; j.n, während öic in der Talsohle gelegenen Viesen infolge der letzten, allzu feuchten Jahre immer mehr versauern, sogar trotz Regulierung der Lumda. Besonders stark tritt dies in dem Viesen gründ zwischen Mainzlar, Daubringen und Lollar zutage.
f Grünberg, 15. Sunt. Die Dickwurz- ii n b Gemüsepflanzen sind hier und in der ilmgcgcnb gepflanzt. Das Kartoffelhacken ist schwierig, denn das Erdreich ist zu feucht und dadurch findet das älnkraut, wenn es nicht vorsichtig herausgelesen wird, Gelegenheit, gleich wieder Wurzel zu fassen und weiter zu wachsen. Einige hitzige Landwirte haben bereits mit dem Grasschnitt für die Heuernte begonnen, andere halten vorsichtigerweise noch zurück.
Kreis Friedberg.
— Dad-Rauheinr, 15. Suni. Ein bedeutsames turnerisches Ereignis steht für nächsten Samstag hier bevor. Erste turnerische Kräfte aus dem Mittelrheinkreis veranstalten einen großangelegten Werbeabend für deutsches Turnen. Die Leitung liegt in den Händen von Turnlehrer Friede (Frankfurt a. M.), dem Kreisturnwart für das Männerturnen. _ . ,, „
4 Ober - Mörlen, 15. Sunt. Unsere empor st redende Gemeinde, deren Wirtschaftsleben durch die Beziehungen zur nahen Badestadt Nauheim günstig beeinflußt wiri), zählt — wie dem Haushaltsvoranschlag für 1926 zu entnehmen ist — zur Zeit 2266 Einwohner, wovon 2121 dem katholischen und 145 dem evangelischen Glaubensbekenntnis angehören. Der Etat weist die ansehnliche Summe von 104 208 Mark auf. Die wichtigsten Ausgabeposten sind.' Schulen 5932 Mark, Landwirtschaft 9852 Mark, Armenpflege 12172 Mark, allgemeine Verwaltung 15 675 Mark, Feuerlöschwesen 1724 Mark. Wald 22 300 Mark. An wichtigen Einnahmen sind zu erwähnen: Sagd 9665 Mark, Gemeindegrunbstücke 11982 Mark, Wald 21601 Mark. Anteil an Reichssteuern 8900 Mark. Gemeindeumlagen 27 242 Mark. Das Rechnungsjahr 1925 hat einen Ueberschuß aufzuweisen.
Kreis Büdingen.
R i d d a . 15. Suni. Am Sonntag hielt die hiesige Schühengesellschaft ihr erstes Hauptschiehen ab. Obwohl der Verein erst kaum ein Sahr besteht, verfügt er doch schon über eine stattsiche Anzahl von Mitgliedern und ein schönes Schühenhaus auf dem Kisselberg. Auswärtige Schützen waren zahlreich aus Schotten, Ortenberg, Lich Büdingen u. a. 0. ein- getroffen, so daß die Beteiligung an dem Preisschiehen sehr stark war. Trotz des regnerischen Wetters waren auch viele Zuschauer in dem Festzelte versammelt. Es wurden im allgemeinen gute Resultate erzielt. Die besten Schützen waren Stock (Ortenberg) und Reumann (Schotten) bei 175 Meter mit 55 Ringen.
Kreis Schotten.
