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111 tmb richtete an ihn die Frage, ob er a u f d e r bisherigen Grundlage der Koalition der Mlttelparteien die Neubildung der Regie­rung übernehmen wolle. Dr. Gehler hat sich feine Entscheidung bis nach Fühlungnahme mit den in Frage kommenden Parteien für morgen mittag vorbehalten.

T£m die Lelunion erfährt, hat Dr. Gehler bereits am Donnerstagnachmittag die ersten Besprechungen mit den Führern der bis­herigen Regierungsparteien gehabt. Die Unter» Haltungen führten aber noch zu feinem greifbaren« Ergebnis, da zunächst im Laufe des Freitag vormittags eine StellungnahmederFrak- Honen herbeigeführt werden muß. Die Mei­nungen über die Aussichten Dr. Dehlers sind noch geteilt 3m allgemeinen wird damit gerechnet, daß Dr. Gehler an die Spitze des bis­herigen Ministeriums treten werde. Eine Mehrheit im Reichstag würde ein Kabinett Geh­ler, wie die Blätter schreiben, nur mit Hilfe der Deutschnativnalen finden, da die Sozialdemokraten, wie auch derVor­wärts" betont, nicht geneigt seien, einem Kabinett Gehler das Vertrauen zu bekunden.

Hindenburgs Dank.

Berlin. 14. Mai. ($11.) Reichspräsi­dent von Hindenburg hat an den schei­denden Reichskanzler Dr. Luther folgendes Schreiben gerichtet:

Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Ihrem Antrag um Entbindung von dem Amt als Reichskanzler habe ich in Würdigung Ihrer Beweggründe mit der anliegenden Ent­lassungsurkunde entsprochen. Mit lebhaftem Bedauern lasse ich Sie aus dem Kanzleramt scheiden, das Sie 1* t Jahre lang mit vollster Hingabe an die übernommenen Pflichten und in heißer Liebe für unser Volk und Vaterland geführt haben. 31 » Jahre haben Sie der Reichsregierung angehört, zunächst als Reichsminister für Ernährung und Landwirt­schaft. dann als Reichsminister dec Finanzen und zuletzt als Reichskanzler. In diesen verant­wortlichen Stellen haben Sie in unermüd­licher. pflichtgetreuester Arbeit, unterstützt durch Ihre vielseitigen Kenntnisse und Erfahrungen, dem Vaterland w e r t v o l l st s Dienste geleistet. Mit der Schaffung der neuen Währung, mit der D r i) it u n g d e r Reichsfinanzen und mit den a u h e n poli­tischen Mahn ahm en der jüngsten Zeit, die Deutschland in der Welt wieder zur Geltung bringen sollen, ist Ihr Ra m c eng v c r - knüpft und ich bin überzeugt, dah die Geschichte dereinst unter den Männern, denen Deutschlands Wiederaufbau zu danken ist. Sie, Herr ReichL- kanzler, mit an erster Stelle nennen wird. Es ist mir ein aufrichtiges Herzensbedürfnis, Ihnen namens des Reichs wie für meine eigene Person für alles, was Sir während Ihrer Amts­zeit als Reichsminister und als Reichskanzler für unter Vaterland getan haben, tief empfun » denen Dank zu sagen. Ich verbinde damit den Wunsch, das) auch künftig Ihr erfah­rener Rat und Ihre bewährte Kraft dem deut­schen Volk von Rutzeit fein möge. Mit den besten Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen unb herzlichen Grützen bin ich

Ihr fe^r ergebener gez. von Hindenburg.

DieEnthüllung" der Berliner Polizei.

