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Kopfschmerz.

Migräne , Neuralgie

Zahnschmerz

11 Mr vormittags erfolgen.

Die französischen Truppen bleiben im Saargebiet.

Paris, 10. De;. (WIB.) Die Botschastertonse. ren; Hot heute nachmittag von 4 bis 6 llhr getagt. Nach Schluß der Beratungen wurde folgendes Kom­munique herausgegeben-.

Die Botfchafterkonferen; ist mit dem Ergebnis der Verhandlungen bejaht worden, die zwischen ihren militärischen Vertretern und General von Pa- wels fortgesetzt wurden. Lin neuer Bericht hierüber ist den Ministern und Delegierten der deut­schen, französischen, italienischen, belgischen und ja- panischen Regierung in Genf übermittelt wor­den. Der Botschafterkonferenz ging heute mittag eine offizielle Beratung des Militärischen Interalliierten Komitees von Versailles unter dem Vorsitz von Marschall Jod) in Anwesenheit von General M a l ch mit den deutschen Delegierten v. Pawels und Geheimrat J o r sl e r voraus.

haoas berichtet dazu: Die Besprechungen, welche die Mitglieder des Interalliierten Militärischen Ko­mitees heute vormittag mit General v. Pawels ge­habt hatten, hätten nichldaserwarteteLr- g e b u i s gezeitigt. Mährend General o. Pawels sich bisher daraus beschränkt habe, unter Heranziehung suristischer Lrwägurrgen die Zulässigkeit der alli­ierten Forderungen über die Jestungen im Osten Deutschlands zu bestreiten, habe er heute vormittag sich lediglich auf den militäri­schen Standpunkt gestellt und die These vertteten, dah die an den Befestigungen ausgeführteu Ur­teilen unerlählich gewesen seien und dah sie trotz ihrer Bedeutung nur einen rein defen­siven Lharakter trügen, der zwar den Jortschrik- ten der modernen Technik entspreche, der aber kei- neswegs mit Artikel 196 des Versailler Berttage* in Widerspruch siehe.

Sämtliche alliierten militärischen Sachversländl- gen seien sich jedoch darüber einig gewesen, dah diese Erklärungen nicht genügten. Der gleichen Ansicht sei auch einstimmig die B o t s ch a f t e r kon- seren; in ihrer heute nachmittag abgehaltenen Sitzung gewesen. Sie habe daher in der Erfüllung der militärischen Klauseln des Versailler Vertrages Deutschland nicht Entlastung erteilen können, nicht einmal unter dem Vorbehalt der späteren Behebung der letzten festgestellten Verfehlungen. Die Botschaf- tertonferen; habe mithin heute abend nur den De­legierten der in Genf vertretenen Mächte diese Tat­sache zur Kenntnis bringen können. Sie habe nicht einen Zeitpunkt für eine neue Sitzung an beraumt.

Aus den Berichten der Genfer Korrespondenten mehrerer Berliner Blätter ist zu entnehmen, dah der Bericht der Botschafterkonseren; über die Lntwaff- nung Deutschlands nicht so ungünstig laufet, wie er von der Agentur haoas dargestellt wird. Menn auch in dem Bericht erklärt wird, dah be;üg- lich der beiden stritttgen Punkte wegen der deutschen Ostbefestigungen und der Herstellung von Kriegs­material keine befriedigende Losung er­zielt werden konnte, so läßt der Bericht doch die Möglichkeit offen, diese beiden Streitpunkte durch ein von den beteiligten Mächten abzuschttehendes Uebereinkommen aus der Welt zu schaffen, und zwar, dah man sie durch ein Schied»-

ttcrvoraussage.

Der zettweiser abnehmender Bewölkung Fal­len bet Temperaturen, durchweg trocken.

Gestrige Lagcstemperaiuren: Maximum 6,9, Minimum 5,1 Grad Tdlsius. Niederschläge: 0,4 Millimeter. Heutige Morgentempevatur: 4,6 Gvad Eellius.

