V Band 9. 1912 bis 1913 Die Dallankriege;
Band 10: 1913 bis 1914 Die letzte Friedens- fahre;
Band 11: 1914 Der Ausbruch des Weltkrieges vom 28. Juni bis 4. August.
Diese 11 Bände werden annähernd dem Zeitraum und dem Aktenmaterial der Bände 12 bis 37 der großen Aktenpublikation des deutschen Auswärtigen Amtes entsprechen. Die englische Publikation wird sich aber insofern von der deutschen unterscheiden, als sie nicht im eigentlichen Sinne als „Erschließung der Archive" zu bezeichnen ist, sondern sich, entsprechend ihrem Haupttitel, besonders mir der Frage der K r i e g s u r s o ch e n beschäftigt. Sn allen Einzelheiten fest steht bereits Umfang und Stoffkreis des 11. Bandes, der sich mit den unmittelbar dem Kriegsausbruch vorangehenden Wochen, also der Zeit nach der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand, beschäftigt und der bereits im Frühjahr 1926 erscheinen wird. Dieser Band wird, wie die deutsche Publikation, alles veröffentlichen, was über die europäische Lage in den Archiven des britischen Auswärtigen Amtes an Material über die Zeit vom 28. Juni bis ,-ant 4. August 1914 zu finden war.
Für die mit der Klärung der Kriegsursachen beschäftigten deutschen Kreise ist von Wichtigkeit. zu erfahren, daß auch eine deutsche Ausgabe des englischen Attenwerkes bereits in Bor- bereitung ist. Die Deut siche Vcrlagsge- s l s ch a s t für Politik und Geschichte in Berlin hat sich die ausschließlichen Rechte für die deutsche älebersetzung gesichert und die Herausgabe dem Münchener Schriftsteller Hermann Lutz übertragen. Die deutsche lieber« sehung des ersten Bandes ist bereits in Bearbeitung und soll gleichzeitig mit der englischen Ausgabe erscheinen, die sich in: Druck befindet und unmittelbar nach Ostern 1926 zur Beröffentlichung gelangen wird. Die deutsche Ausgabe führt den Titel „Die Britischen Amtlichen Dokumente.zum Kriegsursprung 1889 bis 1914".
Kunst und Wissenschaft.
Eine Tagung der NoLgemeinschast der dentschen Wissenschaft.
München, 13. März. (Wolfs.) Die Notgemeia- schaft der deutschen Wissenschaft hielt gestern in der Universität ihre dritte M i t g l i e d e r v e r s n m m - 1 u n g ob, an der Vertreter der Reichsregierung, der Länder, der Präsidenten der deutschen Aka- demien und der großen wissenschaftlichen Verbände, sowie die Rektoren der Universitäten und andere führende Wissenschaftler, ferner Parlamentarier des Reiches und Bayerns teilnahmen. An die Begrüßungsansprachen schloß sich der Bericht des Präsidenten « ch m i 1 t - O l t über die Tätigkeit der Not- gemeinsch.ftt auf geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Gebieten, insbesondere aus den Gebieten der nationalen Wirtschaft, Volksgesundheit und des V o l k s w o h l e. Mit Hilfe eines der Notgemeinschaft vom Reichstage zur Verfügung stehenden Fonds sollen die wißen- schafttichen Grundlagen der genannten Gebiete nn Wege gemeinsamer Arbeit durch Forscher aus allen Teilen des Reiches geklärt werden. Auf der Tagung wurde eine Entschließung angenommen, in der an das Reich und die Länder die dringende Mahnung gerichtet wird, bei Bemessung der Ausgaben für die Wissenschaftspflege weder die Zahlen der Vorkriegszeit nach deren Verhältnis zu den Gesamtausgaben des Reiches und der Länder zum Maßstab zu nehmen. Weiter wird die Nachprüfung der der Wissenschaft gewährten Mittel gefordert. Insbesondere wird ersucht, das für das Etatsjahr 1927 der Rotgemeinschofl bewilligte Extraordinarium von -> Millionen Mark, das Forschungen aus dem Gebiet der Volksgesundheit, des Volkswohls und der nationalen Wirtschaft dient, wieder einzustellen.
Vom Reichspräsidenten ist folgendes Telegramm eingelaufen:
„Der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft
sende ich zu ihrer heutigen Tagung herzliche Grüße. In schwerer Zett hat sie erfolgreich dazu beigetragen, die deutsche wissenschaftliche Forschung vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Möge auch ihre weitere Tätigkeit, besonders aus dem Gebiete der großen Forschungsaufgaben, reiche Früchte tragen."
gez. v. 5) i n b e n b u r g.”
