!

Eine lehrreiche Aufgabe.

Partie Nr. 30.

Die nachfolgende Partie wurde im Moskauer Schachturnier gespielt.

Sicilianisch.

Weiß: Marshall.

Schwarz: Werllnskh.

1. e2-e4 1. c7-c5

2. b.2-b4

Dieser Zug, welcher in den letzten Turniexen in der Sicilianischen Eröffnung verschiedentlich angewandt wurde, ergibt nach Annähme des Rachziehenden, wie in jtzdern Gambit, ein ge­wagtes Spiel.

2..... 2. c5xb4

3. 12a3 3. e7ep

Ob hier 3.....b4Xa3 nebst d7- und g7-g6,

oder 3.....d7-d5, oder die gewählte Fortsetzung

von Schwarz die Richtige ist, läßt sich schwer ent- scheinen. Jedenfalls erhält Weih immer starken Angriff.

4. a3xb4 4. Lf8xb4

5. c2-c3 5. Lb4-c5

Weitaus vorsichtiger war 5 . ..., Lb4-e7

6. Sgl -f3 6. SbS-c6

7. Lf 1 c4 7. d7-d6

7 Sf6 nebst sofortiger Rochade' war vvrzu- ziehen-

8. 62-64 8. 85x64

9. C3X64

9. Lc5-b6

9 . . . ., Lb4+ nebst lo . ..., a5 kam hier in Be­tracht: doch dürfte Wertinskys Spielweise auch nicht zu verwerfen sein.

10. 0-0 10. Lc8-g4

10......Sf6 würde jetzt 11. La3 zur Folge haben

11. Ddl-b3 11. Lg4xf3

12. Lc4xf7 + 12. Ke8-f8

13. Lt7xgS 13. Th8xg8

Auf 13..., Lh5. was Wertinsky nach Beendi­gung der Partie als Bestes erklärte, entscheidet die Fortsetzung 14. 065!

14. Db3xf3+ 14. 068-to

15. Df3-h5! 15. Sc6x64

Aus 15....., L64: würde, lb. Ta3! folgen

16. Lei -a3! 16. T18 - e8

Wegen der Drohung 17. e4 - e5!

17. Sbl-c3 17. Te8-e5

18. Dh5-h3

19. Dh3-d3!

20. Tal-bl

18. Vlb-e6

19. g7-g5

20. Lb6-c5

21. La3xc5

21. d6xc5

22. f2-f4 22. g5xf4

23. Tflxf4 +

Marshall hat den Angriff glänzend geführt: die schwarze Partie bricht nun raich in sich zu­sammen.

23.....

24. Tblxb7 -

25. Tf4-f7

26. e4-e5

27. bd3-e4

23. Kf8-g7

24. Kg7-H8

25. Te5-h5

26. Sd4-f5

27. a7-a5

Schwarz ist verloren, was er auch ziehen! mag.

28. Sc3-d5 28. Tg8-d8

29. Tf7-iF6 29. De6-c8

Hier überschritt Schwarz die -Seil und ver­lor somit dke Partie: übrigens Hal der Rach­ziehende gegen die Fortsetzung 30 Tc7 keinen guten Zug mehr. 29..... 065 geht natürlich

nicht an, wegen 30. 065 , T65. 31. 1 f8 matt.

Losung des Problems Rr. 64. Don O. Remo.

1. Kc3-d2! nebst leichten Mattvarianten.

Richtige Lösungen zum Problem Rr 64 sandten ein die Herren: Lehrer Breidecker, G. Götz, Oberreallehrer Klippel, Pros W. von- hier. Die von vielen Lösern eingesandte Lösung 1. La3c5 scheitert an 1..., d7xe6.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom Redaktionstisch.

Mißverständnis.

Er kam nad) Hause und fand sie, wie sie an einem winzigen Kleidungsstück nähte. Ein Gedanke durchfuhr ihn. Er bückte sich zu seiner Frau nieder und tief in zaghafter Freude:Ist es war, mein Liebling?" Sie sah ihn groß und verwundert an: Rein, was du aber auch denkst! Das ist doch mein neues Abendkleid!"

Archäologie.

..Diese Ruinen sind über 2000 Jahre alt," er­läuterte der Fremdenführer.Das ist doch Blöd- sinn," sagte der Reisende entrüstet,wir haben doch erst 1926 "

Ausgeschlossen.

