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Aus der Provinzialhauptstadt

a;;jar 1926.

n nach

;cn. Die Zahl der (Stemeinben

112 auf 123 mit weniger

1000 Einwohnern ist dagegen fett 1910 von 875 auf 834 gefallen: 1871 betrug

Sozialisten. des Herzogs von Altenburg andererseits) für mich nicht in Frage kommt, habe ich ohne An- rcgung von irgendeiner Seite, um der gegen mich injzenierten Hetze auch jeden Schein eines An­lasses zu nehmen, heute die Vertretung Seiner Hoheit des Herzogs von Altenburg nieder-

3n Hessen ist, wie wir dem letzten Heft der Mitteilungen der Hess. Zentralstelle für die Landesstatistik" entnehmen, die Zahl der Ge­meinden mit 2000 und mehr Einwohnern feit 1910 in 11 Kreisen mit 56 Gemeinden gleich ge­blieben, in 6 Kreisen hat sie von 50 auf 62 zu­genommen und in einem Kreis (Erbach) von 6 auf 5 abgenommen. Insgesamt ist ihre Zahl von

. jung der Bauten Zn erster Linie wird man Unter»

®leben, den 12

Die hessischen Gem t Grötzenkrasio

Wettervoraussage.

Weist heiter, Winde aus östlicher und nörd­licher Richtung, stärkerer Frost, trocken, morgens Reifbildung.

Das Hochdruckgebiet hat eine weitere Ver­stärkung und Ausdehnung erfahren, während der starke Wirbel über Island in nördlicher Richtung abgewandert ist. Nordöstliche Winde werden weitere Kaltluftmassen nach Mitteleuropa transportieren, so daß mit Zunahme der Frost- Periode zu rechnen ist.

Gestrige Tagestemperaturen: Ma>imum: 2,9 Grad Celsius, Minimum: 5,7 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: minus 5,2 Grad Celsius.

ihren Willen umzumarfchieren. Die müßten, daß eine linke Mehrheit ohne sie nicht möglich sei, und bemühten sich deshalb, die Männer der Linken an der Regierung zu halten.

Der Führer der Revisionisten, Abg. R e n a u del, erklärte, um die Beteiligung an einer Regie­rung zu rechtfertigen, bedürfe es außerordent­licher Umstände, die jetzt vorhanden seien. Die Parte» wiße sehr wohl, daß man nur die Unterstützungspolitik wegen der Person Herriots zu­gelassen habe. Sie wisse aber nicht, daß man B r i - and diese Unterstützungspolitik ver­weigert habe, weil die Arbeiterklasse seine poli­tische Pergangenheit nicht vergessen könne. Briand müsse bekämpft werden. Rach dem 11. Mai sei man gezwungen worden, das Kartell der Linken zu bil­den, weil im anderen Falle sich eine andere Koali­tion gebildet hätte, der sich die Sozialisten nicht hat­ten anichließen können. Bringe man das Kartell der Linken in der Karner zu Fall, dann könne man

Kleine politische Nachrichten.

Der dcullchnattonale Abgeordnete Dr. Ever- ling gibt folgende Erklärung bekannt:Obwohl ein Interessentonflttt (als Mitglied des Rechts- ausschuffes einerlei ts und Prozehbevollmächtigter

In der Berliner Hedwigskirche wurde ein Trauergottesdienst für die verstorbene König, n-Itter Margherita abg halten. Von deutscher Seite waren anwesend für den Reichspräsidenten Staatssekretär Meiß­ner, für den Außenminister Staatssekretär v. Schubert und für den Reichskanzler Re­gierungsrat v. Stockhausen. Außerdem hatte das Auswärtige Amt mehrere Vertreter entsandt.

Faszistische Flegeleien gegen den Fürstbischos von Brixen.

