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sie mm schon fast drei Jahre fermen, ist zweifel­los; aber wer glaubt, dah die Engländer aus dem Grund Frieden machen, kennt eben diese Station nicht, die heute vollkcanmen fanatisiert ist. Wären sie das nicht, mühten die Engländer doch rinsehen, dah sie in diesem Kriege herabsinken jur Kolonie von Amerika . . .

Aus der Provivzialhauptstadt.

Gießen, den 11. Dezember 1926.

Krüppelheimbau-Lotterie.

Der Hessische Minister des Innern hat dem Hessi­schen Fursorgeverein für Krüppel in Darmstadt Die Genehmigung zur Beran st altung einer Wohlfahrtslotterie zugunsten der Errich­tung eines Krüppelheims mit Klinik und Forschungsinstitut am Sitze der Hessi­schen Landesuniverfilät erteilt. Die Ver­handlungen des Vereins wegen Errichtung einer derartigen Anstalt begannen bereits vor dem Kriege. Schon damals hatte man erkannt, daß die für die Heilung von Körperbehinderten aufgewendeten Mit­tel wohl viel Segen bringen, daß aber auf der anderen Seite die Ausbildung der jungen Aerzte In der Orthopädie die nächste und wichtigste Art der Krüppelfürsorge darstellt. Dieje Ausbildung soll die Heranwachsenden Aerzte befähigen, überall im Lande rechtzeitig die Krüppelschäden zu erkennen und rechtzeitig für deren restlose Beseitigung zu sorgen. Für die Schaffung eines derartigen Heims als Ort kam nur die Universitätsstadt Gießen in Frage waren bereits Mittel vorhanden. Zum Teil waren sie dem Verein in Form von Legaten zur Ver­fügung gestellt, zum Teil waren Derficherungsträger Mir Hilfeleistung bereit Der Kriegsausbruch und die ipätere Entwertung aller Vermögen warf den Plan über den Hauken. Aber sofort nach Eintritt stabiler Geldoerhältnisse suchte der herein neue Mittel für den alten Plan zu gewinnen. Durch tatkräftige Hilfe weitester Kreise der hessischen Bevölkerung war es möglich, ein Kapital von 50 000 Mark im Lande zu sammeln. Getragen von der wohlwollenden Unter­stützung weiter Bevölkerungskreise, auf das wärmste unterstützt von Reichs- und Lardesbehörden, auf das lebhafteste gefördert von der hessischen Landes- universität hofft der Verein, daß ihm die Durch­führung der Lotterie das fehlende Geld und die Möglichkeit zum raschen Baubeginns schafft. Nie­mand, der die überallhin versandten Bildprospekte gesehen, wird sich dem Rufe des VSreins als Träger der hessischen Krüppelfürsorge verschließen. Die Ar­beit des Fürsorgeoereins erstreckt sich über ganz Hessen. Jährlich werden durch den Verein und durch die mit ihm verbundenen unentgeltlichen ärztlichen Fürsorge- und Beratungsstellen etwa 400 Körper­behinderte einer Heilung zu geführt. Dabei geht die ganze Tätigkeit lediglich von dem Gesichtspunkte aus, unglücklichen Menschen zu helsvn. Die Arbeit ist frei von jedem konfessionellen oder sonstigen Ein­schlag. Eine wertvolle Unterftühunp wurde dem Lotterieunternehmen bereits durch dw deutsche In­dustrie und von deutschen Firmen zuteil. Sie stellten bereitwilligft Gewinngegenstände im Fabrik­werte von etwa 35 000 Mark zur Verfügung. Da der erste Hauptgewinn der Lotterie ein Einfamilien­haus im Werte von 30 000 Mk. fein fall und da ins- jjefamt Gewinne im Werte von 120 000 Mk. aus­gespielt werden, so bleibt für weitere Spenden noch reichlich Raum. Hoffenllich finden sich noch Geber, die es dem Verein ermöglichen, die Änkaufssumme für Gewinne weiter zu beschränken. Für die Lose- beneher dürsten nach dem Gewinnplan gute Aus­sichten bestehen. Sind es doch rund 10 000 Gewinne, bie zur Ausspielung kommen. Jeder, der ein Los für die Krüppelheimbau-Lotterie erwirbt, sollte dieser guten Aussichten eingedenk fein, und ferner daran denken, daß selbst im ungünstigsten Falle, nämlich in dem des Nichtsgewinnens, er einer guten Sache ein Opfer dargebracht hat.

