werden.
von
Pelzmärtel.
Ein Nürnberger Spielzeugroman.
Nach dem 2 a'ienischen der Teresah erzählt Gustav W. Eberlein.
Kirche und Schule.
ri Sich, 11. Ian. Zu dem gestern als Landes-Missionssonnlag gefeierten Cpi- phanienfest war es noch in letzter Stunde gelungen, als Festprediger einen auswärtigen Herrn zu gewinnen, den Missionar Schmoll aus Heilbronn, der der Baseler Missivnsyesell- schaft angehört. An Spenden für die Arbeit der Baseler Mission, die in Afrika, Indien, China und Westindien tätig ist und neuerdings mit Genehmigung der englischen Negierung ihre Arbeit wieder aufzunehmen beginnt, gingen an
Copyright 1925 by A Scher! G.m.b.H., Berlin.
(Schluß.)
Pelzmärtel verstand sich ausgezeichnet aufs Pfeifen. Er konnte vorwärts und rückwärts pfeifen, UnD auch blasen. Hinter dem letzten, etwas Döseligen Watteschäschen schloß er den unterirdischen Gang, lieh den Schlüssel stecken und blies dreimal mit eingezogener Luft gegen die Sure, wie er vorher mit ausgestohener Luft gegen sie geblasen hatte. Da wurde sie wieder sichtbar.
Ganz ähnlich ging es mit den Ueberraschun- gen, die Schlag aus Schlag seit einem Jahre über die guten Nürnberger hereingebrochen waren. Schlag auf Schlag kehrte zurück, was verschwunden war: klärte sich auf, was unerklärlich schien: wurde jubelndes Glück aus bitterem Leid.
Die Ereignisse überstürzten sich. Lieber der Stadt erschienen — mitten im Winter! — drei Störche, kreisten zuerst um die Burg, dann über dem Marktplatz und liehen sich am Ende feier- lich-sesilich aus dem Schonen Brunnen nieder, gerade über der Statue Karls des Großen. Die Nürnberger standen mit offenem Munde da. Waren das denn nicht ---?
In diesem Augenblick kam der Stadtpolizist angerannt und schrie schon von weitem: „Der unterirdische Ga — Ga — der unsichtige — der unsichtige — Ga — Gang ist wieder da!!"
Die Natsherren legten den Finger an die Nase und machten bedeutende Gesichter.
„Den Burgberg herunter kommen die Spielwaren!" brachte ein atemloser Iunge die erschütternde Kunde.
„Auf der Wache vor dem Rathaus sind Bleisoldaten aufgezogen!"
„Hört ihr die Windmühlen?"
„Seht ihr die Drachen? Wie Fahnen flattern sie hoch voraus!"
„O Gott, welche Wendung!"
„Dieses Glück!"
„Welch eine Weihnacht!" „Ogottogottogottogott!" — „Da -!"
„Da sind sie!"
..De — da — da!"
Wit kolossaler Gebärde in seine verstimmte Laute greifend und dazwischen über seinen Rheumatismus lamentierend, führte Christophorus Herzensräuber, Der Putzige Meistersinger, den
Bommers heim und Fenchel verlangte, bas seit 1899 in einer Kreis-Poliz i e.wrdnu.ig bestehende D e r b o t des Befahrens ter Kreisstrahen mit Pflugschleisen aufzuheben. Der Antrag wurde dem Kreis- ausichuh befürwortend zur weiteren Behandlung
Mainqan.
WSN. Frankfurt a. M.. 11. Ian. Zwei Architekten aus Dörnigheim, die am Samstag abend auf einem Motorrad noch Frankfiirt fuhren, stießen zwischen Mainkur und Frankfurt mit einem sich kreuz und quer über die Straße bewegenden Eisfuhrwerk zusammen. Durch den Zusammenprall wurden sie vom Rade geschleudert und kamen unter die Pferde zu liegen. Ein zufällig des Weges kommender Motorradfahrer holte Hilfe herbei. Die Berunglückten wurden in das Hanauer Krankenhaus gebracht. Während dem einen beide Beine stark geprellt wurden, erlitt der andere einen schweren Schenkelbnich.
MSN. Hanau, 11. Ian. Das Schlacken- ft e i n u» e r f von Detter & Kappel in Groß- Oftheim ist aus bisher unbekannter Ursache heute völlig niedergebrannt.
