Turnen, Sport und Sviel.
Deutschlands gegenwärtige Tennis-5pie1stärte.
Die in diesen Tagen bevorstehenden iniernalio- nalen Tennisweltkämpse, die der Lawn Tennis- turnierflub in Berlin-Grunewald veranstaltet, haben ihre wesentlichste Bedeutung darin, daß sie eine ausgezeichnete Gelegenheit geben, gegenüber erster internationaler Klasse Deutschlands gegenwärtige Spielstarke im Tennis zu ermessen. Die kritische Betrachtung der Leistungen unserer Spitzenspieler must dabei seststellen, dast vier Tatsachen gegenwärtig das deutsche Tennisleben beherrschen.
Erstens: Die alten Throne wanken. ?. I).: die alte Spielergeneration, die zwischen 1912 und 1914 etwa ihre gröstten Triumphe feierte, Froitzheim, 5). Kleinschroth, Rahe, auch die bisher in allen Kämpfen bewährten Damen Fr. Friedlcben und Fr. N e p p a ch , haben, wie das letzte graste internationale Turnier des L. T. T. E. erwies, Niederlagen hinnehmen müssen, die schwerer als bloß zufällige Niederlagen wiegen. Froitzheim, Rahe und H. Kleinschroth wurden geschlagen, Fr. Friedleben unh Fr. N e p p a ch mußten diesmal vor der Holländerin Frl. Bau man kapitulieren, die sie bisher immer iptten schlagen tonnen und die nicht einmal erste uropäische Klasse ist. Wir sind also im deutschen lennis sch^nbar mitten in der Umgruppierung. Die Ulten weichen, wenn auch ersichtlicherweise zögernd, )er Jugend. Zunächst leider nur der ausländischen fugend, wie man bisher nach dem wenig ermutigenden Ausgang dieser letzten internationalen Lei- itungsprüfung im deutschen Tennis schließen must.
Zweitens: Begabte Spieler um die 30 schien. Der einzige, Landmann, hoch begabt, als Hockeyspieler schon von internationalem Format, kann wegen beruflicher Inanspruchnahme auswärtige Turniere fast gar nicht besuchen. In den bisherigen Turnieren war er in einer Fortm die Veranlassung geben könnte, ihn an die Spitze der Rangliste zu stellen, falls schon jetzt eine solche anf- qefteut würde.
Drittens: Der jungen Generation seh - en noch Härte und Ausdauer. Wenn man ledenkt, dast die großen Franzosen und Amerikaner etwa 22 bis 27 Jahre alt und nur vermöge ihrer Jugend ein so heißes und hartes Spiel hin- ^ulcgen imstande sind, wie es bei uns noch zu den großen Ausnahmen zählt, wird man wünschen, daß Der Tennisnachwuchs durch Ergänzungs port sich so iit macht, daß er den ^gesteigerten An orderungen )C5 modernen Angriffsspiels gewachsen i t. Prenn cheint in dieser Hinsicht am meisten zu versprechen.
Viertens■ Der Damennachwuchs fehlt, freilich verspricht Frl. Äußern Diel. Aber eine schwalbe macht noch keinen Sommer. Auch ihr fehlt noch so manches. Besonders muß ihr Rückhandschlag ivch besser werden; aber sie ist ja noch jung, sehr iung. Einige Fehler können sich die deutschen Damen licht abgewöhnen. Wann werden sie sich entschließen, wie die Holländerinnen sich ans Netz zu wagen? Dann werden sie beginnen, den Flugball nicht als -in oft unvermeidliches Uebel hinzunehmen und als bloßen Verteidigungsschlag anzuwenden? Wann »erben sie das Schmuttern lernen. Auch in taktischer Bestehung müssen die Spielerinnen fast alle noch vielseitiger werden. Da läßt sich in internationalen Beispielen lernen, wie man klugerweise lange und kurze, Harle und weiche, hohe und flache Schläge überraschend mischt, um die Gegnerin aus dem schlag zu bringen und in eine für die Abwehr mgünftige Stellung zu locken. Mit den schönen langen Böllen allein gewinnt man heute gegen in« icrnational erprobte Konkurrenz keinen Satz mehr.