Keine Versendung non Geld in gewöhnlichen Briefen.

Don der Oberpostdirektion Darm­stadt wird uns geschrieben:

Die Gewohnheit des Publikuncs, Geld und geldwerte Gegenstände in gewöhnlichen Briefen mit der Post zu versenden, ist tief eingewurzelt. Sie beruht auf dem Vertrauen der Oeffentlichkeit zur Post und auf der Erfahrung, daß gewöhnliche Briefe nur selten verloren geben. Es darf aber nicht vergessen werden, dah die Verhältnisse jetzt anders liegen als vor dem Kriege. Die Deutsche Reichspost beschäftigt in ihrem Betriebe rund 300 000 Personen. ES ist verständlich, dah die Erscheinungen der Kriegs- und "Nachkriegszeit, die sich mit dem Niedergang der sittlichen Kraft des Boltes überall bemerkbar machten, an einem so zahlreichen, dazu mit Hilfskräften durchsetzten Personal nicht spurlos vorübergehen tonnten. Die Deutsche ReichSpvst hat weder Blühe noch Kosten gescheut, um die in den letzten Jahren hervor­getretene Unsicherheit des Beförderungswesens, eine Erscheinung, unter der die Eisenbayn gleich- mähig zu leiden hätte, nachhaltig zu bekämpfen. Erfreulicherweise haben sich die Verhältnisse seit den Jahren 1919 und 1920 schon sehr gebessert. Immerhin ist die Sicherheit der BorkmegSzcit im Postbetriebe noch nicht erreicht; auch das Publikum muh an der Gesundung mithelfen. Dazu ist es notwendig, dah es endlich mit der Gewohnheit bricht, Geldscheine in ge­wöhnlichen Briesen zu verschicken. Durch diese BerfendunaSart werden ungetreuen Ele­menten innerhalb und außerhalb der Postbeam-- tenschaft Anreiz und Mittel in die Hand gegeben, stch auf verhältnismäßig leichte und bequeme Weise Geld zu verschaffen. Driefkastenräuber, die kürzlich in einer Großstadt dingfest gemacht worden sind, haben offen zugegeben, daß es ihnen weniger um die auf den Briesen verklebten unent­werteten Freimarken als darum zu tun gewesen ist, in den Bwesen Geld oder Gcldeswert zu finden. Ihnen sind auch namhafte Geldbeträge in die Hömde gefallen.

Aber auch die Versendung von Geld in Einschreibbriefen ist nicht unbedingt sicher. Geht ein beiartiger Dries verloren, so erhält der Absender 40 Mark Ersatz. Wird aber ein Einschreibbries um feinen Geldinhalt beraubt, so ist die Post nicht ersatzpflichtig, denn nach Paragraph 10 des Pvstgesetzes besteht die Haf­tung nur für den Verlust, nicht aber für die Be­schädigung eines Einschreibbrreses. Darum Vor­sicht auch bei der Versendung von Geld in Ein­schreibbriefen.

Die einzig richtige Art, Geld zu ver- schicken, ist die mit Postanweisung oder Zählkarte, u. II. Geldbrief.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Mutter 180 bis 190, Matte 35 bis 40, Wirsing 8 bis 10, Weihkraut 5 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 25 bis 35, Sinter-Kohlrabi 5 bis 8, Grün­kohl 20, Rosenkohl 35 bis 45, Feldsalat 80 bis 120, Tomaten 50 bis 100, Zwiebeln 10, Meer­rettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 35 dis 45, Kartoffeln 6, Aepsel 15 bis 30, Birnen 30, Honig 45, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 110, Ganse 90 bis 120, Tauben 50 bis 70, Rüsse 65 bis 80 Pfennig; das Stück: Eier 17 bis 20, Blumenkohl 80 bis 150, Endivien 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 20 bis 40; 10 Stück Käse 60 bis 150 Pfennig.

