baifett ist aber auch für die Folgezeit mit einem weit geringeren Bedürfnis an Reu bauten zu rechnen als in der Vorkriegszeit. Man wird daher sehr ernstlich prüfen müssen, in wieweit es sich rechtfertigen läht, in rmserer verarmten und steuerüberlasteten Zeit aus Steuern ungeheure Mittel für den Bau von Wohnungen aufzuwenden, für die nach we- nigeit Jahren kein Bedürfnis mehr ist.
Wie übrigens durch die Zwangswirtschaft der Wohnungsbau Verhindert wird, dafür ein drastisches Beispiel: Die Thyssenscheu Zechen bei Hamborn haben 70 Prozent ihrer Belegschaft in eigenen Werkswohnungen untergebracht. 2000 weitere Bergarbeiter dieser Gruben suchen Wohnungei,: auch sie können restlos in eigenen Werkswohnungen untergebracht werden wenn diese den Arbeitern gekündigt werden dürften, die ihre Abkehr genommen haben. Das ist aber nicht zulässig. Da sie — wem, überhaupt — nur eine minimale Miete zahlen, fmm natürlich die Verwaltung nicht daran denken, weitere Werks- Wohnungen zu bauen. Muß sie doch gewärtig sein, daß der Arbeiter, sobald er eine solche bezogen hat, die Arbeit aufgibt. AuS den gleichen Erwägungen scheuen viele Landwirte davor zurück, von den billigen Krediten für den Dau von Landarbeiterwohnungen Gebrauch zu machen. — Die Zwangsbewirtschaftung der Geschäftsräume führte dazu, daß der Geschäftsinhaber auch Räume behielt, die er nicht brauchte, nur um — falls er später einmal mehr Raum benötigte — ihn auch bekommen zu können. Gesetz wird ilnfinn, Wohltat Plage.
Die ägyptische Baumwollkrisrs.
Don unserem (—e)-Verichterstatter. lRachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten.)
Kairo. Aovember 1926.
Die Arbeiten deS ägyptischen Parlament- sind Ende September zu Ende gegangen und die Wiederaufnahme der Arbeiren ist auf Anfang Rovember festgesetzt worden, ohne daß irgendein größeres Ereignis die Ruhe der Session gestört hätte. Zwar an Zusammenstößen zwischen Z a g h l u t Pascha und den Abgeordneten hat öS nicht gefehlt, da das Parlament noch nicht so einexerzlerk ist, wie das der Kammerpräsident gerne möchte, aber zu ernsteren Schwierigkeiten ist eS nicht gekonnnen. Die Kammer hat die Beratung über da- Budget richtig zu Ende geführt und zu ernsteren Affären hätten allein die Angelegenheit deS Freigeistes Taha Hussein, dessen Verfolgung von der Geistlichkeit verlangt wurde, und die Frage deS Budgets der geistlichen Stiftungen werden können, wenn nicht in diesem Falle das Parlament cS vorgezogen hätte, in diesen Punkten der Geistlichkeit nachzugeben. Die Regierung bat man dabei wenig um ihre Ansicht gefragt, weil das Parlament fid> unter der Leitung Zaghlul« ziemlich souverän suhlt, und, wie übrigens auch in verschtedenea anderen Fällen, nach freiem Ermessen handelt. Trotzdem wäre es unrichtig, wenn man bereits hierin die Eröffnung der Feindseligkeiten gegen dis Regierung sehen wollte, da es andererseits Zaghlul für richtig gehalten hat. der Regierung in anderen Dingen völlig freie Hand zu lassen, so daß man jetzt hier in Aegypten das nich* un» amüsante Schauspiel des Rebeneinander- arbeitens von Krone, Parlament und Regierung erlebt, da« bezeichnend ist für hte immer noch äusserst labile politische Lage.
