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Oer jetzigen Lage unfi Aufregung im ganzen Balkan - eine solche Truppenrneng: zum Kampfe angesetzt wirb, danngeül der Krieg wie­der l o ß. Wer soll solch: Truppenmengen stellen? bezahlen? ernähr n? Der soll sie fom- mandiren? Woher sollen sie genommen werden? Welche Garantieen bekommen di: Staat n, welche die Soldaten liefern, daß ihnen die Auslagen ersetzt werden? und woraus? Ich detachire keine Kompanie. Die paar Spanier in Ma­rokko kosten 1 Million Pesos Pro Tag?

Wilhelm I. R.

Oberhessen.

Landkreis Gictzen

CO Klein-Linden, 15. Dez. In der gestern nachmittag staltgeyab.e.i Sitzung der Felove - reinlgungsko-nMission fand eine längere Aussprache statt übe. bsn Zu stand der Feld­wege. Man eingte sich dahin, daß einige dieser Wege mit festem Unterbau versehen und mit Steinen eingedeckt werden sollen. Für den Aus­bau wurde dne Summe von 10 090 Mk. vorgesehen. Auch sollen in den nächsten Tagen größere Dranagearbeiten in Angriff genommen werden. Die Kosten betragen für ben Landbesitzer 2l/$ Pfennig pro Quadratmeter. Die Mehrkosten werden aus dem Ueberschuh der Frldöereinigung gedeckt. Mit dem Abschluß dieser Arbeiten, die in den nächsten Wochen ihre Erledigung finden sollen, gilt die Felkchereinigüng für unsere Gs- marfung als beend t.

X Klein-Linden, 15. Dez. (£in im benach­barten Dutenhofen wohnender Bahnarbei­ter, der aushilfsweise auf verschiedenen Wärter­posten als Schrankenwärter tätig war, fuhr dieser Tage in der Dunkelheit mit seinem Fahr­rad auf dem Bankett des Bahndammes seinem Wohnort zu. Dabei stürzte der Mann vom Bahndamm ab und zog sich eine schwere Verletzung am linken Oberarm zu. Er mußte nach der ersten ärztlichen Versorgung in die Klinik nach Gießen überführt werden.

ck. Heuchelheim. 15. Dez. Der Kredit- verein Heuchelheim e. D. hielt am Sams­tag seine Herb st- Generalversammlung ab, die von etwa 70 Mitgliedern besucht war. Aus dem vom Vorsitzenden des Auslichterats, Bürgermeister Kreiling, verlesenen Revi i n.- berichl ergab sich, daß die Geschäfte des Der- eins recht beträchtlichen Umfang angenommen haben. Die Geschäftsfübrung des Dorstandes wurde als gut und erfolgreich bezeichnet. Wis sehr der derzeitige Rechner, Ferd. D o l k - mann II., dos Vertrauen des Vereins genießt, ergab sich aus seiner einstimmigen Wiederwahl. In den Aufsichlsrat wurden die drei satzungs- gemäh ausscheidenden Mitglieder W. Hart­mann II., I. Rinn VII. und Christ. Volk­mann wiedergewählt. Für den wegen Ueber- bürdung mit Amtsgeschäften aus dem Aufsichts-- rat ausscheidenden Bürgermeister Kreiling wurde Fried. Karl Rinn neugewählt. Eine längere lebhafte Aussprache verursachte der der Versammlung vorgelegte Entwurf der neuen Satzungen.

y. Lollar, 15. Dez. Zahlreiche Zuhörer hatten sich am Sonntag- und Montagabend im geräumigen Saal der Kleinkinderschule einge­funden, um der Advents- und Weih­nachtsfeier deS evangelischen Mäd­chenvereins beizuwohnen. Die schwierigen Darbietungen waren unter der sachkundigen Lei­tung der beiden Schwestern auf das sorgfältigste totbereitet und hinterließen bei allen Zuhörern einen tiefen Eindruck. 3m Mittelpunkte des Abends stand ein Weihnachtsspiel von Waldemar Dönsels, der in eigenartiger Weise abseits des gewohnten Geleises den tiefsten Sinn der WeihnachtsbotschaftLiebe für ba$ Menschen­herz" verkündet. Er hat die Form gewählt, daß einem schlafenden Kinde im Traume die ver­schiedenen, bekannten Gestalten der deutschen Märchen erscheinen, die zum Höhepunkt, der Ge­burt des Christuskindes hinleiten. DaS nicht . leichte Verständnis dieses Spiels wurde deshalb zum Beginn der Aufführung von Pfarras'istenten l Hartmann den Anwesenden erklärt. Alle Dar­stellerinnen (17 Mädchen) boten ihr Bestes. Den F musikalischen Teil hatte danlenswerterweise die Lehrerin Fräulein H e b e r e r übernommen.

