der Täter ist. Ich muhte ihn festhalten, um Sih Frau Herzogin, zum Sprechen zu zwingen--
„Jetzt aber haben Sie gesprochen, Sir Walter", lächelte sie. Zum erstenmal seit vielen,'vielen Tagen ein wirklich helleres Lächeln.
„Der Effekt ist derselbe. Ich werde noch vom Schiff aus telegraphische Anweisung geben, ihn aus der Haft zu entlassen--*
Sie faßte seine beiden Hände. Klein waren diese Hände, wie die eines verzärtelten Knaben.
„Sir Walter, ich danke Ihnen--ich danke
Ihnen!"
„Wüßte nicht wofür, Frau Herzogin! Ich werde von der Regierung — allerdings meiner Meinung nach vollkommen ungenügend — dafür bezahlt, daß ich dem Rechte zum Rechte verhelfe. Und deshalb muß ich Sie zu dem Beginn unserer Unterhai- tung zurückführen, Frau Herzogin. Ich muß den Mörder des Portugiesen in die Hand bekommen. Die Sache ist unangenehm genug, denn der Mann war Diplomat und so könnte sich noch eine Affäre mit unangenehmen Folgen daraus entwickeln. Und dann, Frau Herzogin, noch eins! Das Wichtigste von allem! Ich bin überzeugt, der Mann, der Sie hierher zitiert, um Ihnen das Papier zu geben — ich schätze übrigens, er wird es sich teuer bezahlen lasten wollen."
„Ich bin darauf vorbereitet", sagte Gloria.
„Wir werden sehen, daß wir keinen Penny da« für zu zahlen haben. Der Mann wird sich irren, obwohl er ein ebenso verwegener wie verschlagener Bursche sein muß--Sie werden mir helfen,
ihn zu fangen?"
„Wie soll ich das?"
„Ich kann natürlich jetzt nichts sagen, Frau Herzogin. Das wird alles von den Bewegungen der Gegenseite abhängen. Wir haben es ober mit Gegnern zu tun, die das Prädikat erstklassig verdienen. Bedenken Sie, Frau Herzogin, der Mann steht hinter Ihnen, als Sie schießen. Schießt gleichzeitig mit Ihnen.'Schlägt dann den Schutzmann nieder, der Lord Harald festnehmen will. Hierauf leert er in aller Ruhe die Schränke und Läden, nimmt, was er braucht, und empfiehlt sich unserem ferneren Wohlwollen. Ich freue mich direkt darauf, die Be- konntschast dieses Burschen zu machen. Ich empfinde fachmännischen Respekt vor ihm."
(Fortsetzung folgt.)
Sie starrte ihn wie versteinert an. Hörte 'eine Worte, ohne sie zu erfassen.
Was sagte er? Sie hatte Los Valdas nicht erschossen — — irgendein Dritter — —? Gott im Himmel — was für Scherz trieb er mit ihr!
Ein breiter, funkelnder Lichtstreifen kam stärker und stärker vom Lande her. Das war die Digue von Ostende mit dem strahlenden Kursaal, mit den großen Speisesälen ihrer Hotels —.
Auf den Decks der ersten Klaste drängten sich die Passagiere zusammen.
Kein Mensch kümmerte sich um das Paar vorne am Bug.
Sir Walter holte zwei kleine, schwarze Gegenstände hervor und reichte sie Gloria auf der flachen Hand — zwei Revolvergeschosse.
„Sehen Sie, Frau Herzogin," sagte er, „das kleinere dieser beiden Bleistücke stammt aus dem Revolver, aus dem Sie geschossen haben. Es ist deformiert, denn anstatt weiches Menschenfleisch zu durchbohren, ist es in eine Marmoruhr gegangen und hat diese zerstört--"
Marmoruhr! Die Uhr auf dem Schreibtisch! Sie war kein Schütze, der auf drei Schritte, einen Menschen fehlte--
„Es ist nicht möglich!" stammelte sie.
