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Pubtikunrs aus erträglich sein toütite. Aber dabei «übte man sich vor Augen halten, dah die Bähnverwaltung in einem solchen Falle von vorn­herein die stärkere Position hätte insofern, als fte zweifellos erklären würde, die Verbirrdung einfach ganz zu streichen, toenn eine Einschrän- kmrg von den Interessenten abgelehnt würde. Das würde natürlich wenig schön sein von der Dahn, allein wir wollen nicht vergessen, daß weite Kreise des Volkes ja auch nach anderer Richtung hin an der Bahn vieles tadeln (z. D. die Güter­tarife). und die Bahn unter Hinweis auf ihre Reparaticmsverpflichtung über diese Tadel und Klagen einfach zur Tagesordnung übergeht. Des­halb möchten wir, falls der obenerwähnte Fall der Umwandlung von Klein-Dampfzügen in Trieb­wagen irgendwo eintreten sollte, dazu raten, das SpÄchtvort vmr dem Sperling in der Hand und der Taube auf dem Dache nicht zu vergessen.

Run noch einige Bemerkungen über die Rot- Wendigkeit und Dringlichkeit der Fahrplanver­besserung. Wer die Verhältnisse und die Volks- Meinung auf dem Lande kennt, weih, dah eine Erweiterung des Fahrplans schon lange ein wich- tiges und dringendes Erfordernis ist. Unter Den gegenwärtigen Verhältnissen hat die Bevölke­rung auf dem Lande und in den kleinen Städten bei Fährten nach Gießen starken Zeit- und Geld­verlust zu erleiden, den das Landvolk gerade in dieser schweren Zeit von sich genommen sehen möchte. Da die Einlegung weiterer Dampszüge bei der angespannten Finanzlage der Reichsbahn keinerlei Aussicht auf Verwirklichung hat, regen wir, wie bisher schon mehrfach in unseren Spal­ten. auch jetzt wieder die Indienststellung von Triebwagen an, die dem Bedürfnis des Verkehrs wohl entsprechen und die Reichsbahn: auch mit weniger Unkosten treffen würden, als es bei Dampfzügen der Fall wäre. Sollte die Reichs­bahnverwaltung aber der Meinung sein, das Bedürfnis nach einer Fahrplanausdehnung sei nur gering oder vielleicht überhaupt nicht vor­handen, weil ihr nicht erwiesen, so wäre diesem Ginwand entgegenzuhalten, daß der Bevölkerung zunächst die Verkehrsmittel an die Hand gegeben werden müssen: dann werden sie auch ihre In- ansprivchnahme finden. Wagemut und Entschlossen­heit sind natürlich notwendig. wenn man eine neue Aufgabe zur Lösung vornimmt.

Wir würden es begrüßen, wenn die zuftändi- gen Stellen in Stadt und Land (Gemeindebehörden, Kreisverwaltungen, Handelskammern, Verkehrs­vereine) sich für die Befriedigung dieser Ver­kehr-Wünsche bei der Reichsbahnverwaltung ein- setzen und zu diesem Zwecke unter einer einheit­lichen. geschlossenen Leitung vorgehen würden. Derart vereinten Bemühungen dürfte der erhoffte Erfolg wohl nicht versagt bleiben .

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

f. Äletn-ßinben, 12. März. In der jüngsten Gemeinderalssitzuna wurde zunächst die Kaution des neugewahtten Gemeinderechners auf 3000 Mk. festgelegt. Die nochmalige Vorlage des Schulvorstandes betr. Errichtung der 3. Klasse der Mädchenfortbildungs schule wurde unter Protest der Linken von der Mehrheit aus finanziellen Gründen abgelehnt. Der Gra­ben längs der Schulgärten soll mit Rohren versehen und zuaeworfen werden. Die Lieferung der Rohre wurde Maurermeister Karl Lung übertragen. Die Befestiaung des Pfingstweidweges und der ver­längerten Lebensgafle soll als Notstandsar­beit ausgeführt werden. Sin Antrag der Gewährung von Beihilfen au den Kosten der .Badekuren kranker Kinder wurde vertagt - und soll demnächst in nichtöffentlicher Sitzung er- ^ledigt werden. Der Anlage eines Obstbaum- stücke s will man erst nach Besichtigung und Prü- jung des betr. Grundstückes an der Höll näher­treten. Der Antrag betr. Uebernahme einer Garantiesumme für die neu zu errichtende Autolinie Gießen Niederkleen wurde mit Mehrheit angenommen. Ein Anttag auf 2lbbe- stellung desHess. Kommunaldienstes" wurde abge­lehnt.

