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zimmern der Schulleiter, die mit Rachschlüsseln geöffnet worden sind, wurden die Schreib­tische auf gebrochen und nach Veld durch­sucht, wobei den Dieben in der einen Schule etwa ö 0 M a r k in die Hände fielen, im anderen Gebäude, wo man das Schrankfach mit dem Gelde unberührt lieh, aber ein wesentlich ge­ringerer Betrag. Die Polizei ist nach genauer Prüfung Les Sachverhaltes zu der Ansicht ge- tommen, dah es jedenfalls gewerbsmäßige Verbrecher gewe'en sind, vielleicht dieselbe Bande, von deren Einbrüchen in Amtsgebäuden und Schulen man in letzter Zeit wiederholt ge­lesen hat.

< Ober-Mörlen, 14. Nov. Das kirchliche lieben in unserer großen Tenueindc ist sa rege, dah die vor rund 200 Jahren erbaute katholische Kirche sich für die heurigen Verhältnisse als zu klein erweist. Der Plan, durch einen Umbau eine Raumvergrößerung zu schaffe», ist vor dem Krrege bereits erörtert worden. Die katholische Kirchenge» meinbe verfügte bereits über eine sehr ansehnliche Bausumme, die durch Sammlungen und Stiftun­gen aufgebracht war und während des Krieges zum größten Teil in Kriegsan.'.chen angelegt wurde. Nachdem der Betrag der Inflation zum weitaus größten Teil ;um Opier gefallen, setzte tn den letz- len Jahren di« Sammeltätigkeit von neuem ein. Wenn auch bei der allgemeinen Wrrtfchaftsnot die frühere Summe lange noch nicht erreicht ist, hofft man doch bald an den geplanten Umbau Herangehen zu können und vielleicht noch bis zur 200-Iahrfeier der Kirch« zu vollenden.

LLreis Vüvmge».

Büdingen. 14. Roo. Aus der jüngsten Kreisausschußsitzung des Kreises Büdin- gen: Auf der Tagesordnung standen zwei öffentliche «achen. Einmal die Beanstandung des Voranschlags der Gemeinde Dauernheim für das Rj. 1926 durch den Kreisdirektor. Die Beanstandung wurde für be­gründet erklärt und die Gehälter des Bürgermei­sters und Gemeinderechners wie folgt festgesetzt: dem Bürgermeister jährlich 2400 Mk. (pauschal), dem Gem<inder«chner jährlich 2200 Mk. (pauschal). So­dann die Beschwerde des Rudolf Munzinger u. Ger., aus Berstadt gegen einen Gemeinderolsbe- schluß. Die Klage wurde kostenpflichtig abgewiesen. In nichtöffentlicher Sitzung wurden zunächst einige Gesuche von Vereinen und dgl. um Zuschüsse aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Ferner wur­den die Vertrauensmänner zur Bildung der Schöf­fen- und Schwurgerichte gewählt. Mit wenigen Abänderungen wurden die seitherigen Vertrauens­männer wiedergewählt.

Ort en berg. 14. Rov. Bei der Wahl eines Mitgliedes für die Handelskammer Friedberg wurden hier 44 Stimmen abge­geben. Davon erhielten Direktor Weber- Hirzenhain 26, Kassenrendant Distel- Gedern 17 Stimmen, und eine Stimme war ungültig. Direktor W e b e r - Hirzenhain ist also als Mit­glied wieder gewählt.

Streik Schotten.

