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England, Rußland und Europa.
Don Otto Co rbach.
Die Erklärungen, die Tschitscherin, der Volkskommissar für die auswärtige Politik Sowjetruhlands, am zweiten Ostertage ausländischen Pressevertretern gegenüber abgab, haben in der öffentlichen Meinung Englands Befürchtungen ausgelöst, die am besten beweisen, wie wenig Deutschland Grund hat, dem Scheitern der Genfer Konferenz nachzutrauern. Die Verhältnisse nach dem großen Kriege üben gewiß auf die Entwicklung europäischer Dinge einen nachhaltigen Zwang zu größerer Einheitlichkeit aus, aber dieser naturgemäße Vorgang wird gerade am meisten gestört durch das Bestreben der mächtigsten europäischen Staatsmänner, die Völker Europas weniger um ihrer selbst als um bestimmter weltwirtschaftlicher und weltpolitischer Sonderinteressen willen einheitlich zu organisieren. Der ergebnislose Verlauf der Genfer Konferenz bedeutete in erster Linie e i n Fiasko für die englische Diplomatie. Die Londoner Regierung bedarf eines befriedeten europäischen Kontinents, um ihre überseeischen Interessen künftig nachdrücklicher als bisher wohrnehmen zu können und jederzeit ernsthaften Konsl'llen gewachsen zu sein, die darüber in fernen *2D. L:ei e.r ausbrechen könnten. Alm nun gleichwohl nicht in eine zu starte Abhängigkeit von den europäischen kontinentalen Machtverhält- nissen zu gelangen, muß sie in der europäischen Politik bei den schwächeren kontinentalen Regierungen, die gegen den Druck stärker aufbegehren, eine größere Hilfsbereitschaft und -Fähigkeit Vortäuschen, als ihr die Inanspruchnahme für überseeische Aufgaben gestattet. Sie muß gleichsam von dein Stammkapital an Prestige zehren, das eine jahrhundertelange Vorherrschaft Englands in Europa anhäufte.
2lber der Kontinent hat angefangen, aus der Hypnose englischer Vormundschaft zu erwachen. Er bedarf der englischen Führung nicht mehr, seitdem er sich genötigt sieht, durch Schaffung eines großen zusammenhängenden kontinentalen Binnenmarktes Ersatz für die schwindenden Aussichten des alten Exportindustrialismus zu suchen. Der britische Imperialismus kann nicht ernsthaft ein politisch-selbständiges geeintes Europa wollen, weil es dann neben dem amerikanischen noch ein Wirtschaftssystem mit großem kontinentalen Aktionsradius geben würde, das auf die verwickelten, leicht verletzlichen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilen des britischen Weltreiches lähmend und störend einwirken mühte. Die Genfer Tagung legte die Widersprüche zwischen den britisch-im- perialiltischen und den kontinental-europäischen Interesse zu deutlich an den Tag, als daß selbst ein so geschickter politischer Hypnotiseur wie Chamberlain darüber hätte hinwegsehen lassen können und eine realpolitischere Einschätzung Londoner Freundschaftsversicherung durch die Wil» Helmstraße bedeutet das hoffentlich dauernde Ak- tivum, das die deutsche auswärtige Politik aus den Genfer Enttäuschungen zu buchen hatte.
2luch Tschitscherin betonte in seiner Osterbotschoft an die Vertreter der großen ausländischen Blätter, daß die englische Politik zugleich sich von Europa abgukehren, stärker den Dominions zuzuwenden und doch für England die Rolle des Schiedsrichters und die Hegemonie in Europa zu sichern trachte. Im Gegenlatz zu England, das zwischen Frankreich und Deutschland keine versöhnliche Stimmung aufkommen lassen wolle, würde Sowjetruß- lond. wie uns Tschitscherin versichert. Europa t>or allem durch eine Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich Auen Frieden zu bescheren suchen, „der seine Beherrschung durch andere Mächte ausschlösse". Indessen ist die Sowjetregierung m-ndestens in . eben dem Maße zugleich Exponent europäischer und außereuropäischer Interessen wie die brr-
i tische, und man hat daher im eigentlichen Cu- _ toüa allen Grund, auch den Moskauer pan- < europäischen Friedensklängen gegenüber ein gesundes Mißtrauen zu beobachten. Als die ja- neew'ijimi ................... IUI ।e£iii ■leiueie
Die Technik auf der Hrankfutter grühjchrsmesse. Q3Dn unserem nach Frankfurt entsandten technischen Mitarbeiter.