„Was ist nicht möglich? Daß Sie einmal daneben schießen, Frau Herzogin? O, das ist sehr gut möglich, denn auf Menschen, selbst wenn sie solche Halunken sind wie Las Valdas, schießt es sich ganz anders wie auf eine Scheibe oder ein Stück Wild. Rein, Frau Herzogin, Sie können ruhig die Qual, unter der Sie bis jetzt gelitten haben, hier über Bord werfen! Schnell und für immer, Herzogin Gloria! Ich. der Mann der Polizei, jage Ihnen das! Dieses Geschoß hier — das hat Las Valdas getötet, denn das haben wir ihm aus dem Loch in feiner Brust gezogen!" _
„Großer Gott!" schrie sie auf--»Aber ift
es wahr? Sir Walter — Sie treiben keinen Scherz mit mir! Sie können ja nicht ahnen, was ich gelitten habe--' Eben jetzt noch auf der Fahrt —
— oh, es war furchtbar! Es war beinahe zu viel---!"
„Ich weiß, Frau Herzogin!
„Und Harald?"
„Ich mußte ihn fefthalten, obwohl wir von der ersten Minute an wußten, daß er nicht der Mör —
alt-iajxmische Tradition ist schnellen Wiederaufstiegs es seine ungeheure Energie der Grund, w^halb dieses Aachwirkungen des Erdend und in einem erstaunen ist. Dirtschaslltch über- liche Kultur und sucht sich und neuen Welt blenftftir ter fielmifäen Kultur -ölt CeBenSäußerungm Wa ? ja stets da- W« Ge- ! Volkes V«xb.
Frühjahrsmesse .. 13. April (DST) Sn nicht den vielsach ertoar- isschwung! nach wie vor ;e Moment für das dies- löst die trostlose toirt- die Käufer vom Wesse- VedarlSartikeln wurden In zwar ganz gute Abschlüsse in guter Konfektion, Haus- , Damenwäsche, Krawatten,
$ Arbeite.
, sonders ■ ln9en
^$8^3
des $tij das
11 des gH? "reich,, !re eine tm. w.
; SS8* °.
«»Berate "Je. die t?6i 2ahtt
wurden „ ö • QUDl‘ Site
Anfuhr Ju ein^^tenb malien der
Anfuhr hnn • ** eint itai uni
«... molmet 3t, «He $6
,unb k9aT mit nahezu Elchen Ausfuhr betS *;n ba6 diese 8 'S chaft stark genug ei ' beidenNächten 4 glüht unter der Ober- oVanctg gegen Amerika egenfat)e im Pazifik und mzonstenden-en in Ehina n'n ihrem kein Verständnis für itwn und für die tzelden- chen.
Kundendienst eignen. Ein Transportwagen ist der wagen. Auch den Typ des ens mit KiPvvowchtM illcr-Kipper vertreten Der hpdraulifchen Dolor-Drel-
»LKLVSS yt aus, die zwar Wie Die
wfr für
iJfeir WnetI Ä
■ s niAt wie wung wird g- offcnCm, nieraPpaW s. « ge- nutz nach W plo-T^„ ^linder ein* kels in d?"/konstruktiv"
'JwiWg jfiir g M,?" nic d-- Äf
Mten tmb Mühen. Doch fehlten auch hier ®cpB- Lschlüss« fast ausschließlich. 3n der Automobil- messe begegneten billige Wagen großem Interesse. Sehr stark besucht war wiederum die Ter- kehrsschau: alle« in allem genommen bildet sie bas hervorstechendste Moment der d.fahrigen Frühjahrsmesse. Auch die Hanauer Edelstem, messe, die im großen und ganzen nur zu Propagandazwecken ausgestellt hat, hat einige Abschlüsse zu verzeichnen. Still lag bie Kunstgewerbemesse. Ganz gut besucht war auch d-e im Goethe- gymnasium untergebrachte Griinbermefte, die ?nterC[lante 6inbt.de in das A<nch ung-ahnier Möglichkeiten ergibt. Trotz alledem dursten die beiden nächsten Tage noch einen kleinen Aus- schwung bringen. ,,
Der heutige dritte Messetag trug im allgemeinen stilles Gepräge. Die Kauflust war nach wie vor mäßig. Immerhin sind die Aussteller zu einem erheblichen Teile mit ihren Abschlüssen zufrieden da sie im allgemeinen für die dies- lähr ge Frühjahrsmesse nicht mit einem allzu großes Gek äst rechne en. Em hervorstechendes Me'krnal des dritten Tages waren wiederum, wie an den Totlagen, kleinere Auftrage. Die Aeikehisschau zieht nach wie vor den größten Teil der (Zuschauer an sich: auch heute hatte Die Ausstellung, die übrigens noch nach dem offiziellen Messeschluh geöffnet bleibt, wieder zahl- reiche Besucher angelockt.
