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Nr. 62 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ivberhessen)

Montag, 15. Mär; 1926

Turnen, Sport und Spiel

Kurz vor

eim ein 13°Meter-

Die Mannerturner-Mannschaft kann verdient die beiden Punkte für sich verbuchen Weisem Turn» und Sportverein Buhbach bot in der ßet- tun« des Spieles eine im großen und ganzen zu­friedenstellende Leistung. a 5

T. V. v. 1846 (Bieben

T. V. Schlitz 5:1 (2:1).

Die Elf des T. 03. 1846 konnte gestern das Treffen nach schönem Kampfe für sich entscheiden. Die 1846er Mannschaft wies gegenüber dem Spiel am Sonntag vorher eine weit bessere Lei­stung auf: die vorgenommene Llmstellung hatte sich gut bewährt. Gießen war während des ganzen Spieles überlegen. Die Schlitzer Der-

in geradezu glänzender Form: die bessere Zu­sammenarbeit der Einheimischen macht sich auch jetzt in de,n folgenden Mittelfeldspiel bemerkbar. Ohre Angriffe sind im Gegensatz zu denen der Gäste weit systemvoller aufgebaut.

Halbzeit muh gegen Bad-Rauh. . _______

Vall verhängt werden, der von dem Mittelstürmer der Männerturner sicher verwandelt wird, so das Ergebnis bis zur Pause auf 02 stellend. Aach dem Wiederanpfiff ist der Plahverein weiter im Vorteil. Die genauen, raumgreifenden Vorlagen führen kurz hintereinander zu zwei weiteren Toren des Rechtsaußen, denen der Halbrechte bakd ein weiteres folgen läßt. Die Gäste strengen sich nun gewaltig an, um das Ehrentor zu er­zielen, was ihnen auch nach einem scharf vor­getragenen Angriff gelingt. Weitere Erfolge ver­hindert die einem wahren Bollwerk gleichende Hintermannschaft Mtvs. Gegen Ende ist der Halbrechte der Männerturner nochmals erfolg­reich, so daß das Ergebnis beim Schlußpfiff 1:6 für Mtv. Gießen lautet.

teidigung hatte einen schweren Stand, um die steten Angriffe des 1846er Sturmes zu unter­binden.

Gießen hatte Anwurf und brachte den Ball sofort vor das gegnerische Tor. In der 5. Minute konnte Gießen durch Halblinks in Führung gehen. In der 7. Minute glich Schlitz durch einen ver- wairdelten 13-Meter-Dall aus. Zwei Qllinuten später wurde Gießen ebenfalls ein 13-OHcier- Dali zugesprochen, der jedoch verschenkt wurde. In der 22. Minute ging Gießen abermals durch Linksaußen in Führung, und bei diesem Stande blieb es bis zur Halbzeit. In der zweiten Halbzeit war Gießen dauernd im Angriff und konnte durch Halbrechts noch dreimal einsenden. Der Sturm bei Gießen war gut, jedoch dürften die Außenstürmer mehr mit Bällen bedacht wer­den, da diese vorwiegend frei standen. Der Mittelläufer arbeitete unermüdlich, die Vertei­digung war nicht ganz ballsicher und muß sich auch an schnelleres Eingreifen gewöhnen. Der Torwart hatte wenig Gelegenheit, sein Kön­nen zu zeigen.

Die Mannschaft des T. V. 1846 wird bei fleißigem Training bei den nächsten Verbands­spielen im Gau Hessen einen nicht zu unter» schätzenden Gegner abgeben. Turnbruder Wei- s e I vom Tum- und Sportverein Butzbach leitete das Spiel zur vollsten Zufriedercheit.

Südwestdeutscher -Turnverband Lahn - Dünsberg - Gau.

Am gestrigen Sonntag trafen sich in Wies eck die Spielmannschaften der Turnvereine Launsbach und Wies eck. Zuerst traten die beiden Iugendmannschaften an. Wenn auch der Spielverlauf iwch keine Geschlossenheit zeigte, so konnte man doch ab und zu ein schönes Zuspiel sehen. Im allgemeinen waren die Mannschaften spieltechnisch gleich start, was auch in den, Er­gebnis 62 zu 62 zum Ausdruck kam.

