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Nachdruck verboten.
14. Fortsetzung.
ich weiß jetzt, wie der fterl aussieht." „Genau wie ne Nigger!"
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„3a — Er grinste:
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Kramer zuckte zusammen. Schulz sah ihn gend an.
Es klopfte. Franz zeigte sich in der Türe.
„S)err Molinski — ein Herr möchte
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Der dritte Schutz
Kriminalroman von Ole Stefani.
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zu stören, deshalb winkte ich Herrn Esstr, zu mir herauszukommen. Es wird sich schon Gelegenheit finden."
„Aber Fräulein Brentheim würde sich über Ihre Anwesenheit sicher sehr freuen!" sagte Schulz in gewinnendem Ton. Bei sich dachte er: Er will vermeiden, ins Haus zu kommen. Fürchtet er, fe< mandem zu begegnen? Und er setzte sich in den Kopf, ihn dazu zu zwingen. .. .
Er rief über die Gartenmauer: „Gnädiges üttäu- lein — hier ist jemand, der Sie sprechen möchte."
Als er sich umwandte, begegnete er einem feinen, spöttischen Lächeln.
„Sie machen sich sehr viel Umstände meinetwegen, Herr Ingenieur Beyers"
Grete kam heran, Sandberg eilte ihr entgegen und drückte ihr in warmen Worten sein Beileid aus.
Aber Schulz glaubte zu bemerken: der Architekt wußte es so einzurichten, daß er stets Molinski den Rücken drehte.
Ihm ging ein Licht auf. Kurz entschlossen nahm er den Polen beim Arm und ging auf Sandberg zu.
„Gestatten Sie, daß ich bekannt mache: Herr Molinski — Herr SaNdberg!"
Er sah seine gespannte Erwartung befriedigt.
Als die Blicke der beiden Männer sich trafen, blieb die Miene Sanvbergs unverändert erNst und freundlich. Molinskis Augen aber weiteten sich, und er sah den Architekten wie ein Gespenst an.
Das dauerte nur eine Sekunde — bis Sandberg sagte: „Ich glaube, Herr Molinski hat mir etwas zu sagen. Erlauben Sie einen Moment.
Er ergriff den Jüngling leicht am Arni und führte ihn mit ruhiger Bestimmtheit ein Stück Weges weiter. .
Dann machte sich Molinski aus seiner Erstarrung frei. Erregt blickte er dem andern ins Gesicht.
Sandberg hielt den Blick ruhig aus. „Sie wun- scheu?" sagte er kalt.
Molinski brach ans: „Sie sind der Mann, den ich nachts auf der Treppe traf!"
„Und?" , .
„Ihr Auto war gestern nacht um zehn Uhr hier in der Nähe!"
„Was wissen Sie no&?"
„Man wird Sie verhaften! Rechtsanwalt Äramei; weiß —" er verstummte in höchster Verwirrung.
(Fortsetzung folgt.)
lich vereinbart wird, daß int Falle drohender Verwickelung mit anderen Staaten ein rechtzeitiges Insbenehmentreten mit dem Partner Platz greift... , r
v. Bethmann Hollweg.
Hills! Junten Tcit ^aubübe Keplu ,'Ohllose 1
Oderhessen.
Landkreis Gietzerr
f. Klein-Linden, 16. Juni. Sn der Rächt auf Sonntag wurde einem hiesigen Einwohner in der Frankfurter Straße ein Herrenfahrrad aus der Scheune gestohlen. Der -Sieb überkletterte das Hoftor und öffnete die Scheune. Die Hausbewohner hörten wohl das Geräusch, waren aber in dem Glauben, baß es sich um einen Familienangehörigen handele. Bor einiger Zeit wurde auch in der Wetzlarer Straße ans einer verschlossenen Waschküche ein Herrenrad gestohlen. Hoffentlich gelingt es, den oder die Fahrradmarder dingfest zü machen.
