Tttdnen. Am meisten Aufsehen werden freilich Wohl die Uniformen deS Grvhherzogs ßubtoig III. erregen, die auf Puppen in genauer Original- adfoe gezogen, vorgeführl toerben. An ihnen sieht man die gewaltige Länge des seinerzeit so populären Fürsten. Ein Kinderanzug desselben, der neben den Aiesenfiguren ausgestellt ist, scheint aber ein Beleg für die Richtigkeit des Volksglaubens zu fein, dah der Mensch die Körperhöhe, die er mit drei Jahren hat, zu verdoppeln pflegt! Da auch in den anderen Abteilungen Ditie Neuerwerbungen zu sehen sind, so kann der Besuch des Schloßmuseuins jetzt ganz besonders empfohlen werden. Führungen finden täglich statt. Militärvereinen und Korporationen, die das Museum geschlossen zu besuchen wünschen, wird bezüglich des Eintrittsgeldes wesentlich entgegengefommen. Alle briefliche Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an Graf Hardenberg, Direktion des Schloh- museums.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 14. August 1926.
Ernte im Vogelsberg.
Am Hoherodskopf klappert, am Waldrand entlang, ein Leiterwagen: lieber Freund, last dir sagen, dast man „dort oben" eben drauf und dran ist, das cheu zu bergen!
In unbeschreiblicher Schönheit siehst du Berge und Witter liegen, alles im Dunst; nun, vielleicht wird das Wetter halten, bis das letzte Heu daheim ist, bis vielleicht auch ein Teil der Gerste in den höheren Lagen eingefahren ist. Die Gerste ist jetzt teilweise gelb geworden und schön trocken; das Korn freilich ist noch recht weich, und doch zischt schon die Sense hie und da hindurch.
Stehst du an belebterer Straste: über die Felder herüber fächelt leise der Wind. Beglückt atmest du weit den Duft reifender Frucht. Droben am Himmel kommen Gewitterwolken auf, dehnen sich aus, ballen sich drohend zusammen. Schneller ziehen die Kühe den hochbeladenen Wagen heim, der schützenden Scheune zu. Noch ein Wagen kommt dann heran; man birgt ihn unter einem breit ausladenden Baum. Wie hat die Peitsche geknallt, als er heranfuhrl Wahrlich, das war kein Ohrenschmaus! Aber versteh, du Städter: das war der letzte Wagen Heu! Das darf man doch ein bistchen feiern? — Mehr und mehr sind die drohenden Wolken grau und fahl geworden. Dumpf rollt der Donner fern. Nun schreite aus, das schützende Dach zu erreichen!
Don einem Hof schalll's herüber: Hau—ruck! Hau—ruck!" Da sind sie dabei, einen schweren Wagen Heu in die Scheune au bringen. Dabei dieser, solch schwierigem Tun einzig angemessene Nus, in unnachahmlichem Rhythmus. Ja, Ernte, das heißt schonungslose Kraftausnützung, zumal hier oben.
Drüben, dem Tälchen zu, steht eine einzelne, gewaltige Buche mitten in Mesen, ein Urbild der Kraft. Schneelasten und Regenstürmen standhalten, das will etwas heißen; das erfordert Sichanstemmen und eherne» Stehen, trotzig und markig. Auch der Mensch hier oben hat etwas von der Art solcher Bäume, — wohl der Bauersmann überhaupt: Wäre er'» nicht gewesen: trotzig und markig, er hätte es werden müssen vor zwei Jahren, hier oben auch oor'm Jahr. Heuer möge er’s leichter haben! —
Ucber reifende Felder schweift das Auge; einzelne Tropfen fallen. Als Gebet steigt's aus tiefer Seele zum Himmel empor: „Herr, bewahre uns, was da reift! Hilf uns, es einbringen! Halt deine Hände darüber!"--Gott geb's, daß es wahr
werde! Hier oben und drunten, — allüberall, wo Hände säten und aus Gotte» Händen Ernte erwarten! Kn.-U.
Gictzener Wochenmarktpreisc.
Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt daS Pfund: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 bis 40. Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 12 biS 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 20, gelbe Rüben 12 biS 15, rote Rüben 12 bis 15, Spinat 30, Römischkohl 10, Dohnen (grüne) 15 biS 30, Bohnen (gelbe) 25 bis 30, Unterkohlrabi 6, Zwiebeln 20, Meerrettich 80, Rhabarber 20, Pilze 20, Kartoffeln 5, Falläpfel 7. Frühäpfel 20 bis 40, Dirnen 20 bis 30, Heidelbeeren 30, Preitzelbeeren 60, Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 30 biS 35. Pflaumen 30, Z wetschen 35, Mirabellen 35 bis 60, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 biS 120; daS Stück: Eier 12 bis 13, Dlumenkohl 50 bis 120, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken 1 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20; daS Bund: Radieschen 10 Pfennig.