= .= Gedern, 15. Suni. Am Sonntag feierte hier die Vogelsberger Sängervereinigung ihr 5. Dundesfest, mit dem gleichzeitig der Arbeitergesangverein „Vorwärts", dem die Vorbereitung d es Festes obgelegen hatte, seine Fahnenweihe verband. Den Auftakt bildete ein Kommers am Vorabend des eigentlichen Festtages. Sm Verlaus des Abends wechselten Chorvorträge der hiesigen Gesangvereine ., Liederkranz". „Vorwärts" und „Männerchvr" in Bunter Reihen- - folge mit Musikvorträgen und turnerischen Dor- führungen ab. Sämtliche Darbietungen sanden wohlverdienten Beifall. Auf der Höhe des Gal- ' genberges wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Am . Sonntag um 9 Uhr war Festgottesdienst. Um * 1 2hr stellte sich am Bahnhof der Festzug auf. 7 Außer den 23 Gast- und Bundesvereinen nahmen an ihm eine Gruppe Radfahrer, die Schulkinder v unter Führung ihrer Lehrer, die Gemeindevertretung und die Festdamen, welche die zu weihende Fahne trugen, teil. Rach der Begrüßungsansprache des Dereinsvorsihenden Wilh. Deck grüßte Bürgermeister Müller die Festversammlung im Ramen der Stadt und dankte der Bettung der Vogelberger Sängervereinigung, daß sie Gedern zu ihrem Festort erwählt habe. Sein 'besonderer Gruß galt dem Kreisdirektor Geh. Regierungsrat Boeckmann und Kreisschulrat Kinkel- Schotten. Die Ansprache klang aus in ein Hoch auf das deutsche Vaterland. Kreisdirektor Boeckmann beglückwünschte den Ar-
bcitcrgcfangDcrcbi „Vorwärts" zur Feier seiner Fabnenweibe. Der Redner schloß mit einem Hoch auf das liederfrohe und sangesfreudige deutsche Volk. Unter Leitung des Bundesdiri- genten, Wilhelm Zins- Gedern, sangen die Bundesvereine als Masserchor recht wirkungsvoll das Lied „Und wieder ward es Maienzeit" von Reuert. Der Bundespräsident Lehrer Stro- ß i n g e r - Ober-Lais, hielt sodann die Fest- und Weiherede. Anschließend daran nahm er die Weihe der neuen Fahne vor, der von den Frauen und Sungfrauen des Vereins eine Schleife gestiftet wurde. Der sestgebende Verein sang dann einen Weihechor, dem sich ein Massenchor und weiterhin die Liedvorträge der Vnndes- und Gastvereine anschlossen. Damit hatte der offizielle Teil des Festes fein Ende erreicht.
Ulfa. 15. Suni. Die hiesige Gemeinde geht mit der Absicht um, eine Viehzüchter- Genossenschaft ins Leben zu rufen. Man will nach dem Muster des Versuchsgutes Selgenhof eine entsprechend große Viehweide anlegen, auf der Milch- und Jungvieh bis tn den Herbst hinein auskömmliche Rahrung hat. Das Wiesengelände ist etwa 3 - Stunde vom Dorf entfernt und soll von der Gemeinde pachtweise erworben werden. Für die Unterbringung des zu bestellenden Wärters und des gesamten Viehes sollen entsprechende Räumlichkeiten geschaffen werden. Sollte, woran bei dem fortschrittlichen Sinne der hiesigen Bauernschaft kaum zu zweifeln ist, der Plan in die Tat um- gesetzt werden, so wird eine Einrichtung geschaffen. die sich schon seit Jahrzehnten in Belgien und Holland glänzend bewährt hat. — Zu den Bäumen, die im Laufe der Zeit in unserer Gegend völlig aus sterb en werden, gehören die Zwetschenbäume. Hier, wie in der ganzen Umgebung, werden schon seit einem Sahr- zehnt kaum noch junge Bäumchen angepflanzt. Was in den Gemarkungen noch steht, sind in der Regel alte Bäume, die bald der Axt zum Opfer fallen. Der Anbau von Zwetschen hat sich als unrentabel erwiesen. Gibt es eine reiche Ernte, so ist die Rachfrage so gering, daß die Früchte entweder auf oder unter den Bäumen faulen. Die Preise sind dann auch so niedrig, daß sie in einer Zeit, wo sonstige Arbeit drängt, kaum jemand locken, die mühsame Arbeit des Aberntens zu übernehmen. Vor 50 und 100 Jahren wurden in Ob st dörren, die recht zahlreich auf den Dörfern vertreten waren, die Zwetschen gedörrt und zu guten Preisen den städtischen Märkten zugeführt. Die Holzpreise waren damals so niedrig, daß fast keine Unkosten mit dem Dörren verbunden waren. Heute ist noch kaum eine „Dörre" im Betrieb, wenn sie vielfach auch noch vorhanden ist. Die Konservenfabriken befriedigen jeden Bedarf, und Rachfrage nach gedörrten Zwetschen auf dem Lande ist verschwindend gering. Unter solch veränderten Verhältnissen zieht es die Landwirtschaft vor, die Zwetschenbäume einaehen zu lassen und dafür den lohnenderen Apfelbaum anzu- pflanzen.