Daubringen, 15. Dez. Gestern schlachtete der Gastwirt und Weißbindermeister Emil Schär ser Hierselbst ein elf Monate altes Schwein im Nettogewicht von 401 Zentner. Das Bor­stentier hatte eine Länge von 1,78 Meter und

Mofe'-Weihnacht.

Von Werner Beumelburg.

Die Rächt wurde von einem wundervollen Mondschein eingebettet...

Er war so zart und duftig, daß alle Ge­genstände im Tal und auf der Höhe wie durch einen seltsamen Märchenschleier schimmerten. Der Fluß glich einem silbernen Streifen, auf dem die dunkien Schalten der Felsen gleich Märchen­inseln ruhten. Die Berge leuchteten hell, von endlosen Schneefeldern überzogen. Ein feiner Rebel füllte das Tal, so daß es schien, als sei der Mond in ein weiches Kissen von unendlicher Zartheit gebettet. Die schwarzen Umrisse der alten Burgruine schwammen düster und latt in diesem Meer.

Kein Laut unterbrach die Stille. Und toenn nicht in jeder Viertelstunde die müden Schläge der Kirchenuhr diese seltsame Rächt durchzogen hätten, so hättest du glauben können, alles sei nur ein Traum.

Diese Rächt unterschied sich durch nichts von den andren Rächten. Aber dennoch Dcrriet ihre Feierlichkeit eine besondere Erwartung...

Ueber die glitzernde Eisfläche, die den Fluh- wn bedeckte, strich in scharfem Fluge ein Eis­vogel, vom Mondschein aufgeschreckt, oder ob ihn )ieie sonderbare Erwartung, die über allem lag, iu$ seiner Ruhe getrieben?

Die alten Krähen, die in ihren dürren Restern .n den Kronen der Uferweiden hock.en und durch )as Knurren ihres hungrigen Wagens um den schlaf betrogen wurden, toa.en jedenfalls anderer Meinung. S'«e empfanden die Kargheit des Win­ters in dieser Rächt um nichts angenehmer als sonst und ha ten weder Verständnis für die Auf­regung des Eisvogels, noch für den garten Dust des Mondscheins, noch für die dunklen Inseln auf dem Strom, noch für die düstere Kälte der Burgruine.

Der Eisvogel strich wie ein Pfeil ab und an über die mondscheinglitzernde Fläche. Die Augen halb geschlossen, den Kopf starr ge­

sme Halsweite von 1,26 Meter: gewiß ein selten starkes Tier.

* Geilshausen, 15. Dez Am Samstag­abend wurde unserer Gemeinde ein seltener Vortragsgenuß zuteil. Auf Einladung der hie­sigen Jugendgruppe sprach der ehemalige Seiten- steuermann des Zeppelin - Luftschiffes L. 59", Wilhelm Hohn aus dem benachbarten Beltershain, über seine Erlebnisse auf deutschen Luft­schiffen im Weltkrieg. Hahn hat an dem weltge­schichtlichen Zeppclinflug, der mirL. 59" von der bulgarischen Küste nach Deutsch-Ostafrika gehen sollte, aber auf der Höhe von Charlum durch Funk­spruch der Admiralität zurückgerufen wurde, teilge- nommen. In 2tstündigem Vortrag erzählte der Red­ner in außerordentlich fesselnder Weise und fand da­mit den lebhaften Beifall der gutbefuchten Versamm­lung.

