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t, kn 12. Januar 1926.

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vermckmetensrhungSsaal im Stadthaus, Bergstraße, vor sich gehen. 3m übrigen enthält die Tages­ordnung noch einige kleine Vorlagen.

* Eine Ehrung alter, verdienter HauSange st ellten wird auch in diesem Jahre vom Älicefrauenverein zu Ostern vor­genommen werden. Anmeldungen werden bis Ende 3anuar an die 1. Vorsitzende Frau Prof. Dr. Kramer erbeten. (Siehe heutige An­zeige.)

* Den Ausweis nicht vergessen! Bei Reisen ins besetzte Gebiet herrscht neuer­dings in verstärktem Maße die Auffassung, als ob es keiner Ausweise mehr bedürfe. Dem­gegenüber und in Anbetracht der allwöchentlich wegen ^lebertrelung der Verordnungen der Rheinlandkammission zur Aburteilung kommenden Personen sei festgestellt, daß zur Einreise unter allen Umständen entweder ein deutscher Reisepaß oder der zur Einreise in das besetzte Gebiet be­sonders bestimmte Personenausweis erforderlich ist. Andere Ausweispapiere, wie Autopapiere, Führerschein und dergleichen sind allein nicht ge­nügend und bringen die Gefahr, verhaftet zu werden oder eine Kaution in beträchtlicher Höhe stellen zu müssen.

Reichskräuterwoche des ©cut­t ct; c n Drogist en st andes. Eine lehrreiche Auslage zeigen augenblicklich die Schaufenster der hiesigen Drogerien. Wie wir hören bittet sich im ganzen De utschen Reiche da5 g e.chr Bild urcr Kräuterausstellung. Dieses von der Ratur uns gegebene Vollsheilmittel ist ja in früheren Jahren fast ausschließlich angewandt worden. So wie damals der Sah galt,Gesundheit und langes Leben durch den Gebrauch von giftfreien Kräutern", können auch wir heute sagen:Zurück zur Ratur".

" Zeppelin über Afrika. Man schreibt und: Es wird nochmals auf den am Donnerstag, 14. Januar, abends 8 Ähr, in b"* Aula ftatt- findenden Vortrag des Ingenieurs G o eb el ruf- merksam gemacht, der neben der S-).ldrrung der bisher großartigsten Leistung eines Zeppelin- luftschifss auch die Fahrt zur Beschießung des militärischen Teils der Stadt Reapel bringen wird, von der die breite Öffentlichkeit bisher kaum etwas Räheres erfahren hat. Der Vortrag wird durch eine Reihe herrlichster Lichtbilder er­gänzt weÄen, die den Bosporus, Philipopvel, Konstantinopel, Chartum. die lydische Wüste, Sa­hara und grandiose Wolkenaufnahmen zeigen weichen. Ob es dem Luftschiff, das zwei Tages­flüge vor dem Ziele durch Funkspruch zurück- flerufen wurde, gelungen wäre, Lettow-Vorbeck zu erreichen, ist eine unrntschirdene Frage. Aber der moralische Erfolg ist doch gewaltig gewesen. Sich an einer solchen Großtat zu erfreuen, ist in dieser Zeit des Riedergangs und W Mangels an erhebenden Momenten für jeden, namentlich für unsere Jugend, Bedürfnis. (Räheres siehe Anzeige.)

s. Der Mandolinene- und Gitar­ren vereinReapolita" Gießen ver­anstaltete am Samstag abend im Saalbau Sauer eine wohlgelungene Weihnachtsfeier. Rach einem Dorspruch, den Frl. Becker von hier sehr schon sprach, eröffnete der Verein den 2^end mit dem Vortrag desfeierlichen Marsches" von Th. Rit­ter. Ein Weihnachtsterzett der 3 V. H. C.-Schwe- stern Frl. Dreher, Frl. Heimes und Frl. R e u h fand freudigen Beifall. Die Begleitung wurde ausgeführt von den Herren Brock» möller (Violine) und Faber (Gitarre). Auch <i.i WeihnachtstheaterstückFlocken im Winde" wurde auf geführt Um das Gelingen des Abends machten sich besonders verdient: der 1. Vorsitzende und Konzertleiter Hans Sonntag, der Schrift­führer Zimmer, der als Weihnachtsmann an alle Mitglieder Geschenke verteilte, und der rüh­rige und nie verdrossene 2. Vorsitzende Fritz Brockmöller. An die Feier schloß sich eine Verlosung und ein Ball an.