)—( Ruppertsburg, 15. Suni. Wie anderwärts, so war auch auf unseren Feldern der Weizen stark von Rost befallen. Glücklicherweise ist er jetzt im Rückgang begriffen. Run zeigt sich am R o g g e n die schädliche Wir- tung der Sritfliege. Unsere Gartengewächse, namentlich Bohnen und Gurken, leiden jetzt sehr, wahrscheinlich begünstigt durch die Feuchtigkeit dec letzten Wochen, durch den Schneckenfraß. Zahlreich tritt auch „ die Maulwurfsgrille in unseren Grabstucken auf und richtet Schaden an.
Kreis Alsfeld.
tefr Alsfeld, 15. Suni. Am Montag sand in dem geschmackvoll eingerichteten neuen Versammlungsraum der erweiterten Gewerbeschule die ordentliche Generalversammlung des hiesigen Ortsgewerbevereins unter Leitung feines Vorsitzenden, Glasermeister Ernst Lenth, statt. Rach Erstattung des Rechenschaftsberichtes und Vorlage der Rechnung vom abgelaufenen Geschäftsjahre, die ohne Aussprache genehmigt wurde, legte der Vorsitzende die Abrechnung über den Erweiterungsbau der Gewerbeschule vor, der im vergangenen Sahre unter der Leitung von Gewerbelehrer Architekt Rohrbach aus Alsfeld ausgeführt wurde. Die Gesamtkosten betragen 54 463,83 Mk. und sind ungefähr zur Hälfte von der Stadt, zur anderen Hälfte voü dem Ortsgewerbeverein
getragen worden. Der Vorsitzende sprach der Stadt und Architekt Rohrbach den Dank des Cewerbevereins für ihre Mitwirkung bei Errichtung des Erweiterungsbaues, der einen sehr guten 'Eindruck macht, aus. Die Abrechnung wurde genehmigt. Bei der nunmehr folgenden Vorstandswahl wurde der seitherige Vorstand durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. An Stelle des ausgeschiedenen Sustizrats Dr. Reh wurde H. R ö ß n e r gewählt. Alsdann folgte ein Vortrag des Syndikus Röhr von der Handwerkskammer-Reben stelle in Gießen über das zeitgemäße Thema „Die wirtschaftliche Lage des Handwerks und Wege zu dessen Förderung". Als Wege zur Hebung des unter der allgemeinen wirtschaftlichen Depression schwer leidenden Handwerkerstandes bezeichnete der Vortragende vor allem die Einführung einer geordneten Buchführung für jeden Handwerker, die nötigenfalls durch Gesetz oder Verordnung kommen müsse, ferner sei eine bessere rationelle technische Betriebsführung notwendig, welchem Zwecke das von der Handwerkskammer dazu beschlossene Forschungsinstitut dienen solle. Als weitere Rotwendigkeit zur Hebung des Handwerks bezeichnete der Redner, daß in den Handwerkerkreisen eine andere Auffassung über die Zusammenarbeit Platz greifen müsse: um die Belange des Handwerks wirksam zur Geltung zu bringen, sei der straffe Zusammenschluß in Gewerbevereinen, Snnungen und Fachverbänden notwendig.
ck. Rieder-Ohmen, 15. Suni. Hier hat sich ein Schwalben Pärchen den Lampenschirm im Schlafzimmer eines Einwohners als Brutstätte auSerkoren. Die kleinen Logiergäste fühlen sich in ihrem eigenartigen Heim recht wohl.
Kreis Lauterbach.
l. Crainfeld, 15. Suni. Der Landwirt Heinrich Müller VI. feierte gestern mit feiner Frau Katharina geb. Müller in voller Frische im Kreise seiner zahlreichen Familienangehörigen das Fest der goldenen Hochzeit. Der Mann steht im 77. Sahre, die Frau im 74. Sahr.