Deshalb wurde es hier allgemein auster- ordentlich bemerkt, datz zum Feste der neunjährigen Thronbesteigung deS Königs Fuab der Präsident der Kammer, Zaghlul sich entschuldigen liest, Gr erklärte, er sei krank und überliest die Hcberbringuug der Glückwünsche neutraleren --Persönlichkeiten, als er eine gewesen wäre. Das ist natürlich für den Khediven ein austerordentlich schmerzlicher Affront gewesen, den er kaum anders als einen Beweis für das Fortbestehen der alten Feindschaft zwischen Krone und Zaghlulisten bewerten kann. Immerhin wird er — wie das übrigens auch die hiesige englische Kolonie tat — die Tal fache, hast Zaghlul sich wenigstens entschuldigen liest, als einen gewissen Fortschritt betrachten.
Die Angst vor der Festlegung nach irgendeiner Richtung bin, die demnach der objektive Beobachter aus diesem Vorgänge herauslesen wird, charakterisiert auch zur Zeit alle Handlungen der Engländer, die alle- vermeiden möchten, um die Volksstimmung gegen sich aufzubringen. So protestierten si« nicht, als wieder einer ihrer aufrichtigsten Freunde, E n a n Pascha, zwangsweise von dc-n Zaghlulisten pensioniert wurde, und betrugen sich anläßlich deS letzten ihrer so beliebten Flotierchesuche so harmlos wie möglich. Anstatt wie sonst durch Paraden und grone Empfänge die Aufmerksamkeit auf ihre Schiffe 3U lenken, liehen sie diese weit draußen vor der Reede von Jsmailja ankern und begnügten sich damit, einen harmlosen Fuhball- match zwischen Mannschaften der Schiffe und englischen Offizieren der ägyptischen Armee zu veranstalten. Auch im Sudan betrugen sie sich letzthin wieher zurückhaltender. Der Wechsel des Generalgouverneurs wurde dazu benutzt, um den Aegyptern versteckt zu erklären, dah man sie wieder beteiligen könne, und die Entfernung Sir Geoffrey Archers selbst als ausgesprochen ägyptenfreundliche Handlung hingestellt, obgleich das wohl vbjekttv mehr als imrichtig sein dürfte. Die Engländer haben schließlich auch allen Grund dazu, sich irgendwie die Plattform zu einer versöhnlicheren Haltung zu den Zaghlulisten zu schassen, da sie ja schliestlich eines Tages den soeben mrter^eichneten Vertrag zwischen Italien und der Regierung Adly Veghyen irgendwie von Zaghlul ratifizieren lassen inüfsen . . .
Dabei scheinen sie unerhörtes Glück zu haben. Denn wenn nicht alte Anzeichen trügen, so steht Aegypten vor einer der gröstten Wirt
schaftskrisen. die «6 bisher durchgemacht hat: Die Baumwolle, von deren Konjunktur da- wirtschaftliche Wohl und Wehe deS Landes abhängt, ist in den letzten Wochen so ungeheuer i m P r e i s e g e s u n k c n, dah fast ganz Aegypten vor dem Bankerott steht. Run ist das ja auch sonst häufig der Fall gewesen, und in solchen Zeiten hat dann immer die ägyptische Regierung einfach interveniert, indem sie alle Baumwolle solange auf kaufte, biS die Preise wieder gestiegen waren. Aber diesmal geht dies wohl öou) nicht, da eben nicht nur in Aegypten, sondern t n der ganzen Welt der Preisrückgang der Baumwolle ein enormer ist. Die von der Kammer vor ihrer Vertagung bewilligten Sonderkredite, die die Regierung ermächtigten, Baumwolle auf* zukaufen, „soweit ihr das als nötig erschiene", sind diesmal also irutzlos, und wohl nur als ein taktisches Manöver der Zaghlulisten anzusehen, die gerne die Verantwortung für das kommende Wirtschaftselend der Regierung aufbürden möchten. Aber auch die andere Maßnahme der Regierung. die inzwischen beschlossen worden ist. dürste kaum als geeignet b^eichnet werden, da durch den Beschlub, die Anbaufläche für Baumwolle für die nächsten drei Jahre um ein Drittel herabzusehen, die bestehenden zu groben Vorräte um nichts verringert werden.
