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Amtsgericht Bietzen.

* ©leben, 7. 3an. Gin Lademeister von hier, der mit seiner Familie au8 dem Osten flüch­ten muhte, wohnt bei einer Witwe zu Miete. 3m Laufe der Zeit haben sich zwischen Mieterin und Vermieterin die jetzt leider vielfach üblichen Meinungsverschiedenheiten ergeben, die Im No­vember schließlich mit einem gegenseitigen Wort­wechsel endigten. 3m Verlause desselben beleidigte die Vermieterin den Mieter und seine Familie durch verschiedene Aeuherungen. Auch entfernte sie sich trotz vielfacher Aufforderungen des Mieters nicht aus dessen Wohnung. Sie wurde deshalb wegen Beleidigung zu 25 M k. und wegen Hausfriedensbruchs zu 10 Mk. Geldstrafe verurteilt.

* (Ziehen, 9. 3an. 3n einer größeren Gemeinde in der Llmgegend von (Ziehen war seit längerer Zeit der Wunsch rege, es möge sich ein Arzt dort niederlassen. Tatsächlich ging dieser Wunsch auch in Erfüllung, allein der betr. Arzt starb leider sehr bald. Als sich dann ein anderer Arzt dort niederlieh, wurde sein Antrag auf Zulassung zur Kassenpraxis abgelehnt. Aus fernen Einspruch hin wurde die Angelegenheit einem anderen Ausschuß überwiesen, der dann auch die Zulassung aussprach. Hiergegen legten die Krankenkassen Einspruch ein, worauf der vorhergehende Beschluh wieder aufgehoben und die Dedürsnisfrage verneint wurde. Daraufhin zog der Arzt weg. 3n der Folge liehen sich dann zwei Aerzte in der Gemeinde nieder, von denen der eine zur Kassenpraxis zugelassen wurde, während der Ausschuh Den Antrag des andern ablehnte. Diele Kassenmitglieder und Bürger waren hiermit nicht einverstanden, und es kam zu einer Dürgerversammlung, in der sehr scharfe Worte fielen, namentlich auch gegen die Kom­mission, die mit der Wahrung der 3ntereffen der Kassenmitglieder und der Gemeinde von dem Zulassungsausschuh betraut worden war. Der Vorsitzende desselben verteidigte sich gegen diese Angriffe und führte dabei u. a. aus, ein Mitglied . des Ausschusses habe bei der Entscheidung über die Zulassung eines der beiden Aerzte wahr­scheinlich das kleinere liebel vorgezogen, um das größere zu vermeiden. Hierdurch fühlte sich daS betr. Mitglied -beleidigt und erhob Privatklage,

Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen Telegraphenlinie (Kabel- kanal) in der Frankfurter Straße, Süd­anlage und Dleichstraße in (Ziehen liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus. 389D

Gießen, den 13. Zanuar 1926.

_______ Telegraphenbauamt.

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sowie einer Theateraufführung. Abends fand die offizielle Feier für die Mitglieder statt. Schon lange vor Beginn war der geräumige Saal der Turnhalle weit überfüllt. Rach eini­gen flotten Musikweisen der Kapelle Topp» Gießen begrüßte der 1. Vorsitzen!^ der hiesigen Ortsgruppe, Kamerad Walldorf, die An­wesenden mit einer markanten Ansprache. Der Vorstand hatte für den Abend ein reichhaltiges Programm gewählt. Es wechselten ab Gesangs­vorträge und humoristische Vorträge: der Ge­sangvereinKonkordia" und der Klub Wander­vögel-Höhenflug hatten sich in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt. Ebenso machte die Kapelle Topp eine vorzügliche Musik. Weiter fand eine Verlosung statt, die vielen Mitglie­dern durch entsprechende Gewinne Freude be­reitete. Aach Beendigung des offiziellen Pro­gramms vereinigte noch ein Tänzchen die Teil­nehmer.