An den Reichspräsidenten wurde folgendes Telegramm gerichtet'
„Dem Führer des deutschen Volkes in Krieg und Frieden huldig! die Not- gemeinfchaft der deutschen Wissenschaft bei ihrer aus allen Teilen Deutschlands zusannnenberuienen Jahresversammlung dankbar, an den großen Zielen des Vaterlandes Mitarbeiten zu dürfen und vollbewußt, daß auf seinem Gedeihen und seiner Kraft der Erfolg und die Weltgeltung ihrer Arbeit beruht."
Südamerika-Gastspiel eines Frankfurter Künstlerpaares.
Else Gentner-Fischer von der Frankfurter Oper wurde auf Grund ihrer (Srfolgc in Amerika von einem Neuyorker Impresario aufgefordert, mit ihrem Gatten, Benno Ziegler, ein dreimonanges Gastspiel in Südamerika zu absolvieren. Das Kunst- lerpaar wird sich am 17. Juni in Genna einschiffen und Mitte (September nach Frankfurt zurückkehren.
Akademische Berufung.
Professor Dr. med. Ernst Kretschmer in Tübingen hm den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für Psychiatrie an der Universität Marbnng als Nachfolger von Professor Stert; angenommen.
Aus aller Welt.
Ei» schweres Cisettbahn-Uttglück itt Cvfta-Rica.
San Jose (toffa Ricas, 15. März. (WTL. Funkspruch.) Zwischen Aiajuela und Cartago entgleiste auf dec Eisenbahndrücke über den Vivillaflutz ein mit etwa 1000 Ausflüglern besetzter Eisenbahn- zug. Lin Wagen stürzte in den Fluß. Die Zahl der Toten beträgt 178, die der Verwundeten 75.
Die Wiener Hochfchultaguttg.
Wien, 14. März. (WLB.) Die Schlußsitzung der fünftägigen Hochschultagung gestaltete sich heute in Anwesenheit des Vizekanzlers Waber, des Obmanns der Grvßdeutfchen Volkspartei, W Ottawa, der Rektoren sowie anderer Ehrengäste zu einer besonderen Feier. Auf Crund der Berichte der Fachausschüsse gab ^Iniversitätsprvfessor H u g e l m a n n als Leitsätze gefaßte Beschlüsse bekannt, in denen es heißt: L Das Ervßdeutsche Reich in- Mitteleuropa muß der deutsche Staat sein, 2. feie staatsrechtliche Bereinigung Oesterreichs mit ö e in Reich bedarf ter Geineinschaft mit dem gesamten Bolle nicht nur in kultureller, sondern auch in staatsrechtlicher Beziehung, 3 der deutsche Rationalstaatsgedanle fordert für die innere Ausgestaltung des Ervßdeutschen Reiches, Einheitlichkeit des Staatsgefühls nach außen und im Innern, Fortbildung der Staats- gliederung in föderalistischem, jedoch nicht parti- kularistischem Sinn. Der hiernach begründeten Eigenart der österreichischen Länder einerseits und des Oesterreichischen Bundes andererseits ist Rechnung zu tragen.
Hierauf hielt der Vorsitzende des Deutschen Schutzbundes, Dr. v. Lösch, den Echlußvortrag über das Thema „Europa und das Reich". Es sei eine Pflicht der Dankbarteit, festzustellen, daß der grohdeutsche Gedanke der nationalen Einheit unseres Volkes von den Schuhvereinen in Oesterreich wieder nach Deutschland zurückgekehrt sei. Der Wunsch nach Vereinigung fei heute stärker denn je. Lösch erinnerte dann an die Beantwortung der Rede Mussolinis durch Außenminister Dr. Stre>emann, in der dieser sagte, das Deutsche Reich habe die Verpflichtung, sich um die kulturellen Schicksale der Deutschen jenseits der Reichsgrenzen zu kümmern. Das bedeute, so erklärte der Redner, eine neue
Epoche in der Staatsauffassung des deutschen Volkes. Einen Schritt zurück werde niemals mehr ein deutscher Außenminister zu tun wagen.
Rach der Schlußsitzung im Festsaale der Universität begaben sich die vielen Tausende der Teilnehmer in die Aula der Universität, wo eine kurze Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen der Wiener Tlniversität stattfand. Hierbei wurde namens der reichsdeutschen Studentenschaft ein prächtiger Lorbeerkranz am Ehrenmal sür die Gefallenen niedergelegt. Abends vereinigte ein vom deutschen Schulverein „Südmarl" veranstalteter Abend die Tagungsteilnehmer, die sich an den vorgeführten Volkstrachten, Volksliedern und Volkstänzen erfreuten.
