Ausgabe 
12.2.1926
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 56 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Freitag, 12. Februar 1926

Turnen, Sport und Spiel

Fußball.

Bezirk Hessen-Hannover.

y. Das Verbandstreffen S. C. 03 Kassel gegen S. Vg. Göttingen, das eigentlich den Kamps zweier annähernd gleichwertiger Gegner bringen sollte, entartete spielerisch wie sportlich vollständig. Die S. C.er machten ihrem guten Ruf alle Ehre und gestalteten ihr Spiel zu einer haushohen Lleberlegenheit über den sudhannover­schen Vertreter, die sich nicht so sehr im Spiel­verlauf, als vielmehr im Torverhältnis bemerk­bar machte. Soweit die spielerische Lleberraschung! Sportlich wußten die Göttinger den besseren Leistungen der Kasselaner nur mit Llnfairnis zu begegnen, ein liebel, das sich immer bei dm Mannschaften zeigt, die nicht mit Anstand zu verlieren verstehen. Bei einem Leiter wie Burk­hardt- Kassel konnten diese Llnsportlichkeitm natürlich nicht Oerfangen. Sie mutzten diese viel­mehr mit der Herausstellung zweier ihrer Leute mit Recht büßen. Das Ergebnis 8:2 für S. C. B. ist in allen Teilen berechtigt.

Wie vorauszusehen, verlor der F. C. W e h- lar gegen Hessen 09 in Kassel glatt mit 0:6. Ein besseres Abschneiden der Wetzlarer (ohne Schindler und Paulus!) war nicht zu erwarten. Die Mannschaft schlug sich trotz allem, besonders in der Verteidigung, recht gut. Die toenigen Wetzlarer Angriffe wurden nicht ausgewertet, so datz ihnen selbst das Ehrentor versagt blieb, während.Hessen 09 sich vor dem Tore sehr gefährlich und schutzsicher zeigte.

Aus dem ArbeiLer-Turn- und Sportbund.

Freie Turnerschaft Gießen I.Freie Turnerschaft Friedberg I. 3:1.

£ Mit drei Mannschaften weilte Gießen am Sonntag in Friedberg, alle drei konnten auch sieg­reich heimkehren. Friedbergs Erste konnte noch vor kurzem den Bezirksmeister des 6. Bezirks schlagen, mußte sich aber am Sonntag dem immer besser wer­denden Zusammenspiel der Gießener beugen. Es war wohl das schärfste Spiel, daß die Gießener in letzter Zeit auszutragen hatten, leicht war ihnen der Sieg nicht gemacht, er erforderte große An­strengungen. Vom Anstoß weg entwickelte sich so- fort ein äußerst lebhaftes Spiel, Friedberg war zu­nächst im Vorteil und setzte sich vor dem Gießener Tor fest. Es wurde höchste Zeit, als sich Gießen endlich freimachen konnte, der gut angesetzte Angriff endete mit Torschuß. Im folgenden Mittelfeldspiel iah man beiderseits recht gute Momente, die aller­dings durch das zu scharfe Spiel des Friedberaer Halblinken etwas beeinträchtigt wurden. Ein dafür gegebener Elfmeter wurde von Gießen verwandelt. Friedberg lag wieder im Angriff, der Halbrechte gab einen hohen Ball aufs Tor, der vom Gießener Tormann, der leichtfertig feine Körpergröße über- schätzt hate, aus dem Netz geholt werden mußte. Halbzeit 2'1 für Gießen. Nach Wiederanstoß ein Spiel mit wechselnden Situationen, wobei Fried­bergs Spielweise einen Ton schärfer wurde. Ein Elfmeter wurde vom Gießener Tormann glänzend gehalten, während Gießen einen ihm zugesprochenen Elser verschenkte. Ein wohldurchdachter Angriff der Gießener sicherte ihnen den dritten Erfolg. Zehn Minuten vor Schluß mußte der Friedberger Halb­rechte vom Schiedsrichter wegen einer Ungehör'g- keit oom Platz verwiesen werden. Seine Weige­rung, dem nachzukommen, hatte den vorzeiten Ab­pfiff zur Folge. Ecken 5:4 für Gießen.