Innsbruck 12. Ian. Am Montag drang eine Rotte von Faschisten rauchend und mit Reitpeitschen bewaffnet in das Pri- datgemach des Fürstbischofs Von D r i x e n ein und forderten die Herausgabe des Schlosses Drunach, um es als Milizkaserne zu verwenden. Die Zumutung wurde natürlich abgewiesen.

gungen müssen in erster Linie zum Neuankauf von Dieh, zur Beschaffung der Saat und zur Wiederinstandsetz benutzt werden. In erster Li

Aus den Schlußverhandlungen des Kongresses ist die Rede des Parteiführers Leon Blum bemer­kenswert, der erklärte, die effektive Beteiligung an der Regierung fei am g e f a h r l i ch st e n. So pa­radox es klinge, Koalitionen zwischen Extremen, wie x. B. die Große Koalition in Preußen oder die Allianz zwischen den Klerikalen und den Sozialisten in Belgien, seien nicht so bedenklich, denn durch ihre Unwahrscheinlichkeit an sich schon machten sie jede Verwirrung unmöglich. Selbst, wenn man anneh­men wollte, daß eine Verständigung über die Lösung der Finonzkriie möglich wäre, so würden sicher in Fragen wie Marokko, Syrien, Wahlreform, Mili- wrgesetz, Sozialoersickerung usw. Meinungsverschie­denheiten vorhanden sein, und wenn sogar über diese Fragen eine Einigung in der Kammer zu erzielen wäre, würden die Radikalen, wenn der Senat sich widersetze, doch nicht zu einer Auflösung schreiten. Wenn die Sozialisten jetzt ihre Bedingungen stellen würden, mußten sie alsbald wieder wegen anderer Fragen Bedingungen stellen. In dieser Diskussion würde die feindlich gesinnte öffentliche Meinung nur em Feilschen erblicken. Eines Tages würden dann die Sozialisten doch gezwungen werden, gegen

Drückende Besatznngrlast.

Erhöhte WohuungSanforderungen der Engländer. Keine Erleichterung vor dem Frühling.

WEM Königstein. 11. Ian. Um falfdyen Gerüchten vorzubeugen, gibt die englische Besatz ungsbehörde folgendes bekannt:

Die gesamten englischen Besahungstruppen im besetzten Gebiet zählen 9000 Mann, die nach dem Wrücken von Köln in und bei Wies- baden auf verhältnismäßig kleinem Raum untergebracht werden sollen. Ent­gegen den früher hier anwesenden Franzosen zählen die englischen Truppen bedeutend m e h r V e r d c i r a t e t e u n d F a m i l i en . di r alle untergebrachl werden müssen. Dazu sind mehr Wohnungen erforderlich, als die Franzosen benötigten. Deshalb ließen sich in Königstein Härten nicht vermeiden. Auch in Wiesbaden, Langenschwalbach Idstein und Bin­gen mußten bereits öffentliche Gebäude beschlagnahmt werden, kie seither 6c- sahungSfrei waren. Milderungen können vorerst nicht eintreten. Deshalb haben alle der­artigen Gesuche der Stadtverwaltungen und auch persönliche Vorstellungen in Koblenz keinen Er­folg. Dagegen will die englische Bcsatzimgsbe- Hörde versuche, im Frühjahr gegebenenfalls die Gesamtzahl der Besahungstruppen zu vermindern, und zwar in erster Linie in den Kurorten. Dis dahin fann keinerlei Milderung eintreten. Die für tic einzelnen Orte bestimmten Truppen müssen unter allen Umständen untergcbracht werden.

