Die Eröffnung der Ausstellung
mit des
angrenzende Gruppe der elektrischen Gebrauchsgegenständ e wiederum viel Neues u£y. .Interessantes. Sodann erfordern die mit elektrrscher Kraft betriebenen l a n d w i r 1 -
.h i 11-/) e<? Maschinen sorgfältigste Nuf- merksamkert. Unsere Landwirte mögen nicht ver°
U^,^ck -Ochau onzusehen! Nunmehr man s^ch aus der anschließenden Treppe in das Obergeschoß. Hier fällt der Blick zunächst auf elektrisch an getriebene Bureau- velseitigster Art (Franz Bogt 5 «f?lc$en)’ fo?ann ^eht man in einem
vortrefflich ausgestatteten Badezimmer s^-org A p p e l Gießen) die Anwendungsmög- der Elektrizität. 3n sehr gediegen gt arbeiteten Zimmerern richtunaen und K u ch e n (Aussteller die Möbelfivrnen Stück- rath. Bruck Nachf.. Hahn u. Wehr- L€frtm- ^tter und Beil) kann man fest- stellmr. daß auch da die Elektrizität sehr angenehm für- die Bewohner ist. 3it der Schau der kunstgewerblichen Werkstatt für Holzbildhauer- arbeiten von M. Berle sieht man gleichfalls Anziehungspunkte von besonderem Interesse man noch zu den elektrisch an- getriebenen, bemerkenswerten Phönir - Näb - maichmen, um hierauf in
r das Leich teS Gartenbaues
einzubiegen. Zunächst geht es zu der prächtigen Dahlienfchau, dann zu bent Stand der garten- und landwirtschaftlichen Beratungsstelle Dr. Kilbingers, teS geschätzten Mitarbeiters unfercr landwirtschaftlichen Beilage „DieScholle", von hier kommt man zur Gruppe der Blumen- binderei und S ch n i tt b lu nie n. Daran schließt sich die ObstauSstellung, die zu beiden ©eiten umgeben ist von den Eiiizelgcuppen Gartenmöbel (Oberhessisches Korbwarenhaus), Erzeugnisse der Bienenzucht (Oberhess. Bienenzüchterverein, Ortsgruppe Gießen u.rd lümgegend), Obst- und Gemüsekonserven und Zubehör (3. M. Schulhof. E. Kröck, Hernr. Mettenheimer). Obst- und Beerensäfte (Apotheker Schäfer und Beruh. Walz) und Garten schuhe (Schuhhaus Metropol). Nun geht's wieder nach unten. Nächst bet Bühne sieht man Material zu Frühbeetfensteranlagen aufgebaut, daneben hat Lun- wig Keßler-Wieseck, der weithin befartnte „Dippe-Louis", seinen interessanten Staiid. Dann folgt einiges aus der Stadtgärtnerei, und nun. schieben sich einige Stände der Elektri- zi t ä t mit allerlei elektrischen Haus- Ha lt s a p p a r a t e n, mit der elektrischen Kühlanlage und endlich mit der elektrischen Küche ein. Hieran schließt sich ein Stand der Raiffeisengenossenschaft, es folgt nun das älniversitäts-Dersuchsgut, bann bic Hofgärtuere L i ch und schließlich der Gartenbaubetrieb Rudolf Weber mit Flora-Blumenkasten aus Beton.
Blumenaussteller sind: Robert Döll, Neustadt 46, H. Hahn, Ecke Bahnhofstraße— Wolkengasse, 3ean Gillmann, Ederstraße 20. Rudolf Weber, Schiffenbcrger Weg, Balthasar Keil, Heuchelheim, Wilhelm Moser, Wiesecker Weg. Eduard Rieger, Wiesecker Weg, Gustav Witt- mann, Marburger Straße, Hermann Schab. Alter , Schiftenberger Weg. Rudol, Schneider. Schiffen- berger Weg. Eugen Hubing. Schiffenoerger Weg. Adolf Döitges, Marburger Straße, Wilh. Gerhard, Schiffenberger Weg. Earl Becker, Schiffen- berger Weg.
dessen Wurzelhals zu tief in den Boden kam, treibt Notwurzeln über dem Wurzelhalse, das ist die Stelle, an welcher die Wurzelkrone beginnt. 3c mehr eine solche Notwuczel erstarkt, um so mehr werden die ursprünglichen Wurzeln absterben. Die Folge ist älnfruchtbarkeit, Befall von älngeziefer. kümmerliches Wachstum, Gipfeldürre und frühzeitiger Tod. Man beobachte das Wachstum der Waldbäume und wird staunen, wie wenig tief daselbst die Wurzeln unter dem Boden entspringen und verlaufen. Ein großer Teil aller gepflanzten Obstbäume wird alljährlich zu tief gesetzt.