Bornotizen.
— Tageskalender für Swmstag. Deutschnationaler Handlunasgehilfenverband: 8.30 Uhr, Kaufmännisches Deremshaus, Mitgliederoer. fammlung. — Ruderklub Hassta: 8.30 Uhr, Doots- haus, Mitgliederversammlung. — Lichtspielbaus, Bahnhofstraße: „Der Prinz und die Tänzerin . — Palast-Lichtspiele, Kirchenplatz: „Die Todesfahrt des Canada-Erpreß".
— Tageskalender für Sonntag. Sportplatz an der Liebigshöhe, Fußballwettspiele; nachmittags 4.45 Uhr: 53. f. B. Kurhessen Marburg gegen Spielvereinigung 1900 Gießen (Ligo). — Männerturnverein: 11 Uhr vormittags, Turnplatz Schiffenberger Weg, Handballwettspiel. — Gleiberg. Gau-Jugend-Tresien. — Lichtspieltheater: wie am Samstag.
— Aus dem Stadttheaterbureou wird uns geschrieben: Wie schon erwähnt, hat sich für die Aufführung von Sudermanns „Schmetter- l i n g s s ch l a ch t" a mkommenden Dienstag eine sehr glückliche Besetzung ermöglichen lassen. In den Hauptrollen wirken mit die Herren Teleky, der euch die Spielleitung führt, Schwanneke, Hanke und Eisig sowie die Domen Marck » , Schneider, Heym und K r a h m e r.
Wettervoraussage.
Bei südlichen bis westlichen Winden wolkig mit zeitweisem Aufklaren. Stellenweise gewitter- haste Regen, im ganzen wenig wolkig.
Gestrige Tagestemperaturcn: Warunum 22.1, Minimum 14,8 Grad Celsius. Heutige Morgen- temperatur: 18,7 Grad Celsius.
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'* Prüfung von Anschriften durch die Post. Um eine Verminderung in der Zahl derjenigen Sendungen, namentlich der Masien- drucksachen, herbeizuführen, die wegen unrichtiger oder unzureichender Anschrift nicht zugestellt werden können, den Absendern mithin zwecklos Kosten und der Post unnötige Arbeit verursachen, wird die Deutsche ReichSpost vom 1. Oktober
Vie deutschen Aerzte im Weltkriege.
Die Einweihung des Denkmals für die im Weltkrieg gefallenen Aerzte in Eisenach gibt uns Gelegenheit, einiges arrS der Zusammenstellung von Oberstabsarzt Dr. Kittel in den »Aerztlichen Mitteilungen" Rr. 25 über dir »Leistungen der deutschen AeiAte im Heeresdienst während deS Weltkrieges" zu veröffentlichen
Schwer waren die Ausgaben, die der Aerzte im Kriege harrten, galt cS doch unter ungünstigen äußeren Verhältnissen und mit einfachsten Mitteln zu arbeiten und sich neuen überraschenden Aufgaben gewachsen zu zeigen. Wundinfektionen schwerster Art, das unerwartete Auftreten einer großen Zahl von Wundstarrkrainpferkrankungen, sowie der Gasbrand und die Kampsgasvergiftung stellten die ärztliche Wissenschaft vor neue mit Erfolg in Angriff genommene Probleme. Je weiter der Krieg in Feindesland getragen wurde, um fomehr trat die Seuchenbekämpfung in den Vordergrund. Während früher die Seuchen zu einer wirtlichen Gefährdung der Heere und der Heimat geführt hatten, wurden sie während des Weltkrieges durch die SchuhimpsungS- Methoden rasch bis zur Bedeutungslosigkeit herabgedrückt. Zur Erläuterung nur einige Zahlen:
Rach anfänglichem Aufstieg der Typhus- sterblichkeit in den ersten Monaten sank sie nach vollständiger Durchführung der Typhusschuyimp- fungen auf 0,02 biS 0,01 v. Tausend. Auch die Choleraerkrankungen sanken im Osten von 1,3 der Iststärke auf 0,01 v. Tausend. Auch gelang es, die in Deutschland schon ausgetilgten Seuchen, wie das Fleckfieber, bei dem die anfängliche Unkenntnis seiner Uebertragungsart besonders zahlreiche Aerzteopfer forderte, wirksam zu bekänrp- fen, und vor allem sein Uet> er greifen auf andere Kriegsschauplätze und die Heimat zu verhindern.
