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Dor einigen Tagen veranstaltete die Land- wirtschaftskarnrner Westfalen in S o e st einen Vortragskurs, an dem besonders die neue Einstellung der Landwirtschaft auf die bedrückenden heutigen Verhältnisse erörtert werden sollte. Auf der Tagung 'sprach u. a. Prof. Dr. Kraerner-Gießen über die Anpassung aller einzelnen Zweige der Tierhaltung an die heutigen Konjunkturen (mit besonderer Berücksichtigung der Zollfragen). Der Lehrgang nahm einen glänzenden Verlauf und brachte den Landwirten Westfalens viel neue Anregungen und Winke.
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—Unter sehr starker Beteiligung der Landwirte aus allen Teilen Oberhessens fand am Donnerstag in Gießen ein eintägiger Vortrags- kursus für praktische Landwirte statt. Dazu hatten sich auch die landwirtschaftlichen Schulen aus Lich, Grünberg, Butzbach, Alsfeld, Lauterbach eingefunden. Als Gäste waren u. a. zugegen der Vertreter der Provinz Oberhessen, Regierungsrat Dr. Braun, Regierungsrat Strack, Geheimrat B o e ck m a n n-Schotten, der Vertreter der Stadt Gießen, Beig. Dr. Rosenberg. Oberveterinärrat Prof. Dr. Knell, die Vertreter der Landwirtschaftsämter, ferner Oekonomierat Breidenbach- Dorheim.
Der Vorsitzende der Hessischen Landwirtschafts- kammer, Präsident Hensel, eröffnete die Tagung und sprach freundliche Begrüßungsworte.
Als erster Redner sprach dann Prof. Dr. Schmidt vom Institut für Tierzucht und Mol«
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Standpunkt aus nicht nur eine Steigerung der einheimischen Milchproduktion, sondern auch eine Verbilligung der Erzeugung. Es muß das Bestreben der Zuchtvereine und Landwirtschaftsbehörden sein, die Züchtung der einzelnen Rindoiehrassen den ihrer Entwicklung günstigen Boden- und Klima- verhältnisien anzupasien. So haben die Bewohner der deutschen Küste (Marsch) und des bayerischen Hochgebirges frühzeitig die Viehzucht mit festen Zuchtzieleu organisiert und durchgeführt. Sie haben dadurch erstklassige Viehbestände geschaffen. Wesentlich verschieden liegen die Verhältnisse in Mitteldeutschland, wo die mannigfaltigsten Bodenarten wild durcheinander liegen. Hessen hat viel zu leiden unter der Rassensrage, weil leider noch zu viel kreuzt wird, züchten und verbesiern kann man erst, wenn man sich ein festes Zuchtziel gesetzt hat. Die Erreichung des Zuchtziels hängt auch von Haltung, Pflege und Fütterung ab. Die Frage der Bodenständigkeit spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle; in Gebirgsgegend, z. B. im Vogelsberg, muß unbedingt die bodenständige Rasse erhalten und verbessert werden, um höhere Leistung in Milch- und Fleischproduktion zu erzielen. Das Simmentaler und schwarzbunte Niederungsvieh kann unter den ärmlichen Verhältnissen unserer Gebirgsgegend nicht zur vollen Entfaltung kommen, die Tiere verkümmern. In der Wetterau herrscht dagegen Simmentaler Vieh vor, auch das schwarzbunte Vieh hat auf den größeren Gütern immer mehr Eingang gesunden, doch kann man es nicht zu der Oldenburger Hochzucht bringen. Auch in unserem Höhenvieh ist die Veranlagung zu hoher Milchleistung vorhanden. Es ist nicht nur auf die Kühe zu achten, sondern auch auf die Veranlagung der Bullen. Deswegen soll man bei der Aufzucht und dem Ankauf von Bullen darauf sehen, ob er von milchreichen Müttern abstammt. Bei der Milchproduktion ist vor
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stadt sand um 3 Uhr nachmittags im Palast-Lichtspielhaus statt. Die Filme sollen dazu beitragen, die Kenntnis über die Verwendung und Wichtigkeit künstlicher Düngemittel in immer weitere Kreise zu tragen. 3m einzelnen betrafen die Filme: so ziemlich alle Gebiete des Pflanzenbaues, Düngemittel Futtermittel, Saatwaren, Versuchstätigkeit, Methoden zur Bestimmung des Nährstoffgehaltes bei Böden, Versuche über Bodensäurefragen, Besuch« auf dem Versuchsgut bei Reichelsheim im Odenwald und vieles andere mehr. Auch der Grünlandfilm von Dr. K i l b i n g e r , Gießen, ist als sehr lehrreich zu bezeichnen. Oekonomierat Breidenbach, Dorheim, der Vorsitzende des Landwirtschaftskam- mer-Ausschuffes für Oberhessen, dankte in herzlichen Worten dem Leiter der Versuchsstation, Prof. Dr. Rößler, der die Filme zur Verfügung gestellt hatte. Höchst anerkennenswerte Worte zollte er auch dem Gründer und langjährigen früheren Leiter der Versuchsstation, Geh. Hofrat Prof. Dr. Paul W a g- n e r, Darmstadt.