Bericht über die Wetterlage auf dem hoherodskops vom 11. De-e.nbec, vorm.

Windrichtung: Ro.d. Windstärke schwach, Lufttemperatur um Ruck Grad. Neuschnee keiner. Beschaffenheit des Schne « noch schwach vereist. Dporttnöglichk il noch vorhanden.

Paschitsch t-

Belgrad, 10. Dez. (TDIB.) wie mit bereits in einem Teil unserer gestrigen Auslage milteiltm» ist der frühere jugoslawische Ministerpräsident Ni­kola paschitsch unmittelbar vor seiner Betrau­ung mit der Kabinettsbildung an den Folgen eines Herzschlages gestorben. Alle führenden radikalen Abgeordneten waren am Sterbebette versammelt. Der Minislerral lagt in Permanenz. Usunowitsch und Davidowitsch wurden vom König zu einet Be­sprechung der innerpolitschen Lage empfangen.

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vanille

Jn ÄDothek

Genf, 10. Dez. (WD.) Zu der Frage ter Zurückziehung der französischen Truppen aus dem Saargebiet war bekannt uch Mitte dieser Woche unter Mitwirkung der Rechtssachverständigen Deutschland« und Frank- reichs eine Formel gefunden worden, die erlaubt hätte, dem von Frankreich geforderten Bahn- schuh im Saargebiet seinen militärischen Cha- rafter zu nehmen. Die Annahme dieses Vor­schlages scheint jedoch auf Schwierigkeiten zu stoßen, so daß mit der abermaligenBer­ta g u n g der Angelegenheit gerechnet werden inuy obwohl der Bat bereit« mehrmals sich deut- lich für die Zurückziehung der französischen Trup­pen aus dem Saargebiet ausgesprochen hat.

neue entgegengesetzte Politik verfolgen wolle. E« sei heute noch möglich, dah Rom und Belgrad sich verständigen könnten.

Aach einer Meldung der .Dosstschen Zei­tung" aus Belgrad verlautet in dortigen poli­tischen Kreisen, dah der italienische Gesandte in Belgrad im Auftrage Mussolinis tem Vertreter des südslawischen Ministers tes A übern an* heimgegcben hat, Südsiawien möge sich den italie­nisch-albanischen Abmachungen ansch 1 iehen.

Neuer Kurs in Südtirol.

Innsbruck, 10. Dez. (WD.) Der neue Präfekt von Bozen tritt am 16. Dezember sein Amt an. Es geht ihm der Ruf voran, dah er deutschfreundlich gesinnt lei und die Dechte der Deutschen in Südtirol achten wolle. Er soll entsprechende Weisungen von Mussolini erhalten haben. Die Abgeordneten Tinzl und Sternbach richteten anlählich der Schaffung der Provinz Bozen an Mussolini ein Telegramm, in dem die Unterzeichneten d.e Schaffung der Provinz im Vertrauen darauf begrüuen, dah sie die Grundlage für eine mög­lichst freundliche Zusammenarbeit sein werde.

lins aller Welt-

Brand im Apollo-Bariets in Röm.

Rom, 11. Dez. (WTB. - Funlsptuch.) 3m Apollo-Varie^ brach ein schwerer Brand aus der erst nach 3stündiger Dauer heute früh auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Das Feuer, da« innerhalb kurzer Zeit den Saal vollständig zer­stört^ hatte eine Panik unter den Zu­schauern zur Folge. Bei dem durch.Jne Flucht aus dem brennenden Theater hervorgerufenen Gedränge, das noch durch die Unterbrechung der Vorstellung in einem anschliehenden Theater verstärkt wurde, wurden mehrere Personen ver­letzt. Vier Künstlerinnen sind in ihren Garde- I toben erstickt; eine von ihnen soll eine Deutsche I fein. Es tonnte dies jedoch noch nicht einwand­frei ermittelt werden. Es handelt sich um ein Fräulein Lylia Machnik, die einige Mor­genblätter als Ungarin bezeichnen.