Turnen, Sport und Spiel.
Turngau Hessen D. T.
c. 3m ganzen Gau H s en haben nun die Dorarbeiten zum diesjährigen 53. Gauturnfest in Nidda begonnen. Dieses Gaufest wird nicht nur den Zwölf-Zehnkampf bieten, sondern neben dem Gauwettsechten auch die G a u s p o r t - kämpf e. so daß. turnerisch genommen, eine Werterhöhung stattsindet. Besondere Aufmerk- famfeit ist dem B ere in s r i egent urn e n ge- schenkt, was nicht freudig genug begrüßt werden kann, da doch gerade in diesem Gemeinturnen ein hoher Wert liegt. So dürste die Zahl der M u st e r r i e g e n" diesmal weit übertroffen werden. Aber nicht nur die Vereine, auch die Bezirke treten mit ganzen Biegen auf. So hat De- zirksturnwart Hartmann-Dad-Aauheim schon mehrmals mit seinen Turnern geübt, um in Ä.dda mit einer Riege des 5. Bezirks m Stabübungen zu turnen. Auch der 3. Bezirk übte bereits und war auch gestern wieder in Sch o t - t en um unter dxr Leitung seines Dezirksturn- wartes Zeschky-Schotten die hierfür am Darren bestimmten Hebungen durchzutrunen, die in zwei Schwierigkeitsstufen bargeboten werben. Die Gau- vortumerstunbe, bie in aller Kürze nun mGwhen stattfindet und die Bekanntgabe der Pflichtübungen bringt, wird nun noch reiche Anregungen bieten. Dann dürste auch die Ausschreibung der Gausportkämpse bekannt sein, so bah auf allen Gebieten unb in allen Vereinen zielbewußte Arbeit für das 53. Gautumfest einsetzen wirb.
V. s. B.
(,) D. f. B. hatte am Samstag seinen schwarzen Tag. Sämtliche Spiele gingen verloren. Bei der Liga-Mannschaft machte sich das Fehlen von Muchtar, Sieger, Mandler unb Hausrath sehr stark bemerkbar. Der eingestellte Ersah wurde aus der zweiten, für diese wiederum aus der dritten uff. genommen, wodurch naturgemäß bie Spielweise sämtlicher Mannschaften sehr litt. Trotzdem hat bie Liga-Elf einen allgemein imponierenden Stil gezeigt, der in nichts hinter dem des Gegners zurückstand. In bester Ausstellung Dürfte das Resultat anders gelautet haben. DaS Spiel selbst wurde von beiden Seiten außerordentlich sorsch, aber durchweg sportlich anständig durchgesührt. Die Verletzung Vock- lers durch den Mittelstürmer Marburgs mag wohl kaum in dessen Absicht gelegen haben, blieb ober nicht ohne nachteilige Wirkung auf Den Tormann selbst sowie auf die ganze Mannschaft. — Das Halbzeitergebnis 2:1 für Marburg unb der kurz danach erzielte Ausgleich spricht für bie gute Leistung Gießens. Mit vier Mann Ersah gegen bie komplette Mannschaft ber spielstarken Sportvereinigung ein gleiches Torverhältnis zu erzielen, soll schon etwas heißen. Durch den in der Mitte der zweiten Spielhälfte gegen die Gästemannschaft verhängten Elfmeter, eine reichlich harte Entscheidung, wurde diese stark entmutigt, während der Gegner auf bil-
