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Samstag, 16. Oktober 1926

176. Jahrgang

Blatt

KoalitionspoliliK

die dritte Beratung der hohenzollernvo klage.

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i e n (Großer Lärm bei den Kommunisten. Lebhafte Zustimmung rechts und in der Mitte.) Nacheinander marschieren dann noch mehrere kommunistische Ab­geordnete auf, um zu versuchen, die Maßnahmen des Präsidenten zu kritisieren. Präsident Bartels erklärt jedoch, daß er eine Kritik an seinen Vor­bereitungen für die heutige Sitzung nicht zulassen könne und daß er den Rednern das Wort ent* - iehen müsse. Bei diesen Worten, die von der

wissen.

Qlbg. Pieck (Komm.) beantragt, Die Rede des Qlbg. Grube durch Säulenanschlag bekanntzumachen. (Stürm. Heiterkeit.)

die Rede sein, ihr heute unter ganz anderen Ver­hältnissen die gleiche Position in der Regierung ein­zuräumen, die sie seinerzeit bei ihrem Ausscheiden gehabt habe. Die Volkspartei hat also, rund her­ausgesagt, einen glatten Korb erhalten, den sie sich wird merken müssen. Und sie wird es nun nicht nötig haben, im Reich auch nur einen Finger zur Wiederherstellung einer Konstellation zu rühren, die erst vor drei Jahren so wenig glückliche Ergebnisse gezeitigt hat.

Im übrigen wird sich der Leiter der deutschen Außenpolitik dessen bewußt werden müssen, daß im Vordergrund jeder ^Neugestaltung unserer innerpolitischen Lage der Gesichtspunkt _ stehen muß, auf welche Regierungskoalition gestützt, die Verhandlungen mit Frankreich den größten Erfolg versprechen. Driands Stärke ist, daß er einem Kabinett angehört, in dem die Richtung P o i n c a r 6 mit ihren prominentesten Persönlichkeiten vertreten ist. Er wird also jeder­zeit bei seinen Verhandlungen mit Stresemann darauf Hinweisen können, daß manzu House" von Deutschland ganz andere Angebote erwarte, und daß, wenn er nachgebe, dies seinen Sturz und die Riederlage der Politik von Locarno und

Annahme von »n;etgen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 .nm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re­klameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 . mehr.

Chefredakteur

Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H-Tbynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den An­zeigenteil i. Dertr. H. Belli, sämtlich in (Bienen

Qlbg. Wulle (völk.): Wir glauben nicht, daß der vorliegende Vergleich dem Recht des Hauses Hohenzollern völlig genügt. Da aber das Haus Hohenzollern dem Vergleich mit dem preu­ßischen Staat zugestimmt hat, werden auch titfr der Regierungsvorlage zustimmen. Wir werden unter Ablehnung der kommunistischen Begrün­dung für die eingebrachten M.htrauensanträge stimmen. _ ,

Qlbg. Bartels- Krefeld (Komm.) erklärt, die Sozialedmokratie habe Die proletarische Ehre mit Füßen getreten. Als der Redner Den Mi­nisterpräsidenten als ersten Lakaien der Hohen­zollern bezeichnet und dann vonHohenzollern- Halunken spricht, wird er vom Vizepräsidenten Garnich zweimal zur Ordnung gerufen. Die tom- munistischen Abgeordneten haben sich dicht um das Rednerpult geschart. Von der Rechten drän­gen die Deutschnationalen ebenfalls heran. Vize­präsident Garnich fordert alle Parteien auf, die Plätze einzunehmen, da die kommu­nistischen QlbgeorDneten ja über so ausgezeichnete Stimmittel verfügten, daß sie überall z»u hören seien. (Heiterkeit).

Abg. Ruschke (Dem.): Wenn es nach mir ginge, würde Der vormalige König nicht in Hol­land zu wohnen haben, sondern hier im Lande unter ständiger Aufsicht eines energischen Innen­ministers. Die Geschicke wird bestätigen, daß Putsche stets vom Exil her organisiert werden. Wir bedauern außerordentlich, daß ein Hohen- zollemsproß in die Reichswehr kam und daß der verdienstvolle Chef der Reichswehr einem solchen Intrigenspiel zum Opfer siel. Cs gilt jetzt auch, mit dieser Vorlage zu einer Beru­higung des öffentlichen Lebens beizutragen als ein Teilstuck der großen Befriedungspolitik.