Das hört sich alles viel pessimistischer an, als es ist. Im Augenblick bewegt sich allerdings die Sei* slungskurye noch unten, weil wir noch keinen voll- oertigen Ersatz für die überalterten Größen haben. Aber wir besitzen zunächst einen Stamm von erst- Ilassigen, heute allerdings noch nicht überragenden Spielern, von denen Prenn, Zander (Berlin), Bräuer (Breslau) und Wetzel (Pforzheim) die Besten sind. Hartz, Jänicke, Pachali (Berlin), Schultze (Hanau) und Strauß (Barmen) verbrechen für die Zukunft noch Besseres. Was uns chlt, sind weder Nachwuchs noch Lehrer, sondern ein großes begeisterndes Vorbild, ein Nurmi des Tennis. R. G.
Die Krummhölzer.
Roman aus den bayerischen Bergen.
Von Michael Wagner.
2. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Dann kam der borete alte Tirolergori, der alte, zchörlahme Knecht, an die Reihe. Kopfschüttelnd toic ein Pagodenmännlein gab er dem Heimkehrer die zitterige, runzliche Hand und antwortete mit glücklichem Lächeln auf Zenos Frage, wie es ihm gehe:
„Freili, freili! Schnee gnua!"
Hartl, der Oberknecht, selber ein Feldzügler, grüßte den Haussohn als Kameraden; alle aber zeigen frohe, freudige Gesichter, der Ander! noch und die 3cni, die Vroni, die Zenz, kurzum die ganzen Ehe- jalten. Und zwar schon einesteils, weil jedes den lillen Zeno gern hatte, und Toni, dem kommenden Herrn am Hofe oorzog, andernteils aber auch wegen 'cs Festtages und des damit oerbundenen Extta- chmauses.
Stolz geleitete nach der ersten Begrüßung Walli -en Heimkehrer durchdie mit Tannengirlanden und mein knallroten „Willkomm"-Plakat geschmückte ?iir in die Stube, während sich der Troß der anderen wieder verzog.
Beim Abendessen dann ging's bäuerlich festlich och her, saßen doch ihrer fünfzehn um den großen, »it grobem Leinen gedeckten Tisch. Und Walli chleppteSchüsseln mit Knödeln heran, richtige Ti- oler Speckknödel, Rauchfleisch in pfundgroßen 5tütfen und auch anderes Schweinernes und Geratenes. „Und wenn die ganze Sau draufgeht. Sauer," hatte sie vor einigen Tagen zum Uracher ;cäufjert, — „dös darf dich net reuen für unfern irieger!"
Und der Bauer hatte gleichmütig erwidert: „Von nir aus zwoa!"
Geredet wurde während dieser sozusagen privaten Sauern'Festtafel eigenllich gar nichts, oder doch nicht iel. Nur dann und wann, wenn eines fein Bier- irügel geleert, sagte er lakonisch: „Hartl!" — Der -Hartl hatte nämlich das Amt des Mundschenken übernommen.
Endlich aber kam auch hier der Zeitpunkt, wo sch die festlich Versammelten aufatmend sagen durs»
Die deutschen Kampsspiete Die Ergebnisse im Schwimmen. PnScoc-lSiesrcn Dritter im 200 Mcter- Gruftschwimmen.
Kunstspringen für Männer: 1. Rieb- Idjlägcr 141,68 Punkte; 2. Kossag vorn Akademischen Turnverein Berlin 140,28 Punkte.
400 Meter beliebig für Frauen: 1. Frl. Lehmann (Poseidon Dresden) 6,52; 2. Frl. Krumme (Elberfeld) 7,46.
4X200 -Meter-Männer st affel (Freistil): 1. Magdeburger Schwimmklub von 96 10:36,9; 2. Sparta Köln 10:44,3.
1000-Meter-Freistil-Schwiminen für Männer: 1. Handschuhmacher (Westfalen Dortmund) 15,14; 2. Vierkötter (Poseidon Köln) 15:20,3.
Die Staffeln 100, 200 und 300 Meter für Damen lyurden dem Schwimmklub Poseidon kampflos zu- gesprochen, da Bochum und Elberfeld nicht am start erschienen.
Kunstspringen für Damen: 1. Frau Adler vorn Wiener Amateur-Sportverein 88,50 Punkte; 2. Frau Söhnchen vom A. B. T. S. Bremen 55,38 Punkte.
