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Rauheim wegen Heranziehung zu den Kosten der Herstellung von Straßen und Kanälen. 4. Klage der Frau Luise Gräf in Okarben auf Auf­hebung deS Bescheids des Kreisamtes Friedberg vom 29. Juni 1926 wegen Versagung eines Wandergewerbescheines. 5. 2agdverpachtung OK ü n ft er; hier: Berufung der Gemeinde Mün° . ster gegen das Urteil des Kreisausschufses des Kreises Friedberg vom 17. April 1926.

** Die Reichsjugendwettkämpfe der Siebener Schulen fanden gestern vormittag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 statt, lieber 300 Teilnehmer aus den Volksschulen, den höheren Lehranstalten, der höheren Handels­schule und des Pädagogiums nahmen daran teil. Slufjft den Wettkämpfen wurden noch Staffelläufe und ein Handballspiel durchgeführt. Die Leistungen waren durchweg sehr gut, einzelne sogar hervor­ragend. lieber die Ergebnisse werden mir morgen berichten.

"InderGartenbau- undElektrizi- tätsausstellung findet heute und morgen nachmittag Kaffee-Konzert statt. Heute, Donnerstag, abend, konzertiert die Marburger Reichswehrkapelle unter Leitung des Musikmeisters Große. Das Militärkonzert wird bis 11 Uhr dauern.

* Die Waren-Ausstellung des Konsumvereins Gießen, die noch bis jum nächsten Sonntagabend im Saalbau Sauer besichtigt werden kann, findet die rege Aufmerk­samkeit der Bevölkerung. Am- vorigen Samstag und Sonntag haben allein etwa 5000 Besucher die Hchau in Augenschein genommen. An den Wochentagen erreicht die Besucherzahl naturge­mäß nicht diesen Umfang, dennoch ist aber der Zuspruch andauernd im Gange. Der weitaus größte Teil der ausgestellten Waren entflammt der Eigenproduktion der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine, nur die Produkte der Kolonien (See, Kaffee, Kakao) sind fremöen Ur­sprungs. Die Ausstellungsobjekte sind auf fünf großen Tischgruppen ausgebaut. 3n der ersten Gruppe sieht man die verschiedenartigsten Tees, ferner Kaffee, Kakao, Gewürze, Bonbons usw.: die zweite Gruppe zeigt eine reiche Beschickung mit Teigwaren und Suppeneinlagen: in der drit­ten Abteilung werden Schuhpuhmittel, Wasch­pulver, vielerlei Arten Seife unb kosmetische Artikel gezeigt: der vierte Stand ist den Bauchem gewidmet: die fünfte Gruppe endlich macht mit allerlei Fischspeisen in Marinadenform, Oelen, Wurstwaren, Gemüse- und Obstkonserveu, Back­pulver usw. bekannt. Die Ausstellung ist sehr übersichtlich aufgebaut und bringt die vielge­staltigen Erzeugnisse dieses Eigenbetriebs wirk­sam zur Geltung. Ein Gang durch die Waren­schau ist recht interessant.

I. Die Ausstellung des Fröbel-Se- minars. In den Räumen des Kunstvereins zeigt das Fröbel-Seminar in einer reichhaltigen Ausstel­lung Schülerinnenarbetten der abgehenden Kinder­gärtnerinnen und Kinderpflegerinnen. Die Fülle und Mannigfaltigkeit der Arbeiten gibt Zeugnis davon, in welch vielseitiger Weise das Seminar seine Zöglinge ausbildet. Man steht, wie der Unter­richt, in systematischer Weise vom Leichten zum