Berlin, 12.Mai. (Wolff.) Amtlich. Die Pläne, die die Veranlassung zu den bereits ge­meldeten Haussuchungen. gegeben hoben, iahen die Errichtung einer Diktatur im An­schluß an eine etwa int Zusammenhang mit der Fürstenabfind'.rngsfrage oder sonstigen Grün­den auftretenden Regierunosttisc vor. Der Reichspräsident sollte f re - w i l l i g zu- rücktreten. Das erste Manifest der neuen Regierung sah die Aushebung der Reichs- derfasfung vom 11. August 1919 und der Länderversassungen vor. Die Staatsgewalt sollte in vollem Umfange an einen Retchsvcr - wefer übergeben. Sie Parlamente mit Ein» schlutz der Gemeindevertretungen sollten als a u f- -g c 1 ö ft erklärt, Arbeitseinstellung und Aus­sperrung mit dem Tode bedroht werden, ebenso jeber Widerstand gegen die neue Aeichsregie- rung. Für die Durchführung dieses Planes wurde nach dein Amtlichen Preußischen Presse­dienst der Bürgermeister von Lübeck Dr. Reil» mann als Reichskanzler, ®ebcimrnt Hu- genberg als Reichs,inanzminister, der I'.>.» dustrielle Dr. Wegener aus Kreuth in Bayern als Reichsinnenminister um) der Vorsitzende der Rheinischen Landwirtschafts-Kammern und Füh­rer der rheinischen Bauernvereine Dr. Frei­herr v. Lüninck in Bonn als Ernährungs- diktator vorgesehen.

Das bei den umfangreichen Durchsuchungen ge­fundene Material hat die preußische Regierung ver­anlaßt. die sofortige Auflösung der völki­schen Sportvereinigungen Werwolf. Wiking und Olympia zu beschließen. Der Füh­rer der Olymoia, Oberst Luck, wurde die ganze Nacht hindurch auf bem Polizeipräsidium vernom­men. Der bei ihm beschlagnahmte Aufmarsch- plan gegen Berlin enthält genaue Bestim­mungen über die Verteilung und Aufstellung der Wehrverbände an den Grenzen von Berlin und u. a. die Bestimmung, daß beim Beginn des Putsches so­gleich in der Stadt alle verfügbaren Fahrräder re quiriert werden sollen. Oberst v. Luck versuchte bei dec Vernehmung den Aufmarschplan als nur gegen kommunistische Unruhestiftung gedachte Maßnahme zu bezeichnen.

Es sind eine ganze Reihe von weiteren Haus­suchungen vorgenommen worden, so in der Woh­nung des Vorsitzenden der Landwirrfchaftskammer. Freiherrn v. Lüninck. Eine halbe Stunde lang wurde der dienstliche und private Schrift­wechsel des Freiherrn o. Lüninck bis ins kleinste untersucht, ebenso Schranke, Schreibtische usw. des Freiherrn wie auch seiner Gattin, sowie sämtliche Räume einschließlich Schlafgemach. Nachher wurden trotz Widerspruchs auch die Dien st räume in der Landwirtschafts kämm er untersucht. Die Untersuchung verlies völlig ergebnis- I o s. Frhr. v. Lüninck hat drahtlich schärfsten Einspruch beim Landwirlfchaftsministeriunt und beim Ministerpräsidenten erhoben. Freiherr non Lüninck bittet das Wolffbureau, mitzuteilen, daß die bei ihm vorgenommene Haussuchung feder sach­lichen Grundlage entbehre, und daß er von Puksch- plänen, womit er in Verbindung gebracht werde, nicht die geringste Ahnung habe. D'e dabei genannten Personen seien ihm au « nahms- l o r völlig unbekannt.

Jur Laufe des heutigen 'Tages ist unter an­derem auch eine Haussuchung beim Führer des völkischenTannenberg-Bundes. Oberst a. D. v. Knauer, vorgenommen worden. Die Beamten beschlagnahmten jedoch lediglich einen noch nicht geöffneten Brief, der in Abwesenheit des Obersten, der auch bei der Haussuchung nicht zueggen war, eingetroffen war. Das Vorgehen gegen den Führer des Tannenbergbundes bezog sich nicht auf diese Organisation selbst, sondern- hat seine Grundlage in der Tatsache, daß Oberst von Knauer der'Verfasser des beschlag­nahmten Aufmarschplanes gegen Berlin ist. Oberst v. Knauer wurde nach der Durchsuchung seiner Wohnung auf dem Polizei­präsidium über den Zweck und die Absichten des AufmarschPlaneS gefragt. Rach Abschluß der Ver­nehmung wurde er wieder freigelassen

verbot dreier verbünde.