Die Verluste des Weltkrieges betrugen 1 686 061 Tote, von denen nur 155 015 an Krankheit gestorben waren. Wie die Verhältnisse in früheren Kriegen lagen, zeigt die folgende Ueber- sicht:
Krimkrieg 1854/56: Engländer: an Wunden gestorben 4602, an Krankheit gestorben 17 579, Verhältnis 1:3,8.
In Italien 1859: Franzosen: an Wunden gestorben 5498, an Krankheit gestorben 13 788, Verhältnis 1:2,5.
In Böhmen 1866: Preußen: an Wunden gestorben 4008, an Krankheit gestorben 5219, Verhältnis 1:1,3.
Krieg 1870/71: Deutsche: an Wunden gestorben 28 278, an Krankheit gestorben 14 904, Verhältnis 1:0,5.
Japanisch-Chinesischer Krieg 1894/95: Japaner: an Wunden gestorben 965, an Krankheit gestorben 3148, Verhältnis 1:3,3.
Spanisch-Amerikanischer Krieg 1898/99: Amerikaner: an Wunden gestorben 968, an Krankheit gestorben 5438, Verhältnis 1:5,6.
Weltkrieg 1914/19: Deutsche: an Wunden gestorben 1 531 048, an Krankheit gestorben 155 013, Verhältnis 1:0,1.
Welch gewaltige absolute Zahl von Kranken und Verwundeten behandelt worden ist, mag die folgende Zusammenstellung zeigen:
Behandelt wurden in Lazaretten des Heimatgebietes 6 142 000 und in Lazaretten des Feld- und Etappengebietes 3 938 000, Summa 10 080 020. Don diesen mehr als 10 Millionen ist es bei 97 v. H. gelungen, das 2 eben zu erhalten. Dienstfähig blieben (berechnet auf 100 endgültig aus dem Lazarett Entlassene) im ersten Krie^jahr 88,7 v. H., im zweiten Kriegsjahr
91,3 v. H.. im dritten Kriegsjahr 91.8 v. H.. im vierten Kriegsjahr 92.8 v. H. DaS sind Zahlen, auf die die Aerztelchaft ohne Ruhmredigkeit stolz sein kann.
Diese in Riesenausmaßen sich bewegende Tättgkeit zu ermöglichen, mußten die Vorbedingungen erst geschaffen, das Zusammenarbeiten der verschiedenartigen Sanitütseinrichtungen in Gang gebracht werden. Alle die hygienischen Einrichtungen, Krankenanstalten, Operationssäle, Laboratorien mußten erst eingerichtet, meist im- proviscrt und größtenteils aus dem Richt- geschossen werden. Der unaufhörliche Strom der Verwundeten und Kranken von der Front in die Feldlazarette, von dort in die Lazarette der Etappe, der Generalgouvernements und der Heimat wollte geleistet werden. In der Heimat wieder war der Rückstrom zur Truppe in Fluß zu bringen, jede nur denkbare Heilung-- und Genesungsmöglichkeit mußte ausgenuht, die betreffenden Kranken dorthin geleitet, und die Ueberführung der Dienstunfähigen in einen oft neu zu erlernenden Beruf ermöglicht werden. Diese Dielfeitige ärztliche Tätigkeit und das folgerichtige und unbeirrbare Einhalten der als richtig erkannten Richtlinien und Grundsätze hat dann die Erfolge der ärztlichen Wissenschaft zur vollen Höhe reifen lassen. Die Größe der hier geleisteten Arbeit und ihre ausschlaggebende Bedeutung nicht nur für die Kriegführung, sondern auch für die Volksgesundheit im ganzen singt ein hoheS Lied auf die Aerzteschaft, die in stiller selbstloser Hingabe, ihre Person den Gefahren der Ansteckung ebenso preisgebend, wie der Soldat die seine der Kugel, unter schwierigsten äußeren Verhältnissen, mit meist improvisierten Mitteln Erfolge erringen konnten, wie sie keine Aerztegeneration vor ihr gehabt hat.