XX Heuchelheim, 12. März. Unser Dorf gewinnt von Jahr zu Jahr an Ausdehnung, vor allem in der Richtung nach Gießen. In­folge der Feldbereinigung und des Geländeaus­tausches mit der Stadt Gießen wurde vor­treffliches Bauterrain gewonnen. Eine stattliche Häuserreihe ist neben der Gießener Straße an der verlängerten Wilhrlmstrahe ent­standen. in deren Mitte die stattliche Turnhalle hervorragt. In der Richtung nach den Rachbar- orten Kinzenbach-Atzbach ist schon seit Jahrzehnten fein Reubau entstanden. ' Für Heuchecheim, seine Rachbargemeinden und das Biebertal bleibt vor allem noch eine direkte Ver­bindung nach dem Südende der Stadt Gießen, nach den Kliniken und dem Bahnhof erwünscht.

y. Ruttershausen, 12. März. In einer, erfreulicherweise auch von Männern zahlreich besuchten Abendversammlung führte Mis­sionar Schmoll von der Basler Mission an Hand von Lichtbildern in anschaulicher Weise die Ge­danken der Anwesenden nach China, das für jeden Denkenden im Mittelpunkt des Interesses steht und sicher große Zukunftsfragen der Mensch, heil beeinflussen wird. Er appellierte an die Unter­stützung der Heimatgemeinde, weil gerade die deutsche Mission keine politischen Zwecke verfolge, sondern bei aller Achtung der chinesischen Kultur und Eigenart selbstlos durch Anbietung des Christentums diesem Riesenvolke die religiösen und sittlichen Kräfte für seine- Zukunftsaufgaben ver­mitteln wolle. Der Abend hinterließ einen tiefen Eindruck.

z. Allendorf a. d. Lda., 11. März. Die Gemeinde hat den Ausbau der neuange­legten Straßen beschlossen. Zum Decken der Straßen werden jetzt Basalt st eine gebrochen. Diese Arbeiten werden von den hiesigen Ar­beitslosen, etwa 50 an der Zahl, als R o t - standsarbeit ausgeführt. Die Leute erhallen außer der Erwerbslosenunterftützung pro Stunde 20 Pfennig Zulage. Bei der hiesigen Holz- Versteigerung wurden recht erhebliche Preise erzielt. Von nah und fern waren zahlreiche Kauflustige erschienen. Der Preis gestaltete sich je nach Qualität und Lage für je 2 Raummeter Hartholz oder 5 Raummeter Reiser, wie folgt: Buchenscheitholz 16.80 bis 32,20 Mk., Buchen­knüppel 14,20 bis 24 Mk., Buchenreiser 12 bis 24,80 Mk., Buchenstöcke 4 bis 18,20 Mk., Cichen- knüppel 11 bis 14 Mk., Eichenreiser 10 bis 18,60 Mk., Kiefernknüppel 8,60 biß 16 Mk., Kiefernstöcke 3 bis 4.40 Mk., Lärchenreiser 3,40 bis 4,80 Mk. Eine Versteigerung von B a u - und Ruhholz fand nicht statt. Dieses wird auf dem Submissionswege vergeben, und zwar

werden, entgegen den Vorjahren, kleinere Lose gemacht, so daß sich auch kleinere Handwerker an der Submission beteiligen können. Trotz d«S strengen Winters und des fast ununter­brochen anhaltenden RegenS ist der hiesige Saaten st and als gut zu bezeichnen. Be­schädigt sind fast nur Ländereien, die unter Grundwasser zu leiden haben. Diese sind zum größten Teil auSgewintert, so daß ein noch­maliges Bestellen des Feldes die Folge fein wird. Die Kleefelder sind stark von Mäusen heimgesucht. An Abhängen sieht man Hunderte von Löchern, in denen die lästigen Rager ihren Unterschlupf haben.