T Grünberg. 15. Dez. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu b? chten: 59 Ausmärker (Quedtiorn) haben den Antrag gestellt, in einem Teil der Grünberger Gemarkung die Felbbereinigung vorzunehmen. Auf Anfrage des Feldbereinigungskomm ssars wurde erklärt, daß die hiesigen Landwirte, sowie der Gemeinderal die gewünschte Maßnahme begrüßen, jedoch der Ansicht sind, die Angelegenheit im Hinblick auf d e gegenwärtigen Wirtschaftsver- hällnisse auf bessere Zeiten zu verschieben. Zur Deckung dringender städtischer Ausgaben soll bei der Girozentrale in Darmstadt eine kurz­fristige Anleihe in Höhe von 30 000 Mk. ausgenommen werden. Die H u n d e st e u e r für 192? wird in der gleichen Höhe wie in diesem Jahre erhoben, nämlich 10 Mk. für den ersten Hund, 20 Mk. für den zweiten, 30 Mk. für einen dritten ufto. Da die Stadt in ö. fern Jahre hohe Ausgaben zu decken hat, soll eine Son­derfällung im Stadtwald von etwa 6)0 Festmeter Fichtenholz beantragt werden. Im übrigen beschäftigte sich der Gemrjnderat mit einer Reihe kleinerer Angelegenheiten, wobei er u. a. beschloß, den Bauplatz in der Bahn- hofstraße öffentlich versteigern zu lassen und den Pachtpreis für die st ä d t i s ch e Weide auf 1500 Mk. festzusetzen.

Kreis Friedberg

? Butzbach, 15. Dez. Seit einigen Wochen finden hier Besprechungen über die Eröffnung einer Prioatautolinie statt, welche die Dörfer Pohl-Göns, Ebersgöns, Oberkleen, Cleeberg, Grie­delbach, Brandobcrndorf und zurück über Weiper­felden, Espa nach Butzbach führen soll. Am Don­nerstag findet nun zur endgültigen Entscheidung die erste Probefahrt statt.

B. R o d h e i m v. d. Höhe, 15. Dez. Die Zahl der Arbeitslosen ist hier auf rund 20 gesun­ken. Ein großer Teil der seither Erwerbslosen hat Beschäftigung beim Holzhauen in den Beständen un­seres umfangreichen Gemeindewaldes gefunden. Nach Beendigung dieser Arbeiten, welche in kurzer Zeit zu erwarten ist, sotten die Vorarbeiten an der neuen Wasserleitung in Angriff genommen werden.

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 15. Dez. Unsere Stadtver- waltung ist eifrig bemüht, die seit einiger Zeit stark vernachlässigten Büdinger Märkte wieder zu beleben. Auf Veranlassung der Bürgermeisterei wurde vom Gemeinderat unter Zu­ziehung des Landwirtfchaftsamtes und anderer Be­hörden eine Kommission gebildet, die zweckdienliche Maßnahmen in die Wege leiten soll. Zunächst sollte der P e t r i m a r k t im Frühjahr nächsten Jahres als Pferde- und Rindviehmarkt, wie auch als Krämer markt in großem Maßstäbe abgehalten werden; in Verbind ; damit soll eine Verlosung und Prämiierung statisinden. Für den Pferde- und Rindviehmarkt liegen heute schon zahl­reiche Anmeldungen vor,

.,?" Aidda, 15. Dez. Infolge der Llirguust der Zeitverhältnifse mußte* bie Stadt von ihrem Vorhaben a b s e h e n , einen Realschulneubau auszuführen. Durch den Umbau der Baulichkeiten des in Stadtbesitz befindlichen Kraft'scheu Saal­baues konnten verschieden« Säle für die Real­schule bereitgestellt werden, so daß einigermaßen erträgliche Zustände geschaften sind. Da die neuen Räume in unmittelbarer Rähe des seitherigen Realschulgebäudes liegen, ist die räumliche Tren­nung vom Schulbetrieb nicht sonderlich störend.

Ridda, 15. Dez. Auf dem heute hier abgehaltencn Weihnachtsmarkt durfte kein Auftrieb von Ferkeln erfolgen, weil in den umliegenden Dörfern Geih-Ridda. Borsdorf und Wallernhausen die Maul- und Klauenseuche sehr stark auftritt. Der Krämer markt brachte

radeaus gereckt, kreiste er um den Mond. Richts regte sich, ganz leise nur stießen hier und dort unter dem duftigen Rebelschleier ein paar Eis­schollen aneinander. Ruhelos wie der Bogel jagte, pilgerte der Fluß durch das Tal in Jahr­tausende alter stumpfer Gelassenheit...

Die Krähen mochten wohl recht haben ...