Berlin, 12. Mai. (WTB.) Der preußische Minister des Innern hat auf Grund des Gesetzes der Republik bem VereinOlympi a", Deutscher Verein - für Leibesübungen e. 23. in Berlin, ferner denW e h r b u n d Ostmark" mit bem Sitz in Frankfurt a. b. Ober mit allen feinen Unterabtei­lungen und den BunbW i k i n g" einschließlich sämtlicher Organisationen des ,Iung-Wiking" ver­boten und aufgelöst mit der Begründung, daß diese Verbände militärisch organisierte und burtbgebilbetc Kam pfverbände darstellten. Das Vermögen der drei Organisationen wird zu­gunsten des Reichs beschlagnahmt. Nach einer Korrefpondenzmeldung hat der BundWiking" gegen das Verbot Beschwerde beim Staats- gerichtshof einlegen lassen, ebenso der Sport­verein Olympia.

Der Bund Wiking veranstaltete im Tiergarten ein Sportfest. Gegen 11 Uhr vormittags erschienen , Kriminalbeamte mit der Mitteilung von dem in­zwischen erfolgten Verbot des Bundes. Nach Rück­sprache mit dem Polizeipräsidium wurde aber die Durchführung des Festes genehmigt. Angesichts der Piltschgerüchre war für die Berliner Schutzpolizei erhöhte Bereitschaft ungeordnet. Die Po­lizeiwachen waren stark besetzt und für die Nacht, besonders im Regierungsviertel, ein verstärkter Streifenbiemst eingerichtet. Der Tag ist völlig ruhig verlaufen.

Eine Erklärung Bürgermeister Neumanns. Lübeck, 13. Mai. (WTB.» Der in der amtlichen Veröffentlichung der preußischen Staatsregierung genannte Bürgermeister von Lü­beck. Dr. Reumann, hat sofort nach dem Be­kanntwerben der Meldung, daß im Zusammen­hang mit dem geplanten Putsch Bürgermeister Dr Reumann. Lübeck, zum Reichskanzler aus- ersehen sei, hen Senat zu emer Sitzung ein- berufen, in der er erklärte, daß er von den Putschplänen bis zu ihrer Derösfentllchung am heutigen Tage keine Kenntnis gehübt habe, und datz, luenn fein Ramc a*ii eine Liste für eine zukünftige Regierung geseift sei, dies ohne seine Zustimmung geschehen sei. Bürgermeister Dr. Reumann legt Wort auf die Feststellung, daß er persönlich wie von jeher, so auch jetzt, jedes verfassungswidrige Vorgehen riickhaltlos verurteile.

Der Abbruch des englischen Generalstreiks.

London, 12. Mai. (Wolff./ Amtlicher englischer Auvkspruch. Dec Genervlrat des engli­schen Gewerks 6) aftsausschusscs hat, um die Fortführung der Aerhcmdimrgen ft.vischen den Bergarbeitern und den Bergtvenöbefihecn ju er­möglichen, den Geueralvvsfiano für heule Mitternacht abgesagt und o:<? Arbeiter aufgc- fordert, fo rasch als möglich z u r A r b e! t zurück- ; u k c h r e n. Der Ausstand der Bergarbeiter geht unverändert weiter.

Auf seiner Fahrt zum Unterhaus wie bei seinem Eintritt in den Sam a-uÄbe Baldwin lebhaft begrüßt. Der P x i u z von W a » I e 2> und der Herzog von Bork waren auf der Tribüne anwesend. Baldwin erklärte, der Gewerttchaftsrat habe ihm imigeteut, daß er beschlossen habe, den Gcneralstrell unverzüglich auröui;eben. Baldwin habe erwidert, 'ich sofort mit seinen Kollegen um eine Wiederauf­nahme der Verhandlungen zwischen bei­den Parteien der Bergbauindustrie in der Hoff­nung auf eine baldige Regelung zu bemühen. Baldwin erklärte, er glaube, daß der nun end­lich gekommene Sieg ein Sieg des gesun­den Menschenverstandes nicht nur eines bcfümintcix Teiles des Landes, sondern des besten Teiles der Bevöllecung des vereinigten König­reiches sei. ..Wir müssen unser Wert", te fuhr Baldwin fort,wieder ausnehmen im Geiste der Zusammenarbeit und allen Groll und alle Rach­sucht hinter uns lassen." Maedonald ver­sicherte, daß keines der Mitglieder auf seiner Seite wünsche, gegen den Geist des guten Willens zu verstoßen. Baldwin fuhr fort, er werde keinen Versuch seitens irgendeines Ar­beitgebers billigen. Die gegenwärtige Gelegen­heit zu benutzen, um eine Verminderung der Löhne oder eine Verlängerung der Arbeitszeit zu erreichen. Gr stehe zv jedem Wort seiner Botschaft, die er vor Aufhebung des General­streiks verlesen habe. Einen Angriff auf das Gewertschaftswesen werde er nicht zulassen.