flge Weise wieder in Führung ging. Kurz vor Schluß stelle Sportvereinigung dann das Ergebnis auf 4.1 zu seinen Gunsten. Das Rückspiel auf hiesigem Platz gegen bie vollständige V. s. D.-Mannschafk wird erst die Frage nach dem richtigen EpielstarkeverhältniS beider Mannschaften beantworten. — Während die zweite Mannschaft sich regelrecht mit 0:7 überfahren ließ, verlor bie dritte, ebenfalls gegen bie gleiche ber Sportvereinigung, nach anerkannt besserem Spiel unverdient mit 0:2. Die Illa brachte anfangs den Schneid auf. dem Gegner 2 Tore vor- zulegen. fiel bann aber stark zusammen unb muhte sich ein 3:7 gefallen lassen. — Mitbest immend für ben Ausgang bieser Spiele dürste hier ebenfalls der schon oben angeführte Umftanb des Ersatzes gewesen sein. — Die Alte-Herren-Mann- schast wollte nicht aus dem Rahmen fallen und ergab sich nach hartem Kampf mit 2:3. Erwähnt sei hier bas immer noch sehr gute Spiel des alten V. s. D.ers Dr. Herdt, der in früheren Jahren manches Siegestor für seinen Verein geschossen hat.
D. s. B. Ober-Schmitten - Viktoria Nidda 1:2.
i. Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich oestem in Ober-Schmitten die Einheimischen vom V. f. D. unb die Viktorianer aus Ridda. Ridda, das bekanntlich Gaumeister bes Taunusgaues im
MALZKAFFEE
Das Getränk der Millionen: KATHREINERS
DieHärteklaufelndesAufwertungsgesetzes
schwort ist oder
3. deshalb für den Eigentümer des belasteten Grundstücks oder für den persönlichen Schuldner eine unbillige Härte bedeuten würde, weil er nachweislich durch die Kündigung des Gläu- Vermögenswerte
digers gezwungen wurde, weit unter dem wirklichen Werte zu veräußern,
Von Amtsgerichtsrat Iöckel,
A. § 8 bestimmt: „Der Eigentümer kann eine Herabsetzung der Aufwertung um höchstens 10 vom Hundert des Goldmarkbetrags verlangen, wenn dies mit Rücksicht auf feine wirtschaftliche Lage zur Abwendung einer groben Unbilligkeit unabweisbar erscheint.". ... _ ...
B. § 15 lautet: „Hat der Gläubiger die Leistung in der Zeit vom 15. Juni 1922 bis zum 14. Februar 1924 angenommen, so findet eine Aufwertung der Hypothek und der persönlichen Forderung auch dann statt, wenn der Gläubiger sich bei der Annahme seine Rechte nicht Vorbehalten hat, soweit sie, ganz ober zum Teil
1. für den Eigentümer des belasteten Grundstücks oder für den persönlichen Schuldner mit Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage, insbesondere auf erhebliche, auf den Währungsverfall oder die Verdrängung ober bie ßiquibation bes Vermögens ober
2. für ben persönlichen Schulbner mit Rücksicht auf die Höhe des bei der Veräußerung bes belüfteten Grunbstücks erzielten Erlöses oder mit Rücksicht darauf, daß das belastete Grundstück nicht mehr im Inland liegt und deshalb die Inanspruchnahme des Eigentümers wesenllich er»
um die Hypothek zurückzahlen zu können."