(Rachdruck verboten.)
Mehr als früher tritt in diesem Frühjahr au« der Frankfurter Messe die Technik in den Vordergrund des Interesses. Die große Festballe beherbergt die interessante Verkehrs rege- lungslchau mit der Autom?rilmesse. Daran schi eßt sich die im Erdgeschoß des Hauses der Moden untergebrachte eigentliche Tech ische Messe an; die auch noch einen Teil des dahinter liegenden Freigeländes bedeckt.
Die Verkehrsregelungsschau gibt in äußerst anschaulicher Weise einen Tieberblick über alle Einrichtungen zur Regelung des modernen Straßenverkehrs. Alm diese anschaulich im Betrieb vorführen zu können, hat man den Mittelraum der Fest Halle in ein Reh von Stroben und Kreuzungen verwandelt, auf der die Vorführungen durch Fußgängerverkehr und Gefährte aller Art erfolgen. Es handelt sich also, tote ausdrücklich hervorgehoben werden muh, nicht um eine modellmäßige Darstellung, fon- dern um Demonstrationen am tatsächlichen Objekt, d. h. genau der Wirklichkeit entsprechend. Von den Galerien der Festhalle kann man den gan- zen Verkehr und feine Regelung von oben aus anschaulich und gefahrlos beobachten und daraus lernen. Es ist unseres Wissens das erste Mal, daß so etwas in dieser Form vorgeführt wird. Die Zahl der während der Vorführung das angelegte Straßennetz nach allen Richtungen durcheilenden Automobile, Fahrräder und Handwagen jeder Art ist so groß, daß sie ein getreues Abbild eines großstädtischen Verkehrszentrums gibt. Die eingebauten Signalapparate geben den Beweis. daß man mit ihrer Hilfe durchaus in der Lage ist, entsprechendes, richtiges Fahren der Fahrzeuge und Verhalten der Fußgänger vorausgesetzt, jeden Verkehr einwandfrei zu regeln nni> die Zahl der.Unfälle auf das geringste Maß zu reduzieren. An der Hauptlreuzung steht eine elektrische Verkehrslichtzrichmanlage, wie sie feit Ende vorigen Jahres in Hamburg zur vollen Zufriedenheit im Betrieb sind. Die Anlage besteht aus einem hohen Mast, an dem in der Richtung jeder Straße drei Lampen befestigt sind, die in den Farben rot für .Halt', gelb für „Achtung" und grün für „ Fahrt" aufleuchten. Diese Lichtzeichen können entweder automatisch in regelmäßigen Abständen oder auch von dem am Fuße des Mastes stationierten Be- I
panischen Flieger auf ihrem Europafluge in Moskau weilten, betonte der Vertreter der Sowjetregierung, der sie in einer Ansprache begrüßte: „Wenn in alten Tagen jemand einen Russen zu beleidigen wünschte, so nannte er ihn einen Asia ten; heute sind wir st olz, zu den Ländern der asiatischen Erde gerechnet zu werden." Stalin äußerte, wie der englische Publizist Robert Machray, der sich damals in Sowjetrußland aufhielt, in der Fortnigthly Review berichtet, bei derselben Gelegenheit zu einem japanischen Journalisten: „Auch ich bin ein Asiate." Wie kann man also in sowjet- russischen Staatsmännern unbefangen Wegbereiter der künftigen „Vereinigten Staaten von Europa" sehen, wenn sie asiatischen Völkern gegenüber so auf treten, als ob sie mit dem eigentlichen Europa überhaupt nichts mehr zu tun haben, als ob sie künftig nur mehr als Asiaten gelten wollten.