Weniger interessant war das im Anschluß an das Spiel der Iugendmannschaften zum Austrag gebrachte Spiel der Zweiten Mannschaften der Vereine. Durch das Vertagen der hinteren Spie­ler von Wieseck kam ein Zuspiel hier überhaupt nicht zustande. Die angegebenen Bälle gingen meistens im feindlichen Spielfeld aus. Launskxlch siegte überlegen mit 58 zu 50.

Hingegen war das Spiel der beiden ersten Mannschaften ein genußreicheres. Hier paarte sich schon mehr technische Erfahrung mit mehr Ballberechnung zu einem auf höherem Aiveau stehenden Spiel. Während Launsbach einen Vor- sprung von 4 Punkten erreichte, konnte Wieseck in der zweiten Halbzeit diesen Vorsprung aus­holen, so daß der Ausgang des Treffens mit 45 zu 45 ein Llnentschieden war.

Wetzlarer F. C. - D. f. V. 08 Aachen 2:2.

tz. Aach dem Verlauf und Ergebnis des gestrigen Kampfes ist erfreulicherweise festzu- fteilen, daß die W. F. C.er nicht nur ihre alte Form erreicht, sondern sogar übertroffen haben. Der maßgebende Handballausschuß im Wetzlarer Klub hat sich die Erfahrungen der letzten, sämtlich verlorenen Spiele zunutze gemacht und eingesehen, daß den stabilen Gegnern des Westens nur mit gleichen Kräften begegnet werden kann. Der eingestellte Ersah im Sturm war den untersetzten Aachenern so wenigstens körperlich gewachsen. Dieser Umftanb gab den Ausschlag zu erfolg­reicherem Abschneiden wie bisher. Wenn man bedenkt, daß der Gegner kein geringerer war als die derzeit beste, bisher ungeschlagene Mannschaft in ganz Westdeutschland, so sagt das genug.

Vor mehr als 1000 Zuschauern stellen sich die Gegner dem Schiedsrichter Pöthmann- Barmen, auf dem Barmer Schwarz-Weih-Plah, der trotz des schlechten Wetters in sehr gutem Zustande war. Wetzlar wählt die bessere Seite und Aachen bleibt gleich nach Anwurf minuten­lang stark überlegen. Aur mit großer Mühe kann sich Wetzlar frei machen, und Paulus unter­nimmt gleich einen Alleingang, der im Aus endet. Aachen spielt sich frei und wirft verdient sein erstes Tor für Diehl unhaltbar. Wetzlar kommt allmählich auf, ohne aber zunächst ge­fährlich werden zu können. Im Gegenteil: Diehl muß sein ganzes, heute erstklassiges Können auf­bieten, um sein Tor rein zu halten. In diese Spielperiode fallen zahlreiche Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, die den Hessenmeister stark benachteiligen und deprimieren. Aus einer klaren Abseitsstellung erzielt Aachen sein 2. Tor, das vom Publikum, dessen Shmpathieen sich die Wetz­larer durch ihr forsches, unermüdliches Spiel eroberten, lebhaft reklamiert wurde.

Allmählich immer mehr ausgeglichenes Spiel ändert an dem Halbzeitstand von 2:0 für Aachen nichts mehr. Aach dem Wechsel beginnt Wetzlar trotz der ungünstigen Seite mit unheimlichem Schneid. Das Zusammenspiel im Sturm wird von Minute zu Minute besser: Paulus geht wieder­holt allein mit dem Ball fast aber das ganze Feld. Zweimal rettet der Pfosten und Latte für Aachen in höchster Aot. Endlich blüht der Erfolg. Wegen Fehler am Schußkreis verhängt der Schiedsrichter 13 Meter, den Paulus nach Täu­schung sicher verwandelt. 2:11 Mit Gewalt ver­sucht Aachen seinen Vorsprung zu erhöhen. An Wetzlars Verteidigung ist nicht vorbeizukommen. In Verfolg eines rechten Flügelangriffs legt Paulus dem schußbereiten Aückert den Ball in die Hand, der, in die äußerste Ecke plaziert, einen stürmisch bejubelten Ausgleich erzielt. Die Barmer Zuschauer feuern jeden Angriff der Wetz­larer mit Begeisterung an. Ein zuletzt noch von Wetzlar an die Querlatte geworfener Dtrafwurf hätte um ein Haar den Siegestreffer ergeben. Mit herzlichen Glückwunsch en seitens der (Barmer verlassen die Wetzlarer den Platz.