' Ortsgewerbeverein. Gestern abend hielt der Ortsgewerbeverein eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Zunächst beschäftigte man sich mit jer Wahl eines Handwerler­rates. Syndikus Röhr, der in der vorigen Mitgliederversammlung sich schon in längeren Ausführungen über den Zweck dieser Einrich­tung verbreitet hatte, erläuterte nochmals bereit Aufgabenkreis. Der Handwerkerrat soll eine Schlichtungsstelle fein bei Streitigkeiten zwischen Produzenten und Konsumenten. Diese Einrich­tung, die in ähnlicher Weise bei Handel und Industrie schon seit längerer Zeit besteht, kann für den Handwerker außerordentlich segensreich wirken, da sie bei Unstimmigkeiten zwischen ihm und seinen Auftraggebern die Anrufung der ordentlichen Gerichte und damit das Entstehen größerer Kosten dadurch zu vermeiden sucht, dah sie im Schlichtungsverfahren die streitenden Parteien zu einigen trachtet. 3n der Aussprache fand der Plan allgenuine Zustimmung. Den Vertretern der einzelnen Innungen wurde auf­gegeben, bis zum 20. ds. Mts. die Herren namhaft zu machen, die dem Handwerkerrat an­gehören sollen. Sodann besprach man die Errich­tung einer Buchführung s stelle. Syndikus Röhr referierte über deren Rotwendigkeit. Buch­führung ist auch für den Handweifer unbedingt notwendig. Sie gibt ihm den richtigen ileberblid über die Rentabilität seines Betriebes, lernt ihn die Höhe seiner Geschäftsuntosten kennen und versetzt ihn in die Lage, eine einwandfreie 6teuer- einschätzung vorzunehmen. Es ist deshalb not­wendig, daß die jüngeren Handwerker eine Buch­führung erlernen, den älteren will man diese Arbeit dadurch abnehmen, daß man Buchfüh­rungsstellen errichtet, die nach den Aufzeichnungen der Handwerker ihre Bucher führen. Diese Ein­richtung ist in anderen Handwerkskammerbezic­ken schon seit langem getroffen und hat sich sehr gut bewährt. Die anwesenden Vertreter der Hand­werkskammer erklärten, dah die Kammer bereit sei, durch Abhaltung von Buchführungsmr- fen die Sache zu unterstützen. In der Aussprache zeigte sich, daß man allerseits die erkennt. Cs wurde beschlossen, die Handwerks­kammer zu ersuchen, neben den geplanten Buch- fübruKgdZurfen in Gießen alsbald eine Rotwendigkeit einer geordneten Buchführung an» Duchführungsspelle zu errichten. Zum dritten Punkt der Tagesordnung, der sich mit der geplanten Ausstellung befaßte, berichtete der Vorsitzende, Prof. Dr. Krausmüller, über die Verhandlungen, die er mit dem Dolkshalle- verein und der Stadt in dieser Sache geführt hat. Die Ausstellung soll gegebenenfalls anfangs Juni stattfinden. Der endgültige Beschluß darüber, ob sie überhaupt stattfinden kann, wird erst gefaßt werden, wenn feststeht, wieviel Aussteller sich daran zu beteiligen gedenken und wieviel Aus­stellungsraum von ihnen gefordert wird. Deshalb sollen bis spätestens 1. Januar alle Handwerker­vereinigungen und alle Einzelaussteller, die sich beteiligen wollen, sich bei Gewerbeschulrat Dr. Bünnings, unter Angabe des von ihnen be­nötigten Ausstellungsraumes, melden. Zum Schluß wurde noch von verschiedenen Seiten Klage geführt über öftere Zurücksetzung des Gießener Handwerks bei Vergebung städtischer Arbeiten.

