4. Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
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seine Art mit der Zeit gehen — hatte es vielleicht schon während des Krieges getan.
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Hierbei:Staatl Lott.- Einn. Buchacker u Flimm; außerdem b.
Konrad Emmerich, Hermann Kuhl.
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Frau Alma Vogt.
5406ss
die Finger.
„Gib nmal deinen Kloben her, Gori!"
..Wall, woll!"
Das verstand der Gori nun schon besser, lig fingerte er seine invalide Pfeife aus dem ker hervor und ließ sie sich von Zeno mit
bleiben meine Geschäftsräume vom 15. Juli bis 30. August 1926, mittags von 12'/^ bis 2 Uhr geschlossen
schachern, und dazu den Gutsbesitzer spielen — fetzt verstand er Walli! Dazu brauchte der Toni ober Ellenbogenfreiheit, und der Vater billigte kritiklos alles, was fein Aeltester unternahm. Das war die große Schwäche des sonst so starken Mannes ...
Don Stand zu Stand gingen die beiden. Und bei jedem zweiten Schritte Zenos gab es auf dem horten Betonboden einen dumpfen Ton.
„Wie g'spaßig dein Fuß pumpert!" sagte der Vater mit einemmal.
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„Na also?"
Eine kurze Pause folgte. Dann rückte die Alte naher an Zeno heran, und begann mit gedämpfter Stimme:
„Net um mich is mir, Zeno, sondern um den — Hof!"
Zeno schaute sie verständnislos an. „Wieso?"
„Wenn du jetzt aus dem Haus gehst, und der Toni Herr am Hof is — nachher — nachher —"
„Was nachher?"
„Fürcht' i. kommt n schlechte Zeit für den Kruinmholzerhof!"
„Red' doch koan Unsinn, Walli!" Rauh klang Zenos Stimme. Aber die Alte schüttelte nur in unbeirrbarer Ruhe den Kopf.
„3 sag' bloß, was i mir denk' — und a dös nur dir!"
„Der Toni is a Bauer, Walli, und es werd' am Hof weitergehn, wie 's ollweil 'gangen is!"
„Der Toni könnt' a Bauer fein, Zeno! — Er hat aber andere Flausen im Kopf! Stadtherrische! Und die taugen ihm und dem Hof gar niemals!"
Zeno erhob sich.
„Walli, du reb’fl halt, wie a alt's Weib eben red't!" Unbeabsichtigt geringschätzig klang das. Walli fühlte dies auch heraus.
„No — net so, Zeno! Aber wenn oan a Hauswesen so ans Herz g'wachsen is —" Die sonst so scharfe Stimme der Alten zitterte wie von verhaltenem Schluchzen. Ueberrascht blickte ihr Zeno ins faltige Gesicht. Dann klopfte er ihr begütigend auf die Schulter.
„Warum net gar, Walli! Solang du 's Regiment da herin führst, wackelt 's nett"
„O mein — a alt's Leut —"
„Aber allweil noch a fchneidig's Kommando, zel?!" unterbrach sie Zeno lachend, um das ihm unangenehme Gespräch abzukürzen. — „Wo is denn der Vater?"
„Im Stall drüben."
Zeno nickte. „Nachher schau i 'nüber dazua!" sagte er und ging.
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Zur Herstellung von Kleinpflaster auf ber Straße Langgöns—Kirchgöns (Kreisgrenze) sollen:
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Verdingung.
Für unten genannten Neubau sollen die Zimmerarbeiten (ohne Material) öffentlich vergeben werden. Bis 17. Juli 1926 ist mitzuteilen, wer die Zustellung der Verdingungsunterlagen wünscht. Diese werden alsdann unter Nachnahme von 5.— RM. übersandt.
Die Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift bis zum 26. Juli 1926 — mittags 12 Uhr — dem uterzeich- neten Neubauamt einzureichen.
Marburg (Renthof28$), den 12.Juli
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Preuß. Neubauamt für das Jubiläums-Kunstinstitut ber Universität Marburg.
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Festfolge:
Samstag, den 17. Juli, abends 8l/a Uhr: Begrüßungsabend (Ansprachen, gesangliche Darbietungen, turnerische Vorführungen und Konzert.