Starkenburg.
* Darmstadl, 15. Suni. Beim Spielen am Abhang eines Steinbruchs ist ein fünfjähriger Zunge abgestürzt. Er wurde in das Städt. Krankenhaus eingeliesert, wo er seinen Verletzungen erlegen ist.
Offenbach a. M., 15. Suni. (WSR.) Gestern abend gegen 10 älhr sand der Gastwirt Georg Bauer aus seltsame und schreckliche Weise einen jähen Tod. Bauer scherzte in der Wirtschaft „Zum Anker" in Bürgel mit einem anderen Gast und die beiden warfen sich gegenseitig Soleier zu, die sie mit dem Munde auf« zufangen versuchten. Bauer fing ein E i auf und verschluckte es unglücklicherweise derart, daß er daran erstickte. Sofort herbeigerufene Hilfe kam zu spät.
Rheinhessen.
Mainz, 15. Suni. (WSR.) Tödlich verunglückt ist ein 48jähriger Maurerpolier, dem auf der abschüssigen Straße vom Gautor nach Zahlbach zwei Kinder mit einem kleinen Wagen in 8 Rad liefen. Durch den Anprall flog er vom Rade und erlitt einen schweren Schädelbruch, dem et trotz sofortiger Operation im Städtischen Krankenhaus erlag.
Schweres Fliegerunglück bei Mainz.
WSR. Mainz, 15. Suni. Dem „Mainzer Sournal“ zufolge hat sich bei. Gon s enh e i m ein schweres Flugzeugunglück ereignet. Bei einer Luftübung, an der etwa zehn französische Flugzeuge teilnahmen, stießen zwei Flugzeuge in der Luft zusammen und stürzten ab, wobei zwei Franzosen tödlich verunglückten.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
kz W e h l a r, 15. Suni. Der Sonntag brachte dem hiesigen Goethegymnasium durch das
Der dritte Schutz.
Kriminalroman von Ole S t e f a 'n i.
13. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Einen neuen Instinkt, ja Schulz! Sie haben recht. Suchen Sie Sandberg kennenzulernen, ich bin neugierig, welchen Eindruck Sie haben werden. Vor allem bemühen Sie sich, in Erfahrung zu bringen, ob er heute nacht wirklich in Koblenz mar."
„Ich will es versuchen."
Kramer ließ den Gärtner und Maria auf das Zimmer holen. Das Mädchen hatte sich erholt, aber ihre Augen waren verschwollen vom Weinen, und Franz schaute blaß und ernst drein.
,Lch habe Ihnen einige Fragen vorzuleaen. Franz, wo waren Sie gestern abend zu der Zeit, wo ter Schuß fiel?"
„Ich lag angekleidet auf meinem Zimmer, Herr Rechtsanwalt. Sie wissen, daß ich — daß mir nicht ganz gut war. Ich wurde durch den Schuß aufgeweckt."
„Sie können also gar nicht angeben, aus welcher Richtung her der Schuß gefallen sein könnte?"
„Nee, kaum, Herr Rechtsanwalt." Er sah sinnend zu Boden. Dann blickte er das Mädchen an: „Maria — du hast doch gesagt, der Schuß sei ungefähr von der Landstraße hergekommen."
„Ja — das war wohl so!" sagte das Mädchen langsam.
„Auf welcher Seite?" fragte Kramer schnell. „Don Bonn her?"
„Nein, wohl mehr aus der anderen Richtung."
„Wo waren Sie zu der 3eH?w
„In der Küche. Ich hatte gerade abgewaschen." „Noch eins. Im Garten lag heute morgen eine Wasserkanne. — Wer hat sie dort hingelegt?"
Die beiden schwiegen und überlegten. „Herrje!" rief Franz und schlua sich vor die Stirn. „Lag sie denn noch dort? — Ich sollte gestern Herrn Kommissar einen Schluck Wasser zum Abendbrot holen, ging mit den beiden Kannen hin und kam nur mit einer wieder. Gestern abend war ich eben etwas —"
„Vergeßlich, ich weiß. Sind Sie denn nicht die ganze Zeit auf Ihrem Zimmer gewesen, nachdem der Herr Kommissar Sie zu Bett geschickt hatte?"