Richt nur der Erfolg an sich ist erfreulich für das Abschneiden unftres Meisters. Diel wich­tiger und wertvoller ist, daß die Cif auf Grund dieses Spieles das Zutrauen zu sich wiederge­wonnen hat und nun endlich wieder eine Grund­lage für die zukünftigen Spiele besitzt.

Zum Spiel selbst sei noch erwähnt, daß der Schiedsrichter eine außergewöhnlich schwache Lei­stung bot, die dem Spiel sehr schadete. Im übrigen wurde technisch und taktisch ein hohes Können geboten, das anzusehen ein Genuß war. Somit

Der Frauensport.

Es ist nicht allzu lange her, daß Frau und Sport Begriffe waren, die sich unüberbrückbar gegenüberzustehen schienen. Auch das Frauen­turnen, das zwar auf ein erheblich größeres Alter zurückblickt und schon ein gut Teil Entwicklung hinter sich hat, nahm erst nach dem Kriege Formen an, die ihm einen schnellen Aufschwung und ein Näherkommen an das erstrebte Ziel brachten. Jetzt wächst die Zahl der ernsthaft sportausübenden Frauen in den meisten Orten in erfreulichem Maße, nachdem das Hineinkommen in die Berufe, das Aufnehmen des Daseinskampfes, den Charakter der Frau grundlegend verändert hat.

F rauen fport bedingt nicht im mindesten eine Vermännlichung des Charakters, sondern be­deutet eine Rückkehr zur Natur. Es gibt kein Na­turvolk, in dem nicht die Frau zu den körperlichen Arbeiten in weitestem Maß herangezogen und her­angebildet wird. Die Natur hat den weiblichen Körper picht so viel schwächer gestaltet, wie er durch jahrhundertelange Entwicklung geworden zu sein schien. Die Entwicklung des Frauensports bringt also organisch nichts neues, sondern läßt nur ver­siegte Quellen wieder sprudeln.

Aus der Frauensport-Dewegung kristallisieren sich zwei Prinzipien heraus: der Gesundheits­sport und der Schönheitssport. Die über­triebene Bedeutung des Schönheitsmomentes des Frauensports wird hauptsächlich verursacht durch die Betrachtungsweise einer großen Anzahl von Männern, die auch bei der sportlichen Betätigung der Frau nur die Schönheit in der Frau suchen, die Schönheit, die ihnen als Ergänzung für den Mann erforderlich scheint. Diese männlichen Wünsche beeinflussen die ganze Einstellung der Frau nicht nur in Sportübungen auf das Wesentlichste. Das Gefallenwollen liegt im Charakter der Frau tief verankert. Soweit der Schönheitssport die Pflege einer naturgemäßen Schönheit erstrebt, be­stehen Gegensätze zu der Richtung, die man als Ge­sundheitssport gemeinhin bezeichnet, nicht: sie er­geben sich erst aus dem mißverstandenen Schön­heitsbegriff, den wir von früher übernommen haben. Mit den sentimentalen und unnatürlichen Schönheitszügen räumt die Richtung des Frauen- fports, der die Gesundheit das Wesentlichste ist, gründlich auf. Sie sucht nicht die Schönheit an sich, sie sucht Kraft und Gesundheit und erst weiter- gehend Schönheit in der Kraft. Die so eingestellte sportliche Betätigung läßt Menschen erwachsen, die allmählich den Beweis dafür zu erbringen haben, daß wirkliche Schönheit nur in der Gesundheit liegt. Anmut und Grazie sind nicht primäre, sondern se­kundäre Züge des Frauensports. Niemals kann ein verzärtelter Körper schön sein, der kraftvolle natür­liche Körper ist es immer.