Sonntag, den 18. Juli, vormittags 9V, Uhr: Eröffnung der Maschinenausstellung, Jmkerausstellung und Geflügelschau durch den Vorsitzenden der Bezirksbauernschaft und Präsidenten des Reichslandbundes, Herrn Reichstagabgeordneten Hepp, Seelbach.
Dormütags 10 Uhr: Vertreter-Versammlung der Bezirksbauernschaft im großen Festzelt.
Vormittags 10 Uhr: Tagung des Imkerverbandes im Hotel Ritter.
Rachmittags 4 Uhr: Volkstänze und Trachtengruppen auf dem Festplatz.
Montag, den 19. Juli, vormittags 8 Uhr: Besichtigung der Stadt und Umgebung. Vormittags 10 Uhr: Tagung des Geflügelzuchtvereins im Hotel Ritter. Rachmittags 1 Uhr: Großer Festzug, bestehend aus Trachtengruppen, historischen und landwirtschaftlichen Wagen.
Rachmittags 21/, Uhr: Massenversammlung auf dem Festplah. Vorführung von landwirtschaftlichen Maschinen im Betrieb.
Dienstag, den 20. Juli, vormittags 8 Uhr: Eröffnung der Diehausstellung des Pserdezuchtverbandes, des Westerwälder und Vogelsberger Züchtervereins und des Ziegenzuchtverbandes.
Paris. ■ Präsident' Lt les Sul S-n-rals f r Alk kam ' ßinige Gruber Avenue o sjeninenge ve te Rivera, fr Präsident D: mit Schm' ieudem I' len diese M- Heben dem lieh das ver stolz veracht kennen, dah von den o halten vurd baftungei Segend des '■ zielte und ei wogen die 6er Republik Desriedigung Truppen aus. seinerseits ebe Feier feine 2 Pvlizeikräste nischen DM derhvlung di> Franki
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Ein Schatten am Fenster, ein Geräusch davor, schreckten Zeno aus seinem Sinnieren auf. Er hob den Kopf.
Draußen räumte und kehrte der halbtaube alte Gori den Schnee weg, um einen schmalen Weg um das Haus freizuhalten. Zeno erhob sich und klopfte an das Fenster. Aber der Alte hörte ihn nicht. Erst als Zeno das Klopfen so verstärkte, daß die Fensterscheiben zitterten, wandte er sich um. Er trat an das Fenster heran und zeigte grinsend seine Zahnlücken. Da winkte ihm Zeno.
Der Alte nickte, lehnte den Reiferbesen an die Mauer und schlurfte eilfertig ins Haus.
„Na, Gbri, schon fest beim Zeug?" sagte Zeno.
„Han? —"
„— Fest beim Zeug?" wiederholte Zeno lauter.
„Freili' — woll, woll — kalt is heut'! — Aber halt schön — soviel schön!" antwortete Gori mit wichtigem Gesicht.
Zeno zog seinen Tabaksbeutel aus der Tasche. Gori schaute ihn mit glänzenden Augen dabei auf
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„Gib fei ja recht Obachtl Es is arg g’froren heut!" rief ihm die besorgte Walli noch nach ...
Er fand den Vater im Pferdestall, wo er eben mit Hartl den Fuß eines Gauls untersuchte. Die beiden antworteten nur kurz auf feinen Morgen- gruß. Das war Bauernart. Gestern war Zeno yeimgekehrt, man hatte ihm all die Ehre angetan, die ihm, als Sohn des Bauern, zustand, heute ging alles wieder feinen gewohnten Gang. Eine Weile schaute Zeno den beiden zu, ob und zu auch ein Wort in ihrer kargen sachlichen Unterhaltung einwerfend. Nach einer Weile richtete sich der Vater auf, gab dem Knecht noch einige Weisungen, um sich bann Zeno zuzuwenden.
„Magst 's Vieh anschaun?"
Zeno nickte. Das mochte er gern. Dann schritt er mit dem Vater durch die langen Doppelreihen. Eine Herde prachtvollen Bergviehs stand da in Reih und Glied. Uracher blieb da und dort stehen, sprach von dem und jenem Stück zu Zeno, und alles in seiner ernsten, bäuerisch würdevollen Art, welche diesen Wohlstand als dazu gehörig empfand und empfinden ließ.
Dazwischen hinein fragte Zeno noch Toni. Der sei fort, in Geschäften, lautete des Vaters knappe Antwort. Was bas für Geschäfte seien, wollte er weiter wissen. Da lachte ber Vater fonberbar.