Den Fall unter A bezeichnet man als „Herabsetzung der Aufwertung", denjenigen unter B als (gänzliche oder teilweise) „Versagung ber Rückwirkung". Gemeinsam ist für beibe erwähnten Para- graphen, baß sie bie Voraussetzungen enthalten, unter benen die Aufwertungsansprüche bes Gläu- digers noch unter ben Normalsatz von 25 v. H. herabgebrückt ober sogar annulliert werben können: sie werden deshalb auch häusig miteinander verwechselt, insbesondere wird oft Won einer .^Herabsetzung" gesprochen in Fällen, in denen an eine teilweise „Versagung der Rückwirkung" gedacht ist. Eine unrichtige Bezeichnung ist jedoch rechtlich ohne Bedeutung, vielmehr ist in allen Fällen, in denen eine „Herabsetzung" verlangt wird, zu prüfen, ob die Voraussetzungen bes § 8 ober bes § 15 gegeben sinb (so auch K. G. 8. Februar 1926, Aufw. Arch. Karte 2 zu 8 8, Jur. W. 1926, Heft 6, S. 711). Die wesentlichen Unterschiebe (auch mancherlei lieber» einftimmungen) der „Herabsetzung der Auswertung" und der „Versagung ber Rückwirkung" sollen im nachstehenden hervorgehoben werden:
A. Wie Mügel (Das ges. Aufw. R. S. 241) ausfuhrt, ist § 8 aus die wirtschaftliche Lage des Eigentümers abgefteUt, während bei folgerichtiger Durchführung des Gedankeüs, daß die dingliche Last
Aufwertungsrichter in Gießen.
unabhängig von der persönlichen Forderung aufzuwerten ist, es nicht auf die wirtschaftliche Lage des Eigentümers, sondern auf die Verhältnisse Des Grundstücks, insbesondere auf bie Entwicklung bes Grunbstückswerts in ber Zeit ber Geldentwertung ankommt (ebenso Schlegelberger S. 123, ähnlich Quassowski S. 121, Lehmann-Bösedeck S. 119). Schon die Ausdrucks weise des Gesetzes — die mit § 2 Ads. 1 Satz 3 der dritten SteuemotoeroLdnung übereinftimmt — „zur Abwendung einer groben Unbilligkeit unabweisbar erscheint" läßt erkennen, daß nur in ganz besonders kraß gelagerten Ausnahmefällen unter ben Normalfak von 25 v. H. heruntergegangen werden kann. Der Hypothekargläubiger ist ja durch das Gesetz bereits in erheblichem Maße verkürzt durch bie Abwertung auf 25 v. H. bes Hypo- thekkapitals, hinsichtlich ber Zinsen burch Festsetzung eines außergewöhnlichen Zinssatzes (ab 1. 1. 25 1,2 Proz., ab 1. 7. 25 2,5 Proz., ab 1. 1. 26 3 Proz. unb ab 1. 1. 28 bis 1. 1. 1932 5 Proz.) unb burch
unb ein dementsprechende« HypotheNapltal von anderer Seite nicht zu beschaffen sein werbe. Ein solcher Beweis wird wohl kaum einmal zu erbringen sein. Es sei hierbei auch noch barauf hingewiesen, daß dem Grundeigentümer burch bat Aufwertungsgesetz eine desonbere Vergünstigung auch baburch guten geworben ist, baß ihm gemäß § 7 bas Recht zusteht, im Range nach bem an erster Stelle eingetragenen aufgewerteten Rechte eine Hypothek in Höhe von 25 Prozent bes Oolbmarfbetraaes des aufgewerteten Rechts mit bem üblichen Zinsfuß eintragen zu lasten, also etwa eine Höchstbetragshypothek, auf Grund beren er bei bem Gläubiger Dieser Hypothek Beträge erheben kann, bie er xur Zahlung ber Zinsen ber vorhergehenden Hypothek verwenden kann, falls er aus feinem (sonstigen) Einkommen hierzu nicht In der Lage sein sollte. Der Sinn des Gesetzes ist nicht ber, baß ber Grundeigentümer sein Eigentum ungeschmälert zum Schaden des Gläubigers erhalten dürfe.
Selbstoerstänblich können Umstände vorüber- gehender Natur, wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, schlechte Geschäftslage unb ähnliches für sich allein kein Grünbe zur Herabsetzung bilben, benn bis zur Fälligkeit bes Kapitals (1932) wirb sowohl im Wirtschaftsleben wie bei bem einzelnen eine Besserung cingctrectcn sein. Deshalb kann man nicht schon jetzt den Gläubiger am Kapital verkürzen.