Das Spiel der zweiten Mannschaften

endete 5:0 für Gießen, ein Beweis ihres Eifers und ihrer sich hebenden Spielerfahrung. Dies soll aner­kannt werden, wobei aber auch gesagt werden muß, daß es auf dem Spielfeld nur einen, den Schieds­richter, gibt, der Entscheidungen zu treffen hat. Jst's anders, leidet das Ansehen und alle Weiterungen, wie sie am Sonntag vorkamen, sind unausbleiblich, aber bei etwas mehr Selbstdisziplin vermeidbar. Das Spiel selbst war lebhaft und flott bis zum Ende, die Friedberger zeigten etwas Zerfahrenheit.

Die Gießener Handball-Mannschaft

ist im Aufbau begriffen. Sie hat ihr Spiel gegen die Friedberger Handballer zwar nur knapp, 1:0, ge­winnen können/ aber die im Spiel entwickelte Ener­gie berechtigt zu den besten Hoffnungen. Bleibt der Geist der Mannschaft auch weiter so, dann ist bei etwas mehr Wettspielerfahrung mit einem guten Sport zu rechnen.

Freie Turnerschaft heuckelheim I.-Freie Turner- schäft Fronhausen I. 9:0.

£ Ein Neuling, Fronhausen, wählte sich am Sonntag einen recht spielstarken Gegner. Das End­ergebnis ist zwar hoch, hatte aber für die verlierende Partei das Gute, daß manche wertvolle Erfahrung mit nach Hause genommen werden konnte. Der Platz war in bester Verfassung, bei Spielbeginn mußte sich Heuchelheim ins eigene Feld zurück­drängen lassen, aber nicht lange, nach 5 Minuten hatte es die Führung in der Hand. Heuchelheims prächtiger Mitteläufer eröffnete den Torreigen mit einem mächtigen Schuß, in kurzen Pausen folgt das zweite und dritte Tor. Heuchelheim entwickelte nun fein ganzes technisches Können, dem die Fronhäuser nicht mehr folgen konnten und sich in ein planloses Lerteidigungsspiel zurückdrängen lassen mußten. So kam, was kommen mußte: Bei Halbzeit führte Heuchelheim mit 7 Toren. Mit frischem, ungebro­chenem Mut trat Fronhausen zur zweiten Halbzeit an. Fast war das Spiehflotter als bei Beginn, und als die Heuchelheimer Mannschaft einmal nachließ, war Fronhausen sofort im Vorteil, wenn auch der Enderfolg ausblieb. Beide Torhüter mußten wieder­holt eingreifen, um dem Spiel eine andere Wendung zu geben. Fronhausen hatte einen neuen Mann zwischen die Pfosten gestellt, der seiner Aufgabe besser als sein Vorgänger gerecht wurde. Als achtes Tor wurde vom Heuchelheimer Mittelstürmer eine Ecke eingeköpft. Alle Anstrengungen Fronhausens, wenigstens zum Ehrentor zu gelangen, waren ver­gebens, kurz vor Schluß mußte das Leder zum neuntenmal hinter der Torraumlinie geholt werden. Das ganze war ein Spiel zweier disziplinierter Mannschaften.

Heuchelheim JugendRodheim a. d. V. 2:1.

Dieses Spiel konnte der Bezirksjugendmeister Heuchelheim gegen die kombinierte Mannschaft Rod­heims nur mit einem knappen 2:1-Sieg gewinnen. In der ersten Halbzeit führte Rodheim IX), wahrend

m

as der Sonntag bringt.

Um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft.

