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Der ultraviolette Zoo.

Der Londoner Zoologische Garten hat vor eini­ger Zeit einBersuchsaffenhaus" erhalten, dessen Dach mitDitaglas" gedeckt ist, einer neuen Glas­ort, die die ultravioletten Strahlen durchläßt. Man erhoffte von der Wirkung dieser heilsamen Strahlen viel für die Bewohner des neuen Affenhauses, und man hat sich nicht getäuscht. Der Gesundheitszustand der Tiere war sehr viel besser als in dem alten Affenhaus; Krankheiten kamen wenig vor, und in zwei Jahren haben sich nur zwei Todesfälle ereignet. Der beste Beweis für die Wirkung der Strahlen war aber ein Drang Utan, der ganz kahl gewesen war und jetzt in einem leuchtend kastanienbraunen, dichten Pelz sich präsentierte. Die Stimmung der vierfüßigen Insassen hat sich außerordentlich ver­bessert; sie sind so frisch und lustig wie noch nie zuvor. Seit einem Jahre hat auch das Löwenhaus ein 8000 Quadratfuß großes Dach von Bitaglas. Dem König der Tiere ist diese Bestrahlung nicht we­niger gut bekommen als den Affen. Kein einziger Todesfall hat sich ereignet. Auch das neue Reptilien­haus soll ganz mit diesem die ultravioletten Strahlen durchlassenden Glas ausgestattet werden. Das Glas, das sich in feinem Aeußern von dem gewöhnlichen Glas nicht unterscheidet, kostet nichl mehr als Plat­tenglas. Es ist in England bereits bei einigen Däu­sern angewendet worden, und die neue Gesundheits­gesellschaft, die in England für eine Besserung der hygienischen Maßnahmen eintritt, empfiehlt die Ver­wendung des Glases für Schulen. Krankenhäuser beginnen es ebenfalls anzuwenden, und in den Ver­einigten Staaten verwendet man das Glas des­gleichen, nachdem der Londoner Zoo so gute Er­fahrungen gemacht hat.

Lchweine-Jodler.

Amerika ist nicht nur das Land der unbe­grenzten Möglichkeiten, sondern auch der merk­würdigsten Künste. Rur hier konnten sich die Schweinehirten zu solchen Virtuosen entwickeln, daß sie bei einem Wettbewerb in Omaha als wahreCarusos der Schweinetriften" gefeiert wurden. Dieser Wettkampf derSchweinejodler", der natürlich von der Radiostation in Omaha im Rundfunk weithin verbreitet wurde, hat in den Vereinigten Staaten große Veachtung gefunden unö das Interesse für den seltsamen Stand der Schweine-Rufer" geweckt. 3n derWorld" unter­richtet ein großer Schweinezüchter das unkundige städtische Publikum über die Bedeutung dieser Männer.Mag man über das Schweinerufen als Kunst deinen wie man will," schreibt er,so ist doch seine Rühlichkeit unbestreitbar. Die meisten der mehr als 30 Millionen Schweine, die in den Südweststaaten gezüchtet werden, sind nicht solch fettes, faules Volk, wie man es auf den Viehausstellungen findet, sondern sie sind flinke schlanke Tiere, die sich der Freiheit auf der Weide freuen und von Wurzeln, Gras usw. nähren. Ratürlich werden sie daneben auch in regel­mäßigen Zeitabständen mit Getreide gefüttert, und um sie von den weiten Weideflächen zusam­menzurufen, ist die Kunst des Schwe.nejodlers notwendig. Cs ließe sich eine ganzeAnthologie von Schweinerufen" zusammenstellen, wenn man Die verschiedenen Melodien und Tonfolgen sam­meln wollte, die in Rebraska und Omaha, in Indiana und Westkentucky zum Heranlocken dieser Vierfüßler verwendet werden. Es sind langgezo­gene, schrille und doch melodische Schreie, die in bestimmen! Wiederholungen ausgestoßen werden und auf die Rüsselträger eine zauberhafte Wir­kung ausüben. Mag man auch die musikalischen Fähigkeiten des Schweines nicht sehr hoch ein- schähen, so besitzt es doch ein scharfes und feines Gehör, durch das die Tiere den ihnen geltenden Ruf von denen für Kühe, Pferde und Hunde genau unterscheiden. Wenn der Schweinejodler auf den weiten Ebenen von Texas oder Dela­ware sein langgezogenesPuh-ji!" in rhythmisch bewegten Tonfolgen erschallen läßt oder sein nicht minder gut klingendesWuu-i!" oderSuu-i!" ausstößt, dann würde selbst Rurmi Mühe haben, mit den Schweinen Schritt zu halten, die von allen Seiten herbeieilen." Diese Jodelrufe der amerika­nischen Schweinehirten sind uralt und scheinen zuerst in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhun- Deists von den musikalisch so begabten Regern ausgebildet zu fein, die als Schweinehirten ver­wendet wurden. Die besten Schweinejodler des Landes hatten sich in Omaha zusammengefunden, Mid sie liehen eine Stunde lang ihre Rufe vor dem Preisgericht, der großen Zuhörerschar und den beim Rundfunk versammelten Millionen er­tönen. Sie plauderten auch allerlei aus der Schule und erzählten, daß man für die aiten Eber ganz andere Töne anschlagen muh als für Säue und dieSchweinebackfische". Das Repertoire einiger von ihnen war überaus reich und musi­kalisch interessant. Cs wurden viele Medaillen und. Auszeichnungen verteilt. Als Sieger aber ging Fred Patzel aus Madison in Wisconsin hervor, der eine schwergoldene Medaille und ZOO Dollar erhielt.