Frau Herfs zeigt gern ihre schöne Bildergalerie. Reulich kommt Frau Adamson zu Besuch.Denken Sie sich, sagt Frau Herfs. gestern fahre ich mit der 19 über den Königplah, wer springt auf? Der Rubens, der all unsere schönen Bilder gemalt Hai." Das ist ausgeschlossen", sagt Frau Adamson. Was? Sie wollen nicht glauben, daß der Rubens aufgesprungen ist, als ich..."Das schon," sagt Frau Adamson,aber die 19 fahrt nicht über den Köntgsplah."

Flundern.

Sie kennen doch Frau Lochner, die am Markt- platz ihr Fischgeschäft hat?"Ja!"Run hören Sie: Die hat man gestern verhaftet wegen Betrugs. Sie hat Heringe durch die Wäscherolle gedreht und als Flundern verkauft!"

Menschenkenner.

Herr (zu seiner Rachbarin):3a, man muh nur die Augen offen halten, gnädige Frau, dann hat man die Künste von Sherlock Holmes bald heraus. Sehen Sie z. D. den Herrn da unten an der Ta­fel. Ich erkenne mit einem Blick, daß er Jungge­selle ist." Dame:Irren Sie sich auch nicht?" Herr: Ausgeschloffen! Sein Kragen ist oben eingebrochen und am Rock unten fehlt ein Knops. Wäre er ver­heiratet, würde seine Frau ihn nicht so umherlau- fen lasten " Dame.Ich verbitte mir jede weitere Beleidigung! Der Herr ist mein Mann."

»Mir T1I-1WTWI IIIMIII1II I MIWIM

tereffe der Volksgesundheit ist die'e Maßnahme sehr zu begrüßen, da in der weiteren Umgebung keine rechte Gelegenheit zum Freibad geboten ist.

Streik üinibr..

WSN. Hadamar, 16. Juni. Heute nachmittag

3.38 Uhr entgleiste bei der Einfahrt des Per­sonenzuges 3989 im Bahnhof Hadamar der vor­

derste Personenwagen in der Weiche 1. Er lief noch etwa Hunden Meter neben dem Gleis und fiel bann um. wobei der nachfolgende Wagen mit einer Achse ebenfalls entgleiste. ü n f Per­sonen sind leicht verletzt. Beide Haupt- gleite sind gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Aufgleisung der Wagen ist zur Zeit noch nicht beendet.

Neue Gedanken zum Wohnungsbau.

Die Tagung des Deutschen Ausschusses für wirtschaftliches Bauen in Düsseldorf.

Don Regierungsrat Dr.

DieGcfoler' hatte den Deutschen Ausschuß für wirtschaftliches Bauen zu seiner diesjährigen Tagung nach Dnsseldon geführt, lieber 400 Teil­nehmer hatten sich in dem wundervollen Rhein- terrasfen-Restaurant, dem der architeitonische Leiter der Gesvlei, Professor Dr. K e i s, den Stempel seiner starken Künstlerperfönlichkeit auf­gedrückt bat, zum Begrüßungsabend der Stadt Düsseldorf züfammengefunden.

Unter den etwas reichlich bemessenen acht Vorträgen traten am meisten hervor der Cin- leitungsvortrag des Direktors der Deutschen Wohnstättenbank, Oberregierungsrat Dr. Käm­per. Berlin, überGeldbeschafsung für den Wohnungsbau und Baugeld- ko st en", der erst nachträglich eingeschobene Vor­trag von D'.reftor Wagner, Eorau,Wirt- schaftlick', es Bauen und Wohnungs­bau g e s e h" und die beiden Dortrage Uber Amerikanischen Wohnußgsbau" von Stadtbaurat M a y - Frankfurt a. M. und dem Chefredakteur derBauwelt", Architekt Paul­sen. Berlin.