Am 14. Februar nehmen die Endlämpse um die westdeutsche Meisterschaft prograrnmätzig ihren Anfang. In unserem Gau Hessen-Han­nover stammen die teilnahmeberechtigten Mann­schaften beide aus Kassel: es sindSport" undKurhessen". Vo" den vierzehn streitenden Vereinen sind bereits d::izehn ermittelt. Ledig­lich im Ruhrgau kennt man den Meister noch nicht: die Entscheidung liegt hier nur zwischen dem Favoriten Schwarz-Weiß-Cssen und B. V.- Altenessen. Die übrigen Gaumeister, die grötzten- teils schon im Vorjahre Lorbeeren ernten konn­ten, sind: V. s. R. Köln, Turu Düsseldorf, Ar­minia Bielefeld. Duisburger Spielverein und Sportfreunde Siegen. Die zweite Gruppe seht sich außer den oben Erwähnten noch zusammen aus Fortuna Düsseldorf. Rheydter Spielverein, V. f. L. Osnabrück, F. D. 08 Duisburg und Sport­vereinigung 1911 Hagen.

Die Ouvertüre am kommenden Sonntag bringt neben dem Entscheidungsspiel Schwarz- Weih-EssenB. V. Altenessen folgende Vereine der ersten Gruppe zusammen:

V. f. R. KölnSport-Kassel in Köln: Turu DüsseldorfArminia Dielefeld in Düsseldorf: Duisburger SpielvereinSportfreunde Siegen in Ruhrort. Das Programm der Tabellen­zweit e n lautet: Rheydter Spv.Kurhessen Kassel in München-Gladbach: V. f. L. Osnabrück Fortuna Düsseldorf in Hamm: Sportvereinig. 11 HagenS. D. 08 Duisburg in Hagen-Eppen­hausen.

Es ist natürlich autzerordentlich schwer, aus der Reihe der Bewerber die Sieger im Ringen um daswestdeutsche blaue Band" vorherzu- sagen, da gerade in den Entscheidungstrefsen häufig unberechnenbare Zwischenfälle alle Tips über den Haufen werfen. Will man aber der Papierform Glauben schenken, so werden die alt­renommierten Klubs mit so berühmten Ramen, wie Turu Düsseldorf, Duisburger Spielverein, Schwarz-Weih-Efien und allenfalls noch B. f. R. Köln und For­tuna Düsseldorf in erster Linie genannt werden müssen. Ob die unserem Gau angeboren* den Kasseler Vertreter in dieser großen Klasse eine Chance haben, ist sehr zu bezweifeln, mb.

V. s. B.

(-). Der kommende Sonntag sieht nur ein Wettspiel auf dem Waldsportplah vor. Es ist die erste Iugendmannschaft, die gegen die gleiche vom Sportclub 19 00 ihr fälliges Verbandsspiel auszutragen har. Es besteht wohl fein Zweifel, daß die Jugend vom Spovtclub ihrem Gegner in Punkto Technik überlegen ist. Ob es aber wieder zu einem 7:0 Ergebnis kommt, dürfte zu bezweifeln fein. Das damalige Resul­tat kann nicht als Vergleich der tatsächlichen Spielstärke beider Mannschaften angesprochen werden, da die zu diesem Spiel gegebenen Vor­bedingungen nicht gleich waren. Der Spielaus- schuß des V. f. D. hatte gewiß der vom Gau- jugendausschuh für die Dauer der strengsten Winterwochen verfugten Spielsperre, (vielleicht in etwas zu engherziger Ausdeutung) seine Iu- gendmannschaften pausieren lassen, während 1900 diese Zeit zur weiteren Vorbereitung für die noch auszutragenden Verbandsspielen zweckdien­lich ausgenuht hatte. Infolgedessen traf die erstere gänzlich unvorbereitet auf ihren stärksten Gegner und mußte sich die Riederlage gefallen lassen. Ihre letzten Resultate zeigen jedoch eine stete Formverbesserung und lassen für Sonntag einen ausgeglichenen Kampf erwarten.