<■? Oden hausen (Lah n), 16. Juni. Ein schwerer Anfall ereignete sich heute nachmittag in dem an der Straße nach Rutterhausen gelegenen Stein bruch. Herabstürzen- desGestein traf den dort beschäftigten Steinbruchunternehmer G i m b e l von hier derart schwer, daß der kurz darauf eintreffende Arzt nur noch dey T o d des Mannes feststellen konnte. Ein einige Sage früher erfolgter Felssturz in einem benachbarten Steinbruch ging glücklicherweise ohne schlimme Folgen vor sich, da sich niemand in seiner Rähe befand. Diese mächtigen Felsen lagen in den letzten Tagen zum Teil noch in halber Höhe in bedrohlicher Rähe der Straße, so daß ein sofortiges Wegräumen am Platze Ist.
Kreis Friedberg.
WSN. Friedberg, 16. Juni. Im nächsten Monat hält der W e t t e r a u e r Rbiterver ein hier sein 10. Reit- und Fahrturnier ab. Es findet am 11. Juli auf der Seewiese statt.
* Friedberg, 16.Juni. Hier wurden drei Personen fest genommen, die schon seit längerer Zeit von auswärsigen Behörden steckbrieflich verfolgt werden. Die Jnhastierten wurden dem Amtsgericht zugeführt.
Kreis Büdingen.
y Nidda, 16. Sunt Sn Wallern- Hausen fanden umfangreiche Vernehmungen durch den Untersuchungsrichter in der kürzlich gemeldeten Wilddieberei fache statt, die zur Verhaftung des hiesigen Schneiders H. führten. Bei ihm soll der Wilddieb Kippen sich oft aufgehalten haben. H. ist etwa 50 Jahre alt, verheiratet und Vater von fünf Kindern. — Gestern kam hier eine größere Horde Z i - g e un er an. die von zwei Gendarmeriewachtmeistern aus dem Kreise Schotten hierhergebracht wurden. Die Vesitzer von vier Wagen wurden int hiesigen Gefängnis inhaftiert, während die zahlreichen Angehörigen derselben vor der Stadt lagerten. Nur wenn den arbeitsscheuen Gesellen keine Wandergewerbescheine mehr ausgestellt werden, kann diese Plage des flachen Landes verschwinden.
Kreis Schotten.
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atz festgelegt, noch solle sie meines Wissens in der Novelle bestimmt werden. Die beabsich- ligte Vermehrung des Personalbestandes solle den in unserem Rekrutierungssystem liegenden Mängeln einigermaßen abhelfen.
Für die englische Regierung schienen dte Erwägungen, welche mit unserer Rovelle zusammenhingen. im Mittelpunkte des Interesses zu stehen, für uns seien die politischen Gesichts- vunkte für das Abkommen maßgebend. Beides stehe in Wechselbeziehung. Wir wünschten eine Vereinbarung zu tteffen, durch die uns Sicherheit geboten werde, England nicht auf der Seite etwaiger Gegner zu finden, ebenso wie wir nicht
auf feiten der Gegner Englands anzutreffen sein würden. r , . ,
Lord Haldane bemerkte, daß keine Formel
für Neutralität allen Fällen gerecht werden könne. Das beiderseitige Versprechen, an feinem nnprovozierten Angriff Dritter teilzunehmen, genüge aber im Verein mit den übrigen Abmachungen, um der Welt unseren Willen zu zeigen, daß wir in einem Freundschaftsverhältnis zueinander leben wollen. Aus diesem Anfang würden sich von selbst intimere Beziehungen entwickeln.
Hierauf bemerkte ich, daß oft schwer sei zu entscheiden, wer der Angreifer und wer der Angegriffene fei. Wer den Krieg zuerst erkläre, sei nicht notwendig der Angreifer. Er könne in gerechter Verteidigung zum Kriege gezwungen werden und deshalb doch zuerst angreifen. Da wir ganz offen redeten, sv Möchte ich als Beispiel anführen die Situation des letzten Jahres und auch die serbische Krisis. Wir hielten in beiden Fällen unsere Politik nicht für aggressiv. Hier sei man vielleicht anderer Ansicht gewesen. Wir wollten aber durch ein Abkommen gerade vermeiden, daß wir uns in ZUkunst wieder gegenüberständen. „
Lord Haldane gab zu, daß der Begriff des Angreifens nicht für alle praktischen Fälle zu definieren sei, und daß selbst ditz Geschichte hierüber fein sicheres Urteil fälle. Es komme aber hauptsächlich darauf an, durch ein Abkommen, wie es ihm vorschwebe, den Geist des Vertrauens herzustellen. Hieraus werde sich alles Weitere ergeben... _
Ich habe meinen den beiden Ministern ge= genuber gemachten Bemerkungen vorausgeschickt, daß ich zwar ohne Auftrag, aber in Kenntnis der Absichten meiner Regierung spräche.