200-Meter-Bru st-Schwimmen für Männer: 1. E. Rademacher (Hellas Magdeburg) 2:58,2; 2. H. Zientz (Westfalen Dortmund) 3:03,6; 3. Pascoe (Gießen sG. S. V.s) 3:6,4.
200 - M c t e r - F r e i st i l: 1. O. Heinrich (Poseidon Leipzig) 2:25,6; 2. F. Berges (Iung- deutschland Darmstadt) 2:30,2.
Die leichtathletischen Kampfspielsieger.
Köln, 12. Juli. Mit ausgezeichneten Ergebnissen wurden gestern nachmittag die leichtathletischen Wettbewerbe im Rahmen der Deutschen Kampsspiele in Köln in den Entscheidungen durchgeführt. Es gab einige neue deutsche Rekorde, nachdem die Kämpfe am Vormittag u. a. zwei Damen-Weltrekorde im Speerwerfen iznb in der viermal 100-Meter- Staffel gebracht hatten.
Kampfspielsieger wurden in den einzelnen Wettbewerben des Rachmittags: 800 Meter: Engelhardt- Darmstadt 1: 56.7. 100 Meter: Kömlg-Breslau 10,7. 400 Meter: Dr. Pelher-Stettin 49,2.
Speerwerfen für Damen: Frau Schumann- Esten (Ruhr) 35,495 Meter (neuer Weltrekord).
Diskuswerfen für Männer: Hoffmeister-Hannover 42,18 Meter.
Dreimal 200 - Meier - Staffel: Stuttgarter Kickers 1:5,9 (neuer deutscher Rekord).
110-Meter-Hürdenrennen: Troß- bach-Verlin 15,1.
5 000 Meter: Dieckmann-Hannover 15:10,3 (neuer deutscher Rekord).
Hochsprung: Skoczinski-Berlin 1,82 Meter.
Viermal 10 0- Meter - Frauen- Staffel: S. C. Charlvttenburg 50,5.
Speerwerfen für Man ner: Schlvkat 55,75 Meter.
Olympische Staffel: Verband Brandenburgischer Athletikvereine 3: 34.
Deutsche Staffel (25mal 250 Meter): Süddeutschland 12:17,7.
Zehnkampf: Holz-Berlin.
Marathon-Lauf: Reichmann-Siegen
2:58:28,9.
Gauturnfest des Gaues Hessen (D.T.).
—o— Ridda, 11. Juli. Das 53. Gau» turnfeft des Gaues Hessen (D. T.) fand in dem freundlichen Städtchen R i d d a eine überaus herzliche und, was doch schließlich die Hauptsache ist, eine nach jeder Richtung hin sachdienliche Aufnahme. Große Anforderungen waren an den Turnverein Ridda gestellt; mit den Geräteturnern waren diesmal auch die Well
ten, daß die mühevolle Arbeit des Ausessens geschafft sei. Nun mußte nur noch das Fäßchen geleert werden. Als Walli abgetragen und der Hartl nach dem gemeinsam gesprochenen Tischgebet eben die Krügel wieder einfüllen wollte, sagte der Bauer:
„Hartl! Halt stad!"
„Ja, Bauer?"
„I und meine Buam haben no allerhand z'reden, schenk von uns drei jedem noch a Maß ein, nachher könnt's mit’m Faß! zu euch nüber gehn und schaun, daß damit fertig werd's, gel!"
„Juchhe! — Dös haut!" jubelte die Gesellschaft.
„Aber gel, foan Radau net machen und koan Unfug! Hartl, du hältst Ordnung!"
„Feit sie nix, Bauer'. — Guat Nacht beinanb!" Damit trollte sich die lustige Gesellschaft mit Krügel und Bierfaß! hinüber in die Kesindcstube, und es währte nicht lange, da klang auch schon ein flotter Ziehharmonikalandler zu den anderen herüber.
Nun waren sie unter sich, die drei Krummhölzer, Vater und Söhne. Zeno lehnte im Herrgottswinkel und rauchte goldfarbigen Tabak aus feiner kurzen Stummelpfeife: der Vater hielt, wie gewohnt, den Kloben in der Faust, und Toni, der mit gespreizten Beinen, angetan mit ganz modern geschnittenem Anzug, jedoch hemdärmelig und ohne Kragen, breitspurig dasaß, hatte eine dicke Zigarre mit protzig rot-goldener Papierbauchbinde in fettig glänzendem feisten Gesicht stecken. Er trommelte etwas nervös mit den Fingern auf der Tischplatte herum und ließ forschende Blicke am still vor sich hin sinnenden Zeno vorbei zum schweigsamen Vater hinüber ftreifen.