In Wirklichkeit werden die Völker Europas nicht zur Rübe kommen, solange sie durch den englisch-russischen Gegensatz zwischen „westlicher" und „östlicher" Orientierung hin- und hergezerrt werden. Die dadurch hervorgerufene Verwirrung wird noch dadurch gesteigert, daß auch der amerikanische Machtfaktor aufgehört hat, in Europa rein automatisch durch den Dollar zu wirken, vielmehr sich in ganz bestimmten politischen Vorgängen auszudrücken beginnt. Die Rolle, die Brasilien auf der Genfer Konferenz spielte, wäre undenkbar, ohne daß sie in Washington stillschweigend gutgehe.hen worden wäre, und wenn sich der italienische Fa- szismus gegen europäische Gesamtinteressen auszutoben sucht, so ist dabei die Begünstigung durch dasselbe amerikanische Finanzkapital mit im Spiele, das dem italienischen Bevölkerungs- Überschuß. dem Hauptnährboden der kriegerischromantischen Kolonisationspläne Mussolinis, die amerikanische Erde sperrt. Ein wirklich einiges und einheitliches Europa ist nicht denkbar als britisches Dominion, noch als sowjetrussische Provinz. noch viel weniger als amerikanische Finanzplantage. Die Zukunft der Völker Europas hängt ab von ihren Bemühungen, sich von dem Druck imperialistischer Herrschaftsansprüche zu befreien, mögen sie von London. Moskau oder Washington ausgehen. Sowohl England wie Rußland gehören kulturgeschichtlich zu Europa; gerade deshalb hat die Einigkeit Europas zur Hauptvoraussetzung, daß sich London und Moskau den Gesamtinteressen Europas unterordnen und ihre außereuropäischen Gebiete gleichsam als Mandate Gesamteuropas, die als solche dem Unternehmungsgeist aller Völker Europas ofsen ständen, betrachten lernen.
japanischer wirtschastsbmf.
Von Dr. Herbert Jäger.
Tokio, Anfang März 1926.
Man hat die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Japan als die beiden großen Kriegsgewinnler des Weltkrieges bezeichnet. Gewiß haben beide Länder aus dieser Weltkatastrophe ungeheure wirtschaftliche Vorteile gezogen und sich Eingang in vielen bis dahin Europa vorbehaltenen Märkten zu verschaffen gewußt; aber während Amerika in staunenswertem Aufstieg aus dem Schuldnerland Europas das große Weltgläubigerland wurde, ist Japan seiner im Weltkriege erlangten Vorteile durch rohe Raturgewalt so ziemlich verlustig gegangen. Das gewaltige Erdbeben vom September 1923, dessen wirtschaftliche Nachwirkungen man heute noch spürt, hat nicht nur den größten Teil des damals gewonnenen Reichtums vernichtet, sondern auch daS Land in wirtschaftlicher Weise stark zurückgeworsen. Während sich in den U. S. A. beinahe die Hälfte der internationalen Goldbestände anhäuften, beträgt heute die Nationalschuld Japans nahezu 4,5 Milliarden OJen gegen 2,5 Milliarden Ven im Jahre 1914. Das bedeutet eine Steigerung pro Kopf der. Bevölkerung von 45 auf 80 Pen.
Die Folgen sind allerdings verständlich, wenn man sich die geradezu furchtbaren Wirkungen
amten sowie von jeder anderen Stelle gegeben werden. Wie die Erfahrung in in- und ausländischen Großstädten gezeigt hat, ist dadurch eine sehr gute Regelung des gesamten Verkehrs möglich. Wir weisen nur auf den Potsdamer Platz in Berlin hin, wo seit Aufstellung des nach denselben Grundlinien arbeitenden Verkehrslärmes der Verkehr von einem einzigen Beamten mühelos geleitet wird. In Neuhork leuchten diese Verkehrszeichen Tag und Nacht an den verkehrsreichen Straßenkreuzungen automatisch auf.
Sehr wichtig ist. es, daß man durch automatische Verbindung bzw. Versetzung der Signale den Verkehr für ganze Strahenzüge regeln kann, so daß sich die Verkehrsregelung nicht nur auf die eine Kreuzungsstelle, sondern auch auf alle umliegenden Straßen erstreckt. Dadurch wird der Verkehr in einem mehr oder minder umfangreichen Gebiet entsprech md reguliert, und das zeitraubende Halten der Fahrzeuge auf ein Minimum beschränkt. Außerdem wird es möglich sein, eine große Ersparnis an Beamten zu erzielen, die dann anderweitige Verwendung finden können. Am Fuße des Mastes befindet sich eine Fernsprechanlage, die dem Beamten Verbindung mit der Zentralstelle gibt. Eine Ergänzung hierzu sind kleine transportable Masten, die je nach Belieben und Bedarf an jeder Straßenkreuzung aufgestellt werden können und von Hand bedient werden.