**Kriegerehrungen und Heimat­schuß" war das Thema, über daS vor einigen Tagen Reg.-Daurat Schneider - Gießen auf Veranlassung des Mittelrheinischen Archi­tekten- und Jngenieurvereins, sowie des Hes­sischen Bundes für Heimatschutz in einem Höc- faal der Technischen Hochschule zu Darmstadt sprach. Der Vortragende, der in seiner amtlichen Eigenschaft Gelegenheit hatte, im Kreisamts- bezirk Gießen eine größere Anzahl Krieger­denkmäler zu projektieren und auszuführen, gab zunächst einen Rückblick auf die nach 1870/71 errichteten Kriegerdenkmäler, die, künstlerisch be­trachtet, teilweise nur wenig befriedigen konn­ten. Als während des Wellkrirges 1914/1918 die Rvtwendigkeit, in größtem Umfang Krie­gerehrungen errichten zu müssen, erkannt wurde, war es zuerst der Heimatschutz und Werkbund, der neue Richtlinien hierfür aufstellte. Deher- AigenSwerte Worte hat in diesem Sinne Ho- s ä u s 1919/20 gefunden, die von dem Redner im Auszug bekanntgegeben wurden. An vielen Beispielen, die durch vortrefsliche Lichtbilder dar- gestellt wurden, zeigte der Vortragende, welche Gesichtspunkte zu beobachten sind, um dem Ge­danken der Kriegerehrung den richtigen Aus­druck zu verleihen: die Grundlage des Denkmals im einzelnen, die richtige Heranziehung geeig­neter Bildhauer für die plastische Ausbildung, die Cinpafsung und Anlehnung der Anlage an die Umgebung und Einfügung in das Dorfbild nach städtebaulichen Gesichtspunkten. Verschieden­artige und reizvolle AuSdruckSmöglichleiten tourben vorgeführt, die den Hörer fühlen liehen, tote ernst und verantwortungsvoll die Aufgabe ist, die hier den Architekten und Bildhauern gestellt ist, und von deren Wichtigkeit alle die­jenigen durchdrungen sein müßtrn, die hier maß­geblich mitzuwirken haben. Beispiele ausgeführ­ter Anlagen in Holzheim, ©rünlngen, Müschen- heim, Rieder-Dessingen, Odenhausen, Londorf, Utphe, Albach, Langsdorf, Dorf-Güll, Gberstadt, Garbenteich, Ettingshausen, Klein-Linden u. a. verdeutlichen die künstlerischen Absichten eines mit Verständnis und Empfinden an die Ausgaben herantretenden Fachmannes, der sich dabei der ausgezeichneten Mitarbeit von Bildhauern wie Huber» Offenbach, Ködding - Gießen und Arnold- Beuern erfreuen durfte. Der Vor­trag, der sehr gut besucht war, fand großen Beifall, dem der Vorsitzende, Ministerialrat Wagner, in anerkennenden Worten Aus­druck gab.

** D i e Maschinenbaufchule Gießen. Vom Bund der technischen Angestellten und Be- amten, Ortsgruppe Gießen, wird uns geschrieben: Am Dienstagabend fand im Hotel Köhler eine vom Bund der technischen Angestellten und Beamten,