Dazu kommt, dast die Qualität der ägyptischen Baumwolle in den letzten Jahren bedeutend nachgelassen bat und dah die Monopolstellung, die die ägyptische Baumwolle noch vor dem Kriege balle, inzwischen verloren gegangen ist, da die Engländer an vielen anderen Stellen ihres groben Kolonialreiches Baumwolle in fast der gleichen Qualität Produzieren. Aegypten ist somit zum erstenmal seit dem Siege der Baumwolle über das Getreide in Aegypten der englischen Wirtschaft rettungslos ausgeliefert, da diese allein die Geldmittel besitzt, um das Land vor ernsthaften Zusammenbrüchen zu bewahren und sie allein die Konkurrenz für die ägyptische Baumwolle kontrolliert. Das ist eine Tatsache, deren politische Bedeutung man nicht hoch genug einschätzen kann. Denn in Aegypten lebt jedermann. ob Bauer, Händler, Handwerker oder Importeur von der Gnade der allmächtigen Baumwolle, die dem Lande den Wohlstand der letzten Jahrzehnte gebracht hat, und nunmehr infolge bec Krisis das ganze Volk bedroht.
Das ist natürlich eine Entwicklung, die den Engländern nur angenehm fein kann. Wenn Aegypten in Rot gerät, dann nutzt das eben den Zaghlulisten und ihrem Anhang nicht, sondern der englischen Finanzpolitik, die hier eine einzigartige Gelegenheit erhält, eine wirtschaftliche Krise zu ihren eigenen Zwecken zu verwerten. >Zaghlul mag ruhig darüber toben: Wenn es um sinanzielle Dinge gehl, dann läuft ihm seine halbe Partei davon, falls er nicht über die Gelder verfügt, die seine Leute benötigen. Das ist für den, der mit den ägyptischen Rationalisten sympathisiert, gewiß kein erhebende« Beispiel. Denn die Komödie von scheinbarer Aufrechterhaltung des nationalistischen Programms und doch tatsächlichem Rachgeben, die jetzt zu erwarten ist. ist alles andere als erfreulich, da sie nebenbei ja auch verderblich auf den Freiheitssinn des ägyptischen Volkes wirken mutz. Aber die Lehre, die man daraus zu ziehen hat, ist dennoch interessant: Sie besagt, das) es verkehrt ist, wenn ein Volk Monokultur betreibt, also die Produktion nur eines WirtfchastsarttkelS pflegt. Das führt immer eine« Tage« zu internationaler Abhängig- feit und damit zum Verlust des höchsten Gute«, das eine Ration zu verlieren hat — der politischen Freiheit!
Oberheffen.
Landkreis Gles;cu.
M Lollar, 12. Nov. Die Bautätigkeit in unserer Gemeinde ist noch nicht recht in Fluß gekommen, obwohl hier großer Wohnungsmangel herrscht. In diesem Jahre wurden nur 2 Rohbauten erstellt, während 4 Häuser, die im Vorjahre bzw. im Jahre 1921 in Angriff genommen waren, bezogen wurden. Diese Zahlen sind im Vergleich zur Größe unseres Ortes und der Bautätigkeit in wesentlich kleineren Nochbargerneinden als sehr gering zu bezeichnen. Um für einige besondere Fälle Boi- sorge zu treffen, hat die Gemeindevertretung beschlossen, einen Barackenbau für 3 Notwohnungen zu errichten. Dieser ist nunmehr im Rohbau fertiggestellt.
v Orüiiberg, 12. Rov. Gelegentlich der jüngsten .Hebung unserer Freiwilligen Feuerwehr wurden 46 Feuerwehrleute für 15jährige Dienstzeit durch Heber- veicharng der Abzeichens deS Kreisverbandes Gießen in verdienter Weise ausgezeichnet.
D Lich, 12. Rov» Die Stadtverwaltung lässt zur Zeit vier Aotwohnungen unter Verwendung von vier au-gemusterten Eisenbahn Person en wagen aus einem Baugrundstücl in der Butzbacher Strafte Herrichten. Die Wagenkästen ruhen aus Soctelmauer- werk und sind unterkellert. Sie erhalten neue Fenster und ein spitzes Dach. Mit der Fertigstellung wird noch in diesem Monat gerechnet werden können.