P. Metternich.
Aufzeichnung
des Reichskanzlers bvn Bethmann Hdllveg (Eigenhändig.)
B e r'l i N, den 8. März 1912.
Sir Edward Grey spricht die Hoffnung aus. ich werde, auch wenn kein Agreement zustande kommt, bereit sein, auf der Grundlage, des durch Lord Haldanes Mission geschaffenen Vertrauens weiter zu arbeitest. Sch bist dazu bereit, falls England dieses Vertrauest erwidert. Verständigung über koloniale Fragen wird mir sehr erwünscht sein. Das Hauptgewicht lege ich aber auch jetzt noch, wie feit zweieinhalb Sahren, auf ein politisches Agreement. Wünscht England taffächlich Vertrauen von uns. und ist es bereit, es zu erwidern, so ist es unerfindlich, weshalb wir uns nicht auf eine (zu veröffentlichende) Formel sollten einigen können, auch wenn diese Formel weniger weit geht als die von mir Lord Haldane vorgeschlagene. Sedenfalls kann das Zögern Englands, an eine solche Formel heranzutreten, unser Zutrauen nicht befefhgen. Geht auch die Haldanesche Formel ihrerseits nicht weit, und ist sie wegen der Flüssigkeit des De° . griffet aggressiv nicht für alle Fälle wmckvoll, so wird sie doch auf beiden Seiten des Kanals l denjenigen unrecht geben, welche stets Dom Heber» fall der anderen träume.n. Der englischen Re- gierung liefert sie überdies den Beweis, daß , hinter unserer Flottennovelle keine boshaften r Pläne liegen, sondern lediglich die Absicht, die Schlagfertigkeit unserer Flotte während der Herbstmonate herzustellen. Diese Schlagfertigkeit bedroht England nicht, wenn wir ihm Frieden versprechen. (Don anderer Seite — Frankreich. Rußland — hat es ist absehbarer Zeit sowieso nichts zu besorgen.) Lehnt es (SnglAVo ab. sich - auf eine Formel zu einigen, so wird nicht bei mir, wM aber bei andern Leuten der Glauben gestärkt. England habe die Verhandlungen mit uns nur zu dem Zwecke angefangen, die Flottennovelle zu hintertreibest Sch bin bereit, die Haldanesche Formel zst akzeptieren, wenn zusäh-
Gegen drei Uhr nachmittags schickte KraMer einen Gendarmen in die Villa Grete mit folgender Botschaft an Schulz: Professor Oelscher habe gestern abend in seiner Wohnung einen kleinen Handkoffer mit ein paar Sachen gepackt, wie man sie zu einer kürzeren Reise braucht und sei um halb acht, ohne irgendeine Nachricht für seine Schüler zu hinterlassen, in der Richtung auf Villa Grete zu fortgegangen. Seitdem sei er von niemandem mehr gesehen worden.--Der Anwalt selber ginge nun
zür Behörde, um das Signalement des Verschwundenen zur Publikation an alle auswärtigen Polizei- ftationen aufzugeben. —
Kurz nach dieser Nachricht — Schulz saß mit Grete, <£ffer und dem Polen im Garten — machte der Kriminalbeamte eine seltsame Beobachtung. Er saß Esser gerade gegenüber, mit dem Rücken zur Gartenmauer, als er über seinen Kopf weg den Weinhändler ostentativ auf einen bestimmten Punkt der Landstraße blicken sah.
Mit Hilfe eines kleinen Taschenspiegels gelang es Schulz, in unauffälliger Weise das Gesichtsfeld Essers zu überschauen. Zu seiner Ueberraschung sah er auf der Straße vor dem Garten hinter einer Stelle, wo ein dichtes Gebüsch von Flieder und Goldregen über die Mauer hlnauswUchs, eine MäNnerhänd mit einem Strdhhut Zeichen machen.