An keinem Orte, wo Feldärzte wirkten, waren sie in Sicherheit, sei e- vor Verwundung, sei es vor Ansteckung. Im Jahre 1870/71 starben von den 4062 deutschen Aerzten insgesamt 85, von diesen sind 11 gefallen ober den Verwundungen erlegen, die übrigen 74 an Krankheit gestorben (Verhältnis 1:7,7), Im letzten Weltkrieg betrug dieses Verhältnis 1:1,5.
Im Weltkrieg starben von den 33 359 im Dienst des Heeres (einschl. Schuhtruppe und Marine) stehenden Aerzten 1783, eS wurden verwundet ohne tödlichen Verlauf 2218, zusammen 4001.
Diese gewaltigen Lücken konnten je länger je weniger geschlossen werden, denn auch in der Heimat bei knapper werdender Hilfe und Hilfsmitteln, lag auf den Aerzten eine kaum zu bewältigende Arbeitslast.
Wenn uns der Krieg auch viel genommen hat, so hat er unS doch auch viel gegeben. Roch im Kriege haben wir vom Kriege gelernt. Rie stand die Wissenschaft still, unaufhörlich flössen aus dem Quell der Forscher neue Erkenntnisse. Roch im Kriege wurden sie Gemeingut aller. Keiner ist aus dem Kriege zurückgekehrt, dessen Blick nicht weite . dessen Erfahrungen nicht reicher geworden wären. S:olz kann der Arzt sein auf das, was sein Stand im großen Ringen für sein Volk geleistet. Mag auch die äußere Anerkennung oft gefehlt, mag auch das Gezänk der Rachkriegszeit den Dank so manches Geheilten in Undank verwandelt haben, die klaren Zahlen der Dehandlungser folge sprechen eine beredte Sprache und setzen den Aerzten ein Denkmal, dauernder als Erz. Läßt sich ihr Wirken iro Kriege in wenige Worte zusammenfassen, so sind es die drei: scienti ic humanitati patriae.
Amtsgericht Wetzlar.
Ein zur Zeit in Untersuchungshaft befindlicher Schuhmacher, der längere Zeit in Wetzlar wohnhaft war, hat sich unter der Anklage beschweren sowie einfachen Diebstahls, des Betrugs und der Unterschlagung jii verantworten. Der Angeklagte, der nicht zum ersten Male mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gekommen ist, war längere Zeit flüchtig, wurde aber schließlich in der Pfalz ermittelt Die Verhandlung ergab folgende-: Im Oktober 1922 wohnte der Angeklagte in Langenschwalbach bei einem Bäcker. Dadurch, daß er mit der Tochter des letzteren ein Verhältnis unterhielt, war es ihm möglich, sich frei in der Wohnung zu bewegen. Er nutzte dies insofern aus, als er eines schönen Tags- einen Kleiderschrank erbrach und sich davauS verschiedene ©egenftänbe, wie Kleider, eine Uhr und den Inhalt einer Geldkassette aneignete und dann auf Rimmerwiedersehen verschwand. Die Uhr seiner Braut, die er zum Uhrmacher bringen sollte, hatte er ebenfalls für sich behalten. Letzteres gab der Angeklagte zu, während er den EinbruchSdiebstahl bestritt. Danach, 1923, schlug der Ungesagte seinen Wohnfitz In Wetzlar auf und eröffnete hier eine Schuhmacherwerkstatt. Er nahm Reparatuvaus- träge an und lieh sich des öfteren im voraus entlohnen, ohne jedoch die Reparaturen auszuführen. Als er dann kurze Zeit später verhaftet wurde, sind nach seiner Angabe die ihm zur
?enommene Aenderung als gefühllos, hätte man en hier geschilderten miserabel schlechten Zustand bestehen lassen, dann konnte man mit wett größerem Rechte der leitenden Stelle den Vorwurf der Gefühllosigkeit machen. Durch Verkauf jenes Häuschens an die Gemeinde und andere Unterstützung wurde es dem Eigentümer ermöglicht, im Jahre 1907 ein menschenwürdiges Wohnhaus an anderer Stelle zu erbauen. Die Gemeinde lieh nun das kleine Häuschen abbrechen. Dah das nunmehr alleinstehende, in die Straße vorspringende Spritzenhaus von 1806 nicht stehen bleiben tonnte, war doch eigentlich selbstverständlich. Weil man aber dieses Altertum hier ebenso hachschäyte wie der Herr Denkmal-Pfleger, wurde der Dau abgebrochen und das verzierte Holz nicht etwa in gefühlloser Weise als Brennholz versteigert, sondern in Würdigung seine- historischen Wertes an geeigneterer Stelle im alten Stil wiederausgebaut. Daß die hier wiedergegebene Erllärungsweise nicht nachträglich für diesen Einzelfall bei gebracht wurde, geht daraus hervor, daß auch andere historische Denkmäler auf ähnliche Weise hier der Rachwelt erhalten wurden.