„Nein — ich bin erst nach dem Essen rauf« g„War noch jemand am Abend hier? Oder haben Sie jemand im Garten ober auf der Landstraße gesehen?"
„Nein, niemand!" antworteten beide wie aus einem Munde.
Kromer stand auf und begann zur größten Ver- munberung von Schulz mit einwärts gestellten Fußen durchs Zimmer zu gehen.
„Wer geht so?" fragte er dabei.
Maria sah ihn verblüfft, Franz mißtrauisch an.
„Kennen Sie niemanden, der in dieser Weise einwärts geht?"
„Ach so!" sagte Franz, und der Schein eines Lächelns erhellte einen Augenblick feine übermüdeten Züge. „Ja — so geht doch der — der Malerprofessor — wie heißt er gleich?"
„Oelscher!" rief das Mädchen.
„Professor Oelscher?" Kramer blieb stehen, die Augenbrauen hochgezogen. , Sind Sie sicher?"
„Ja, natürlich, Herr Rechtsanwalt. „Mit solchem Stiefelzeug muß man ja verquer gehen!"
„Mit was für Stiefelzeug?"
„Mit so spitzige Dinger, wie der Herr Professor Oelscher sie immer trägt."
Kramer entließ die beiden.
„Oelscher war gestern abend noch im ©arten!" sagte er triumphierend zu Schulz. „Wir müssen her- ausfriegen, was er wollte und was er dort getan hat. — Und ausgerechnet Oelscher habe ich nicht rot unterstrichen!"
„Herr Rechtsanwalt!" sagte Schulz. „Lassen Sie mich es aussprechen. Wir hegen beide den Verdacht, daß Brentheim im Auftrage Racoszys und von einem feiner Bande ermordet worden ist. Es ist nun unsere Aufgabe, zu untersuchen, ob die Möglichkeit einer Verbindung zwischen dem Entflohenen und einer der uns bekannten und verdächtigen Personen besteht!"
„Die Bekanntschaften, die ich hier gemacht habe," sagte Kramer und lächelte bitter, „sind mir leider bis jetzt allesamt verdächtig. Mir ist, als sei die Villa Grete vollständig von Racoszys Bande umstellt!"
Sie gingen wieder hinunter. Lachner war gekommen und hockte still mit traurigem Gesicht an Gretes Seite im Garten. Ihnen gegenüber saßen Esser und Molinski.
„Wie die Besatzung eines Schiffes, dessen Kapitän gestorben ist!" sagte Kramer leise zu Schulz.
„Und ein Mann der Besatzung ist vielleicht schuld daran!"
Sie gesellten sich zu der Gruppe. Nach einer Weile stand Grete auf, um ins Haus zu gehen.
„Ich komme mit!" sagte Kramer, und als sie genügend weit von den anderen entfernt waren. „Fräulein Grete — darf ich Sie nach etwas fragen?" „Bitte, Herr Rechtsanwalt!"
„Wann haben Sie Franz gestern im Verlauf des Abends gesehen?"
„Franz?" Sie richtete verwundert die geröteten Augen auf ihn. „Soweit ich weiß, überhaupt nicht!"
„Aber Brentheim soll ihn doch nach Wasser geschickt haben?"
„Das kann schon fein."
Kramer schwieg einen Moment, dann fragte er plötzlich:
„Wissen Sie, ob Herr Professor Oelscher gestern abend noch hier war?"
„Oelscher? Das ist unmöglich!"
„Warum?"
..Weil —" Sie stockte, ihr blasses Gesicht errötete. „Weil ich ihm gestern nachmittag verboten habe, wiederzukommen.
Sie ging schnell ins Haus, Kramer in großer Verwunderung zurücklassend.
Als er zu den anderen zurückkehrte, brach Schulz gerade mit Esser zu einem kleinen Spaziergang auf. Der Anwalt blickte ihm nach-, er wußte, daß Schulz sein möglichstes tun werde, um den Weinhändler miszuquetschen.