" Glückliche Gewinner. Der erste Hauptgewinn von 1000 000 Mk. der vierten Klasse der Preußisch-Süddeutschen Klassen-Lot- terie fiel auf die Rr. 125 205. Die Gewinner sind kleine Leute in Worms, die nicht mit Glücksgütern gesegnet sind.

=!= Die Deutsche Vereinigung evangelischer F r a u e n o r g a n i s a- tionen (mit etwa 2 Millionen Mitgliedern) wird ihre Tagung am 30. und 31. Mai 1926 in unserem Hessenland, und zwar in ©arm- stadt, abhalten.

Die Gieftener Radsahrgesellschaft Die Wände, e "

feierte am Samstag und Sonntag auf der Liebigs- höhe mit einem außerordentlich reichhaltigen, sehr seinstnnig zusammen gestellten Programm ihr 30. Stiftungsfest mit Jugendbanner­weihe. Gleichzeitig fand die Austragung der (Saumeisterschaften im Saalsport für 19 2 6 des Gaues 73 (Lahngau) statt.

Bereits am Samstagabend wurden den außer­ordentlich zahlreichen Festteilnehmern radsportliche Leistungen geboten, die alle Erwartungen über­trafen. Einen besonderen 2(nteil an dem sportlichen Erfolg des Abends konnte der Darmstädter Licycle-Club 1883 verzeichnen, dessen 1. und 2. Damenriege einen entzückenden Kostüm-Farben- reigen bot. während die 1 Herrenmannschaft des Clubs durch einen effektvollen Gkühlichtreigen er» freute. Aber auch die Darbietungen des fest- qebenden Vereins fanden ungeteilten Beifall. Neben einem von der 1. Jugendmannschaft gefahre- neu Jugendreigen verdient der von der 1. Mann­schaft gebotene 8er Flagaenschmuck-Reigen, welcher durch die verwendeten Matrosenkostüme wie auch durch effektvolle Ausführung außerordentlichen An- llang fand, besonderer Erwähnung. Das übrige Programm war sehr abwechslungsreich. Aus der Fülle öer an diesem Abend gehaltenen Ansprachen nd lleberreichung wertvoller Geschenke durch den Bunö, Landesverband, Gau, Bezirk und vielen Gast- . reinen ging hervor, welches Ansehen der fest- oebende Verein unter der Leitung seines Vorsitzen­den E. Stein in den Radsportkreisen genießt. Im Mittelpunkt stand die Weihe des Jugend- bn nners durch den Gauoorsitzenden K. Bel- j n g e r (Alsfeld), der auf die Bedeutung des Sports für die Gesundung unseres Volkes und die Wichtigkeit der Radsportausübung durch unsere Jugend hinwies. Der musikalische Teil des Abends wurde von dem verstärkten Vereinsorchester unter Leitung des Mitgliedes W. Krengel in meister­hafter Weise bestritten: besondere Anerkennung oer- bicncn die Solls der Herren Wigger (.ßarse), Heber mehl (Posaune), Schwarzlose (Trom­pete) und Kehr mann (Flöte). Richt unerwähnt darf der von Mitgliedern des Vereins gebotene TanzreigenElsässer Bauern" bleiben, der tosenden Beifall auslöste. Den Abschluß der Samstagveran- jtaltung bildete ein Festball.

Banknoten.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M, Telegraphische Auszahlung.

* Vom Lahnkraftwerk. Die Kraft- leitungen des Lahnkraftwerkes Starnberg bei Limburg werden zur Zeit gebaut. Auch die Arbeiten an den beiden Lahnmasten der 200 000- Doltleitung sind jetzt in Angriff genommen worden.

* Konfl iktin derHanauerSiamant- s ch l e i f e r e i. Die Diamantschleifereibesitzer in Hanau und Umgegend haben mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage das Ferienabkommen gekündigt. Die Arbeiter werden infolgedessen in allen Betrie­ben in den Streik treten, wo dieser Beschluß durch- geführt wird.