Ortsgruppe Gießen, einberufene Versammlung statt, in der auch über die genannte Schule sehr eingehend gesprochen wurde. Außer technischen Angestellten, aus Wetzlar beteiligten sich an der Aussprache der Gauleiter Horn von Frankfurt sowie der Direktor der Schule, Gewerbeschulrat Dr. B ü n n i n g s u. a. Aus den Ausführungen ging hervor, daß die Schule schon vor dem Krieg bestand und von der hessi­schen Regierung konzessioniert ist, auch jährliche Un­terstützungen von dieser und der Stadl Gießen er­hält. Sie ist Dierfemeftrig und hat den gleichen Lehrplan, wie die preußischen niederen Maschinen­bauschulen. Ein von der hessischen Regierung be­stellter Kommissar nimmt mit dem Landesgewerbe­schulrat die Abgangsprüfungen ab. Die technischen Angestellten sind mcht sehr erfreut über das Be­stehen so vieler technischen Fachschulen, können sie aber nicht verhindern. Die Maschinenbauschule Gie­ßen als solche wird von den technischen Angestellten nicht bekämpft, sondern nur prinzipshalber. Es hat nämlich der Zustand überhand genommen, daß jeder, der nicht weiß, welche Laufbahnen er einschlagen soll, glaubt Techniker werden zu müssen. Wenn man überlegt, daß auf jede zu besetzende Technikerstelle 50 Bewerber entfallen, so liegt es nur im Interesse von Eltern und Schülern, vor der Ergreifung des technischen Berufes zu warnen. Nicht ganz beson­ders befähigte Techniker haben gar keine Aussicht auf eine Stellung. Wie der Direktor erklärte, soll die Schule nur dazu dienen, für die Meisterprüfung oorzubereiten und Detriebstechniker beranzubilden. Die meisten Schüler würden nach Absolvierung der Schule zu ihrem Maschinenbauerberuf zurückkehren. Es wurde ausdrücklich feftgefteUt, daß keine Miß­stände an der Schule bestehen, wie dies aus Zei­tungsberichten in letzter Zeit vermutet werden könnte. (DerGießener Anzeiger" hat derartige Be­richte nicht gebracht. D. Red.)

* *Deutsches Heldentu m." Die Orts­gruppe Gießen des Deutschnationalen Handlungs- gehilfen-Derbandes ließ am Mittwochabend den WeltkriegsfilmDeutsches Heldentum" vorführen. Der Film, der von der Heeresleitung zur Verfügung gestellt ist, zeigt in mehreren Abschnitten Bilder und Kampfhandlungen von den verschiedensten Kriegs­schauplätzen. Zuerst sieht man dos Auslaufen eines unserer U-Boote. Man begleitet das Schiff bis auf das freie Meer. Ein feindlicher Zerstörer kommt in Sicht; das U-Boot taucht unter und entwischt dem Feind. Das Boot hat bann eine Begegnung mit U. 202. Nun erscheint ein feindliches Flugzeug, mit dem ein deutscher Kampfflieger alsbald in Kampf ge­rät. Nach einiger Zeit stürzt das feindliche Flugzeug