Der Bischof der Methodistenkirche bei Hindenburg.
Am Freitag hat Reichspräsident von Hindenburg den Bischof der Methodistenkirche, D. Dr. I. L. Nuelsen - Zürich, empfangen. Bischof Nnelsen hat seinerzeit gleich nach dem Waffenstillstand in Amerika das große H i l f s w e r k einge- Icittr, indem er durch Aufrufe, Denkschriften und große Vortragsreisen, Sammlungen für die Notleidenden in den mitteleuropäischen Ländern eröffnete. Die Universität Berlin ehrte ihn in Anerkennung seiner Verdienste 1921, indem sie ihm als ersten Amerikaner nach dem Kriege den Ehrendoktor der Theologie verliehen hat.
Die Bevölkerungsziffer in Frankreich.
Nach einer offiziellen Statistik betrug die Zahl der Lebendgeburten in Frankreich im Fahre 1925 768 983 (1924: 752 307). Die Zahl der Sterbesälle belief sich auf 708 919 (1924. 680 027). Der Geburtenüberschuß beträgt also im Jahre 1925 60 004 (1924: 72 280).
Dranbkatastrophe in Grünau.
Ein furchtbares Brandunglück ereignete sich am conntagabenö gegen 9 Ahr in Grünau bei Berlin. Dort geriet auf item Spielplatz in der Rähe der Regattatribünen die Wohnlaube des Kantinenwirts in Brand, als die Bewohner, die Frau des Besitzers mit den beiden Kindern und ihrer Mutter, schon schliefen. Das Feuer war bereits weit fortgeschritten, als die beiden Frauen es bemerkten. Sie versuchten zuerst die Kinder zu retten, aber nur der 7 Zech re alte Knabe konnte aus dem brennenden Haus geborgen werden. Das andere Kind, ein 8 I ahre altes Mädchen, kam in den Flammen um. Die Mutter und die Großmutter erlitten schwere Brandwunden.
Grubenunglück auf der Konkordia-Grube.
Hindenburg, 15. März. <WTD. Funkspruch.) Am Sonntag früh um 5 Uhr setzten in einem Ortsbetriebe der Konkordia-Grube die Kohlen infolge eines sog. Gebirgsschlaaes ab und verschütteten drei vor Ort befindliche Füller. Die Bergungsarbeiten mußten infolge neuer Gebirgsbewegungen zeitweilig eingestellt werden. Ein' Fahrsteiger wurde verletzt. Die Bergung der Verschütteten hat bisher nicht erfolgen lömtcn. Es wird jedoch kaum damit gerechnet werden können, daß einer der verletzten Bergleute geborgen werden kann.
Eisenbahnunglück bei Poris.
In der Rähe von Paris stieß eine einzelne Maschine einem Persvuenzug in die Flanke, der soeben in einen Bahnhof etnfobren wollte. Ein Wagen 2. Klasse wurde aus den Schienen gehoben und eingedrückt, 35 Reisenfee wurden verletzt, zum Teil schwer.
Epidemie auf einem Dampfer.
Die „BZ." meldet aus Buenos Aires, daß infolge einer Masernepidemie und des Auftretens von Lungenentzündungen an Bord des Dampfers „Belveoer" während feer Tleberfahrt von Trieft nach Buenos Aires 30 Personen gestorben sind.
Ein Kind verbrannt.
In Nürnberg laut der vierjährige Sohn eines Heizers in seiner elterlichen Wohnung in der Bullmannstraße beim Spielen mit einem brennenden Streichholz seinem Hemd zu nahe, wodurch dieses Feuer fing und feer Knabe derartige Brandwunden erlitt, daß er verstarb.
Amtsgericht Metzen.