Wenn wir zum Schluß noch empfehlen, die Schädlingsbekämpfung einheitlich zu gestalten und die hierfür erforderlichen Gerate und Mittel auf genossenschaftlichem Wege oder gsmeindeweise zu beschaffen, besonders geeignete Leute als Daum- Wärter dafür auszubilden, sie ihrer Leistung entsprechend zu entlohnen, lokale Obstausstellungen zu veranstalten, durch welche das Interesse belebt und die Sortenkemrtnis bereichert wird, so bleibt nur noch übrig, einige Worte über den Kronen- schnitt zu sagen. Es ist die Meinung vielfach verbreitet, man solle junge Obstbäume nur die ersten 2 bis 3 3ahre einem geregelten Schnitt unterwerfen. Nach dieser Zeit, sobald das Astgerüst einmal angelegt sei, vom weiteren Schneiden ab» sehen, denn der Schnitt sei ein Gewaltmittel, mit dem man sparsam Verfahren soll. Cs ist richtig, daß solche Bäume früher tragbar werden und die breite Krone sich gar stattlich ausnimmt. Beginnt dann die volle Tragbarkeit, so ist das Liebel da. die Aeste- sind ihrer Länge entsprechend zu schwach! um die Last der Früchte tragen zu können. . Man muß binden und stützen. Es ist dann ein I 3ammer, zusehen zu müssen, wie in dem jungen Baum herumgestiegen werden muß und wieviel grünes Obst dabei herunterfällt. Man nehme sich daher die Kronen der Strahenbäume zum Borbilde. Diese sind fast immer so gezogen, daß ein Stützen und Binden auch bei reichem Behang nicht nötig wird.
dem Markte. Der unbestreitbare Erfolg des aus- ländischen Obstes beruht in erster Linie in der verlockenden Färbung und der Aufmachung, in ber es aus den Markt gebracht wird. Man wähle nicht zu viele, aber auch nicht zu wenig Sorten. Seitdem man weih, daß es eine ganze Anzahl guter Sorten gibt, die mit sich selbst bestäubt, unfruchtbar bleiben und auf Bestäubung durch Dienen von anderen Sorten dngetotefen sind, ist es Aufgabe der Gegenwart, diesem Punkt bei der Anpflanzung besondere Beachtung zu schenken. Man wird auf alle Fälle Wert darauf legen müssen, Sorten zusammen zu pflanzen, welche gleiche oder doch wenigstens annähernd gleiche Blütezeit haben. Welche Sorten man wählen soll, hängt von der Oertlichkeit ab und ist nicht ohne weiteres zu enftcheiden. Weit mehr als bisher sollten gute Lokalsorten Beachtung finden. Solange dre 3taliener unsere Goldparamäne. Kanada- und andere Renetten pflegten und Pflanzten, taugten ihre Aepsel nichts. Erst seitdem man in den Albaner Bergen dazu überging, bodenständige Lokalsorten im Großen zu bauen, blüht ber Anbau des Apfelbaumes im Süden zur Der» sorgung bet Großstädte mit frischem Obst nach der Apfelsinenzeit. — Auch im Liebhaberobstbau muß ein Zuviel an Sorten vermieden werden. 3n der Nähe ber Städte verdienen die Frühäpfel aus Buschbaum be sondere Berücksichtigung. Auch der Liebhaber darf die Rentabilität seiner Anlage nicht aus dem Auge verlieren. Gr Pflanze mehr Frühzwetschen, die reißend Absatz finden und gut bezahlt werden.