Den Verhandlungen zur Beilegung des von dem Abbruch des Generalausstandes nicht be­troffenen Kohlenbergarbeiterstreik wird eine Denk­schrift des Vorsitzenden der Königlichen Kohlen- tommissivn Sir Herbert Samuels zu Grunde gelegt werden, die besagt, daß die Verhand­lungen über die Lage der Kohlenindustrie tote* Deraufgenommcn werden sollen unter er­neuter Gewährung der Subvention für die hierzu erforderliche Zeit. CS sott weiter ein nationales L o h n a m t geschaffen wer­den. das Vertreter beiher Parteien mit neutraler Beisitzern unh einen unabhängigen Vorsitzenden einschließt und das alle von den Parteien vor­gebrachten Punkte in Erwägung ziehen soll. Cs soll keine Revision der früheren Lohnsätze eintreten, toenn nicht genügend Aus­sichten bestehen, daß die von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Reorgani­sation wirtlich angenommen werben. Es soll ferner ein Ausschuß eingesetzt werden, in dem auch Vertreter der Bergleute sitzen, der mit der Regierung bei Der Vorbereitung der erforder­lichen gesetzgeberischen und administrativen Maß­nahmen zusammenarbeiten wird.

Streiknachwehen.

L o n b d n , 13. Mai. (Wolff.) Gegenwärtig ist die Lage von Schwierigkeiten beherrscht, bie sich aus den burd) ben Generalstreik verursachten großen wirtschaftlichen Desorganisationen ergeben. Zwischen den Arbeiterverbänben und ben Verbänben ber Ar­beitgeber würben bie Verhanblungen ausgenommen. Ein Hindernis ergibt sich aus bem Umstand, daß na­türlich nur von einer allmählichen Wieder- Herstellung der Verhältnisse vor bem Streik bie Rebe sein kann, unb baß manche Unter­nehmungen infolge ber wirtschaftlichen Folgen bes Streiks ihren Betrieb einstweilen ein schränken müssen, währenb verschiebens Arbeiterverbände bar- auf bestehen, baß bie Teilnehmer am Streik rest- l o 5 wieder eingestellt werben. Die Eisen­bahnen erklären, daß ein normaler Eifenbahnbienst nicht vor ber nächsten Woche erwartete werben kann. Einstweilen wirb bie Zahl ber Züge schrittweise er­höht. Das Lonboner Straßenbild hat sich im wesent­lichen noch nicht wieder geändert. Nur bie Auto- droschken sinb wieder vollzählig vorhanden.

In den I n d u st r i e b e z i r k e n ist bem Befehl des GewerkschastSrats. die Arbeit wieder aufzunehmen, nur teilweise Folge geleistet worden. Auf der andern Seite gibt es viele Firmen und Gesellschaften, die sich weigern, ihr Personal uberchaupt zu alten Lohnbedingungen wieder einzustellen. In Liverpool faßten die Eisenbahner den Beschluß. im Streik zu ver­harren, falls sich die Arbeitgeber nicht §ur Wiedereinstellung en bloc verstehen sollten. Im Depot der Lonbon-Miblanb-Eisenbahn fanden die Arbeiter, die am Donnerstag früh in großen Mengen zurückkehrten, einen Anschlag, der be­sagte, daß diejenigen Leute, die man benötige, schriftlich hiervon benachrichtigt werden. In den Docks der Seehäfen wird immer noch nicht gear­beitet, wenn man vom Hilfsdienst ber Frei­willigen absicht. Auch in der Eisen- und Stahl­industrie stehen noch alle Räber still. Die Drucker warten zur Zeit noch auf ein Reuanstellungs­angebot der Zeitungen. Die Regierung wird trotz der äußeren Beruhigung ben Ausnahme» 3 ustand noch nicht ausheben. Man erwartet, daß bie Regierung Maßnahmen ergreifen wirb, um die Wiederholung illegaler Streiks für alle Zeiten zu verhindern.