Auch in Idst e i n sind die Wohnungs- anforderungen der Engländer über die der Franzosen hinausgegangen. Außer den von den Franzosen bisher beschlagnahmten Wohnungen haben die Engländer noch einige weitere Wohnungen mit Beschlag belegt. Be­sonders die Beschlagnahme des am Bahnhof gelegenen Hotels Hitl, das von den Engländern als Kasino verwendet werden soll, hat unter der Bevölkerung große Erregung hervor­gerufen. In Bingen sind die ersten eng­lischen Truppen am Samstag eingetroffen und haben ihre Quartiere bezogen. Die englische Besatzung wird um etwa 2 00 Mann hö­her fein als die französische. Der englische Kommandeur wird im bisherigen Delegations­gebäude Wohnung nehmen. Die interalliierte Binnenschiffahrtskommission wird am 18. Januar ihren Sih von Köln nach Mainz verlegen. Die ständigen Schissahrts- kontrollposten in ManmilianSau und St. Goar werden ausgehoben werden. In Zukunst gibt es ständige Schifsahrtskontrollposten nur noch in Ludwigshafen. Mainz, Dingen und Koblenz. Rach einer Havasmeldung aus Köln hat die englische Rheinflvttille gestern Köln verlassen, um sich über Frankreich nach Eng­land zu begeben.

Frankreichs Rheinlandpolitik.

München. 11. Ian. (TU.) In der .Dayr. Staatszeitung" wird freute unter der Ueberschrift .Frankreichs unentwegte Rheinland- Politik" mitgetellt. daß vor kurzem in Paris ein rheinischer Kongreß für alle die Kreise der Anhänger der französischen Rheinland Politik stattfand, die auch nach Locarno eine Sicherheit Frankreichs nur in der Betreibung einer auf die Loslösung deS Rheinlandes vom Reich gerichteten Politik unö in der ständi­gen Besetzung der Rheinlands durch Frankreich garantiert sehen. Die französischen Kreise, vor allem ihre zahlreichen Anhänger in der französischen Desatzungsarmee und in der Rheinlandkommission sind in ihren höchsten Spitzen eben auf dem Sprung, im besetzten Gebiet das System der Gewalt sofort wieder aufzurichten, sobald die poli­tische Konjunktur in Frankreich günstig erscheint. Das Arbeitsprogramm des Rheinkon- gresses sieht eine rheinische Propa­ganda vor, die der Bevölkerung deS besetzten Gebietes vortäuschen soll, daß eine Loslösung vom Reich auch aus wirtschaftlichen Gründen für die Rheinlande von großem Vorteil wäre.

Ein Kompromiß.

Die französischen Sozialisten für Beteiligung an einem überwiegend sozialistischen Kabinett.

Paris, 12. Jan. (WTV.-Funksvruch.) Der Kongreß der sozialistischen Partei Hal fick mit 1766 gegen 1331 Stimmen bei 16 Stimmenthaltungen für die Teilnahme an der Regierung aucgcsprochen un­ter der Bedingung, daß die S o z i a l i st e n die Mehrheit der Ministerportefeuilles erhalten und sich diese selb st answählen können.

In der angenommenen Resolution heißt es. Die sozialistische Partei ist unter den gegenwärtigen außerordentlichen Umständen bereit, die Verantwor­tung an einer Regierung zu übernehmen, sei es mit Unter st ühnng der links st ehenden Gruppen, fei es, daß sie in die Regierung, die sie selber bildet und in der sie stchden maßgeben­den Einfluß und die Mehrheit wahrt, Vertreter anderer Gruppen beruft, und zwar derge­stalt, daß sie immer die Gewißheit hat, daß bei der Tätiakeil der Regierung beschlossene Maßnahmen den Vorrang haben, die allein geeignet sind, die Zu­kunft des Landes sicherzustellen und die bedrohte Demokratie zu retten.

sie noch 928. Die Gemeinden mit wen'ger als 100 Einwohnern sind seit 1871 von 55 auf 53 gefallen, die von 100 bis 500 von 433 auf 404, die von 500 bis 1000 von 296 auf 238 und die von 1000 bis 2000 von 14-1 auf 139. Die von 2000 bis 5000 sind von 50 auf 87, die Gemeinden von 5000 und mehr Einwohnern sogar von 8 auf 36 gestiegen.