Auf die Frage, tote man pflanzen soll, lautet die Antwort: Stets so. daß es aussieht, als ständen die Bäume zu hoch. Die oft gehörte Antwort: Der Baum muh genau so hoch ober so tief stehen, wie er in ber Baumschule stand, ist falsch, denn in der Baumschule stehen sie, namentlich in leichtem Boden, bereits vielfach zu tief. Außerdem setzt 'ich die Erde der Pflanz- grube und die Oberfläche eines Grundstückes wird immer viel eher erhöht als abgetragen werden. 3eber Daum, ber zu tief gepflanzt wurde, d. h.
Dach Tagen angestrengtester Arbeit stand die Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung am Samstagmittag zur festgesetzten Stunde fix und fertig zur Eröffnung da. Die Pessimisten, die an ber rechtzeitigen Bollendung noch bis zum Freitag zweifelten, hatten wieder einmal da- nebenprophezeit.
3n schlichter Weise erfolgte am Samstagmittag gegen 11.30 Ähr
die Eröffnung.
Vertreter ber verschiedensten Behörden, die Mitglieder des Stadtparlaments, zahlreiche, im öffentlichen Leben unserer Stadt und des Kreises Gießen stehende Herren, sowie die Aussteller ver- sammelten sich gegen 11.15 Ahr in der Volks- Halle zur Ausstellungs-Eröffnung.
Beigeordneter Dr. Seid
der Vorsitzende des Ausstellungsausschusses, hielt die Eröffnungsrede. Er wies nach Begrüßungsworten auf die besondere Bedeutung dieser Zusammenkunft hin. Die Tatsache, daß die Ausstellung jetzt eröffnet werden könne, sei für Gießen nicht ein alltägliches Ereignis, wenn man bedenke, daß die letzte Ausstellung im 3ahre 1914 mit Auszeichnung hier stattgefunden habe. Der Redner ging bann kurz auf die Vorgeschicht? ber Ausstellung ein. Als im Herbst vorigen Ar »rEe8 d^se 2dee auftauchte, fand sie wenig ' Anklang: man scheute die Kosten. Anders wurde es, als der Do l k s h a l le be r e in die 3bee öon neuem auf griff; Veranlassung dazu war die Erwägung, daß das städtische Elektrizitätswerk jetzt sein 25jähriges Bestehen feiern konnte und un Hinblick darauf für den Oktober eine Werbeveranstaltung plante, und daß ferner der Ver-
und der Gartenbauverein für den gleichen Zeitpunkt Ausstellungen beabsichtigten. Da bot sich für, den Volkshalleverein Gelegenheit, alle Aus- ste^ungswünsche zu vereinigen, und aus dieser Zusammenfassung erklärt sich auch der Name der Ausstellung. Die Zahl der Ausstellungs- ttrstigen wuchs so stark, daß der Raum der für Gietzener Verhältnisse doch großen Volkshalle nicht hinreichte, um alle Wünsche befriedigen zu rönnen. Eine Reihe von Ausstellern mußte leider wegen Raummangels zurückgewiesen werden. Diese Entwicklung des Ausstellungsinteresses darf nacy den Worten des Redners gedeutet werden
Ä?“ der Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage, des erstarkenden Selbstvertrau- ens und der Zuversicht auf eine bessere wirt- swaftliche Zukunft. Der Redner dankte dann Een, die so eifrig mitgearbeitet haben an diesem Werk, und er dankte weiter der Stadtverordneten- Versammlung, die durch Llebernahme einer Garantiesumme in großzügiger Weise den finan- zietien Grundstein für das Unternehmen gelegt habe. Hoffentlich werde die Ausstellung dem Gießener Handel und Gewerbe zum Nutzen ge° reichen und den Besuchern Anregung und geistigen Gewinn vermitteln. Möge ein günstiger Stern über der Ausstellung stehen. Mit diesem Wunsche eröffnete der Redner die Ausstellung.
Anschließend fand ein
Rundgang
dann tün sehr hübscher Diererzug mit hessischem Landvolk, als Erntewagen hergerichtzet, auf dem die Dreschflegel munter geschwungen wurden. Historische Tracht trugen die Begleiter des Wagens vom Geflügelzuchtverein, auf dem allerlei Federvieh mitgeführt wurde; sehr hübsch auch ein Zweispänner mit blumenbekränzter Dieder- meierlaube. Dazwischen wiederum Privcskraft- toagen und Radfahrer, alle im Zeichen des Gartenbaues und der Blumenzucht anmutig gc- schmückt.