und gilt allgemein als eine ganz hervorragende Schöpfung der Filmkunst. Er zeigt aber auch, in welch großem Maße das bewegliche Bild in den Dienst wahrhafter Volkserziehung gestellt werden kann. Die Veranstaltung am Sonntag sollte der Auftakt zu der in Aussicht stehenden Filmvorführung sein, die aller Voraussicht nach großes 3nteresse in allen Devölkerungskreisen, unb zwar der näheren und weiteren Umgebung Gießens, finden wird. Vor dem Lichtbilder­vortrag wurden die zahlreich anwesenden Kinder durch eine Aeihe Kindergeschichten aufs beste unterhalten. Auch hier toiaren die Kleinen ein dankbares Publikum.

** Der Goethebund veranstaltete am Sonntag einen bereits für 1925 vorgesehenen literarischen Abend, dessen Gegenstand Goethes mannigfache Beziehungen zum Rhein und feinen Landen bildeten. Man las Gedichte und ausge- träblte Abschnitte aus Dichtung und Wahrheit, aus der Campagne in .Frankreich und den beiden SchriftenKunstschätze am Rhein, Main und Neckar" undSankt Rochus-Fest zu Dmgen": zu den einzelnen Abschnitten wurden kurze Crnleitun- acn gegeben. Daß der Abend erst un 3ahre 1926 atgehalten wurde, konnte als ein Zeichen dafür genommen werden, daß unsere Liebe zum deut- hfen Rhein über das begeisterungberauscyte Jubeljahr 1925 hinaus weiterdauert.

j. Eine Delegierten-Versa mm- lung pes Lahnhöhenbundes (Vereini­gung der Mandolinen -und Wandervererne in hiesiger Gegend) sand am Montag hier im Schiptapaß" statt. Es handelte sich um die Ausstellung und Besprechung der Tagesordnung für die Bundestagung am 31. 3anuar. An Die Beratungen schloß sich ein geselliges Versammen- fein mit dem hiesigen Mandolinen- und ®itarren= oerem Reapolita" an. Der 2. Vorsitzende Fritz Brockmöller begrüßte die Delegierten aufs herzlichste und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Versammlung derReapolita' die Frage des Anschlusses an den L. H. B- in bejahendem Sinne lösen möge. Ein Quartett bereitete den zahlreich Erschienenen einige angenehme Stunden.

' Der Reichsbund der Kriegs­beschädigten und Hinterbliebenen, Ortsgruppe Gießen, hielt am Samstag in der Turnhalle am Oßwaldsgarten seine dies­jährige Weihnachtsfeier ab. Für den Rach- mittag war, wie alljährlich, eine Bescherung der Kinder der Mitglieder arrangiert. Der Vorstand hatte trotz der gegenwärtigen wirt­schaftlichen Aotlage gemeinsam mit der Weih- nachtslommission alles daran gesetzt, um auch den Kindern der Mitglieder dieses 3ahr ein wertvolles Geschenk überreichen zu können. Die Feier am Nachmittag begann um 3 Ahr. Sie wurde eröffnet mit einer Begrüßungsansprache des Geschäftsführers Benner. Der Dezernent des hiesigen Wohlfahrtsamts, Beigeordneter Dr. Frey, sowie einige Schwestern des Wohl­fahrtsamts, ferner die Leiterin des hiesigen Kindergartens, wohnten der Feier bei. Es wur­den 460 Kinder beschert. 3edes Kind erhielt 2 Meter Stoss, sowie etwa V2 Pfund Garn, außerdem noch eine Tafel Schokolade und etwas Gebäck. Daß die Freude der Kleinen groß war, läßt sich denken. Die Rachmittagsfeier wurde weiter ausgefüllt von verschiedenen Vorträgen,

die nach längerer Verhandlung mit einem Ver­gleich endete. Darnach nahm der Angeklagte die betreffenden Aeuherungen mit Bedauern zurück und erklärte, daß er weitere Aeußerungen, die für den Privatkläger beleidigend sein könnten, nicht getan habe. Auch verpflichtete er sich, diese Erklärring in einem Schreiben an den ärztlichen Kreisvxrcin zum Ausdruck zu bringen. 3ede Partei übernahm die Hälfte Der Kosten.