Weiter bezeichnen weiße Farbstriche die Uebergänge für die Fußgänger, und in die Straßenmttte in Echildkröteniorm eingebaute Lichter geben dem Fohrzeugverlehr die notwendige Fahrtrichtung. Unter Umständen können auch an geeigneter Stelle angebrachte Spiegel die Sicherheit gegen rückwärtiges Anfahren stark erhöhen. 3n der Festhalle sind an verschiedenen Stellen derartige Spiegel angebracht.
Daß die Automobile heute wohl fast alle mit Fahrtanzeiger versehen sind, dürfte selbstverständlich sein. Es ist aber dabei auch darauf du achten, daß der Fahrtanzeiger auch nach hinten das beabsichtigte Einbiegen nach links oder rechts oder die Absicht des Haltens kund- gißt Neuerdings findet man auch Radfahrer mit entsprechendem Fahrtanzeiger. Wir sind der An- stcht. daß sie ebenso erwünscht sind wie bei den Automobilen und Mo.orrädern. Der Berkehrs- polizeibeamte kann dadurch schon auf größere Entfernung einwandfrei ersehen, wohin der Radfahrer einbi^gen will, und ihm die erforderlichen Anweisungen geben. Daß natürlich auch der Fußgänger die Fahrtrichtungsanzeiger streng beachten muß, durfte selbstverständlich sein.
dieses Erdbebens vor Augen hält. In Tokio und Vokohama allein wurden etwa 90 Prozent aller Fabriken zerstört. Für 60 Millionen Rohseide und für über 20 Millionen Ven Oel wurden in wenigen Stunden vernichtet. Es ist klar, daß sich eine derartige Erschütterung des Wirtschaftslebens noch lange in ihren Auswirkungen bemerkbar machen muß. Mit um so größerem Erstaunen aber sieht man, wie schnell Japan die ungünstigen Folgen der Katastrophe überwunden hat, mit welch geradezu amerikanischem Tempo Neues, Besseres aus Vernichtetem erstand und mit welcher Energie sich das japanische Volk dem schwierigen Werke des Wiederaufbaues hingegeben hat. Gerade wir Deutschen können aus dieser Einstellung des Japaners den dunklen Schicksalsmächten gegenüber aus seinem fatalistischen Absinden mit dem Unvermeidlichen und aus seinem kraftvollen Schöpferwillen viel lernen. Durch eine uralte Kultur ist der Japaner dazu erzogen worden, Gefühle des Schmerzes hinter einer undurchdringlichen lächelnden Maske zu verbergen; sollten auch wir nicht etwas mehr versuchen, unsere Leidenschaft zu meistern und mit zusammengebissenen Zähnen unserer Schwierigkeiten Herr zu werden trachten, anstatt der Welt das Bild innerer Zerrissenheit und das Gewinsel kleiner Geister zu bieten.