Um dieselbe S unde, als der Eisvogel sein Rest wieder aufsuchte, tagte auf dem verlassenen Warllplatz des Städtleins eine seltsame Ver­sammlung.

Das große Wort führte ein riesiger Kater, dessen schwarzes Fell gleich einem dunklen Punkt im Schnee war. Die sämtlichen Katzen der Rach­barschaft lauschten mit den Mienen unzufriedener Zeitgenossen feinen weishe t-voilen Wor.cn. Der Kater betonte mit Lachdruck, welche Gegen­stände im Leben aller Wesen zum Schaden des Geschlechtes der Katzen bestünden. Gin klägliches Miauen auS dem Kreise seiner frierenden An­hängerinnen bestätigten sein« tragischen Auffas­sungen. Ohne Zweifel, meinte er. bereiteten sich die Menschen auf etwas ganz Besonderes in die­ser Rächt vor. Oh, der feinen Empfindsamkeit einer Katerseele entgingen die sonderbaren For­men des menschlichen Verhaltens nicht! Woher stammte dieser festliche Geruch in allen Küchen? Warum sprachen die Menschen so leise und er­wartungsvoll? Was bedeute dieses heimliche Tu­scheln, dieses zärtliche Bcie'nanderweilen, dieses Leucklen der Augen, das m allgemeinen nur ein besonderer Vorzug der Katzen sei?

Schließlich wurde eine Resolution gefaßt, man müsse der Sache auf den Grund gehen.

Di« Versammlung zerstreute sich auf leisen Sohlen, feine Spuren int Schnee zurücklassend ...

Die meisten vermochten nichts zu entdecken und wurden in ihrem Gefühle weltschmerzlichcr Resignation bestärkt. Der alte Kater aber fand hoch oben im äußersten Speicher eine köstlich duftende Wurst, die D^ enbar den Anschluß an daS große Fest der W '-scheu versäumt hatte. Rachdem er sie -ur Hälfte verzehrt, letzte er sich im Mondschein auf den höchsten Giebel des Daches und empfand in stiller Zufriedenheit die Versöhnung mit feinem Katerschtckial. .

einigen Verkehr. Die Marrtbesucher kauften mei­stens Hpiclwaren und billigere Gcschrnkartikel. Reger gestaltet sich in b:n letzten Tagen wieder der Heuhandel. Der Zentner wird mit 3Mk. bezahlt. Bei dem in diesen Tagen torgenom­menen zweiten Treiben in dem Jagd­bezirk der Stadt Ridda wurden 33 Hasen und ein Fuchs geschossen. Für Rehe besteht schon Schonzeit. Die Hasen werden nach Gewicht ver­kauft. Das Pfund kostet 3D Pfennig.

h. Geih-Ridda, 15. Dez. Einem hiesigen Landwirt wurden 25 neue Fruchtsäcke, die in der Rähe des Hauses zum Trocknen aufge­hängt waren, gestohlen. Die Säcke waren aus felbstgewonnener Lcknwand gefertigt und von an­sehnlichem Werte. Von den Dieben ein Mann kann sie allein nicht fortgefchafst haben' fehlt bis jetzt jede Spur.

y. Grund-Schwalheim, 15. Dez. Gestern wurde hier unter scht großer Beteiligung der Landwirt Gustav Mogk l. zu Grabe ge­tragen. Besonders zahlreich waren im Trauer­gefolge seine B.rufsgrno f:n aus dec nordöstlichen Wetterau vertreten. Der Verdorbene war nicht nur ein musterhafter Landwirt, sondern auch ein eifriges und tätiges Mitglied des Bauernbundes, in dem er für unseren Bezirk eine führende Stellung einnahm. Als Mitglied der Landwirt- fchaftskammer für Hejfen, des Krcisousschusses des Kreises Büdingen, des Verwaltungsaus­schusses der Landkrankentasse Ridda, als Preis­richter bei zahlreichen Prämiierungen von Zucht­vieh, als Ankäufer desselben im Auftrage der Landwirtschaftskammer, als Gemein''erat und In­haber anderer Ghrenämter hat sich der Ver­blichene ganz außerordentlich um das Allgemein­wohl verdient gemacht. Dies wurde von den Vertretern genannter Körperschaften am Grabe unter Riederlegung von Kränzen durch herzliche Rachrufe in danstbarer, ehrender Weise aner­kannt. Mogk war unverheiratet und erreichte ein Alter von 57 Jahren.