Schweren fortschreitend, die Schülerinnen Arbeiten 1) er Dorbringen läßt, die zum allergrößten Teil recht gutes Körmen und erlesenen Geschmack zeigen. Schon die ersten Arbetten Figuren, die aus Stäbchen gelegt, aus Papier geklebt oder gefallet oder auf Papier genäht find find woblgelungen. In reicher Zahl sehen wir dann Spielsachen und Gebrauchsgegenstände, die aus Holz oder Pappe hergestellt sind. Eine Puppenstube, eine Puppen- fchaukel, ein Viehstall mit Inhalt, zwei Theater, ein Knusperhäuschen, von einem Tannenwald umgeben, ein Hutladen, ein Zigeunerwagen mit Inhalt, ein Gartenhaus, mehrere Marktlauben mtt Markt­waren, eine vollständige Bäckerei, ein Schulsaal mit der gesamten Inneneinrichtung nebst den Schüle- rinnen und der Lehrerin heben sich aus der Fülle der ausgestellten Spielsachen besonders ab. Man staunt, wie viel Schönes sich aus alten Streichholz­schachteln machen läßt. An einer größeren Anzahl von Zeichnungen sieht man, daß manche Schüle­rinnen im Ornamentzeichnen Beachtliches leisten. Auch das Kneten in Ton wird geübt. Eine reiche Zahl von Gefäßen in mancherlei Formen und Nachbildungen von Früchten der verschiedensten Art, alle aus Ton geformt, zeigen, daß die Mädchen auch diese Arbeiten in ansprechender Weise zu machen verstehen. Ein buntfarbiges Bild bieten die Arbeiten, die die Schülerinnen aus Bast gehäkelt, ge­flochten oder gewebt haben. Diese Sachen können als ganz besonders gelungen bezeichnet werden. Neben diesen Arbeiten sieht man sauber ausgeführte Körbchen, die aus Peddigrohr geflochten sind. Einen besonderen Raum nehmen die Nadelarbeiten ein. In reicher Fülle erscheinen hier Kinderkleidchen und Kinderschürzchen, insbesondere aber Kinderwäsche. Form und Farbe der Arbeiten verraten durchweg guten Geschmack, ihre Ausführung beweist beacht­liches Können und große Sorgfalt. Auch einige ge­schmackvoll ausgestellte Ruhekissen sind ausgestellt, ebenso eine Anzahl gefällig wirkender Batikarbeiten.

** Zur Richtigstellung. In unserem Be­richt vom Montag über den Blumenkorso muß es stattRadfahrer-Verein Rad-Heil 1896" richtig heißen: Gießener Radfahr-GesellschaftDie Wande­rer" 1896.

** Auftrieb auf dem heutigen Frank­furter Schlachtvieh markt: 1 Kuh, 1016 Kälber, 722 Schafe und 277 Schweine.

Starkenburg.

* Darmstadt, 15. Sept. Der Fall Meon wird am 15. Oktober am Schwurgericht in Mainz erneut verhandelt. Dekannttich hat der Student Josef Meon aus Bensheim im ver­gangenen Fahre die Stühe Anna Gillmann in seiner Wohnung umgebracht und war dafür vom Darmstädter Schwurgericht zum Tode verurteilt worden. Meon legte Revision ein, und das Reichsgericht verwies die erneute Verhandlung an das Schwurgericht in Mainz. Seit dem 10. September werden der Tapezierlehrling Adam Meininger, geboren am 28. August 1911 zu Darmstadt, und der 15jährige Buch- druckerlehrling Heinrich Gunkel aus Ober- Ramstadt, die beide ihre Eltern heimlich ver­

lassen haben, vermißt. Meininger führt ein Fahrrad mit sich und ist mit grauer Kniehose, ebensolcher Jacke und Mütze, tarriertem Hemd und schwarzen Schnürschuhen bekleidet. Gin hiesiger Fabrikdirektor wurde unter dem dringenden Verdacht des Konkurs verbre­chens fest genommen.

Turnen, Sport und Spiel.

Franz Diener in Amerika geschlagen.

TTl. R e u h v r k, 15. Sept. 3n einem Zehn- Rundenkampf in Reuhork wurde der deutsche Doxmeister Franz Diener von dem amerika­nischen Boxer Bob Gor man geschlagen.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Straßenbahn und Festzüge.