Gießen, 12. März. In einem Rachbardorfe war ein Grundstück eines dortigen Einwohners B. zugunsten eines Otto Pf. enteignet worden. Als dieser am Fälligkeitstage den Betrag für das enteignete Land an B. zahlen wollte, traf er ihn nicht zu Hause an. Er begegnete ihm kurz darauf unterwegs und bot ihm das Geld an, D. wies es jedoch zurück mit dem Bemerken, er habe wegen der Höhe des zu zahlenden Betrages Berufung an das Gericht eingereicht. Es entstand hierauf ein Wortwechsel zwischen ihnen, in dessen Verlaufe von beiden Seiten Schimpfworte gefallen sein sollen. B. holte sich zu seinem Schuh einen Stock aus einem Haufen Wellen und ging dann seines Weges weiter, während Otto Pf. ihm folgte. Inzwischen kam auch dessen Bruder Karl Pf. hinzu, der den B. festhielt, während Otto Pf. ihm den Stock abnahm. Auch zynischen Karl Pf. und B. sollen Schimpfworte gewechselt worden feilt. Letzterer soll den Brüdern Pf. auch gedroht haben, er werde, wenn einer von ihnen auf das Grundstück gehe, ihn erschießen. Rach längerer Beweisaufnahme verglichen sich die Parteien, von denen B. Privatklage wegen Beleidigung und Körperverletzung, die beiden Pf. Widerklage wegen Beleidigung und Bedrohung erhoben hatten, dahin, daß die gegenseitigen Aeußerungen mit Bedauern zurückgenommen wurden, daß die beiden Pf. feie durch die Ladung von 6 Zeugen, B. dagegen die durch die Ladung von 2 Zeugen entstandenen Kosten übernahm, und daß von den übrigen gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten die beiden Pf. 5/? und B. -'7 zu tragen haben.
Zum Raubüberfall
im Zuge Staffel — Gießen.
Der Zustand des bei dem Raubüberfall im Zuge Kassel—Gießeit—Frankfurt schwer verletzten Eisenbahnmaschtneninspeltors Dettmar ist sehr ernst, doch hofft man, den Mann am Leben erhalten zu lönnen. Eine Kugel ist gerade am Herzen vorbeigegangen und dann int Rücken steckengeblieben. während das zweite Geschoß in das rechte Ohr eindrang, den Unterfiefer verletzte und auf feer linken Seite der Wirbelsäule noch den Querfortsay abbrach. Der Täter ist als der in Graudenz gebürtige Kaufmann Reichert sestgesteklt worden.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Dienstag. 16. März:
3.30—4 Uhr: Die Stunde feer Jugend: „Vom Leben und Weben in feer Natur", vorgetragen von Lehrer S. Stricker, (für Kinder vom 9. Jahre ab.) 4.20—5 Uhr: Konzert fees Hcmsorchcsters: Die Oper» buffa. 5.45—6.10 Uhr: Die Lesestunde: Aus dem Roman „Pitt und Fox" von Friedrich Huch. 6.15 bis 6.45 Uhr: Uebertragung von Kastel: Dr. Fr. Stichtennoth über „die Entwicklung feer Holzblasinstrumente. ein Gang durch feie Sammlung Motten- dauer". 6.45—7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: Charakkergestalten aus der Geschichte des neueren deutschen Unternehmertums: III. Werner v. Siemens und Emil Rathenau (Fortsetzung). Vortrag von Prof. Dr. Küntzel. 7.15—7.45 Uhr: Funkhochschule Frankfurta. M.: „Der Mensch als Maschine II", Vortrag von Polizeiarzt Dr. Brieger. 7.45—8.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.15—9.15 Uhr: „Luigi Cherubim“. 9.15—10.15 Uhr: Uebertragung von Kastel.
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Schillerschule Friedberg
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I Frauenschule (Feldwebelsbau Im Schloßhof) und Lyzeum (Turnsaal, Burg 34)
DLnstag, den 16., und Mittwoch, den 17. März 1926
Besuchszeit: 9-12 Uhr vorm, und 2-6 Uhr nachm. Eintritt: 50 Pfennig.
Die Direktion der Schillerschule
Philipps, Oberstudiendirektor.
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Bremcholzversteigerung.
Aus den Waldungen derStafet Gießen sollen am Donncrötag, dem 18. Mar«, vormittags »'/, Uhr, Abt. ?, 27, 28, 30, 43, 44 u. 45 »Stadtwald), Bezirk des Försters Brück, versteigert werden: 23,? Rm. Fichtenscheiter, 16,9 „ Eichenknüppel,
8 „ Birken-.Aspen- u. Erlenknüvjrel,
9 „ Kiefrrnlnuppel, 41,2 „ Fichtenknüppel, 1435 Wellen Eichea-Stammreisig, 3415 „ Kiefern- „
200 „ Fichten-
149,2 Rm. Fichtenstvcke.
Zusammenrunft: Krcisstratze nach Rödgen (an dem Flugplatz».
Gießen, den 13. März 1926.
Der Oberbürgermeister:
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Gießen, den 12. Marz 1926.
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