Er wandte sich um. Da stand Molinski vor ihm.
„Ich habe eine Bitte an Sie, Herr Rechtsanwalt!" sagte er mit brennenden Augen. „Ich fühle, daß Sie sich zur Ausgabe gemacht haben, den Mörder des Kommissars zu finden, und daß Sie alles daran setzen werden."
„Und?"
„Erlauben Sie mir, Ihnen zu helfen?"
Kramer sah ihn mit ernstem Blick an.
„Bitte verfügen Sie in jeder erdenklichen Weise über mich . . . ich werde alles tun, was Sie sagen ... Ich fühle mich durch die Ergeignisse so getroffen, daß ich . . ."
Er verstummte vor Verlegenheit.
H i n s ch c i d c n von Professor Claus große Trauer. 25 Jahre lang hat er mit nimmermüdem Eifer an her Anstalt gewirkt. Seinen Schülern war er stets ein Vorbild gewissenhafter, nie ermüdender Pflichterfüllung, selbst bann noch, als er leidend war. Seinen Amtsgenossen war er ein lieber und treuer Mitarbeiter, dessen gütiges und aufrechtes Wesen sie schmerzlich vermissen werden. Die sympathische Persönlichkeit des Verewigten wird bei Lehrern und Schülern in ehrendem Andenken weiterleben. Auch im öffentlichen Leben trat Professor Claus in verschiedener Arbeit hervor: er war langjähriger erster Vorsitzender der Deutschen Volkspartei und Vorstandsmitglied des Evangelischen Bundes.
O Dornholzhausen, 15. 3uni. Die Maul- und Klauenseuche hat sich hier weiter verbreitet. Insgesamt sind bis jetzt vier Stallungen verseucht. Gestern nachmittag sand durch den Kreisveterinärrat zu Wetzlar eine älntersuchung sämtlicher Klauenviehbestände der Gemeinde statt. Damit die Feldarbeiten keine.' ^lnterbrechung erleiden, hat das Landratsamt ausnahmsweise genehmigt, daß die Zugtiere nicht- verseuchker Gehöfte, soweit kein Pferdefuhrwerk vorhanden ist. zum Fahren innerhalb der Gemar» kungsgrenze verwandt werden öüsfea..
Kreis Biedenkopf.
XX Rodheim a. d. Bieber. 15. Juni. Um den Sparsinn bei der Schuljugend zu pflegen und zu fötbeim, ist es bis jetzt int Hinterlandkreis gelungen, 43 Schul- sparkassen einzurichten, die über ein Gesamtanlagekapital von 17 202 Mart verfügen. Dre Zahl der Landschulen des Kreises beträgt 85, sowie 3 Stadtschulen Battenberg, Biedenkopf und Gladenbach.
Dillkreis.
bl. Herborn, 15. Juni. Der nationale Gesangswettstreit, verbunden mit 6 5- j ähriger Jubelfeier des Männerge- sangvereins „Liederkranz" Herborn verlief am Sonntag in würdiger Weise. Rahezu 30 Vereine von nah und fern hatten sich ein- gesunden. Ferner beteiligte sich die ganze Bevölkerung rege an der Veranstaltung. OHit einem Festzug und anschließendem Kommers am Samstagabend begann daö Fest. Am Sonntagmorgen fand in der Turnhalle und im Rassauer Hof der Wettstreit statt. Sämtliche Vereine zeigten hervorragendes Können. Rachmittags bewegte sich ein schöner Festzug durch die Straßen der Stadt. Auf dem Festplatz herrschte bis spät in die Rächt hinein reges Leben und Treiben. Der Montag brachte morgens ein Frühschoppenkonzert, nachmittags wieder einen Festzug und anschließend Volksbelustigungen auf dem Platz.
Oberwesterwaldkreis.
Hachenburg, 15. Juni. (WSR.) Hier sind drei Mitglieder einer Familie unter TyphuSerscheinungen schwer erkrankt. Es wird angenommen, daß sie Wasser aus einem Feldbrunnen getrunken und sich infolgedessen den KrankheitSkeim zugezogen haben.