Fortsetzung von EinzeLstreMs.

London, 14. Mai. (WTB. Funkspruch.) DieTimes" berichtet, daß in W est schott - land noch keine allgemeine Wieber- a u f n a h m e der Arbeit statrgefunden hat. Die Arbeitgeber erklärten in den meisten Fällen den Arbeitern, sie müßten Persönliche Anträge aut Wiebereinüellung in ihre alten Posten ma­chen. In Glasgow bestehe be: allen Unter­nehmern Abneigung, ihre Arbeiter wieder auf» zu nehmen. In gewissen Bezirken Glasgows tru­gen 2lr.beßcrprozeslionen Plakate mit der Auf­schriftRieder mit Thomas" (Führer der Eisen- bckhnarbeitcr) unb mit der Erklärung, daß b i e Eisenbahner den Streik verloren 'halten.

Rur wenige Maschimmfabriteil in York­shire waren in ber Lage. 90 Prozent ihrer Arbeiter wieder einzustellen, bei vielen waren es imr 40 Prozent. In Manche ster feien keine Anzeichen für ^ine Beendigung des Streiks vor­handen. In Liverpool wollen die Arbeiter in allen vom Streit berührten Industrien die Arbeit nicht wieder ausnehmen, wenn sich die Arbeitgeber nicht bereit erklären, sie insgesamt toieber ein§uftelfen. In Südwales scheine ber Streit ebenso allgemein zu fein wie bisher. In Cardiff befinden sich die Cisestbahner unb Straften-bahnangestettten im Ausstand. In Dein Londoner Stadtteil Pvptar wurde die Rach- richt von ber Absage d-es Streiks von den D ock- arßcitern mit einiger AnzusriLbrnhell aus­genommen. Abends zwischen 8 und 9 ilfjc ver­sammelte sich eine riesige Menschenmenge in der Nähe der Bureaus des DockarbellervrrbanbLs. Sic mußte von bet Polizei zu Fuß und zu Pferd zerstreut werden, lieber 40 Personen wurden, verletzt. Ilm 11 Ähr herrschte int Bezirk voll­kommene R.cho Aack int Stadtteil Canni ng - loten herrscht Unzufriedenheit über die Ablage des Streits. Menschenmeitgon 'durchzogen die Stra­ßen. Auf einer in Ilford um Mitternacht statt» gdunbenen Versammlung wurde fast einstimmig beschlossen, d-,r Streit in Ilford in ollen Getoerbs- zv?eigen fortzuseyen.

Amundfens Nordpolflug.

lieber dem Pol. Rückkehr nach Alaska?

Wic wir schon in einem Teil unserer Mitt­wochauslage mitteilen konnten, hat Amun'osen mit feinem LuftschiffRorge' am Mittwoch 1 Ahr früh den Rordpol überflogen unb eine nor» weaifche Flagge am Pol fallen lassen, bas Luft­schiff ist nach einigem Kreuzen in Richtung Alaska weitergeflogen.

Rach einem F. i ttoruch aus Cordowa (Alas­ka) haben die Rabiostationen der Regierung auf der St. Paul-Insel im Beringmeer unb in Rome bis um 5 Ahr nach Rcuyorker Zeit seit insgesamt 11'., Stunden keine Antwort mehr bekommen. Das Barometer fällt, unb ein Sturm scheint unmittelbar bevorzustehen. Der DampferRorthwestcrn" meldet, daß er gestern Mittag ein Telegramm der Rabiostativn Ibi- tarod aufgefangen hat. in dem die Station mite teilt, daß sie mit anhörte, tote bas Luftschiff in ZeitabstanTen von 5 Minuten bie Rabiostativn in Rome anzurufen versuchte. Die Radiostation hat nichts gehört.

Das erste deutsche Verkehrsflugzeug in Paris.