Anschließend an den eigentlichen Korso folgten dann die verschiedenen Fahrzeuge des Re- klameznges, an dem sich eine ganze Reihe von ö'irmen mit Werbewayen beteiligten. Man sah u. a. die Dampfmolkerei Grieb mit einer Riesen- vollmilchflasche auffahren, Bäckereien mit Broten und großen Zwiebäcken. „Raafs Häuschen" auf Radern, ^Eleftrolux", große gelbe Dapolinfässer mehrere Wagen des Konsumvereins und manches andere. r'
3m ganzen wirb zu sagen fein, daß der Blumen- und Werbekorso eine außergewöhnliche x sonntäglichen Straßenbildes ge
bracht hat und durchaus als ein wohlgelungener unb origineller Auftakt zur Gießener Werbewoche zu bezeichnen ist.
Die Vlumenbindekunst cruf der AussteAung.
Wenn man von der Straßenseite her den weiten Raum unserer Volkshalle betritt, möchte man gerne
• 1 üTJ)!iIcn' um die Einzelheiten des färben- reichen Bildes zu erfassen, das sich vor dem Besucher ausbreitet. Da jedoch die in mühevoller Nachtarbeit entstandenen Werke der B lu m e n bindekunst eine baldige Besprechung erfordern, die in der Vergäng. lichkeit dieser Gegenstände begründet ist, so müssen wir uns diesen Genuß noch bis auf die nächsten -tage versagen.
Sie ausgestellten Vorbilder von BlumenspondSn, wie sie für besondere Anlässe in Freud und Leid des menschlichen Daseins gewünscht werden, bilden einen hervorragenden Schmuck und Anziehungs- punkt der ganzen Ausstellung. Niemand wird diesen Teil der Ausstellung unbefriedigt verlassen. Fast alle Blumenarbeiten zeugen von technischem Können, Farbensinn und Beherr,chen des schwierigen Werkstoffes. In der Mehrzahl der einzelnen Abteilungen erhebt sich Sinn für Farbe und Form weit über das handwerksmäßige Herkommen. Man verspürt beim Betrachten künstlerisches Schaffen nach eignem Empfinden. Im Rahmen eines kurz bemessenen Le- richtes kann nur das allerbeste hervorgehoben werden. Dieses mit sicherem Urteil immer zu finden, wäre bet oem Reichtum der ausgestellten Bindereien keine leichte Aufgabe gewesen, wenn nicht Ausrufe des Entzückens aus dem Publikum als Wegweiser gedient hätten.
Diese Blumenarbciten, die unserem fleißigen Gärtncrstandc zur Ehre gereichen, haben im vorderen Teile der rechten Galerie Aufstellung gefunden. In lauschigen, aus dunklem Tannenqrün gebildeten Nischen in jedes der ausstellenden Geschäfte für sich allein oder in Gemeinschaft mit einer zweiten von den übrigen räumlich so getrennt, daß jede Leistung in ihrer besonderen Eigenart, unbeeinflußt durch die anderen, auf den Besucher einwirken kann, eine Lösung, die bei dem herrschenden Raummangel als glücklich gelungen bezeichnet werden kann.
In der ersten Auslage, die von der Gärtnerei Wilhelm Moser ausgestellt war, gefielen besonders zwei Bluntenkörbe aus Alpenveilchen und Primeln, durch die Art ihrer leichten Garnierung mit Zierspargel und den Blüten des gefüllten Schleierkrautes, die fast allgemein für Myrienblüten gehalten werden. Weit schöner noch ist ein Kranz aus reinweißen Dahlien mit leichter Auslage fein- ftrahliger Dahlienblumen in lachsrosa Tönung. Eine Zusamemnstellung von ganz eigenartiger Wirkung und Schönheit.
Nicht weniger beachtet und allgemein beifällig beurteilt wurden die Blumenarbeiten des zweiten, daran anschließenden Raumes, welche der Gärtnerei G u st a v W i 11 m a n n entstamtmen. Hier war es neben einer Reihe gleichwertiger, kostbarer Kranze besonders ein reich ausgestatteter Braut- schmuck in weißen Nelken, der die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich lenkte.