Laubach, 13. Rov. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde über die Ausbesserung des in seinem oberen Teil beschädigten sog.Bürgerturms" Beschluß gefaßt. Der Turm steht auf der Südseite der allen Stadtbefestiguns, er war in seinem oberen Teil im Jahre 1830 bereits Ruine geworden uird wurde 1865 durch den Grafen Rudolph zu Solms-Laubach mit einem Dachhelm ausgestattet: der obere Teil des Rumpfes düs Turmes wurde damals mit hölzernen Jalousien versehen, die einen Ausblick nach allen Seiten gewährten. Der Turm gehört der ersten Hälfte des 16. Jahr­hunderts an. Man beschloß, den geschichtlich an­ziehenden Turm, gemäß dem Rat des Denkmal­

pflegers. in seinem oberen Teil rundum mit Slasfenstern zu versehen, wodurch eine reizvoll« Aussicht in das obere Hkttertat gewonnen wird Der Turm war früher massiv und mit vier Gäubchen (Tonrellen) versehen. Don anderer Seite war vorgeschlagen worden, den Turm mit massivem Mauerwerk bis zum Dache aufzu­mauern und an Stelle jener vier Gäubchen Fenster einzusetzen. So wäre feine äußere Gestalt dem früheren 2llrssehen ganz nahegekommen. Rach dem jetzt beschlossenen Plan wird der all« Festungsturm wie ein Leuchtturm an der Meeres­küste ausfehen und alles andere, nur keinen Ltadtturm darstellen. Zur Frage der Er­richtung des 2 hr en den km a ls für die Toten deS Weltkriegs wurde bie bal­dige Ausführung endgültig beschlossen. D.e vor­handenen Entwürfe wurden noch einmal kurz besprochen. Eine demnächst stattsti^>ende Bespre- chung mit dem Vorstand des Kriegervereins soll dann di« Angelegenheit endgültig entscheiden. Die Eh äusser, di« von der We t t e r b r u cke an der Gonterskircher Straße aus der rechten Seite des Baches durch den sog. Steinbach führt (sie wurde vor zwei Jahrzehnten vom verstorbenen Forstmeister Slnöre angelegt) soll bis zum Rande des Waldes durchgeführt werden.

-s- Herchenhain, 13. Noo^ Gestern weilte hier eine Kommission des Frankfurter Jugendamtes unter Führung von Prof. B en­de r, um eine Besichtigung des hiesigen Jugend- Heimes an der cherchenhainer Höhe oorzunehmen. Es besteht nämlich der Plan, das Jugendheim zur Unterbringung von. erholungsbedürf- tigen Frankfurter Kindern zu benutzen. Es würden dann ca. 50 Schulkinder auf 4 dis 5 Wochen untergebracht, di« nach dem Muster der Kinderstadt Wegscheide hier Erholung und Kräf. tigung finden könnten. Diese Einrichtung soll sich über das ganze Jahr erstrecken. Da durch die Kin­der das Jugendheim nur teilweise belegt würde, wäre nach wie vor jugendlichen Wanderern Ge­legenheit gegeben, das Heim als Herberg« und Heim zu benutzen. Da das Jugendheim für durchaus ge­eignet befunden wurde, ist mit der baldigen Unier­bringung von Frankfurter Schulkindern zu rechnen. Durch diese Maßnahme wird es auch dem Vogels­berger Höhenclub leichter fallen, die finanziellen Kosten auszubringen.

Kreis Lauterbach.

$ Reichlös, 14. Nov. Gemeinde rechn er Schädde 1 feierte dieser Tage sein 50jähriges Dienstjubiläum, zu bem ein großer Teil seiner Sol­legen aus allen Teilen des Kreises erschienen waren. Rechnungsrat Bechtold überreichte dem Jubilar ein Glückwunschschreiben des Kreisamts und ein von dem Kreisrechneroerband gestiftetes künstle­risch ausgesührtes Diplom. Bürgermeister Hof­mann widmete dem hochbetagten Gemeindebeam­ten Worte der Anerkennung für seinen langjährigen gewissenhaften Dienst und übergab ihm ein von der Gemeinde geftiftetes Sofa.

Starkenburg.

WSR. Darmftabt, 12. Nov. Eine drei­zehnjährige Schülerin öffnete, als sie sich allein im Klassenzimmer befand, mit einem 2) i e t = r i ch einen verschlossenen Schulschrank und stahl daraus 17 Mark, die der Klassenlehrer darin aufbewahrt hatte.

Rheinhessen.