brennend ab. Im andern Abschnitt beobachtet man die Füllung eines Fesselballons. Dieser wird zum Ankerplatz gebracht, der Kopb wird angeknotet, und der Beobachter steigt ein. Bald entdeckt er die Stel­lung einer feindlichen Batterie. Seine Beobachtung wird sofort weitergemeldet, und bald liegt die feind­liche Batterie unter deutschem Artilleriefeuer. Es erfolgt nun ein Fliegerangriff auf den Fesselballon; der Beobachter kann sich durch Abspringen mit dem Fallschirm retten, der Ballon wird eingezogen. So­dann werden Schützengräben gezeigt. Ein Stoßtrupp verläßt seinen Unterstand, um einen Angriff auf ein feindliches Blockhaus zu unternehmen. Handgra­naten werden geworfen. Man sieht das Explodieren einer feindlichen Mine. Sofort wird der Spreng­trichter besetzt. Erbeutete Maschinengewehre werden nach hinten gebracht. Ein anderes Bild läßt uns deutsche Pioniere beobachten, die in Gummianzügen in einem Strombett arbeiten, über das sie eine Brücke legen. Man sieht dann noch die Rückzugsstra­ßen des Feindes, die lange unter dem Feuer der > deutschen Artillerie lagen. Hierauf wird ein Zug gefangener Franzosen und eine Reihe englischer Tanks gezeigt. Der nächste Teil des Films führt wieder auf das Meer. Man sieht den Maschinen­raum eines deutschen U-Bootes und das Hebeschiff Vulkan". U. 178 sichtet einen feindlichen Muni­tionsdampfer, den es versenkt. Ein deutscher Hilfs­kreuzer kommt in Sicht, mit dem das U-Boot sich durch das Sprachrohr verständigt. Man sieht dann verschiedene Großkampfschiffe, aufflärenbe Zeppe­line und Flieger. Weiter beobachtet man bas Aus­laden von Truppen und Material auf der Insel 0 e f e I. Aehnliches sieht man auch Im Hosen von L l b a u. Im folgenden Film-Abschnitt wird man I wieder zu den Landtruppen versetzt und beobachtet einen Änfanterieangriff, der durch heftiges Minen- feuer vorbereitet wird. Der Angriff ist erfolgreich, der Feind wird zurückgedrängt; viele Gefangene werden gemacht. Reseroetriippen treffen ein und beziehen ihre Stellungen. Die Artillerie wird vor­geschoben. Man fiefjt Feldküchen und endlose Muni- tions- und Promontkolonnen. In den nächsten Bil­dern begleitet man ein U-Boot, das lange Zeit drau­ßen gewesen ist und reiche Beute gehabt hat, auf seiner Heimreise. Man freut sich mit über die herz­liche Begrüßung, die dem Boot zuteil wird. Zuletzt wird man noch ins große Hauptquartier geführt. Man sieht Hindenburg und seine Mitarbeiter bei ihrer Tätigkeit. Anschließend wurde noch der FilmDie R u h r s ch a n d e" vorgeführt, der in wenigen, aber guten Bildern einen Begriff davon gab, wie bie Franzosen 1923 im Ruhrgebiet hausten.