Die nächste Nische vereint unter ihrem tannenduftenden Dach die Gärtnereien Dönges und Weber. Unter den Arbeiten des erstge- nannten ist ein rund gewundener Kranz aus hellrosa Dahlien in Seerosenform bemerkenswert. Diese Kranzspende vereint Anmut der Farbe und Schlichtheit der Form in gefälliger Weise. Aus den mancherlei herrlichen Sachen Webers ist es wiederum ein Kranz, der den Raum beherrscht. Sowohl die Wahl des Werck- stoffes. terrakottafarbige, innen leuchtendgelbe Dahlien. Sorte Morgensonne, und dunkle Rusen zeugen von gewähltem und gereiftem Geschmack und viel Geschick. Viel Beifall ernteten bei den Damen die niedlichen Pompon-Dahlienkörbchen in den Sorten Gretchen Heine, rosa, Slbfeuer, rot, und Sunset, gekbrot.
Gärtnerei Gerhard und Schad teilen sich in den nächstfolgenden Raum. Aus dem reichen Blumenflor Gerhards, bestehend aus dunklen Chabaudnelken, Rosen und Gladiolen sind er- wahnenswert die großblumigen Zinnien mit 451111^ von der Größe einer mittleren Dahlie. ^Ber die lange Blütendauer dieser dankbaren Sommerblurne beurteilen kann, wird bedauern, daß sie in unserer Stadt kaum bekannt sind. Sie sind n)$t zu verwechseln mit den etwas steifen, in gemischten Farben, sondern Hochzucht von Farbenreinheit. Was die Gärtnerei nr a -Numenbinderei leistete, ist allererster Art. Ihr Kranz aus mattrosa Dahlien, Sorte Kanters Rosel, in Verbindung mit dunkelroten Rosen, eine Blumenarbeit in Kissenform: Rein- weißer Dahliengrund mit Rosenstrauß, eine Palmenwedelspende, Brautschmuck aus Hadleyrosen und Nelken, sind Kunstwerke im Sinne des Wortes, würdig einer großstädtischen Beraiistal- hing und Krönung durch einen besonderen Preis.
In der Abteilung von Karl Becker und Gärtnerei Eduard Rieger herrschen die Rosen. Hier waren es die einfachen und halbgefüllten Sorten, wie Apfelblüte, Rödhätte usw.. welche begeisterten Beifall der blumeiiliebenden Damenwelt auslösten. Ein herrlicher Dahlienkranz, der die ganze Fläche der Rückwand einnahm, war von jener Größe, die bei südlichen Völkern, wo frische Palmenwedel das gewöhnliche Bindematerial sind, beliebt sind, bei uns jedoch nur ausnahmsweise gewünscht werden.
In der letzten Grotte, von der Gärtnerei Hubing & Schneider geschmückt, herrschten Pnbnen, kleine wüchsige Zimmertannen und feingefiederte Cocos Wedelliana und in Bindereien die Astern vor. Ein blauer Asternkorb, ein Kranz aus weißen Strahlenastern und Kränze aus fchwarzroten und orangefarbigen Dahlien sind bemerkenswerte Leistungen.
Oberbürgermeister Keller.