Damit fand die sehr stark besuchte und anregend verlaufene Tagung ihr Ende.
Wfi WUMM Bloß WWAGMkW am Montag, dem 22. März, abends 81/» Uhr, im Saale des früheren Hotels Einhorn (jetzt Palast-Lichtspiele), Eingang Kirchstraße unter Mitwirkung derKapelle Topp
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Odenwälder Blaue. Graf Werder u. a.m. Als Spätkartoffeln empfahl er die Industrie und die Edeltraut von Böhm. Als Wirtschaftskartoffel komme die stärkereiche Barnassia und Weltmann in Betracht. Redner sprach noch kurz über die Wichtigkeit des Futterpflanzenbaus und die Verdienste des Hessischen Grünlandvereins.
Line rege Aussprache
schloß sich an di« Vorträge an. Es beteiligten sich daran u. a. F i s ch e r - Zwiefalten, Prof. Dr. Knell, Gießen, Prof. Dr. Kraemer, Oekonomierat Breidenbach, Prof. Dr. Schmidt. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Hensel ermahnte die Zuhörer, nun das Gehörte in die Tat umzusetzen zum Wohle der Landwirtschaft.
Eine Vorführung der Ailme
allem auch auf die Güte der Milch großer Wert zu legen, damit wir dem Ausland gegenüber konkurrenzfähig bleiben. Redner sprach dann über sachgemäße Zugviehaufzucht: das Kalb könne in den ersten sechs Monaten nicht reichhaltig genug gefüttert werden, Musterwirtschaftsanlagen müßten bestehen und Zuchtwarle ausgebildet werden. Nur durch eine leistungsfähige Viehzucht, die genügend Milch und Fleisch produziert, könne zur Linderung der gegenwärtigen Lage beigetragen werden. — Nach lebhaftem Beifall der Zuhörer dankte Präsident Hensel dem Redner und ermahnte besonders die Jugend, die Ratschläge zu befolgen und dem hohen Ziel zuzustreben.
Professor Dr. Kraemer vom Landwirtschaftlichen Tierzuchtinstitut in Gießen sprach über das Thema
„3st der deutschen Landwirtschast mit Kaltoder Tvarmblutzuckt besser gedient?"
Die Pferdezucht Hessens weise zwei Drittel Kaltblutzüchter auf. 1925 wurden 25 000 Pferde für 20 Millionen Mark eingeführt, das sei ein großer Fehler für die Volkswirtschaft. Es gelte, die einheimische Pferdezucht zu heben. Leider sei die Zucht im Rückgang begriffen. Die schweren Kaltblüter brauchten mehr Futter und alterten schneller, dagegen hätten sie den Vorteil früherer Reife und stellten niedrige Anforderungen an die Weide. Das Warmblutpferd eigne sich sehr für die Landwirtschaft, da es gewandt, ausdauernd und sehr leistungsfähig sei. Bei den Kaltblütern stehe der rheinisch-belgische Typus im Vordergrund. Es sei falsch, zu glauben, daß man das beste immer aus bAn Ausland beziehen müsse. Die Quelle der Warmblutzucht sei in Oldenburg, Hannover und Mecklenburg. Die schweren Kaltblüter hätten im Krieg versagt, während die mittleren und leichteren Kaltblüter sich besser bewährt hätten. Der Redner sprach dann über die Aufzucht, Krankheit und schärfere Erfassung der Leistungsprüfung, damit die Wirtschaftlichkeit genau festgestellt werden könne. Bestimmte Vorschläge, ob Kalt- oder Warmblutzucht, gab der Redner nicht, dos müsse sich vielmehr aus den Verhältnissen ergeben. — Der Präsident dankte dem Vortragenden in herzlichen Worten.
Als dritter Redner sprach der Generalsekretär des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Starkenburg, Dr. Nothart, Darmstadt, der das Thema behandelte:
„Zeltsragen zum Pflanzenbau".