Gießen im Zeichen einer Ausstellung. Heber- all emsige Hände, rührender Fleiß und geschäfts­tüchtiger Sinn zu verspüren. Unb am Sonntag ein Blume nkorsv eindruckreicher Art und geschmackvoller Vielheit. Menschen stauen sich zu beiden 'Seiten im Seltersweg, um begeistert dies Schauspiel zu genießen. Plötzlich das schrille, Nimmersatte Geläute der Elektrischen, die sich den Weg durch das Gewoge und den Festzug bahnen will oder muß. Der Zug wird gesprengt. Die Pferde werden scheu, die Autos finden kaum Ausweichplatz. Die Menschen werden zurückgedrängt und in Schrecken gejagt. Läuft also alles noch gut ab. Rur wiederholt sich diese Komödie mit der Elektrischen öfter. Auch in der Kreuzung Sonnen- und Schulstrahe und in der Bahnhofstraße. Der Zug wurde verzettelt und verlor fast den Zusammenhang. Unb die Zuschauer empfanden nicht nur dies, sondern mehr die Belästigung durch die Elektrische unangenehm. Tlnd das ist in Gießen nun schon immer ge­wesen, daß an Festzugstagen sich die Elektrische irgendwie breit und unduldsam machte. Warum? 3n anderen Städten fährt sie überhaupt nicht, wenigstens nicht durch den Festzug, oder es wird während der Zeit Pendelverkehr eingeführt. Vielleicht merkt man sich das hier an den dafür verantwortlichen Stellen und läßt in Zukunft die Festzüge unbehelligt den ohnedies vorher be­kanntgegebenen Weg nehmen. Dr. M.

Don den Tausenden, die sich, wie ich, am Sonntag den Umzug angesehen haben, werden sich wohl die meisten gefragt haben: War es denn nicht möglich, den Trambahnverkehr für eine Stunde einzu ft eklen, damit sich der schone Zug von Roß und Reisigen voll und ganz entfalten und abwickeln konnte? Wie es in Wirklichkeit war, wurde der Zug alle paar Minuten durch die fahrenden Tramwagen aufgehalten und zerrissen, dadurch aber seiner Schönheit beraubt und entwertet. Radfahrer­

gruppen sah ich wiederholt von den Rädern steigen, um einen Wagen der Straßenbahn vor­überzulassen. Dis die Fahrer wieder aufgesessen und in Bewegung waren, waren die Vorder­gruppen schon ein gutes Stück voraus, und zwi­schen beiden klaffte eine ode Lücke. So war das Bild kein einheitliches, und viel Mühe und Arbeit und viel Schones kamen daher nicht zur vollen Auswertung. Ein andermal: Besser machen, Elektrische!

Eine, die für viele spricht.

Ein« Klage über die städtische Müllabfuhr-- stelle in der alten ©anbfautc.

©eit einigen Tagen ist abends in den Woh­nungen am Rahrungsberg, Schiffenberger Weg und in der Gartenstrahe ein sehr unangenehmer Geruch nach ungebrannten Lumpen, Knochen usw. bemerkbar. Geht man diesem Geruch nach, so kommt man nach der alten städtischen Sandkaute am Rahrungsberg. Hier befindet sich die städtische Müllabfuhr st eile im angebrannten Zustande. Glaubt die städtische Verwaltung, daß dieser Zustand in sanitärer Hinsicht einwandfrei ist? Können solche Zustände nicht Epidemien Hervorrufen? Ist dies nicht ge­radezu ein Eldorado für Ratten, Wühlmäuse usw.? Sind die Anwohner gezwungen, solche Zustände hinzunehmen? Was sagt der Der- schonerungsverein zu diesen Zuständen? Wenn lein anderer Ort für die Müllabfuhr beschafft werden kann, warum werden die Abfälle nicht mit Aehkalk überstreut und mit Erde zugedeckt?

G.M.

Kirchliche Nachrichten.

Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Freitag früh 5, nachmittags 2.30, Samstag den 18. September 1926. Verfohnungsfeft. Vorabend 6.40 Predigt, morgens 6, Festssausgang 7.13. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 6.

Isr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 18. September 1926. Versöhnungsfest. Vorabend 6.45, Predigt:?.15, moygens 7.45, Predigt und Seelenfeier: 11.30, Schluß- predigt: 5.30, Festesausgang: 7.10. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.

Rundfunk-Programm

des frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Freitag, 17. September.

3J30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Fugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Hausfrauen-Rachrnittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Achtzig Zahle Main-Reckar-Bahn, Vortrag von Waldemar Scheyrer, Biebrich. 6.45 bis 7.15 Uhr: Johann Gottlieb Fichte". 3.: Fichtes Schriften Heber die Bestimmung des Gelehrten" und Heber das Wesen des Gelehrten", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 7.15 bis 7.45 Uhr. Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Ahr: Cello-Konzert. 9.15 bis 10.15 Uhr: Heiterer Abend.