Mehr als ein Viertel (26,6 Proz.) der De- völkerung wohnt in den fünf größten Städten Hessens. In den Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern wohnen 31,5 Pvoz., in den Ge­meinden über 5000 43.5 Proz., in Starkenburg und Rheinhessen sogar mehr als die Hälfte (50,8 bzw. 50,4 Proz.). 1910 betrug der Anteil der Devölkerung in diesen Gemeinden in Hessen nur 41,9 Proz.. in Starkenburg nur 47,4 Proz., in Rheinhessen allerdings 52,6 Proz. Dieser Rück­gang hängt mit dem Wegfall der Garnison Mainz zusammen. In den Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern ist die Bevölkerung von 506275 im Jahre 1910 auf 502 690 im Jahre 1925 zurückgegangen, d. L von 39,5 auf 37,3 Proz. In den Gemeinden von 2000 bis 100 000 ist sie von 657 669 auf 735 783 gestiegen, d. L von 51,3 auf 54.5 Proz. und in der einzigen Gemeinde über 100 OOO, in Mainz, von 118107 auf 108 537 d. i. von 9,21 auf 8,18 Proz. gefallen.

Gießener W^hcnrnarklpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 130160, Matte 3540, Käse 6070, Wir­sing 1520, Weißkraut 1012, Rotkraut 25, gelbe Rüben 15, rote Rüben 15, Spinat 50, Unter Kohl­rabi 1012, Grünkohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 80100, Tomaten 80, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 5070, Kartoffeln 45, Aepfel 1518, Birnen 30, junge Hahnen 120, Sup­penhühner 120, Endivien 100 Pf. je Pfund: Eier 1920, Blumenkohl 60180, Lauch 515, Sellerie 2070 Pf. je Stück.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7.30 UhrDas glühende Ein­maleins". Dund deutscher Bodenreformer. 8 Uhr Reue Aula, Vortrag von D. Dr. Da­maschke. Katholisches VereinshauS: 8 Uhr Frauenvortrag. Iungdeutfcher Orden: 8.30 UhrBayrischer Hos" Bruderabend mit Vortrag.

Aus dem Stadttheaterburear wird uns geschrieben: Auf vielteiliges Verlangen findet am Sonntag, 17. Januar, abends 7 Uhr, eine nochmalige Aufführung von Leo Lenz' rei« zendem LustspielHeimliche Vrautfahrt" statt. Diese Vorstellung gilt als 14. Sonntags- Abonnementsvorstellung. Da das Werk mit dieser Aufführung aber zum zweiten Wal ins Sonntagsabonnement kommt, erhalten diejenigen Abonnenten, die eine andere Vorstellung vor» ziehen, kostenlos Gutscheine, die beliebig in an­deren Abonnementsvorstellungen verwendet wer­den können.

** D i e Einführung und Verpflich­tung der neugewählten Stadtver­ordneten wird am nächsten Donnerstag, 14. Januar, nachmittags 5 Uhr, im Stadt-

feine Sitze fordern. Auf keinen Fall aber tonnten hundert Sozialisten die -Hälfte der Ministerporte- cuilles in Anspruch nehmen. Da man auch nicht neutral bleiben könne, bleibe nichts anderes übrig, als sich an einer Kabinettsbildung zu beteiligen. | Es würden sicher etwa hundert ehrliche Radikale übrig bleiben, die mit den Sozialisten eine homo­gene' Gruppe bildeten, der keine Rechksregierung tondhalten könne, die an dos Land zu appellieren ! mftanbe sei. Wer die Regierungsgewalt vollkommen, i ordere, betreibe Bolschewismus. Am Abend gr langte dann in der 2lbftimmung die oben wiedcrge- gebene Kompromißformel zur Annahme.

Die Beisetzung der Königin Margherita.