Kreistag des Kreise; Gietzen.
' Gießen, 11. Ian. Heute vormittag trat der neugewählte Kreistag des Kreises Gießen zu seiner ersten öffentlichen Sitzung unter b?m Vorsitz deS OberregierungsrateS Dr. H e ß im Sitzungssaale des Regierungsgebäu- des zusammen. Die Mitglieder des Kreistages (30) waren vollzählig zugigen.
Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, in der er betonte, es wrrde sein aufrichtiges Bestreben sein, die Geschäfte als Vorsitzender des Kreistages streng sachlich und objektiv zu führen unter Ausschaltung aller persönlichen Differenzen. Er bat um die vertrauensvolle Mitarbeit des H.-.uscs, wie auch er Den Mitgliedern jederzeit mit Vertrauen entgegenkommen werde. _ Ferner sprach der Redner den nicht wiedergcwählten Mitgliedern des alten Kreistages herzlichen Dank aus für ihre treue und gewissenhafte Mitarbeit zum Wohle des Kreises.
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Turnen, Sport und Spiel
Das Turnen bei den Deutschen
Kampsspielen 1926.
do. Die Deutsche Turnerschast schreibt für die Deutschen Kampsspiele in Köln einen Zwölfkampf der Männer, einen Reunkamps und einen Dreikampf der Frauen auS. Die Wettkämpfe finden am 5. und 6. Iuli statt, am 4. gehen allgemeine Freiübungen voraus.
Ieder Zwölskämpfer hat auszuführen: 1. An Reck, Dorren und Pferd je eine Pflichtübung, 2. an Reck und Pferd je zwei und am Darren eine Kürübung, 3. ein Pflichtfrciübung und 4. als volkstümliche Hebungen; 100-QBctcT- Lauf, Stabhochsprung, Eteinstoßen (15 Kilogramm). Zur Teilnahme wirb nur zugelassen, wer bei den AusscheidungSkämpsen mindestens 128 Punkte erreicht hat, Sieger ist, wer bei den Kampsspielen mindestens 160 Punkte erzielt. Die Zahl der Teilnehmer wird auf 280 beschränkt.
Beim Reunkampf der Frauen sind zu turnen: 1. Reckpflichtübung, 2. Barrenpflicht- übung, 3. Pferdpflichtübung. 4. Reckkürübung, 5. Pflichtfreiübung, 6. Keulenkürübung. 7. 100* Meter-Lauf, 8. Hochsprung, 9. Daliweitwurf. Teilnehmen darf wer bei den Ausscheidungskämpfen mindestens 96 Punkte erreicht hat. Sieger ist, wer bei den Kampfspielen mindestens 120 Punkte erreicht. Die Zahl der Teilnehmerinnen für die D. T. ist auf 165 beschränkt.
Mit dem Neunkampf wird gleichzeitig ein Dreikampf der Frauen in Frei- und Handgeräteübungen ausgetragen. Zu der Pflichtfreiübung und der Keulenkürübung tritt eine Stabkürübung hinzu. Wer sich am Neunkampf betti izt, braucht nur die Scabkü.Übung zu turnen. Alle drei Hebungen werden zusammengerechnet: wer mindestens 45 Punkte erreicht hat, ist Sieger. Außer den Turnerinnen, die den Neunkampf bestreiten, werden noch 45 andere zugelassen.
Die Auswahl der teilnehmenden Turner und Turnerinnen treten die Kreise, auf die die Teil- nehrnerzah'en entsprechend verteilt sind. Ausscheidungskämpfe mü Jen bis zum 15. Mai beendet fein, bis zum 1. 3uni melden die KreiS- oberturnwarle alle Teilnehmer an die Geschäftsstelle der Deutschen Kampfspiele Köln.
Blutiger Abschluß eines FußbaJweUspieles.
Wie die „Kölnische Volkszeitung" auS Düsseldorf erfährt, kam es am Sonntag bei dem Fußballwettspiel „Rather Spielvereinigung" gegen .Helios" Düsseldvrl wegen einer Anordnung des Schiedsrichters zu Streitigkeiten. Rach Abschluß deS Spieles wurde der Streit fortgesetzt und endete damit, daß ein Spieler von HelioS" ein Mitglied des Rather Spielvereines mit einem Messer erstach. Der Täter wurde verhaftet.