WSN. Mainz, 13. Nov. Die Mainzer Karnevalsgesellschaft hat beschlossen, beim hessischen Ministerium dahingehend vorstellig zu werden, daß der traditionelle Rosenmontags­

zug, der in früheren Jahren den Höhepunkt des mitielrheimschen Faschingstreibens bedeutete, wieder genehmigt werde.

Achter deutscher Bauerntag Mainz.

Mainz. 14. 'Aov. (TU.) Die Dereiai- gung Der heutigen Bauernvereine trat heute nachmittag in Mainz zu ihrer dies­jährigen Tagung zusammen, nachdem gestern abend in der Stadthalle ein BegrüßungSabend st alt gefunden hatte. Die Tagung war außerordent­lich stark besucht von Delegierten der 28 im Reichsgebiet bestehenden Bauernvereinbk ins­gesamt llMillionen Mitglieder zählt.

Der Borsitzende der Bereinigung, Rcichsfrei- herr von Ster derind zur Borg-Hau- Borg in Westfalen eröffnete die Tagung mit einer Begrüßungsansprache. Dann gedachte er des Ablebens von zwei der besten Bauern- führer, des Pfarrers Schifferings - Suren vom Trierischen Bauernverein und des 'Domherrn Änefo ne- Frauenburg vom ermländifche« Bauernverein, IDeiter betonte der Redner noch einen schmerzlichen Verlust anderer Art. nämlich den Austritt des rheinischen Bauernvereins aus der Bereinigung. Der Dorsitzende gab der Hoff­nung Ausdruck, daß der heute alleinstehende Verein sich in nicht allzu ferner 3erl wieder zu der alten Arbeitsgemeinschaft zurückfinden möchte. Die deutschen Bauernvereine lehnen grundsätzlich eine Stellungnahme zu den politischen Vorgängen im engeren Sinne ab. Wirtschaftspolitik auf christ­licher Grundlage ist der Lebensnerv der Organi­sation. Di« Einstellung der Vereinigung zum Staat fei eine positive. Zwei Dinge berühren den Bauernstand in tiefster Seele: Die Sicherheit seines Besitzes und die Sicherheit, diesen Besitz seinen Kindern zu erhalten. D.e Einstellung des Bauernstandes zum Staat ist abhängig von der Einstellung des Staates zum Bauernstand. Der Staat hat es in der Hand, daß sich die Mitarbeit des Bauern auf dem Boden des Vertrauens und der Anerkennung vollzieht und die Kritik dabei schweigen kairn. Der Bauernstand fordert die Wirtschaftlichkeit seines Betriebes und verlangt, daß die Verantwortlichkeit die staatlichen Faktoren femhalte von sozialistischen Experimenten und sich bekenne zu wirtschaftserhaltenden Grund­sätzen.

Nach den Begrüßungsansprachen der Vertreter von zahlreichen Behörden, der der Vereini­gung nahestehenden politischen Parteien, anderer landwirtschaftlicher Organisationen usw. sprach über Bauernvereine und Wirtschaftspolitik" der Reichs­tagsabgeordnete und geschäftsführendes Vorstands- Mitglied der Vereinigung Dr. Crone (Münze brock). Nachdem er kurz die inner- und außenpoli­tische Lage gestreift hatte, führte er unaefähr folgen­des aus: Im allgemeinen blickt die Landwirtschaft auf ein wirtschaftlich schwieriges Jahr zurück. Die Verschuldung hat weiter zugenommen. Kredit« zur Fortführung des normalen Wirtschaftsprozesses in der Landwirtsck)ast bedeuten praktische Enteignung des Vermögens. Gegen den amerikanischen Kredit für die Landwirtschaft muß man sich ebenfalls wen­den. Die Bauernvereine haben seit Jahren nicht nach neuen Krediten, sondern nach Rentabilität der Landwirtschaft gerufen. Das System der Abschlags­zahlung bedeutet für die Landwirtschaft eine Maß­nahme zur weiteren Verschuldung der Landwirt-