" Die Maul - und Klauenseuche ist amtlich feftgefteüt in Röthges, sowie bei den Schafherden der Gemeinden Steinberg, ® r. • Linden und Lang-Gon».'
’ Der Stand der Erwerbslosigkeit. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in der zweiten Julihälfte zeigte einen stärkeren Rückgang. Die Zahl der männlichen Haupt- Unterstützungsempfänger hat sich von 1 383 000 am 15. Juli auf 1 328 000 am 1. August verringert, die Zahl der weiblichen Hauptunterstühuag-- einpfänger, die bisher in geringem Maße gestiegen war. von 335 000 auf 324 000. Die Gesamtzahl der Hauptunterftühung-empfänger ist demnach von 1 718000 auf 1652 000 — also um 66 000 oder 3,2 Proz. —, die Zahl der unterstützten Familienangehörigen (Zuschlagsempfänger) von 1 709 000 auf 1 645 000 gefallen. Während des ganzen Monats Juli ist die Zahl der männlichen HauptunterstühungSeenPfänger von 1 408 000 auf 1 328 000 zurückgegangen, die der weiblichen Hauptunterstüyutzgsemvfänger von 333 000 auf 324 000, die Gesaitztzahl von 1 741 000 auf 1 652 000, also um 89 000 oder rund 5 Proz.
an versuchsweise im inneren deutschen Verkehr die Prüfung und Berichtigung von Anschriften übernehmen. Anschriften, deren Prüfung gewünscht wird, sind einzeln auf Karten in der ungefähren Größe und Stärke der Postkarte gut leserlich anzubringen', auch Briefumschläge und Streifbänder können zur Niederschrift der Anschrift gewählt werden. Ebenso ist es zulässig, vom Auftraggeber geführte Anschriftenkarteien zur Prüfung vorzulegen. Die Gebühr für das Drüsen von Anschriften beträgt 2 Pfennig für bas Stück unter Aufrunbung deS Gesamtbetrags auf volle 10 Pfennig, mtnbestens 1 Reichsmark für Sendungen nach ein und demselben Postamt; außerdem ist die Brief- ober Paketgebühr für bie Hin- und Rücksenbung voraus zu entrichten. Sine Gewähr für bie Richtigkeit der Prüfungsangaben und für die Ausführung der Prüfung innerhalb bestimmter Frist kann zwar nicht übernommen werben, die Prüfung wird aber nach bestem Wissen wie bei der Behandlung von Postsendungen mit ungenügender Anschrift und in möglichst kurzer Frist erfolgen. Ueber die Einzelheiten deS Verfahrens geben die Postanstalten Auskunft.
" Straßensperrungen. Das Polizeiamt teilt mit: Wegen Vornahme von Aufbruchsarbeiten wird hiermit der Eeltersweg von der Frankfurter Straße an bis zur Wolkengasse bis auf wettere- für jeglichen Fährverkehr gesperrt. Wegen Reubeschotterung werben biS auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt: 1. die Bismarck ft raße zwischen Ludwig- unb Etephanstraße, 2. bie Dismarckstrahe zwischen Stephanstraße und Gnauthstraße vom 14. b. Wls. ab, 3. die Goethe st raße zwischen Stephanstraße und Gnauthstraße vom 18. d. Mts. ab, und 4. die Kepler st raße zwischen Stephanstraße und Gnauthstraße vom 23. b. WtS. ab. — Die unterm 1. Mai d. Js. angeorbnete Sperrung des ^KugelbergS" zwischen Licher Straße und Kaiserallee wird hiermit wieder aufgehoben, da die Kanalisationsarbeiten beendet sind. Ebenso wird die unterm 3. Juli d. Js. angeorbnete Sperrung bet Straße „Am Riegelpfad" zwischen Ebelstraße unb ber Hehligenstaebtschen Fabrik wieder ausgehoben, da die Hausanschlutzarbeiten beendet sind.
" Kreis st raßensperrung. Die vom 1. 3uni d. I. angeordnete Sperrung der KreiS- strahe Odenhausen — Lollar — Sichertshausen wird bis Mitte September b. 3. verlängert.