So bildet sich das neue Schönheitsideal, das seine Einwirkung auf die allgemeinen Begriffe schon jetzt immer deutlicher erkennen läßt. Schönheit, auf- gebaut auf der Gesundheit, Anmut bedingt durch Kraft, sind die Grundsätze und Lehren wahren Frauensports. Dr. B e r g m a n n.

Handball.

Sur twerein 1860 Bad-Nauheim- M. T. D. (Biegen 1:6 (0:2).

4 Das noch fällige Verbandsspiel gelangte am gestrigen Sonntag auf dem Llniversitatssportplah zum Austrag. Amstänbehalber mußte es schon am Vormittag stattfinben. Trotz der schlechten Wit- terungs- und Plahverhältnisse wurde ein tem- pevamentvolles, spannendes Spiel vorgeführt, das die Männerturner überlegen für sich entscheiden unb somit ihren Stanb in ber Tabelle verbessern konnten. Die Mtv.-Mannschaft entwickelt sich von Spiel zu Spiel besser, so daß man zu berechtigten Hoffnungen Anlaß hat. Lieber den Spielverlauf ist zu berichten:

Der Anwurf Bab-Aauheirns wirb von den Mtv.-Stürrnern sofort gestoppt, die nun in flüs­sigem, flinken Zusammenspiel vor des Gegners Lor ziehen: unb nach kurzem Geplänkel ' kann ber Rechtsaußen schon in ber ersten Minute mit scharfem Schüsse ben Torreigen eröffnen. Kurz darauf sieht sich ber Gästetorwart zum zweiten Male genötigt, den Ball aus den Maschen zu holen. Jedoch kann dieses durch den Halblinken Gießens erzielte Tor wegen lieber treten« nicht gegeben werden. Die Bad-Aauheimer finden sich jetzt besser zusammen unb gehen nun zu wuchtigen Angriffen über, müssen jeboch feststellen, baß ber Platzverein über eine vorzügliche Hinter­mannschaft verfügt. Die wenigen, darunter aber gut Plazierte, Torschüsse hält der Mtv.-Lorwari

sind also die weiten Reisen bes W. F. C. beendet. Sein letzter Gegner ist Qliünftcr 08 am 28. März in Kassel.

Fuhdall.

Westdeutsche Meisterschaftsspiele

Um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft siegte gestern in Elsen (Ruhr) vor 30 000 Zuschauern Ball­spielverein Altenessen über Spielverein Duisburg 3:2 (1:0) und setzte sich damit an die Spitze der Ta­belle.

In Rheydt: Turu Düsseldorf gegen V. f. R. Köln 3:3.

D-c Runde der Zweiten.

Münster: Schwarzweiß Essen gegen Verein für Leichtathletik Osnabrück 6:1.

Hagen: Hagen 1911 gegen Kurhessen Kassel 3:4.

Fortdauer des Streites um die Süddeutsche Meisterschaft.

WSA. Frankfurt a. M, 13. März. Wie der ., Frankfurter Generalanzeiger" erfährt, hat sich Hanau 1 893 mit bem Beschluß des Der- bandsvorstandes in München vom 6. unb 7. März 1926, ber den Fußballsportverein als Aleister deS Mainbczirks auch zur Vertretung des Bezirkes in den süddeutschen Meisterschafts­spielen ermächtigte, nicht jufriebengegeben. Es hat zur Prüfung der Frage, ob der Beschluß des Verbandsvorstandes den Satzungen entspricht, das ordentliche Gericht angcrufen. Das Land­gericht 2 München soll daraufhin durch g e r i ch t - liche Verfügung ang'ordnet haben, daß der Süddeutsche Fußballverband die Aus­führung des Beschlusses des D.--V. vom 7. März 1926 zu u 'n t e r I a f f e n habe. Ob bas Spiel unter diesen Umftänben stattfindet, stehe noch nicht fest.