Mit gleichgültiger Miene erhöb sich Esser, schlenderte langsam zur Gartenpforte und auf die Straße hinaus, wo er bald hinter jenem Gebüsch den Blicken der Zurückbleibenden entlchwand.
Bald darauf ging Schulz, wie unabsichtlich, dem Weinhändler nach, und sah ihn im Gespräch mit einem gutgekleideten Herrn, in dem er nach Kramers Beschreibung den Architekten Sandberg erkannte,
Gespannt begab er sich in ihre Nähe, so daß Esser nicht umhin konnte, die Herren bekanntzu- machen. Ohne eine Spur von Befangenheit plauderte Sandberg Mit ihm über die Bestürzung, die die Nachricht von der Mordtat unter der Bonner Bevölkerung hervorgerufen habe.
„Wollest Sie nicht ins Haus kommen, Fräulein Brentheim zu kondolieren?"
„Danke vielmals^ heute noch nicht", sagte der Architekt und Schulz beobachtete, wie er einen vorsichtigen Blick auf die beiden fungen Leute im (harten warf. „Ich fürchte, das gnädige Fräulein heute
„In welcher Form half er Ihnen?"
„Er überbrachte Botschaften von mir an Grete und umgekehrt."
„Auch schriftliche?"
„Einmal aüch das!"
„Wann war das?"
„Muß ich das sagen?"
„Nein. Denn ich weiß es, auch vhnr daß Sie es mir sagen."
„Sie wissen es?"
,Ia. — Es war vorgestern."
„Woher —?
„Soll ich Ihnen auch sagen, was auf dem Zettel stand, den Lachner überbrachte?"
„Sie können es nicht wissen!"
„Doch. 10 Uhr Mauer. R. Stimmt es?"
„Jq, aber um Gottes willen —Roman Mo- linski starrte den Anwalt fassungslos an.
,Lch weiß es durch einen Zufall", sagte Kramer kurz. „Seien Sie still, dort kommt Lachner!"
Der alte Musiker verabschjedete sich für heute. Morgen früh würde er wiederkommen. Er hatte die Sorgen für die Bestattung des Erschosienen übernommen und holte sich die Zustimmung des Anwalts für seine Dispositionen. Danst brach er auf.
Unwillig machte er sich an der Gartenpforte Bahn durch die Menschenmenge, die sich zusammen- gefunden hatte üpb neugierig das Haus umstand. —
Um Mittag kam Ester und Schulz von ihrem Spaziergang zurück. Der Kriminalbeamte war enttäuscht. Er hatte nichts anderes aus Ester heraus- betommen, als daß er Sandberg feit einigen Monaten kestste und, da er ihm von sehr sicherer Seite aus empfohlen sei, in geschäftlicher Verbindung mit ihm steye. —
Sie setzten sich zu Tisch. Babette, die im Haus geblieben war, servierte das von Maria zubereitete Mahl.
Grete aß nur wenige Bisten und entfernte sich nach kurzer Zeit. Man aß schweigend weiter. Nur Ester war kaum weniger gesprächig als sonst. Molinski zog nervös die Augenbrauen zusammen.