„Ja, ja!" jagte er dann und blies eine dichte Rauchwolke von sich. „Ja, ja!" Dabei blinzelte er auffordernd den Vater an. Der aber tut, als merkte er nichts von Tonis Ungeduld, und Zeno wartete mit der ihm an und für sich eigenen Zurückhaltung auf das, was da kommen sollte. Endlich öffnete der wortkarge Uracher den Mund zum Reden. Wie erleichtert atmete Toni auf. Aber:
„Grad guat is, wenn ma so ruhig und alloanigs unter sich fein kann!" sagte der Vater, sich behaglich dehnend.
Zeno nickte zustimmend. Toni aber konnte seine Ungeduld nicht mehr länger meistem. Mit schlecht verhehltem Unmut warf er dem Vater die auffordernden Worte hin:
fämpier in den voUstumlicyeu .ucoungca vereinigt, einmal aus Sparsamleitsrücksichten. zum andern aber auch, um das Zusammengehörigkeitsgefühl. beider Betriebsformen im Rahmen des deutschen Turnens zu vertiefen. Dazu hatte der Wettergott die Durchführung der umfangreichen Aufgabe durch die starken Regengüsse mit Hochwasser auch im Riddatal besonders in den letzten Tagen ganz wesentlich erschwert. Aber angesichts dieser Verhältnisse zeigte sich in glänzender Weife, was eine nahezu 70jährige turnerische Tradition auch in einem verhältnismäßig kleinen Gemeinwesen von 2400 Einwohnern, in dem allerdings jeder 6. Einwohner dem deutschen Turnverein an gehört, an turnerischen Gemeinsinn und Opferfreudigkeit zu leisten vermag. „Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten", das war der Leitspruch aller vorbereitenden Ausschüsse unter der kraftvollen und umsichtigen Oberleitung des Vereinsvorstandes und seines Vorsitzenden Dr. mcd. Fritz Koch geworden Auf der Gänswiese. dem historischen Festplatz an den Ufern der Ridda, stand die neue. 450 Quadratmeter Flächenraum fassende Turnhalle trotz vieler Schwierigkeiten vollständig gebrauchsfertig da und bot den stark besuchten Gaumeisterschaftskämpfen am Pferd, Barren und Reck am Samstagabend eine behagliche Unterkunft.
Die Uebungspläye für die Wetturner des Zwölfkampfes und der Volksturner am Sonntag standen in „doppelter Ausfertigung" zur Verfügung, für trockenes Wetter auf weitem Wiesen- plan und für regnerische Zwischenfälle aus festerem Boden bzw. in gedeckten Räumen. Bei diesen Umständen konnte unter Leitung des Gauober- turnwartes Wilh. Will (Gießen) die reiche turnerische Arbeit in ruhiger Sicherheit begonnen und in planmäßiger Weise durchgefuhrt werden, zumal auch die Regenwolken eine anerkennenswerte Zurückhaltung übten. Mit rund 5 0 0 Zwölfkämpsern wurde die seitherige Teilnehmerzahl wesentlich überschritten; dazu kommen iwch die Turner und Turnerinnen der volkstümlichen Einzelwettkämpfe, die Fechter und zahlreiche Turner, die sich nur an dem Wettkampf der Vereins- und Bezirksriegen beteiligt haben und deren Zahl gegenüber den Vorjahren ebenfalls erheblich gestiegen ist. so daß mit tausend die Zahl der ausübenden Sumer der Wirklichkeit entsprechen dürfte. Der Pflege turnerischen Geisteslebens dienten eine sinnige Gedenkfeier für die Gefallenen des Weltkrieges am Johanniterturm, ein F e l b- gottesdienst bei Beginn der allgemeinen Wettkämpfe, eine erhebende Jugendfeier in der Stadtkirche, bei der Pfarrer Köhler eindrucksvoll auf die Pflege besonders der inneren Werte des deutschen Turnens hinwies, und schließlich ein vollständig regenfreier, stattlicher, auch von benachbarten Gauen (Gau Kinzig D. T. und Gau Wetterau) beschickter Festzug als Dank an die gastfreie Feststadt, deren Bürgermeister R i n g s h a u s em herzliche Worte des Willkommens den Turnern entboten hatte. Dem Dank der Gauleitung an die Turnerstadt Ridda gab der erste Gauvertreter Pfeiffer (Wetzlar) beredten Ausdruck, der bekräftigt wurde durch den Beifall der Turner, die anschließend ihre allgemeinen Freiübungen trotz Hemmungen des feuchten Geländes zu wirkungsvollster Darstellung brachten. Eine große Schar Festbesucher konnte sich des schönen Wetters, der abwechslungsreichen turnerischen Darbietungen und der mannigfachen Tlnterhaltungen des Festplahes ungestört erfreuen. Der Montag bringt den Cndkampf der Volksturner und den üblichen Ausklang des Festes in örtlichem Ausmaß. Anschließend geben wir einen Auszug der Siegerliste insbesondere für unsere Gegend.