Er wolle herzlich und aufrichtig (oben und danken. Loben die Ausstellung, die in allen Abteilungen Hervorragendes darbiele. Es sei ein guter Gedanke S.wcsen, in gemeinsamer Ausstellung die neuzeitlichen Entwicklungen des Gartenbaues und der Elektrizität zu zeigen; dort sehe man die mehr individuelle, die persönliche Leistung, hier die mehr massenhafte, maschinelle Leistung industrieller Betätigung. Beide, Landwirtschaft und Industrie, seien Säulen unserer deutschen Volkswirtschaft, die durch deutschen Fleiß und deutsches Können ununterbrochen immer ragender empor= streben mögen, um den Bau zu stützen, in dem das deutsche Volk einig, sicher und zukunftsfreudia wirken
statt, auf dem die Teilnehmer den Eindruck gewannen, daß hier etwas M u ft e r g ü (t i g e s für dw. Verhältnisse einer Mittelstadt geschaffen wurde. Aus diesem Rundgang überraschte die Bäcker- Innung Gießen die Gäste mit frischgebackenen Brötchen, beten Inneres je aus einem eingebackenen frankfurter Würstchen bestand. Die recht delikate Gabe war ,n dem ausgestellten elektrisch geheizten Backofen hergestellt worden; sie sand allenthalben lobende Anerkennung. Um 1 Uhr vereinigte man s'ch M einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem die Küche des ,ft!icbigshöhe"-Wirts Ter to r ausgezeichnetem Können bestand. Wahrend Mahles sprach
Blnmenattlage Nachdem der Schaufen st erwettbe-
der Gießener Handelrgärlner-Deceimgurig werb bereits am Samstagnachmittag und Abend gegenüber (An dieser ßtpHp r»; x a Ä"? ansehnliche Menge Schaulustiger auf die
gen werden) Von hier inrnh? ™ * tcm Degen am Vormittag das Wetter erfreulich
llnks zur * M ™ naä) aufgeklärt hatte, der Verkehr in den Haup^
(Eleftriiifäfsabfeihmn strahen unserer Stadt eine seit langeem nicht
~ , «tenrizttalsabteiluvg. mehr beobachtete Stärke. Es ist allerdings zu
r» - Yucr'. begegnet man dem elektrischen bedenken, daß der gestrige Sonntag, der auch t.r 1 e in dem von Meistern der eine Menge auswärtiger Besucher nach nnnSrr£>F»^ne^mnäT-9 an den elektrisch Gießen geführt hatte, die verschiedensten Anzie- tömen und an dem elektrisch hungspunfte vereinigte: Schaufensterwettbewerb, hp« gearbeitet wird zur Deckung Ausstellung, Dlumenkorso, Lnhnregatta — es
iF.p££? . Ausstellungs-Nestau- war allerlei auf einmal „los", und es gab
-?r®ann man zum Stand der allenthalben etwas zu sehen.
bearfieitunuSmnfrfiini»» durch die der Dlumenkorso programmaßig
densten Art. Anschließend folat ein werden sollte. Wenig später waren alle
dem Otod>e 6er rau [?? t? gtgerfttifle. zahlreiche Fenster der anliegenden ZSJLÜE 6at. bittet" Me | ,SSS
mengestellt wurde; um 2V2 Uhr erfolgte dann die Abfahrt, zunächst durch die Neustadt, dann berührte der Zug die Bahnhofstraße, Akiccstrahe, Seltersweg, Kreuzplatz. Sonnenstraße, Schulst raße, um sich über Kirchplatz, Lindenplatz, Ost- anlage und Kaiseraslee nach der Volkshalle zu bewegen. Der Korso selbst wurde angeführt durch eine stattliche Reiterkavalkade des Gießener- Reit- und Fahrklubs, die mit ihren schmucken Aot- röcken und ihrem gepflegten Pferdematerial ein hübsches und bewegtes Bild abgab. Dahinter folgte der Reiter-Verein Großen-Bufeck, sodann em blumengeschmücktes, mächtiges Lastauto mit ter Onufif, woran sich ein langer Reigen der Radfahrervereine anschloß. „Germania", For- tunaZ Radheil 1890" und „Gießener Radfahr-,. verein halten ihre Mitglieder in stattlicher 3a# aufgcaoten, die int Dreh mit Fahnen und reichgeschmuckten Stahlrössern in langsamem Ze.-npo aufsuhren Auch Doppelräder und ein fc^er lebensgefährliches, historisches Hochrad waren zu bewundern. Leider gab es infolae des intensiven Straßenbahnverkehrs, de? ich be^
Debatte sehr lebhaft gestaltete, und Unterbrechungen des Zuges Anschtteßeno an die Radler folgten reich mit zäumen geschmückte Zweispänner.ein Dogcart,
Obstaussteller sind: Kreisstrahenver- könne. Das Lob dieser Ausstellung gehe von selbst waltung Gießen, Fürstl. Hofgärtnerei Lich. Obstauf die Aussteller, ohne deren Mitwirkung man nicht und Gartenbau-Verein Heuchelheim, Hch. Winn, die Freude gehabt habe, diese schöne Ausstellung zu Stadtv., Hch. Becker, Lehrer. Bürler, Ackerbau- sehen. Allen Ausstellern könne man mit Schiller zu- techniker, Helfenbein, außerdem noch zwei bis drei rufen: „Das Werk lobt den Meister." Und loben kleine Aussteller, deren Namen im Augenblick und danken müsse man auch der Ausstellungsleitung, nicht feststehrn.