Generalsekretär Dr. Kayser-Berlin wies u. a. auf die Förderung des Schulwesens auf dem flachen Lande hin. Die Bauernvereine ver­urteilen insbesondere die Bildung von Sonder- organifaf.cncn. Si: s nd grundsätzlich so eingestellt,

daß sie dem Söemen helfen, wenn es ihm not­tut, und im umgekehrten Falle dem Großen, wenn es diesem not tut Brr HandelSvertrags- verHandlungen mußte bisher immer die Land- wirt'chaft herhalten. Vie ist es. deren Zollschutz herabgesetzt werden mußte, um di« Ausfuhr ande­rer Berufszweige zu ermöglichen. Man über- geht dabei stets den Bauernstand, der 80 Pro­zent der deutschen Landwirtschaft ausmacht. Rur sieben Prozent aller Studierenden stammen aus der Landwirtschaft, älrsache ist die steigende Verarmung des Bauernstandes. Für städtische MohnungSbauten gibt man viele Millionen aus, ebenso für den Bau von Landarbeiterwobnungen. Keiner aber denke an das BdvhnungSelend der bäuerlichen Betriebe.

Die Lage des deutschen Winzerstandes be­sprach Direktor Faust. Trier. Lleberprvduktion, Absaymangel und Preisdruck, sowie die Welt- marttlage seien die Ursache für di« besondere Rotlage des deutschen Weinbaues. Der Redner gab dann ein recht anschauliches Bild über die steigenden Prvduk ionskosten und bk Unbeständig­keit der Weinernte.

Der Dauerntag nahm darauf einstimmig meh­rere Entschließungen an, und zwar zur Handels* und Sleuerpolltik. zum landwirtschaft­lichen Kreditwesen, zum Privateigentum, zur Siedlung, zum Arbeiterschutzgesetz, zur Arbeits­losigkeit und zum Landpostwesen. Mit einem Mahnruf zur engsten Zusammenarbell sand die Tagung ihr End«.

Rundfunk-Programm.

Dienstag, 16. November.

3.30 bis 4 älhr: Die Stunde der Fugend. 4.30 bi- 5.45 Ufer: Konzert des Hausvrchesters: Reue Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Qefe- stunde. 6.45 bis Z.15 Uhr. Funkhochschule Frank­furt:Harnbcschwcrden, ihre Ursachen und ihre Abwehr". Vortrag von Sanilätsrat Dr. 'Berg. 7.15 bis 7.45 älhr:Altdeutsche Tafelmalerei V", Vortrag von Dr. OSwald Götz, Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 7.45 bis 8 ilfcr: Eine Viertelstunde Raturkunde (Senckenberg-Viertel­stunde) unter Leitung von Pros. Drevermann Einzellige und vielzellige Lebewesen«, Vortrag von Dr. W. C. Antel-Gießen. 8 älhr: .ilebertragung aus der Liederhalle Stuttgart: Arienabend Mattia Dattistini.

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügte» Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

Un zeigenausträge sind lediglich an die Deschäst,steile ;u richten

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Wir haben uns vermählt Albert Mandler und Frau Manschen geb. Brück

Gießen, 13. November 1926 9390D

Statt Karten!

Die glückliche Geburt eines kräftigen Töchterchens zeigen an

Dr. Jos. Kübel

Rechtsanwalt am Kammergericht

und Frau Kläre geb. Märzhäuser

Derlin-Iehlendorf, 12. November 1926

9401D

Palast-Lichtspiele

Kirchenplatz

Achtung! Achtung!

Wir bringen ab Mittwoch, den 17. Nov. den bedeutendsten Film der Sowjet- Republik:

DerschwarzeSonntag

Dr. HANS SAHL, der berühmte Berliner Kritiker, schreibt;Ein Zeitdokument Ein Blatt aus der Chronik des zaristischen Absolutismus. Ein Straßen­kampf beginnt, wie man ihn im Film bisher noch nicht gesehen hat Dies alles hat der Regisseur Wiskowski ausgezeichnet testgehalten. In den Massenszenen ist eine Monumentalität der Film­wirkung erreicht, wie wir sie bis jetzt in Deutsch­land noch nicht gesehen haben. 9387c