Jahresbilanz des Weliluftverkehrs.
vv. Das Weltluftverkehrsnetz 1925 umfaßte insgesamt Strecken in der Länge von 57 500 Klm. (also etwa von der gleichen Ausdehnung des Aeichsbahnstreckennetzes). Dazu ist die Feststellung Interessant, daß das Weltluftverkehrsnetz 1924 29 607 Klm. betrug, so daß die Ausdehnung der Luftsahrt 1925 außerordentlich zugenommen hat, nicht zum geringen Teil dank der Initiative der deutschen Luftverkehrs-Hnterneh- mungen. Von den 57 500 Klm. des Weltluft- verkehrsnetzes entfallen 30 255 Klm. auf Europa.
überwiesen.
Ein Ersuchen des Abg. Müller-Bellersheim, Bemühungen in der Frage der Schäftung von N otflandsarbeiten bei der Regierung zu unterstützen, wurde dem KreisauSschuß gleichfalls als Material zur weiteren Behandlung überwiesen. Schluß der Sitzung.
Mirakulum! Ein Wunder, ein Wunder ist geschehen! ging es von Mund zu Munde. Der Pelzmärtel war's! Er hat die Glocken zum Klingen gebracht! Er hat die Kinder zurückgebracht! Ehre und Preis unserem Pelzmärtel!
Hnö bald do, bald dort sich unsichtbar unter die aufgeregte Menge mischend, nahm mit geschwellter Brust und lustigem Augenzwinkern Nürnbergs guter Geist sein Lob entgegen.
Ausklang.
Das ist, Punkt für Punkt, die merkwürdige Begebenheit, wie sie mir Kunigunde selbst erzählt hat. Ich für meinen Teil habe nichts ausgelassen und nichts hinzugemacht. Da mir aber das Schicksal des PuppenpeterS und einer tapferen Kinder so sehr zu Herzen ging und ich gerne in Erfahrung gebracht hätte, was nach dem guten Ausgang des gefährlichen Abenteuers aus ihren Kameraden geworden sei, fragte ich bei Leuten, die es wissen können, noch ein wenig herum.
Der Puppenpeter, hörte ich, wurde von Meister Leopold zu seinem Vertrauensmann ernannt und mit großen Ehren wieder in seinen geliebten Spielwarenladen eingeführt. Abraham Schloß hat es nur seiner Gutmütigkeit zu verdanken gehabt, wenn er nicht ins Gefängnis geworfen wurde, doch wollte niemand mehr etwas von ihm wissen, nicht einmal Iakvb, der Papagei, und Iulchen, die Amsel. Don allen vergessen, ist er bald gestorben.
Die vier Störche, in Anerkennung ihrer großen Verdienste um das Wohl der Stadt zu Ehrenbürgern ernannt, zählten fortan zu den Sehenswürdigkeiten Nürnbergs und wurden dis ans Ende ihrer Tage nach Gebühr bestaunt.
Sogar aus Amerika sollen Leute gekommen sein, um sie zu sehen. t ..
Während sie in ihrer neuen Würde auf die jährliche Wanderschaft verzichteten, verließen Lu und Li auf dem Rücken der ersten nach Süden reisenden Schwalbe die Stadt, inAontto, wie sie gekommen waren, und, um der Wahrheit Die Ehre zu geben, ohne ihr eine Träne nachzuweinen. Man kann das ja auch verstehen.
Velzmärtel trug ihnen noch viele Gruße an die Fata Morgana und die Puppenfeen Eu- frafia, Zerlina und Sinforosa auf Dem Ober- zauberer Merlino wünsche er Gesundheit und ein langes Leben, der Hexe Alcina daS Gegenteil. Wie es heißt, ist es zwischen beiden zu Mord und Totschlag gekommen
Sehr anständig benahm sich Dlaublau. Gin Muster von Selbstlosigkeit, führte er sein Em- siedlerdasein auf dem Lorenzer Kirchturm freiwillig weiter, nur um nicht in die Versuchung zu
Gerichtsfaal.
Der Versicherungsagent auf dem Gimpelfang.