Ainanzminisker Dr. höpker-Aschoss äußert sich aus die Frage nach der Auslegung des Wohnungsrechtes des vormaligen Kö­nigs folgendermaßen: Der§ 25 des Republik- schutzgesetzes bestimmt, daß den Mitgliedern Der ehemaligen Deutschen Fürstenhäuser Der Oluf ent» >fralt in Deutschland versagt oder be­schränkt werden kann, wenn Staatsinteressen das erforderlich machen. Diese Bestimmung ist auch heute geltendes Recht. Deshalb kann natur­gemäß das in dem jetzigen Vergleich vorgesehene Wohnuugsrecht nur im Rahmen Der Bestimmun­gen des Republikschutzgesetzes betrachtet werden. Durch Den neuen Vergleich fallen an Den Staat 400 GemälDe und 1000 Skulpturen. Damit ist alles erreicht, was erreicht werden konnte.

Damit ist Die allgemeine Aussprache beendet. § 1 wird gegen die Stimmen der Kommunisten bei Stimmenthaltung Der Sozialdemokraten an­genommen.

Mit ähnlichem Stimmverhältnis werden Die folgenDen Paragraphen des Entwurfes ebenfalls in namentlicher Abstimmung angenommen.

Nach diesem Abstimmungskampf kommt es zur Schlußab st immun g. Auch diese findet auf An­trag der Kommunisten namentlich statt. Sie er­gibt die Annahme der Vorlage mit großer Mehrheit. Das von Vizepräsident Garnich verkündete zahlen­mäßige Abstimmungsergebnis ist im einzelnen nicht zu verstehen, weil die Kommunisten einen ohren­betäubenden Lärm veranstalten, der noch durch Beifallskundgebungen wegen du Annahme der Vorlage durch die Rechte erhöht wird. Auch die Tribünen mischen sich jetzt ein. Plötzlich kommt es vor dem Rednerpult'zu einem

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ginalflaschen er: Engel- solheken.

schärfere Tonart gegen rechts herauslesen können, was angesichts Der alles Maß erlaubter Kritik überschreitenden Angriffe von selten einzelner Radikalen Der Rechten immerhin begreiflich war. Andererseits scheint man aber auch in Den Reihen Der Deutschen Volkspartei keine allzu große Rei- gung dazu zu verspüren, mit Den Sozialdemokra- ten im Reich Die Regierung Der Großen Koa­lition toieDer zu erneuern, die seinerzeit unter Skresemanns Kanzlerschaft so bald Schiffbruch erlitten hatte.

Wenn nun in Preußen die Dolkspartei trotz­dem die Fühler ausgestreckt hat, um wieder ein Ka­binett der großen Koalition herzustellen, so ist das negative Ergebnis Der Verhandlungen doch wohl ein

Nr. 245 Erstes Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags.

Beilagen:

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> Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Richter- icheinen einzeknerRuminern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanj chlüss«: 51, 54 und 112.

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zwischen kommunistischen, volksparteilichen und Deutschnationalen Abgeordneten. Die Abgeordneten schlagen mit den Fäusten aufeinander los. Vizepräsident Garnich kündigt durch Verlassen seines Stuhles an, daß die Sitzung unterbrochen ist. So­fort tritt Der kommunistische Abg Pieck vor das Rednerpult und richtet an die Tribuncnbe. s u ch e r eine Ansprache, in der er von einem Schmach- und Schandvertrag 'pricht. Aber auch seine Ausführungen gehen in dem tosenden Lärm fast völlig verloren. Nun versucht der kommu­nistische Abgeordnete Abg. Kasper seinem Freunde Pieck Ruhe zu verschaffen, indem er Die große PräsiDentenglocke unaufhörlich schwingt. In

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Ohne Debatte überweist Das Haus Dann einen Antrag des Abg. Fries- Siegen (Soz.), die für das Siegerland und das Lahn gebiet gebilligten S t a a t s b e i h i l f e n zu ver­längern, der hauptausfchußreratung.