Deutscher Ofibunb, Ortsgruppe Gießen. Man berichtet uns: Um die Interessen der vertriebenen Ostdeutschen wirksam zu vertreten, wurde 1918 der Deutsche Oftdund gegründet. Galt es zunächst nur, die wirtschaftlichen Belange der Ver­drängten durchzufechten, so kamen dazu sehr bald kulturelle und örtliche soziale Aufgaben, die in letz­ter Zeit auch von selten der Reichsregierung und des Reichstages im Sofortprogramm des Ostens eine weitgehende Unterstützung erfahren haben. Auch im Westen erfolgte nach und nach der Zusammenschluß der Ostdeutschen. In Gießen wurde am 2. Oktober auf Anregung des Prof. Dr. Specht eine Orts­gruppe gegründet, die zur Zeit bereits 52 Einzel- mitglicber ohne Familienangehörige umfaßt. Eben­so wie sich im Reiche fast sämtliche Städte des Ostens, ferner Leipzig, Dresden, Frankfurt a. M., Düsseldorf, Braunschweig u. a., ganze Vereine, Han­

delskammern usw. dem Ostbunde als korporativ« Mitglieder ongeschlossen haben, ist hier als erster Verein der Allgemeine deutsche Frauen-Derein, bank dem Verstänbnis und ber Initiative seiner Vor­sitzenden, der Frau Oberst Naumann, dem Ost­bund beigetreten. Auch von feiten der Reichs- und vieler Landesregierungen findet ber Ostbund weit- gehendste Unterstützung, wie dies am deutlichsten aus dem ständigen Oftausschuß des Reichstages her- vorgeyt. Am 6. Dezember fand in Gießen ein Vor- trag des Vorsitzenden des Landesverbandes Hessen, Hesien-Nassau, Herrn Prager statt, ber in in­struktiver Weise alle politischen und wirtschaftlichen Momente des Ostmarkenvroblems erörterte. Keine Reichsrcgierung yabe sich bereit gefunden und dürfe sich je bereit finden, die gegenwärtigen Ostgrenzen des Deutschen Reiches als endgültig zu garantieren. Die Expansion des wachsenden deutschen Volkes könne sich nur nach dem Osten hin entladen. Von der Notwendigkeit einer hierdurch bedingten Neu­ordnung der Ostgrenzen fei au* Polen überzeugt, und es wirtschafte-mit gewisser Absicht die ehemals deutschen Teile des Ostens wieder herunter. Mit der Stunde, in ber diese Provinzen wieder an Deutsch­land zurückkämen, würde auch die Erwerbslosigkeit im Reiche rapide zurückgehen. Daher seien die durch den vstbund vertretenen Interessen auch die Inter­essen des ganzen deutschen Volkes. Der Deutsche Ostbund umfaßt in 520 Ortsgruppen heute 1 200 000 Einzelmitglieder, ohne die angeschlostenen Vereine und Städte. Er nimmt nicht nur Ostdeutsche auf, sondern will feine Gedanken gerade durch Gewin­nung aller Deutschen in die weitesten Volksschichten hineintragen. Politische, religiöse und soziale Stel­lung des einzelnen ist dabei völlig gleich. Und auch hier haben sich bereits einige Hessen der Bewegung angeschlossen. Es wäre zu wünschen: daß diese De- ftrebungen des Ostbundes auch hier weitgehendste Unterstützung finden.

* * Di e Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Wickstadt (Kreis Friedberg), Lützel- linden und Hofgut Büblingshausen (Kreis Wetzlar) amtlich festgestellt worden. In Langd (Kreis Gie- ßen), Okarben (Kreis Friedberg), Altenkirchen und Oberlemp (Kreis Wetzlar) ist die Seuche erloschen.

* Gestohlene Stoffe. Der heutige Po» lizeibe richt meldet: Am 3. Dez. abends gegen 7 älhr wurden von einem Personenauto m der Bahnhofstraße zwei Pakete folgenden Inhalts entwendet: 3 Meter graukarierter Kleiderstoff, 2 Meter rotkarierter Blusenstoff, 3 Meter ge­tupfter, weißer Mull, 1 Paket mit schwarzer und bunter Wolle, 24 Rollen Zwirn, weihe Derlmutter-Hemdenknöpfe, Herrenkleiker-Knöpfe, Knopfseide, Spitzen, Paspelierband, eine Büchse weihen Emaillelack und ctoei Flaschen Kognak. Vor Anlauf dieser Sachen wird gewarnt. Sach­dienliches hierzu nimmt die Kriminalpolizei <8>w ßen entgegen.

Eine Eisenbahnbeschwerde aus ber Wellerau.

Man schreibt uns: Die geradezu sttefmütter­liche Behandlung der oberen Wetterau auf unseren Bahnen ist sett Jahr uni) Tag fast sprichwörtlich. Wir haben bloh drei Züge, bie uns von Echzell nach Friedberg und weiter befördern. Früh 7 11 br geht der erste Zug ab, der zweite schon um 10 Ähr und der dritte erst nachmittags resp. abends 5 Ahr. Gerade dieser letzte Zug läßt unö fahrplanmäßig knapp zwei Stunden Zeit in Friedberg. Wenn man dort nicht übernachten will und wer kann das? muh sich in Friedberg abhetzen und wird doch nicht fertig mit den allernötigsten Besor­gungen. Seit einigen Wochen spottet aber der Verkehr mit diesem Zug jeder Beschreibung; ist es doch vorgekommen, dah wir schon von Ridda her mit halbstündiger Verspä­tung abfuhren, so daß, wenn der Zug fahrplan- mähig um 3/47 hr in Friedberg abfährt, es sich kaum der Mühe lohnt, dorthin zu fahren. Unterwegs, in Beienheim, aber hält der Zug ab und zu eine Viertelstunde.

Man sollte uns doch unseren Rachmit­tagszug um 3 Ähr nach Friedberg endlich wieder ein st eilen es wäre kein Schaden für die Bahn, bann aber zum wenig­sten die Bummelei, die in den letzten Wochen eingeriffen, abstellen und die Züge fahrplan­mäßig verkehren lassen. Die Züge sind doch des Publikums wegen da, nicht aber daS Publikum der Züge wegen. L.