Kreis Schotten.

Laubach, 15. Dez. Der gestrige Christ­markt, der letzte unserer Märkte in diesem Jphre, war in allen Teilen sehr gut besucht. Eine Reihe von Spielwarenhandlern aus Laubach und den Nachbarstädten hatten ihre Stände aufgeschlagen; ans viele Zuckerwaren fand man ausgestellt. Ebenso ging der Verkauf in den Manufatturgeschäften sehr flott. Der Christmarkt ist der größte der vier Lcu^ bacher Märkte; er wird auf dem Marktplatz (eigent­lichLinde-Platz") inmitten des Städtchens abge- ballen, während die drei anderen Märkte außer- yalb, auf der fog.Hülle" zwischen der Hungener Straße und der Wetter, stattfinden. Für den kom­menden Sommer (Mai oder Juni) ist die Abhal­tung eines Prämien Marktes in Aussicht ge­nommen. Diesen Markt will man zu einer regel­mäßigen Einrichtung machen. Eine Zuchtviehoer- steigerung mit Verlosung soll abgeholten werden. Diese Einrichtung wurde auf Anregung der hiesigen Ortsgruppe des Landbundes in Aussicht ge­nommen. Man will sich zwecks Festsetzung des Prä- mienmarftes mit der Landwirtschastskarn- m e r in Verbindung setzen. Gestern mittag hielt Baurat Steinbach von Gießen vor dem hie­sigen Gemeinderat einen Vortrag, worin er über die Anlage der Wasserleitung ein­gehende Ausführungen gab und Vorschläge zur Ver­besserung und Erweiterung machte. Zur besseren Er­fassung des Wassers soll noch eine zweite Rohrlei­tung von der Quelle bis zum Luftschacht angelegt weroen. In der Angelegenheit des Ehren­mals für b i c Gefallenen des Weltkrie­ges ist nunmehr ein endgültiger Beschluß des ®e- meinderats erfolgt, und zwar in Uebereinftimmung mit dem Vorstand des Krieger- und Militärvereins. Der Arnoldsche Entwurf soll im kommenden Frühjahr ausgeführt werden; als Platz des Denk­mals wurde die Westseite des Schloßgar­tens bei der Unterpforte bestimmt. Demnächst werden die Einzelheiten des Ortsbau st atuts in Verbindung mit der Baubehörde festgelegt werden.

L_ Unter-Seibertenrod, 15. Dez. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr brach auf dem Grundstück des Landwirts O. Bast im Bodenraum des Ne­bengebäudes Feuer aus Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Doch stock bereits in Hellen Flammen. Der angestrengten Tätigkeit der Wehr gelang es, daß Feuer aus feinen Herd z u beschränken, das bei einer Ausbrei­tung auf die angrenzenden, mit Heu, Stroh und Holz gefüllten Gebäude sehr gefährlich hätte werden können. Die benachbarten Wehren von Ober-Sei- bertenrob, Ober-Ohmen und Stumpertenrod waren'

Von dort oben herab machte er eine sehr sonderbare Veobachtung.

Von seiner hohen Warte aus konnte der schwarze Kater über alle Dächer der Rachbar­schast und über den Gar en des Pastors hin­weg, just nach der Kirche Schauen, deren hell­erleuchtete Fenster irgendeine seltsame Verkün­dung in die Rächt sandten. Auf einmal öffnete sich das große Kirchenpvrtal, und, indes ein Heller Strom von Kindern in dichtem Gedränge über die lange Treppe in das S lädt lein hin­unterdrang, quoll aus dem geöffneten Portal heraus ein so wundersam gewaltiges Rauschen von Tonen und Akkorden, daß es dem alten Kater auf seinem Giebel ganz sonderbar zumute ward. Auf den Schleiern des Mondscheins schwangen sich diese jubelnden Akkorde breit in die Rächt hinauf, füllten das ganze schweigende Tal, klangen von den dunklen Felsen wider, wallten über den Strom und verkündeten in allen stillen Winkeln dieser geheimnisvollen Rächt die Offenbarung dec ewigen Wiederkehr.

O, du fröhliche, o, du selige, gnabenbtinger.be Weihnachtszeit".