Berichtssaal.

Verleitung zum Meineid.

sch. Marburg, 10. Roo. Wegen Verlei­tung zum Meineid hatte sich heute vor dem hiesigen Schwurgericht der Arbeiter Joh. Par- t h e s i u s aus Gemünden zu verantworten. Er hatte im Jahre 1923 in Gemünden ein Schaf gestohlen und seinen Freund, den Maurer Diehl, zum Mit­wisser gemacht. Letzterer hatte bei seiner Verneh­mung durch den Landjäger zunächst den Diebstahl Parthesius' zugegeben, dann aber auf dessen Drän­gen seine Angaben vor Gericht geändert. Später wieder gab Diehl zu, daß er einen Meineid ge­schworen hatte, und wurde infolgedessen zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Parthesius, der bereits wegen des Diebstahls bestraft ist, erhielt nun noch wegen Verleitung zum Meineid e i n Jahr Zuchthaus.

Gefängnis für einen Arzt.

WSN. Gelnhausen, 10. Nov. Großes Auf­sehen erregte seinerzeit ein gegen einen praktischen Arzt aus Langenselbold geführter Prozeß wegen Verbrechens gegen das keimende Leben (§ 218). In der Hauptverhandlung wurden dem Angeklagten sechs Fälle zur Last gelegt, in vier Fällen für schuldig erachtet und zu zwei Jahren G.'- fängnis verurteilt. In der Berufungsinstanz wurde gestern nach 12stündiger Verhandlung das Urteil der ersten Instanz aufgehoben und gegen den An- a-klagten auf ein Jahr sechs Monate Ge­fängnis erkannt.

Ein Vatermörder vor Gericht.

WSR. Koburg, 10. Rov. Vor dem hie­sigen Schwurgericht fand gestern die bis in die späte Rächt hineindauernde Verhandlung gegen den 20 Jahre alten Ziegeleibesiherssohn Georg S ch e d e l von Dörfles bei Kronach statt. Die

Verhandlung entrollte ein trauriges Familien­bild. Von den sieben Kindern der Schedelschen Eheleute starb bereits eine blöde Tochter, drei weitere Töchter und ein Sohn sind geistig be­schränkt. Im Hause Schedel herrschte fortgesetzt Zank und Streit, was auch die Llrsache zu der Bluttat war. Der Angeklagte war geständig und will in furchtbarer Wut gehandelt haben, da chn fein Vater wieder geschlagen hatte. Es wurden 23 Zeugen vernommen. Das Llrteil lautete auf 10 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehr­verlust.