= jungen, 12. Rav. Gestern tagten hier die Bezirks - Lehrerverei ne Hungen und L i ch unter dem Vorsitze des Kreisschulrats Fischer zu Gießen. Im Vordergründe der Verhandlungen stand das Schulturnen und Spielen in ihrer neuzeitlichen Gestaltung und praktischen Bedeutung für die gesundheitliche Entwicklung der Schuljugend. Vormittags führte in der städtischen Turnhalle Lehrer Walter zu Villin- gen seine Schulklasse im Turnen vor. Er zeigte dabei. wie aus dem Spiele des Kindes wertvolle Turnübungen gewonnen werden können, die ttotz des Spielgedankens an die Kinder Anforderungen stellen, die zielbewußte gymnastische Hebungen bil
den. Eine größere Reihe von der Turngruope gezeigter Hebungen war den neuzeitlichen Bestrebungen angepaßt und fand ungeteilten Beifall. Streis» jchulrat Fischer gab dann einen Uebcrblick über die Entwicklung des Schulturnens. Lehrer Schmidt- Hungen vervollständigte das Bild der neuzeitlichen Leibesübungen mit feinem trefflichen Vortrag über das Spielen. Schulrat Fischer sprach' beiden Herren für die anregenden Darbietungen den Dank der Konferenzteilnehmer aus und unterzog bann die neue Dienstanweisung einer kurzen Besprechung. Weiter gedachte er noch des demnächst aus dem Schuldienste scheidenden Lehrers S u ß n e r zu Birklar, dem er warme Worte der Anerkennung für seine Pflichttreue sollte.
h«. Steinheim 6. Hungsn. 12. Rov. Am Mittwochabend fand im Schulsaale die Feier de« 25jährigen Bestehens de« hiesigen Dolksbildungsvereins statt. In warmen Worten gedachte der Vorsitzende. Lehrer Beppler, des Dersinsgründers, Lehrers O bin, derzeit in Arheilgen bei Darmstadt, ferner gab er einen Rückblick auf den Werdegang des Verein«. Man beschloß, dem Gründer em Angebinde in Form eines Heimatbuches mit einer Dankadresse zu übersenden. Jetzt soll dem Kauf eine# Lichtbil dwer fer« nähergetreten werden: hierzu wurde vorerst der Betrag von 40 Mk. für einen Grundstock bereitgestellt. Die Bücherei weist einen Bestand von 640 Bänden auf. — Dieser Tage beging unsre Hebamme, Frau Elisabethe Derk, ihr 25jähriges Di en st - j u bi läu in. Der Ortsvorstand überreichte der Jubilarin einen schönen Peddigrvhrsessel. Frau Berk hat bis jetzt bei über 200 Geburten bei gestanden. Auch das benachbarte Hnter-Wid- dersheim gehört zu ihrem Dienstbezirk.
$ Lauter, 12. Nov. Bei der Felbbcrei- n i g u n g in hiesiger Gemarkung ist die Bonitierung der Grundstücke nunmehr beendet. Eine große Fläche soll in diesem Jahr zur Entwässerung ausgeschrieben werden. Man hofft, in drei Jahren die neuen Grundstöcke übergeben zu können. Wie im vorigen Jahre, so werden auch jetzt wieder sehr viele alte Ob st bäume gefällt, da diese bei der Bereinigung nur mit dem holzwert angerechnet werden.
Kreis Friedberg.
<£ Bad-Nauheim, 12. Nov. Unfer Bürgermeister Dr. Kayser trägt sich mit der Absicht, nach Beendigung seiner Amtszeit im Laufe des kommenden Jahres in den Ruhestand zu treten. Dr. Kayser ist der erste Berufsbürgermeister gewesen, der nach Einführung der Städteordnung 1903 hier gewählt wurde. In zweimal 12jähriger Amtsdaucr hat er sich um die Entwicklung der Stadt die größten Verdienste erworben, die zu gegebener Zeit im einzelnen auch an dieser Stelle gewürdigt werden sollen.