71 euer Raub auf bet Berliner Stadtbahn.

Einem Raubüberfall in der Stadtbahn fiel I eine Verkäuferin zum Opfer, die auf dem Abstell- bahnhof Grüne wald bewußtlos am Boden eines Abteils liegend von Dahnbeamten ge­funden wurde. Erst nach langem Bemühen ge­lang es den Aerzten, die Frau wieder zum Be- I wußtfein zu bringen. Allem Anschein nach hat der Räuber die Verkäuferin mit Aether be­täubt, ihr dann die 12 Mark enthaltende hell* braune Handtasche geraubt und auf einet I Zwischenstation den Zug v<wlasten.

Ein Intendant für die Berliner Junfftunbe.

Der Vorstand der Fuickstunde A.-G.-Berlin beabsichtigt, für die Oberleitung des I ü n ft» I 1 erischenBetriebe« des Berliner Rund­funks die Stelle eines Intendanten zu schaffen. Für diesen Posten wurde nach einer hiesi en Korrespondenzmeldung der Intendant des Wies­badener Staatstheaters Dr. Karl Hagemann verpflichtet.

München hat bie meisten Aerztinnen.

3n Deutschland ist die Zahl der weiblichen Aerzte gegen die Vorkriegszeit um das Zehn­fache gestiegen. Dor dem Kriege gab e« 195 Aerztinnen, Mitte deS IahreS 1926 zählte I man 162*. Die meisten Aerztinnen hat die Stadt München, wo auf 7976 Einwohner eine , Aerztin kommt. (Berlin: 9964:1.) Die einzige der 46 deutschen Großstädte ohne Aerztin ist

prozessualem Zusammenhänge stehen. ES hat so­mit den Anschein, als ob man diese, für Deutsch­land nicht günstig gelagerten Fälle, nur deshalb gleichzeitig mit der Anll.rge gegen Aouzrer ver­handeln läßt, um franzvsischerfeits mit der Frage der Schuld auch die deutsche Sette be­lüften zu können.

w*^Abg. Dender (Soz.) wies auf die Rotlage ber unteren Beamten hin und forderte eine nachhaltige Erhöhung der lausenden Bezüge. Mit Rücksicht auf die für das Frühjahr versprochene Vorlage in diesem Sinne werde seine Partei für die Weihnachts Notstandsmaßnahmen eintreten, cte mühten aber auch auf die Arbeiterin den Reichsbetrieben ausgedehnt Werdern

Abg. Schmidt (Dn.) trat ebenfalls für die unteren Gruppen und die Arbeiter besonders ein. Die Reichsbahn werde sich auch bezüg­lich der Arbeiter diesem Vorgehen anschliehen. Man darf aber nicht vergessen, dah die Rotlage auch in den oberen Gruppen groh set. Er beantrage auch, die Gruppe 13 in die Weth- nachtsbeihilfe einzuschliehen, wozu kürzlich auch die anderen Parteien bereit gewesen feien.

Abg. Morath (D.D.) erklärt dah auch feine Partei mit der beabsichtigten Weihnacht«- Beihilfe einverstanden ist. Seine Partei werde jetzt erst recht auf eine Dauerlösung an­gesichts der groben Deamtennot dringen.

ReichSfinanzminister Dr. R e i n v o l d erklärt, die Regierung werde alles daransehen die De- svldungsregelung so schnell wie möglich zu for­dern, und sie gleichzeitig mit dem Finanzaus­gleich im Frühjahre nächsten Iahres vorlegen. Dis zur endgültigen Regelung mußten wir aber .noch einmal zu den Aushilfsmitteln greisen, die hier vvrgeschlagcn werden. Täten wir das nicht l so würde die Beamtenschaft im Saftre 1926 in ihren Bezügen schlechter als im 3 ab re 1925 F gestellt werden, wv sie außer ihren Bezügen auch die einmalige Gratifikation erhielt die eine '' Abschlagszahlung auf die bevorstehende Belob dungsaustesserung sein sollte. 3m 3af>re 1926 erschien es angesichts ter schwerrn Wirt chafts- krise unmöglich, an eine Besoldungsregelung heranzugehen. Auch er sei der Ansicht, dah es sich hier nicht um ein 'Weihnachtsgeschenk für die Beamten, sondern um die Rachholung einer .Pflicht der Regierung handele. Er stehe auf dem Standpunkt, dah es ungerecht wäre, die Gruppen über die Gruppe VI bo(Tomaten h:rauszunehmen Ihre Richtberücksichtigung würde große Erregung