Wirtschaft.

* Dahnb edarf A. G., Darmstadt- A q u i l a - A. G. Die Fusion der Bahnbedarf A.-G., Darmstadt mit der Aquila A.-G. für Handels- und Jndustrieunternehmungen wird in der Weife vor sich gehen, daß das Vermögen der Dahnbedarf A. G. als Ganzes ohne Liqui- datton mit dem Rechte der Weiterbenutzung der Firma mit Wirkung vom 1. April 1925 auf die Aquila A. G. übergeht und den Dahnbedarf- Aktionären auf je nom. 800 Rm. Stammaktien nom. 200 Rm. Stammaktien der Aquila gewährt werden. Den Aktionären, die von diesem Um» tauschangebot nicht Gebrauch machen wollen, wird eine Barabfindung in Höhe von 30 Prozent sei­tens der Aquila angeboten. Die bei der Bahn­bedarf QI. G. noch bestehenden 8000 Rm. Vor­zugsaktien sollen eingezogen werden.

* Die Kölner Frühjahrsmesse 1927 wird in den Tagen vom 20. bis 25. März statt­finden. Die Allgemeine Messe dauert vom 20. bis 23. Marz einschl., die Technische Messe vom 20. bis 25. März«^

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 11. Nov. Tendenz: weiter gebessert, aber uneinheilich. Der st arte Kurs­einbruch, der am Vortage die Börse beherrschte, konnte sich im gestrigen Abendverkehr schon etwas ausgleichen. Die Befestigung machte heute weitere Fortschritte, doch kann die Unsicherheit noch nicht als überwunden gelten. Das Geschäft behielt seinen lustlosen Charakter bei. I.- G.- F a r b e n stellten sich heute bei Festsetzung der ersten Kurse auf 348,50 am Vorabend 352,5 Prozeni und zogen später auf 394,5 Prozent an. Scheideanstalt plus 2 Proz., dagegen Holzverkohlung minus 4 Prozent und Gold­schmidt minus 4 Prozent. Die Mehrzahl der M o n - tanwerte hatte kräftige Aufbesserungen zu ver­zeichnen: Bochumer plus 3, Deutsch-Lux plus 2, Gelsenkirchen plus 2,25, Harpener plus 0,25, Rhei­nische Braunkohlen plus 3,5, Riebeck plus 2, dagegen Stahlverein minus 2,7 Prozent. Kaliakiien etwa 2 Prozent fester. Elektrowerte waren um 1 bis 2 Prozent gebessert. Siemens plus 3,5 Prozent. Bankaktien zeigten im allgemeinen nur geringe Veränderungen. Eine stärkere Steigerung erzielten Darmstädter auf 252,90 plus 3,12 Prozent, aber Commerz minus 2 Prozent und Metallbank minus 0,5 Prozent. Schiffahrtsaktien lebhafter ge­fragt. Nordlloyd plus 3,5, Hapag plus 1 Prozent. Motorenwerke wenig verändert. Daimler plus 0,5 Prozent. Zuckeraktien vernachlässigt und überwiegend niedriger. Zellstoffaktien schwach. Von Baustoffaktien büßten Zement Heidelberg 3 Prozent ein. Deutsche Anleihen lagen still. Kriegsanleihe 0,7924, Schutzgebiet 16,25. Ausländische Renten gehalten. Türkenlose 30,75. Im weiteren Verlaufe traten keine wesent­lichen Veränderungen ein. Vereinzelt wurden leichte Besserungen erzielt. Farbenaktien konnten sich auf 353,5 Prozent befestigen. Am Geldmarkt hält das reichliche Angebot an. Tagesgeld 3,5 Prozeni, Monatsgeld 5,5 bis 6,75 Prozent. Jndustrieakzepte 5,5 Prozent, Privatdiskonten 4,65 Prozent. Im D e- visenoerkehr lagen Paris und Mailand weiter schwach. Paris gegen London 150, Mailand 116,50. Das englische Pfund stellte sich unverändert auf 4,8475 gegen Kabel. Die Reichsmark lag erneut schwächer mit 4,215 gegen Kabel.