Die Ligamannschaft fährt nach Dar rn- stad t zum Rückspiel gegen Sportverein 1898. Wie noch bekannt, konnte letzterer das Vorspiel auf hiesigem Platze nur knapp gewinnen. Die V. s. B.-Mannschast steht voraussi ptlich komplett, außer S t e g e r , der durch P o st ersetzt wird. Hoffentlich tommt sie mit einem ansprechenden Resultat nach Hause.

Auch die Zweite unternimmt eineAus- landreise" in den Dill kreis und will in Sinn die Erste des dortigen Fußballvereins schlagen. Ob es ihr glücken wird, ist fraglich.

Zum Schluß noch fährt die 2. Iugend­mannschaft zur Austragung ihres fälligen Verbandsspieles nach Weilburg.

3m Reiche.

Rasensport.

Im Fußball treten die Spiele in das Stadium der Verbandsmeisterschast^>tämpse, und sind so überall von großem Interesse: nur zum Teil dienen sie noch der Ermittelung der ein­zelnen Dezirksmeister. Von den Repräsentativ­spielen verdient das Städtespiel Köln ge­gen Paris in Paris besonders hervorgehoben zu werden. In Brüssel geht der Länderkampf BelgienUngarn vonstatten. Auch im Hand­ball und Hockey sind die Meisterschaftsspiele zum Teil schon so weit gefördert, daß die Kämpfe um die Verbandsmeisterschaften unter den ein­zelnen Dezirksmeistern beginnen.

Turnen und Leichtathletik.

Auf turnerischem Gebiet bringt der Sonntag verschiedene Kunstturn-Städtekämpse, so Hagen- Essen-Barmen in Hagen, Bieleseld-Dortmund- Dochum in Bielefeld, Beuthen (Oberschl.)--Berlin in Beuthen und einige kleinere. Die Hannoversche Musterturnschule gibt ihren alljährlichen Vor­führungsabend im Kuppelsaal der Stadthalle in Hannover. Ein Hallenspvrtsest veranstaltet der S. V. Eimsbüttel in Hamburg. Die Universitäten Danzig und Königsberg haben einen Hochschul­wettkampf vereinbart.

Doxeu.

Zu einem Box-Ländertampf der Amateure treffen sich die repräsentativen Mannschaften Deutschland und Schweden in Stockholm. Die westfälisch-hessischen Boxmeisterschasten werden in der Dortmunder Westfalenhalle durchgeführt.

Fechten.

In Hannover wird das Degenturnier um den Richter-Wanderpreis vonstatten gehen.

Schwimmen.

Eine der größten Veranstaltungen innerhalb der Deutschen Turnerschaft ist das in Halle all­jährlich stattfindende Iahnschwimmen, zu dem zahlreiche Meldungen aus allen Teilen des Reiches eingegangen sind. Zu einem Sch'wimm- Städtekamps treffen sich Plauen und Zwickau in Zwickau, zu dem ein Vereinskampf Poseidon V. f. B. LeipzigS. V. Zwickau 04 hinzukommt.

Wintersport.

Im Vordergründe steht die Austragung der Weltmeisterschaften im Kunstlaufen im Berliner Sportpalast, verbunden mit internationalen Kunstlaufen und einem internationalen Cishockeh- turnier. Wegen der Ungunst 6er Witterung sind die Deutschen Skimeisterschaften verschoben wor­den. Die schweizerischen Skimeisterschasten kom­men in Wengen zur Entscheidung. Die öster­reichische Bobmeisterschast wird am Semmering ausgetragen. Die nordischen Spiele nehmen in Stockholm ihr Ende.

Motor- und Radsport.

In Chicago beginnt das Sechstagerennen mit den Deutschen Miethe und Golle am Start.

die Jugend Heuchelheims in der zweiten Spielhälfte mehr vom Spiel hatte und auch zweimal einsenden konnte. Der Heuchelheimer Mannschaft gebührt für dieses Spiel ein Gesamtlob, während Rodheim, wenn es erst längere Zeit gespielt hat, jedenfalls einen beachtenswerten Gegener abgibt.

Leichtathletik.

Hallensportfest des Akademischen Ausschusses

für Leibesübungen an der Universität Gießen.