Auch damit kann ber Schulbner sein Herabsetzungsverlangen nicht begrünben, baß er burch bie Inflation anbere Dermögensstücke verloren habe, außer wenn er nachweist, baß ber Grab bes Der- möaensverlustes im allgemeinen unb insbesonbere hinsichtlich bes belasteten Grunbstücks ihn in erheblich höherem Maße getroffen habe, als bie Mehrzahl der deutschen Volksgenossen, wie die erwähnte Entscheidung der Aufwertungsstelle Frankfurt a. M. mit Recht hervorgeht. Ein solcher Nachweis wird in den seltensten Fällen zu erbringen fein. Jedenfalls hat ber Schuldner in dem Pfandgrundstücke einen Sachwert sich bewahrt, besten Belastung bezüglich der in Frage kommenden Hypothek um f gemindert ist, während ber Grunbstückswert sicher nur in ganz vereinzelten Fällen unter i bes Wertes zur Zeit ber Vornahme ber Belastung herabgesunken ist.
Es ist immer von ber Erwägung auszugehen, daß das Aufwertungsgesetz sich als Ausnahmevorschrift barstellt gegenüber bem bürgerlichen Recht, unb deshalb feine Vorschriften nicht ausbehnend sonbern eng auszulegen sinb (Beschl. d. K. G. vom 17.12.25, Jur.W. 1926, Heft 2, S. 173).
Die wirtschaftliche Lage bes Gläubigers wird zwar in § 8 nicht ausbrucklich erwähnt, jeboch ist auch hier zu beachten, baß bie Aufwertungsstelle unter Berücksichtigung aller Umstände zu prüfen hat, ob ber Satz von 25 Proz. eine „grobe Unbilligkeit" barftelll unb baß zu biesen Umständen auch die wirtschaftliche Lage des Gläubigers gehört (Mügel, d. ges. Aufw. R. S. 241). Dies gilt besonders für die Hypothekenbanken, die auf Grund der gewährten Darlehen Pfandbriefe ausgegeben haben. Die meisten dieser Pfandbriefe waren in vielen Bundesstaaten für mündelsicher erklärt^ unb viele Münbelgelber find in solchen Pfanbbriefen angelegt worben. Zahlreiche Psanbbriese befinben sich auch in Hänben von Sparern unb Kleinrentnern. Diese haben einen Anspruch, aus ber aus ben Ergebnissen ber Aufwertung sich ergebenben leb lungsmaffe befriebigt zu werben. Gläubigerin ist also nicht bie vermeintlich reiche Bank, sonbern bie Teilungsmasse, aus ber bie mehr ober weniger verarmten Pfanbbriesgläubiger eine gewisse Be° friebigung erhalten sollen. Aehnlich liegen bie Verhältnisse hinsichtlich der von den Bezirkssparkassen gegebenen Hypothekbarlehen. Eine Herabsetzung ber Aufwertung unter 25 Pro^. würbe auch hier die Teilungsmasse unb bamit Die Ansprüche aller kleinen Sparer herabminbern. Es sinb baher die wirtschaftlichen Verhältniste ber Schulbner nicht mit den wirtschaftlichen- Verhältnissen ber betr. Hypo-
die Hinausschiebung ber Rückzahlung bis zum 1. 1. 1932 (unter gewissen Voraussetzungen auch noch darüber hinaus), unb es sind in bieser gesetzlichen Regelung bereits bie allgemeine Vermögensver- schlechterung unb sonstige Momente berücksichtigt, auf bie sich bie Schulbner sehr häufig zur Begründung ihrer Herabsetzungsanträge beziehen. Es sind dies besonders bie Lasten, bie bem stäbtischen Grunb- besitz burch bie Zwangswirtschaft aufgebürbet sinb. Solche Umftänbe können zur Rechtfertigung eines Herabsetzungsverlangens um so weniger herangezogen werden, als an^unehmen ist, daß in absehbarer Zeit in dieser Hinsicht eine Erleichterung eintreten wird. Das gleiche gilt für die häufig vorge- brachte Begründung des Schuldners, daß er wegen feines geringen sonstigen Einkommens zur Zurückzahlung auch im Jahre 1932 nicht in by Lage fein werbe. Wie eine Entscheibuna ber Aufwertungsstelle Frankfurt a. M. („Franks. Zeitung" Nr. 282, vom 17. 4. 