Be.^ r Börse.

Berlkn, 11. Nov. Die Baissebewegung nahm bei Beginn der heutigen Börse nicht in der bisherigen Schärfe ihren Fortgang. Die Spekulation schritt vielmehr zu kleinen Deckungen, die zunächst das Kursniveau etwas besssserten. Trotzdem lagerte über den Aktienmärkten eine Spannung, die sich in einer von allen Seiten ausgeübten st a r t e n Zurückhaltung bemerkbar mache. Die Gesamt­tendenz war in der ersten Stunde uneinheitlich; soweit keine Besserungen Vorlagen, gaben die Pa­piere weiter nach. Die Verstimmung ging vom Farbenmarkte aus, wo sich stärkeres Angebot bemerkbar machte. Daneben trug auch die inner- politische Lage und der zu erwartende Antrag auf Erhöhung der Börsenumsatzsteuer zur Zurück­haltung bei. Die Flüssigkeit des offenen Geldmarktes konnte hieran nichts ändern. Bei dem stockenden Geschäft war Tagesgeld kaum ge­fragt. Der Satz stellte sich auf 35 bis 5,5 Prozent, Monatsgeld 5,75 bis 6 Prozent. Im Devisen- verkehr konnte die Reichsmark eine leichte Besse­rung auf 4,2110 gegen Kabel erzielen. Das englische Pfund erholte sich mäßig auf 4,8470 gegen Kabel. Paris gegen London unverändert, 150,12, Mai­land 117.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 11. Nov. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 30 bis 30,25, Roggen, inländischer, 24,75 bis 25, Sommergerste für Brau- zwecke 24 bis 26,50, Hafer, inländischer, 20 bis 20,25, Mais (gelb) 19,75 bis 20, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,25 bis 43, Roggenmehl 35,50 bis 36,50, Weizen- und Roggenkleie 11,25 Mk. Ten­denz stetig.

Frankfurter SchtachtvierMarkt.

Frankfurt a. M.. 11. Rov. Auftrieb: 72 Ochsen, 947 Kälber, 1318 Schaft, 434 Schweine. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 77, mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 71, geringe Kälber 50 bis 60. Schaft: Mastlä.nmer und jün­gere Masthämmel, Weidemast 37 bis 41, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut ge­nährte Schaft 30 bis 36, fleischiges Schafoieh 24 bis 29. Schweine: Vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 80 bis 83, von ca. 200 bis 240 Pfd. 81 bis 83, von ca. 160 bis 200 Pfd. 79 bis 82, fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 78 bis 80. Marktverlauf: In Kälbern langsamer, in Schafen reger, später abflauender Handel. Ausverkaust. In Schweinen reger Handel und geräumt.

Berliner Produktes rse.

Berlin, 10. Rov. Das Berliner Produk- tenge''chaft war heute denkbar klein. Das Aus­land blieb mit seinen Forderungen etwas willi­ger, während hier Kauflust für außerdeustches Material vollständig fehlte. Die Jnlandsangebote

167.5 168 5

180.5

Devisenmarkt BerlinFrankfurt

a. M.

Telegraphische Auszahlung.

B a n t n o t c n.

208

86,25

169 | i 12.4

148.25

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181

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165 164,75 111.75

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109

102

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152

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155

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368.5

143,25

142,5

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161

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104.5

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196.75

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179.25

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168.75

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178

185.5

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162.5

76,25

103.5

133,25

190.25

172,75

i 147.5

| 177

1171,75

Bochumer Nutz ......

Buderus .........

Kato .......... Deutsch-Lurembnrg tyelscnkirchener Bergwerke. harpener Bergbau ... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. . . . , Üaurahülte Oberbedars Pbouix Bergbau ..... Ndciuiiahl ....... 'Jiiefied Montan ...... Tellus Bergbau .....

Bereinigte Stahlwerke A.-G- Hamburg-Amerika Pak«. . . Norddeutscher Llovo . , Eheramliche Werke Albin . Zementwerk Heidelberg . . Bbiltpv Holzmann .....