00 N i o d e r - F 1 a r st o d t, 12. Nov. In feiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gern e i n d e r a t mit der Reuregelung der Gehälter der Gemeindcbeamlen. Wohnungsgeld, Frauen» und Kinbcrzuschlag werden nicht mehr eingesetzt, sondern für alle verheirateten Beamten wird ein Familienzuschlag von jährlich 200 Mk. gewährt. Das Grundgehalt wurde beim Bürgermeister um 200 Mk. verringert und der Beschäftigungsgrad mit 7/s angenommen, so daß sich seine jährlicher Bezüge um 1230 Mk. ermäßigen. daS sind etwa 35 Prozent. Die übrigen Gemeindebeamten bleiben voll beschäftigt. Ihre Bezüge ermäßigen sich aber um 436 Mk. beim Rechner, 226 Mk. beim Pvlizeidiener. 94 Mk. beim Feldschützen und 28 Ml. beim Bureauschreiber. Die Gesamtausgaben betrugen bei der früheren Regelung 12 390 Mark, jetzt betragen sie 10 376 Mk. Zum Einspruch der Lehrer, die Inhaber von Dienstwohnungen sind, gegen eine Mieterhöhung von 50 Prozent wurde noch nicht Stellung genommen.
Kreis Büdingen.
Y. Aid da, 12. Rov. Bei einer Treibjagd im hiesigen Jagdbezirk wurden 8 Rehe und 10 Hasen erlegt. Der Wildbcstand ist auch in den hiesigen Gemarkungen bedeutend zurückgegangen. Rebhühner find seltener geworden, die Fasanen trifft man nur noch vereinzelt in der Rähe von Bad Salzhausen an.
y. Bad Salzhausen, 12. Nov, In Kürze wird der Verwalter des hiesigen Kaufmanns- Erhol u n gsheiins. W. I i r u , unseren Badeort verlassen, um die Verwaltung des Kaufmanns- Erholungsheims in Landeck im Glotzer Berglond zu übernehmen. Bierzehn Jahre lang Hot er mit Geschick und Gewissenhaftigkeit das hiesige S)eim verwaltet und sich durch sein entgegentommendes, liebenswürdiges Wesen unter den jährlich über 600 Kurgästen des Heims aus allen Gauen Deutschlands viele Freunde erworben. Sein Weggang wird hier allseits bedauert.
X R a n st o d t. 12. Rov. Dcr auf dem hiesigen Hvsgute schon viele Jahre deschästigte Taglöhner Joh. Konrad Armbruster von hier war gestern bei der Dreschmaschine behilf- lich. Beim Ginlegen des Getreides lam er mit der Unken Hand in die Trommel. Dabei wurden ihm drei Finger vollständig abgeriffen unb die beiden anderen so zerquetscht. daß sie wahrscheinlich auch verloren sind.
Kreis Schotten.
.-«Rudingshain, 12. Rov. Unter Leitung seines Vorsitzenden, Apotheker S c r i bo- Schotten, hielt der Bezirk Vogelsberg der ..H a s s i a' seinen zweiten Bezirkstag hier ad, der gut besucht war. Aus den Verband-- lungen erscheint von besonderem Interesse, daß eine Reihe von Kriogervcreinen im kommenden Frühjahr dem KleinkaNberschiehsport nähertreten will.
Kreis 'Alsfeld.
WSN. Alsfeld, 12. Nov. Iw Lagerhaus des Konsumvereins im benachbarten Zell- Romrod wurde in der vergangenen Nacht ein ■■——W!11111 ! । ii_ . । ii ■■■■■■■■in ।
schwerer Einbruchsdiebstahl verübt. Den bis jetzt noch unbekannten Tätern fielen große Wengen Zigarren, Schokolade und Spirituosen in die Hände.
Kreis Lauterbach.
> Schlitz, 11. Rov. Der hiesige Männer- gefangner ei n „Harmonisches Kränzchen" beging am Sonntag seinen 7 0. Geburts- t a g. Im Sommer war dieses Jubiläum in einem großen Volksfest, verbunden mit einem Gesangs- wcttstreit deS Bezirkes, schon gefeiert worden. Diesmal galt die Feier dem Verein selbst. Der Tag wurde eingeleitet durch eine Toten- gebenkfeier auf dem Friedhof am Grave des Vereinsgründers. Der Chor fang dabei stimmungsvoll und tvnschön zwei passende Lieder. Stadtpfarrer Schmidt hielt die Gedenkrede. 5>ev Vorsitzende des Vereins legte mit Worten des Dankes einen Kranz nieder. In der altehrwürdigen Stadtttrche nahm bet Verein teil an dem Gottesdienst, in b offen Mittelpunkt die Predigt deS Oberpfarrers Dveckner stand. Umrahmt wurde die Feier durch Chöre deS Vereins, dem Sanctus aus der deutschen Messe von Schubert und einen Choral, sowie durch einen Sologesang des Konzertsängers Feh aus Darmstadt. Am Rachmittag fanb ein Festkonzert statt, bei dem neben dem Chor Herr Feh und Mitglieder der Rcichswehrkapelle Fulda mitwrrtten. Der Abend vereinte die Mitglieder zu einem geselligen Zusammensein.