Vortragende Fragen der Aufzucht des Jung­viehs.

Hauptversammlung des LaudeSpferdezuditvereins.

Heute nachmittag fand im Fürstenfaal die Hauptversammlung des Landes - Pf erdezuchtvereinS für Hessen statt. Es wohnten ihr u. a. der Vorsitzende der Land- wirtschaftSkammer Cclonomicrat Hens el-Dot- zelrvd und Oberlandesstallmeister Schörke bei.

Oekonomierat Frits ch - Dilshofen hielt einen Vortrag über die Entwickelung der Pferdezucht in Hessen. Der Vortragende warnte u. a. davor, ein Pferd nur nach dem Röhrenknochen zu be­urteilen. Cs seien außer dem Umfang dieses Knochens, Gewicht und Körpergestalt für ein Urteil maßgebend. 3n Hessen habe daS belgische Pferd im Landgestüt die Oberhand gewonnen. Die hessischen Landwirte hätten jetzt ein für ihre Zwecke brauchbares Arbeitspferd erhalten. Ver­suche auf den Weiden in Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen hätten gute Erfolge für diesen Schlag erzielt. Ein Hochzuchtgebiet für Pferde werde Hessen nie werden, denn Hessen fei in erster Linie ein Land für Getreide- und Hack- sruchtbau. Vielfach würden Muttertiere so über­anstrengt, daß schon die Fohlen als schwache Tiere zur Welt kämen. Ein Pferd unter 500 Kilo Gewicht sei für die Landwirtschaft zu leicht. Angesichts der schweren Qlot der Zeit sei es not­wendig, sich den landwirtschaftlichen Organisa­tionen anzuschliehen, der Landwirtschaftslammer und dem Landespferdezuchtverein. Wenn die Landwirtschaft falle, so stürze die Pferdezucht nach.

Oberlandesstallmeister Schörke warnte davor, die Haltung der Stuten noch weiter ein- zuschränken, es müßte dann das Landesgestüt noch mehr abgebaut werden. Es werde sicher später wieder ein Bedarf an Fohlen sein. Er lud die Anwesenden zu einer Besichtigung des Land­gestüts ein, die am Samstag stattfinden soll und erteilte noch über eine Reihe von Fragen, die an ihn gerichtet wurden, Auskunft.

Aus dem AmtSverkündigu "»sblatt.

* DaS Amtsverkündigungsblatt Rr. 4 vom 12.3anuar enthält: Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche. Maul- und Klauen­seuche in Dettenhausen, Birklar und Obborn­hofen. Feldbereinigungen in Aliendorf a.d.L. und Watzenborn-Steinberg. Dienstnachrichten.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter SenderS.

(Aus der »Radio-Umschau-.) Donnerstag. 14. Januar:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der 3ugenb. 4.30 bis 6 Uhr: Rachmittagskonzert des Haus- orchesters: Edvard ©rieg. 6 bis 6.30 Uhr Die Lesestunde:Das Abenteuer in der Sil­vesternacht" von G. Th. A. Hoffmann. 6.30 bis 6.50 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte ist Wissenschaft und Technik. 7 Uhr: Uebcrtragung aus dem Frankfurter Opernhaus:Der Waffenschmied, Komische Oper in 3 Wien von G. A. Lortzing.