* Verkauf von Aktien der Dresdner Bank an Amerika. Auö dem Besitz von Großaktionären der Dresdner Bank ist ein Aktien- betrag an die Reuyorker Bankhäuser Hall- garten & Co. und Lehmann Brothers zur Weiter­plazierung an amerikanische Kapitalisten verkauft worden.

Rübenzuckergewinnung und -be- fle ue r ung in Hessen. 3m Betriebsjahr 1924,25 verarbeiteten die 5 hessischen Zuckerfabri­ken zu Gernsheim. Groß-Gerau. Groß-Llmstadt, Friedberg-Fauerbach und Worms 1 737 214 Dop­pelzentner rohe Rüben, die auf 5564 Hektar Acker­fläche geerntet waren. Es wurden in den freien Verkehr über geführt an: Rohzucker 3320 Doppel­zentner anderer kristallisierter Zucker (Verbrauchs- zucket) 113 999 Doppelzentner und Zuckerabläufe, Rübensäfte usw. mit einem Zuckergehalt in der Trockenmasse (Reinheitsgrad) von 70 bis 95 vom Hdt. 843 Doppelzentner. Hierunter waren ein- geführt an Rohzucker 599 Doppelzentner, Der» brauchSzucker 8940 Doppelzentner und Zucker­abläufe usw. 2 Doppelzentner. An Zuckersteuer wurden erhoben 2 434 874 Mark. Anversteuert nach dem Saargebiet wurden ausgeführt 3104 Doppelzentner Derbrauchszucker und steuerfrei an die franz. Desahungsbebötde abgegeben 2316 Doppelzentner.

Dörsenkurfe.

(Ohne Gewähr.)

Aus Anlaß des 30. Stiftungsfestes wurden durch I den Vorstand des Vereins folgende Mitglieder ge­ehrt: Auwmobilhändler H a m e l (Ehrenvorsitzen, der) erhielt eine Plakette. Zu Ehrenmitgliedern mür­ben ernannt: Kaffeehausbesitzer J) et Her und Schneidermeister Fleischmann. Durch Diplome wurden ausgezeichnet die Restaurateure Elges und Textor, sowie Kaufmann L. Katz

Am Sonntagoormittag fanden die Vor wett» bewerbe zur Austragung der Gaumeister­schaften im Saalsport statt, während der sJtad)mittag die Endergebnisse brachte. Die Rachmit- tagsoeranstaltung wurde eingeleitet durch einen 6er Begrüßungsreigen des festgebenden Vereins. Der Saalsportwettbewerb begann mit 1er Kunst­fahren (Weg e), Radfahrerverein 1891 Marburg, welcher erstaunliche Leistungen zeigte. Aeußerst in­teressant war das 3er Radballspiel Germania Gie­ßen 1. Mannschaft gegen Radfahrerverein 1885 Gie­ßen. Im 2er Kunstfahren boten Wege nud Nau (Nadfahreroerein 1891 Marburg) Bewunderungs­wertes. Die Jugendmannschaften des Nadfahreroer- eins 1885 und des Radfahrervereins 1891 Marburg erwiesen sich in dem 2sr Jugendradballspiel als gewandte und sichere Spieler. Einen besonderen Ge­nuß bot W. Göbel (Radfahrerverein 1887 Wetz, lar) in feinem ler Kunstfahren. Von - Eiff und Pf u.ro (Radfahrerverein Germania Gießen), die oereits bei dem letzten mittelrheinischen Kreisturnfest in der Volkshalle Erstaunliches leisteten, konnte man wieder im 2er Kunstfahren bewundern. Der 6er Kunstreigen des Radfahrervereins 1885 Gießen zeigte die Möglichkeit, auf dem Zweirad einen voll­ständigen Reigen nur unter Benutzung des Hinter­rades aufzuführen, eine Leistung, die besondere Be­achtung verdient. Das spannendste Spiel des Nach­mittags boten Von - Eiff, Pfund (Germania Gießen) und Gebrüder Keßler (Radfahrerver­ein 1885 Gießen) im 2er Radballspiel. Den Schluß der sportlichen Darbietungen bildete eine Wieder­holung des am Vorabend gebotenen 8er Flaggen­schmuckreigen durch die 1. Mannschaft derWan­derer", nachdem im Laufe des Nachmittags der Damenkostüm-Farbenreigen durch die 1? und 2. Samenriege des Bicycle-Clubs 1883 Darmstadt ebenfalls eine Wiederholung erfahren hatte. Bei der Abends stattgefundenen Preisverteilung gingen folgende Vereine und Einzelfahrer als Sieger her­vor:

ler Kunstfahren: 1. Gödel-Wetzlar (Gau- meifterschaft 1926) mit 211,1 Punkten, 2. Wege - Marburg 199 P.