der ..Hölle" allgemeine Belustigung statt. Mon- iagbormittag bewegte sich ein in 13 Sektionen gegliederter Zug unter den Klängen der Lau- bacher Feuerwehrlapelle zum Schloß, wo der Ausschuß-Hauptmann. Dachdeckermeister Lederin a st n, den Grafen und die gräfliche Familie begrüßte und zur Teilnahme an dem Fest einlud. Der Graf dankte, indem er auf die Bedeutung des Ausschusses als Heimatsfest hinwies. Für den besten Schützen stiftete er nach alter Sitte einen Hammel' die Gräfin stiftete für, ben zweitbesten Schützen ein schwarzes Kleid. Sodann bewegte sich der Zug durch die Hauptstraßen der Stadt zur ..Hölle", wo sofort das Preisschießen nach Sektionen begann. Es wurde wieder, nach alter Sitte, auf zwei Scheiben geschossen: auf der sog. „Hammelichei b e" galt der Wettbewerb den gräflichen Stiftungen, dem Hammel Und dem von der Gräfin gestifteten dunklen Frauenkleide. Auf der sog. .,G a b e n s ch e i b e" wurde um die von der A u s s ch u ß g e s e l l s ch a f t gestifteten Preise geschossen. Währenddessen belustigten sich die anderen Festgenofsen auf die verschieden- artigfte Weise. Rach Beendigung des Preisschießens, um 7 ilfjr, wurden die Preisträger festgestellt. AIS Schützenkönig wurde Landwirt Franz G ö b i t s ch verkündet und ihm der erste Preis zuerkannt. Die Sektion, der er an- gehört, zog vor seine Wohnung und brachte ihm den Hammel. Hier wurde das Tier in das untere Stockwerk gebracht und in ein Fenster gestellt. Sodann zog die siegreiche Sektion zum Schlosse, wo der Graf dem Schützenkönig die Denkmünze übergab, die er nach erlangter Mündigkeit (1920) stiftete. Der ..Hammelschütze" hat außerdem die Ehre, das S ch ü tz e n k l e i n o d im nächstjährigen Festzug zu tragen. Dieses Kleinod enthält verschiedene folmsische Taler (1738 bis 1767): der älteste Teil ist ein 'silbernes Medaillon von 6,5 Zentimeter Durchmesser mit der Umschrift: „Der Boxen Schyhen Gesellschaft * 1 5 4 0“, geziert mit Eichenlaub. _ Der Festtag wurde durch einen Ball im „Schützen- Hof" abgeschlossen. Am Morgen des dritten Festtags (Dienstag) wird in der Regel ein. vieb- besuchter S ch w e i n e m a rt t abgehalten. Gestern fiel dieser Markt wegen der in der Umgegend <Grünberg und Lauter) herrschenden Maul- und Klauenseuche aus. Dagegen fand wieder nach alter Sitte allgemeine Volksbelustigung statt (Wettlauf, Hahnenschlag usw.): ebenso wurden noch turnerische Vorführungen geboten.
* Ulrichstein, 16.3uni. Von heute ab ist aus der K r a s t p o st st r e ck e Ulrichstein - Schotten eine weitere Fahrt eingelegt worden, die wie folgt verkehrt: Ulrichstein ab 7.30 Ühr abends, Schotten an 8.18 Uhr, Schotten ab (mit Anschluß von Ridda) 9.35 Uhr abends, Ulrichstein 10.27 Uhr.
* Eichelsdorf, 16. Suni. Sm Winter und Frühjahr gab es hier durch Stillegung der Staffelschen Papierfabrik in Ober-Schmitten und durch Einstellung des Wegebaus in den Staatswaldunaen eine Anzahl Arbeitslose, die nun toieoerum alle, soweit sie nicht als Kleinbauern zur . Zeit in der eigenen Landwirtschaft beschäftigt sind, bei der Firma Himmelsbach (Werk Eichelsdorf oder Ridda) oder im hiesigen Basaltwerr Arbeit gefunden haben. In beiden Unternehmen ist ein flotter Geschäftsgang festzustellen. Das Werk Ridda der Firma Himmelsbach arbeitet. um alle Aufträge rasch erledigen zu können, seit einiger Zeit in zwei Schichten: das Basaltwerk Eichelsdorf nimmt dieser Tage feinen bereits im Vorjahre erschlossenen Bruch am Eichköppel wieder in Betrieb und ist mit der Aufstellung einer Klopfmaschine in der Rähe des Steinbruchs am Kuhtrieb beschäftigt, um die zur Pflastersteinherstellung ungeeigneten Steine und die beim Steinrichten entstehenden AbfäUe zu Stratzenschotter und Grus, verarbeiten zu können.
Kreis Lauterbach.
£ Lauterbach, 16. Juni. Aus der jüngsten Sitzung des S t a d t v o r st a n d e s ist u. a. zu berichten: Bürgermeister Walz erstattete Bericht über die Verhandlungen mit den Freiherren Ried - c s e 1 und den Vertretern des L a n d e s f i n a N z- am t e 5 über den Erwerb eines B n u p l a tz es für die Dienstwohnung des Amtsvorstandes des hiesigen Finanzamtes. Nach diesen Ausführungen hak die Reichsbehörde die von der Stadt angebotenen ftäbt. Bauplätze an der Angersbacher Straße, im Lücken- teil, sowie im Schobergelände abgelehnt und wünscht
Aus den Fenstern sah man in den sonnenheißen Garten, die polizeilichen Wachen vor der Garten- türö und die Müßiggänger auf der Landstraße. Vor der Villa ging ein Referendar vom Landgericht mit den Gendarmeriewachtmeister auf und ab und machte sich Notizen.