Rom, 11. Ian. (TU.) Die heutige Beisetzung der Königin-Mutter Margherita von Italien nahm einen sehr würdigen Verlauf. Der Leichen- kvndukt traf pünktlich um neun Uhr unter gleich­zeitigem Einsetzen sämtlicher Kirchenglocken Roms auf dem Bahnhof ein und wurde vom König, dem Kronprinzen und Mussolini ernp» angen. Der Sarg wurde auf eine Lafette gestellt, die nur mit der italienischen Flagge und einem riesigen Eichenkranz des Königs geschmückt und mit acht Rappen bespannt war. Der Trauerzug zog darauf durch mehrere Straßen nach dem Pantheon, wo die Königin, die Prin­zessinnen, die Hofdamen und die Diplomatie sowie die Staatswür^enträger ihn erwarteten. Zwei D unden lar.g d: il erten Anordnungen al.er Waf­fengattungen, die Behörden, öffentlicher Körper­schaften und Vereinigungen mit umflorten Fahnen vor dem Sarge vorbei, an dem in langen Reihen die Kapuz.ner mit brerntenden Kerzen, sowie der gesamte Klerus Roms Ausstellung genommen hatten.

Während des Trauerzuges gingen Musso­lini, Der Senats- und Kammerpräsident sowie die Minister neben dem Sarge. Unmittelbar hinter dem Sarg folgten der König mit den Prinzen, die auswärtigen Fürstlichkeiten, die souveränen Malteser-Ritter, die Diplomaten und die Ritter deS Annnunziaten-Ordens. Bei der Ankunft deS Zuges in Pantheon setzten mehrere Musik-Chöre ein, während über 100 Flieger das Pantheon umkreisten. Zu der Feierlichkeit im Pantheon selbst war nur ein kleiner Kreis wegen des befchräntten Raumes zugelassen und zwar außer der königlichen Familie und den souveränen Gasten die Diplomaten und die höch­sten Spitzen der Behörden. Rach der ttrch- lichen Feier, die etwa eine halbe Stunde dau­erte, verließen als erster der König und die Königin das Pantheon, von der Menge stumm begrüßt. Ramens der deutschen Reichs­regierung legte der deutsche Botschafter einen Kranz am Sarge der Königin nieder.

Der Budapester Fa!s < münzerstandal.

Budapest, 11. Ian. (WB) Rach den Blättern soll der im Zusammenhang mit der Frankenfälschungsangelegenheit verhaftete Gerd angegeben haben, vor mehreren Monaten habe sich ein Deutscher namens Schulze bei Radvsfy gemeldet und ihm miigeteilt, daß i n einer bayerischen Stadt eine völlige Werkstatt für tie Herstellung von 500-Fran­kenscheinen eingeriqtet sei. Der angebliche Schulze habe Radvsfy weiter erklärt, daß, bevor man den Druck der Roten beginnen könnte, die deutsche Polizei von der Werkstätte Kenntnis erhielt, so daß die Fälscher kaum Z'tt gehabt hätten, die Werkstatt in die Luft zu sprengen und die Be­weisstücke zu vernichten. Schulze habe schließlich seine Dienste zur Herstellung falscher 1000-Fran­kennoten angeboten.

Gero sagte weiter aus, er habe Schulze öfters in Gesellschaft des Prinzen Win- disch-Graetz gesehen. Als in Budapest mit Frankenfälschungen begonnen worden war, sei Schulze verschwunden. Er, Gerö, und seine Genossen hätten später erfahren, daß die Pa­riser Polizei über die Frankensälschungen durch Schulze unterrichtet worden war. Die Budapester Polizei ermittelte nun, daß Schulze den Plan der Frankenfäl^chnngen in Bu­dapest für teures Geld an die französische Polizei bekamrigegeben habe. Die Personenbeschreibung des Schulze soll mit der des E rz b erger m ö r- ders Förster-Schulze übereinftimmen.

stützungsmittel vom Staat, also von Preußen, er­warten müßen.

Sie sollten schon, um spätere Schwierigkeiten zu vermeiden, noch Auffasiung der Sachverständigen bei der schweren Rot der Bevölkerung als Unter- stützung und nicht als Kredit gegeben werden. Zudem erwartet man in landwirtschaftlichen Krei­sen erhebliche Steuerentlastungen. Für die Grundsteuer wird eine Neubewertung auf Grund der Wertoerminderung durch Hochwasser notwendig fein. Die Einkommensteuer wird für das laufende Jahr wegen des Einnahmeausfalls sowieso ertrag­los bleiben. Notwendig erscheint den Sachverstän-- digen ein Erlaß der Umsatzsteuer, da diese in dem geschädigten Gebiet, selbst wenn sie noch einge- trieben werden sollte, keinen nennenswerten Erttag liefern fann.