Ergebnis der Meislerfchaflskämpfe:
Reck (11 Teilnehmer): 1. Sieg Anton Nies, Tv. Nidda, 107 Punkte; 2. Hrch. Keller, Tv. Burgsolms 98; 3. A. Fink, T. u. Spv. Marburg 97.
Barren (15 Teilnehmer): 1. Aonton Nies, Tv. Nidda, 116 Punkte; Alfred Eckhardt, To. Nidda 110; 3. Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen 103.
Pferd (7 Teilnehmer): 1. Karl Reuter, To. 1846 Gießen, 108 Punkte; 2. Hans Rehn, Tv. Nidda 100; 3. Adolf Fink, T. u. Spv. Marburg 99.
Altersturnen über 45 Jahre, Neunkampf (9 Bewerber, 8 Sieger): 1. Hrch. Wolf, Tv. Nidda,
161 Punkte; 2. K. Bücking, Tv. Alsfeld 140; 3. E. Jung. Tv. 1846 Gießen 138.
A!ter st« r n e n, 35 bis 45Jahre, Neunkampf (12 Bewerber, 10 Sieger): 1. O. lejtor, T. u. Spv. Marburg, 171 Punkte; 2. F. Henkelmann, T. u. Spv. Butzbach 152; 3. A. Rinn, Tv. Heuchelheim 150; 4. Hrch. Hamel, Tv. 1846 Gießen 141.
Oberftufe, Zwölfkampf (24 Bewerber, 13 Sieger): 1. Wilh. W ei ß, Tv. Grohen-Linden, 199 Punkte: 2. K. Bernhard, Tv. Nieder-Wöllstadt 195; 3. Paul Goetfch, T. u. Spv. Marburg 189; 4. Fritz Weitershaus, Tv. Großen Linden 188; 5. H. Keller, Tv. Burgsolms 182; 6. W. Hofmann, Tv. Krofdorf 181; 8. Kurt Walter, Tv. Treis a. d. Lda., und L. M a l k o m e f i u s , Mlv. Gießen 173; 9. Kar! Keßler, Tv. Großen-Linden 167; 10. Hrch. Lein- weder. Tv. Treis a. d. Lda. 162; 11. Christian Volz, Tv. Lich 160.
D b c r ft u f c , Zehnkampf (13 Bewerber, 9 Sieger): 1. A. Fink, T. u. Spv. Marburg, 176 P.; 2. A. Eckhardt, Tv. Nidda, und W. Loch, Tgm. Marburg 169; 3. Karl Schmidt, T. u. Spv. Marburg 164.
Mi11elstuse, Zwölfkampf (64 Bewerber, 30 Sieger): 1. Erich Silges, Tv. 1846 Gießen, 188 Punkte; 2. Eduard Heyer, Tv. Krosdors 186; 3. R. Wagner, T. u. Spv. Butzbach 185; 5. Otto Hainstedt, Tv. 1846 Gießen 182; 6. Karl Stork, Tv. 1846 Gießen 180; 10. Willi Strauch, Mtv. Gießen 175.
volkstümliche Wettkämpfe der Turnerinnen (Gaumeifterschast).