Anglo-Conk.-Guano . ... Chemische Mc-ycr Alapiu . . y. G. ^arbeniuduslrie. A.-lA. Goldschmidt Holzverkohlung........

Nütgerswerle Scheideanstalt . .

Allg ElekrruitStS^Gesellschaft Bergmann .......

Mainkrastwerke . ..... Schucken ........ Siemens & Halske . .... Adlcrwerle flieget ..... Daimler Motoren. ...... Hevligenstaedr . , o.'eguin

Motorenwerke Mannheim .

Frankfurter Armaturen . . flonseroensabrik Braun . . Metallgelell chaft Frankfurt 'Bet. Union ?l.-(8 . . .

Schuhiabrik Herz . . .... Sichel ...... .-tcQftoff Waldhof.....

3uiferfabrif Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel

in Weizen wie Roggen find kaum nennenswert und in den Forderungen sehr hoch, um über­haupt zu Abschlüssen anzureizen. Export kann sich noch nicht entwickeln. Auch im Zeitgeschäft war keine Belebung der einzelnen Märkte Fu erkennen. Erste Kurse waren nur schwer festzu- setzen und hatten für Weizen unveränderte Kurse, für Roggen infolge vermehrter Begleichungen Preisrückgänge bis 1,50 Mart zur Folge. Hafer eröffnete bei wenig Angebot ziemlich fest. Die Geschäftslage für Gerste ist wenig verändert. Mehl lustlos. Futterstofte weisen nur geringfügige Preis Veränderungen aus. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 278 bis 281; Roggen, märkischer, 228 bis 233; Sommergerste 220 bis 260; Wintergerste 195 bis 208; Hafer, märkLcher, 187 bis 199; Mais, loco Berlin, 201 bis 206; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36,25 bis 39,25; Roggenmehl 33 bis 34,75; Wei- zenkleie 12; Roggentleie 11,75; Viktoriaerbftn 58 bis 63: kleine Speifterbsen 42 bis 46; Futter- erbftn 26 bis 31; Peluschken 21 bis 22; Acker­bohnen 21 bis 23; Wicken 25 bis 26; Lupinen, blau, 13 bis 14; Lupinen, gelb, 14 bis 15; Rapskuchen 16,20 bis 16,40; Leinkuchen 20,80 dis 21; Trockenschnitzel 9,70 bis 9,90; Sohaschrot 19,30 bis 19,60; Kartoffelflocken 25 bis 25,50 Mk.

Torf entarte.

( Ohne Gewähr.)

Vüchertisch.

Segelfahrt ins Wunderland. Im Reiche der Papageien und Guanakos. Bon Gunther Plüschow. 226 Seiten 8°, mit 17 Tafeln. Llllstein, Berlin. Plüschow ist schon während des Krieges durch die abenteuerliche Schil­derung seiner Flucht aus Tsingtau berühmt ge­worden. Dann, nach dem Krieg, stürzte er sich wieder in den Kampf mit dem Leben, ging wieder zur See, betätigte sich als Kaufmann, als Kameramann, als Vortragsredner,landete" schließlich in ganzveralteter" See-Romantik:

Frankfurt a.M

Berlin

Schlu,» fiurs

i-ubc. Nurs

Schluh-IAnfana

Knr«

in.

Datum:

10. 11.

11. 1t.

10. 11.

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0.815

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0.90

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Deutsche Svarprümienan leihe

0.495

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Deutsche Werth. Dollar-Anl

dto- Doll -Schatz-Liur«islla.'>

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17.5

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17

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Berliner Handelsgesellschaft

270

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265.5

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Commerz- und Privat-Bank

191

188

191.5

188

Darmsi. und 'Jlaiionalbant

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257

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Deutsche Lereinsdank ...

DiSconro Commandit .

173

171

170,5

Metall dank ....

175

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173

168

Mitteldeutsche Kreditbank

154

155,25

146,12

Ce|tciTcid)ti(6e Kreditanstalt

8.25

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Weltbank - ........

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-

10 Novbr.

11 Äovbr.