1925, bie sich allerbings auf Die, wie oben erwähnt, gleichlautenbe Bestimmung ber Dritten Steuernotverorbnung § 2 Abs. 1 Satz 2 bezieht) mit Recht ausführt, bebeute biese Betrachtungsweise eine Verkennung bes Wesens ber Hypothek in kapital- wirtschaftlicher Beziehung: bie Aufnahme einer Hypothek habe stets die Inanspruchnahme fremden Kapitals bedeutet, eine Rückzahlung des Hypothskkapi- tals aus den laufenden Einkünften entspreche, von den Amortisationshypocheken abgesehen, nicht ber Lage, vielmehr sei eine Hypothek gewöhnlich bei Eintritt ber Fälligkeit durch eine anderweitig zu be schassende Hypothek abgelöst worden, falls der bisherige Hypothekargläudiger die Hypothek nicht habe verlängern wollen. Die Aufwertungsstelle Frankfurt a. M. verlangt daher in solchen Fällen von dem Hypothekarschuldner den Nachweis, daß Jein Grundstück bei Fälligkeit ber Hypothek eine solche in Höhe des normalen Aufwertungsbetrags nicht vertrage
6. F. V ist, hat schon mehrmals bie Stärke Oder- Schmittens anerkennen müssen. Dazu haben bie Bewegungsspieler gerabe in ber letzten Zett bedeutend an Spielstarke gewonnen, so baß bieseS Treffen baS Interesse vieler Sportanhänger geweckt hatte, die in recht stattlicher Anzahl baS Spielfeld umsäumten. Gleich vom Anstoß ab entwickelte sich ein lebhafter Kampf, der zeitwettig recht spannende Momente zeitigte. Trotz Ausbietung aller Kräfte mußte Ober-Schmitten die lleberlegenheit Viddas anerkennen, unb bie Viktorianer verließen mit 2:1 als Sieger das Spielfelb.
(Eine Krise im Berliner Sechstagerennen.
Berlin. 13. April. (Wolfs.) Seit heute mittag wird das Berliner SechStage- Rennen, an dem die bekanntesten internationalen Fahrer beteiligt sind, in passiver R e s i st e n z gefahren. Die Fahrer wollen damit dagegen demonstrieren, daß sie biS jetzt m>ch nicht bezahlt worden sind. Die Steuerbehörde hat die Karten beschlagnahmt. — Einer späteren Meldung zufolge ist es abends spät gelungen, die ftnanzielle Sicherung für die weitere Durchführung des Berliner Sechsiage-Rennens zu schaffen. Es ist eine Einigung mit der Steuerbehörde erzielt worden. Die EporthaUendirektion hat die Finanzierung der Fahrer übernommen. Damit war die Krise erledigt.
Die tolle Herzogin.
Roman von E r n ft Klein.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin.
40 Fortsetzung Rachbruck verboten
Calais war schon längst zur Rechten geblieben. Die Türme von Dünkirchen zeigten sich als jchwache Striche am Horizont. Jetzt, burch bie Festlanbküste gebe (ft, kam bie ruhigere See. Das Schiss rollte nicht mehr. Ab unb zu ein Wiegen, wenn ber Ausläufer einer großen Woge von braußen her oor- überglitl--Das Deck belebte sich. Wer nur
irgenb konnte, kam herauf, um ben wunberschönen Abenb zu genießen, ber sich langsam nieberfentte —
An ber Küste begannen bie Leuchttürme aufzublitzen. Drüben im Westen versank bunkel bie Sonne. Ihre letzten Strahlen schimmerten hell an ben Fenstern ber Häuier am Strande — Fischerboote stapften zum Aoenbfang hinaus —
Neben Gloria pflanzte sich ein Hochzeitspaar auf. „Er" erklärte „Ihr" an Hanb ber Karte bie Küste. „Das ist Dunkerque — weißt du, Darling, wo bie Deutschen im Kriege--"
Gloria roanbte sich jeufzenb ab. ©ebrängt voll waren jetzt beide Decks, und in langen Reihen stanken die besetzten Stühle. Aller Blicke folgten ber schönen Frau, wie sie sich burch bie fchwale Gasse schob. Hier unb ba fing sie ein Wort auf —
Sie ging über die Brücke nach dem Bug hinüber. Zwei Matrosen hantierten dort herum--
Sonst war nie jemand ba--Jetzt fuhr bas
Schiff schon längs ber belgischen Küste. In zwei Stunben--! , , „ ,
„Guten Abenb, Frau Herzogin! sagte jemanb hinter ihr.