Für Mittwoch hatte der Akademische Aus­schuß für Leibesübungen an der Universität Gießen zu einem Hallensportfest in die Turn­halle des Realgymnasiums eingeladen. Eine große Menge von Zuschauern hatte sich einge­funden: unter ihnen sah man Seine Magnificenz den Rektor Prof. Dr. Bürker, Provinzial­direktor Gräf, Beigeordneten Dr. Selb, sowie eine große Zahl von Professoren der Universität.

Wenn man seit Jahren regelmäßig den Ver­anstaltungen des Ausschusses beigewohnt hat, bann muß man anerkennen, daß es vorwärts gegangen ist. Die Leistungen wurden von Jahr zu Jahr besser, die Teilnahme der Studenten an den einzelnen Uebungszweigen ist erfreulich größer geworden, das Interesse weiter Kreise ist erheblich gestiegen, ersichtlich in der großen Zuschauerzahl; die Halle war dicht beseht. Schöner nähme es sich jedoch aus, wenn aus der schau­lustigen Jugend bald eine tatenfrohe werden wollte. Was jedoch am Mittwoch am meisten in Erscheinung trat, war die Tatsache, baß die Zahl der Uebungsarten eine wesentliche Erweiterung erfahren hat. Reu in den Uebungs- betrieb auf genommen wurden: Fechten, Schwer­athletik und Boxen.

Aufgabe des Abends sollte wohl sein, die Arbeftsweise einzelner Abtellungen zu zeigen. Zeit und Raum würden ja auch nicht zulassen, daß alle Arten der Leibesübungen, die der Aus­schuß betreibt, bei einer Veranstaltung vorge­führt werden. So hatte man auch von der Aufbietung größerer Massen abgesehen, doch müßte es u. E. leicht sein, die einleitenden Frei­übungen von 50 bis 60 Ausübenden zu zeigen. Es würde zu weit führen, jede Darbietung krttrsch zu beleuchten, doch sei hervorgehoben, daß alle Beteiligten mit sichtlicher Lust bei der Sache waren, und daß die Leiter der einzelnen Gruppen sich mit Eifer und Hingabe ihrer Arbeit widmen.

Uniberfitätdtum» und Sportlehrer Dr. Werner, der für den Gesamtbetrieb verantwortlich zeich­net, hatte bei der Auswahl seiner Mitarbeiter eine glückliche Hand gehabt.

An dem Wetturnen der Korporationen um den Sommer-Wanderpreis für Hal- lenturnen beteiligten sich drei Riegen. Bur­schenschaft Germania (Barren), Burschenschaft Arminia (Reck) und Burschenschaft Frankonia (Reck). Das Ergebnis hat gezeigt, daß alle drei Bewerber vollkommen gleichwertig waren, und datz nur die Glücklicheren den Sieg errangen. Den Wanderpreis für dieses Jahr erwarb sich Burschenschaft Germania mit 59,6 P., dicht gefolgt von Burschenschaft Arminia mit 59 P. und Burschenschaft Frankonia mit 58,7 P.

Geheimrat Prof. Dr. Sommer, der Vor­sitzende des Ausschusses, gab nach Beendigung der Darbietungen seiner Freude über das Darge- botene sowie über den zahlreichen Besuch Aus­druck und legte dar, daß der Akademische Aus­schuß für Leibesübungen zwar langsam, aber desto sicherer seinen sich gesetzten Zielen näher­kommt. Seine Amtsführungen berechtigen za gro­ßen Hoffnungen, und wir können im Hinblick auf die studierende Jugend nur wünschen, daß alle diese Hoffnungen sich bald erfüllen.

Alles in allem: Das Hallensportfest 1926 war für den Akademischen Ausschuß für Leibes­übungen ein voller Erfolg!