: Beuern, 12. März. Im Rahmen des hiesigen Volksbildungsvereins sprach der Volksschriftsteller Heinrich Raumann von Ranzhausen bei Lohra. Sein Thema lautete Lieb und Leid unserer Heimat in der Gegen­wart". Der tiefdurchdachte Vortrag gipfelte in den Worten: Liebe, Licht und Leben Un­verstand, Unzucht und Untergang. Die große Versammlung lauschte mit gespannter Aufmerk­samkeit den zu Herzen gehenden Worten unseres hessischen Heimatschriftstellers. Reicher Beifall und der Dank des Dereinsvorsitzenden lohnten die vortrefflichen Ausführungen des Redners. Die am Mittwoch im hiesigen Gemeindewald abgehaltene Rutzholzversteigerung war von Liebhabern aus Beuern und der näheren und weiteren Umgegend gut besucht. Es wurden für den Festmeter Ruhholz durchschnittlich nachste­hende Preise erzielt: Eichenstämme 1. Klasse 112 bis 140 Mk.. 2. Kl. 80 bis 120 Mk.. 3. Kl. 75 bis 85 Mk.. 4. Kl. 15 bis 75 Mk., 5. Kl. 24 bis 33 Mk. und 6. Kl. 20 bis 30 Mk. Die B u ch e n st ä m m e 3. Kl. wurden bezahlt mit 39 biß 70 Mk. pro Festmeter. Ein einzelner Buchenstamm 4. Kl. mit 0.84 Festmeter Inhalt galt 43 Mk.

: Winnerod, 11. März. Während des ganzen Winters wurden Kulturarbeiten an den Grundstücken des hiesigen H o f g u t e s vor­genommen. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die oberen Aecker an der neuen Bersröder Straße am Waldrand zu dränieren. Das nasse Wetter der letzten Tage ist allerdings den Dränagearbeiten sehr hinderlich.

* Geilshausen, 12. März. Die hiesige Bezugs- und Absahgenvssenlchaft hielt Enefer Tage ihre ordentliche Generalver­sammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, dah der Warenbezug im abgelaufenen Geschäftsjahre an Saatgut, Düngemitteln und Sämereien sich auf 19 868 Mark belief. Die Bilanz weist einen Reingewinn von 799 Mark auf. Es wurde beschlossen. 2 Prozent auf Waren­bezug zu vergüten. Der Rest wurde je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage über­wiesen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt Die vorgeschriebenen Ersatzwahlen zu Vorstand und Aussichtsrat ergaben deren Wiederwahl.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 13. März. Die Schillerschule Friedberg, Lyzeum imb Frauenschule, veranstaltet am Dienstag, dem 16., und Mittwoch, 17. März, eine Ausstellung der Fra^uenschule und des Lyzeums. Die Ausstellung umschließt bi« in den Kunsthandarbeiten, im Deißnähen, Schneidern, in der Hauswirtschaft uird der Kin- devgarteittechnik während deS Schuljahres 1925/26 angefertigten Arbeiten. Anmeldungen zum Be­suche der Frauenschule werden am Mittwoch an­genommen. Man beachte die heutigen Anzeigen.

pb. Butzbach. 12. März. Unser Rat- hauSurnbau ist vollendet Durch den Umbau ist eine bessere und zweckentsprechende Einteilung der Bureaus und Derwaltungsräurne erreicht worden. Die Reueinteilung ist folgende: Erd­geschoß: Einwohnermeldeamt, Polizeiwachstube. Fernsprechzentrale, Wahllartothek, und Wohl­fahrtsamt. Zwischengeschoß: Stadtkasse und Stadtbauamt. Obergeschoß: Verwaltungs­bureaus. Sitzungssaal und kleinerer Saal für Ausschuhsitzungen. Letzterer dient auch gleich- zeitig als Trauungszimmer. Die Arbeiten in diesen Räumen sind den Zeitverhältnissen ent­sprechend in einfacher Weise ausgeführt worden. Der Baukredit wurde in erster Linie für die In­standsetzung und Erneuerung der teilweise stark verwahrlosten Holzkonstruktion, der Fußböden und Fenster verwendet. Von einer Ausmalung des Sitzungssaales, wie sie in anderen ober­hessischen Städten vorhanden ist, mußte abge­sehen werden. Rur ein üeiner Fries, dessen Mo­tiv den Schnitzereien des vorhandenen Holzfach­werks entnommen ist, und der die Verbindung zwischen Wand und Decke herstellt, ist die einzige Malerarbeit im großen Sitzungssaal. In diesen FrieS hat man die Zunftwappen derjenigen Gewerbe usw. aufgenommen, die im 16. Jahr­hundert, in dem das Rathaus erbaut wurde, in Butzbach heimisch waren, wie der Gerber, Schuhmacher, Strumpfwirker, Bauhandwerker, so­wie der Bäcker. Metzger und der Landwirtschaft. Außerdem sind an der Stirnseite des Saales noch die Wappen des Reichs, des Landes und der Stadt aufgesetzt. Im kleineren Saal ist eben­falls ein Verbindungsfries ausgeführt. Er ent­hält ein Rosenmotiv mit dazwischen ge­setzten Putten und Amoretten und soll den Zweck des Raumes als Trauungszimmer andeuten. Beide Räume machen einen einfachen gediegenen Eindruck. Sämtliche Arbeiten sind von Butz­bacher Handwerkern ausgeführt, alle Gin- richtungsgegenstände von hiesigen Ge­schäftsleuten geliefert worden. Die ganze Dausumme ist in Butzbach verblieben und hat hiesigen Einwohnern Arbeit und Verdienst ge­bracht. Dem Stadtbaumeister Scherrer, nach dessen Plänen der Umbau vorgenommen wurde, gebührt die Anerkennung, dah er es verstanden hat. den historischen Charakter des inneren Rat­hauses in jeder Beziehung gc chrt zu haben.