Zu dieser Meldung erfährt der WSA.-Dienst von unterrichteter Seite, daß Hanau 1893 unter äleberschreitung der vom Berbandsvorstand gegebenen Rechte beim Landgericht 2 in München eine vorläufige Verfügung zu erwirken gesucht hat, die den Derbandsvor stand daran hindern soll, seinen Beschluß vom 7. März, wonach Fuhball- sportvevein Frankfurt die süddeutsche Meister-- schaftSrunde am Sonntag, dem 14. März be­streitet, durchzuführen. Der Süddeutsche Fußbalkbund hat durch seinen 1. Vorsitzenden in Nürnberg Fußballsportverein Frankfurt offi­ziell mitteilen lassen, daß dasMei st e r s cha f t s- spiel Sportverein gegen Spielvereinigung Fürth zum A u s t r a g gelangt.

SpielDereintgung Fürth Fust- ballsportverein Frankfurt 2:1.

WSA. Frankfurt a. M, 14. März. Beide Vereine bestritten das Spiel mit vollständiger Mannschaft, nur hatte der Fußballsportverein für seinen Linksaußen Waldschmidt Strehlke eingesetzt. Das Spiel begann mit leichter Heber- legenheit ber Fürther, die auch im allgemeinen während des ganzen Spieles mchielt. Der Frank­furter Torwächter verriet einige älnsicherheit, und dieser ist es in erster Linie zuzuschreiben, daß die beiden Erfolge für Fürth fielen. Dagegen zeigte sich ber Fürther Torwächter, der außerbem von Müller unb Hagen in ber besten Weise rmterstüht wurde, von der glänzendsten Seite. Bei Halbzeit stand das Spiel 1:0. Die Fürther konn­ten in der zweiten Halbzeit diesen Vorsprung auf 2:0 erhöhen, worauf Frankfurt ein Tor aufholte. Trotz des nun anwachsenden Anfeuerns der über 10 000 Zuschauer konnte aber Frankfurt den ost naheliegenden Ausgleich nicht erringen. Das Eckenverhältnis war 9:3 für Fußballsportverein.

Vor dem Spiel hatte Fürth dem Schieds- r ichter ein Protest schreiben überreicht, das folgenden Wortlaut hat:Die Spielverrinigung Fürth hält nach wie vor ein Spiel, das entgegen der einstweiligen Verfügung des Landgerichts München zwischen Fürth und Frankfurt ausgetra­gen wurde, für geseh- und sahungswidria: sie hält auch an dem Protest, den sie auf Grund der früheren Fehlentscheidungen der Verba ndsbehör- den erhoben hat, fest. Sie hätte daher ihre Weige­rung, das heutige Spiel auszuttagen, in die Tat umgesetzt, wenn nicht der Verband einen neuen Vertreter heute auf Grund des tz 57, 4 bestimmt hätte. Die Rachprüfung dieser 'Bestimmung be­hält sich die Spielvereinigung Fürth ausdrücklich vor, da sie dieselbe für einen Scheinbeschluß hält Sie trägt aus sportlichen Gründen das Spiel gegen den nunmehr vorläufig besttinmten Main­bezirksvertreter aus unter Wiederholung ihres Protestes und unter ausdrücklichem Vorbehal! aller ihrer Rechte"

Id. f. B.

(°) Widrige Hmftänbc hätten beinahe die Austragung des LigaspielsBorussia" Fulda geen V. f.B. unmöglich gemacht. Ursprünglich ollte das Spiel auf dem Aniversitätssportplatz tattfinben, da die Drainagearbeiten auf bem Waldsportplah noch nicht beendet werden konn­ten. Erst am Freitagabend ergab sich die Rot- wendigkeit, doch zum V. f. B.-Plah zu greifen. Eme große Anzahl Mitglieder des V. f. B. machte nun schleunigst durch rastlose Arbeit den Platz noch am Samstag spielfähig.