•• Die Reise um bie Welt. Gestern passierten acht „Weltreisende" unsere Stadl. Bier Erwachsene unb vier Kinder, angeblich ausgewiesene Oberschlesier, mit einem Handwagen, an dem auf einem Schild zu lesen stand: Die Reise um bie Well zu Fuß. Die Leute wollen in sieben Jahren sämtliche Staaten ber Erde zu Fuß durchwandern. Sie sind am 22. Juli aus Ahlen i. W. zu dieser Recke aufgebrochsn. Sie zogen in der Richtung nach Frankfurt a. M. weiter.
" Das alte Spritzenhaus in Gr.- Linden. Von Herrn Altbürgermeister Leun
erhalten wir folgende Zuschrift: In Rr. 32 der Heimat im Bild behandelt Herr Geheimer Daurat W a l b e eingangs seiner Arbeit über die Spritzenhäuser auch diejenigen von Gr.-Lin- den. Seine Annahme, daß das in Abbildung 2 gezeigte Spritzenhaus als Ersah für das in Abbildung 1 erbaut worden wäre, ist irrig. Das in Abbildung 2 wiedergegebene Spritzenhaus wurde nicht etwa um 1900, sondern 1870, und zwar durch den in Gießen wohnenden Vezirks- bauaufseher erbaut. Das im Jahre 1806 erstellte Spritzenhaus (Abbildung 1) wurde dagegen erst im Jahre 1907 an eine andere Stelle verbracht, nicht etwa, weil es irgendwem im Wege war, sondern aus den nachstehenden Gründen: Wie aus Abbildung 1 ersichtlich, stand rechts von diesem Spritzenhaus ein kleines Häuschen, dos außer Schweine- und Ziegenstall nur ein Zimmer und eine schräge Dachkammer enthielt, in diesen beiden Räumen wohnten und schliefen 9, tage und schreibe neun Personen. Zwischen dem Häuschens waren die Diehställe, hieraus floh die Abbildung 1 sichtbare Abort, der übrige Raum war die Wiststätte; bei Regenwetter floh hieraus eine jaucheartige, übelriechende Flüssigkeit auf die Straße. An der anderen ©iebelfeite dieses Häuschen waren die Viehställe, hieraus floh die Jauche an dem Gäßchen, das nach unserer alten, damals von der hessen-darmstädtischen oberen Baubehörde wiederhergestellten schonen Kirche führte, vorbei. Der Herr Denkmalspfleger bezeichnet die von der Gemeinde Gr.-Linden vor-
Reparatur übergebenen Schuhe abhanden gekommen, weswegen die Geschädigten Anzeige gegen den Angeklagten erstatteten. Hier war dem Angellogten Betrug bzw. Unterschlagung nicht nachzuweisen. In einem Falle erschien er bei einem Gastwirt und sagte diesem, er habe von feinem Sohne Auftrag, Schuhe zur Reparatur ab- zuholen. Er machte gleich eine Zochschuld von 3,90 Mk, und versprach abends die Schuhe wiederzubringen und zu bezahlen, was er aber nicht tat. In diesem Falle wurde Betrua alS vorliegend festgestellt. Ebenso wurde Unterschlagung als erwiesen sestaestellt in einem Falle, wo ihm ein Paar Schäfte und Gamaschen übergeben worden waren. Auch in Wetzlar versuchte er tat übrigen das gleiche Manöver wie früher. Er knüpfte mit der Tochter feiner Hauswirtin ein Verhältnis an und bestahl dann feine Wirtin. U. a entwendete er dieser. Bie als Zeitungsträgerin beschäftigt war, ZettungSquittungea, kassierte daS Geld und steckte es ein. DieS letztere gab der Angeklagte zu, während er weitere ihm zur Last gelegte Diebstähle bestritt. Doch auch in diesen Fällen ergab die Beweisaufnahme die Täterschaft des Angeklagten. Obwohl der An- geftagie schon vielfach wegen Diebstahls vorbestraft ist, sah daS Gericht von einer Zuchthausstrafe ab und erkannte aef 2 Jahre Gefängnis.
EonntanSdtentt d. Sterbe u. Apotheken am 15 &26 Dr. Wolf. Dr. S Klein. Hirfchaporheke.
3ab««r»t: Dr. Wertheim. nD
5
Iff NPULVEP
fäurch ein viertelstän-
1 % diges Kochen die Husche schneeweiß
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erspart viel Zeit und Arbeit'.
•nicht mehr die Hölle, sondern ein Fest wenn Sie
P- Thompson's Seifenpul ver verwenden.
l] &5 wäscht muhe los tund ohne Qeiben