Im Eise eingeschlosserr.

Stettin, 11. 3an. (WTB.) Rach einem drahtlosen Telegramm des DampfersKlara Kunstmann", der im Finnischen Meerbusen im Eise eingeschlossen ist, lag dieser heute morgen östlich der finnischen Insel Hogland. Das Eis steht. Der Wind hat abgenommen. Proviant scheint noch für einige Tage vorhanden zu fein. 3n sichtbarer Rähe befinden sich anscheinend noch zwölf deutsche Dampfer. Don den Schiffen soll der Hamburger DampferA l 1 e n g a m m e auf Strand gelaufen und verloren sein. Die Bre­mer DampferThor" undFaust" sollen schwer beschädigt sein. Eine authentische Nachricht liegt bis zur Stunde noch nicht vor.

Heute vormittag übermittelten zwei Flug­zeuge den blockierten Schiften Proviant und stellten dabei fest, daß im ganzen 30 Dampfer eingeschlossen sind. Drei Eisbrecher versuchen einen Weg nach der Südspitze der 3nfel Hogland zu bahnen. 3n ihren Kielwasser folgen 13 Schiffe. Die Flugzeuge haben ihre Vorräte in der Rähe von 12 weiteren im Eise eingeschos­senen Dampfern abgeworsen. Don Helsingfors ist ein weiteres Flugzeug mit zwei Per­sonen und Vorräten abgegangen. Da über den Verbleib dieses Flug-euges feine Rach'ichten vor­liegen, nimmt man an, daß es die Morgendäm­merung für die Rückfahrt abwartet.

LinienschiffHesse n" dürste die Dampfer voraussichtlich nicht vor Mittwoch Dormittag er­reichen. In Begleitung derHessen" befinden sich j zwei Schlepper der Dergungs- und Dugsier- I reederei Hamburg.

gelegt

Am 12. Januar tritt zum zweiten Male die Kommsision zur Vereinheitlichung des internationalen Rechtes unter Vorsitz des früheren schwedischen Ministerpräsidenten Aamersjöld in Genf zusammen. Deutschland ist durch Professor S ch ü ding vertreten.

Das Zentral-Komitee der Kommunistischen Partei hat den Reichstagsabgeordnelen Iwan Katz au8 der Kommunistischen Partei ausge­schlossen. Er wird gleichzeitig aufgefordert, sein Reichstagsmandat niederzulegen. Iwan Katz hatte versucht mit seinen Anhängern die Raume der kommunistischen Riedersächsischen Arbeiter­zeitung zu stürmen. Rach einer Viertelstunde er- schien jedoch Polizei und stellte die Ordnung wieder her.

Die englische Regierung bat beschlossen. Teil 1 her Industrie-Schutzakte, der sich auf den Schuh der Schlüssel-Industrie bezieht, und der im August d. 3. zu Ende gcht. auf weitere fünf 3ahre zu erneuern unb dem Parlament in der kommenden Session eine entsprechende Dor» läge zu unterbreiten.

Die Hochwasserschäden.

Koblenz, 12. 3an. (TU.) Heber die der Landwirtschaft des Hochwassergebiets entstan­denen Schäden erfährt der Sonderberichterstat­ter der Telunion im Rheinland von unterrich­teter Seite folgende Einzelh eiten: Eine end­gültige Feststellung des der Landwirtschaft ent­standenen Schadens ist namentlich am Rieder­rhein noch nicht möglich, weil das Walser immer noch auf Öen Wiesen, wenn auch hirtter den Deichen, steht, wo große Ueber- schwemmungen durch das Dränge­wasser entstanden sind. 3m ganzen dürften am Niederrhein etwa 45 000 Hektar Landes überschwemmt fein. Allein im Landkreis Cleve wird man mit 20 000 Hektar eher zu niedrig als zu hoch greifen. Zwei Fünftel dieses Landes sind als A e ck e r zu bewerten, von de­nen ein Drittel schon Wintersaat empfangen hat Diese ist selbstver-tändlich völlig verloren.