2 6. Kapitel.
Sie fuhr herum. Da ftanb Sir Walter Ryce, etwas grau im Gesicht, etwas ramponiert in ber Haltung — aber jungenhaft und liebenswürdig wie immer. ,
„Siel" Ihre Augen flammten thn von oben bis unten an. , '
„Ja, ich, Frau Herzogin! Halten zu Gnade:« und dämmen Sie Ihren Zorn zurück, bis Sie mich gehört haben! Obwohl ein Sohn des weit- und meer- beherrschenden Albion, bin ich ein schlechter Seefahrer unb ein noch schlechterer Lustschifter. Den
noch habe ich mich in bas Abenteuer eines Fluges nach Dover und bieser stürmischen Seefahrt gestürzt, um Sie noch rechtzeitig erreichen und Ihnen bei Ihrem Abenteuer behilflich sein zu können."
„Grace hat geschwatzt?"
„Ich finbe den Ausbruck geschwatzt etwas hart unb ungerecht, Frau Herzogin. Laby Grace hat meiner Meinung nach nichts Klügeres tun können.
„Finben Sie, Sir Walter?"
„Ich nehme mir die Freiheit, dies zu tun. Ich finde sogar, daß Sie, Frau Herzogin, sehr unhug handeln, indem Sie so ohne weiteres auf einen bloßen Telephonanruf hin allein losfahren, ohne zu bedenken, wer Sie in Ostende erwartet."
„Der Kursaal in Ostende ist keine Räuberhöhle. Und schließlich kann ich ganz gut für mich sorgen "
Sir Walter verbeugte sich.
„Zweifellos, Frau Herzogin. Sie vergessen aber, daß ich, wie ich mir schon einmal zu bemerken erlaubte, auch die Aufgabe habe, den Mörder des Grafen Los Valdas ausfindig zu machen und Der irdischen Gerechtigkeit zu überliefern. Man mag über bie,» Institution benten, wie man will — aber sie ist nun einmal ba unb besteht sehr energisch darauf, daß man sie respektiere!"
Er zog die Verhaftungsbefehle, die er sich haue ausstellen lassen, aus der Tasche und hielt sie ihr hin. r .. ..
Mechanisch griff sie nach den großen, steifen Bogen. Sah den schwarzen Stempel darauf--
Um sie und in ihr begann sich alles zu drehen.
Sir Walter aber legte ihr die Hand auf Den Arm.
„Frau Herzogin--" begann er.
Sie unterbrach ihn. Ihre Nerven ritzen —. Jetzt in ber letzten Minute wollte er sie festhalten — .
„Sie vrauchen den Mörber nicht in Ostenbe zu suchen--ich — selbst--"
„Aber, Frau Herzogin, lassen Sie mia) doch aussprechen!" redete er mit eindringlicher Milde m sie ein. „Sie wollen sich jetzt als bie Mörderin bezichtigen! Gleich bas eine vorweg: Sie haben Las Val- bas ebensowenig getötet, wie der gute alte Harald. Der Mörder ist ein ganz anderer. Ist meiner Meinung nach die Persönlichkeit, die Ihnen in Ostende den Vertrag geben will. Und um diese Persönlichkeit zu fassen habe ich mir erlaubt, Ihnen meine Gesellschaft aufzudrängen."