2er Kun st fahren : 1. Wege-Nau (Mar- bürg 175,7 P., 2. Von-Eiff-Psund, Gießen 167,8 P.

6er Kunstreigen: Radfahrerverein 1885, Gießen 12,05 P.

2er Radball: 1. Von-Eiff-Psund, Gießen (Gaumeister 1926), 2. Gebr. Keßler, Gießen 7:4 Tore, 3. Bork-Fries, Krofdorf, 4. Gebr. Noll, Kirchhain 0:4 Tore

3er Radball: 1. Germania Gießen 1. Mann­schaft (Gaumeister 1926), 2. Radfahrerverein 1885 Gießen, 3. Radfahrerverein Germania Gießen 2. Mannschaft.

2er Jugendradball, um den C.-C.-Wal- deck-Heraussorderungspreis: 1. Radfahrerverein 1885 Gießen, 2. Radfahrerverein 1891 Marburg, 3. Rad­fahrerverein Germania Gießen 1. Mannschaft, 4. Radfahrergesellfchaft Sie Wanderer, Gießen 1. Mannscyaft. k.

Wirtschaft.

Die Drskontermätzigung der Rerchsbank.

Berlin, 12. Dan. (TU.) Die Reichsbank hat den Diskontsatz von 9 auf 8 Prozent und den Lombardzinsfutz von 11 auf 10 Pro;, herabgesetzt.

Gegen den

Wirlschaftspeisimismus.

Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht dieDeut­sche Bergwerkszeitung" Auslassungen eines füh­renden Großindustriellen, die auf einen zuversichtlichen Ton gestimmt sind. Viele Anzeichen sprechen dafür, daß der tiefste Stand der Krisenkurve erreicht sei, bzw. in Kürze erreicht werde, und im Frühjahr eine Besserung der Wirtschaftslage eintrete. Der Groß­industrielle kommt zu seinen Schlußfolgerungen auf Grund von Beobachtungen in den verschiedensten Wirtschaftszweigen. Er weist nach, daß der Koh­lenbergbau trotz des Kampfes gegen die eng­lische Kohle seine Position in der letzten Zeit habe behaupten können. Die Abrufe im Dezember seien recht gut gewesen. Es seien sogar Zechen vor­handen, die wieder ihre Abschreibungen verdienten. Allerdings werden regierungsseitige Hilfsmaßnah­men im Hinblick auf die englische Subventions- Politik verlangt. Auch in der Eisenindustrie brauche man in Zukunft nicht allzu schwarz zu sehen. Der Fall, daß eine große Maschinenfabrik noch auf vier Monate voll beschäftigt fei, werde nicht vereinzelt dastehen. Von Bedeutung sei ferner die Tatsache, daß auch in der Werftindustrie das Minimum der Beschäftigung erreicht au sein scheine. En Fehler sei es, bei der Konjunkturbetrach- tung die Nachfrage in den Mittelpunkt zu stellen. Man müffe vom Bedarf ausgehen, der eine rela­tiv konstante Größe darstelle und dem man nur die Möglichkeit bieten müsse, an den Markt heranzu­treten. Hier seien allerdings Fehler, insbesondere in Fragen der Kreditgewährung, gemacht worden. An verschiedenen Beispielen wird nachgewiesen, daß zige Kreditpolitik verhindere, bann könne Bauten durchaus produkttoen Charakters inhibiert worden seien. Wenn man die Ausführung produk­tiver Arbeiten nicht durch allzu engher­zige Kreditpolitik verhndere, dann könne für Januar bis März in der Eisenindustrie die Er­reichung des tiefsten Punktes vorausgesagt werden. Für den Monat April könne man mit einem A n- ziehen des Geschäftes am Eisenmarkt rechnen, zumal die Lager der Händler fast ganz geleert und auch die Konstruktionsfirmen und son­stigen Verbraucher ohne nennenswerte Vorräte seien. Sie Gesamtlage werde wesentlich davon be­einflußt werden ob eine internationalere r= ftänbigung unter den Eisenländern zustande komme. Sie Aussichten dafür seien nicht ungünstig. Das Zustandekommen des internatio­nalen Schienenkartells könne noch bis Ende Januar erwartet werden. Es sei nicht ausgeschlossen, daß bis etwa Mitte März-April internationale Ab­machungen in einem solchen Umfange herbeigeführt worden sind, daß man dann in der Lage fein werde, den Markt entsprechend zu beeinflussen. Da auch die Stabilisierung des Franken sich andahne, liege durchaus kein Anlaß vor, den Mut sinken zu lassen und in Lethargie zu verfallen.