& Vom oberen Westerwald, 15. Juni. Jetzt erst tritt zu Tage, welch großen Schaden der Frost vor einigen Wochen an unseren Obstkulturen angerichtet hat. Ein großer Teil der Ernte ist z e r st ö r f, so daß der Ob ft ertrag in diesem Zahre sehr gering fein wird.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M, 15. 3uni. In der Miquelstraße wurde am Montagabend ein Schüler von einem Motorradfahrer angefahren und schwer verletzt. Gestern nachmittag wurde in der Kronprinzenstraße ein fünfjähriger Junge von einem Auto überfahren. Rach Zeugenaussagen soll er in das Auto hineingelaufen sein. Der Junge wurde in die elterliche Wohnung verbracht. In der Tauentzienstraße kam Montagabend 8 llhr ein Lehrling mit einem Leichtmotorrad z u Fall und blieb bewußtlos liegen. Die Rettungswache verbrachte ihn ins Krankenhairs.
Der heutigen Stabiauflage liegt eine „Aufklärung über Dr. Axelrod's Yoghurt" der Fa. Dampfmolkerei Gietzen(GebrilderGrieb) bei
Trocken sagte Kramer: „Haben Sie sich mit dem Kommissar Brentheim denn so gut gestanden?"
„Zuletzt weniger. Es gab da Mißverständnisse. Aber die sind letzten Endes nicht so wichtig ... Im Grunde fühle ich mich doch eins mit diesem Hause und bin entschlossen, für die Aufklärung des Mordes alles zu tun, was in meinen Kräften steht."
„Sehr brav von Ihnen. Aber wissen Sie auch, was das heißt? — Unsere Arbeit ist nicht ungefähr, lich. Auch kenne ich Sie ja überhaupt nicht. Ich weiß kaum, wer Sie find und wozu Sie hier sind. Ich kann Nachrichten offizieller Natur doch nicht jemandem mitteilen, von dem ich nicht weiß, ob er überhaupt polizeilich angemeldet ist."
„Hier ist mein Paß. Bitte sehen Sie."
Kramer las: Roman Molinski, geb. 1. 9. 19 . . zu Warschau usw.
Er stutzte, als er Molinskis Namensunterschrift sah. Die Hand kam ihm bekannt vor.
„Wenn ich mich hier und da vielleicht Ihrer bedienen kann, so erzählen Sie mir vorher rückhaltslos die Mißstimmung zwischen Ihnen und dem Stommiffar."
Der Pole schluckte und begann: „Ich will Ihnen rundheraus mitteilen, daß ich mit Fräulein Grete Brentheim heimlich verlobt bin, schon seit einem Monat. Herr Brentheim muß etwas davon geahnt haben und schien Gretes Wahl nicht zu billigen. Vielleicht weil ich zu jung bin und ohne Vermögen. — Jedenfalls änderte sich sein früher so überaus herzliches Verhalten, er wurde immer schroffer und abweisender zu mir und machte Grete am Tage, bevor er mit Ihnen wegfuhr, meinetwegen eine große Szene. Ich war damals sehr erbittert auf ihn. Und ohne die Hilfe eines Freundes wäre es mir in der letzten Zeit wohl sehr schwer geworden, mit Grete in Verbindung zu bleiben."
„Wer ist der Freund?"
„Müssen Sie das wissen?"
„Sa."
„Lachner. — Wir wohnen zufällig zusammen, und ich habe ihn sehr lieb gewonnen. Und ich weiß nicht, wie es sich gemacht hat, daß ich ihm alles anvertraue, was ich auf dem Herzen habe. Freilich ist er doppelt so alt wie ich, aber er hat viel Verständnis für mich bewiesen."
(Fortsetzung folgt.)
Und
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Wie abe oder ans M racken und man dort br Bademantel, ausschicken, i ist billig. C toeihen Aock, Aachnn'ttags- Slaufömantel Wjinantcl ei er ist modem, wenig Mh Regenmantel mitgenommen am Griff abld gebracht. Etz erseht. Ein I geht auch nie man ihn an i stens zwei 6 mit soviel I Mde leichte zur Reise, die und kann ung meiden sind bie zwischen ( den müssen u unToilettens