„Et wimmelt hier ja von Obrigkeit!" sagte der Weinhändler und blickte mißmuttg hinaus. „Ach, Herr Rechtsanwalt — mir is wat eingefallen. Sie fragten mich doch heut früh nach dem Kerl — Sie wissey,'."
„Wen meinen Sie?"
„Nach dem Chauffeur!"
„Ach ja. Nun?"
sprechen!"
„Verzeihung!" Dtolinski war froh, aufftehen zu dürfen. Er ging hinaus.
Nach fünf Minuten kam er wieder und trat zu Kramer, der mit Schulz am Fenster stand.
„Herr Rechtsanwalt — eine Neuigkeit. Eben war ein Kamerad von mir aus der Malschule draußen. Er fragte mich, ob wir vielleicht wüßten, wo Herr Professor Oelscher ist."
„Warum?"
„Weil er heut früh weder im Atelier, noch in seiner Wohnung gewesen sein soll!"
„Nun — lieber Molinski, die Leute in dieser Gegend sind begreiflicherweise etwas nervös und machen aus jeder Kleinigkeit heute eine Sensation. Oelscher wird schon wiederkommen!"
Molinski verließ Vas Zimmer, um Grete aufzusuchen.
Als er hinausgegangen war, nahmen die Gesichter der beiden Beamten einen ganz anderen Ausdruck an. Sie blickten sich an.
„Nicht uninteressant!" sagte Kramer. „Zumal für uns, die wir wissen, daß Oelscher gestern abend hier im Garten war. — Ich will mal in seine Wohnung gehen und Nachfrage halten, wann er sie verlassen hat. Bleiben Sie nur immer hier und sehest Sie zu, was sich hier tut" —7 —
ld. Schotten, 16. Sunt. Die bestehende Wohnungsnot veranlaßte in den vergangenen Jahren viele Arbeiter des Riddatales zum Dau eines eigenen Heimes. Da viele von ihnen bauten, ohne vorher die finanzielle Seite ihres Beginnens einigermaßen geklärt zu haben, fällts mitunter schwer, d>as neugeschaffene Anwesen zu behaupten. Weitere Baulustige gehen darum vorsichtiger zu Werke und dehnen die Bauarbeit auf mehrere Sahre aus, um sich die Sache nicht über den Kopf wachsen zu lassen. So sieht man auf vielen bereits im Vorjahre ausgegrabenen Bauplätzen nunmehr die Baustoffe sich nach und nach zusammenfinden, aus denen vielleicht erst im nächsten oder übernächsten Sahre das Eigenheim erstehen sokl. Sn Dörfern, in denen im Vorjahre die Einfamilienhäuser wie Pilze aus der Erde schossen, werden in diesem Sahre nur wenige bauliche Arbeiten ausgeführt. Sn den meisten Fällen handelt es sich um die Ausbesserung oder Reuaufführung von landwirtschaftlichen Gebäuden, deren Herstellung nicht weiter zurückgestellt werden kann.