Das Haus, tritt in die Tagesordnung ein. Ohne Debatte wird ein interfraktioneller Antrag auf Aus­bau der Eisenbahnlinie HerneRecklinghausen dem Hauptausschuß überwiesen. Nach Erledigung Der Eingabeberichte folgt

Frühzeitige Herbststürme haben Die innere Politik unsanft aus Dem langen Schlas der Som­mermonate ausgerüttelt. Roch vor dem Wie- derzusammentiitt D.t Parlamente hatten wir Sen­sationen ersten Ranges: Den Rücktritt Severings unD Die Verabschiedung Sceck 1 s. 3m Preußenhause gibt es wieder Die alltägliche Keilerei mit Den Kommunisten: Hohenzollernvergleich und Die politische Auswer- tung des QHagDeburger MorDprozesses geoen .... . Stell genug zu langen ReDeübungen zum Fenster s ch a hinaus, währenD hinter Den Kulissen über Das fclbft wieder einmal aktuelle Problem Der Großen

Ohne d-e gra­ue, waren :aÖ6 zwej, *! Briesen, * Die 3u. 1 weniy. «n wvitzen. Gelegenheit Prügeleien Ersparnisse

Gietzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrrck und Verlag : Vriihl'sche Universitälr-Vuch- und Zlemdruckerei B. Lange in Stehen. Zchriflleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7.

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mung begrüßt werden, erhebt sich ein neuer und anhaltender Lärm bei Den Kommu­nisten, in Dem Die weiteren Ausführungen Des Prä­sidenten verloren gehen. Die Kommunisten halten die linke, eine Gruppe deutschnationaler Abgeord­neter die rechte Treppe zur Rednertribüne besetzt.

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Lage beim Zentrum, Dessen Spaltung in Dem Tangen. ... . - ' -

Augenblick unvermeidbar wäre, wo eine große Linke und eine große Rechte sich zu geschlossenen Parteiorganisationen zusammen,inden.

Statt einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über Die künftige Gestaltung unseres Parteilebens haben wir nun also wieder Den alten Disput über Die Möglichkeit unD Die taktische Zweckmäßigkeit Der Großen Koalition auf Der einen Seite, unD Die Aussicht auf Einbeziehung Der Deutsch- nationalen in Die augenblickliche Regierungs- I foalition Der Mitte auf Der anDeren. Auf Dem I Kölner Parteitag Der Deutschnaiionaleu hat Der Parteiführer Graf W e st a r p Die grunDsähliche Bereitwilligkeit Der Partei zur verantwortlichen Mitarbeit in Der Reichsregierung ausgesprochen unter Fortführung Der außenpolitischen Linie, Die Durch Locarno, Genf und Thoiry sich Doku­mentiert. Der Abgeordnete H e r g t hat Diese Bereitschaft noch einmal unterstrichen in einer Zuschrift an DieTägliche Rundschau", in Der er Slresernanns Politik in Genf billigte unD an­erkannte, Daß Der Eintritt in Den Völkerbund und Die Besprechung von Thoiryfür Die künftige deutsche Außenpolitik Möglichkeiten Darböten, trenn diese nur im weiteren Verlauf von Deutscher Seite richtig ausgenuht unD in Reaiitä en umgetoanDelt würden ... auch die Deutschnationalen müßten um Des Deutschen Gesamtinteresses willen auf Dieser Basis das Bestmögliche herauszuholen suchen und demgemäß m i t a r b e i t e n. Diese Ausführungen haben kein allzu lautes Echo ge­weckt. Der Kölner Partei.ag Der Deutschen Volks­partei wurde was durchaus verständlich zu einer einzigen großartigen Kundgebung für den Parteiführer Stresemann, Der selbst in einer groß angelegten Rede das Ergebnis seiner Außenpolitik Dnrlegte und sich zu der erschüttern­den Kulturkrisis, in Der wir uns befinden, war­nend und mahnend äußerte. Aber ängstlich ver­mieden wurde jede klare Stellungnahme zur innerpolitischen Lage. Die Antwort auf Die Frage, wie Die Deutsche Volkspartei sich zu Den künftigen Regierungskombinationen stellt, wurde nicht gegeben. Die Volkspartei scheint also Den Augenblick noch nicht für gekommen zu er­achten, zwischen rechts unD links zu optieren, also Den Schwerpunkt Der Regierungskoalition von Der Mitte nach rechts oder links zu ver­schieben. Man hätte sogar aus einzelnen tem­peramentvollen Aeuherungen Skresemanns eine