P a r i i . 14. Mai. (WTB. Funtspruch.) Gestern ist auf dem Flugplatz Le Bourget bas erste von Deutschland kommende Handels- flugzeug mit sechs Passagieren eingetroffen.

Aus aller Welt.

Arbcitskärripfe in Deutschland.

WSN. Die jetzt vorliegende Aufstellung der wirt­schaftlichen Arbeitskämpfe im Jahre 1924 ergibt bie Höhe von 1973, nämlich 1581 Streiks und 392 Aussperrung- n. Betroffen würben 28 430 Be­triebe mit 1618 000 Arbeitnehmern. Von diesen waren 641 075 im Streik und 976 936 ausgesperrt. Während sich diese Ziffern gegen das Jahr 1923 nicht beträchtlich verändert haben, ist die Za hl der ver­lorenen Arbeitstage von 12 343 830 t. I. 1923 auf 35 861581 >. I. 1924 gestiegen. Davon

rührten aus Streiks 13 198 470, aus Aussperrungen 22 663111 her. Das Gebiet der größten Kämpfe war der B e r gb a u, das Hütten- und Salinenwefen mit 13 Millionen verlorenen Arbeitstagen. Es folgt die M a f ch i n e n i n d u st r i e mit 7,8 Millionen, die Metallverarbeitung mit 4,3 Millionen, das Baugewerbe mit 3,4 Millionen, das Holz­stoffgewerbe mit 1,6 Millionen unb die ch e - mische Industrie mit 1,3 Millionen. Diese In­dustrien umfassen mehr als fünf Sechstel der" aus­gefallenen Arbeitstage. Dagegen hatte das zahlen­mäßig viel stärkere Handelsgewerbe nur einen Ausfall von 89 223 Tagen. Der Grund liegt darin, daß der Arbeitskampf, vor allem von der gewerk­schaftlich organisierten Arbeiterschaft, weniger von der Angestelltenschaft in Streikform geführt wird.

Ehrentag der deutschen Armee und Alarme.

Am 28. unb 29. August 1926 findet in Rürnberg ber große Ehrentag ber deutschen Armee unb Marine statt, ber bas Gedächtnis an bie unvergleichlichen Leistungen ber toten unb lebenden deutschen Frontsoldaten zu Wasser, zu Land und in der Lust toachrufen soll. In sämt­lichen nationalen Verbänden und Vereinigungen Deutschlands werden zur Teilnahme an diesem Tage bereits Vorbereitungen getroffen. Die Ehrenschinnherrschaft hat der rangältefte Offizier der baherischen Armee, Kronprinz^R u p p r e ch t, übernommen. Die Träger der berühmtesten Ra- men ber beutschen Armee unb Marine werben in Rürnberg anwesend sein. Die Veranstaltung umfaßt alle deutschen Stämme.

Born v-Zug überfahren.

Der Schnellzug D 88 Hamburg München überfuhr bei offener Schranke im 'Bahnhof Triesdorf (Franken) ein Fuhrwerk Der Land­wirt Geiselsöder ist dabei tödlich verunglückt. Eine Kuh wurde getötet und der Wagen zer­trümmert. Arsache deS Anfalls ist das Richt schließen der Schranke durch den Schrankenwärter.

(Eine siebenköpfige Familie durch Gos vergiftet.

In Dreslau-Pöbelwitz hat sich die aus sieben. Personen bestehende Familie des früheren Ko- lvnialwarenhändlers Buch mit Leuchtgas ver­giftet. Außer dem Ehepaar sind auch die fünf Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren tot. Man sucht das Motiv zu der Tat darin, daß die Familie exmittiert werden sollte, weil sie schon längere Zeit mit der Miete im Rück­stand war.

Die mitteldeutsche Obsternte teilweise vernichtet

Nach Mitteilungen desTag" hat der Nachtfrost der vergangenen Woche in den Obstkulturen der Mark Brandenburg und vor allem Mitteldeutsch­lands schweren Schoden angerichtet. Bei ver­schiedenen Obstsorten soll die zu erwartende Ernte bis zur Hälfte vernichtet sein.

Schneefälle in Tirol.