mit dem Beigeordneten Dr. Seib an der Spitze, roi;*.
und den Ausschüssen, deren Mühe es gelungen sei, 45HCR
bie 2Iusfteüung ghirflicb zu vollenden. Hier zeige sich ÖUtCh dlL AusffeüUNHShaNe auä), daß die Notwendigkeit der Volkshalle immer w... . \ 9 .
mehr von der Bevölkerung erkannt werde. Wenn Stn .^erortentlich reizvolles
nun eine hoffentlich sehr große Besucherzahl in der uni> ^farbige Blumenschmuck»
Ausstellung Anregung und Belehrung gefunden und Insbesondere die Prachtvolle Dlumenbeetanlag« der gesellige Teil ber Veranstaltung Freute und Gartnereivereinigung und die hervorragende Genugtuung geweckt habe, dann dürfe die Aus- -^ay"en!ch.au. zahlreiche Lorbeerbäume. Da>rnen- stellungsleitung einen vollen Erfolg verbuchen und 9run "''w. geben dem ganzen Ausstellungstverk des Dankes gewiß sein. Mit einem Hoch auf die n ^rmen erquickenden Tom Der rundherum Ausstellungsleitung und ihre Mitarbeiter schloß der jausende zierliche schmuck der Galerie mit Zrer- Redner seine Worte spargel. angebracht von der Handelsgcrrtnerver-
Mit diesem Mittagessen fand der offizielle Teil mnrgung. nimmt sich recht hübsch aus. Für höchst sein Ende. Unmittelbar anschließend begann ®g®u^n9«€fftft« hat die Diret-
. 3 tron des städtischen Elektrrzttatswerles in vor-
oer gutrut des Publikums. trefflicher Weise im 3nnern der Halle und auch an der Front des Baues gesorgt. Das Beleuch- Der Besuch war am Samstagmrchmittag be- tungsbild läßt den Wunsch wachtoerden. es möge reits rege. Sämtliche Ausstellungsabteilungen wenigstens die neue reizende Innenbeleuchtung wurden met großem Interesse besichtigt, dazu bot an der Galerie und Bühne entlang für dauernd « x « Weller flotte musikalische erhalten bleioen. Zu alledem kommt die erheblich
Unterhaltung. 2lm Samstagabend war ebenfalls verbesserte Innenausgesialtung des Bvlkshalle- schon viel Besuch zugegen. Die Ausstellungs- baues. die sich gleichfalls gut ausnimmt. Nur stände wurden bis in die späten Abendstunden ein — seien wir im Ausdruck gelinde! — Schön- fnfer^iert in Augenschein genommen. Der heitssehler ist da: die Einfriedigung des Restau- gesellige Teil brachte Musik und Tanz. Das rationsraumes. Wir meinen, da hätte nicht doch Tanzkunstlerpaar Nino Berno und Otto etwas ganz anderes, besseres anbringen müssen Delosf trat in einer Anzahl Spitzen- und als das jetzige Monstrum, das eine sehr starker ^atwnaltänzen auf,_ deren Vorführung gereiftes Aehnlichkeit mit Tellen einer städtischen Anlage tanz künstle risch cs Können bewies. Die Darbie- am Güterbahnhos hat. Wenn nur irgend möglich, hinget fanden lebhaften Beifall. Daneben hotten so sollte man jetzt noch diesen „dunklen" Punkt in
Drsucher Gelegenheit, auf der neugedielten einer Hellen und schönen Ausstellung schleunigst Drchne ebenfalls ausgiebig dem Tanze zu hui- beseitigen. Einige frühe Qk>rmittagSftunben, in ölfleTL denen die Ausstellung ja geschloffen ist, könnten
Ein Rundqanq. zu dieser älmgruppierung gaitz gut benutzt werden.
.. rv, xt , Uebrigens kann man sich diesen Raum ganz gut
Jtian betritt die Bollshalle durch den Haupt- auch ohne jede limfr'iebiqunq denken,
etngang von der Grünberger Straße. Zunächst T _
steht man der prächtigen B8UMeNKvrs0.