WSN. F r a n k f u r t a. M., 11. Jan. Der 44jäh- riße Kaufmann Fritz Beck aus Kassel hate sich nach Verbüßung einer langjährigen Zuchthausstrafe sofort wieder auf den Gimpelfang begeben. Diesmal machte er fick die Kapitalnot zunutze. Da er als Versicherungsagent Beschäftigung gefunden hatte, beehrte er darlehensuchende Personen mit seinem Besuche, denen er die Vorzüge seiner Versicherung auseinandersetzte, ihnen Darlehen durch seine Gesellschaft versprach und sich dann die entsprechende Provision für unter
kommen, den Leuten zu verraten, wer ?s in Wahrheit gewesen war, dem der gute Gedanke kam, die zauberlösende Iubelglocke zu läuten. Denn das hätte natürlich dem Ruf des Pelz- märtels sehr geschadet, und eine solche Einbuße an Ansehen mußte im Interesse der Stadt um jeden Preis vermieden werden.
Ob Fifi noch am Leben ist, das läßt sich nicht mit Sicherheit sagen, Dagegen mit um so größerer Bestimmtheit vom Nürnberger Trichter, der nach wie vor Wunder wirkt.
Krachauf wurde ins Germanische Museum verbracht, Abteilung Völlerkunde, wo er, bei freier Besichtigung, ledern, Der an seine Heldentaten zu zweifeln wagt. Die Zähne weist.
Selber habe ich nicht in Erfahrung bringen können, wo Karl Der Große unD mein lieber Hans Sachs gelandet sind. Ich fürchte, fürchte, dort hinten an Der Pegnitz, zwischen Dem Schleifersteg unD Dem Henkersteg, auf Dem — Trödelmarkt, dem Trempala, wie Die Nürnberger sagen, wo sie eines Tages ein Raritätensammler ausstöbern und Dann von dem glücklichen Besitzer zu hören bekommen wird, die Figuren seien allerdings etwas teuer, geradezu unverkäuflich: Denn es handle sich um ganz außergewöhnliche Figuren, historische Figuren, niedagewesene Figuren, um jene geschichtlichen Persönlichkeiten, die im Jahre slebzehnhundertund — er wird schon die genaue Iahreszahl hinzusetzen — an dem großen Spielwarenkreuzzug teilnahmen, der usw. usw.
UnD Kunigunde?
Otto und Liesel, Die Die Wunderpuppe behalten Durften, haben sie hoch in Ehren gehalten, bis sie groß wurden und sie ihren Kindern schenkten, Die auch wieder groß wurden und sie ihren Kindern schenkten, die auch wieder---
Aber jetzt steht sie, soviel ich sehe, schon seit langem wieder im Schaufenster eines Antiquitätenladens, schaut mit ihren blauen Augen starr auf die Straße und scheint ganz teilnahm- los geworden zu sein, als ob sie mangels Gesellschaft ihre Seele wieder verloren habe. Teil- nahmlos und fte'enlos, wie damals, bevor unsere Geschichte begann, bevor sie Den mütterlichen Kuh eines Mädchens auf Die Stirne empfing — das hat in diesem Falle auch sein Gutes. Denn seht, jetzt, wo ich mit meiner Erzählung zu Ende bin' muß ich mich fragen, ob sie euch gefallen hat oder nicht. 3a? Dann freue ich mich mit euch. Wenn aber nicht, dann sagt eS, bitte, nicht mir, sondern lieber Kunigunde selber. Sie wird es kaum verstehen und also nicht traurig darüber werden. Ich aber, das muh ich schon gestehen, ich wäre sehr traurig.
Nach Vorstellung der Präsenz, die die vollzählige Anwesenheit der Abgeordneten ergab, wurde die Wahl der Mitglieder und Stellvertreter des K re i S a u s fchu s- s e s vorgenommen. Für die Liste der Deutschntl. DolkSpartei und des Landbundes wurden 13 Stimmen abgegeben, für die Liste Volk (Dt. Vp.) stimmten 4 Mitglieder, für die Liste der Sozialdemokraten und Demokraten gaben 13 Abgeordnete ihre Stimme ab. Gewählt wurden als Mitglieder des Kreisausfchufses Avg. Fenchel-Oberhorgern (Deutschntl. und GanDbb.), Landwirt Dommersheim-Langsdorf (Deutschntl. u. Landbd.), Studienrat Dr. Lenz-Gießen (Deutschntl. u. Landbd). Gewerk- sch.ftSsekrrtär Denner-Wieseck (Soz.). Angestellter Beckmann -Gießen (Soz.), Rechtsanwalt Hornberger -Gießen (Soz.): als Ste_lI- vertreter Landwirt Rompf - Langgöns (Deutschntl. u. Landbd ), Bürgermeister Iöckel - Grünberg (Deutschntl. u. Landbd.), Fabrikant Schiefer st ein- Lich (Deutschntl. u. Landbd ), Hausfrau M. Hüter- Gießen (Soz.), Bürgermeister K r e i l i n g - Heuchelheim (Dem.), Studienrat Piwf Weiß gerb er-Gießen (Soz.).