In der Generalversammlung vom 28. Juni 1925 und 11. Juli 1925 wurde einstimmig die Auflösung der Genossenschaft beschlosten. 7551D

Iu Liquidatoren wurden bestellt die Herren: Heinrich Degen! und GeorgPfeifer,beide in Großen-Linden. Die Gläubiger werden aufgesordert, ihre Ansprüche innerhalb der gesetz­lichen Frist geltend zu machen. Eroßen-Linden, den 18. August 1926. Landwirtschaftlicher Konsum­verein, e. G. m. u. H. in Grotzen-

Linden, in Liquidation Heinrich Degen l.Georg Pfeifer

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Arn 9. September 1926 a) bei der Firma C. O. Reuter, Mainz, Zweigniederlassung Gießen: Die Zweigniederlassung in Gießen ist an den Kaufmann Erich Willy Reuter zu Gie­ßen durch Vertrag übergegangen, der das Geschäft unter der seitherigen Firma, C. O. Reuter, als Hauptnieder­lassung weiterfühtt; die Zweignieder­lassung ist somit erloschen. Die Prokura der Karl Oskar Reuter Ehefrau, des Erich Willy Reuter und der Marta Reuter sind erloschen: b) bei der Firma Bruno Büttner, Zigarren- und Tabak­fabrik zu Gießen: Die Prokura des Adolf Keil in Ällar ist erloschen.

Am 10. September 1926 a) bei der Firma F. Schmücker Nachf. in Gießen: Dem Kaufmann Wilhelm Rippe und der Anna Krauskopf, beide in Gießen, ist Gesamtprokura erteilt; b) bei der Firma Dinges & Herkenrath, Gießen: Die Firma ist erloschen; c) bei der Firma Carl A. Hartmann, Gießen: Die Firma ist erloschen. 75190

Gießen, den 11. September 1926. Hessisches Amtsgericht.

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Holzsuvmission.

Morttag, den 20. Sept., nachmittags Uhr, soll aus den Waldungen der Gemeinde Reiskirchen nachstehendes Holz im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden:

Fichteusiämme:

3. Klasie, 11 Stück, 15,11 km,

4. Klaffe, 51 Stück, 51,53 km, Sa-Klasse, 137 Stück, 86,05 km, 5b-Klasse, 214 Stück, 63,60 km.

Kiefernstämme:

3. Klasse, 2 Stück, 1,43 km,

4. Klasse, 5 Stück, 3,23 km,

5. Klaffe, 25 Stück, 8,88 fra, Grubenholz, 139 Stück, 27,74 km, Kiefernderbstangen, 1 St., 0,08 km. Das Fichtenholz lagert im Forstort Walbersberg, Nonnköppel und Buch­wald. Das Kiefernholz im Forstört Reitz- berg. Das Holz ist mit Rinde gemessen, jedoch entrindet.

Vorherige Besichtigung empfohlen, spä­tere Einwendungen werden nicht berück­sichtigt.

Nähere Bedingungen können auf hie­siger Bürgermeisterei eingesehen werden. Die Angebote sind verschloffen bis zum Termin einzureichen, wo alsdann die (Er­öffnung im Gemeindehaus ftattfinbet.

Reiskirchen, den 7. Sept. 1926. Hessische Bürgermeisterei Reiskirchen.

Schomber. 7471D

Eberversteigerung.

SamStag. den 18. September, nach­mittags 2 Uhr, wird ein abgängiger Eber der Gemeinde Hattenrod auf dem Hofe des Eberhallers meistbietend Dcrfteigert.

Die Gemeinde beabsichtigt, wieder einen neuen Eber, .Das deutsche Edel- schwein", anzuschaffen und bittet Inter- effenten um nähere Angaben.

Hattenrod, den 16. Sept. 1926. Hessische Bürgermeisterei. _____________Äeeb._________75500

Bekanntmachung.

Die Gemeinde verkauft auf dem Sub- missivnsweg einen jungen, zum Sprung untauglich gewordenen

Eber.

Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, dem 23. Sep­tember 1926. nachm. 7 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. 75600

Watzenborn-Steinberg, d. 12. Sept.1926.

Heff. Bürgermeisterei. Schäfer.

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