Die wirtschaftlich ruinösen Folgen des Erdbebens werden durch die ungünstige Lage der gesamten Weltwirtschaft nur vergrößert. Hinzu kommt, bafj die Wirren in China, die gespannte Lage in der Mandschurei und gewisse inner- politische Schwierigkeiten Japans selbst nicht dazu angetan sind, einen raschen Wiederaufbau zu fördern. In der Tat hat Japan noch viele schwierige Probleme zu lösen. Die hierbei gewählten Wege erscheinen dem Fremden vielfach dunkel und gewunden. Wirtschaftlich aber macht Japan keine Zickzackwege, sondern steuert klar und nüchtern und mit zäher Energie dem Ziele, einem energischen Wiederaufbau seiner Wirtschaft, zu. Das Jahr 1924 war ohne Zweifel noch recht kritisch für die japanische Wirtschaft. Eine mittelmäßige Ernte hatte die ohnehin stets bestehenden Ernährunas-chwieriekeiten noch vergrößert. Die Preisentwicklung für Rohseide verlies ungünstig und die allgemeine Stagnation des Welthandels machte sich in Absatzschwierigkeiten aller Art fühlbar. Durch energische Maßnahmen aller Art, wie sie z. B. eine großzügige Kreditgewährung der öffentlichen Hand oder die weise Wirtschaftspolitik darstellen, gelang es, die schlimmsten Folgen der Wirtschaltsdepre^sion abzuwenden. Eine zielbewußt eingeleitcte Konzentratiorsbewegung, die in der Zusammenfassung der wichtigsten Cisen- rrnd Stahlwerke des Landes zu einem gemischtwirtschaftlichen Unternehmen unter staatlicher Leitung ihren Höhepunkt erreichte, erzielte man eine höchst wertvolle Zusammenfassung der Kräfte, die sich wieder in einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit auswirkte. Die Verbesserung des Wirkungsgrades der japanischen Industrie tritt auch in der fortschreitenden Elektrifizierung der Wirt schaf t zu Sage. Nichts ist bezeichnender für die moderne Auffassung der japanischen Wirtschaftsführung als das rapide Wachstum der Technik in Industrie und Gewerbe. Die reichen Wasserkräfte des Landes kommen dem Plane einer weitgehenden Elektrifizierung in glücklichster Weise zu Hilfe. Zurzeit sind zwei Zentren zur Ausnützung dieser Wasserkräfte vorhanden, von denen das eine im Osten der Insel die Städte Tokio und Vokohama umfaßt, das andere int Westen Kobe und Osaka einschließt. Beide Zentren sind bis jetzt nicht einheitlich verbunden, aber die Entwicklungstendenz geht sicherlich dahin, ein einziges großes Kraftnetz zur Versorgung der Hauptindustrien des Landes zu schaffen. Die dauernde Lieferung bedeutender Mengen elektrotechnischer Erzeugnisse ist damit gegeben, ein Umstand den Deutschland nicht vernachlässigen sollte.
Gehen die oben angedeuteten höchst modernen Maßnahmen auf eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Industrie aus, so wird deren Stoßkraft gerade durch veraltete
So kann mit Hilfe entsprechender Lichtsignal- eiririchtungen, zu denen noch, wie auch am Potsdamer Platz in Berlin, weitere, natürlich das gleiche Signal zeigende Nebensignale unmittelbar an den Straßen treten, und einer entsprechenden Disziplin des Publikums und der Fahrer eine recht sichere Regelung des Großstadtverkehrs in unseren oft sehr engen Straßen treten. Ohne Zweifel werden die in Frankfurt vorgeführten Einrichtungen bald in allen größeren Städten und auch an sonstigen wichtigen Verkehrspunkten zu finden sein. Die Zustände in den engen Straßen unserer S.ädte erfordern noch viel dringender eine Regelung des Verkehrs durch Licht- signale, als in Amerika.
Eine wertvolle Ergänzung zur Verkehrsregelungsschau sind die im ersten Rang gezeigten Modelle von den Verkehrs.ege.ungsanlagen auf dem Potsdamer Platz und in anderen Straßen Berlins. Ebenso 3 igt die Stadt Hamburg verschiedene Verkehrs, e.-elungcawagen. Wei e:e in» tere fante ve.kehrsstatistische Angaben, dargestellt in Modellen oder auf Zeichnungen, beschließen diese Abteilung.