Vor dem Mebcrgang zur Erledigung der Vorlagen wurde ein sozialdemokratischer Antrag auf eine Umstellung der Reihenfolge der Tagesordnung mit 17 Stimmen der Rechtsparteien gegen 13 der Sozialdemokraten und Demokraten abgelehnt.
Man befaßte sich hierauf mit einer Vorlage betr. Anschaff ung eines Personen- Automobils für den Kreis. In der eingehenden Beratung konnte sich die große Mehrheit des Hauses von Der zwingenden Notwendigkeit dieser Anschaffung, für Die 17 000 Mk. als Kaufpreis vorg Hetzen waren, nicht überzeugen. Man wünschte aus dem Verlangen nacy Sparsamkeit allgemein eine Vereinbarung mit Der Provinz dahingehend, daß sie ihre Kraftwagen der Kreisverwaltung, natürlich gegen Entschädigung, mit zur Verfügung halte. Frühere Bemühungen der Kreisverwaltung bei der Provinz in der gleichen Richtung waren ohne Erfolg geblieben. Schließlich wurde Die Vorlage mit 19 Stimmen der Rechten und Der Demokraten bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten abgelehnt.
Heber Die Gewährung einer Winternvt- Hilfe des Kreises an die bedürftigen Erwerbslosen und Ortsarmen in den Landgemeinden des Kreises Gießen entspann sich eine außerordentlich ausgedehnte Erörterung. Schließlich fand ein Antrag des Abg. S ch u D t (Dt. Dp.) nahezu einstimmig Annahme, nach dem 4000 Mk. aus den im H.iuchalt 1925/25 voranschlagsgemäh bewilligten Mitteln den Gemeinden als Zuschuß für eine einmalige WinterbeiAlfe an Erwerbslose und Ortsarme zur Verfügung gestellt
diesem Tag nahezu 30 Mk. ein, in Rieder- Bessingen 19.50 Mk. Außerdem wurden in Lich eine Reihe von MissionSschriften abgesetzt. — Lich gedenkt im kommenden Sommer ein großes Fest zu feiern, ein Fest von besonderer Art, ohne Alkohol und Tanz, und doch ein Volksfest größten Maßes. Die ober- hessischen Posaunenchöre werden am Sonntag nach Pfingsten, am 30. Mai, hier zu- fammentommen, um ihr VerbandSfest zu feiern. Der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchen- rat Wagner, hat bereits fein Erscheinen in Aussicht gestellt: wahrscheinlich kommt auch der Landesbischof der hessischen evangelischen Kirche, Prälat D. Dr. Diehl. Als Festredner ist gewonnen worden Der frühere Direktor der Leipziger Mission, Universitätsprofessor D. Paul, einer Der führenden Kirchen- und Missions- männer Deutschlands.
O Wirberg, 11. Ian. Aus der kirchlichen Statistik des Jahres 192 5 ist zu berichten: Unser Kirchspiel hat 1810 Evangelische: 5 Personen ind von der Landeskirche getrennt, davon 3 in 1925 ausgetreten, alle gehören zu einer Sekte. Der Kir- chenbefuch beträgt durchschnittlich 21 Prozent der Erwachsenen und hielt sich ungefähr auf der Höhe des Vorjahres. Zum hl. Abendmahl gingen 2006 Personen, also ca. 160 Prozent der Erwachsenen. Trauungen fanden statt 16, auf dem Wirberg 4, in Harbach 4, in Beltershain 3, dazu Lumda mit 5. Getauft wurden 43 Kinder, 9 in Beltershain, in Göbelnrod 10, dabei 1 Zwilling, Harbach 7. Rein- ljardshain 9, dazu Lumda 8. Kirchllch beerdigt wurden 21, 3 in Lumda; von den 18 im engeren Kirchspiel waren 7 Männer, 9 Frauen und 2 Kinder, davon in Beltershain 4, Göbelnrod 3, Harbach 7, Reinhardshain 4. Konfirmiert wurden auf dem Wirberg 26 Kinder und in Lumda 13. An allgemeinen Kirchenkollekten gingen ein im engeren Kirchspiel 178, in Lumda 93 Mark, für sonstige Vereine und Anstalten der evangelisch-christlichen Cie- bestätigkeit 555 Mark und 128 Mark in Lumda.