Fulda trat nur mit 10 Mann an. V. f. D. in der Aufstellung: Böckler, Mucytar, Kreß II., Hausrath, Kr§j L, Bickhardl, Pietsch, Mandler, Kohler, Bmgel unb Balser. Vorerst spielten beibe Mannschaften reichlich zerfahren. Die Platz­mannschaft fand sich zuerst und trug recht plan­volle Angriffe vor, ohne jedoch die sich hieraus irgebenden Chancen auszunutzen Allmählich chälte sich eine klare pleberlegenheit der V. f. CB.» 6lf heraus. Ihr Spiel gewann mehr und mehr in System, die einzelnen Mannschaftsteile ver­landen sich immer besser. (Sttoa in der 20. Mi­nute fiel das erste Tor durch den Linksaußen, als Abschuß einer forschen Aktton des linken Flügels. Aach wechselvollem Spiel, während dem ichBorussia" durchaus nicht so ohne weiteres die Rolle des Unterlegenen aufzwingen lassen wollte, stellte V.f.D. das Halbzeitresultat auf 3:0 zu feinem Gunsten. Aach der Pause wurde das Spiel von beiden Setten mit einer gewissen Härte durch­geführt. Bei V f. B. klappte es sofort wieder ganz vorzüglich, womit jedoch nicht gesagt werden soll, bah babei feine Fehler gemacht wurden.

Immerhin war eS eine Freude, ben Sturm in glänzenden Kombination, von ber Läuferreihe ver­ständnisvoll unterstützt, nach vorne ziehen zu sehen. Besonbers gefallen konnten babei die Flü­gel, deren Spiel durchdacht unb rationell, war. Borussia" wehrte sich mit aller Energie, ohne aber verhindern zu tonnen, daß D. f. D. in fast regelmäßigen Abständen noch viermal erfolgreich war, demgegenüber der Mittelstürmer Fuldas iiach prächtigem Alleingang durch rofanten Schuß das Ehrentor für feine Farben schoß. Erwähnens­wert wäre, daß der Gästetorwart sich in der zweiten Spielhälfte wegen einer Handverstauchung als Feldspieler betätigte, um babei eine recht gute Figur absugeben. Sein Stellvertreter erwies sich ihm mindestens ebenbürtig, seine Abwehr- Paraden zeichneten sich durch größeren Schneid aus. Die Tore waren für ihn unhaltbar, toären dies auch bestimmt für denplanmäßigen" Tor­mann gewesen. Mit 7:1 mußte sich also g-ulba geschlagen bekennen Von ben sieben Toren schoß Pietsch, ber gestern eine febr gute Leistung bot, allein fünf. Die beiden anderen Tore fielen durch Köhler unb Balser; an allen hatte gewissermaßen der gesamte Sturm, ber gestern einen großen Tag hatte, seinen QlnteiL Me Außenläufer waren ebenfalls gut, Kreß I. als Mittelläufer machte sich wieder durch ständiges Reben und Rufen unangenehm bemerkbar, sein mangelhaftes Stellungsvermögen unb bic daraus refultierenben Durchbrüche des Gegners hätten ihn veranlassen sollen, zu schweigen unb seine Aufgabe zu erftiklen, benn er hat schon Besseres gezeigt. Die Verteidigung war auf alter Höhe. Tormann gut. Der Schiedsrichter verstand es, sich in imfjonierenber Weise burchzusehen unb Der- dient ein besonderes Lob.

Die Ligaersahmannschaft schlug trotz geschwächter Aufstellung die Erste des B. C. Sinn mit 6:2 (Halbzeit 4:0). Die große Zahl der beachtenswerten Erfolge des letzten Iahreö dieser Mannschaft verdienen eine besondere Wür­digung.

Die Dritte schlug unerwartet die Erste des SportvereinsHessen" mit 4:3 Kalbzeit 1:0 für V.f.D.). In Anbetracht ber Spielstarke des Gegners ein großer Erfolg, zu­mal die D. f. D.°Elf beim Stand von 3:1 für Hessen" durch energischen Endspurt den Sieg an sich riß.

Die Iugendmannschaften verloren beide ihre Diplomwettspiele gegen T. C. 05* Wetzlar bzw. Spielvereinigung 1900. Die Aiederlage der Ersten kommt ganz über­raschend, wenngleich auch die Mannschaft ersatz­geschwächt war. Das Resultat 3:0 spricht von einer peinlichen Ueberlegenheit WetzlarS.