Frankfurt a.M.

Berlin

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15,98

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Holländische Noten .....

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Utollenilche Noten......

16 94

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Norwegische Noten. ...

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Rumänische Noten......

Schwedische Noten ....

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Schweiler Noten . .

80,94

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Spanische Noten ......

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Tschechoslowakische Noten - -

12.395

12.455

Ungarische Noten.......

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5,87

Berliner Börse.

(Eigener Drahtberichl des(Siebener Anzeigers'.) Berlin, 12.3an. 3m Mittelpunkte der Erörterungen stand dir heute erfolgte Ermäßi­gung des Reichsbankdiskontes von 9 auf 8 Prozent und deS Lombard-ZinSfußes von 11 auf 10 Prozent. Der erste 3anuarauswets der Reichsbank, den diese vor ihrer Diskontermäßi­gung abwarten wollte, liegt heute vor und zeigt eine günstige Gestaltung des Standes der DanL An der Börse besprach man außerdem lebhaft die Aktien-Transaktionen der Dresdner, aus denen wieder das wachsende amerikanische 3nteresse für deutsche Effekten zu Anleihezwecken hervorgeht. 3nfolgcbcfien hörte die vorbörslich bestehende RealisationSneiguug bei Eröffnung des offiziellen Verkehrs aut. Das Kursniveau hielt sich aus der Basis der gestrigen Schlußnotierungen und war nur vereinzelt am Schiffahrts- und heimischen Rentenmarkt weiter befe­stigt. Der Börsengeldmarkt zeigt nach wie vor große Flüssigkeit. Tägliches Geld 6 bis 8 Prozent, Monatsgrld 9 bis 10 Prozent. 3m Devisenvertehr blieb die DiSkont- erbobunq in Norwegen ohne Einfluß auf den Kurs dieses Landes, dagegen lagen Kopen­hagen und Amsterdam international niedriger. London war gegen Kabel stärker befestigt. Auch Warschau lag gegen Kabel erholt bei 7,15. Die Reichsmartnotierungen im Auslande sind kaum verändert.

Sranifurtcr Börse.

(eigener Drahwerichi des(Siebener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 12. 3an. Tendenz: Fest, aber unsicher. Die scharfen Steigerungen an der Börse nahmen heute gemäßigtere Formen an, und auch das Geschäft blieb hinter dem gestrigen Umfange wesentlich zurück. Die Er­mäßigung des Reichsbankdiskontes blieb ziemlich einflußlos, obwohl diese Maßnahme einer günstigen A isfassung begegnete. Bei Beginn kamen. Hier wollte man sogar gerüchtweise von die besonders für Chemieaktien in Betracht ©tarnen. Hier wollte man sogar gerüchtweise von größeren Auslandkausaufträgen wissen. Bei aller Festigkeit, die sich auf sämtlichen Märkten zeigte, war eine gewisse Zurückhaltung in der Derkaufs- tätigkeit zu beobachten, wodurch der Verkehr ein ruhigeresAuss hen bekam. Erwäh.:e:rswert ist, daß auch einige Publikumsaustrage zu erledigen waren. Rach kurzem Verlaufe aber wurde die Stimmung gedrückt, da sich Realisatio­nen einstellten, besonders der bevorstehende Me­dio gab zu Glattstellungeii Anlaß. Am Mon- t a n m a r k t kam es in führenden Werten zu Kurseinbußen bis zu 1 Prozent. Elektro­werte blieben fest. Auch Chemieaktien konnten sich etwas über dem gestrigen Stande behaupten. Am Dankaktienmark hinter­lieh der Verkauf eines Aktienpaktetes von Dresdner Bank an ein amerikanisches Konsor­tium einen guten Eindruck und regte die Kauflust für diese Gruppe etwas an. Berliner Handel plus Ich Prozent. Der Kassamarkt lag weiter fest. Deutsche Anleihen konnten sich mäßig befestigen. 3n Auslandrenten! zeigte sich etwas Interesse für 1902er Russen. Pfandbriefe waren unverändert. Der Freiverkehr hatte neue Kur Ser Höhungen zu verzeichnen. Benz 29 Proz., Bcown-Doveri 50 Prvz., Entreprise 8.5 Proz., Growag 41 Proz., KrügerShall 76 Proz., Petroleum 60 Proz., Ufa 50 Proz., Ufra 55 Proz. 3m weiteren Verlaufe kam eS infolge neuer Gewinnsicherungen zu leich­ten Abschwächungen. Das Geschäft hielt sich In engen Grenzen. Der Geldmarkt ist unver­ändert flüssig. Tagesgeld war unter 7 Prvz. angeboten. Monatsgeld 8V« bis 10 Proz. je nach Adresse. 3nduslrie-Ak?,epte mit Bankgiro 87» Proz., Bankdiskonten 63/< Proz. 3m De- Visenverkehr notierte Paris gegen London 127,10. London war gegen Kabel befestigt mit 4,856/i a- Die Mark wird im 3nlande mit 4,2003 gehandelt.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtdericht deS ^Gießener Anzeigers"^