8 U l r i ch st e i n , 11. Jan. Imabgelau- n e n Jahr fanden hier 8 Trauungen statt, 5 mehr als im Vorjahre. Die Zahl der Taufen betrug 15, die Zahl derKonfirmierten 12. Es wurden 13 Beerdigungen gehalten. Am heiligen Abendmahl nahmen 615 Gemeindeglieder teil, davon 288 Männer und 327 Frauen, also bei unseren etwa 750 Evangelischen eine beträchtliche Zahl. Der Kirchenbesuch, dessen Jahresdurchschnitt in 1923 noch 108 betrug, war schon 1924 auf 145 Erwachsene gestiegen-, im Berichtsjahre nahm er weiter zu auf 151. Kinder waren 1923 durchschnittlich 37 im Kindergottesdienst; ihre Zahl steigerte sich 1924 aus 50 und stieg 1925 auf 56. Die Summe der in der Gemeinde aufgebrachten Gaben beträgt 1160 Mark. Davon hat die Gemeinde 48 Mark gesammelt, um ein schwarzes Kanzeldeckchen anzuschaffen, das seither fehlte und schmerzlich vermißt wurde; an den entsprechenden Tagen grüßt es nun mit seiner prächtigen Schrift: „Er ist unser Friede!" Außerdem ist zu erwähnen, daß nun, neben Abenden für die männliche und weibliche Jugend (getrennt), in diesem Winter auch Bibelstunden eingefuhrt wurden, an denen 30 bis 35 Frauen sich beteiligen.
16cm neuerbauten coole ahier hatten sich die Mi!« kiwilligen -feuer« eigen gestern zu einem iammelt, dem auch der ftchtold von Lauter- Kommandant der Wehr, die Erschienenen und mies mftaltung, die Sache der in der Eemeinde beliebt mf fernen verschiedm Satigleit der Fiuenvch 'urfibrung. Die der Wehr tV in M bas SM vorzüglich ;ot brachte W Arier- geführten M Ausdruck zur Mae der Samerab- r FreimWgcn Feuerwehr Mandant Steeg sprach chr, die sich um das Zu- krhalmgsadends oerhieiu int aus, woraus der Tanz isch-n den einzelnen M- j Musikvorträge der so> Lauterbach ausgesullt.
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fdjricbene Anträge auszahlen Neß. Ferner trat er mit einer sich nach einem neuen Eheglück fehncnden jungen Frau in Verbindung, Der gegenüber er sich als reicher Mann ausgab und Deren Schmuckstücke er anläßlich eines Besuches mitgchen hieß. Dav Schöffengericht verurteilte Den Angeklagten wegen fortgesetzten Betrugs, schwerer UrkunDenfälschung unD Diebstahls zu einer ® e [a m t gef 6 n gn i g strafe von 2 Jahren und 2 Monaten.
Zug an. Die Nürnberger Kinder erkannten ihn gleich wieder. Hurra, Hurra!
„Die Arche Noah!"
„Die Hans-Kasperl-Theater!"
„Die Wagen — oh. Die vielen Leiterwagen!"
„UnD wie voll!"
— Trompeten, Bälle, Kegel, Dominosteine — „Herrlich, Diese Gummikahen!"
„Hat man schon je solche Schaukelrosfe gesehen ?“ — ,
„Wie sich Die Nußknacker in Die Brust werfen!"
„Achtung, Die Artillerie!"
— „Präsentiert Das Gewehr!" —
Unwillkürlich zog Der Bürgermeister, der mit unter Den ersten auf Dem Marktplatz erschienen war, Den Hut. unD alle folgten feinem Beispiel. Die Väter strahlten, Den Mülern war Das Weinen näher als Das Lachen, Die Dienstmädchen schlugen Die Arme über Den Kopf zusammen, Die Erzieherinnen vergaßen auf Die Kinder zu achten, Die juchzend neben Dem Zug herliefen und übereinanderpurzelten.