Die Zwette hat sich gegen ihren weit über­legenen Gegner ehrenvoll geschlagen. Das 7:0 braucht durchaus fein Grund zur Entmutigung zu fein.

SpielvereLnigung 1900 Greben.

ö. Der Zusammenschluß der ehemaligen Sportvereine .Sportclub 1900" unbSp. Vgg. 04" brachte die ersten Früchte. Acht Qltannfdbaften trugen am gestrigen Sonntag Wettspiele auS, an denen insgesamt 88 aktive Spieler beteiligt waren, eine Leistung wie sie bis jetzt noch von keinem Gießener Verein geboten wurde. Die Spiele waren von gang außerordentlichem Er­folg begleitet. Nachstehend die Ergebnisse: Liga- mannschaft gegen B. C. 1 in Wetzlar 4:0 gewon­nen, Ligareservemannschäft -- D. C. 2 in Wetzlar 1:0 gewonnen, 3. a Mannschaft gegen Herborn 2 in Herborn 1:2 verloren. 3. b Mannschaft gegen Daubringen 1 in Gießen 4:2 gewonnen. 1. a Äugend gegen Dillenburg 1. Jugend in Gießen 1:0 gewonnen, 1. b Jugend gegen Herborn 1. Äugend In Herborn 1:0 gewonnen, 2. a Jugend gegen V. f. B. Gießen 2. Jugend in Gießen 7:0 gewonnen, 2. b Jugend gegen Lollar 1. Jugend in Gießen 1:2 verloren. Aäherer Spielbericht folgt.

Spv. 1920 Heuchelheim I - F. T. Germania - Marburg II 1:2.

cf. Der Platz war durch ben am Vormittag niedergegangenen Regen nicht in ber besten Ver- affung. Der dadurch entstandene schwere Boden stellte an die Mannschaften körperlich die schwer­sten Anstrengungen.

Marburg stellt eine massive flinke Mannschaft, die sich gleich schwer ins Zeug legt. Heuchelheim finbet sich sehr schnell und kann dem Marburger Lor oft gefährlich werden. Doch die beflgemeinten Schüsse werden daneben oder hoch darüber- gejagt Auch Marburg stattet der Gegenseite gefährliche Besuche ab, doch der nasse Ball läßt auch hier fernen genauen Schuh zu. Sv geht es mit 0:0 in öie zweite Halbzeit. Hier wieder dasselbe Hin und Her. Der nasse Boden läßt eine Kombination ntept zu, weil kein Ball berechnet werden kann. Cnollch gelingt es aber doch dem Halblinken Hcuchelbeiir^, seinem Verein die Führung zu geben. Bald hat Marburg durch schönen Schuß ausgeglichen. Beide Mannschaften kämpfen nun LrÄ Führung, die denn auch Marburg als dem Glücklicheren durch ein Selbsttor Heuchel-

-um Schluß läßt sich an diesem Resultat nichts mehr änbern.

2. Mannschaft Heuchelheims spielte vorher gegen die 1. vom Sport-Ver­ein Lollar 2:2.

2Ius dem Arbeiter - Turn - und Sportbund.

Fr.T. Gießen I T. u. Spv. Wetzlar I 5:1.

Der erste Tag ber Verbandsspiele war für Turnerschaft Gießen ein voller

Erfolg. Alle vier Mannschaften tonnten ben ©icg an sich bringen. Das 5:1-Resultat ber 1 Mannschaften entspricht wohl bem Spielverlauf ^acb ber ersten Halbzeit führte Gießen bereits U ^mstanb, daß der Schiedsrichter die alte Abfettsregel anwandte, gab ben Wetzlarern 2InlaB, nach Abschluß des Spiels Protest einzu­legen. Eine zahlreiche Zuschauermenge wohnte dem äußerst scharfen, aber fairen Spiele bei.

3.$. Gießen II - §r.T. Fronhausen I 2:0.

Hier Hegte bie größere Spielerfahrung der Gießener und ihr besseres Stellungsspiel. Auf- fallenb war die gegen früher bedeutend ge­besserte Form der Fronhausener. bie HUT nrwfx