Der zweite Tag des Hallensportsestes führte in das Städtische Dolksbad. Im Gegensatz zu den Vorführungen des Mittwochabend war das Schwimmen gairz auf den Wettkampf ein­gestellt. Eine stattliche Zahl von Besuchern war erschienen und folgte mit Spannung ben eflott» durchgeführten Kämpfen. Auch hier erwies es sich als zn-eckmätzig, daß man sachkundige Männer mit der Leitung betraut hatte. Seine Magnificenz Prof. Dr. Bürker sprach seine Anerkennung über die gezeigten Leistungen aus und gab dem Wunsche Ausdruck, datz sich der Kreis der Leibes­übungentreibenden immer mehr erweitere, ihren selbst und auch dem Daterlande zu nutz und frommen. Die Ergebnisse der Schwimmwettkämpfe.

1. Beliebige Staffel, 3X4 Bahnen. 1. Sieger fomb. Mannschaft 3.39Vs; 2. Sieger Mannschaft der Burschenschafter 3.50.

2a) Brustschwimmen für Anfänger, 4 Dahnen. 1. Mohr (Germania) l.O/s; 2. Wagner (Wingolf) 1.2Vs! 3. Pat (Agronomia) 1.4-/..

2b) Brustschwimmen für Vorge­schrittene, 6 Bahnen. 1. Geismar (Ale­

mannia) 1.26-/5: 2. Pirr (Darmstadtia) 1.30V,: 3. Stüh (Merowingia) 1.42.

3a) Seitschwimmen für Anfänger, 4 Bahnen. 1. Mohr (Germania) l.O1/,; 2. Mühl (Alemannia) 1.3" -: 3. Kümmel (Frankonia) 1.5 ->

3b) Seitschwimmen für Vor g e - schrittene, 6 Bahnen. 1. Stüh (Mervwin- gia) 1.243A; 2. Deuttel (Huberna) 1.25.

4a) Springen für Anfänger (4 Kür­sprünge). 1. Schiel (Landsmannschaft Arminia Berlin) 28V,; Punkte; 2. Henneberg (Frankonia) 27' 3 Punkte; 3. Kümmel (Frankonia) 24 Punkte.

4b) Springen fürVorgeschrittene, 3 Pflicht- u nd 2 Kürsprünge. Rur Geis­mar (Alemannia) hatte gemeldet und erzielte 35' Punkte.

5) Rückenschwimmen für Vorge­schrittene, 6 Bahnen. 1. Riemann (Agro­nomia) 1.32Vs. 2. Pirr (Darmstadtia) 1.35V,.

6) Kopsweitsprung. 1. Darrs (stuck, agr.) 14,40 Meter, 2. Riemann (Agronomia) 10,10 Meter, 3. Stütz (Merowingia) 10 Meter.

7a) Freischwimmen für Anfänger. 4 Bahnen. Bormann (Frankonia) ging in 0,54 über die Bahn.

7b) Freistilschwimmen für Vorge­schrittene, 6 Dahnen. Riemann (Agronomia) in LIS1/, im Alleingang.

8) Brust staffel (3x4 Dahnen). 1. Wingolf 3.173/- 2. Germania 3.221/,, 3. Aleman­nia 3.333/-.

Ein Wasserballspiel zwischen einer Maim- schaft der Universität und einer. Mannschaft des Gießener Schwimmvereins konnte der Schwimm­verein für sich entscheiden.

Das Hallensportfest des Akademischen Aus­schusses ist vorüber, es war ein Fest, das so recht in die Jetztzeit paßt: Frei von äußerem, schmückendem Deiwerk war es ein Fest der Ar­beit.

Schwimmen.

) (Bau Hessen D. T» Dor'chwimmerstunde.

Arn kommenden Sonntag findet im Städtischen Volksbad eine zweite Dorsch wimmer stunde des Gaues Hessen der Deutschen Turnerschast statt. Nachdem in der ersten im Nooember die Grundzüge des Schwimmens, der einzelnen Schwimmarten und des Springens durchgenommen, wird diesmal im Vordergrund die Lebensrettung und Wiederbelebung stehen.