„Alle, alle Spielsachen sind wieder Da!"
„Seht nur, seht nur, KunigunDe, Die Wunderpuppe! Da — Karl der Große! UnD Dort Hans Sachs! Ein Dreifaches Hoch für unseren Hans Sachs!"
Plötzlich übertönte ein Aufschrei Den Jubel, und ein wehes Schluchzen schnitt Den Zuschauern ins Herz. Gevatterin Cornelia war auf Den Lärm hin herbeigeeilt und hatte vergeblich Gruppe für Gruppe Den Zug durchsucht. Und ein Mann Drängte sich Durch Die Menge und rief verzweifelt nach seinen Kindern.
Armer Puppenpeter! Die Spielsachen waren zurückgekehrt, aber feine Kinder--
Warum nur jetzt auf einmal Die Glocken aufhören zu tönen unD Dröhnen, zu hallen und schallen, als wollten sie Der Silberglocke allein Die Stimme überlas en? UnD die Iubelglocke lacht und singt, sie singt unD lacht —
Verstehst Du ihre Sprache nicht, Peter Tand?
Horch, horch:
„Freue Dich, freue Dich!" So jubelte sie.
,Sie kommen, sie kommen!"
Der Puppenpeter hält Den Kops zwischen Den Händen gestützt unD lauscht angstvoll.
Da — ein doppelter Kinderschrei — es gibt Leute, Die später steif unD fest behaupteten, sie hatten gesehen, wie ein großer, ziemlich am Ende marschierender Nußknacker plötzlich niesen mußte und Dabei eine Nuß aus Dem Munde fallen ließ, aus Der beim Aufschlagen ein Iunge I und ein Mädel herausgesprungen seien — — | „Vater! Vater!"
Gans entdeckten. Die Gauner vertilgten an Ort und Stelle Den guten Bissen, fanden auch den dazu gehörigen Wein und verdufteten Dann unerkannt, nachdem sie ihre „Visitenkarte" zurückgelasien hatten.
Preußen.
SV reis Wetzlar.
□ Wetzlar, 11. Jan. Der Ära ft mag* verkehr, den Die Po st Verwaltung von tk Kreisstadt aus nach verschiedenen Richtungen hin eröffnet hat, gewinnt auf dem Lande immer mehr Freunde. Die Benutzung der Wagen ist daher fast stets eine sehr gute. Besonders auch alte Leute, die weitere «trecken zu Fuß nicht mehr gehen können, machen von dieser bequemen (Ein- richtung gerne Gebrauch. Aus der im vergangenen eomnter neu eröffneten Linie Wetzlar- Sch w a 1 b a ch ist die Benutzung regelmäßig eine jo starke, daß Der Wagen die Leute gar nicht alle zu fassen vermag. Das führt bann zu unangenehmen Szenen an den einzelnen Haltestellen, besonders auf dem Schillerplotz, wo abends um 6 Uhr teilweise ein regelrechter Kampf um die noch freien Plätze entbrennt. Alle Vorstellungen und Wünsche auf' Abhilfe bzw. Einstellung eines zweiten Wagens finden bei der Wetzlarer Poftbehörde taube Ohren. Auch unsere Nachbargemeinden N a u n h c i m und Waldgirmes warten noch immer sehnsüchtig auf die Eröffnuna Der schon feit dem Somemr geplanten neuen Verkehrslinie Wetzlar — Rodheim — ©laben- bad) Biedenkopf. Die Verzögerung scheint ebenfalls mit bei der Wetzlarer Poftbehörde zu liegen, Die anscheinend für neue Verkehrsoerbesserungen mit dem platten Lande sich nicht erwärmen kann. Wie wäre es, wenn Der Verkehren e r - ein, der doch vor kurzem gegründet sein ^foll, sich einmal mit Der ganzen Sache beschäftigte? Wenn etwa die Derhandlnngen wegen der Garantie für eine gewiße Mindefteinnahme nicht vorwärts kommen sollten, so müßte im Interesse des Geschäftsverkehrs doch hier eine Einigung erzielt werden können. Auf alle Fälle muß einmal den Gründen der Verzögerung in der Verkehrsverbefferung und der Abstellung der Ucbelftänbe nachgegangen werden.