7^5 - M e t e r - 2 a u f (30 Bewerberinnen): 1. Siegerin Paula Hoffmann, Mtv. Gießen. 10,7 Sek.; 2 Erna Althaus, Mw. Gießen, 10,7 Sekunden; 3. Tilly Espach, Mtv. Gießen, 10,8 Sekunden; 4. Charlotte Amend, Mtv. Gießen, 11 Sek.; 5. Martha Seiferth, Mtv. Gießen, 11,2 Sek.
Weitsprung (16 Bewerberinnen): 1. Siegerin Gerte! W a l d s ch m i d t. Tv. 1860 Bad- Rauheim, 4,26 Meter; 2. Tilly Espach. Mv. Gießen, 4,15 Meter; 3. Gerda Schmidt, T. u. Sp. Marburg, 4,04 Meter; 5. Johanna Kröck, Tv. Gießen, 3.73 Meter.
Schlagball Weitwurf (9 Bewerberinnen); 1. Siegerin Anna Mörller Tv. 1860 Bad-Rauheim 54,47 Meter; 2. Ria Rosenschon, Tgde. Friedberg, 53,53 Meter; 3. Anna Junker. Tgde. Marburg, 47,20 Meter.
Hochsprung (11 Bewerberinnen): 1. Siegerin Else Bickelhaupt, Ttv. Gießen, 1,41 Meter; 2. Tilly Espach, Mtv. Gießen, 1,36 Meter; 3. Gerte! Waldschmidt, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 1,33 Meter.
Kugelstoßen (12 Bewerberinnen): 1. Siegerin Anna Mörller. Tv. 1360 Dad-Rauheim, 8,70 Meter; 2. Sofie Coll, Tv. Frankenberg, 8,30 Meter; 3. E. Trechsler, Tv. 1846 Gießen, 7,95 Meter.
4-X-75-Meter-Staffel: 1. Sieger Männerturnverein Gießen, 1. Mannschaft, 41,/5; 2. Sieger Turngemeinde Friedberg; 3. Sieger Männerturnverein Gießen, 2. Mannschaft.
Weitere Ergebnisse folgen.
Radsport.
Stürze beim Rennen auf der Avus-Dahn.
Berlin, 11. Juli (WTD.) Bei dem Rennen auf der Avusbahn überschlug frch heute nachmittag der Rennwagen deS Fahrers E m m e r t ch. Er sprang aus der Rordkurve und stürzte vor der Tribüne ins Publikum. Dret Personen wurden leicht ver 1 e0t. Beide Fahrer blieben völlig unverletzt und konnten am Rennen weiter teilnehmen. -Ungefähr um dieselbe Zeit geriet der Rennwagen des Fahrers Rosenberger vor der TribüneD ins Schleudern, schlug um und stürzte gegen die Zeittafel. Der Zeitnehmer, ein Student der Technischen Hochschule, wurde getötet, drei weitere Zeitnehmer und der Mechaniker des Wagens erlitten Verletzungen. Der Fahrer Rosenberger wurde nur leicht verletzte Fast gleichzeitig st ü r z t e der französische Fahrer Chassagne 3 Kilometer vor der Südschleife.
„Also nachher — wennst halt amal rausrucken tatst!"
Eine erwartungsvolle Stille folgte. Die Uhr ticktackte wichtigtuerisch, als schritte ein Grenadier auf der Wacht auf und ab. Von der Küchel vor hörte man Walli mit dem Geschirrr hantieren, und aus der Gesindestube klangen fröhliches Lachen und Harmonikaweifen herüber.
Da richtete sich der Uracher aus feiner gebückten Haltung auf und lehnte sich zurück, die mächtiae Brust in tiefem Aufatmen dehnend. Die Faust, welche den Kloben hielt, lag schwer auf dem groben Leinen des Tischtuches. Einige Augenblicke schaute er noch vor sich hin, als wollte er seine Gedanke nochmals zusammenfassen, bann begann er ruhig und ernst:
„Hör, Zeno — jetzt hätten wir drei halt was ausz'reden mitananb —"
„Ja, Vater?" erroiberte Zeno, den Vater voll anblickend.
,Alfo hör: Die^ erst' Zeit, wie dir dös schwere Unglück mit dem Fuaß im Feld draußen passiert is, war i völlig wie norm Kopf g'schlagen. Allweil und allweil hab i studiert: was soll e Bergbauer mit oan Fuaß! Dös is nixen! Dös is nixen Net mal was Halberts mehr!"