I Beweis dafür, daß den Sozialdemokraten wenig­stens vorläufig an dieser Erweiterung der Regie­rungsbasis nicht allzuviel gelegen ist. Hat man doch trotz der laufenden Verhandlungen mit volkspartei­lichen Ab-eordneten den seit Monaten vor der Tür stehenden Rücktritt Severings überstürzt, einen der wenigen volksparteilichen Beamten in der Zentralregierung, den Staatssekretär M e i st e r, ebenso eilig entlassen und die freigewordenen Stellen postwendend mit Angehörigen der Weimarer Koali- tionsparteien wieder besetzt. Das ist eine offenbare Brüskierung für eine Partei, mit der man gleich­zeitig Verhandlungen über den Eintritt in das Ka­binett pflegt. Der Ministerpräsident Braun, der bei dieser wenig loyalen Personalpolitik wohl mehr der Geschobene zu sein scheint, hat nun zwar noch Besprechungen mit den Parteivertretern der Linken gehabt, aber die Sozialdemokraten haben sehr bald erklärt, daß sie die Verhandlungen vertagen möchten. Sie wünschen offenbar erst Verhandlungen im Reich, um Dann in Preußen eine für ste

I günstigere Basis zu erlangen. Auch sonst reibt man der Volkspartei bei jeder Gelegenheit unter die Nase, daß es mit ihrer Mitarbeit in Preußen keine I besondere Eile habe. Es könne auch gar nicht davon

Thoiry beDeute. Es war zweifellos ein grunD- sählicher Fehler Der letzten Deutschen Regierungen. Daß sie ihre Außenpolitik mit Der Linken machten, von Der ein Widerstand ober auch nur eine Kritik an Den ForDeru.igen Der Gegenseite kaum zu erwarten war. Das gab Driand von vornherein e ne so auherorDentlich aussichtsreiche Position und hat gewiß Das feurige Dazu bei­getragen, Daß Das Ergebnis von Locarno für uns so mager ausgefallen ist. Es mag Dahingestellt bleiben, ob Die Politik Der Deutschnatwnalen, Die mit Dem Austritt aus Dem ersten Kabinett Luther enDete, noch einen anDeren Weg offen ließ, als Den, Den Luther unD Stresemann schließ­lich gegangen sind. GrunDlätzlich bleibt Daraus Die Lehre, Daß aus Der Durch Genf unD Thoiry gegeben en außenpol t schen Situation für Deutsch- lanD nur ein Höchstmaß von Erfolgen heraus- geholt werden kann, wenn sich unsere Außen­politik auf die Rechte stützt, wobei es gleich­gültig ist, ob Die Deutschnationalen zu Dem augen­blicklichen Kabinett tn wohlwollenDer Opposition stehen ober innerhalb Der Regierung an Der Ver­antwortung teilnehmen.

diesem Augenblick tritt Präsident Bartels wieder auf seinen Platz und schickt einen Diener gegen den Abg. Kasper vor, um ihm die Glocke abzunehmen. Gleichzeitig schwingt er die viel schwächere Ersatz­glocke und verkündet mit Aufgebot all seiner Stimm­mittel, daß der Abg. Kasper von der Sitzung aus­geschlossen sei. Die Kommunisten nehmen mm- mehr Front gegen den Präsidenten und drohen ihm mit den Fäusten: auch A k t e n b ü n d e l fliegen >m Saale herum. Man hört nur noch, daß Präsident Bartels noch weitere Kommunisten von der Sitzung ausschlicht. Dann wendet sich die Aufmerksamkeit wieder den Tribünen zu, wo inzwischen Krimr- nalbeamte den Versuch unternehmen, einig- be­sonders laute Tribünenbesncher hinauszufiihien. Auch die Besucher leisten Widerstand und versuchen Ansprachen an das Haus zu richten, wurden aber schließlich durch Kriminalbeamte abgcdrängi. Die kommunistische Fraktion begleitet die Räumung der Tribünen mit ohrenbetäubendem Lärm. An­schließend kommt es vor den Tribünenflure-r noch zu stürmischen Auftritten zwischen den Kriminal­beamten und den aus dem Saal erntsernrcn Be­suchern. v,