00 Butzbach, 12. März. Die Erhaltung der hiesigen Oberrealschule stellt an di Stadt große finanzielle Anforderungen. Der Stadt ist es nicht mchr möglich, die zur Lebensfähiger- haltung der Schule erforderlichen Aufwendun­gen weiter allein zu befreiten. Die Stadt ist daher an die interessierten Rachbar-Ge- meinben mit dein Ersuchen herangetreten, durch Gewährung eines einmaligen Zu­schusses für das Rechnungsjahr 1926 zur Er­haltung der Schule beizutragen. Es hat deshalb eine Besprechung mit den Vertretern der Rachbar gemeinden stattgefunden, in b?r man die Rotwendigkeit, helfend einzugreifen, allge­mein anerkannte, zumal die Schule gerade von Schülern dieser Gemeinden schon immer zahlreich besucht wird. Der für 1926 aufzu­bringende Gesamtzuschuh beläuft sich auf 37 000 Mk. Vom nächsten Jahre ab gedenkt die Stadt die Schule ohne Leistung von Zu­

schüssen fettens der Gemeinden zu unterhalten. In normalen Zeiten gewährte auch die hiesige Industrie Unterstützungen, mit solchen ist jedoch im Hinblick auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen sich die Industrie augen­blicklich selbst befindet, vorläufig nicht zu rechnen.

2$. Ober-Mörlen, 12. März. Heute nach­mittag wurde unser neuer Bürgermeister A. E. S ch m i d t in sein Amt eingewiesen. Damit hat der langwierige Bürgermeisterkampf, der in seinen verschiedenen Phasen sehr heftig geführt wurde, sein Ende gefunden. Mtbürgermeister Oeibel hat 22 Jahre ununterbrochen die Bürgermeistergeschäfle geführt und in dieser Zeit eine segensreiche Tätigkeit entfaltet. U. a. find die Wasserleitung, das elektrische Licht, die Feld­bereinigung fein Werk. Bürgermeister Geibel beschloh mit einem öffentlichen Dank an seine Wähler gestern seine Amtstätigkeit.

Kreis Büdingen.

* Büdingen, 12. März. Die Deutsch- nationale Volkspartei veranstaltete hier eine sehr gut besuchte Mitgliederversamm­lung, in welcher der Landesgeschäftsführer Dr. Brehm einen zweistündigen Vortrag über die politische Lage im Reich und in Hessen hielt, wobei er besonders über die aktuellen Tages­fragen sprach. In der anschließenden regen Aus­sprache wurden die Darlegungen des Referenten leb­haft unterstrichen.

Kreis Schotten.

Schotten, 12. März. Das auf dem Küpperts, V« Stunden von hier, mitten im Wald gelegene Jagdhaus Wolfslauf sott verkauft toerben. Don dem früheren Pächter der angrenzenden Waldjagd, Kommerzienrat C l o o s zu Ridda, erbaut, diente es dem je­weiligen Jagdaufseher als Wohnung. Später ging es in den Besitz des nachfolgenden Pächters der Waldjagd, Stern zu Frankfurt, über, von dessen Erben es jetzt zum Verkauf angeboten wird. Da zu dem Jagdhaus auch em Wies en­ge lände von etwa 13 Morgen gehört, nimmt man an, daß die Hess. Forstverwaltung, die be­kanntlich Privatbesih aus ihren Waldungen ver­drängen will, als Käufer auftreten wird. Für die Gemeinden der Umgegend ist das sehr schön gelegene Jagdhaus ein beliebtes Wanderziel.