„Der Toni is eben net bloß a Bauer — ber schaut sich n um andere Sachen um! Laß dir nur Zeit — 's werb' allerhanb anbers werden, wenn alles geregelt is!"
Zeno schwieg darauf. Daß mit dieser Andeutung des Vaters die am Vorabend besprochenen Dinge gemeint waren, wußte er wohl. Auch Wallis sonderbare Andeutungen kamen ihm wieder in den Sinn, und er begann zu verstehen: Toni wollte auf
gelbem Tabak füllen. Mit der wa-hrhaft kindlichen -Freude des Alters kostete er bann bie ersten Züge. Sein ledernes, verhuzeltes Gesicht strahlte vor Wonne.
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„Wahrjcheinllcy, damit ich net draus vergiß und vielleicht zu übermütig werd!" antwortete Zeno mit einem Anflug von Bitterkeit.
Der Vater schüttelte bedächtig-ernsthaft den Kopf.
„Dös warst du mit g’funbc Füaß net, und jetzt hab i erst recht koa Angst, baß b' es wirst! — Aber zufrieben macht i bich schon sehn!"
Die Anspielung war so einbeutig, daß es Zeno sich nicht versagen konnte, dem Vater auf halbem Wege entgegenzukommen.
„Wenn 's dir recht is, Vater, nachher schaun mir heut nachmittag zur Fürlegerin 'nunter —"
Uracher nickte sichtlich befriedigt.
„Grad recht töt 's mir passen — i hab' sowieso mit dem Tierarzt zu reden wegen der Stuten —"
Damit war die Angelegenheit vorerst erledigt. Da der Vater vorgab, noch allerlei zu tun zu haben, ging Zeno hinüber in die Stube. Der große gemauerte, von der danebenliegenden Küchel aus geheizte Tiroler Ofen erhielt von Walli die buchenen Klötze gleich armvoll in den Rachen geworfen, nur damit Zeno nicht friere. Der aber saß drinnen in ber Stubenstille am Tisch unb schaute gedankenverloren zum Fenster hinaus.
Wie schön es war, bas heimatliche Tal, Sommers wie Winters, zu jeder Zeit des Jahres. Wie inbrünstig hatte er sich danach gesehnt, während er in den Lazaretten ober Fabrikstädte liegen mußte, wieder diesen weiten sonnigen Talkessel schauen zu dürfen, aus dem die Berge so unvermittelt empor- ftiegen, daß man glauben konnte, ihr Fuß wäre in gewaltigen Tiefen verschüttet und verankert, und bie Riesengruve bann zum flachen Talkessel eingeebnet worben. Und von den sonnseitigen Lehnen des Krummholzerhofes konnte der Blick adlergleich über die ganze Bergherrlichkeit Hinwegfliegen.
Es waren lauter vielgenannte und -besuchte Berggesellen, die das Tal umstanden, zu denen die Bergsteiger von weither wallfahrteten. Nun aber herrschte die majestätische Ruhe des Hochgebirges auf den kühn himmelan gebauten Felsgipseln, den zersägten Graten, in den ureinfamen Karen und mattenumgebenen Hütten. Winterstille. Weiße, gleißende Schneeherrlichkeit und grünlich schillernde Eispracht allüberall. Und die Wege still und verschneit und die sonst so toll talab stürmenden Wildbäche eingeschlumemrt, erstarrt. Darüber grelle.
„Sakra — Sikkra! — Soviel sakkrisch guat is bös Tabakerl! — Aha —ah!"
„Jetzt wär' halt noch a Stamperl Enzeler recht, gelt, Gori?" meinte Zeno. Dazu eine bezeichnende Handbewegung nach dem Wandschränkchen, in welchem ber Bauer das „Feuerwasser" ber Bergler verwahrte. Goris Augen funkelten vor Be- gierbe. Dann aber huschte ein Schatten wehmütiger Resignation über fein Gesicht.
„Oh mein! — Wohl wär's guat! Aber halt —" er schlupfte ganz nahe zu Zeno heran unb tat sehr geheimnisvoll — „aber halt, sein bars's net! — Der Bauer könnt' leicht schellen ober gar der Toni. — Jesses, schier trauet i mich gar net!"
(FortseNuna folgt.)
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