Freilich verstand der alt« Kater nicht, waS dies alles zu bedeu'en hatte. Aber gleichwohl wurde seine Seele en.'i Gefühls teilhaftig, daß allen «Lebewesen in dieser Rächt ein großes Glück begegnet sei...

Ganz gegen seine Gewohnheit sah er noch lange auf dem Giebel, indessen langsam hier und dort in den Häusern die Lichter erloschen.

Dann stieg er mit leisen Schritten nachdenk­lich durch die Dachluke hinab ...

Mussolinis zwölf Arbeiten.

Von Gustav W. Eberlein.

Als ein gütiges G llch ck Italien den Helden geschenkt hatte, säumte der nicht lange und zog auf herakleische Taten aus.

Z-crst Luft? und erwürgte er den kommunisti­schen Löwen, dann machte er sich an den roten Stier des Königs Dmios. erlebte dr lltens die Hydra des Parlamente und vrrsagte die furcht­baren Raubvogel, di se scheußlichen Stymphaliden

schnell zur Stelle, brauchten über nicht mehr «in- zugreifen, da bei ihrem Eintreffen die Gefahr bereit» gebannt war. Im Erdgeschoß des betroffenen Ge­bäudes war eine Hausfchlachtung im Gange, fo daß man vermutet, der Brand sei durch starkes Kessel- feuer und schadhaften Kamin entstanden.

ld. Aus dem vorderen Vogelsb erg, 15. Dez. In den letzten Wochen haben diq Dienstboten, deren Dienstzeit am letzten Weihnachtstage abläufl, neue Mietver­träge abgeschur'sen. Arter dem Druck der wirt­schaftlichen Rotlage wollen viele Landwirte, die jahrelang Knecht oder Magd hielten, im kom­menden Jahre versuchen, ihre Arbeit mit eige­nen Arbei-slrä.ten zu tun. Der Rückgang der Zahl der Dien st boten, der in un­serer Gegend schon seit einigen Jahren beob­achtet werden konnte, ist daher in diesem Jahre außerordentlich start. Wenn das Ge­sinde ehemals von Iqhr zu Jahr steigend« Lohne durchsetzen konnte, so ist nunmehr liefern Be­ginnen nur in ganz seltenen Fällen Erfolg be- schieden. Die I a h r l ö h n « , die sich aus der Höh« der vorjährigen beregen, betragen hier, nach Alter und Anforderungen ettoai nach u t n oder oben schwankend, für einen Knecht etwa 500 Mark, für ein Dienstmädchen un­gefähr 400 Mark, und setzen sich zusammen aus einem monatlichen Barlohn von 25 bis 30 Mark uni) Raturalgaben. Da>u kommen die Dersicherungsbeiträre, die hier ganz vom Arbeit­geber getragen werden.

Aus dem Riddatal, 15. Dez. Seit­dem die Holzindustrie dazu übergegangen ist, sich M o 1 o r l a !* w egen -um Abichlevpen des Holzes aus dem Wl c zu ulc^en, sind bie Derdienstmög ichkeiten b?r Holzfuhrleute in faft allen Orten stark beschnitten oder ganz aufgehoben worden. Wo eS nicht möglich war, als Fuhrmann in der Basaltinknistrie unter­zukommen, sehen sie sich gezwungen, den Fuhr- betrieb einzustellen und die Vierdezahl ihrem landwirtschaft ichen Betrieb an»u';a'ren. Die Rot­wendigkeit, sich noch einen Rcbenverdicnst zu verschaffen, macht sich in einem starken Unter­bieten der Gemeindeakkorde und ande­rer Fuhrleistungen bemerfbac, so daß dabei oft Preise zu verzeichnen sind, die mit der aufge» wand'en Zeit und Arbeitsleistung in keinem Verhältnis stehen.

- s- Gedern, 15. Dez. Unsere Stadt plant die Erbauung eines neuen Postgebäudes. Wie verlautet, soll dazu ein Bauplatz in der Rähe des Bahnhofs auserschen sein.

- s- Sichenhausen, 15. Dez. Die Maul- und Klauenseuche ist jetzt hier erloschen, die Sperrmaßnahmen sind ausgehoben. Ein Vierteljahr hat hier die Seuche gewütet. Sie hat neben Verlusten an Vieh den Landwirten während der Herbstbestellung großen Schaden zu­gefügt. Im nahen Burkhards hält die Krankheit immer noch an.