Die Weihnachtsbeihille.

Aus demHaiishaltsausschutz desReichstags

Berlin, 10. Dez. (BDZ.) Der Haushalts- auSschuh des Reichstages beschäftigte sich heut« mit der Frage der Besserstellung der Beamten und Angestellten und mtt der beabsichtigten Weihnachtsbeihilfe, zu denen eine gro.>e Reche von Anträgen vorlag. ..

Ahg Dr. Frick (Bölk.s begründet einen Antrag, der bis zum Inkrafttreten einer anzu- ftrebenten neuen Desoldungsordnuna eine Er­höhung der prozentualen Zuschläge zu den Grundgehältern und sozxcke Zu­lagen verlangt. Bei der Weih nachts bei Hilfe muh­ten die unteren Gruppen besonders bedacht

verfahren oder durch diplomatische Ber- hondluvgen erledigt.

Die Entscheidung liegt also nach den erwähnten Genfer Berichten nunmehr bei den in Gens versam­melten Auhenmlnisiern, die ihren Beschluß ans Grund des Berichts der Botschafterkonferenz vom Freitag zu fasten haben. Die Kompetenz der Botschalterkonseren; besteht bekanntlich nut darin, sestzuste 11 en, inwieweit Deutschland erfüllt hol. Falls die Botschastertonseren; seststellt, dah in zwei Punkten bisher eine Durchführung der Ent- wasfnungvsorderungen nicht erfolgt ist. so können die alliierten Auhenminister dennoch die Auf­hebung der interalliierten Mililärkontrollkommifsion beschließen, falls in den Verhandlungen mit den deutschen Stellen eine Klärung über die beiden Restpunkle erfolgt ist.

Neue Konferenz der Rheinpaktmächte.

Genf, 10. Dez. (WTD.) Die Vertreter der fünf Rheinpaktmächte, bei denen im Lause der Nacht der Bericht der Dotschafterkonferenz ein- I gegangen ist, sind heute vormittag 11.30 ilbr am Sitz der englischen Delegation zu einer -wetten gemeinsamen Besprechung zusammenge- treten. Die Besprechung gilt der durch den Be­richt der Botschafter-Konferenz ge­schaffenen Lage und dem von den Juristen aus- gearbeiteten Bericht über die Abänderung des Investigations-Protokolls, der zunächst von den Vertretern der Rheinpaktmachte genehmigt werden muh. Heber die Besprechung, an der für Deutschland Reichsautzenminis^r Dr. Stresemann und Staatssekretär v. Schu­bert teilnahmen und die um 1.20 Hhr ßnöe ging wurde folgendes gemeinsam vereinbarte« Kommunique ausgegeben: Die Vertreter der Mächte, die Mitglieder der Botschaftertonferenz sind, haben sich heute vormittag mit den Der- tretern Deutschlands getroffen um sich über die in den Verhandlungen von Paris erzielten Er- gebnisse Rechenschaft abzulegen. Sie haben einen befriedigenden Fortschritt der ® e - samtlage feftftellen können. Ein weiterer Be­richt, der ihnen heute von der Dotschafterkonferenz nach deren Rachrnittagssihung zugehen sock, wird erwartet. Eine weitere Beratung wird morgen

gesprochen. Sie würden sich aber jetzt der Stimme enthalten, weil sie bei ter dritten Lesung eine Entscheidung über da« Gesamt­kabinett herbeiführen wollen.