Frankfurt a. M., 12. 3an. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 25,50 bis 25,75, Roggen, inländischer 17,50, Sommergerste für Drauzwecke 22,50 bis 25, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 21 bis 21,25, Weizenmehl, inländ, Spezial 0 41 bis 41,50, Roggenmehl 26 bis 26,50, We:zenkleie 11,10 b s 11,30, Roggen- kleie llch5 bis 11,50. Tendenz stetig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 11. 3an. (TTl.) Die Tendenz im Berliner Produktenhandel bleibt zu Beginn der neuen Woche gut behauptet. Die schwächeren amerikanischen Depeschen und auch das niedrigere Liverpool blieben heute ohne nennenswerten Ein­fluß, da die Käufer speziell für Weizen heute stärker in den Vordergrund traten. Roggen ruhig und im Preise unverändert, hier zeigen nur die Mühlen anhaltenden Bedarf. 3m Zeitgeschäft er­öffnete Weizen mit 277 unverändert, dagegen spätere Sichten 50 Pfennige nachgebend. März­roggen unverändert (181), Mai 1 Mark schwächer (191). Gerste in mittleren Sorten reichlich vor­handen, sonst still, Hafer im Preise unnachgiebig, Futterartikel ohne Veränderungen. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, märt. 250 bis 253, do Pommern 250 bis 255, do. März 277, do. Mai 282 bis 282,50 bis 281,50, Roggen, märt. 148 bis 155, do. Pommern 147 bis 154, do. März 181 bis 179,50, do. QTial 191 b s 189,50, Gerste, märt 183 bis 210, Futtergerste 151 bis 165, Hafer, märt 162 bis 173, Raps 340 bis 350; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,25 bis 33,75, Roggenmehl 23 bis 24,75, Weizenkleie 11,25 bis 11,50, Roggen- kleie 9,75 bis 10,25, Viktoriaerbsen 26 bis 33, kleine Speiseerbsen 22 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 20 bis 23, Lupinen, blau 12 bis 12,50, do. gelb 14 bis 15, Serradella 18 bis 19. Rapskuchen 15,25 bis 15,50, Leinkuchen 23,60

Buntes Allerlei.

Staatliche Förderung der Seidenraupenzucht

Die seit einigen 3ahren in Sachsen ein- geführte Seidenraupenzucht scheint Fortschritte zu machen. Reben der Errichtung einer Lehranstalt ist bereits eine Dampshaare!ei entstanden. Der sächsische Staat hat neuerdings 100 003 Mark zu Maulbeeranps anzungen zur Verfügung gestellt. Auch die anhaltische Regierung hat neuerdings Mittel zur Förderung der Seidenraupenzucht gc nehmigt. Der Landkreis Essen hat zu dem gleichen Zweck 5000 Mark ausgeworsen. Auch in der Mainzer Gegend scheint man großes Interesse an der Seidenraupenzucht zu haben.