Aussperrung in der Schuhindustrie des Maingaues.

WEN. Frankfurt a. M., 10. Dez. In einer bebeutenben Offenbacher Schuhfabrik hat ein Teil ber Arbeiterschaft oyne Einhaltung der Kün­digungsfrist unter Bruch des Arbeitsoertraaes die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaf- t en Haden das Verhalten dieser Arbeiter gebil­ligt und die übrige Belegschaft veranlaßt, sich mit den Streikenden solidarisch zu erklären, eine Zusam- menarbeit mit Ersatzkräften zu verweigern und so eine Schließung der Betriebe zu erzwin­gen. Auch in Mainz haben bereits amei Betriebe wegen Streiks und Kündigung bie Arbeit einge­stellt. Die Vereinigten Schuhinbustriel- len des Maingaues haben daraufhin sich mit den bestreikten Firmen einstimmig solidarisch erklärt und beschlossen, von den Gewerkschaften bis heute mittag eine Erklärung darüber ßu verlangen, baß sofort in allen Betrieben bie Arbeit wieder aus­genommen, sämtliche Forderungen und Äündiaun- gen zurückgezogen werden und eine geordnete Auf-

Lonntansdrettlt b. Herzte it. :iU6Ch2fett nm 12.12.28 Dr Steinreich. S.-R. Dr. Schttevbake. Bclikannvotb.

Zahnarzt: Dr Ja,er 011D

Endlich gefunden! Ein

Ü In bekannter Arzt 'n Hl die» alle

Ich wünsche daß ieder Asthmatiker hierorts (oder in der Tat jeder Asthma-Leidende In ganz Deutschland' meine Behandlung gfinzlich auf meine Kosten und mem Risiko erprob-" dies kündigt Dr. Et Schiffmann allen Leidenden an Er sagt w. iter: .Wie heftig auch immer die An­fälle oiler wie hartnäckig ein Fall von Asthma sei. und wie lange man auch über das Leiden klage A-rmador-Zigareiten ec hallen sofortige Linderung, gewöhnlich in 10 bis 1b Sekunden, stets jedoch innerhalb ebensovieler Minuten." Er weiß. wns da# Mittel für Tausende von Asthma­tikern tret an hat, die es schon verzweifelt auf gegeben hatten, irgendwelche Linderung zu finden Um daher auch diejenigen zu überzeugen, die bisher sein Mittel und dessen ausgezeichnete Wirkung noch nicht erprobten, hat er besondere Vorsorge getroffen, alle Apotheken hierselbet (wie auch in allen anderen Städten Deutschlands)

Heilmittel für Asthma.

ii Leidenden In Gießen beweinen. (1U244A insgesamt 6139 Apotheken mit Proben von Asihmador- Zigaretten (In Aluminium Taschen- Etui) zu verebben zwecke Gratis Abgabe morgen oder übermorgen, wobei nicht eine einzig- Apo­theke vergessen wurde. Orr Asthma-Leidende braucht daher nur hei seinem gewohnten Apo­theker, hierselbst oder auswärts, vorzusprwhen, um die (-ratisprobe zu erhalten - Solch ein tat­sächlicher. persönlicher Versuch wird den über­zeugendsten Beweie von Ur. Schifmatme Behaup­tung erb, i'.tten und ist der einzige Wae, um das Vorurteil Tausender von Asthmatikern zuiiber- wtnden, die bisher vergeblich Linderung fruchten. Sollte jemand au* Irgendeine >> Grunde keine Probe erhalten können. *o wird ihm solche um­gehend pi-r Poet übersandt, wenn er seinen Namen und volle Adresse inehtt 10 Pf. in Briefmarken für Porto) anDrR Schiff mannsNiederlage. die Viktoria- Apotheke Berlin SW 48, Friedrichstr. 19, einsendet.