Der Mißtra ensantrag wird gegen die Kom- muniften und Völkischen bei Stimmenthaltung der Sozialtenwkraten und Deutschnationalen ab- gelehnt. Gegen die Linke werten dann die zum Gesetz gegen Schund und Schmutz einge­brachten Ausschußeirtschlietzungen angenommen. In denen eine Verschärfung des Lichtspuckgesetzes und ter strafrechtlichen Verfolgung unzüchtiger Schriften verlangt wird. Wester wird die schleu­nige Vorlegung eines Reichsbuhnen­gesetzes gefordert.

Es folgt die erste Beratung tes Gesetzes über die Vergütung der DesahungS'- le i ft un g e n und V er ge n s s ch ä d en und ter Rovelle zum Besatzungs-Personenschäten- qeseh Der Minister für die besetzten Gebote Dr Bell begrüntet die beiden Entwürfe. Die Vorlagen werden dem Ausschuh für die be­setzten Gebiete überwiesen. Das Gesetz zur Re­gelung des Mitchverkehrs wird te- battelos in allen drei Lesungen angenommen ebenso das Futtermittelaesetz. Hierauf wird die 2. Beratung des Rachtragsetats beim Etat des Reichswehrministeriums fortgesetzt, ter in 2 Beratung nach ten Anträgen des Aus­schusses bewilligt wird.

Der Germerzheimer Prozeß.

London, 10. Dez. (Täl.) Der Beginn des Germersheimer Prozesses ist, wie nunmehr end­gültig seststeht, auf den 17. Dezember festgesetzt worden. Hauptpunkt der Verhandlungen wird die Anklage gegen ten französischen Leutnant Rvuzier sein, gegen ten der französische Staatsanwalt die Anklage wegen Totschlages und schwerer Körperverletzung erhoben hat. In ber französischen Anklageschrift wird bezeichnenderweise die Frage ter Rotwehr ver­neint, jedoch daraus hingewiesen, dah Rvuzier von deutscher Seite provoziert worden sei. Gleichzeitig mit der Anklage gegen den Leut­nant Rvuzier werden Verhandlungen übet sechs weitere Anklagen gegen Deutsche vor dem Landauer Kriegsgericht geführt werden. Unter diesen Anklagen befindet sich aber keine solche wegen Angriffes auf Rvuzier. Diese ist vielmehr ausdrücklich zurückgenommen worden. Hol-mann und Matthe« sind nur wegen beleidigender Haltung angellagt De« weiteren sind Fechter wegen Körperverl tzung, die aber nicht mit dem Germersheimer Zwischenfall zu- sammenhängt. Kofler und Arbogast eben­falls wegen Körperverletzung und auhertem Matthes und Kegel megen beleidigenden. Benehmens auf bei Sondernheimer Kirmes ange- klagt worden. Die Formulierung bet Anklage zeigt deutlich, daß man auch französischerseitS Rau-ier nicht voll decken zu können glaubt. Offen­bar ist aus diesem Grunde gleichzeitig die Ver­handlung von sechs weiteren Anklagen gegen Deutsche angesetzt worden, obgleich diese Fälle mit dem Fall Rvuzier nut zum Teil in

Hervorrufen. v -

Daraufhin wurde folgender Antrag ter Re­gierungsparteien angenommen:

ES erhalten noch vor Weihnachten die Be­amten, Wartegeld- und Ruhegehaltsempfanger, Beamtenbinterbliebenen und Slagefteltten der Gruppe 1 biS 4 ein Viertel ihr?« Monatsgehal­tes, die Gruppen 5 bis 12 ein Fünftel ihres Mo­natsgehaltes, mindestens aber die Seligen 30 Mk., höchstens 60 Ml., die Empfänger eines grauen- zuschusses 50 Mk., höchstens 80 Mk., unö für ?etes Kind 5 Mk., die Vollwaisen insgesamt 10 Mk., höchstens jedoch 15 Ml. Die Kriegs- beschädigten und Kriegshinterbliebenen er­halten ein Viertel ter ihnen für Dezember zu- stehenden Beträge. Angenommen wurde ferner ein sozialdemokratischer Antrag, wonach den Alt- Veteranen eine einmalige Beihilfe wie ten Kriegsbeschädigten gewährt werten soll. Ferner tourte ein sozialdemokratischer A ttrag angenom­men, daß oie einmalige ÄotstanOSbeihilfe auch auf die Arbeiter deS Reiches Anwendung finden soll. ,