Rings an den Wänden der Festhalle im Parterre und im ersten Rang finden wir eine Automobilschau, die noch bedeutend reicher als die vorjährige im Herbst ist. Wenn auch bedauerlicherweise wieder die ausländischen Typen bei weitem überwiegen und dadurch der falsche Eindruck erweckt wird, als wenn wir in Deutschland keine den ausländischen gleichwertige Wagen herstellten, so geben doch die wenigen vertretenen deutschen Typen den Beweis, daß wir keinen Grund haben, den ausländischen Wagen den Vorzug zu geben. Unsere deutschen Wagen besitzen jetzt auch wohl fast alle die technischen Feinheiten, die früher vielleicht nur am fremden Wagen zu finden waren. Und durch eine planmäßige Umstellung der Fabrikation sind wir auch in der Lage, im Preis zu konkurrieren. Im Lastwagenbau ist unsere deutsche Automobilindustrie ohne Zweifel dem Ausland sogar in jeder W.i e beträchtlich überlegen. Wir sehen einen Autobus für 33 Personen und einen Dier- tonnen-Lastkraftwagen, die durch ihren kurzen, gedrungenen Dau. großes Fassungsvermögen, sowie durch Anordnung des Führersitzes oberhalb des Motors, womit eine sehr gute Tiebersicht auf die Fahrbahn gegeben ist, sehr beachtenswert sind. Ein äußerst praktischer Gebrauchswagen ist auch der 5/25 ll. 8.-Viersitzer mit Castell- Karo'serie der Hessischen Automobil-Gesellschaft in Mainz. In dem „Leila" Leichllastwagen finden wir einen neuen und sehr billigen Typ für 3 ’t. Tonnen Nutzlast. Er dürfte sich sehr zur
Verhältnisse, wie sie in vielen Industrien herrschen, noch vergrößert. In einer Reihe von Industriezweigen ist die Lage der Arbeiter noch recht trostlos. Obwohl sich Japan der Washing- tvner Arbeitskonvention vom Jahre 1919 an- schloß, und die Vorschriften über die Arbeitszeit für die östlichen Länder annahm, werden diese Bestimmungen in vielen Betrieben wenig beachtet. Besonders in den Baumwollspinnereien, deren Arbeiterschaft vorwiegend aus kläglich entlohnten Frauen und Kindern besteht, arbeitet man durchschnittlich 11 Stunden in einer Schicht.
Der Erfolg Japans in seinem Ringen nach Wiederaufbau drückt sich besonders in den ft e i- genden Außenhandelsziffern aus. Hier hat die Regierung die Ausfuhr durch die Schaffung besonderer Export-Organisationen nach dem Muster alter Gilden durch eine großzügige Kreditgewährung und durch staatliche Subventionen zu fördern gesucht. Allerdings hat das japanische Ausfuhrgeschäft noch nicht das Ausmaß der Zeit während des Krieges erreicht, wo es bis zu 57 Prozent des gesamten Außenhandels ausmachte, immerhin wiesen Export wie Import im vorigen Jahre eine Rekordhöhe auf. Die Ausfuhr war mit 2,305 Millionen Ven nahezu 500 Millionen Ven größer als im Jahre 1924 und überstieg sogar die Rekordaussuhr des Jahres 1919. Besonders Rohseide, Baumwollgarne und Textilien wurden in steigender Menge ausgeführt. Die Einfuhr-stellte sich auf 2,572 Millionen Ven gegenüber 2 453 Millionen Ven im Jahre 1924. Gerade in der Einfuhr tritt die wachsende Erholung Japans von der Wirtschaftskrise besonders klar hervor. Während das Jahr 1924 in der Einfuhr zu einem großen Teile Wiederaufbaumaterialien der verschiedensten Art zeigte, brachte das Jahr 1925 eine große Zunahme der Einfuhr von industriellen Rohstoffen, Halbfabrikaten und modernen Ar- beits- und Kraft-Maschinen. Man arbeitet also wieder mit Hochdruck. Die Einfuhr von Rohbaumwolle stieg von 605,3 M llionen Ven im Jahre 1924 auf etwa 923 Millionen Ven int Jahre 1925.
Deutschland war bei der vorjährigen Einfuhr Japans nur mit etwa 5 Proz. beteiligt, während die Der. Staaten von Nordamerika, die politisch doch gewiß nicht Japans Freund sind, mit etwa 25 Proz. an der Einfuhr und sogar mit nahezu 43 Proz. an der japanischen Ausfuhr beteiligt waren. Man sollte annehmen, daß diese wirtschaftliche Interessengemeinschaft stark genug fei, um einen Krieg zwischen beiden Mächten unmöglich zu machen. Und doch glüht unter der Oberfläche der Haß des Japaners gegen Amerika, nicht nur wegen der Gegensätze im Pazifik und der amerikanischen Expansionstendenzen in China, sondern auch weil die Amerikaner in ihrem nüchternen Geschäftsgeist fein Verständnis für die alt-japanische Tradition und für die Heldenverehrung Japans besitzen.