Es folgen die Abstimmungen über Die koin- munistischen Mißtrauensanträge. In namentlicher Abstimmung wird Der fominuniflildje Antrag, Dem Staatsministerium Das Vei-t rauen zu entziehen, mit 202 gegen 44 Stimmen ab­gelehnt Enthalten haben sich 118 Abgeordnete. Das Ergebnis Der Abstimmungen wird von Den Kommunisten mit Dauerndem Lärm ausgenommen. Der Mißtrauensantrag gegen Den Minister­präsidenten wird mit 201 gegen 52 Stimmen bei 82 Stimmenthaltungen abgelehnt.

Das gegen Den Finanzminister gerich­tete Mißtrauensvotum wird mit 206 gegen, 39 Stimmen bei 140 Stimmenthaltungen abgelehnt. Auch Das gegen Den neuen Innenminister! Grzes inski eingebrachte Mißtrauensvotum wirb mit 206 gegen 114 Stimmen Der Deutsch- nationalen, Völkischen und Kommunisten frei 35 Enthaltungen afrgelebnt.

Rach ErleDigung kleiner Vorlagen vertagt sich Das Haus auf Mittwoch, 3. Rovember. TyphusepiDemie in Hannover.

Va§ Scheitern der Verhandlungen in Preußen. Die (Gründe der Bolkspartc».

Berlin, 15. Olt. (DDZ.) Die Fraktion Der Deutschen Vokkspartei im Preußischen Land­tag gibt folgende offizielle Verlautba­rung bekannt:Die Landtagsfraktion Der Deut­schen Volkspartei sieht nach dem bisherigen Ver­halten Der Regierung und Der Regierungsparte en die Verhandlungen über eine Erweiterung Der Regierung als abgebrochen an, aus Man­gel des ernsten Willens, zu eürr Eini­gung zu kommen. Es wird daraus verwiesen, daß bereits die Ernennung des Ministerialvireltoi-s Ab egg zum Staatssekretär, Die erfolgte, ohne daß man mit Der Deutschen Dolkspartei sich in Verbindung setzte, diesen ernsten Willen vermissen ließ. Besonders verstimmt hat auch die Tatsache, daß von dem Ergebnis Der Besprechungen des Ministerpräsidenten mit den Fraktionsführern Der Regierungsparteien Der Deutschen Vollspartei offiziell keineMitteilunggemacht wurde, daß Diese vielmehr erst aus Der Press«

Kenntnis erhielt."

Zu Der Stellung Der Deutschen Volksparter erfahren wir von parteioffiziöser Seite ergänzend noch folgendes: In erster Linie ist maßgebend gewesen Die Behandlung des Falles A b e g g. Ein Der Volkspartei befreundeter Staatssekretär (Meister) wird entlassen, eine au) das schärfste umkämpste Persönlichkeit wird ernannt. D.ckdcs, während schon Verhandlungen schwebten unD nachdem die Volkspartei zu erkennen gegeben hatte, daß eine Bereinigung des Falles Abegg erforderlich scheine und daß hier in irgendeiner Weise erkennbar gemacht wer­den müsse, daß Grundlagen für eine Einigung vorhanden seien. Rach alle dem erscheinen Zwe.sel berechtigt, ob auf Der anderen Seite wirklich ein

Der hohenzollernvergleich angenommen.

Neue Skandaftzenen. - Ablehnung der kommunistischen Mitztrauensanrräae

Abg. Grube (Komm.) meint. Die Deutsch- nationalen hätten es verstanden, Die Sozialdemo­kraten für Die Kassengeschäfte Der Hohenzollern zu interessieren. Der Hundecharakter Der Sozial- Demokraten sei nicht mehr zu unterbieten. (Präsi­dent Bartels ruft den Redner zur Ordnung.) Ge­rade Die Parteien, Die sich hier als Gralshüter Des Eigentumsschutzes hinstellten, feien Die größ­ten Räuber gewesen. (Präsident Bartels erteilt Dem Redner einen zweiten Ordnungsruf.) Selbst dasBerliner Tageblatt" müsse zugeben, daß KunstgegenstänDe von den Hohenzollern gestohlen worden seien. (Präsident Bartels weist diesen Ausdruck als unzulässig zurück. Lärm bei den Kommunisten und Zurufe:Jawohl, gestohlen^) An Stelle dieses Vertrages müsse die entscha- digungslose Enteignung unter Ver­längerung Der Sperrfrist des Reichstages treten. Inzwischen müsse Die SPD. Den Kamps jetzt auf­nehmen und Die Auflösung des Reichstages und des Landtages durchsetzen. Die Kommunisten hätten Den Sozialdemokraten gestern diesen Vor­schlag gemacht, aber diese wollten nichts davon