La u ba ch, 12. März. Auf der H o l z v er­st e i g e r u n g des gräflichen Forstamts, dte gestern stattfand, kam das Raummeter Buchenscheiter auf 13 bis 15 Mk.: das Raummeter Buchenknüppel auf 910 Mk.; das Raummeter Stöcke auf 79 Mk.: das Raummeter Reiserknüppel auf 56 Mk. Diese Preise sind wesentlich niedriger, als diejenigen der Umgegend, wo das Raummeter Buchenscheiter stellen­weise auf 20 Mk. und darüber kam. Der Staat hat die Absicht, wie man hört, die Villa Frie­densruhe am Fuße desRoten Berges" zu er­werben, um sie ßu einer Heimstätte für er« holungsbedürftige Kinder umzugestalten. Der Vorsitzende der Landesversicherungsanstalt, Herr Neumann, hat mit dem Besitzer darüber ve- handelt: es sollen 16 000 Mk. geboten worden fein. Ein Verkauf hat jedoch bis jetzt noch nicht stattge­funden. Die Villa ist jetzt im Besitz des Fabrikanten S ch u n k vom Windhof bei Gießen, des Pächters der Laubacher Gemeindejagd.

Eichelsdvrf, 12. März. Die Losholz­berechtigten zeigen sich infolge der hohen Holzpreife bei den Versteigerungen recht zurückhaltend. Sie wollen ihren Mehrbedarf an Heizmaterial lieber in Kohlen decken, als unerschwingliche Holzpreise zahlen. In der Vorkriegszeit entsprach ein Rm. Duchenscheit- hvlz 4 bis 5 Zentner Kohlen. Heute lassen sich für den Kaufpreis eines Raummeters desselben HolzeS 10 bis 12 Zentner guter Steinkohle er­stehen. waS, selbst die Beschaffung eines Kohlen- vfens in Betracht gezogen, noch als Ersparnis anzusehen ist.

Kreis Alsfeld.

(D Kirtorf, 10. März. Heute nachmittag fand im Saale ,^um offenen Helm" eine stark be­suchte Versammlung der Einwohner von Kirtorf und Obergleen statt, die ganz ent­schieden Protest gegen die E i n st e l l u n g der Autopostlinie Kirtorf Ehringshau- s e n erhob. Nach einer regen Aussprache, an der sich insbesondere die seitherigen Vertreter der Der- kehrsinteressen unserer Gemeinden beteiligten, und die zur Klärung der Sachlage wesentlich beitrug, erteilte die Versammlung ihre Zustimmung zu einer Protestresolution, die sowohl der Oeffent- lichkeit wie auch den maßgebenden amttichen In­stanzen überreicht werden wird. Man erhofft hier von dieser Versammlung und ihrer Resolution als Ergebnis nicht einen Abbau, sondern einen wetteren Ausbau und Förderung unserer Verkeh^sver- hältnisse.

Kreis Lauterbach.