- s- Hartmannshain, 15. Dez. Die hie­sige Gemeindeverwaltung ist in eine ge­wisse finanzielle Bedrängnis geraten. Wie bekannt, war der Bau einer Rebenbahn BirstcinHartmannshain geplant. Die Gemeinde hatte sich s. Z. u. a. auch zur Tragung der DermessungSkosten anteilmäßig bereit et# klärt. Rachdem nun der Dau der Bahn nicht vorgenommen wird, hat die Gemeinde doch die Dermesfungskosten in Höhe von ca. 1 800 RM zu bezahlen.

Kreis Alsfeld.

L_ Mücke, 15. Dez. Der Pächter einer benach­barten Jagd hatte vor einigen Jahren in seinem Revier Fasanen ausgesetzt, von denen man jetzt in anderen Revieren des O h m t a l e s Ab­kömmlinge bemerken kann. In Jägerkreisen glaubt man, mit einer starken Vermehrung der Fasanen in unserer Gegend nicht rechnen zu können, da der Winter hier oben bekanntlich sehr hart ist und außerdem das Raubzeug besonders Füchse und Marder, aber auch Habichte usw. in ziemlicher Zahl auftritt. Immerhin würde es begrüßt werden, wenn auch andere Jäger zur Pflege oieses Wildes durch Ansiedlung und Schonung bei der Jagd bei­tragen würden. Bemerkenswert ist, daß einige Sätze Fasanen, die man vor dem Kriege hier einführte, sich zum Teil gut akklimatisieren, jedoch leider nicht die nötige Schonung fanden.

- -er R i e d e r - O s l e i k> e n, 15. Dez. Bei der am Sonntag stattgehabten Wahl eines Bür­germeisters wurde unser seitheriger Bürger­meister, Johannes Wolf IV.. einstimmig wiedergewählt Da die erste Wahl auf sechs Jahre erfolgte, f''-"t dt? zweite Amts­

oder Freimaurer. A |vL ec so manchen Augi'sftall ausge r.i'tet haben, aber es ist möglich, daß bie Welt, hinterhältig und furchtsam wie Eurysth^ s, diese Arb itm nicht gelten läßt. I.den- falls hat «in' böser Geist in der AKichl. den starken Mann daran z'gründe g hen zu lassen, zwölf Arbeiten ausg sonnen, di? mehr Kraft, Mut und Glück erfordern, als alle bisherigen Antcrnehmung n. Der D ce Hersktes soll:

1. Die Mafia in S zllien außrotten.

2. Derkleinen Camorra", die tm ganzen Lande verbreitet ist und zum Pc spiel mit den Preisen nicht herunt::g ht. wenn d . Valuta steigt, den Hals urnbrehe.u

3. Den Fiebergürtel u Rom herum sprengen, so daß man auch im Sommer einen Abcndspaziergang vor den Toren my. m kann, ohne ihn mit einer Malaria zu be;-" 'en

4. Den Sin gvogelmo> d D.ril ten.

5. Die ausgestsrbene Halbie.sel - eder t t Tieren bevöllern, indem er t : gr nd- sähliche Erla' bnis für jed mann, alles, was k eucht unb fleucht, abzuk.aallen, in bie Wolfs» schlucht wicft.

6. In bie Hölle d's DureaukratiSmus htn- untetf.eilen und den Höllenhunb Schlendrian überwältige i.

7. Sic Straßen um und südlich von Rom so umgestalten, daß man sogar mit einem Auto­mobil darauf fahren farm.

8 Wegweiser an den Landstraßen auf­stellen. wie sie sagenhafte ferne Länder schon haben sollen.

9. Den F bewerten und Radfahrern nachts Laternen anhängen.

10. Anstelle der unheimlichen Briefmarken- höhlen Postämter errichten, die sauber und zweckmäßig sind wie Danken.

11. Den Baumwüterich bändigen und den rollenden Wald in den ne. erworbenen Lan­desteilen aufhalten.

12. Ein Schwimmbad in Rom errichten, damit wenigstens die Fremden, Um sich's die heutigen Röm-r an bei trockenm Ruinen 'fiter Vorfahren Genüge sein lassen, dem neumobifchcn Körperkult huldigen könnin.