Abg. Steunkops (Soz.) bat die Regierung, die Auszahlung ter Weihnachtsgratifikationen sofort in die Wege zu leiten und nicht erst die Verhandlungen im Plenum deS Reichstages abzu­warten.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 10. Dez. (VSZ.) Aus der Tages­ordnung steht zunächst die Abstimmung über ten Mihtrauensantrag. te i die Kommunisten bei ter Beratung über das G-ckeh grgen Schmutz und Schund gegen Öen Reichsinnen­minister Dr. Külz eing br dj* teten.

Bor der Abslinm.mg ver.iest Abg. Mull er- Frarken (Sozck eine Erklärung dec sozialdemo­kratischen Fraktion, in ter es y»ihl, die Sozial­demokraten Hütten bet ter Beratung teS Ge- sehes ihr Mißtrauen gegen Dr. Külz scharf ans-

Zweifellos ist Paschitsch eine ganz autzergewöhn- liche Persönlichkeit gewesen, und die Serben hoben Recht, wenn sie in ihm den Verlust eines Staats­mannes von sehr großem Format betrauern. Pa­schitsch hat wohl In den letzten vierzig bis fünfzig Fohren der Battanpolitik stets eine maßgebende Rolle gespielt. Ob diese immer eine sehr glückliche und richtige gewesen ist. möchten wir nicht allzu schroff hinstellen. Aber wenn man ihm Gerech­tigkeit widerfahren lassen will, muh man anerkennen, daß er vom Kindesalter an bis zum letzten Atemzug seinem Vaterland und seinem Bott treu gedient hat und nur testen Größe im Auge hatte. In der Wahl seiner Mittet ist er wohl nie sonderlich besorgt ge­wesen, dos ist so der Brauch auf dem Balkan, und nicht nur dort, sondern auch in manchen anderen Ländern. Namentlich über die Beziehungen Ser­biens zu Rußland vor dem Weltkriege bleibt noch manches Dunkel aufzuhellen. Aber was wir jetzt bereits darüber wissen, genügt vollständig, um sagen zu können, daß sich Paschitsch und die Russen voll- kommen verstanden haben. Das gilt namentlich für die Ermordung des österreichischen Thronfolgers, die schließlich das Signal zum Weltkrieg wurde. Nach dem Verlust dieser ungemein starken Persönlichkeit wird sich erst zeigen, ob die serbische Regierung im­stande sein wird, das zusammenzubalten, was sie dank der Paschitschen Politik als dessen Erbe zu übernehmen hat.

Italiens Protektorat in Albanien.

Rom für einen Ausgleich mit Jugoslawien.

Rom. 10. Dez. (WB.) -®iovnalc d'Italia" gibt seiner Freute darüber Ausdruck, daß ter ttalienifch-albanische Vertrag von Albanten em- stimmig angenommen worden ist, obschon Versuche gemacht wurden, um die Kammer zu bewegen ten Vertrag abzuleh.ten. Jetzt beim Inkrafttreten teS Vertrages könnten die Pole­miken mit dem Auslände aus hören. Die Rach­richten aus Belgrad schienen nicht zu be­stätigen, daß Südstawien gegenüber Italien eine