A Lauterbach, 12. März. Der S t a d t v o r - stand beschäfttgte sich in seiner jüngsten Sitzung zunächst mit der vom Reiche angeregten Veranstal­tung einer Reichsgesundheitswoche. Man ist bereit, für die Kosten einen Betrag zur Ver­fügung zu stellen unter der Bedingung, daß die Veranstaltung nicht nur an einem Tag stattfindet, sondern auf mindestens zwei bis drei Abende aus­gedehnt wird, an denen Vorträge in gesundheitlicher Beziehung, z. B. über Geschlechtskrankheiten, Tuber­kulosen- und Trinkerfürsorge, gehalten werden. Weiter wurde beschloßen, den Arbeitslosen, soweit sie nicht als Notstandsarbeiter beschäftigt und auch nicht in den Genuß der bereits im Dezember von der Stadt bewilligten Winterbeihilfe gekommen sind, eine Unter st ützung auszuzahlen. Auf Grund eines früheren Beschlusses ist die Um- pflasterung des Steinweges und der H i n t e r g a s s e vorgesehen. Die Arbeiten wurden der Firma Georg Huppert, Frankfurt a. M., übertragen. Zur Behebung von Mißständen im K a n a l n e tz schlägt das Kulturbauamt Gießen vor, entlang der Lauter am See einen Ent- l a ft mi g s f a n a I einzubauen. Es wurde beschlos­sen, diese Arbeiten in den Monaten Juni und Juli auszuführen. Ein Antrag auf Ausstellung eines Bauprogramms für 1926 wurde nach ein­gehender Besprechung bis zu einer der nächsten Sitzungen zurückgestellt, da anzunehmen ist, daß bis dahin über die Bereitstellung von Mitteln für Bau­zwecke seitens des Staates klare Bestimmungen vor­liegen. Die vorgesehene Errichtung eines Schwimmbades am Flurrasen muß in Anbe­tracht der außerordentlich hohen Kosten vorerst z u- rückgestellt werden. Es soll versucht werden, am Brennerwasser in der Grub ein provisorisches Bad auszubauen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die unwiderrufliche Anstellung des Stadt rech ners beschlossen. Ein Antrag der Salzschlirfer K u r l i ch t s p i e l e um Er­mäßigung der Vergnügungssteuer wurde wiederholt abgelehnt. Nach Beratung des Gesuches

| gab der Bürgermeister Kenntnis von den gegen ihn gerichteten Angriffen imFilm-Kurier" und teilte mit, daß das Kreisamt Lauter- bad) diese Angelegenheit der Staatsanwalt­schaft zur weiteren Veranlassung übergeben habe.

WSR. Lauterbach, 12. Marz. In der Rächt wurde in der Villa eines hiesigen Ein­wohners ein schwerer Einbruch verübt. Die Diebe öffneten gewaltsam ein Parterrefenster, erbrachen mit Hilfe eines Stemmeisens alle Schränke und Behältnisse und entfernten sich dann unter Mitnahme von Bargeld, einem Mikroskop und einem Opel-Herrenfahrrad. Es dürfte anzunehmen sein, dah der Einbruch von denselben Tätern begangen wurde, die in bet Rächt vorher in Rösberts eingebrochen hatten.

o Schlitz. 12. März. Der Heimat sinn und der Sinn für die Vergangenheit ist in unserem abgelegenen Schlitzerlande immer besonders rege gewesen. Durch Geistliche und Lehrer, un­ter denen sich Ramen von gutem Klang befinden, ist die Heimatliebe auch stets besonders eifrig gepflegt worden. So hat das Dchlitzerland noch feine schöne Tracht erhalten, es verfügt aber auch über eine viel reichere He i m-att l it e r a- t u r als andere Gebiete unseres Hessenlandes. Eine Krönung hat die seit Jahrzehnten ge­triebene Heimatpflege nun mit der Errichtung eines Heimatmuseums erfahren, das in der altertümlichen Hinterburg in drei Räu­men zur Zett untergebracht wird und in eini­gen Tagen eröffnet werden kann. Der um die Heimat erforschung verdiente Oberpfarrer Knodt und Lehrer Altstadt sind schon seit Jahren um die Beschaffung des Inventars be­müht gewesen, das in Form von Eigentum oder als Leihgabe bereits so zahlreich vor- liegt. daß ein Burgzimmer, ein Du r ger - saal und eine Bauernstube mit Küche ein­gerichtet werden konnten. Dem Heimatmuseum fällt in unserer raschlebigen. Zett eine bedeut­same Aufgabe zu. Es will das Eigentümliche der ehemaligen Grafschaft Schlitz in bezug auf Ge­schichte. Volkskunde, geistiges, kirchliches und wirtschaftliches Leben möglichst geschlossen zur Darstellung bringen und dazu beitragen, dah auch späteren Geschlechtern der Heimatsinn er­halten bleibt. Auf Anregung des Landtags- abgeordneten Bürgermeister Dr. Riepoth ist man nach den üblen Erfahrungen bei den letzten graften Schadenfeuern im Schlitzerlande der Frage der Beschaffung einer Motorspritze näher- getreten. Rachdem nun, mit Ausnahme von Hartershausen, alle Gemeinden des Schlitzer- landes Beiträge zu den Anschaffungskosten zuge­sichert haben, konnte Dr. Riepoth beauftragt toerben. Verhandlungen wegen des Ankaufs einzuleiten. Die Motorspritze soll hier zur Auf­stellung kommen.