Gerade aber diese alt-japanische Tradition ist das Geheimnis des schnellen Wiederaufstiegs Japans. Ihr verdankt es seine ungeheure Energie und Lebenskraft, sie ist der Grund, weshalb dieses kleine Inselreich die Nachwirkungen des Erdbebens so schnell überwand und in einem erstaunlichen Aufstiege begriffen ist. Wirtschaftlich übernimmt Japan die westliche Kultur und sucht sich die Technik der alten und neuen Welt dienstbar zu machen, aber in seiner heimischen Kultur hält es an den eigenartigen Lebensäußerungen seiner alten Tradition fest, die ja stets das letzte Geheimnis der Stärke eines Volkes sind.
Die Frankfur-erFrühjahrsmesse
Frankfurt a. M., 13. April (WSN.) Der zweite Messetag brachte nicht den vielfach erwarteten geschäftlichen Aufschwung; nach wie vor ist das hervorstechendste Moment für das diesjährige Messegeschäft die trostlose wirtschaftliche Lage, die die Käufer vom Messebesuch zurückhält. In Bedarfsartikeln wurden in einigen Spezialgebieten zwar ganz g .te Abschlüsse getätigt, so vor allem in guter Konfektion, Hausschuhen, Strumpfwaren, Damenwäsche, Krawatten,
Güterbeförderung im Kundendienst eignen. Ein leichter dreirädriger Transportwagen ist der „Blitz"-Motortransportwagen. Auch den Typ des schweren Lastkraftwagens mit Kippvorrichtung finden wir in dem Meiller-Kipper vertreten. Der Wagen ist mit einer hydraulischen Motor-Drei- seiten-KipPvorrichtung ausgerüstet.
Das Gebiet der Zubehörteile für die Autotechnik ist mit manchen sehr beachtenswerten Neuerungen vertreten. So stellt eine <5ranffurter Firma eine Tankanlage aus, die zwar wie die anderen auch das Benzin oder Benzol durch eine Flügelradpumve nach oben befördert, aber nur einen gemeinsamen Auslauf besitzt. Da ber Brennstoff ein Filtersieb durchlaufen muh, so ist seine absolute Reinheit garantiert. Neu ist ein Entlüftungsventil zur Schlauchentleerung und eine besondere Zapfstelle für Kühlwasser.
Durch den Dotos-Zerstänber (Walter Löwenstein in Gießen) ist man in der Lage, den Lackanstrich eines Autos sehr schnell und gut zu reinigen. Gr trägt wesentlich dazu bei, daß die teuere Lackierung lange erhalten bleibt. Auch das Vulkasit dürste vielen ein brauchbarer Helfer in der Not fein. Mit ihm kann man selbständig auf kaltem Wege ohne Apparat jede defekte Stelle an Luftschläuchen und an allen übrigen Gummiteilen sofort gründlich wieder instand setzen.
Die Duplo-Schmierung wird nicht, wie so viele der anderen Schmierapparate, mit offenem, dem Staube und Schmutz ausgesetztem Fett gefüllt, sondern die Duplo-Tube wird nach Entfernen des Dpitzendeckels in den Zylinder ein- geschraubt. Durch eine sinnreiche Konstruktion kann man genau fest st eilen, daß auch wirklich Fett in die zu schmierende Stelle eindringt.
Mit dem selbstregistrierenden Kontrollapparat Autograph kann man Zahl, Zeitpunkt und Dauer der einzelnen Fahrten und Halte, sowie bie Fahrtgeschwindigkeiten und Länge bet gefahrenen Strecken genau aufschreiben. Er besitzt außetbem einen besonderen Kilometerzähler, an bem auch die Gesamtkilometerzahl abzulesen ist.
Immer mehr Verbreitung findet die elektrische Beleuchtung am Fahrrad. Seine Vorteile gegenüber der Azetylenbeleuchtung liegen in dem Fortfall jeder Betriebskosten und in der steten Delriebsbereitschaft. Mit der elektrischen Lichtmaschine kann dem Radfahrer nie der Betriebsstoff ausgehen, da ja der Strom durch den Lauf des Rades erzeugt wird. Wir erwähnen das Doschlicht, das sich durch kleine Abmessungen und geringes Gewicht und durch stets gleichbleibende Leistung auch nach jahrelangem Gebrauch auszeichnet.
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