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von Ahr bis 1,15116t her Glocken aller Kirchen hmitiag und den Abend geplant.

und Klauenseuche, gibt bekannt: 3n Legtet alle, in denen die Maul- 'ch Personen verschleppt 1 muh daher im Onterclk lenviehbrsiände empfohlen Monen in ihre Ltatlun- esondere Personen, velchc g die Leuche verschleppen, 1 und Metzgern, das Te­in solchen Wen zu ge- miMgänglich nötig ist. - ,gs in Dettenhausen, Dick- -evSrlmbach, Mingr

M/etzründau, Kli Äeiskn--/r tfreti M l Mrdurgs amtäch sek MvitnL mb Obevüuem- rioschen.

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Hesstsche Landwirtschaftliche Woche.

(Von unserer Darmstädter Redaktion.)

* Darmstadt, 12. 3anuar.

Heute vormittag begann im Städt. Saalbau die Hess. Landwirtschaftliche Woche, die bis zum 16. 3anuar dauern wird. Die Ver­anstaltung ist sehr zahlreich besucht. Als Ver­treter der Regierung ist Ministerialdirektor Uebel zugegen: außerdem sind die führenden Persönlichkeiten der hessischen Landwirtschaft an- wesend.

Der Vorsitzende der Landwirtschaftslanuner, Oekonomierat Hensel- Dotzelrod, gab in seiner Begruhungsansprache der Freude Ausdruck, daß die Veranstaltung so gut besucht sei. Der Redner erwähnte die Verschuldung der Landwirtschaft und forderte Abbau der untragbaren Steuern, vor allem auch Steuernachlässe. Ferner sei bes­serer Zolllschuh zu fordern, Stundung der Kre­dite über die Ernte 1926 hinaus, Abbau der Zwangswirtschaft usw. Unter den weiteren For­derungen war auch die nach einem Existenz­minimum für Landwirte und Abbau der Parla­mente. Die Ansprache wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Ministerialdirektor Uebel ging in feiner Begrüßungsansprache von dem RufeBauer in Rot!" aus. Er versprach im Rainen der hes­sischen Regierung, alles für die Landwirtschaft tun zu wollen. Der Redner wünschte der Ta­gung einen guten Verlauf.

Hierauf hielt Prof. Dr. Schmidt vom 3n- stitut für Tierzucht und Molkereiwesen der Uni­versität Göttingen den ersten Vortrag: dieser behandelte das Thema:Welche Maßnahmen sind zur Förderung der Rindviehzucht zu be­achten?" Der Vortragende vertrat den Stand­punkt, daß nur Rindviehstämme zu züchten seien, die den klimatischen und Futterverhält­nissen des Landes entsprechen. Rur eine Züch­tung mit festem Zuchtziel führe zum Erfolg. 3eber Züchter müsse seine Zucht der Zahl und Art nach den heimischen Futterverhältnissen an­passen, denn Auslandfuttermittel würden künftig immer schwieriger zu beschaffen fein. Der Red­ner warnte eindringlich vor einem Rassewechfel im Vogelsberg: die Simmentaler Kuh und die Schwarzbun t-Kuh könnten auf die Dauer mit dem Vogelsberger Vieh nicht konkurrieren. Auf­gabe fei, das Fleckvieh in Hessen zu einer bodenständigen Rasse zu machen: nur ein tiefer gedungener Typ wäre zu erstreben. Wenn auch jetzt eine schlechtere Preiskonjunktur für Milch uno Milchprodukte eingetreten sei, so müsse 'doch die Zucht unabhängig von solchen Zufällen be­trieben werden. 3n feinen weiteren Aus­führungen besprach der Redner eine Reihe von Fütteru..gsmaßnaymen. Weiter behandelte der

Bekanntmachung.

Betr. Erhebung von Beitragsvorfchüssen für das Jahr 1925 zur land-und sorstwirtfchaftl. Berussgenossen- fchaft für Hessen.

Alls die Bekanntmachung an den An­schlagtafeln wird verwiesen

Gießen, den 7. Januar 1926. 387B

Der Oberbürgermeister. 3- V. Dr. Dreh. WSW« für Mk. 7-800 auf kurze Zeit bei guter und vielfacher Sicherheit

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