btn. Dermutshain, 12 Rov. Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche fand hier eine große Treibjagd statt, an der zahlreiche Jäger, meistens Frankfurter Herren, teilnahmen. Die Strecke belief sich auf 24 Hasen, 15 Rehe und zwei Füchse. -__
Starkenburg.
WSN. D a r m ft a b t, 12. Nov. Im hiesigen Südbahnhos ist heute vormittag gegen 4 Uhr der Zugführer Philipp Hill von Darmstadt beim A b» springen aus einem bie Station durchfahrenben Güterzug löblich verunglückt. Hill, ber ben Zug nach Dienftschluß benutzte, um schneller nach seiner Wohnung zu kommen, fiel beim Abspringen so unglücklich auf ben Hinterkopf, baß bie ganze S ch ä d e l b e ck e zertrümmert würbe, wodurch der Tob auf ber Stelle eintrat.
* Darmstadt, 12. Rov. Dieser Tage starb hier Kommerzienrat Karl Ihrig im Alter von 73 Jahren. Der Verstorbene war langjähriger Direktor der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank. Er war ber Mitbegründer der hessischen GenossenschaftSorganifatio- nen. Seiner Anregung ist die Gründung vieler Genossenschaften zu verdanken. — Bei Büttelborn wurde das Fuhrwerk eines Lanb- wirtes von einem Auto angefahren. Das Pferd wurde dabei schwer verletzt. Die Insassen des Autos kümmerten sich nicht weiter um ben Vorfall und fuhren schleunigst davon. Der Landwirt bat den Führer eines anderen daher- kvmmenden Autos, ihn mitzunehmen; sie überholten bann das erste Auto und ver anlahten dessen Anhalten in Darmstadt. Hier wurden die Personalien der Schuldigen s e st gestel l t. Sie waren sehr erstaunt, Den Besitzer des von ihnen angesahrenen Pferdes wieder vor sich zu sehen. Dem Pferde waren mehrere Rippen herausgerifsen und es mutzte notgeschlachtet werden. - In der Nähe des Forsthauses Einsiedel bei Messef stieß ein mit Langholz beladene- Fuhrwerk mit einem Kraftwagen zusammen Hierbei wurden ber Beifahrer deS Kraftwagens und ein Pferd des Langholzwagens schwer verletzt.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
— 5— Lützellinden, 12. Rov. Die yissigc Schule bat vor kurzem einen Leihschen Licht - bild-Gpidiastop angeschasst. Einen Teil ber Kosten haben die Schulkinder selbst gedeckt, inber. sie den Erlös einer Aufführung zu 'diesem Zweä verwandten, ferner wurde der jährliche Zuschuß ber Gemeinbe hierzu in Anspruch genommen. Der Rest wurde durch Spenden ber Pächter ber hiesigen Gemeinbejagd, Hauptlehrer Frölich von hier und Hensolbt aus Wetzlar, aufgebracht.
O Lchrhach, 12. Nov. Bor ben hiesigen Schulkindern hielt unser Ortspfarrer Rhein f» r i h einen Lichtbildervortrag über
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'Wenn CTlire familie über den Morgenkaffee klagt, über seinen oft harten. bitteren Gefdunack. sein dünnes oder mattes Aussehen, so vergessen Sie nicht, daß die Zutai von $feber's Carkbadef alle Harte, und Bitterkeit der Bohne beseitigt und dem Getränk Fülle und Farbe gibt Än Päckchen zu 35 Pfg. reicht für weit über 100 Tassen.
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Generalvertreter; S. Grünewald, Bebra.