Uracher schob eine kleine Pause ein, lat einen kräftigen Trunk aus seinem Krug und fuhr dann fori:
„So hab i mir denkt! Lang bin i ganz sinniererisch rumgangen — was machen — was machen! Halt stad! Mittennei kommt mir da a Gedanken: was Bauer! Hin oder her! Hat ebba der Bua schon amal a extrige Freud dazua g'habt? Und warum hat er denn fein' Schnitzlerei? Is ihm die net lieber? Wenn er a fei Arbeit ahn g'recht g'macht Hai — aber 's Liebere war ihm halt doch d' ochnitzlerei! Grad a fo hab i mir dafelm denkt und net anderst. Und sag selber, Zeno — hab i recht g'habt ober net?"
„I hab bir's ehvor schon oft gnua g’fagt!" schob ber Toni eifrig dazwischen ein.
Zeno aber schaute dem Vater einige Herzschläge lang in die grauen Augen, bann nickte er und sagte:
„Wahr is, Vater!"
„Woll!" konstatierte der befriedigt. Dann fuhr er fort: „Und es hat gar net lang ang'ftanben, wie i dös breufiw g'habt hab, da is von dir berfell
Brief von Frankfurt kommen. In dem, wo drin- fteht, daß d' di schön stad wieder aufg’rappeft hast und zu deiner großen Freud zu an berühmten Bildhauer-Professor fo quasi in d' Sehr aehn darfst. Aha, denk i mir da, jetzt sieht matrs oöch völlig, wie's fein will! Wennst mir als a Bauer a lieber g’toefen wärst — mi hat's doch g'freut — für bi! Woll! Du taugst halt amol zum andern besser!"
.Freili! Jeder nach sein Gusto!" So der Toni wieder. Zeno aber wartete schweigend, was dec Vater ihm weiter zu sagen hatte:
„Dafelm hab i mit ’n Toni oft darüber hin und her g'rebt, was da z' machen wär. Denn da am Hof hat die Schnitzlerei koa Hand und Fuaß — dös G'fchäft g'hörl unter d' Leut! Und schau — grab, als ob es fo fein hätt' wüsten — is gleich nach'm Kirta ber Schnitzer Fürlegcr im Markt unten g’ftorben. War a schöns Sacherl da: a faubers Häuf! mit der Schnitzerwerkstatt und a Laders — na, du kennst ’s ja selber! Die alte Fürlegerin is ganz alloa dag'standen, denn die oanzige Tochter is z' Rosenheim verheirat’. Da blitzt mir auf amal a Gedanken auf! — Höllsaxxen — dös wär a Gäu für 'n Zeno!"
Der Uracher schlug mit ber flachen Hand auf bie Tischplatte, daß bie Bierkrüge wackelten.
„Verstehst, Zeno! Unb dem Toni hab i's g’fagt und der war 0 glei dafür. So, und jetzt hör: und nachher bin i schnurstracks zur Fürlegerin marschiert mit dem Gedanken und hab's g’fragt, ob sie ton Lust hätt' das ganze Zeug! überananb z' verkaufen. Und glei war s' dabei! Selber hat si's schon im Sinn g’habt' Merkst was, arvd, als ob's fein hätf müssen! Und etli Täg draus hat dös Fürlegersche Sacherl mir g'hört. Alls mitnanb — Häusl, Werkstatt unb Laben! Unb jetzt wart's nur mehr auf sein' neuen Herrn!"
Zeno starrte den Vater sprachlos an. Seine Augen glänzten. Dann stotterte er vor Meude: „Ja — und — unb —"
„Neinfitzen sollst bi — und net alloa!* lachte Uracher bröhnend auf und streckte in rascher Bewegung dem Sohne die Hand hin. Wie da der Zeno zugriff. In seiner Stimme jubilierte es: „Also wir gehören soll's?! Mir! Und —"
„Allweil dir — unb net mir!" lachte jetzt auch ber Toni. „Deswegen wollen wir ja mitnanb reden! — Gel, ba fchaugft! Ja, k hab dem Väter fest auq, fl rebt!" (Fortsetzung fvtzH