Der Deutsche Schwimmverband an die Amerikasahrer.

vo. Am 12. Februar tritt der deutsche Welt­rekordmann Erich Rademacher gemeinsam mit seinem Klubkameraden Frölich die Reise über den großen Teich an, um in Amerika gegen die Besten des Landes anzutreten. Unter der Leitung ihres Trainers und Beraters Beh­rens, des sportlichen Leiters des Hellas-Magde- burg, haben sich beide in gute Form gebracht. Der Deutsche Schwimmverband entbietet durch seinen Vorsitzenden Dr. Geisvw den beiden Qlmerifa- fobrem die besten Wünsche für die Fahrt in fol­genden Worten:Ihr kämpft und siegt für euren Verband und für euer Vaterland! Der eine Gedanke:Sieg den deutschen Farben!" muh alles durchdringen, was ihr denkt und treibt. Freut euch dessen, daß ihr wert befunden seid, daß Millionen auf euch schauen; aber laßt diese Freude nicht zur Tieberhebung werden. In Demut soll der Sportsmann nach dem Siegerkvanz mit starker Hand und festem Wlllen greifen. Unter­schätzt in dem frohen Bewußtsein eures Kön­nens die Schwierigkeiten nicht, die im Klima­wechsel und anderen Faktoren liegen. Kämpft ritterlich, und wenn ihr unterliegen solltet, er­kennet neidlos den Tleberlegeneren an, sollte es zum Siege gereichen, so siegt ihr nicht für euch, sondern für uns alle und unseren deutschen Ramen. Die herzlichsten und aufrichtigsten Wünsche des ganzen deutschen Schwimmsports geleiten euch! Gute Fahrt! Gut Raß! Dr. Geisow." Der Rekord Frölichs durch den

D. S. D. anerkannt.

vo. Jetzt hat auch der Deutsche Schwimm­verband den letzten von Gustav Frölich auf­gelegten Rekord anerkannt. Es ist dies der neue Rekord über 100 Meter Rücken, den Frölich am 21. Januar in Leipzig mit 1:14,1 auf 25 Meter Dahn ausgestellt hat.

Lahn-Dünsberg-Gau.

Am Sonntag fanden sich die Turnausfckuß- Mitglieder zu einer Sitzung in W i e s e ck flulam­men, um über den Turnplan für 1926 zu beraten.

Zunächst wurden die Daten der für das erste Halbjahr angesetzten Dort urner st unden für Turner und Turnerinnen festgelegt. Alsdann trat man in die Besprechung der für die Gauveran- staltvngen in diesem Jahr vorgesehenen Wett- kämpfe ein. Das Ergebnis der Beratungen er­gab für das Gaufest, das am 11. Juli in Atz- bad) stattfindet, die Austragung je eines Zwölf« lampfes für Ober- und Mittelstufe, je eines Neun­kampfes für Alters- und Unterstufe, sowie eines volkstümlichen Fünfkampfes für Turner, während für die Turnerinnen ein Neunkampf für die Ober­stufe und ein Siebenkampf für die Unterstufe be­stimmt wurde. Hieran anschließend wurde der Wettkamps für das am 22. August in Kessel« buch stattfindende B e r g s e st für Turner Oder-, Mittel-, Alters- und Unterstufe je ein Vier­kampf und für Turnerinnen und Schülerinnen je ein Dreikampf angesetzt. Einen weiteren Punkt der Tagesordnung bildete die Einführung eines Gau -Sporttages als Verbandsveran­staltung, auf dem alle seither auf dem Gaufest mrt abgewickelten Meisterschaftskämpfe zur Aus­tragung gebracht werden sollen. Ebenso soll auch auf dem Gausporttag die Staffelte um den Gau-Wanderpreis gelaufen werden. Die ursprünglich vorgesehene Herausgabe der Uebun < gen mußte vertagt werden, da die ausgedehnten Beratungen hierfür keine Zeit mehr ließen. Ferner wurde noch das Datum für das diesjährige SchÜ< erwctturnen in Rodhetm (Bieber) auf de« 1 1. August festgesetzt.