Von dem Gedanken ausgehend, daß die Tech­nik sich mit zwingender Rotwendigkeit auf die heutige allgemeine Finanz- und Wirtschafts­lage einstellen muh, zog Oberregierungsrat Kämper einen sehr lehrreichen Vergleich zwi­schen der Jmmobliarkreditanlage der Vorkriegszeit und der Gegenwart. Der für den städtischen Bgumarkt gewährte erststellige Kredit wird bis 1912 auf 24 Millionen Mark ein­geschäht, jedoch find in dieser Summe 88 Millio­nen Mark enthalten, von denen man annehmen darf, daß sie für zweite Hypotheken gegeben, wurden. Dazu traten aus Mitteln des Reichs und der Länder noch 271 Millionen Mark, wäh­rend der Rest vom Sparpublikum herrührt. Die jährliche Vermehrung des Hypochekenkredits be­trägt nach Dr. Schwartz für den Durchschnitt der Jahre 1901 bis 1904 rund 1 200 000 000 Mark. Danach erscheint bie von Eberstadt auf 26 950 000 000 Mk. angenommene Summe des Vorkriegsimmobiliarkredits der ersten Stelle wohl gerechtfertigt. Durchschnittlich ging die erststellige Beleihung bis 60 Proz., die zweitstellige bis 75 Proz. des Grundstückswerts. Die Gesamt-' belastung des Grund und Bodens im Deutschen Reich kann unter Abzug der nicht mehr valu- tierten Hypotheken für 1914 auf etwa 59 Milliar­den Mark geschäht werden. Rimmt man an, daß diese Belastung 75 Proz. des gesamten Jmnrv- biliarwerts beträgt, so kommt man auf einen ge­samten Jmmobiliarwert von 73,75 Milliarden Mark, von denen ein Drittel auf die Landwirt­schaft entfällt. Demnach betragt der Anteil der ersten Hypotheken am städtischen Jmmobiliar­wert 30, der der zweiten 7,5 Milliarden Mark. Durch öffentliche und private Hypothekeninstitute sind rund 66 Proz. des Kapitalbedarfs am städtischen Wohnungsmartt aufgebracht worden. Durch Inflation undAufwertungs"gesehgebung ist von dieser Belastung der größte Teil gestrichen worden. Für das Jahr 1925 lassen sich nur schätzungsweise Angaben über das Auskommen des Realkredits machen. Folgende Summen sind etwa für den Wohnungsbau aufgebracht worden: Dom Reich und den Ländern 500 Mill. Am. Don den privaten Hypotheken­

banken 100 Mill. Rm.

Reichs- und Landesoersichc- rungsanstalten. ofsenttiche Sparkassen 100 Miss. Rm.

Zusammen also: 700 Mill. Rm.

Hierzu käme eine geringe Summe für Privat­kredite. Der Anteil der verschiedenen Krebit- quellen hat sich also gegen die Vorkriegszeit sehr geändert. Das Rückgrat der Finanzie­rung der Reubautätigkeit bildet nach Ansicht des Vortragenden noch für geraume Zeit die Sonder st euer lMietzinssteuer). Die er­forderlichen Mittel, um den Bedarf an neuen Wohnungen zu decken, errechnete derRedner wie folgt: In der Vorkriegszeit nahm man jährlich 240 000 neue Wohnungen an, für die 1 440 000 000 Mk. aufzubringen waren. Heute be­steht ein Rvtbedarf von 600 000 Wohnungen, für die ein Betrag von 6 Milliarden Mark nötig toure, ohne den jährlichen Mehrbedarf von etwa 150200 000 Wohnungen. Aus den bis jetzt er- schlossenen Quellen wird man nach Auffassung des Redners Eagm mehr als 100 000 Wohnungen bauen können, so daß wir in jedes neue Baujahr mit einem Fehlbetrag von 600 000 Wohnungen eintreten. Die deutsche Technik habe daher allen Grund, so rationell wie nur irgend möglich zu arbeiten, um mit den vor­handenen Mitteln möglichst viel zu erreichen.

Direttor S o h r a u knüpfte an die Ergeb­nisse des Vorredners an und legte in überzeugen­der Weise die Rotwendigkeit eines weitsich­tigen Bauprogramms auf Grund eines zu schaffenden deutschen Wohnungsbau- g e s e h e s dar. Verfasser dieser Zeilen erläuterte in der Aussprache die Möglichkeiten vermehr­ter Kapitalbildung durch das Zweck­sparen für den Wohnungsbau und fand für die Darlegung der hierfür von den heffifchen öffent­lichen Sparkassen geschaffenen Organisation gutes Interesse.