Beim Pflanzenbau sei in erster Linie auf die klimatischen und Bodenverhältnisse zu achten. Der Weizenanbau müsse vermehrt werden. Redner sprach dann über die Bekämpfung der Getreidebrandes durch das gebräuchlichste Mittel Uspulum, neuerdings bewähre sich auch ein pulverisiertes Trockenbeizmittel: ohne Beizung solle der Landwirt fein Getreide aussäen. Hederich würde mit Kalkstick- stoff bekämpft. Er empfahl für unsere Gegend drei Sorten Gerste: Eckendorfer, Groninger und Fried- richswarter Wintergerste, bei Noggensaat den Pett- kuser Roggen von Lochow, der 80 Prozent der Roggenanbaufläche in Deutschland beherrscht, bei Winterweizen den Struwe Dickkopf, der sich in Hessen sehr bewährt hat, bei Sommerweizen Struwe Sommerweizen, bei Hafer weiße grobspelzige Hafer und den anspruchslosen feinspelzigen Lochows Gelbhafer, der in Hessen die erste Stelle einnimmt. Es gebe in Deutschland 2000 Sorten Kartoffeln: als beste Frühkartoffel mit einem Ertrag von 275 Doppelzentner auf den Hektar komme allerfrüheste Gelbe von Böhm in Frage, ferner noch Kaiserkrone,
S) Letzlar, ir Mürz. Der ländliche y o r t b i l d u n g »s ch u l u n t e r r i ch t, ber in dm meisten Gemeinden des Kreises obligatorisch einge^ führt wurde, nimmt für das laufende Winterhalbjahr in diesen Tagen fein Ende. Leider werden die Vorteile dieses Unterrichts von einem großen Teile ber Fortbildungsschulpflichtigen vielfach verkannt. Auch über ungehöriges Verhalten der Schüler gegenüber den Lehrpersonen wurde in vielen Fällen Klage geführt. Die Gemeinden erheben je Schüler und Unterrichtshalbjahr einen Beitrag von 2 Mk.
• Braunfels, 12. März. Don Sonntag, 14. März, ab find der Rittersaal des Schlosses Braunfels mit Deikergalerie (Iagdgemälde), der Bergfried, ein Teil der Znnenräume und die S ch l o h k i r ch e, sowie daS Im Spätsommer 1924 eingerichtete Familienmuseum zur Besichtigung wieder frei- gegeben.
T Dorlar, 12. März. Zu unserer Auh- und Brennholz der st eigerung hatten sich viele auswärtige Käufer aus Ahbach, Kinzenbach und Waldgirmes eingefunden. Die Preise waren sehr hoch: sie stellten sich: Eichennuhholz pro Festmeter 22 618 30 Mk., Tannen 20 Mk., Buchenscheit pro Raummeter 18 bis 20 Mk., Knüppel 14 bis 16 Mk., Eichenscheit 8 bis 10 Mark, Knüppel 7 bis 9 Mk. Die Reiser waren verhältnismäßig billig: es kamen pro Meter Buchenreiser 1 Mk., Tannenreiser 0,50 Mk.
$ Groß-Rechtenbach, 12. Febr. Die hiesige i^par - und Kreditkasse G.m.b.H. hielt ihre Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 1925 ab. Erfreulicherweise war gegenüber dem Geschäftsjahr 1924 eine wesentliche Hebung des Geldverkehrs zu verzeichnen. Auch der Warenverkehr hatte an Umfang zugenommen. Die Wahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl der bisher dem Vorstände angehörenden Mitglieder. Die Gesamtmitgliederzahl der Kasse beträgt 52.
g. Lützellinden, 12. März. Die hiesige Gemeinde hat sich entschlossen, noch in diesem Jahre einen Bullenstall zu bauen. Die Borarbeiten für den Bau sollen - sofort in Angriff genommen werden.
]:[ Hochelheim, 12. März. Der hiesige Männergesangverein Frohsinn, der wiederholt an Gesangwettstreiten teilgenommen bat, beabsichtigt, am 2. Pfingsttag 1927 selbst einen Gesangwett st reit abzuhalten.
<> Dornholzhausen, 10. März. Zur Anlage eines neuen Friedhofes gelegentlich der wirtschafllichen Umlegung der Grundstücke ist nunmehr endgültig eine 30 Ar große Fläche am Dorfausgang links der Straße nach Heuchelheim ausgewiesen. Die sanitätspolizeiliche Untersuchung des Bodens ergab, daß die in Aussicht genommene Fläche sich zur Anlage eines Friedhofes eignet. Der alte Friedhof ist mitten im Dorfe um die Kirche herum belegen. Abgesehen davon, daß dieser fast vollständig velegt ist, ijt die beabsichtigte Neuanlage des Friedhofes außerhalb der Ortslage auch vom hngienischen Standpunkte aus sehr zu begrüßen. Es bleibt nun noch abzuwarten, ob die Neuanlage auch die landespolizeiliche Genehmigung findet. Nach Lage der Verhältnisse ist aber an ihrer Erteilung kaum zu zweifeln. — Der dem Bauunternehmer Schäfer, hier, übertragene Ausbau ber 500 Meter langen Teilstrecke des Weges nach Langgöns ist von dem Regierungspräsidenten als Notstandsarbeit anerkannt und der Ge- meinbe ein Zuschuß aus Mitteln der produkttven
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