rungsbasis nach rechts wünschenswert erscheint, wobei wir natürlich den einscktigen Standpunkt ablehnen, als ob hier die einzige Möglichkett läge. Selbstverständlich kann man sich unter außenpoltt.sch gefestigteren Verh l niss n sehr wohl die Regierung einet Großen Koalition denken, die namentlich auf sozialpolitischem Gebiet man­ches zum Ausgleich ter wirtschaftlichen Gegen atze beitragen könnte. Wir werden nun abwartm müs'en, wie sich nach Stresemanns Ruckt.hr ute Vertendlungen zwischen den Pattcken gestalten werden. Daß wir dabei nicht wieder tn eine latente Krisis hineinsteuern, die sich dann wochen­lang hinzieht und womöglich ausgeht, tote das Hornberger Schießen, mutz als dringender Wunsch tes ganzen Volkes allen Derantwortftchen ans Herz gelegt werten.

Vertagung der Regierungskrifis

DerNn. 10. D^. (T2.) Wie die TU. er­fährt hat die e.genttich in A-ssicht genommene Parteiführerbesprechung in ter Reichskanzlei nicht ftattgJunten, da man in Kreisen der Regi rungsparteien g.aabt. erst de wettere Klärung ter g genwärttg tn Gen noch ftattfintente.i B rett ngen abwarten zu sollen. Im Laufe des heuttgen Tages hat der Reichs­kanzler maßgebende Abg ordnft.' verschiedener Parteien empfangen, um sie über den gegen­wärtigen Stand der Dinge zu informieren. Rach allgemeiner Ansicht dürften d.e Ergebnisse erst wieder in Fluß kommen, wenn ter Reich-außen- Minister Dr. Stresemann aus Genf zuruck­gekehrt ist. Man geht wohl nicht seh, m der Annahme, dah die durch die Haltung der Soz ab temrlcaten angeschnittene Frage einer Bor- änberung ter bish rigen Regicrung^oalttvn sehr wesentlich von ten in Gens erzielten Er­gebnissen abhängen wird.

Hamborn.

Paris im Rebel.

Ein dichter Nebel lag Freitag nachmittag über Paris. Gegen Mittag wurde der Verkehr noch da­durch stark gehemmt, daß im Stadtviertel um den Opernplatz eine Störung des Elektrizitätswerkes den Gebrauch des Lichtes )aft unmöglich machte. Vor allem wurden die Operationen an der Börse be­einflußt, deren Eröffnung mehrere Stunden hin- ausgeschoben wurde.

Sauerstoffexplosion bei Sterkerade.

Im Verladebahnhof des Maschinenbaues der Gute Hoffnungshütte explodierte eine Sauerstoft- flasche. Durch die umherfliegenden Eisenteile ter Flasche wurde ein Arbeiter sofort getötet, während ein anderer schwer verletzt wurde.

Zu Tode mißhandelt.

3n Schwerin hatte der Arbeiter Groth, als er schwer betrunken nach Hause kam, mit seiner Frau einen Streit, in dessen Verlaus der Mann seine Frau zu Boden warf und sie so mit den Stiefel­absätzen traf, dah die mißhandelte Frau bald darauf ft a r b. Der Rohling wurde in das Amtsgerichts­gefängnis eingeliefert.

Der neue Mercedes-Motor gestohlen.

Der Firma Daimler-Benz, die zurzeit tn Brüssel ausstellt, wurden kurz vor Eröffnung ter Ausstellung dic wichtigsten Reuerungen tes neuen Zweiliter-Mercetes-BenA-Motors gestoh­len. Der Verdacht richtet sich gegen etn'.fle Fran- -osen, und eS liegt die Vermutung nahe, daß ausländische Konkurrenzfirmen ter Firma Daimler-Ben zuvorkommcn wollen, da ter nene Tyv noch nickft i^ $ intei fft

zwei Streckenarbeiter von einem Zuge getötet.

Mittwock, mittag wurden zwei ©tielenarbei* ter in der Rähe des Berliner Bahnhof« V o r k st r a h e von einem Zuge der elektrischen Schnellbahn erfaßt und sofort getötet. Durch ten Rauch einer Ringbahnlokomotive war den Arbeitern das Herannahen des elekrischen Zu­ge« verborgen geblieben.