Amtliche Aoki rung

Amtliche Notierung

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Brief

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Bueu.-Aire;

168.29

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1.714

1.709

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Bni.-Antw

58.58

58.72

58,58

58,72

Christiania

105.28

105,54

105,17

105.43

flovenhngen

112,00

,12.28

111,98

>12,26

Stockbolm

112,32

112,69

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Helsingfors

10,58

10.62

10,510

10,517

Italien

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London.

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13,52

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Spanien

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2.067

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Prag .

12,455

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21,52.1

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5,24

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4.185

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Berlin, 10 Novbr

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Amerikanische Note».....

Belgische Noten ...... Dänische Noten ....... Englstche Noten........ Franiöstsche Noten ..... Holländische Noten .... italienische Noten ...... Norwegische Noten. ...

Deuisch-Qesterr, ä ioo Kronen Rumänische Noten.....

Schwedische Noten.....

Schwerer Noten .... Spanische Vieren ......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . .

4,192

58.47

111.67

41.357

13,62

167.92

17.48

104,99

59.15

2.315

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58,77 112.23 20.457

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168.76

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105,59

59.45

3,355

112.53

81,30

63,72 12,492

5.908

auf einem großen Segelschiff fährt er wieder durch die Welt. Ist Segelflicker. Haistschfänger, Walsischjäger, schindet sich mit der übrigen Mannschaft die Hände blutig im Kampf mit den vernichtenden Stürmen bei Kap Horn, wird ebenso schnell wieder Landratte, reitet durch Feuerland und Patagonien, durch Chile auf­wärts bis zum Aequaior, dur.h LIrwäii er und Sal­peterwüsten und findet, daß auch der aben­teuerlichste Weg durch die Welt immer wieder eine Vetternstrahe des Auslands-Deutschtums ist. Von alledem erzählt dieses prachtvoll unlite- rarische und urwüchsige Buch, das kaum einer .Empfehlung bedarf, um feinen Weg zu machen

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Heinrich Heine, Gedichte. Herausge- geben von Walter Eggett-Winbegg. Mit 4 Bildern. (Verlag Strecker & Schröder, Stuttgart. Ganzleinen 3,50 Äk., Halbleder 5,50 Mk.) Um Heine als Dich­ter gerecht zu werden, muß man eingedenk fein, daß das Dichterische im Menschlichen feinen Ursprung hat und im Ästhetischen und nicht im Moralischen endet. Dieser Dichter bedarf nur des seinem poeti­schen Charakter gemäßen Stoffs, um Bedeutendes hervorzubringen. Romanzen wie Balsazar und Die Wallfahrt nach Kevelaer ober Gedichte epischen Stils gehören denn auch schon zu den besten ihrer Art. Die eigentliche, höchste dichterische Kraft aber, die auch Heine zum großen Dichter macht, ist damit noch nicht berührt: sein Menschliches, seine Leiden­schaft. Die vorliegende Ausgabe wird den vielen oreunben Heinescher Lyrik besonbers willkommen sein, bietet sie hoch in ber Auswahl ein ganz neues Heinebilb, nämlich bas Heinebilb unserer Tage.