n Laubach, 16. Sunt Am Sonntag wurde das alte Laubacher Rationalfest, der sog. „Ausschuß", eröffnet. Rachmittags fand auf
einen Platz in der Bahnhofstraße unmittelbar neben dem Finanzamtsgebäude, und zwar in einer Breite von 19 und einer Tiefe von etwa 25 Meter. Die Freiherren Nie de sei, denen das fragliche Gelände gehört, sind grundsätzlich bereit, einen Bauplatz abzugeben, jedoch in einer Tiefe von 50 Meter» Sie fordern für den Quadratmeter 7 Mark. Das Reich ist nach den weiteren Ausführungen des Bürgermeisters an die Stadt mit dem Ersuchen herangetreten, bei einem evtl. Erwerb des Platzes zu den Kosten einen Barzu schuß zu bewilligen. Das Ersuchen des Reiches wurde vom Sladtvorstand a v ge 1 e 1) n t, er beharrte auf seinem früheren Beschluß, wonach bei Errichtung eines reichseigenen Gebäudes das gesamte Mauersteinmaterial bis zur Sockelhöhe kostenlos zur Verfügung gestellt werden soll. — Die Armen- und Wohnungskommission war in einer der letzten Sitzungen beauftragt worden, eine Besichtigung der schlechten Wohnungen der Stadt vorzunehmen. Beigeordneter Möller als Vorsitzender der Armenkommission gab Kenntnis von dem Ergebnis und den Feststellungen dieser Besichtigung. Die am dringendsten befundenen Fälle sind nach Möglichkeit baldigst zu beheben. — Am See ist die Erbauung eines E n 11 a st u n g s k a n a l s erforderlich geworden. Die Arbeiten wurden dem Bauimlervehmer H. Hardt übertragen, während die Materlailieferung durch die Firma Scheer erfolgen soll. — Der von der Oberförsterei ausgestellte und vom Bürgermeister vorgetragene W i r t s ch a f t s p l a n des Waldes für 1.927 wurde genehmigt. Hiernach kommen etwa 670 Festmeter Holz zur Fällung. — Die Vergebung der Außenverputz- und Anstreicherarbeiten für das im vergangenen Jahre errichtete Doppelwohnhaus in der Adolf-Spietz-Straße ist kürzlich ausgeschrieben worden. Nach Prüfung der eingelaufenen Angebote wurden die Verpuharbsiten der Firma Wenzel & Axthelm, die Anstreicherarbeiten der Firma Wilhelm Wolf zu den Anaebots- preisen übertragen. — Das Kreisfchulaint Lauterbach beabsichtigt, den hauptamtlichen Fortbik- dungsfchullehrer Karl Sarnes, der dieses Amt seither kommisiarisch verwaltet hat, nach Ableistung seines Probejahres endgültig für die Fortbildungsschule anzustellen. Der Stadtoorstand ist damit dinverstanden.
Starkenburg.
* Darmstadt, 16. Sunt Da die hier in der Hvlzstraße wohnende Frau Schwebet, die vom Wohlfahrtsamt unterstützt wird, ihre Kinder ständig vernachlässigte, ließ die Polizei ihre Wohnung öffnen. Man fand dort die Kinder im Alter von zwei bis fünf Sahren vollständig vernachlässigt und vor Hunger entkräftet vor; sie muhten in das Krankenhaus gebracht werden. Die „Mütter" vertreibt ihre Zeit mit Spazierengehen und hat die Tlnterstützungsgelder des Wohlfahrtsamtes, die für die Kinder bestimmt sind, für sich selbst verbraucht.
Preußen.
Keine Schulen für Kleinkaliber- schietzen.
Q Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat bestimmt, daß in Zukunft öffentliche Schn träume an Einzelpersonen, Vereine oder Verbände für den Kleinkaliberschießsport nicht mehr hergegeben werden dürfen.
Kreis Wetzlar.
] Wetzlar, 16. Suni. Wie wir hören, fand am Montag eine nichtöffentliche Sitzung der Stadtverordneten statt, in der sich drei weitere Bewerber um den Stadlbaurat- posten vorstellten. Anschließend Hieran trafen sich die Stadtverordneten mit den Bewerbern im Herzoglichen Hause zu einem kleinen Essen. Die Entscheidung über die Besetzung der Stelle ist Ende dieser Woche zu erwarten. Eine der' wichtigsten Aufgaben, die der neue Herr zu bearbeiten haben dürfte, wird die Beseitigung der Hochwassersgefahr der Lahn sein, die in den letzten Sahren einen immer bedrohlicheren Charakter angenommen hak. Die vielfachen Korrettureir am Wasserlauf der oberen Lahn und ihrer Rebenflüsse in der letzten Zeit haben erreicht, daß das Hochwasser in diesem Gebiet weit schneller als in früheren Zeiten abfließen kann. Hierdurch trifft es zeitlich noch mit dem höchsten Stand des Dillwassers zusammen und bildet so eine große Gefahr für öie