Berlin, 15. Okt. Morgens um 10 Uhr bot das Strahenbild vor dem Hauptportal des Land­tages in der Prinz-Albrecht-Straße nichts beson­deres. Der Straßerverkehr spielte sich wie üblich ab, nur ist dem Landtag gegenüber eine Hundert

ft Schutzpolizei untergebracht. Im Hause |tlV|1 werden Polizeibeamte, die nicht in Uniform sind, für Ordnung sorgen. Der Zugang zum Land-

Ä o*a 1 i t i o n eifrigst debattiert wird. I tag von der Leipziger Straß« aus ist nur mit Le-

Das ist immerhin überraschend. Denn als gitimationskarten passierbar. Bisher bestand reine man bn Frühsommer aus Den eben abgeschlossenen Kontrolle für Leute, die zur Sommunt st t parlamentarischen Arbeiten sich anschickte, das sctzen Partei wollten und sA teilweise m einer Fazit zu ziehen, schien rechts sowohl wie Unlls störte von 100 Manna 1 s B e s u ch e r m den die Tmdenz aut Abkehr von derMitte Räumen der Fraktion, in den Gangen und Wandel- vorherrschond z: s in Die Fu .rer der die Deutsch- hallen aufhielten. Auch diese Möglichkeit ist für nationalen um) Volkspart Iler um: ass end en Ar- heute nicht gegeben.

beitSgeineinscha,t im preußischen Staatsrat Der yor (jintritt in die Tagesordnung begründet Duisburger OberbürgermI ter Jarres und der ^bg. (ßOmm.) einen kommunistischen An-

ostpreußische Delegierte Freiherr von Gahl tra- . Landtag aufs schärfste die vom Pra-

ten mit einem Aufruf zur Sammlung Der fftium für die heutig Sitzung getroffenen poli- Rechten an Die Öffentlichkeit. Was sich in ei|id)cn Maßnahmen mißbilligt (Sehr dem allerdings engen Rahmen des Staatsrats maLr &en Kommunisten, Gelächter rechts.) Die bewährt hatte, sollte nun auch auf die übrigen Kommunisten beantragen Aussetzung der Be- parlamentarischen Körperschaften, nament.id) auf rcitungen bis die Kriminalbeamten aus dem Land- den Reichstag übertragen werden. Die Verwirk- . verschwunden seien.

lichung dieser Gedanken hätte im Augenblick Präsident Bartels erklärt dazu, daß er es für die Deutsche Volkspartei den Ve^cht auf ^Aas.dent beschämend hatte, daß Polizei zur ihre Mitarbeit in Der ^6'^ung bedsite j Aufrechterhaltung der Ordnung im Landtag nötig man kann wohl sagen, daß fte m der Folge em ' Maßnahmen wegen des Ver-

X-* SÄÄ I ren Rachbars zur Rechten in einer solch engen Arbeitsgemeinschaft gerecht zu werden.

Auf Der Linken erhob Der ehemalige Reichs­kanzler Dr. Joseph Wirth seine Stimme für die DilDung einer republikanischen Einheitsfront. Zustimmung fand er eigent­lich Damit nur bei Den Demokraten. Die So­zialdemokraten wollen ihre Tuchfühlung nnchlints >yei vielen uisoncn, uie mm uei

ÄmS? an 8mÄ"bU I Wen und.-am S-ntrum mit Suftim-

Mitte zu sein. So wurde es damals schon bald still von diesen Versuchen, unser verworre­nes Parteittben durch eine Umgruppierung fla- rer zu gestalten und man hort auch freute nichts mehr davon. Qlbgesehen von den Widerständen, die diese Bestrebungen in allen Parteien bei Der Parteib-rolrotie f nden, liegt das größte Hemm- ' für eine Klärung unserer i-----