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Das Hessische Spark a44 LL e s e tz u n b b i e Mustersatzung für Sparkassen erläutert von Dr. jur. Ahl, Regierungsrat im Hes­sischen Ministerium bes Innern. Preis einschließlich Spesen 4,25 Mk Hessischer Staatsoerlag, Darmstadt. - Der Verfasser, ber Sparkassenreferent bes Hess. Ministeriums bes Innern, hat bie auf Gesetz, Satzung unb Verwaltungsanorbnunaen deruhenben, heute gültigen Vorschriften für bie hessischen öffent­lichen Sparkassen in bieser Abhandlung erschöpfend behandelt. Der Verfasser erleichtert damit den ver­antwortlichen Organen und den Beamten der Spar- lassen ihre Arbeit. Den Garantiegemeinden und -verbänden gibt er Gelegenheit, sich ohne Schwierig­keiten über das Sparkassegesetz unb seine Auswir­kungen, insbesondere über ihre Rechte unb Pflich­ten, weit besser, als es bis jetzt möglich war, zu unterrichten. Aber auch über ben Kreis ber unmittel­bar Beteiligten hinaus wirb mancher, ber ben hier behanbelten Fragen noch fremb gegenübersteht, er­wünschten Aufschluß über bie Aufgaben ber Spar­kassen unb ihre Bebeutung erhalten. Auf bie Ver­gangenheit ist insoweit Rücksicht genommen, als sic für bie Beurteilung bes heutigen Rechtszustanbc; von Bebeutung ist. Der Gegenwatt mibmet ber Der faffer seine Hauptarbeit, unb von ihr ausgehenb dchanbelt er die ben Sparkassen im Rahmen ber ge­gebenen Vorschriften obliegenben Aufgaben. Die mii dem Kommentar verfolgten Zwecke werben in bei gebotenen Arbeit in vollem Umfange erreicht. In klarer, möglichst kurz gehaltener Sprache, mehr au' bie Praxis als auf bie Theorie Rücksicht nehmend schafft ber Verfasser praktische Arbeit. Das Buck bringt jebermann, ber über bie Entwicklung unt ben Stanb bes beutschen Sparkasiewesens genügend unterrichtet sein will, eine wertvolle Ergänzunc seiner Bücherei. (483)

Schöffengericht Wetzlar.

Q Diebstahl, schwere Llrkundenfälschung, sowie versuchter und vollendeter Betrug wurden einen, Arbeiter aus Roßbach zur Last gelegt. Wie die Beweisaufnahme ergab, soll sich der Ange­klagte gelegentlich des Besuchs der Sprechstunde eines Arztes mehrere Rezeptftrinulare ange­eignet und mit diesen, nachdem er vorher die Llnterschrist des Arztes gefälscht hatte, Medi­kamente (Puhlmanns Tee) aus einer Apotheke entnommen haben. Der Preis für den Tee 1,55 und 12,60 wurde der Apotheke von der zu­ständigen Krankenkasse erstattet. Einige Zeit später soll der Angeklagte zwei wettere Rezepte, die die Llnterschrist des Arztes sowie Vermerke über verabreichte und bezahlte Medikamente im Betrage von 31 und 14 Mark trugen, und eine weitere Quittung einer Apotheke über vom Angeklagten verauslagte 11,65 Mark an die vor­erwähnte Krankenkasse gesandt und um Erstat­tung dieser Beträge gebeten haben, worauf die Kasse aber nicht reagierte. Auch ein vom An­geklagten an die Krankenkasse gesandter Post- auftrag über 45 Mark hatte keinen Erfolg. Run ging der Angeklagte persönlich zur Kasse, erhielt aber nichts, da dec Kasse die Sache von vorn­herein verdächtig vorkam. Der Angeklagte, der besttttt, die Linterschttsten der Rezepte und Quittungen gefälscht zu haben, kam jedoch mit seinem Leugnen nicht durch. Das Gettcht sah ihn durch die eidlichen Zeugenaussagen als über- sühtt an und erkannte auf drei Monate Gefängnis.

Ein Arbetter aus H a i g e r, der angeklagt war, einen Rachtwächter beleidigt und in recht­mäßiger Ausübung seines Amtes Widerstand ge­leistet und tätlich angegriffen zu haben, wurde zu 7 0 Mark Geldstrafe, Hilfsweife 14 Tage Gefängnis verurteilt.

Mehrere (9) Burschen aus Holzhaufen standen unter der Beschuldigung, in einer Rachi im Juli gelegenttich einer Schlägerei, bei der Messer und Knüppel eine Hauptrolle spielten, zwei Einwohner vorsätzlich schwer mißhandelt zu haben. Da zwei Angeklagte dem Termin ferngeblieben waren, wurde das Verfahren ge­gen sie abgetrennt. Die Verhandlung ergab kein klares Bild, wer eigentlich der Llebeltäter war. Daher erfolgte Freisprechung sämt­licher erschienenen Angeklagten mangels Be- weises.

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Merlau, Gießen, Lubwtastrabe.