Die Berge um Trient herum sind mit Reuschnee bedeckt. In ben Gebirgsorten ist bie Temperatur auf 0 Grad gesunken. Verschiedene Erdrutsche sind infolge starken fRegentoetteri zu verzeichnen. Opfer an Menschenleben sind jedoch nicht zu beklagen. Im oberen Vintsch- g a u wurde ein starker Erdstoß in wellenförmiger Richtung von fünf Sekunden Dauer verspürt. Der Erdstoß erfolgte gegen 3 Ahr morgens, worauf Schneefälle einsetztcn. bie^bis zum folgenden Mittag anßielten, so daß die Schneedecke 25 Z2n!imeter hoch ist.

Uhrenschmuggel an der deutsch-schweizerische« Grenze.

Bei einer Grenzkontrolle wurde ein Ge sckäftsmann aus Waldshut, der 14 Ähren von ber Schweiz nach Deutschland einschmuggeln tooflic, verhaftet. Der Verhaftete hat int Laute der letzten zwei Jahre uugefäßr 5CXX) Ähren im Werte von etwa 100 000 Mark von der Schweiz nach Deutschlanb eingeschmuggelt. Die geschmug gelte Ware wurde durch Mittelspersonen nach Hornberg (Schwarzwald) weitergeleitet. Eine große Anzahl von Ähren konnte beschlagnahmt Werben.

Schiveces Einflurzunglück auf ber HüttePhönix".

Duisburg. 1,. Mai. (Wolff.) Heute vor­mittag 9' Ahr stürzte auf der HüttePhönix" das Hallendach des Schnell- und Feinwalzwerkes ein und begrub die darin beschäftigten Arbeiter. Die Ariache konnte noch nicht festgestellt werden. Die 3aM der Toten beträgt sicher drei, sowie zwei Schwer- unb 12 Leichtverletzte. Sämtliche von dem Anglück betroffenen Personen sind ge­borgen.

Einsturzungluck bei einem Fußballwettfpiel.

In Königshütte kletterten währenb eines Fußballwettspiels etwa 30 bis 40 Personen auf einen in ber Nähe stehenden Ziegelschuppen. Das Dach brach und die Zuschauer stürzten in die Tiefe, wobei ein 17jähriger junger Mann erschlagen und etwa 10 Personen erheblich verletzt wurden.

Deutschlands Großstädte im Mittelalter.

Während wir heute unter Großstadt nur eine solche verstehen, die wenigstens 100 000 Ein­wohner hat, galt um das Jahr 1600 schon eine Stadt als Großstadt, die mehr als 16 000 Ein­wohner hatte. And doch gab es damals in Deutschland mit seinen 17 Millionen Bewohnern nur acht Esther Großstädte. Die acht größten deutschen Städte waren damals wie im geogra­phischen Anzeiger mitgeteilt wird: Köln mit 40 000 Einwohnern, Augsburg (30 000), Breslau (26 000), Magdeburg (26 000), Rürnberg-Furlh (25 000). Lübeck (25 000), Braunschweig (18 000), Erfurt (18 000). Selbst Hamburg blieb mit seinen 15 000 Einwohnern noch hinter dem da­maligen Begriff einer Großstadt zurück: je 12 000 Einwohner hatten Frankfurt o. M., Dresden. Leipzig. Münster und Würzburg, währenb Stutt­gart unb München wie Berlin je 8000 hatten.

Viertes Reger-Fest der Max-Reger-Gesellschaft.

Das vierte Reger-Fest ber Max-Reger-Ge- sellschast findet vom 9. bis 13. Juni unter Ober­leitung von Max Fiedler in Essen statt. In fünf Konzerten werden die Hauptwerke des Meisters zu Gehör kommen: zwei Orchester­konzerte werben von Max Fiedler, eines von Fritz Busch geleitet. Als Solisten sind gewonnen Frieda Dierolf, Adolf Dusch, das Busch-Quartett, Fritz Hellmann, Rudolf Serkin.

Wettervoraussage.

.Wolkig mit schwacher Aufheiteruitg. Neigung zu kurzen Regenfällen, tagsüber milde bei spä­terer Abkühlung. Gestrige Tagestemperaturen Maximum 17.2 Grad C Minimum 5,2 Grad E.. Riederfchtäge 0.7 Millimeter. Heutige Morgen 1 temberahir 7,1 Grad C.