Dort, wo da sWasser länger als acht Tage auf | der Wiese stand, ist wahrscheinlich auch das Gras | erstickt und muh von neuem gepflanzt werden. Der Gesamtschaden wird von sachverständiger Seite auf etwa 15 Millionen für die Landwirt­schaft ohne den Weinbau angegeben, und zwar sind dabei die ed)äden an den Deichen und Wegen nicht einbegriffen. Auch liegen noch keinerlei Schätzungen für die durch Versandung entstandenen schaden vor. Der diesmalige Schaden wird eine weitgehende Wertverminderung des Grundbesitzes mit sich bringen. Die Entschädig

Aus aller Welt.

Salvarsanfchwindel.

Wie aus Erlangen gemeldet wird, kaufte ein dortiger Daumeister von einem angeblichen Rei­senden Salvarsan zum Preise von 5000 Mk. Bei der Untersuchung stellte sich dann heraus, daß ihm gewöhnlicher Ocker im Werte von 30 Pfennig aufgehängt worden war. Der Schwindler konnte verhaftet werden, doch hatte er die 5000 Mk. bereits auf die Seite ge­bracht. ,

Raubüberfall im V-Zuge.

3n dem V-Zuge BerlinKöln ist z w i f chen Stendal und Hannover ein Reifender im Schlafwagen überfallen und seiner Darschaft von 180 Mark sowie feiner Brieftasche mit Papieren, goldener Uhr und silbernem Ziga­rettenetui beraubt worden. Der Täter ist unter Zurücklassung von Aktentasche, Hut und Mantel auS dem fahrenden Zuge gesprungen^

und entkommen. Rach, den ausgesundenen Pa­pieren handelt es sich wahrscheinlich um ben Kaufmann 3ohann Hütk er aus Berlin. Der , Ueberfallene ist Mitglied des Reichswirkschafts- rates namens Georg Müller aus Oerltng» hausen bei Bielefeld. Der Täter drang zwischen Stendal und Hannover in das Schlafabteil. Es entspann fick zwischen beiden ein Hand« g emenge, in helfen Der lauf es dem Räuber gelang, den Arm seines Gegners in der Tür einzuklemmen und sich dadurch einer Festnahme zu entziehen. Kurz vor Hannover spring er bei einer Unterführung aus dem fahrenden Zuge.

Kahentollwut im Spessart.

Rach amtstierärztlichem Befund wurde in Reuhütten im Spessart die Katzenkvllwut fest­gestellt. Dort wurden ein 3- und ein 16jähr. Knabe von einer Katze gebissen. Beide Knaben wurden in die W utschuhimpfskelle nach Würzburg ver-> Kracht. Die Katze wurde getötet. Die Hunde» und ' Kahensperre wurde bis zum 4. April verlängert.

Dor Schreck gestorben.

Die Kinder der Kriegerwitwe Soellnih in Lichtenrade verkleideten sAbwesen­heit der Mutter und schwärz ten sich die Gesichter, um die elfjährige Schwester zu erschrecken. Als sie mit Geschrei in das Zim­mer liefen, erschrak das Mädchen so sehr, daß es zusammenbrach und starb.

Dr. Hellpach Prosessor an der Heidelberger Universttal.

Das badische Staatsministerium hat den frü­heren Staatspräsidenten und Minister für Kultus und Unterricht, Dr. Hellpach, zum ordentlichen Honorarprofessor an der philosophischen Fakul­tät der Universität Heidelberg ernannt. Pro­fessor Dr. Hellpach wird seine Lehrtätigkeit im kommenden Sommersemester aufnehmen.