Starkenburg.

WSR. Offenbach. 12. März. Am Mitt­woch abend hat sich im Hause Birsmarckstrahe 32 ein folgenschweres Unglück ereignet. Der 17- jährige Gymnasiast Franz Hof wurde von seiner Mutter, als diese von einem Ausgang zurückkehrte, tot in der Küche aufgefun­den. Als Ursache wurde Gasvergiftung festgestellt. Der junge Mann, der an einem starken Schnupfen litt, scheint an dem Gashahn herumhantiert und ihn versehentlich nicht ganz geschlossen zu haben.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

J Wetzlar. 12. März. Rach mehrmaligen Versuchen ist jetzt in einer gut besuchten Ver­sammlung der Wetzlarer Verkehrs ver­ein gegründet worden. Zum Vorsitzenden wurde bis auf weiteres Stadtrat Winkelmann be­stimmt. Zur Bearbeitung der einzelnen Gebiete wurden drei Ausschüsse gebildet, und zwar ein Werbeausschuh, ein VerschönerungS- aus sch uh und ein Verkehrsausschuh. Wie dies bei solchen Tagungen üblich ist, kam in der Aussprache eine grohe Zahl von Wünschen und Verkehrsprojekten schon zur Erörterung, ein Zeichen dafür, dah dem neuen Verein ein weite- Betätigungsfeld eröffnet ist. Inwieweit er seinen Aufgaben gewachsen sein wird, hängt viel von der Zusammensetzung der Ausschüsse mit ar­beitsfreudigen und wettblickenden Männern ab. Wenn man von dem zur Zett besonders aktuellen Thema der Kraftpostverbindungen mit dem Lande absieht, so sind es noch ander« äuherst wichtige Derkehrsfragen. die den neuen Verkehrsausschuh zur intensivsten Arbeit an­spornen können. Die Verhältnisse auf dem Bahnhof Wetzlar z. D. find alles ander« wie gut. Ist doch der vor zwanzig Jahren be­gonnene Umbau deS Bahnhofs heute noch nicht vollendet. Die Bahnhofsvorhalle ist zeitweise so schlecht erleuchtet, dah man glaubt, sich in einer Spelunke zu befinden. Sonntagsfahr­karten nach Wetzlar werden nur von etwa einem halben Dutzend Orte ausgegeben. Für den Ausflug verkehr nach Wetzlar ist fast gar- nicht gesorgt usw. Auch der Po st verkehr ist noch recht reformbedürftig. Es ist z. D. in der Zett der Schnellverbindungen und der Aus­nutzung aller Geschäftsmögl ichketten tm Wirt­schaftsverkehr kaum glaublich, daß die vor- mtttags um 8.30 Uhr in Wetzlar etntreffenbe Berliner und Hamburger Rachtpost einschl. der Berliner Zeitungen erst nachmittags 3 Uhr zur Austragung gelangt und den einzelnen Emp­fängern teilweise erst um 5 Uhr ins Haus ge­bracht wird. Die Erledigung wichtiger Eingänge oder der Versand bestellter Waren ist dann am gleichen Tage fast ausgeschlossen. Das gleiche gilt von der Versendung der hier auf gelieferten Pakete, für die vormittags überhaupt kein Ver­sand eingerichtet sein soll. Auch der Ver­schöne rungsausschuß, der wohl als Rach­folger des vor dem Kriege bestandenen Der^ schönerungsvereins angesprochen werden darf, hat alle Hände voll zu tun, wenn er die Stadt und ihre wunderbcrre Umgebung dem besuchenden Fremden so zeigen will, wie es auch nur im ge­ringsten erforderlich ist. Ein Blick auf die n c a I $ m u n t *n ihrem jetzigen Zustande dürfte allein genügen. Ruhebänke, wie sie .früher überall zu finden waren, sind in der gan- zen Umgebung geradezu eine Seltenheit gewor­den Hoffentlich gelingt es dem 'Verein, die er­forderlichen Mittel, deren Betrag nach dem allein hier Gesagten nicht gering ist. mit Hilfe der Stadt aufzubringen, damit er auch nach dieser Richtung die nötige Schwungkraft entwickeln kann. Der Gebefreudigkeit der Bürger ist hier ebenfalls ein grohes Betätigungsfeld er­öffnet. ;