Hatten die beiden erwähnten Redner die Technik auf den Plan gerufen, deren Aufgabe es sei, mit den gegebenen Mitteln möglichst viel für den Wohnungsbau zu erreichen, so gaben die Vorträge der beiden hervorragenden Sachkenner, die aus eignet Anschauung über den amerika­nischen Wohnungsbau sprachen, hierzu

R i n d f u ß. Friedberg.

lehr wertvolle Anregungen. WährendStadtbaurat May an Hand interessanter Lichtbilder wesentlich vom architektonischen Standpunkt sprach tind dabei die Foststellm.g Machte, daß die chaotischen baulichen Zustände des seitherigen bunten Stilctemifches in Amerika neuen, durch Bauzonenplane geordneten, horizontal wie verti­kal gezügelten Bauzonenplänen Platz machten, zog Architett Paulsen in klarer, überzeugender Weife hochintereffante Vergleiche zwischen ameri­kanischem und deutschem Bauwesen in wirtschaft­licher Beziehung Er hat die überraschende Be­obachtung gemacht, daß der Kubikmeter umbauten Raumes in Amerika achtmal soviel kostet als- eine Maurerstunde, bei Uns dagegen 24 mal. wohl auch 32 mal so viel. Das heißt, in Lohn­stunden berechnet, baut der Deutsche b r c i- b i s viermal so teuer to ie der Ameri­kaner. Zum Teil liegt das an der leichteren Bauweise, die drüben für bescheidene und mitt­lere Wohnhäuser Üblich ist. Wesentlich sind die viel geringeren Llnkosten der Leitung. Sie sind möglich, weil der Amerikaner aüs den Schein- Individualismus in den Ansprüchen offen ver­zichtet und in Typenhäusern wohnt, die nach vorrätig gehaltenen Zeichnungen errichtet und als Massen erzeugnis nach den sonst üblichen Arbeitsweisen für Massenerzeugnisse her-

gestellt werden. Die Dauer dteser Häuser wird allerdings nur auf 40 bis 50 Jahre berechnet. Bei hohen Zinsen kann das lehr wohl wesentlich billiger fein als ein nur wenig teuereres, theo­retisch unendlich dauerndes Haus. Obwohl das billige amerikanische Haus in etwa zehn Jahren schuldenfrei sein muß, ist der Auiwand in Hundertieilen des durchschnittlichen Arbeiter-Ein- wmmenS nur etwa 13,4, also 'ebr viel geringer als bei unS. Der Grund liegt darin, daß das Anwesen nur etwa doppelt -o teuer ist wie da^ Jahreseinkommen des Bewohners beträgt, was wieder daher kommt, daß der Kubikmeter nur so viel kostet wie acht Lohnstunden So anregend nun doch amerikanische Eigenarten sind, so sehr ist doch vor Rachahmnng der E in z ei- heilen zu warnen. Die Bausrage ist nicht lediglich eine technische, nicht einmal nur eine technisch-wirtschaftliche, sondern eine innerpoli­tische. d h. soziale. Unter diesem Gesichtspunkt sind nach Ansicht deS Redners eine Reihe jetzt, häufig gestellter Baufragen unlösbar, wo z. B. aus der Mitberücksichttgung der Ansprüche an Verkehrsmittel Wirtschaft lick, unhaltbare Zu­stände entstehen, lieber den technischen Gesichts­punkten des Wohnwesens darf die Möglichkeit ausreichender LebenSbedingüngen nicht vernach­lässigt werden. Unter Beachtung dieser Gesichts­punkte ist die Wohnungsfrage keineswegs gelöst, wenn die heute fehlenden OBobnungcn einmal erstellt sind, vielmehr muffen außerdem noch die andern Bedürfnisse befriedigt werden: es müssen Lebenswerte zur Verfügung stehen, die die Groß­stadt nur der ganz dünnen Oberschicht bieten kann. Schon heute ergibt das teure Bauen und Wohnen in der Großstadt Löhne, die unsere Aus­fuhr auf einige höchstwertige Waren beschranten. soweit wir nicht Konjunttion ausnuyen. von der Substanz leben, die Lebenshaltung verkümmern, die Ausbildung des Rachwuchses unterlassen oder sonst kurzsichtig Wirtschasten. Weitestgeh.-udc Ver- biltigüng durch Rvrmung und Typisie­rung, durch Vereinfachung des Ar­beitsvorganges ist daher die Fordening der Stunde für alle die, die ö:c Zeichen der Zeit richtig verstehen.

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